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Die heutige Nummer umfaßt 10 Selten.
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— Dic 17. Hauptversammlung des Allgemeinen Teulicben Sprachvereins findet diesmal, wie be- reirs gemeldet, in Reichen berg Deutschböhmen vom 26. bis 29. Mai statt. Pfingstsonntag, den 26. Mai, wird in der Turnhalle ein Begrüßungsabend veranstaltet. — Der Pfingstmontag ist der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten gewidmet. Um 12 Uhr mittags wird int Sigungssaale der Stadtverordneten 'im Rarbause die Fcstvcrsammlung abgehalten, bei welcher der Universilätsprofessor Tr. Adolf Hausten von der Prager Universität als Festredner über „Are und Sprache des deutschen Voltsliedes m Böhmen" sprechen roirb5 Abends versammeln sich dje Teil-
Der italienisch-türtische Krieg.
Bon der Insel Rhodos.
Rom, 8. Mai. Tie „Agcnzia Ltesani" meldet aus Rho-- dos unterm gestrigen Tatum: Der Zerstörer „Ostro" nahm im Hafen von Lindos den Wali von Rhodos und seine beiden Sekretäre gefangen, als sie sich anschiclten, die Insel zu verlassen. Ter Wali und seine Sekretäre werden bei erster Gelegenheit nach Italien geschickt. Bier türkische Offiziere und 28 Lol-
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nchmer zum Festmahl im Ratskeller. Tienstag wird nach Bc- eitdigung der Sitzung ein Ausflug aus den 1010 Meter hohen Ieschken unternommen, wo die Stadt Reichenberg ein Mittagessen gibt. — Der Mittwoch ist für weitere gruppenweise Ausflüge ins Ifergebirge bestimmt.
* Natur- oder Kunst-Eis. Eine Untersuchung von Spree-Eis des letzten Winters, die in Berlin vorgenommen wurde, ergab, lrotzdem man eine klare, durchsichtige Eisprobe dazu verwendet hatte, das; in einem Kubikzentimeter Eisschmelzwasser 3865 entwicklungsfähige Bakterien enthalten waren. Schmelzwasser von Eis aus einem See bei Berlin enthielt etwa die zehnfache Menge, nämlicb 38 250 Kenne. Ein Pfund norwegisches Eis ergab 26 000 Bakterien. Es ergibt diese Untersuchung die dringende hygienische Notwendigkeit, daß zur Bereitung von Nahrungsmitteln, und auch in den Fällen, wo Eis zur Nahrungsmittel Konservierung Verwendung findet, nur Kunsteis, das so gut wie frei von Bakterien ist, genommen wird.
fj. E i n automatisches Eisberg signalfür S ee- dampfer Wie aus Kopenhagen berichtet wird, hat ein dänischer Ersinder, Herr E l l c h a m m e r, eine Erfindung gemacht, die, wenn sie hält, was der, Erfinder sich von ihr verspricht, viel dazu beitragen könnte, Katastrophen, wie die der „Titanic" so gut wie unmöglich zu machen. Herr Ellehammer will, nämlich einen Apparat erfunden haben, der es einem Secdampfer ermöglicht, einen Eisberg, eine Klippe oder ein ähnliches Hindernis in einer Enlierirung von 1200 Meiern festzuwellen und jwar selbst in tiefster Finsternis oder dickstem Nebel, wenn man keinen Meter weit sehe» lann. Ja noch mehr, der Apparat soll zugleich int Stande sein, die genaue Lage und selbst di.' Größe des dem Läiffe drohenden Hindernisses festzustellen. Der Kopenhagener Professor für Schnnsbautechnik, Karl Hansen, hat sich über die Erfindung in günstigem Sinne geäußert.
— Kurzc .achten aus K u n st und Willen- schakt. Tr. phil. Ernst Wilhelm Ben ecke, emerit ord. Prosesior der Geologie und Paläontologie an der Uuiversuät Straßburg i.Els. feiert am' 10. Mai das 50jährige Toktorjubiläum. — Geheimer' Rat Tr. theol. Georg Rietschel, ord. Professor der praktischen Theologie an der Universität Leipzig, feiert am 10. Mai seinen, 70. Geburtstag. Er ist ein gebürtiger Tresdener. — ,,M ein. Freund Teddy", ein Lustspiel der Pariser Tramatiker Ri- voire und Besuard sand bei '"einer, deutschen Erstaufführung.
