Ausgabe 
10.1.1912 Erstes Blatt
 
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gegengenommen.

Hessen-Nassau.

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Auch zahlreich waren die in- T»e Rechnungsablage durch sehr erfreuliches Bild. Ter

9. ^an. Frohsinn

ab, die sehr gut besucht war. aktiven Mitglieder erschienen.

aus Gießen, in auS Wolfsheim,

Präsident Formhals die Wiederwahl bestimmt ablehnte, wiirde Bürgermeister Aumann an seiner Statt zum 1. Bor- sitzenden euistimmig gewählt. Ter Berem sieht unter der Leitung von Musitehrer kosten, (Liegen.

Kreis Bübingen.

? Büdingen, 8. Fan. Anlaglich seines LllstimgSfesles hielt der Beteraneii- und iDiihtäioecein gestern einen hübschen Ball ab. Pcosessor Dr. Krämer, der 1. Borsttzende, wies

= Londorf, hiesige Gesangverein

Ausland.

Wie aus Madrid gemeldet wird, hat die spanische Regie­rung den Plan gefaßt, im iRif gebiet eine aus Eingebore­nen bestehende, von spanischen Offizieren be­fehligte Kolonialarmee von etwa 15000 Mann zu bilden. Tiefe Truppen würden die vorgeschobenen Posten cm- nehmen. Tie Besatzung von Mellila wird jedoch ausschlietzlich aus spanischen Truppen zusammengesetzt sein. Außerdem sollen in Malaga und Algeciras ständig Streitkräfte, in Bereitschaft gehalten werden, um im Bedarfsfälle nach Afrika abzugehen.

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Broollyn; Leonhard Exel, 71 Jahre m Waihington.

Lauotrets Gießen.

Spenden wird gebeten.

** I n Hessen wohnende Niederländer feien daraus aufmerksam gemacht, daß im Militärgesetz der Niederlande eine eingreifende Veränderung ftah|inbet, die sür die in Deutschland wohnenden Niederländer von Wichtig­keit ist.

In Amerika verstorbene Hessen. Frau Bar­bara Elise Rieß, geb. Gerhard, 76 Jahre alt, aus Zwingenberg, in Neuyork; Georg Schmitt, 74 Jahre alt, Steinau, in PlltSburg; Julius Althaus, 77 Jahre

Rechner Becker ergab em

Kassenvorrat am 1. Juni betrug zirka 100 Nit., bei der l)ie|igen Sparkasse hat der Verein em Guthaben von 800 M. Durch den Eintritt neuer Mitglieder hat der Verein wieder gute Kräfte erhalten. Bei der Vorsiandswahl wurde dec alte Vorstand wieder gewählt, nachdem aber der seitherige

(EanOwirtfdiaft.

---> Nidda, 9. Ian. Tie vom hiesigen Geflügclzuchi- verein kürzlich abgeI)Qltene Hauptversammlung war sehr stark besucht. Ter herein zählt zurzeit 55 Mitglieder und u

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verurteilt. ,

? Merkenfritz, 9. Jan. Infolge des zunehmenden Ein» und AtiLladeverkehrs am hiesigen Bahnhose, der sich durch Verladen von Holz und Steinen erklärt, sollen neue Gleisanlagen geschaffen werden. Zu diesem Zwecke taugten Enteignungen von Grundstücken vorgenonimen werden.

Kreis Lauterbach.

- Lande nhausen, 9. Jan. Gemeinde-Einnehmer Heinrich Schött hier feierte heute mit seiner Ehefrau 'Margarete, geb. Töll das Fest der goldenen Hochzeit. Dein rüstigen Ehepaar wurden aus deut ganzen Kreise zahl­reiche Glück,vünsche überbracht und der Großherzog über- sandte ihnen sein Bild mit eigenhändiger NamenSunterschrist nebst besonderem Glückwunsch. U. a. erhielt der Jubilar auch von dem Rechnerverband des Kreises ein fo|ibare6 Schreibzeug. Gemeinde-Einnehmer Schölt bekleidet dieses Amt schon 82 Jahre und steht im ganzen Kreise in hohem Ansehen.

X Dirlammen, 8. Jan. In unserem Orte blüht nach namentlich im Winter, die Holzindustrie. Besonders bic Anfertigung von Schindeln wird hier betrieben, auch werocr Rechen, Sensenwürfe und Dreschflegel gefertigt, -ta lui die Studierenden der Forstwissenschaft die Kenntnis der holz­verarbeitenden Getvcröe von besonderer Wichtigkeit ist, halte schon Geheimercft Prof. Tr. Heß vor einigen Jahren eine Exkursion hierher unternommen, um den Studierenden bie Verarbeitung des Holzes an Ort und Stelle zu zeigen. Tie Studierenden der Forstwissensäiast waren damals sehr zufrieden über das Gesehene. Prof. Tr. Äveber beabsichtigt, am nächiten ^amötag mu den etu dierenden der Forstwissenschaft wieder eine Exkursion hier­her zu unternehmen. Auch soll bei btejer Gelegenheft nebst einigen waldoaulicheii Bildern, bic die tn den Aiedeselschcn Waldungen geübte Versüngungsmeihodc ver- anschaulichen, noch die Hutsabrck in Bfttzenrod besichtigt werden. Auch bei Ser vorigen Exkursion wurde dieser Fabrik ein Besuch abgestattet. '5>ic Exkursion dürste sich loahrsästinlich nur aut einen Tag erstrecken.

