Ausgabe 
8.7.1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 158

bat, in Anbetracht fri s r groß t

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u»ön§; hier btt

ebmt wegen Sa­fi.

Deutschen Turnerschaft, des Mittelrheinkreises und seiner Turn gaue, sowie der hiesigen Vereine, die uns in liebcnoroü ringet 4ieuc jalfen, unser Gaujubiläumsscst in solch würdiger r5orm vor-

Lrftheinl täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieEichener ZamlNendlSttrr" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS ' Mrcisblatt für den Krtls Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

^atte' 2er Turngau Hessen ernennt aus Anlaß der Feier seines fünfzigjährigen Bestehens

»ernt Friedrich Lelm zu Gieyen der dem Gau seit mehr als 20 Jahren vorsteht, und ihn durch seine tatkräftige Leitung zu hoher Blute gebracht

Im Namen des Geschäftsführenden Ausschusses er­öffnete sodann Kommerzienrat Klingspor das Fest und übergab es an den Gau, indem er ausführte:

Der geschästssührende Ausschuh des Gauturnsestes entbietet I Ihnen allen, die Sie an unserem Feste teilnehmen wollen, einen h rzlichen Willkommengruß. Frohe Feststunden sollen uns ver­einen zur Feier des goldenen Jubiläums des Gaues, eines Fette-.',! das uns mit Stolz und Freude erfüllt. Fünfzig Jahre iaper | Arbeit liegen hinter uns, oft von schwerer Bedrängnis gcyubt, aber immer siegreich hat sich der Turnergeist durch alle Schwieg-l toten Bahn gebrochen. Mächtig ist die Turncrei empor gewachten und hellte steht sie in ihrer verschiedensten Gestalt unter den svortlichen Veranstaltungen mit an erster Stelle. xsa, man tann wohl sagen, daß sie ein notwendiger Bestandteil unseres Volts-1 Ibens geworden ist. Sie zu pflegen und zu fordern, in richtiger Erkenntnis ihres nationalen Wertes, must daher uifter streben I sein und bleiben. Auch wir Giestener wollen dabei nicht zurua- stehen, sondern tatkräftig Mitarbeiten, um ein kerniges Turner-I .- schlecht heranzubilden. Frohen hetzens haben unsere beiden Vereine unter dem unermüdlichen Festvorsitzenden darin gewett- cicrt, Ihnen, meine Herren Turner, am heutigen -tage eine Stätte zu schaffen, die Sie für Stunden und -tage dem alltags5 leben entrückend aufs Beste für einen fröhlichen Wettkampf aut5 nehmen soll. Auf diesem sportdurchtränkten .Boden, der schon so oft Zeuge volkstümlicher Hebungen gewesen ist, sollen Sie Vhre Kräfte messen. Nicht alle können Sic Ehrenpreite mit nach Lause nehmen: aber mitnehmen sollen Sie die Überzeugung aufrichtiger Kameradschaft, ehrlicher Treue, in der wir Gießener zu Ihnen flehen. Wir hoffen, da st Sie gerne an die Zeit zurück- denken, die wir in herzlichem Einvernehmen mit ^hncn ver­bringen wollen. Möge das Jubelfest, das ich hiermit eröffne, eilten Verlauf nehmen, der die Begeisterung der Jugend auflodern und die Herzen der Mten höher schlügen lässt! Möge bic-turncrei, die sich so machtvoll entwickeln konnte, sich auch weiterhin des Schutzes erfreuen, der ihr Ausblüheti gewährleistet! Möge meiner Majestät unseres deutschen Kaiser und Seiner Königlichen »oben unseres Landesfürsten Interesse dem Turnsport auch in aller Zu­kunft zur Seite stehen! Darauf bitte ich mit mir ju raten: Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. und Seine Königliche höhest Großherzog Ernst LudwigGut heil"! Ich lege nunmehr die Durchführung des Festes in die Hände des Herrn Gauvoriitzenden.

