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Gelsenkirchen, 11. Ian. Tie Stadtverordneten-Ver- sainniluna bewilligte zur Be^ettiauua der ciabt an der zu griindenden Alufliilaiv^-ciellidiait, die m o clicntirctjen ihren Liy zu nehmen bat, emen ^ctiag bis zu 3’-t)O"U 'Ult.
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Giessen (Wiesecker Weg 28), den 12. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Januar 1912, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 409
ttnuiityrr Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetleransnctueii in £>efien am Samstag, den 18. Januar 1912: Ziemlich heiter und trocken, Frost.
Schneeberlcht der Schiklubr Wintersport Gießen.
Hoheroüskopi: 8U cm ^cuneehohe, ö u>rad tau, klar.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Wilke.
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Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Herr August Wilke
gestern früh im Alter von 25 Jahren nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist.
Plattduisken
in’d Eenhorn VanDage.Freedag abds. Kuhl mit Speek un Pinkel. [403
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tB et ihm CWn! >fte ei„ W über, S. Aincnd, Siertigkeit ' viel Liebe ' seienden "vg.aus dem Wt eines erden.
Fflüie, Ejgcn
Kleine TagiLchronil.
Bei dem Einsturz eines vierstöckigen Neubaues in dem Düsseldorfer Stadtteil Derendorf wurden sechs Arbeiter unter den Trümmern begra den. Sie wuroen sämtlich schwer verletzt bon der Feuerwehr geborgen und ins Krankenhaus glchracht, wo ein Arbeiter kurz nach seiner Einlieferung starb, während ein anderer noch ohne Besinnung ist.
Bei München-Gladbach fuhr der Paris—Berliner Schnellzug in eine Abteilung von Arbeitern. Einem Arbeiter wurde der Kops vom Stumpf getrennt, ein anderer wurde lebens- gefährlich verletzt.
Tie Schauspielerin Katharina Fleischer-Edel wurde bei der Ausführung im Hamburger Stadhheater von.ihrem Partner so heftig zu Boden geworfen, daß sie das öcrouijtiein verlor. Später stellte sich heftiges Erbrechen ein. Auch heute ist das Bewußtsein noch getrübt.
Im Frerha 1 c uo ezir k in Danzig - Neufahrwasser brannte in vergangener Nacht ein großer mit Stückgütern und etwa 120 Wagenladungen Hücker, sowie mit einem groben Posten landwirtschaftlicher Ma|chinc.n gefüllter grober tLagersckmppen der Eiscuvahndireltioit vollständig nieder. Tie Ur|"aa;e des Brandes ist noch nicht festgestellt. Verbrannt sind 60 Waggons Zucker, die einen ungefähren Wert von Million Mark darstellen, ferner eine Anzahl von Maschinen und Stückgütern.
Auf einer Motorbarkasse des Panzerkreuzers „Moltke" explodierte im Kieler Lasen ein Lustdrucktank. Tas Fahrzeug sank sofort. Die Besatzung wurde gerettet. Bei dem Unfall wurde ein M a s ch i n i st e n m a a t schwer, aber nicht lebend» gefährlich verletzt.
Im Palais des Erzherzogs Friedrich in Wien brach gestern Nacht im Salon der Erzherzogin Isabella, der Braut des Prinzen Georg von Bayern, ein Deckenbrand auS, der heute früh entdeckt und lokaliiiert wurde. Die erzherzogliche Familie ist heute früh von München nach Wien zurückgekehrt. Der Schaden ist erheblich.
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L?nndcl.