• jn den Berliner Kammerspielen einen starken Erfolg.
Gießener Aonzertverein.
Gießen, 8. Mai.
Konzert des Tcnoff fchcn Fraucnchorü.
Eine stattliche Reihe wohlgelungener, zum Teil geradezu her dorragender Darbietungen ließ uns der unermüdliche Konzert verein in der verflossenen Saison genießen. Einen würdigen Abschluß bildete das heutige Konzert.in der Stadtkirchc, die trotz der vorgerückten Jahreszeit dicht gefüllt war. Der Frankfurter Frauenchor unter Leitung von Frl. Tessof genießt in der musikalstchen Welt einen so bedeutenden Ruf, und das heutige Programm war so vielversprechend, daß die Freunde gediegener Musik sich auf künstlerisch wie technisw hochstehende Leistungen freuen durften. Tie Erwartungen wurden auch vollauf gerechtfertigt. .Bor allem verdient die Leiterin des Chors uneingeschränkte Anerkennung; die Tirigenten-Täligkctt war bis jeßt ein der Frau so gut wie verschlossenes Gebiet, Frl. Tessof beweist, daß auch hier die Natur keine unüberschreitbaren Grenzen gesetzt Hai' allerdings muß eine starke Begabung im Bunde stehen mit unablästiger, ebenso energischer als ieimühliger arbeit An beibem hat es offenbar bei Heranbildung des Testostchen Chores nicht gefehlt: Textaussprache, Tonbildung und -Nuancierung zeigen eine Vollendung, wie sie nur selten bei Ehorvereinigungen zu finden sind; dabei wird der gaiize Tonkörper von einer gi wissen Wärme und Hingabe an die Sache zusammengehalten, die unwillkürlich auch aus den Zuhörer überftrömt und ihn zu n.tch- schafsendem Genießen mitreißt
Von einer näheren Besprechung der einzelnen Vorlragsstüae und ihrer Urheber können wir absehen; das Konzertvrogramm brachte darüber sehr dankenswerte Bemerkungen. —.Es ist er- siaunlich, wie z. B. der alte niederländische Komponist Sweelinck (geb. 1562' dem modernen Empfinden noch .ober richtiger: wieder |o nahe steht; der über 100 Jahre spätere Hasse — dessen großes Miserere wir indes ja nicht gering einschätzen möchten — mutet vielfach etwas antiquierter an Die Regersche Ehoralkantate „Bom Himmel hoch" machte wohl den schwächsten Eindruck; zum Teil mag es daran liegen, daß das umfangreiche und trotz res Aufgebots an Kunstmitteln etwas eintönig herauskommende Aerk den Schluß eines Programms mit überwiegend schwerer Aost bildete und die Hörer nicht mehr bei frischer Aufnabine- lahigkeit fand: zum Teil liegt es aber auch an den bekannten Eigentümlichkeiten der Regerfchen Schaffensweife; um dem Werk ranz gerecht zu werden, müßte eigentlich jeder Hörer zuvor
genauestens die Partitur studieren, die ihm eine Fülle geistreicher und technisch interessanter Arbeit offenbaren wird — aber läßt sich das auch nur annähernd durchführen, und ist es überhaupt das richtige Verhältnis zwischen Musik und Hörer? Bei Altmeister Bach — dem die Regersche Technik ja so eifrig nachstrebt — erhöht und vertieft ja zweifellos auch ein vorheriges Studium wesentlich den Genuß —, ober es bedingt ihn nicht geradezu. Wie ganz unmittelbar und tief wirkte z. B. die herrliche Bachsche „Ais" für Violine, die übrigens auch eine ganz vorzügliche Wiedergabe und Begleitung fand.
Ein ganzer Stab von miiroirfenbeit Künstlern und Künstlerinnen jianb Frl. Tessof wacker zur Seite: Frl. Hillitzer Sopran, Frl. Berlow (Alt), und die Herren Bachen- heimer >Tenor), Rchfuß (Baß, Lange und Zitzmann (Violine, B r ei t e nft c i n Orgel, idmdici) aus Franlfurt a. M.; in der Schlußnummer wirkte m dankenswerter Weise auch der Männerchor des hiesigen Akademischen Gesangvereins mit. Tas durchweg sehr diskret und verständnisvoll begleitende, Streichorchester bestand aus Mitgliedern des Lpernhausorchcsters und der Langeschen Violinschule in Frankfurt. — Wir hoffen uno wünschen sehr, den Teisoischen Chor und seine vortrefflichen Mit- roirknben hier noch öiter hören zu dürfen!
