Der Wahltag in Berlin.
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bekanntzugeben.
(ar 28 058.— (1 Gelnhausen 648!
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in 1910.
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Gießener Strafkammer.
X Gießen, 9. Jan.
Aufreizung zum Kindesmord.
Der 23 Jahre alte Hausdiener K. F. von Kreuznach hatte seit einer Reihe von Jahren ein Liebesverhältnis mit einem ledigen
von Preußen und Kaiser Wilhelm II , in das bie Anwe MH >en begeistert einfrimmten. Der größte ^eil der 2lnwe en- >cn trat dem Flottenverein bei. Zum Schlüsse sprach lt forschende des Kriegervereins dem Vortragenden den Dan. .-er Versammlung aus.
Dom türllsch-italienjschen Krieasfrh<rp,atf-
Rom, 11. Jan. In Tripolis, Ain-Zara, Tad- j u r a und Homs herrscht vollständige Ruhe. Zur Aufklärung ausgesandte Flugzeuge, Kavallerie und Kundschafternachrichten bestätigen, daß Arabergruppen sich in Birelturki, Suani bcn Aden, Fonduc-ben^Gaschir, Bir-Tebras und Wadirubra befinden. Reguläre türkische Streitkräfte sollen zwischen den Gcuppen verteilt sein. Das türkische Kommando befindet sich in Suam Ben Aden.____________________
Vertreter als Vorsitzenden, sowie dem Direktor und den Lehrern und Lehrerinnen, welche in den betrefrenben Klassen in den Gegen ständen unterrichten, aus die sich die Prüfung erstreckt. Tie Bern nisse des Regierungsvertreters können dem Direktor übertragen werden. Tie Verhandlungen der Prüsungsheh5rde, unterliegen de. Dienstgeheimnis. Tie Zulassung zur wissenschaftlichen Prümu erfolgt durch die Tirektion. ScWerimten, die von der Zulastun ausgeschlossen werden, können die Entscheidung der Minstteria. abteilung für Schulangelegenh.'iten anr. f n. Zu den Prüfungc können auch Bewerberinnen, die nicht Schülerinnen der Lehransla. sind, zugelassen werden: bie Miniiterialabteilung entscheidet üoc diese Geiuche. Beide Prüfungen dürfen in der Regel nur ie ctr. mal und nurch nach Jahresfrist wiederholt werden. Zur wissen schaftlichen Prüfung gehört die Anfertigung eines deutschen Aui satzes, einer französitchen Arbeit, einer englischen Arbeit un einer mathematischen Arbeit. Tie mürrdliche Prüfung umfad Religion, Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte, Geagraphu Mathematik und Naturwissenschaft. AÄe Fachprüfung bestebt i oer Anfertigung einer pädagogischen Hausarbeit und in der Haus .ichen Ausarbeitung von zwri Entwürfen zu Lehrproben. Ti mündliche Prüfung erstreckt »ich aus die Abhaltung einer Lehr probe. Tie Leistungen in den einzelnen Fächern und die durch «chnittliche Gesamtleistung, ebenso das Betragen, werden nach de für alle h Heren Lehranstalten gültigen Notensolge beurteilt. „SHi Dem Desttb.n beider Prüfungen wird die Lehrbefähigung für höhere Mädchenschulen erworben.
** Invalidenrenten für Trunksüchtige. De: Vorstand der Lerndesversicherungsatlstalt Großh. Hessen fyi die ÄTcidämter ersuch', die Gemeindebehörden darauf hin- zuweisen, daß zukünftig bei trunksüchtigen Persv' nen, die Invalidenrente beanspruchen oder bereite beziehen, ihnen statt der B züae in Bar Sachleistungen ge- wahrt werden sollen. Nach diesen Bestimmungen kann, ohn> daß der Trunksüchtige entmündigt ist oder unter Alkoholverbot stehl, auf An.rag der Ortspolizeibehörde die Rente diesen überwiesen werden. Der Rentenempfänger kann seine Rente alsdann nicht mehr durch den Genuß von Alkohol vergeuden, sondern erhält sie von dem Bürgermeister in Gestalt von Nahrungsmitteln u. dgl. Dieses Vorgehen i,jä nicht allein im eigenen Interesse der Trunksüchtigen, sondern auch im Interesse von deren Familien erfolgt, die häufig durch die Trunksucht des Mannes in bittere Not geraten sind. Der etwaige Rest des Geldes soll den Angehörigen des Rentenempfängers überwiesen werden.