— Konkurse in Hessen. Neber daß BcnnSqen deS Zimmerineisiers Heinrich R c br in Nieder»Rainstadt wurde am 89. Dez. das Konkursveriabreii eiöffnet. O'evtcht« • volizieber i. P. R e i b ft e i n in Darmstadt w.nde zum Koukurs- ueri'uoltcr ernannt, »oukur-'orderunaen und bis zum 13. Januar bet dem Amlsgerichi Darmstadt I amumcldeu. — Neber das Vermögen de-r Weint,äudlcrs Friedrich öcvniaiin Schober in Oppenheim wurde am 83. Dez. da» stoulursveriabren eröffnet, öa em (»staubiger die jtoukitrSerosimmg beantragt Dnt und die 'atstungceianestmig >md Zablttugsuuläbigkeit des biemeiuschuldnerS (eimeut. '^tedueanwntt Winkler m Cvpcnbcun wurde zum stoutuisverivalier ernanuk. stoukurS'orderungen lind biS Mim lö. . an. bet dem Wutsgericht Cvvenbcnu aiizumelden. — lieber das Vermögen des Bactet memeis Friedrich Zosel B s a s s in Finthen, Inhaber der Firma Fritz P'aff & (So. daselbst, wurde am 29 Dez. das rtoiilmSveriahren eröffnet. Rcchißamvalt Dr. (st n 6 n c r in Main, wurde zum RonkurSverivalter ernannt. Kon- lurssorderuugen sind bis zum 22. Januar bei dem Amtsgerichte 1'iamz anzumelden. — lieber das Vermögen der Firma .Weingut E v v l e r, xl 0 | e f Zander L E 0.' in B 0 s en heim wurde am 2d. Dez. daS stoukurvveriahren eröffnet, da die Firma iuiolge Zahmngsunsählgkeit ihre Zahlungen emgesteltt hat. RechtSamvatt A1 l e >> d 0 r s zu Wöllstein ivurde zum KoulurSvenvaltcr ernannt, stonfnrsiorderungeu sind biß zum 22. Jan. bei dem Amtsgericht Wöllstein anzumelden.
Minden (Wests.), 11. Jan. DieAusständeundAuS- sperrungen in her westfälischen, lippischen und hanseatischen Tabakindustrie, von denen ca. 13 000 Arbeiter betroffen waren, sind beendet, da auch die Bevollmächtigten der freien Tabaks-Organisattonen den unter Vermittelung deS Landrats von Minden zustande gekommenen Vorschlägen der beteiligten Arbeit' geberverbände zugeslimmt haben. Die Vertretung der organisierten Arbeiter hatte bereits vorgestern die Beschlüsse der Arbeit- geuer einstimmig genehmigt, _______
— Märkte?-
fc. Wiesbaden, 11. Jan. Heu- und Strohmarkt. Angeiahren waren 15 Wagen mit Heu und Stroh. Alan notierte; vc u 9. ,U—10.4U Alk., Stroh tNichtsiroh) ö.8O—6.20 UJlf. — (5 r u ch t m a r k t. Haier 20.90—20.40 Alk. Alles hie 100 Kilo.
Im Gebiete der russischen Südweftbahnen und auf der Bahn Kiew—Moronefch herrscht leit drei Tagen heftiger » d) n e e • sturm. Die Züge bleiben stundenlang im liefen schnee stecken.
In Chicago brach am Donnerstag nachmittag gegen 8 Uhr im Lande! Samt Feuer auS. das einen Fahrsttihl schacht hinter bcc Produktenbörse ergriff. Durch den Brand entstand untre den Börsenbesuchern eine geringfügige Panik. Viele Personen stuAm aus die Straße, doch nahm das Geschäft, nachdem der Brand gelöscht war, seinen Fortgang. . .. , .
Ein Rettungsboot von Caistor rettete sieben deut sch e Seeleute deS BriggschonerS „Falktt'-Brcrnen, der mit einer Ladung ReiS nach Varmouth bciiimmt war. DaS Schtst war auf den Sandbänken vor Parmout während dichten Nebels g e st r a n d e t. Man glaubt, dag es vollständig zum Wrack wird
ragm.fanb tat* Tretbiagcn M de. Unter t*n von ibn die S-gden 1 goldenes , „lebt und er K'L'L
en könne.
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150 Mark Geldstrafe für jeden Fall belegt.
Ein Wanderlager von Ferkeln.