.Preise b-'"

jubereüen. Mal, daß die Turner des hcssengail s

in Gießens Mauern weilen: schon bei früheren Gau und Kreis- ksten wurde ihnen in unserer Vaterstadt echte Gießener Gail sreundschaft gewährt. Und so soll es auch dicies Mal gehalten werden, wo ein ganz besonderer Anlaß Euch, liebe Turner, heute hier zusammengesührt bat. Neben dem Gaustirnfest, das eine Prüfung für Euere Tätigkeit in den Vereinen Jem soll, soll auch das goldene Jubiläum unseres geliebten Hessengaues gefeiert werden.

Mit als einer der ersten Gaue der Deutschen Turnerschaft gc« gründet hat sich der Turngau Hessen aus kleinen Anfängen heraus cmporgcarbcitct und allmählich eine Stärke erreicht, wie fte niancker Mreis nicht auszuweisen hat. In 110 Vereinen Mit rund 1- UOU männlichen Mitgliedern über 1-1 Jahren, oOO Turnerinnen und ebensovielen Schülern versucht der Gaii die Grimdfatze der deut­schen Turnerschast in immer iveitere Kreise unserer engeren Lei- mat hineinzutragen und diese für die deilft'dfe ^utmache zu ge­winnen. Mancher steht den deutschen Turnvereinen heute noch sern, der ihr als aktiver Turner ober als unterstützendes Mitglied recht gut Helsen könnte. Diese Fernstehenden über den wahren Wert der deutschen Tnrnsache und die Bestrebungen der deutschen Turnerschast auszuklären, wird unser Gau sich auch fernerhin zur

iessen.

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berzlichst bei uns willkommen. ... - ..

Ich begrüße insbesondere bie Herren vom Ehrenau-schuß, die els Vertreter einer hohen Staatsregierung, der Lanbes-Univerfltat, Les tz^erichts, der S:adt Gießen und des Regiments hier er­schienen sind, ebenso auch die Vertreter und Abordnungen Der

Kreises überbrachte und sich in längeren Ausführungen über den Wert und die Bedeutung des Turnens verbreitet^ Es folgte nun die Ehrung des Gauvertreters Friedrrch Helm die der stellvertretende Gauvertreter Eid mann vollzog! indem er mit herzlichen Worten eine künstlerisch ausgeftihrte Adresse überreichte, die folgenden Wortlaut

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ZubiläumL-Sauturnseft Siehrn 19(2.

ließen, 8. Juli.

Die Festeroffnuug.

Das Jubiläums-Gauturnfest, das in diesen Tagen zahl­reiche Gäste aus nal) und fern in unsere Stadt zog. wurde am Samstag nachmittag mit einer frampfrichteisitzung im l Hotel Großsterzog eröffnet, nachdem die angekommenen unter von 5 Uhr an an dem Bahnhof empfangen worden n«ren An der Sitzung beteiligten sich etwa 150 Turner, bie einen solchen Aufwand an Arbeit zu erledigen hatten, daß fiel) der Abmarsch nach dem Festplatz um etwa eine S:Unbc verzögerte. In der prächtig geschmückten Festhalle barte sich inzn-iichen eine ^große Menschenmenge nieder.ge- hv'fcn, die den '^urnerzug vei seinem Eintritt in die Halle Mit lebhaften Gw-Heil-Rufent begrüßte. Nach einem ein» I iteirden Musikstück, einem zündenden Jubiläumsfeilmarsch des Obermusitmeisters L ö b e r , begrüßte Oberbürgermerstcr Mecum bie Gäste mit folgenden Worten:

Montag, 8. Juli 1912

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unwerstläis - Buck- und Gtcmbnidercu R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Dnickerei: Sckul- stratze 7. Expedition und Verlag: ea^öl. Redaktion: 112. TeU-Adr.: AnzeigerGießen.

Nun sind wir hier angefommen, und der herrliche, schin end­lose Festzug, die Teilnahme der Behörden und Vereine, die fest­lich geschmückten Häuser und Straßen, die festfreudige Menge, die Beteiligung von Alt und Jung, von Mannmi und Frmien sie künden deutlich: ,T u r n s a ch e ist Volks fache und Turn­feste sind Volksfeste. .