** Zur Berufswahl. Zu Ostern steht wiederum eine große Zahl von jungen Leuten mit ihrer Entlassung auS der Schule vor der wichtigen Lebensfrage der Berufswahl. Sehr mit Unrecht wird nun hie und da noch von der Ergreifung eines Handwerks Abstand genommen in dem Glauben, das Handwerk habe keine Zukunft mehr. Wenn auch einzelne Handwerkszweige durch die Industrie zurückgedranat worden sind, so haben sich dafür wieder andere durch die moderne Entwicklung gegen früher , sehr gehoben, es hat sich eine Reihe von neuen Handwerks- xiocigen gebildet und ist in bester Entivicklung begriffen. Dadurch, daß sich das Handwerk den durch die moderne Technik veränderlett Verhältnissen anzupassen verstanden hat, wird es stets den ihm gebührenden Platz zu behaupten wissen, umsomehr, als es eine Reihe von Gewerben gibt, in denen die individuelle , handwerksmäßige Tätigkeit niemals durch schablonenmäßige Fabrik- , Produktion ersetzbar ist. Hiernach bietet das Handwerk nach wie vor jedem, der dazu Neigung, Veranlassung und ernstes Streben mitbringt, ein befriedigendes Auskommen und mindestens eben» , soviel Aussichten aus einen reichtiä)en Verdienst, ja selbst zur , Erwerbung von Wohlstand, wie jeder andere Beruf auch Die Zugehörigkeit zahlreiä>er angesehener Handwerker zu Reichstag, Landtag, Gemeindevertretung und anderen öffentlichen Körperschaften beweist weiter, welches berechtigte Ansehen das Hand» toett überall genießt. Das Handwerk zerfällt in soviel Zw-'ige, daß es jedem, der Neigung und Anlage für technischpraklisch Betätigung hat, möglich ist, ein ihm zusagendes Tätigkeitsgebiet zu finden. Die Ergreifung eines Handwerks ist zudem nicht mit besonderen Aufwendungen verbunden, denn die 3 lährige, in einigen wenigen Handwerkszweigen 4 jährige Lehrzeit erfordert in oer Regel nur verhältnismäßig geringe Kosten, in vielen Gewerben wird sogar schon während der Lehrzeit ein wenn auch geringer Lohn g^ahlt. Hierin unterscheidet sich das Handwerk vorteilhaft von vielen Berufen mit hohen Ausbildungskosten, z. B. den akademischem, die z. T. fast durchweg stark überfüllt sind und deshalb trotz ihrer sehr hohen Ausbildungskosten zurzeit auch schlechte Aussichten bieten.
"Ein glücklicher ,y a 11. Zn der Nacht aus Donnerstag arbeiteten auf hoher ausziehbarer Leiter zwei Monteure an der elektrischen Straßenbelelichtung. Die Sperrvorrichtuna oer Leiter versagte und beide Leute stürzten au8 einer Höhe von 15 "Metern ab. Einer der Männer erhob sich vollkommen unverletzt voni Straßenpstaster, während der andere mit einer ; unbedeutenden Wunde im Gesicht vom Platze ging.
• • "Dlanf arbenbieb. AuS einer Mansarde in den Neuen-Bäuen wurden gestern abend zwei Anzüge, eine Taschenuhr und ein Herrenhut von unbekanntem Täter gestohlen.
• • Einbruch. In Großen-Buseck wurde gestern nachmittag ein EnibruchSdiebllabl verübt. Der Dieb, ein I6,ährlger Bursche, versetzte eine Weckuhr im hiesigen Pfandhause unter dem Namen Klein, die auS dein Einbruch herriihrte.
• • Lebensmüde. Eine ältere Frau vergiftete sich mit Lysol. Rian fand sie heute morgen als Leiche in ihrer Wohnung.