Ter Konzertverein, der mit dem heutigen Abend seinen 121. Zyklus w schön abgeschlossen hat, stellt uns für die nächste Saison wiederum 10 Konzerte in Aussicht, deren Programm dem Vernehmen nach ganz besondere Genüsse verspricht. Unsere kunstsinnigen Kreise werden sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Werden doch wenig Städte von der Größe Gießens in der Lage sein, nut musikalischen Leistungen von gleicher Fülle und Gediegenheit in die Schranken zu treten. P.
hessischen Zweiten Kammer.
bs. T a r m stadt, 8. Mai
Die Besprechung der einzelnen Fraktionen nach Schluß gestrigen kurzen Sitzung hat im wesentlichen die Stimmung bestätigt. Die sich gleich nach der vorläufigen Einbringung der Vorlage durch den Finanzministcr vor der Osterpause zeigte. Schon damals stand fest, daß sämtliche Fraktionen sich mit der Vorlage in der gegebenen Fassung nicht einverstanden erklären werden. Tie unverbindliche
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Aussprache, die heute unter so lebhastem Interesse der Volksvertreter und des Publikums vor sich ging, hat das auch bestätigt. Eine wohl seltene Einmütigkeit unter den Parteien ist heute zutage getreten. Besonders großes Ent-, aegenkommen fanden die Volksschullehrer bei sämtlichen Parteien. Ter Gleichstellung mit den mittleren Beamten und der dadurch bedingten Erhöhung ihrer Bezüge von 11 auf 15 Prozent stimmten alle bisherigen Redner zu. Auch die Erhöhung der Zivilliste fand dis jetzt keinen Widerspruch; nur der fortschrittliche Redner wollte sich eine Prüfung der Einzelheiten vorbehalten. Man will einer Erhöhung der Zivilliste zustimmen, wenn damit eine Ans- besierung der Gehälter der Hofbeamten verbunden werden soll. Tte Bereitstellung von weiteren 50 000 Mark für Zwecke der Kunstpslcge wurde nur von dem Zentrumsrcdncr bisher abgelehnt, wogegen der Redner der nationalliberalen Partei ausdrücklich betont hatte, daß gerade durch die Tarm- tädter Kunstbestrebungen sich die Industrie und das Hand- verk des Landes bedeutend gehoben hätten.
Jn der Teckungsfrage zeigten sich gleichfalls keine unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten. Nur der Bauernbund will sich mit einer Steuererhöhung nicht einverstanden erklären. Auf besonderen Widerstand stößt vor allem die Abwälzung eines Teiles der Kosten für die höheren Schulen auf die Gemeinden und die Städte. Man null unter allen Umständen vermeiden, daß den Gemeinden größere Lasten aufgebürdet werden. Auch hierin machte der Vertreter des Bauernbundes eine Ausnahme
Erfreulich war die Sachlichkeit, mit der alle bisherigen Redner diese wichtige Vorlage behandelten. Jede pnrtei- politisckst! Streitigkeit wurde vermieden. Und vielleicht hat gerade dieser Ernst und die Entschlossenheit der Parteien leine Wirkung auf die Regierung nicht verfehlt. Aus dem kurzen Vorwort des Staatsminislers zu Beginn der heu- tigen Tagung sprach nicht allzu große Hoffnungsfreudig- feit. Kommt die Vorlage in der Tar zu Fall, dann wird es wohl auch ohne Erschütterung am Regierungstische kaum abgehen.
Die Abreise des Kaisers von Korfu.
Korfu, 9. Mai. Der K a i s e r begab sich gestern vor» mittag nach herzlicher Verabschiedung von der griechischen Königsjamilie und nach nochmaligem Besuch der Grabungsstätte Mou Repos an Bord oer „Hohenzollern". Mit dem Kaiser gingen Prinz und Prinzessin August Wilhelm, Prinzessin Viktoria Luise und Gefolge an Bord. Tie Spitzen der Behörden waren zur Verabschiedung am Landungsplatz erschienen. Das Publikum bereitete dem Kaiser herzliche Kundgebungen. Tie Abfahrt der „Hohenzollern" und der „Stolberg" nach Genua erfolgte mittags um 1 Uhr.
