Ausgabe 
8.10.1912 Drittes Blatt
 
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auf 2949 Gäste (2831). Im Stellennachweis wurden im September 154 offene Stellen gemeldet, von denen 129 be­setzt werden tonnten, 52 mit Handwerkern lind 77 mit Ar- beitern. Von den Leuten wurden 85 in Gießen und 44 in der Provinz untergebracht.

Gießener Volk 8 bad. Im 3. Vierteljahr 1912 wurden im Volksbad im ganzen 32 810 Bäder verabreicht (gegen 38 023 im gleichen Zeiträume 1911). GS ergibt dies im Durchschnitt für den Tag 357 Bäder (413). Ter Ausfall von rund 5000 Bäder in diesem Vierteljahr gegenüber dem gleichen Quartal von 1911 wird begründet mit dem kühlen, regnerischen Sommer, der nicht nur die Frequenz der Fluß­bäder, sondern auch der Hallenbäder nachteilig beeinflußt hat. Im einzelnen verteilen sich die verabreichten Bäder wie folgt: Schwimmbad 18 797 (21 448), Wannenbäder 1. Masse 1025 (1137), 2. Klosse 3782 (4239), Brausen 1. Klasse 4333 (4960), 2. Klasse 4491 (5983), Tamps- und Heißluftbäder 382 (316). Unter den verabreichten Schwimmbädern waren Volksbäder zu 10 Pfg. 3849 (3634). (In einem Teil der Ausl, wiederholt.)

Oeilent 1 iche Lesehalle. Jin S e v t e m b e r wurden 2201 Bände a us g e l i e h e u. Tavon (ommeii auf: Erzählende Literatur 1095, Zeitfchrütcn 311, Jugendschrtileu 266, Literatur- oeschichte 15, Veredichtnngen und Dramen 5*). Länder« und Völker­kunde 80, Kulturgeschichte 21, Geschichte und Biographien 93, Runn- geschlchte 25, Naturwissenscha't und Technologie 122, üecr- nnd See­wesen 82, Haus- und Landwirtschaft 16, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 22, Staatswissenschast 24, Sprachwissen­schaft 15, Fremdsprachliches 9 Bände. Nach auswärts kamen 63 Bände.

Kreis Lauterbach.

r. Angersbach, 6. Oki. Pfarrer Memmeri lyier, der seit etwa einem halben Jahre an der hiesigen Pfarrei amtierte, chatte einen Ruf nach Darmstadt mit An- stelluna in den Dienst der inneren Mission erstatten. Er hat sich aber entschlossen, hier zu bleiben, was oei der Ge­meinde große Befriedigung chervorrief, denn Herr Pfarrer Memmert hat sich während des kurzen Wirkens bereits viel Sympathie bei alt und jung erworben.

-r. Vom östlichenVogelsberg,5. Okt. Während Me Landwirte unseres Bezirks die vorjährige Trockenheit voll auszukosten bekamen, da gerade hier ein nie erlebter Regenmangel herrschte und insolgedessen das Gesamterbeb- nis trostlos ausfiel, kann man in diesem Jähre von einer außerordentlich guten Ernte berichten. Die Korn-, Weizen- und Gerstenernte war gut, nur der Hafer ließ zu wünschen übrig und konnte überdies infolge anhaltenden Regenwetters auch noch schlecht geerntet werden. Dagegen nwaben die Kartoffeln wieder einen solchen Ertrag, wie /ich dieältesten Leute" nichts ähnliches erinnern können. Die Keller sind für den heurigen Segen nicht eingerichtet, man fährt die Kartoffeln in Mengen auf die Aecker zum Ein­mieten, etwas ungewöhnliches bei uns. Auch die für die hiesige ausgebreitete Viehzucht wichtigen Runkeln und Kohl­rüben ergeben eine gute Ernte und da auch die Heuernte, weniger die Grummelernte .infolge Fehlens des Ernte­wetters) befriedigte, kann sich in der Tat der Landwirt dies­mal gegenüber dem schlimmen Jahr 1911 einen besseren Lohn für seine Mühen nicht wünschen.

Kreis Friedberg.

.Z Bad-Nauheim, 6. Okt. Unsere Kirmes, die heute, morgen und nächsten Sonntag gefeiert wird, hat noch nichts von ihrem alten Glanz verloren. Seitdem sie zum Saisonschlußsest geworden ist, erfreut sie sich mit jedem Jahre einer größeren Beliebtheit bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei dem noch anwesenden Personal nnd den Kur­gästen, von denen ja immer noch über 2000 hier weilen.