• • Bon den Wandernden. Im Dezember kehrten , in der Herberge zur Heimat 1361 Wandernde ein, von denen , 523 Unterkunft gegen Arbeitsleistung und 838 gegen Zahlung ■ erhielten. (Zm gleichen "Monat deS Vorjahres betrug bie ' Frequenz 1441 — 624 — 817 Logiergä'te.) In den letzen 3 konnten des abgelaufenen ZahreS logierten in der Herberge 3936 Gaste (3987). Im ganzen Jahre fanden 13 937 Per- 1 ionen gegen 18 203 im Vorjahre Herberge und Vervsiegung. — Jin Dezember waren für den Arbeitsnachweis 36 offene ’ Stellen gemeldet, von denen 34 besetzt ivurden, und zwar 7 nach außerhalb. Die untcrgebrachten Arbeitskräfte bestanden auS 14 Handwerkern und 20 ungelernten Arbeitern.
Landkreis G.e'ten.
— Wies eck, 11. Jan. Im Saale von Adam Ziegler dahier sprach heute abend Lehrer Westphal über „unsere Kolo ni en". Der Redner legte die Notwendigkeit kolonialer Tätigkeit eines aufstrebenden Volkes dar, bamii es unabhängig von Wohl- oder llebelwollen anderer Länder und Völker auf eigene Füße zu stehen komme. Er zeigte, nne durch solche Bestrebungen gerade dem Arbeiterjtandc gedient ist, dessen Existenz in erster Linie bedroht ist, wenn । uns das Ausland bie Rohprodukte unmäßig verteuert oder gar entzieht. Es unterliege keinem Zweifel, daß die von i den Feinden der Koloniawestrebungen verbreitete Ansicht . von der Wertlosigkeit <und Unfruchtbarkeit unserer Kolonien, ; durchaus unhaltbar sei. Deutscher Fleiß und Gründlich- i keit werde schon etwas aus ihnen machen, wenn durch Anlegung von Eisenbahnen die Gebiete erschlossen seien. In • seinem zweiten Teile führte der Vortragende Produkte, Land und Leute unserer Kolonien mit Hilfe von guten Lichtbildern vor und fchloß mit einem Hoch auf die Männer, , die an der Spitze von Heer und Flotte stehen, Prinz Heinrich
Aus SiaM und Land.
G jene n, 12. Januar 1912.
** Tageskalender für Freiing, 12. Januar: Stabt- t h e a 1 e r: „Nyritz-Pyritz." Anfang 8 Uhr.
** Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat am 6. Januar d. I. dem Direktor der Hofbibliothek Dr. Adolf Schmidt zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronen-Orbens 3. Klasse erteilt.
♦♦ Lehrerpersonalien. Entlassen wurde bie Lehrerin an der höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu Alsfeld, Auguste H o o s, auf ihr Nachsuchen. Erledigt sind: Dip mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Holzmühl. Mit der Stelle ist Lektordienst verbunden. Dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. In Obertshausen eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Sckulstelle. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu See heim. Dem Inhaber kann Organistendienst übertragen werden. Eine evang. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu B a u s ch h e i m.
•• ßuni Wohl tätigt enökonzert des Auto- mobilklubS Gießen und Umgebung für das hiesige Säuglingsheim sei mitgeteilt, baß gestern abend im Stadttheater unter Anwesenheit auch auswärtiger Künstler die Hauptprobe ftattfanb, bie einen sehr schönen Verlauf nahm. Herr Kümmel setzte burch seine außergewöhnliche Virtuontat alle Anwesenden in Erstaunen und sprach sich über die Leistungen des Orchesters sehr lobend au5. Besonders war auch der Jsraelitenchor in .Samson unb Dalsta* von ergreifender Wirkung. Jeder Besucher bars mit einem heruorrogenbeu Kunstgenuß rechnen und wird sicherlich befriedigt fein.