Darum sind sie dies, weil im Widerstreit der parteipolitischen und wirtschaftlichen Interessen eimgende und dem Ganzen die­nende Feste ein Bedürfnis sind. . , ,

Was aber einte mehr, als die Turnerel, die hoch emporgehoben über das Gewoge des Parteikamptes, über die Flut und Ebbe der Meinungen und die Kluft der StandesuMerschlede, afle unter» schiedslos auf neutralem Boden zusammenfuhrt zu genremfrarrer Arbeit, zur Stählung des Körpers, zur Erweckung von Mut, Geistesgegenwart, Selbstverleugnung und Willenskraft, Tugenden, die dem Einzelnen und der Gesamtheit m hohem Maße forderlich sind.

Turner! Euch allen winkt krönend der grüne Eichenkranz. Nicht Jedem kann er beschieden fein. Jeder aber wird sein ganzes Können einsetzen und in der Kräfte schön geemtem StrSen wird jum Ausdruck kommen, daß im Turngau helfen der Geilt des Altmeisters Jahn fortdauernd lebendig ist.

Aufgabe machen.

50 Jahre stiller, harter Arbeit im Dienste dm , deutschen Turnsacke, oder, was damit gleichbedeutend ist, ,nn Dienstk oes deutschen Vaterlands, liegen .hinter uns, und un friedlichen Wett­kampfe sollen morgen und übermorgen hier auf dem Turnplätze Die Früchte dieser Arbeit gezeigt werden. -

Als vor nunmehr 100 Jahren unser Altmeister Jahn in der Hasen Heide bei Berlin den ersten Turnplatz in Deutschland errichtete und den Versuch machte, seine Grundlätze der körper­lichen Entwickelung und Erziehung der Jugend in die -tat unizu- setzen und so seinem heißgeliebten, damals geknechteten Tater- lande einen wassentüchtigen Nachwuchs heranjubilbcn, ahnte er nicht, daß die von ihm gelegte eaat solch herrliche Fruchte zeitigen würde. Gab es dock eine Zeit, m der wackere deutlche Turner um deswillen als Staatsverräter verfolgt wurden, weft sie dringend verdächtig waren, ein einiges Deutsches Reich zu

Einzel wett fechten, dessen Leitung der Kreisfechtwart S t a s s e n aus Hanau über­nommen hatte. Die zum Wettkampf antretende Ferlster d>ar war an Zahl zwar klein - es waren 16 Fechter - bot aber.durchweg sehr schöne Leistungen. Ter Wettkampf mürbe in bret Wassew ausgetragen und zeigte, baß namentlich in bet ^ststadt Gießen ba§ Fechten ein kräftiger, durchaus lebensfähiger Zweig des deut­schen Turnens geworben ist.

Der Festen g, ber sich mit ber üblichen Verspätung in Bewegung setzte, .war von! den Gauvereinen sehr gut beschickt. Die etwa 100 Vereine mar­schierten unter Vorantritt ber Austchüfte bezirksweise (ungeteilt Besonberen Anklang sanben bie Tamenriege des Turnvereins Daub ringen, bie Turnvereine Friedberg, Nauheim, Grünberg, Bu tzbach, Wetzlar, Marburg Heuchel­heim unb K r o f b o r f. Die Gietzener Vereine hatten ihr bestes ausgeboten, den Festung zu verschönern, so die Feu^wehr, die Radfahrervereine, der Postunterbeamtenverein, die OKfang- iind Militärvereine und der Evangelische Arbeiterverein, sehr tmpne Festwagen hatten der Schützenverein, der Kuftcherverem, die -tnn> gergesellschast und bie beiden hiesigen Tuftwereine gestellt. Den Schluß des Zuges bitbeten bie bciben Gietzener Vereine, bie in ihrer schmucken Kleidung und stattlichen Zahl einen sehr schönen Eindruck machten.