Mit der KirmeS ist daS Tanzverbot, daS im Interesse unserer leidenden Kurgäste während der Hauptsaison hier besteht, vorbei. In größeren Lokalitäten wurde zum Tanz aufgespielt. DaS meiste Leben herrschte aber, rote daS seit alterSher schon immer ist, auf dem Marktplätze.

Hessen-Nassau.

Marburg, 7. Okt. Zum Besten der Volks­bildung und Jugendpflege findet am 3. November int Turngarteusaal ein vom Eoang. "Arbeiterverein ver­anstalteter UnterhaltungSabend statt, bei welcher Ge­legenheit das in vielen größeren Städten mit besonderem Beifall aufgenoinmcne Volksstück in 5 Akten: Der Leier­mann und sein Pflegekind zur Aufführung gelangen wird. Tie wesentlicb.en Nollen des Stückes, bei dem etwa 30 Personen Mitwirken, liegen in den Händen bewährter auswärtiger Kräfte.

"Marburg, 6. Okt. Der vor einem Jahre ge- gründete Kaninchenzüchter-Verein für Marburg und Umgegend hielt gestern und heute im Turnergarten seine erste Kaninchen- und Produkten-AuSstellung ab. Fast alle bekannten Kaninchenrassen ivaren durch prächtige Exemplare vertreten, ebenso erregten die Teppiche, Vorlagen, Pelzgarnituren, Etuis, Schuhe ufro., die aus Kaninchenfellen hergestellt waren, die Bewunderung und das Jnteresio der zahlreichen Besucher. Jedenfalls haben Viele sich davon überzeugt, daß die Zucht von Schlachtkaninchen bei den steigenden Fleischpreisen m Zukunft eine große Rolle spielen ivird.

X. Bad Orb, 7. Okt. Für die Zwecke der Errichtung eines Truppenübungsplatzes für das 18. Armeekorps muß ein großer Teil des Bad-Orber StadtwaldeS erworben ,verden. Tie Verhandlungen zivischen der Stadtverwaltung und dem Militärsiskus haben bereits ihren Anfang genommen. Tie Schätzungen der beiderseitigen Sachverständigen gehen iveil auseinander. Tie Schätzung des von der Militärverwaltung ernannten Sachverständigen Oberförsters Treßler beträgt 2 054 176 Mk. einschließlich der in dem Terrain liegenden Quellen und Steiubrüche, während der städtische Sach­verständige Oberförster Scyuster den Wert ohne Quellen und Steinbrüche auf 3 345 360 Mk. geschätzt hat.

Aus der Rechtsprechung der Reichsgerichts.

VIII.

Haftung des Kaufmanns für das Verschulden eines Ladenbedien st eten bei Kaufverhandlungen mit einem Kaufliebhaber. BGB. 88 276, 278 E. d. Rg. 78/239.

In einem Laden Warenhaus war eine Frau, die Lino­leum kaufen wollte, durch eine um fallende Linoleumrolle getroffen und verletzt worden. Ter Angestellte, welcher die erwünschten Lino­leummuster zur Ansicht vorzeigte, hatte die betreffende Rolle beiseite gestellt, ohne ihr eine seitliche Stütze zu geben oder sie schräg an die Wand zu lehnen und ihr dadurch die nötige Sicherung za geben. Deshalb traf ihn der Vorwurf fahrlässigen, sclwldhasten Handelns. Tas Warenhaus wurde zum Ersatz des verursachten Schadens verurteilt gemäß §§ 276, 278 BGB. Turch die Kauf­verhandlungen sei zwischen dem Kaufmann und der Kaufliebhaberin em vertragähnliches Verhältnis zustande gekommen. Tanach seien beide Teile verpfliäüet gewesen, bei Vorlegung und Besichtigung der Waren die gebotene Sorgfalt für die Gesundheit und das Eigentum des anderen Teils zu beobachten. Diese Pflicht Ijabe der den Verkäufer vertretende Handlungsgehilfe schuldhaft verletzt und dadurch die Kaufliebhaberin beschädigt. Für das Verschulden seines Gehilfen bei Erfüllung dieser Verpflichtung des Geschäfts­inhabers müsse dieser gemäß § 278 BGB. ein stehen

Sport.