♦♦ Prüfungsordnung für Lehrerinnen an höheren Mädchens chu 1 e n. Die von der Regierung herausgegebene Verordnung über die Prüfung der Anwärterinnen für das Lehramt an höheren Mädchensckwlen bestimmt, daß die Prüfung fortan an den Lehrerinnenseminaren stattzusinden habe. Sie zerfällt in die wissenschaftliche "Abschlußprüfung gegen Ende des dritten Seminarjahres und in die Fachprüfung gegen Ende des praktiscllen Jahres. In beiden Fällen wird Kbriftlia) und mündlich geprüft. 'Tie Prüfungsbehörde besteht aus dem von der Minisle- rialabtcilung für Schulangel eg eirhetten ernannten Regierungs-
( ) Marburg, 11. Jan. Den ländlichen Gemeinde- faffen in Kurhessen flössen im Jahre 1911 insgesamt 209 160.37 Mk. (gegen 270 822.01 Mk. im Jahre 1910) aus dem Berkaus des Gemeindeobstes ul Die Einnah-, men verteilen sich auf die einzelnen Greife wie folgt: Kassel 20 036.10 (19 499.—) Mk., Esck>wege 16 242.69 (13 038.55) Mk., Frankenberg 12 098.55 (13 381.15) Mk., Fritzlar 28 058.— (16 530.—) Mk., Fulda 1314.56 (2/91.12) Mk., 32 80 (11 539 —)Mk., Gersfeld 425.75 (572.85) Mark', Hanau 3810.22 (4499.53) Mk., Hersfeld 3394.88 (3754.79) Mk., Hofgeismar 46 862.56 (48 222.35) Mk., Hom^ berg 9800.65 (10 288.10) Mk., Hünfeld 1879.05 (1727.21) Mk., Kirchhain 20549.12 (17 117.65) Mk., Marburg 16 650.35 (16 246.75) Mk., Melsungen 15218.15 (14 230.05) Mk., Roten-, bürg 648o.70 (8260.85) Mk., Grafschaft Schaumburg 7562.90 (13 564.76) Mk., Schlüchtern 2765.70 (6016.86) ML, Herrschaft Schmalkalden 2049.85 (4486.15) Mk, Witzen hausen 17 216.75 (18 026.75) Mk., Wolfhagen 19 188.80 (16 980.53) Mk., Ziegen-, Hain 11022.25 t 10 047.95) Mk. Die ZujammenstellunA zeigt, daß trotz ber kaum mittelmäßigen Obsternte aus dem Berkaus bes Gemeinbeobstes beinahe so viel Geld dafür eingenommen wurde, wie bei der guten Obsternte
Berlin, 12. Jan. Wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, iverden heute in den KasernenderGarnisonvonGroß- Berlin einzelne Truppenteile in ständiger Marschbereitschaft sein, um bei Ruhestörungen in der Stadt erforderlichenfalls sofort einschreiten zu können. Außer mehreren Kompagnien Infanterie werden auch einige Schwadronen der Gardekavallerie unb mehrere Batterien den ganzen Tag über in Bereitschaft bleiben. . h im Königlichen Schloß fallen Truppen Lonsigniert nwrbcn.
Ter „Berliner Lokalanzeiger" hat mit einigen größeren Schaubühnen Berlins ein Abkommen getroffen, nach dem ihm erlaubt wird, heute während der Vorstellung durch Scheinwerfer die Wahlresultate dem Publikum der einzelnen Bühnen
, 11. 3an. Hu dem gemeldeten Däsche- Tiebstahl ist zu berichten, barg der Dieb in der Person ines auf dem breiigen Eisenwerke beschäftigten Arbeiters aus Magdeburg ermittelt wurde. Er hatte schon in Paket mit Wäsche bei der Bost aufgegeben, um es in eine Heimat zu schicken, während der anbere Teil in seiner
Löhnung gefunden wurde.
+ Treis a. d. Lda., 11. Jan. Mit einem hübschen Zeichen der Dankbarkeit überraschte gestern abend der l.i. sige Lurnverein seinen bewährten Vorjipenden, Lehrer Walter hier. Nach Schluß einer Vorstandssitzung ließ er ihm urch seinen 2. Sprecher, Schreinermeister Kehr, zum Tank ür seine langjährigen, dem Verein geleisteten Dienste ein rachtvoll gerahmtes Bild des Turnva.ers Jahn über» .eichen, das von einem Vercinsmitgliod, Schlosser H. Amend, ii Messing getrieben worden ist und von der Kunstfertigkeit eines Verfertigers beredtes Zeugnis ablegt. Lehrer Walter, sichtlich Überrascht und gerührt von so viel Liebe, unkte dem Verein in längerer Rede und lud die aiuüejcubcn ürner zu einem Glase Bier ein. Einer Anregung aus bem Jercin entfprcchenb soll das Bild in bem Labenfenster eines riesigen Geschältes einige Tage ausgestellt werden.