Der Schweinehändler W. K. von Dof Fortbach hatte^ in Laubach eine größere Partie Ferkeln aus Hannover eingesührt und mußte sie dort wegen der herrschenden Seuchengesahr einer Quarantäne untergeben. Nach Äblaus dcr Frist bot er die Tiere im dortigen Anzeiger zum Verkaufe an und verlauste sie auch. Er hatte aber leinen Wandergewerbeschein gelöst und wurde angezeigt, da nach Ansicht der Behörde die Einsüt)rung dec Tiere zum Zwecke des Verlaufs als Wanderlager im Sinne deS velressenden Paragraphen anzufehen sei. Das Schöstengericht verurteilte ihn zu 160 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte legte Berufung ein und berief sich darauf, daß ein Unterhändler die Ferkeln vorher bei ihm beitellt baue, und die späteren Käufer wieder ihrerieits die Tiere vorher bei dem Unterhändler bestellt hätten; er sei deshalb nicht steuerpflichtig, auch sei in der Em- tührung der Tiere lein Wandertagen zu erblicken. Tas Berufungsgericht aber war der gegenteiligen Auffassung und wies die Berufung al- unbegründet zurück.
Die fehlende Arbeitsordnung.
Nach § 131 a bet Gewerbeordnung ist jeder Inhaber eines gcroerbiiujen Großbetriebes, d. h. eines solchen, in welkem in der Regel mindestens 20 Arb.it er beschäftigt tu.tuen, bcruniu/tet, eine Arbeitsordnung zu erlassen. Ein hieiiger Bauunternehmer war nun angezeigt worden, weil er es bieier Vorschrift zuwioer unterlassen habe, im vorigen Ial/re eine solche ArueitSoronung aujzu- stetlen. Das Schosseiigeriast hatte ihn sreig.sprachen, die S.aats- anwaltsck)ast aber legte Beruiung ein. Der Angeklagte gao an, er habe allerdings int vorigen Fruh-ahr wuyreno mehrerer Wochen mehr als 20 Arbeiter be|ck>äfttgr, später aber w.niger. Auver- dem seien feiner Meinung nach bie im Betrieb bejck)asligten Fuhr- knechte nicht mitzuzählen. Das Gericht erfidric, oag alw Gruppen von Arbeitern, auch die Fuhrknechte, mitzuzählen seien unb daß er verpflichtet gewesen sei, eine Arbeitsordnung zu erlassen. Es erkannte auf 3 Plark Geldstrafe.
Eine erfolglose Berufung.
Ter Nussensteinbrenner I. M. D. von Bleichenbach hat den Sparkassenrechner $). A. N. von da besttfuldigt, er habe seine, deS D., Slinbcr um einen Teil ihres mütterlichen Vermögens gebrackst. Er ist deshalb vom Schöiiengericht zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Später hat er die Bclcidiaung zurückgenommen und versprochen, die Kosten nach und nach zu bezahlen. Daraufhin erklärte er, er fei nicht in der Lage, etwas bezahlen zu können. Statt beffen bediente er sich Der vrlfe eines auswärtigen Anwalts in zwei Terminen, um die Wahrheit feiner Behauptung zu beweisen, dies mißlang völlig. Im Gegenteil wurde festgestc.lt, daß der Angeklagte seinen finanziellen Ruin selbst verschuldet hals und
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Lehrer, das Drt und Stelle ulgruppen mit lafsen ein* cheimer System a übernehmen, r FörderNaffen der Leistungen n so traurigen 1 eine Mithilfe nun zu denken >n, in die be- fnahme linden rden und den reiferer Raum nen lückenlosen herbei und
Dienstmädchen aus sDureiwetg unterhalten, auS dem vor etwa zwei Jahren ein Kind hervorging. <>nt Oktober v. I. kam daS Mädchen in der hiesigen Frauenklinik zum zweitenmal nieder. F. war ohne Stellung und Verdienst unb befand sich in einer ^'.'ngenheilanstalt. Ta er fürchtete, die Mittel für daS zweite tiinb nicht aufbringen zu können, so suchte er die Mutter mündlich ::tb schriftlich zu bestimmen, das Kind beim Stillen derart gegen öie Brust zu drücken, daß eS ersticke. Die KindeSmutter kam aber diesem Aniinnen nicht nach. Der Angeklagte iit geständig. xa3 Gericht berücksichtigte weitgehend strafmildernd den leibenden Zustand unb die Notlage deS An-eklagten. DaS Urteil lautete auf >echS Monate Gefängnis.