Kreis Frrevberg.

1^. Friedberg, 9. Jan. Heule morgen nahm für Klasse la des hiesigen Lehrerseminar« die schriftliche Entlassungsprüfung ihren Anfang. Sie dauert bis zum Donnerstag abend. Als Haupttema wurde gegeben: .Welche Umstände bestimmen uns, zu sagen, daß das Drama Wallenstein* eine SchicksalStragödie ist?" 26 Abiturienten nehmen an der Prüfung teil.

L. Bad-Rauhenn, 9. Jan. Der Rechner emeS hiesigen VergnügungSverernS unterschlug aus der Vereins- lasse die Summe von 312 Mk. DaS Geld verwendete er für sich. Anzeige ist erfolgt.

Griedel, 9. Jan. Ein Unfall ereignete sich am Bahnübergang der Butzbach-Licher Bahn, indem em Bier. fuhrwerk mit dem Zuge zusammenstieß. Ter Fuhrmann hatte bei dem Schneeslurm das Läuteu überhört. Fuhrmann und Pferde kamen mit dem Schrecken davon: der Bierwagen wurde zertrümmert.

Starkenburg und Rheinhessen.

--- Darmstadt, 9. Jan. Am Montag, 8. Januar, hat ein dreiwöchiger Schuhmacherkurs im Dienst­gebäude der Zentralstelle für die Gewerbe begonnen, wah­rend ein Kurs im Holz- und Marmormalen in einem Saale der Darmstädter Gewerbeschule vom 15. Januar bis 3. Fe­bruar stattfinden wird. Ein Meisterkurs im H o l z b e i z e n undHolzfärben, besonders für Schreiner, Glaser sowie für Weißbinder, der von der chemifchen Prüfungsstation abgehalten wird, nimmt am Montag, 22. d. M., feinen Aniang. Weiterhin wird eine vortreffliche Ausbildungs­gelegenheit in moderner Handwerkstechtiit in einem vier- wöchigen Telorationsmalerkurs geboten, der vom 5. Fe­bruar ab in dem Dachgeschoß der Landesbaugewertschule in Darmstadt abgehalten werden soll. Der Zeitpunkt, an dem ein Kurs in statischer Berechnung von Ban- kon st ruktionen beginnen kann, läßt sich vorerst noch nicht festsetzen, da eine ausreicheiide Anzahl Anmeldungen noch nicht vorliegt. Der Kurs kommt aber ebenfalls in allernächster Zeit zustande. Bei dieser Gelegenheit seien auch die im Februar geplanten Meifterkurse in der An­fertigung von Kummeten sür Sattler in Groß- Helda vom 29. Januar bis 10. Februar und im Schrif- tenmalen in Darmstadt vom 5. bis 17. Februar er- wähnt. Zu allen diesen Kursen werden Anmeldungen von der Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt noch ent»

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X Fulda, 9. Jan. In der Rhön dauern die heftigen Schnee stürme und Schneewehen noch an. Aus dem Krcuzberge beträgt die Schneehöhe 40 Zentimeter.

«Vers sahen jetzt sollen sich ftoNtntetbn Mn (600 idwinbigjeil leiten betör <m-jgeübt roi von zusamn liche rampj mit 8,08 K frtaig für "erfuche soll C einer ? . Züge fühl sitzt schon d ?anitoDa g|

Aus 5:aM und Land.

Gießen, 10. Januar 1912.

** Tageskalender stir Mittwoch, 10. Jan. Stadt­theater. anneleS H i m m e l f n l) r t". Anfang 7 Uhr.

Liberale Wählerversammlung in Steins Worten. Redner: Reichstagslaiididat Erkelenz, Geh. Jusuzrcft Vroi. Tr. B i e r m a n n und Privatdozent Tr. o g t. Anfang 8 /, Uhr.

*

- Die erste diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evang. Theologie hat heute vor­mittag im Landessynodalgebäude zu Darmstadt ihren 2lnfang genommen. Es beteiligen sich daran 5 Examinanden, von denen 1 aus Starkenburg, 2 aus Oberhessen und 2 aus Rheinhesien sind. ..

** Historischer Verein für Hessen. Ter Hi­storische Verein sür das Gioßherzogtum Hessen, der zurzeit last 900 Mitglieoer zählt, halt seine Hauptversamm­lung am Montag, 22. Januar, im Hause der Vereinigten Gcsellschast zu Darmstadt ab. Es ist folgende Tagesord- nung vorgesehen: 1. Vortrag des Vizepra,identen. 2. Be­richt deö Vvrsitzelideii der Ableitung ,ur heisische Kirchen- geschlchte. 3. Bericht des Vereinsselretärs. 4. Neuwahl pes Vereinsausschujfes für die Jahre 1912 bis 1914. Daran schließt sich ein Vortrag von HanS Mülter-sHickler, hier: Einiges über hessisches Waffenwesen".