Mine Büdingen
§ Selters, 11. Jan. Seit dem Tode unseres Geistuchen, des Pfarrers Büchner, wird die hiesige Pfarrstelle durch evangelische Geistliche aus den Nachbarorten oersehen. Die Neliaionsstundcn werden durch Pfarrer Wilhelm von 93teid)t*nbad) gehalten. Bei der oberen Kirchen- öehörde scheint die Abjicht zu bestehen, die Stelle aus Spar- ,amkeitsrucksichten dauernd zu vikarieren.
Kreis Lauterbach.
~ Zahmen, 11. Jan. Als heute nachmittag ein Mann aus dem benachbarten preußifdjen Orte Josse von iner hiesigen Wirtschaft, woselbst er einer HolKversteigeruna beiwohnte, nach Hause gehen wollte, fiel er so unglücklich die Treppe herunter, daß er auf der Stelle tot war.
Kreis Friedberg.
x Bad-Nau heim, 11. Jan. 9luf einer Konzertreise nach Saaz, Pilsen, Bubweiß, Lmz unb Graz befindet sich icgenroärhg unsere Kurkapelle, baS Winderstein-Orchester m Leipzig. — 25 Jahre im ©tabtparlament ist unser Beigeordneter Knieriem, der erst als Gemeinderat, bann »ach Einführung ber Stäbteorbnnng als Stadtverordneter und neuerdings als Beigeordneter für das Wohl der Stadt tätig war. Von der Stadtverwaltung würbe bem Jubilar ein Blumenstrauß überreicht.
Slartenbnrg und Nheinheffen.
m. Offenbach, 11. Jan. Ein schwerer UngfÜckSfall, der leicht die schlimmsten Folgen hätte nach sich ziehen können, ereiLnete sich heute nachmittag in einer der beleb» testen und verkehrsreichsten Gegenden unserer Stadt, der Frankfurter Straße, Ecke Marktplatz. Die Pferde eines Lastwagens waren durch ein vorbeifahrendes Automobil scheu geworden, ningen durch und rannten in wilder Flucht die Frankfurter Straße hinab nach dem Marktplatz, bis sie in das am Marktplatz befindliche Kinematographen- tHeater hineinsturzten und dort eine große Verwüstung anrichteten. Die Vorderfront des Hauses wurde förmlich eingedrückt und nur dem Zufall ist es zu verdanken, daß Berluste an Menschenleben Nicht zu beklagen sind.
n. Offenbach, 10. Jan. Nachdem vor kurzer Zeit eine hiesige Deputation, bestehend aus einem Stadtverordneten, einem Hauptlehrer und einem Lehrer, das Sickingersche Schulsystem in Mannheim an Ort und Stelle studiert hat, sollen auch an vier hiesigen Schulgruppen mit Beginn des neuen Schuljahres Förderklassen ein* geführt werden. Ohne gleich das ganze Mannheimer System mit seiner komplizierten Vielgestaltigkeit zu übernehmen, verspricht man sich von der Einrichtung der Förderklassen mit geringer Klassenfrequenz eine Hebung ber Leistungen unserer Volksschüler, die.zurn größten Teil in so traurigen häuslichen Verhältnissen aufwachsen, daß an eine Mithilfe des Hauses bei Erziehung und Unterricht kaum zu denken ist. Wenn die Lehrziele dieser Förderttassen, in die besonders geistig minderbefähigte Schüler Aufnahme finden sollen, auf ein Mindestmaß beschnitten werden und den Hauptfächeim in Deutsch und Rechnen ein breiterer Raum gewährt wird, dann führen sie wenigstens einen lückenlosen Abschluß in dem Bildungsgang des Schülers herbei und können so in Segen wirken.
Kreis Wetzlar.
-4-Dutenbofen, 11. Jan. Vor einigen Tagen fand durch eine Jagdgesellschaft Wetzlarer unb Gießener rin Treibjagen statt, ivobei ein seltenes Jubiläum gefeiert würbe. Unter den Treibern befand sich der 66 Jahre alte Pfnorr von Münchbolz- hausen, der feit bem 16. Lebensjahre als Treiber bie Jagden in unserer Gemarkung mitmachtc, also Heuer sein goldenes Jubiläum hat. Manch lustiges Jagdslücklein hat er erlebt unb er versteht, bavvn wunderbar zu erzählen. Die Jagdaesellfck-aft überreichte dem Jubilar in Anerkennung seiner Redlichkeit unb Treue einen grünen Plüschsesfel. Ter Bankherr Kellner-Wetzlar, der das Angebinde überreichte, sprach den Wunsch aus, daß ber Gefeierte noch lange Jahre ber Jagdgesellsd-ast bienen könne.