Der Zug, der überall freudig begrüßt und namentlich in den Straßen der Innenstadt mit Blumen reichlich bedacht wurde, ging durch die bekannt gegebenen Stratzen. Unwillen jebod) erregte es vielfach, daß insofern eine Abänderung eingetreten war, als der Zug anstatt, wie vorgeiehen, durch die Ludwigstratze, durch die Goethe-, Stephan- und Gartenstraße zog, um an dem Jahn- Gedenkstein vorüberzukommen. Dagegen wäre natürlich nichts einzuwenden gewesen, wenn bie Mänberung frühzeitig genug bekannt gegeben worden wäre. Auf,dem Festplatz anaekommen, nahmen die Vereine vor dem Mufikpavillon Aufttelluiig, wo ieigeorbneter Keller folgende Ansprache an die Turner richtete: Turner' Willkommen in Gießen! hier auf feftlid)_bereiteter Stätte, zum ernsten Wettkampfe wie zu fröhlicher-eftesfreude!

hier in der Stadt Gießen ist geheiligter Boden txr-Turnerei. hier gerade auf diesem Platze hat im Jahre 1^16 die erste Turngemeinbe Gießens geturnt, hier stand die Wiege des Tum- gaues Hessen, hier führten Turnfefte und Turntage zu wetteifern­dem Streben Turner oftmals zusammen, hier kehrte manch kraft­gewandter Turner sieggekrönt unb umnckelt heim, ^r fordern blühende Turnvereine rastlos und verständnisvoll die Turnerel, hier ward vor wenigen Tagen dem Turnvater Jahn em Denkftein geweiht und in pfleglichen Schutz der --tadt aenonnnen, htCT regten seit ^Wochen fleißige Hände ftch, um heute »ur oO whrigen Jubelfeier des Turngaues heften Euch, Turner, festlich zu emp-

chließlich 23. iathauS zu Sena- nfnahme nämlid): leichnisse

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iroenbtmgtn hi«' i 24. Juli L IS. vozu ich z, daß die NW- uSgefchlossen sind, ftlich einzureichen.

Skmnmifsär.

ntmann.__P1-:

Turnsache zu feinem

Ehrenvorsitzenden.

Diesen Beschluß des 80. Gauturntages am 24. Marz 1912 beurkunden

Die Mitglieder "des Gauausschufses: Willi. Eidmann, 2. Gauvertreter. E Wenzel, 1. Gau- schriftsührer. Will). Will, 1. Gauturnwart. Dcrm. Post, Gaurechner, hch. Grün, 2. Oüiiischriftfuhrer. front.

Günther, 2. Gauturnmart.

Nach zwei weiteren, sehr beifällig aufgenommenen Elwren der vereinigten Gießener Männergesmlgvereine traten die geübteren Turner des Gaues Hessen unter Lei- tuna des GauturnwarlS W. Will an. Es waren dies: vom Turnverein Gießen (flegr. 1846): Bcpler und Loos, vom Turnverein Wetzlar: Bender, Schneider und Seibert und von der Turiigemeinde Marburg: R \ e s. Tie Riege turnte ganz hervorragende Gipfeln bangen am hohen Reck und Querfech. Die Hebungen des Herrn Bepler von Gießen am Querpferd zeichneten ftch durch besondere Schwierigkeit saus und riesen den starkften Bei­fall hervor. . c-

Es schlossen sich gewertete S o n d e rv o r f uhru n gen verschiedener Vereine an, auf die wir im Verzeichnir, der Auszeichnungen noch zurückkommen.

Das Konzert au sdem Festplatz, der sehr gut besucht war, unterhielt die Zuhörer ebenfalls aufs beste.

Der Festsonntag.

Am Festsonntag begann die turnerische Arbeit schon: imi 6 Uhr vormittags, glcid^dtig mit dem Weckruf, ber in zwei Abteilungen: burch die Stadt zog. Zum

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Vderheffen

«rein Alsfeld, i Zuchtmaierial en.

12, vormittatzl llenbotf a.d. ßbo ttluttfl

5 zu AkleMr! att

Auch die Stadt Gießen hat ber Turnetei immer volles Ver-, ständnis unb Interesse entgegengebracht unb sie nach frraUen gcs iibert. Sie nimmt daher auch an Ihrem heutigen Feste fteu-j v.ien Anteil. Wir hoffen, dasselbe möge so verlaufen baß alle Inlnehmer ihm unb der Feststabt ein freundliches Gedenken be­wahren. Dem Turngau Hessen wünschen wir für bie Zukunft alle* Glück: möge er auch fernerhin die Früchte seines Wirkens blühen, wachsen und reifen sehen.