* Ter Militär-Brieftauben-VereinGer­mania" Gießen hielt auch dieses Jahr Uebungs und Preisfliegen ab, die sich bis nach Posen hinauszogen. Es sind dabei verhältnismäßig gute Erfolge zu Perzeichnen gewesen. Tas Ergebnis war von Wittenberg militärische Aufgabe) 310 Kilometer Luftlinie: Reusch 1., 3., 6., 7., 9., 10. Preis, Neuling 2, 5., 8., 12. Preis, Teibel VII., Wieseck, 4. Preis, Böhling 11. Preis. Zossen, 388 Kilometer Luftlinie. Reusch 1., 5. Preis, Neuling 3., 4. Preis. Sternberg, 500 Kilo­meter Luftlinie: Böhling 1. Preis, Reusch 2. Preis, Neuling 3., 4. Preis. Posen, 600 Kilometer Luftlinie: Neuling 1. Preis, Böhling 2. Preis und Ehrenpreis, Reusch 3. Preis. Junge Tauben, 1912 geboren, ab Ihringshausen bei Kassel: Bow­ling 1. Preis, Reusch 2., 11., 12., 19., 22. Preis, Deibel VII. 3., 4., 5., 6., 8., 9., 10., 14., 15., 16., 17., 18., 20., 21. Preis, Neuling 7., 13., 23. Preis.

(PcridißfaaL

Berlin, 5. Okt. In dem Prozeß gegen den Bankbeamten Friedrich K l o p s ch wegen des großen Efsektendiebstahls beim A. Schaafshausenschen Bankverein beantragte der Staatsanwalt 7 Jahre 6 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehr­verlust. Ter Gerichtshof erkannte aui 4 Jahre Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Tauer.

handel.

** Postsendungen nach der Türkei. Infolge der Unruhen auf der Balkan-Halbinsel verkehren der Orienl-Expreßzug und der türkische Konventionalzug aur türkischem Gebier nicht mehr. Die bisher über Serbien-Bulgarien zu leitende Post für die Türker und aus der Türkei wird deshalb über Rumänien geleitet.

w. ö a m nt (Wests.), 6. Okt.^ In dem Prozeß des Rheinisch- Westfälischen Z e m e n t - S u n d , k a t e s in B o ch u in fällte das Oberlandesgericht gestern das Urteil. Tanach ivird das Zement-Syndikat endaültig vom 31. Dezember 1912 ab a n k a e l ö st. Das Reichsgericht batte bekanntlich das erste Urteil des Oberlandesgerichts ausgehoben und die Sactie an das Ober- landesgericht zurückverwiesen, das jetzt das erste Urteil bestätigte.

Aus Ueberzeii"un$r. ,b,5/g

Ich verwandte Ihr Bioson zur Stärkung und Bluterneuerung bei allgemeiner attigkeit, Blutarmut und deren Begleiterscheinungen Schon nach dem Gebrauch der zweit. Dose konnte, die geradezu be­zaubernde Wirkung konstatieren. So ist z. B. die früh. Manigkcil so­wie die übrigen vorgenannten llebelstände gänzlich geschwunden. Auch mein Aussehen ersuhr eine wesentliche Besserung und ich ver­füge. jetzt über eine Willensstärke, so daß ich mich manchmal über mich selbst wundere. Ich glaube nicht zu viel zu behaupten, wenn ich sage daß Bloson der Beschützer meiner Gesundheit gewesen ist. Selbst­verständlich habe ich Ihr Präparat überall cmvioölen und bot man auch stets die beste Wirkung konstatiert. Georg Weil, Sattler, Dietzenbach (Hessen«, 1. Juni 1912. Unterschritt beglaubigt: Dr. Mar Goldschmidt, Großherzogl. No'ar. Biosou, hergestellt unter Be­nutzung des NeichSvatentS 171371, ist das beite und billigste 'Jiäbr- u. Kräftigurmsm. feiner An, Dose tca. '/,Kilo> M. 3. in Avoth., Droaerien. Ten Schmelz der Jugend XffVW Dame bedacht sein. NaumannsFaustring" Vnnolinfcifc ist dabei ihr bester Helfer. Paket ä 5 Stück nur 95 Psg. Einzelstiick 20 Pfg

Weshalb bürgert sich der Hannovcra Grudeherd über­all ein? Tic Antwort ist ganz einfach, weil in jedem Haushalt icbcn Standes

überall die Vorteile rühmend anerkannt werden. So schreibt wie folgt:

Zu meiner größten Freude bestätige ich Ihnen, daß ich mit Ihrem GrudeherdHerta" sehr zufrieden bin. Er bietet uns einen großen Vorteil in pekuniärer Beziehung, sowte an Zeitersparnis, und kann ich diesen Herd einer leben Hausfrau nur bestens empfehlen.

Alsfeld, den 27. September 1912.

M. Trott, Bahnhof. (D7/io

Straußfedern, M. Reitz Ww,, Riegelpfad 20. (6375

Hand-Arbeiten. Ä.SalomOD&Cie

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