Hesfkn-Nasjau.
Deutsches Neich.
Zur Vermehrung des Wagenparks der breußisch-hessischen Staatseisenbohnen werben im Eisenbahn-Anlcihegesetz 112 Millionen Mark ge- sorbert werden. Es sind dies 30 Millionen Mark mehr als in den letzten Kreditvorlagen. Auch im Eisenbal/nvoran- schlag werden die Mittel zur Erhaltung der Eisenbahnfahrzeuge um über 14 Millionen Mark erhöht werden. Der Fuhrpark wird demnach in den nächsten Jahren so erheblich vermehrt werden, daß er allen Anforderungen selbst bei ganz ungewöhnlichen Zeiten wie im letzten Sommer gerecht werben rann.
Die „Nordd. Mgem. Ztg." schreibt: Die preußische Finanzverwaltung entschloß sich, zahlreid)en aus den Kreisen der Lotterieeinnehmer an sie herangetretenen Wünschen entsprechend, von der im Sommer 1912 ab zu spielenden 227. Lotterie an auf das sogenannte Mitspiel der Freilose für die Staatskasse dauernd zu verzichten. Der Entschluß dürfte der Finanzverwaltung nicht ganz leicht geworden sein, denn es wird bamit dauernd auf eine sicbere Einnahme von rund einer halben Million Mark aus dem Betriebe der Staatslottcrie verzichtet, um welchen Betrag sich die Chancen der Spieler gleichzeitig dauernd verbessern.
Bor einiger Zeit ging durch die Presse eine Nachricht, der aufolgc Vvn der Reichsregierung nicht beabsichtigt sein sollte, die mit ber im April v. Js. veranstalteten Konferenz begonnenen Verhanblunaen wegen des Verhältnisses von I n d u st r i e und Handwerk weiter fortzuführen, vielmehr sollte schon die sogen. Handwerkerkonferenz vom April v. Js. genügend Material beigebracht haben, um der Regierung weitere Maßnahmen allein zu überlassen. Da in Handwerkerkreisen diese No.iz ^roße Beunruhigung hervorgerufen hat, weil man einen erneuten Stillstand in der Weiterbehandlung der Frage Fabrik und Handwerk und der verwandten Fragen befürchtete, so hat sich der Deutsche Handwerks - unb G e w e r b e ka m m e r tag an das Reichsamt dcs Innern gewandt m;t dem Ersuchen um authen- tische Information darüber, ob b)ese Pressenachrichten aus Tatsachen beruhten. Es ist hieraus mitgetrilt worden, daß man keineswegs seitens der Reichsregierung daran denke, die Verhandlungen abzubrechen, sondern daß diese im Frühiahr b. Js. im engeren Kreise wieder ausgenommen iverden sollen,
Alle Verträge der D e u t s ch-O st a fri ka-Li n i e mft der südafrikanischen S ch i f f a h r t § k o n f e r en z sind am 1. Januar abgelaufen. Die an südafrikanischen Verkehr beteiligten britischen Linien sind der Ansicht, es liege bin Grund vor, leinen Tarifkrieg zwischen den englischen und deutschen Limen anzunehmen, da aus einem derartigen Vorgehen für alle Beteiligten nichts gutes eMspringen könne. Man erwartet zuversichtlich, daß ein friedliches Uebereinkommen mit der deutsä)en Linie auf dem gelvöhnlichen Wege zu erreichen sein wird
Ein Ministcrrat in Belgien unter Vorsitz des Königs beschäftigte sich mit der Frage der Vermehrung der Parlamentssitze, auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Januar 1910. Es verlautet, daß die Kammersitze um 20, die Senatssitze um 10 vermehrt werden.____________________
Heer ttnö Flotte.
lieber die geplante Heercsverftärkung werden, so schcribt das amtliche Wolff'sche Bureau, von der „Militär.- Politiscl'eu Korrespondenz" Angaben verbreitet, die in den we- sentlick-en Punkten falsch sind. Ebenso beruht die Behauptung, zur Deckung der Mehrkosten werde an Huscküäge zu den staatlichen Einkommensteuern gedacht, auf Erfindung.