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Das neue Recht des Reichstags.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Der 8. Januar 1912 wird in der Gesuchte des deutschen Reichstags als ein denkwürdiger Tag verzeichnet bleiben, denn er bedeutet eine Erweiterung der Rechte des Parlaments, deren politische Bedeutung nicht gering einßeschätzt werden darf und die vielleicht um so größer sein wird, mit je mehr Matz und Takt die Vollsvertrelung von den ihr durch die Aeuderung der Geschäftsordnung zugesprochenen Rechten Gebrauch machen wird. Diese Rechte, welche durch die in der heutigen Mittwoch-Sitzung vollzogenen Abstimmungen zu einer endgültigen Tatsache geworden sind, bestehen in der Einführung der kurzen Anfragen und der Erweiterung des Jnterpellations- rechtes, eine Reform, deren Ursprünge bekanntlich bis zu den dwvembertagen des Jahres 1908 zurückreichen, bi; dann während der Aera des Blockreichstags an dem Reichs finanzreformkrach scheiterte, und die jetzt in ganz ungewöhn lief) schnellem Verfahren mit den Stimmen aller Parteien Ebie der Konservativen, der Reichspartei und einiger ieder der Wirtschaftlichen Vereinigung durchgesetzt roorSen ist.
Dieses neue Recht des Reichstags ist, wie der Präsident Kämpf in der heutigen Sitzung unter allgemeiner Zustimmung verkündete, bereits mit dem heutigen Tage in Kraft getreten, so daß also der nächste Freitag der erste Tag der kurzen Anfragen sein wird. Diese Anfragen, welche in anderen Parlamenten, so im englischen, schon seit langer Zeit üblich sind, können von nun an am Dienstag und am Freitag in der ersten Stunde der Sitzung an die Regierung gerichtet werden. Die Fragesteller werden in der Reihen folge eines Verzeichnisses aufgerufen und verlesen die Anfrage; eine Besprechung der Antwort des Reichskanzlers, die auch durch einen Staatssekretär oder Kommissar erfolgen kann, ist unzulässig. Der' Fragesteller kann jederzeit erklären, daß er sich mit einer schrittlichen Anfrage begnüge; die schriftlichen Antworten werden in diesem Falle den Mitgliedern des Reichstags alsbald mitgeteilt. Tie verbündeten Regierungen haben keinen Zweifel daran gelassen, daß der Reichstag hierdurch nur ein eigenes Recht schasst ohne irgendwelche staatsrechtlichen Konsequenzen für die Regierung, und der Staatssekretär Delbrück hat bereits am letzten Freitag erklärt, daß der Reichskanzler zwar die kurzen Anfragen nach Möglichkeit beantworten wolle, aber unter Wahrung des Rechtes der Ablehnung im einzelnen Falle und nur dann, wenn der Gegenstand der Anfrage nicht ein schwebendes Gerichts-Berwaltungs- oder Disziplinarverfahren betrifft. Tie Regierung hat es mithin in der Gewalt, diese vom Reichstag emgefuhrte Zwiesprache zu einer einseitigen zu machen, doch dürfte sie es in einer großen, vielleicht in der überwiegenden Anzahl der Fälle als in ihrem eigenen Interesse liegend erachten, der Volksvertretung Rebe und Antwort zu stehen.
Bedeutsamer als die Einnihrung dieser kurzen Anfragen ist die vom Reichstag beschlossene Erweiterung des Jnterpellationsrechtes. Nach den bisher geltenden Bestimmungen war es in das Belieben des Reichskanzlers gestellt, den 'Zeitpunkt zu wählen, an dem über eine Interpellation verhandelt werden soll, so daß diese also sogar bis zum St. Nimmermehrstag hinausgeschoben wer- den konnte. Auf Grund der heute beschlossenen Bestimmungen kann die sofortige Besprechung auch dann zu- gelassen werden, wenn der Reichskanzler eine bestimmte Erklärung, wann er die Interpellation beantworten wolle, nicht abgibt oder die Frist zur Beantwortung auf mehr als yvei Wochen vom Tage ihrer Einbringung bemißt. Von tani besonderer Bedeutung aber ist die weitere Bestimmung,
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Nr. 109 Erster Blatt ~ 162. Jahrgang Donnerstag, 9. Mai (912
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für die Redaktion IIS, » ». »» politischen Teil: August
General-Anzeiger für Oberheffen
8otationsöru<f und Verlag der vrühl'lchen Univ.-Vuch. und Sleindruckerei H. lange. Hcöaftion, irpeöition und D ruderet - Lchnlftratze 7. ""n
bis vormittags ö' Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 2b9 Eefchastrstelle vahnhofstrahe lös. Anzeigenteil: H. Beck.