Die liier anwesenden Gießener Bürger bitte ich, unsere Gaste | ig begrüßen und dem Turngau Hessen unsere Glückwünsche bar- | ab ringen durch ein dreifachesGut heil".

Einzelwetturnen, .

bem sog. Zwölfkampf, traten in der Oberstufe 35 unb in bet Unterstufe 341 Wettumer an. x$n 18 Niegeu würben an 3terf> Barren und Pferd je 2 Pflichtübungen und eine«ucubung auvge- sührt, außerdem wurde von jedem Turner Stabhochipriing, Freiweft- sprnng und Steinstoßen, sowie eine vorgeschriedene .yrciubung ausgeführt. Geräte- unb Freiübungen wurden bis zu 10 mW die vvlkstümliäwn Ucbmigcn bis zu 20 Punkten bewertet, so daß 160 Punkte erreicht werden konnten. Zwei Drittel davon, afto IO6-/3 Punkte, bered)!igten zum Preis, ber nach tthlichter -turnerart aus Ehrenurkunde unb Eichenkianz besteht. Das Tmmen stand unter Leitung des 1. Gauturnwarts Will). Will- Gießen, ber von seinem Stellvertteter fr. Günther-^?rbu^.

würbe. Das Hauptinteresse ber immer zahlreicher ftch um den riesigen Turnplatz ansammelten Zuschauer richtete sich natur* gemäß auf die Oberstufe, in ber sich bie besten Turner bes ^ues maßen In ihr roicber traten als bie besten l)ervor bu: beü>at Gießener Turner Ludwig Bepler und Karl Muller, die als frühere erste Sieger um den Ehrenpreis rangen.

Auf der Bühne ber Festhalle begann bann um 8 Uhr das

Meine Herren! Im Namen der Stadt unb der gesamten Mrcfersckaft entbiete ist) allen Festteilnehmern und an erster Stelle h eren lieben Gästen ein herzlichesGut heil" unb spreche gleich- jeuig dcm Okru Hessen die besten Glückwünsche aus zur Jubel- |e;cr seines 50 jährigen Bestehens.

Meine Herren! Es gereicht der Stadt Gießen und ihren Be- M-hnern zur besondere Freude unb Ehre, baß Sie gerade umerc j abt zur Ställe Ihres diesjährigen Festes auserfthen habem. 2-esc Wahl gewinnt im Hinblick auf das Jnbilaurnssest noch c.nc weitere »ebeutung, denn wir stehen hier auf hiswrftchern Boden. 2 c idealen Gedanken und Bestrebungen des Turnvaters Jahn, teifen Bildnis mir vor 8 Tagen hier feierlid) enthüllen konnten, finbai gerade in Gießen sehr sdmcll volles Verständnis unb de- fleiltertc Aufnalmie. Schon vor nahezu 100 Jahren, im ^ahre 1615, nahmen dieSdstvarzen" die Förderung der Leibespflege in ihre Satzungen auf, und im Jahre 1816 gründeten sie eine lefonbere Turngemeinbe. Nad>dem bie Uniöerntät ein Geiuch rin lleberlassung eines Turnplatzes abgefeimt hatte, wandte man il(fi an die Stadt, unb diese übenvies der Turngemeinde einen . uus dem Tri b, s 1 RIR hnä 1I erstreben. I

MMMMUM MWMMMWZ

Ileven. . . I nntoen Turnplätzen unter Hintansetzung aller sozialen Unter=

ALS-w t'At Sor Tnrncrci 'mMer Volkes Ver-1 Schulter an Schulter einträchtig nebeneinander. Wir

Turner kennen nur einen Unterschied, ber ist bei uns ber Tüchtigste, ber im Turnen bas Beste leistet.