Das vorenthaltene Jahrholz.
Ter Schuhmacher ft. B. in Zeilbach fühlte sich durch den Bürgermeister lenachteiligt, weil die.er ihm lein Jahrhrlz zuteilte. ’2r itrennte einen Zwili-rozeß gegen bie Gemeinde an und erstritt schließlich ein obsiegenocs Urteil. In feiner Freude sprach er nem Alkohol wohl mehr als angängig zu und erzählte, auf dem Bocksitze der Postkutsche fi end, nun jedcrma. n, der ihm big.gnctc: ocr Bürgermcis.er, bet ihm fein Jahrholz unterschlagen habe, komme ietzt deswegen ins Loch unb ähnliches. Er wurde w?gen dieser Beleidigungen des Bürgermeisters, der durchaus in gutem Glauben gehandelt hatte, vom Schöffengericht in Ulrichstein zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er legte Berufung ein und Da er bisher unbestraft unb sich an bem fraglichen Tage in begreiflicher Erregung Le anb, so gab bad Ge.i.m feiner Bitte naaj und wandelte die FreiheitSitraie in eine Geldstrafe von ichtzig Mark um.
Vergehen gegen daS Nahrungsmittelgesetz.
Der Fleischbeschauer I. L. auS Schotten hatte bei drei Metzgern in E. zwei Kühe und ein Schwein besichtigt, d.e tuberkulös waren. Er ließ die Eingeweide vernichten, das übrige Fleisch gab er zum Verkaufe frei. Es war an einem Markttage unb er hatte es in der Eile, v.r Vorschrift zuivio.r unterlauft einige Drüsen zwecks weiterer Untersuchung anzuschneiden, Li-rdurch Latte er übersehen, daß auch noch wettere Fleisast.ile mit Tuberkeln behaftet waren. Er wurde unter Anklage gestellt, in einer früheren Verhandlung aber freigesprochen, da bad Gericht der An icht war, daß er das Fleisch nicht in den Verkehr gebracht habe. Nach dem Nahrnngsmittelgesest ist nämlich nur, der strafbar, der au8 Fahrlässigkeit gesnndhettsschädliches Fleisch in den Verkehr bringt. Tas Reichsgericht hob aber das Urteil auf unb erklärte, daß in der Freigabe des Fleische- durch den Flcisck>- beschauer an den Metzger zum Zwecke des Verkaufs ein „in den Verkehr bringen" liege. Auf Grund dieser für daS Gericht bindenden Nechtsausfassung Watte der AngeNagte heute mit
) Samstag nnb
I Sonntag:
' Schi-Fahrt
i. d. Vogelsberg.
J Abfahrt nach
Sajotien nachnntt.
12.34,5.04,8.47 Uhr.
Letzte Nachrichten.
Ktiegsfieber in London.
London, 12. Ian. Die fran^öfifche Kabinettskrisis hat hier das Kriegsfieber von neuem entfacht. Bei Lloyds werden wieder Kriegsversicherungen abgeschlojsen und fünf Prozent als Prämie gegen das Nisiko eines Kriegsausbruches zwischen Deutschland, Frankreich und England innerhalo der nächsten sechs Monate bezahlt.
Paris, 12. Jan. Bourgeois dürste, wie versichert wird, das M i n i st e r p r ä s i d i u m unter der Bedingung annehmen, daß er kein Fachministerium zu übernehmen braucht, sondern sich nur mit der Leitung der gesamten Politik zu befassen hat. Für das Innere würde Bciand in Frage kommen, der damit eine Arc Vizevräsidium im Mt- nisterrat erhielte. Für das Ministerium des Aeußern käme in erster Linie Millerand in Betracht. Lerrn Del- raffe würde das Anerbieten gestellt werden, das Marineportefeuille zu behalten.