mit bereit Hilfe verhindert werden soll, daß die Beratung der Interpellationen, wie das bisher zumeist der Fall war, ausgeht wie das Hornberger Schießen. Tiefe Bestimmung ist im § 33 a enthalten, welcher bestimmt, daß bei der Bc- prechung einer Interpellation Anträge gestellt werden können, welche die Feststellung verlangen, oaß die Behandlung derden Gegenstand der Interpellation bildenden Angelegenheit durch den Reichskanzler den Anschauungen des Reichstags entspricht, oder daß sie ihr nicht entspricht.
Der in der heutigen Sitzung gemachte Vorsuch der Kon- ervativen, diesen Antrag zu Fall zu bringen, wurde mit 265 gegen 67 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen abgelehnt, so daß es also der Reichstag in Zukunft in der Hand bat, dem Reichskanzler seine Meinung in einer Form zum Ausdruck zu bringen, die einem Vertrauensvotum ober einem Mißtrauensvotum mindestens sehr ähnlich sieht. In dem schon erwähnten, durch den Staatssekretär Tr. Tel- brück deni Reickistag lunbgegebenen Vorbehalt, in dein irgend welche staatsrechtlichen Konsequenzen für die Stel lung des Reichskanzlers gegenüber dem Reichs tag zurückgewiesen wurden, ist freilich deutlich zum Ausdruck gebracht worden, daß ein etwaiges Mißtrauensvotum nur ein platonisches sein würde, daß wie die Ernennung so auch die Verabschiedung des Reichskanzlers nach wie vor das unantastbare Recht des Kaisers sei. Aber es hat auch schwerlich im Sinne des Reichstags gelegen, mit der Erweiterung seines Jnterpellationsrechtes den Sprung zum parlamentarischen Regierungssystem zu mckchen, und die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß die nach dieser Richtung hin gehegten Besorgnisse grundlos sind, daß Reichskanzler und Reichstag sich auch bei dem neuen System der kurzen Anfragen und der Jnterpellationsanträge so gut oder — so schlecht vertragen werden wie bisher!
Das (Ergebnis der Verhandlungen aus England.
Unverbürgte Meldungen, die auffallenderweise aus Paris kommen, wollen das vorläufige Ergebnis der deutsch-englischen Verhandlungen wissen. Es wäre erfreu» lief), wenn eine positive Abmachung bezüglich des Kolonialbesitzes oder der „Einflußsphären" erreicht würde. Zunächst muß man die Nachrichten aber mit Zurückhaltung aufnehmen.
Paris, 9. Mai. Tie Abendblätter bestätigen die Meldung, daß Deutschland und England die Flotte n v e r h a n d l n n g c n a n f g e g e b e n hätten. Um aber den guten Willen beider Regierungen darzutun, würde man in ein koloniales A u s t a n s ch - A r r a ii g e m e n t treten. Sansibar solle an Deutschland abgetreten werden, wenn dieses sich verpflichtet, den e n g l i s ch e n I n t e r- essen am Persischen Golf nicht weiter hinderlich zu sein.
„Liberte" bringt gleichfalls den Austauschplan betreffend Sansibar, bemerkt aber, die Hoffnung auf Verständigung über die Begrenzung der Rüstungen zur See seien in Berlin und London keineswegs aufgegeben.
Eine Mission des Freiherru v. Marw,all in London!
London, 9. Mai. Die „Pal-Mal-Ga^ette" behauptet, die M i s s i o n des F r h r n. v. Marschallin London bezwecke die Abgrenzung der wirtschaftlichen Einflußsphäre Deutschlands und Englands in den portugiesischen Ko Ionien in Afrika, sowie die endgültige Regelung der Bagdadbahnfrage. Wie verlautet, sind die Konservativen gegen das Abkommen, durch das die Entente Cordiale leiden könnte, abgeneigt.
Wie die „Tägliche Rundschau" erfährt, hat Freiherr v. Marschall endgültig den Londoner Botschafterposten angenommen. Sein Nachfolger in Konstantinopel würde Frhr v. Wangenheim werden.
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