Daß bie in Miseren Turnvereinen geleistete Arbeit in der Erziehung unserer Jugend zu körperlicher Tüchtigkeit nicht um­sonst gewesen ist, zeigt allein die Tatsache, baß die Zahl der alljährlich aus den Reihen der Deuftchen Turnerschaft ms Heer und in bie Marine eintretenden Rekruten von >>ahr zu ^ahr wächst und jetzt die Ziffer 32 000 überfliegen hat. Aber nicht nur unsere Jungmannschaft wollen wir körperlich ergehen, aucy dem Manne in seinem besten Mter unb den alten Herren wollen wir bie Möglichkeit geben, burch das Turnen sich einen gciunben, svannkrästigen Körper zu erhalten, ber geeignet ist, ben hohen Anforderungen gewachsen zu sein, die untere fdmellebige Zett in ihrem hasten nach Verdienst an bie Nerven und bie Arbeits­kraft jedes Einzelnen stellt. Frischen Muts, frommen Gemüts, frohen Sinnes und freien Herzens soll der Turner sein, mit einem Wort: ein ganzer Mann. So haben wir es seither gehalten, so soll es auch in Zukunft bleiben.

Bei unserer Arbeit leiten uns zwei Grundsätze, die schon vor nahezu 2000 Jahren von dem damals die ganze Welt beherrschen­den römischen Volk geprägt morben sind, aber heute noch Geltung haben. Der erste lautet: mens sana in corpore sano! Ein ge­sunder, nicht angekränkelter Geist kann nur in einem gesunden Körper wohnen! Diesen aber schäften unb erhalten wir uns j durch Leibesübungen und insbesondere und in erster Lmie durch das deutsche Turnen, das die gleichmatzige Durchbildung des ganzen Körpers erfrtebt. Und der andere lautet:Pro Patina est, dum ludere videmur!" d. h.: Wenn es auch scheint^.als ob wir bloß spielten, wir arbeiten doch fürs Vaterland, ^. die Deutsche Turnerschast eine außerordentlich wichtige nationale Auf­gabe erfüllt, indem sie unsere Volkskraft stärkt, denen itt fie ud) bewußt. Diesen beiden Grundsätzen auch in Zukunft nachzuleben, wird unsere vornehmste Aufgabe sein.

Wir Turner des Hessengaues wollen uns heute verpflichten, auch in den nächsten 50 Jahren wacker mitzuarbeiten an dem weiteren Ausbau unseres Tumgaues und dadurch der großen beutschen Turnsache unb dem deuftchen Vaterlanb zu dienen daß I wir mithelfen, unsere Volksgenoft'en zu geiunben, wehrfähigen I unb arbeitsfreudigen Männern zu erziehen.

Euch aber, liebe Turner, fordere ich am, am heutigen Ehren­tage unseres Tumgaues Hessen mit nur em feierliches Gelöbnis vor dieser hoben Festversammlung oozulegen, ein Gelöbnis un­wandelbarer Treue zu unserem geliebten deutschen Vaterlanb, unverbrüchlicher Treue aber auch zu unterer deuftchen Turnsache, Fassen wir alle unsere guten Wmftche für bteie unb unteren Turngau Hessen zusammen m ben fRuf: xer möge

wachsen, blühen und gedeihen! Darauf cm dreifaches Gut heil!

Nach der Rede trug der Gesamlchor der bereinigten Gießener Männergesang vereine unter Leitung seines tüchtigen Dirigenten, des Lehrers K. Storck, E. --------------- - .Frommes Heinrich der Vogler vor und erntete damit Gauvertreter Helm übernahm das Fe7t mit Wortengroßen Beifall. Darnach spimch als Vertreter des des Dankes und guten Wünschen für den Verlauf der Fctt-lMftielrheinkreises Kreisgeschäftsführer Bernh^d Roth tage Das von Adalbert Bindewald gewidmete er)te Frankfurt a. M., der dem Gau ine ^^^wunsche des Ehorlied, das mm gefungen ttmrbe, fand bei ben 2tntt>e(en-1 - - ------------' ------- « -----

beit außerordentlichen Beifall. Darnach hielt Rechtsanwalt Kaufmann, der erste Sprecher des Männerturnvereinv, im Namen der beiden hiesigen Turnvereine die Begrüßungs­ansprache, in der er folgendes ausführte:

hochansehnliche Festveriammlung! Liebe Turner! ^Jm Namen unb Auftrage der beiden festgebenden Vereine, des -Lurnvererns von 1846 und des Männer-Tumvereins, heiße ich Ste alle

finnig, VN' J ijelloleiN, liefert lfie irel der:: :*

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