Gelbe nnb braune Zähne. Gewisse Ursachen, zum Del- spiel Naucycn, Tabattauen usw. verfärben die Zähne und geben ihnen ein häßlidrcs Aussehen. Auch mangelhafte Zahnpflege läßt die Zähne gelblich und bräunlich erscheinen, die dann statt der „blitzenden Perlenreihen^ einen abstoßenden und widerlichen Anblick bieten. Tägliches, zweimaliges Putzen der Zähne mit Kosmodont- Zahncreme mit aktivem Sauerstoff (Tube 60 Pf.) macht die Zähne blendend weiß. Zn allen Geschäften zu haben. Probetube grati- durch die Kolberger Anstalten für Exterikullur, Ostseebad Kolberg.
daß der Rechner nicht nur die Interessen her Sparkasse, sondern ifc einwandfreier unb uneigennütziger weise noch die Interessen M Angeklagten unb seiner Kinb.'r wahrgenommcn hat. xic Berufung wurde z u r Ü ck g e w i e s e n.
(Berichts,aoL
TaS Urteil gegen öie Scyle 1 tzh eimer Bilbcrbiebe.
München, 11. Jan. Ti: Ta gell hier Joseph B e i n k 0 f e r- Kelh:im und Emil Moßraincr -Ärünchen, die am 15. No- DtmL'r auS dem Schlößchen Lustheim bei Schicißheim alte, bem bayerischen Staate gehörige Oelgernälbe aus dem Nahmen geschnitten unb im Walde versteckt hatten, wurden zu je 3 I <1 h r e n Zuchthaus unb 10 Jahren Ehrverlust nerurtcLt Gleichzeitig wurden wegen Dehlerei b:r Kaufmann Franz Neaele zu einem Jahr 3 Monaten und bet Ländler Xaver Lirsch l-München zu 2 Jahren und einem Monat Zuchthaus unb beide ebenfalls zu 10 Jahren Ehrverlust verurteilt.
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— Vergehen gegen b a 5 Urheberrecht. Ter frühere Lokakrcdak.eur dcS „Mainzer TagblattS", Wilhelm Net er, hatte aus dem „Wiesbadener Tagblatt" einen Lokalartikel „E.gen- tümlicbe Kunst" unb auS einem anderen Blatte einen Artikel „Mnrfensammler" abgedruckt. Der Journalist Mick>ael Im- pertro von Mainz sandte Nechnungen für bie beiden Artikel, unb sie wurden i;-m, da er sich als Verfasser angab, honoriert. Er erhob aber irotzdem An'eige wegen uncrlaubtcn Nachdrucks gegen den Si:bai cur Net er. Nach länger Behandlung wurde Dan der Straf ramm.’t Wlains sc .gestellt, daß der erstere Artikel von I. aus der Wttsöade.ier „Rheinischen V.l.'s^ei ung" entnommen und c.roac’ anders gestaltet worden roac. Den zweiten Artikel „Marken- sammlcr" will dcr a.5 Nebenkläger aui.retenbe Jmpertro aus G.llnd von Inseraten selbständig versaßt lfaben. Der Staats- anwalt war dcr Ntt nung, daß in beiden Fällen Nachdruck vor- läge; er beantragt, gegen den Angeklagten 10 Mark Geldstrafe. Das Gericht fpraej Den Angeklagten s r e i. In der Urteilsbegründung wurde gesagt: Was den Artikel „@igcntümlid>c fbuift" anbelange, habe der Nebenkläger zugegeben, den Stoff aus der „Sujcinifdjen Volls^eitung" entnommen zu haben. Dies sei aber bann feine eigene geistige Arbeit, sondern von dem Nebenkläger nur in e'.was anderer Farm gefaßt und wieder- gegeben. Aus den Angaben deS Nebenklägers habe das Gericht nicht die Ucberscugung gewinnen können, daß der Artikel „Markensammler" sein eigenes geistiges Produkt sei. Das Gericht tonnte den Verdacht nicht von sich weisen, daß der Nebenkläger auch dabei einen anderen Artikel benützt und im roeient* lichen wiedergegeben habe. Der Nebenkläger habe im allgemeinen den Manner Redakteuren bie Einwilligung gegeben laus pe- Funiärcn Vorteilen),- seine Artikel abzudrucken. Die Artikel se en auch nicht mit seinem Namen oder einem Korrespondenzzeichen versehen gewesen. Der Nebenkläger habe dadurch den Nachdruck selbst gewollt und gefördert.