♦♦ Aus der städtischen Verwaltung. Ober­bürgermeister Meeum ist auf einige Tage nach dem Rhein­land verreist. Er beabsichtigt, ui Elberfeld und Dujsel- oorf ein Pumpwerk anzuseyen, das dazu dient, Wasser- mengen, die durch natürliches Gefalle zutausen, auf eine gewisse Höhe zu drücken, ivenn der Druck im Rohrnetz nach- laßt. Es handelt sich darum, ob es möglich ist, den Selters­berg eventuell ohne Wasterturm mittelst einer solchen Pump- anlage ausreichend mit Wasser zu versorgen.

Arbeiter-UnterrichtSkurse. Der Unterricht m einfacher Buchführung muß heute ausfallen. Die nächste Stunde fiubct am Bilttwoch, 17. Januar, statt.

^VortragzurReichstag s w a h l. Oberst a. D. Spohr hielt gestern abend einen leidlich besuchten Vor­tragsabend in Steins Garten ab, umVolkswirt,'christliche und politi|che Betrachtungen zu den bevorstehenden Rcjchs- tagSwalsten" anzustellen. Er wies^zunächst auf die äußere politische Lage hin, die sür Deutschland nicht günstig sei. Es habe nur in Oesterreich einen zuverlässigen Freund, während es viele Gegner habe, z.B. Frantreich und England. Es gelte daher, die Wehrmacht so zu stärken, daß sie nicht hinter der Frankreichs zurückstehe. Frantreich habe 3,9 Millionen ausgebildete Soldaten, Deutschland dagegen nur 3,4 Millionen. Dazu komme, daß die Wehrfäh.gteit des deutschen Volkes ständig zurückgehe. Tie Ursache des Rück­ganges der Militartaugtichrcit führte der Redner vor allem auf den Impfzwang und die Schulmedizin zurück. Hiermit war Oberst Spohr bei seinem eigentlichen Vor­tragsgegenstand angelangt, den er in längeren Ausführun­gen unter Anführung von eigenen Erlebnissen und Er- ahrungen behandelte. Im zweiten Teil legte Oberst Spohr dann seine Stellung zu den einzelnen p o l r t i s ch e n P a r - teien dar, die er im wesentlichen nach der Beurteilung der Jmpssrage und des sog. Kurpsuschergesetzes, sowie nach dem Standpunkt zur Besteuerung der sog. Genußmittel Tabak, Branntwein, Bier behandelte. Er kam zu dem Schluß, daß für ihn der Kandidat der wirtschaftlichen Ver­einigung, Oberlehrer Dr. Werner, der geeignete Mann sei. Oberlehrer Dr. Werner habe ihm geschrieben, daß er sür die Einführung der Gewissensklausel beim Jmpigesetz, für Bei­behaltung der Kurierfreiheit und für Bekämpfung des wirk­lichen Kurpfuschertums bei dem sogenannten Kurpfuscher­gesetz sei. Der Vortragende sand nach seinen 21/2stündigen Ausführungen bei einem Teil der Anwesenden lebhaften Beifall und auch die übrigen Zuhörer hörten ihm mit

Interesse zu.

** Schiklub Wintersport Gießen (Gießener Schiklub). In unserer vorgestrigen Notiz über die Wett­läufe auf dem Hoherodskops muß es anstatt Dauerlauf (Ab­fahrtslaus) heißen: Dam en laus. Dieser Lauf hat mit )em Dauerlauf über 8 Kilometer natürlich nichts zu tun.

Vom Roten Kreuz. Infolge des Aufrufs des Vereins vom Roten Kreuz sind folgende Spenden für die in Kriegsnot befindlichen Türken und Araber erngegangen: Von Professor Dr. Leutert 10 Mk., Dr. Fr. 5 Mk., Familie S. 5 Pik., R. 91. 1 Mk. lO Pfg., Fr. Landgerichtsdirektor Wiener 2 Mk., K. W. 5 9)if. Zusammen Mk. 28.10. Um weitere

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, _ Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­

schaft. Der emerit. ord. Professor der Dogmatik an der Uni­versität Innsbruck, Tr. thcol. ct phil. Hugo Hurter, feiert am 11. d. M. fernen bu. vmuuvIlh; ^teii l?ai Dir tZensur Wedekinds DichtungTod unp Teufel" verboten.

eingesehen zu haben, denn er erklärte nach Schlust der Ver­sammlung, er nehme den Ausdrucklumpig" zurück, er sei ihm in der Hitze ves .Gefechts entfahren.

DarmstadstEroß-Gerau.

rb. Darmstadt, 9. Jan. Nachdem im Reichstags- Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau die Deutich- Sozialen und das Zentrum im Hinblick auf die Gefahr einer Stichwahl zwischen Freisinn und Sozialdemokratie auf die Aufstellung einer Sonderkandidatur verzichtet haben, hat gestern auch die Christlich-soziale Partei eine Aufforderung an ihre Anhänger erlassen, für die Kandidatur Dr. Osann einzutreten. Desgleichen fordert heute dieReichsparteiliche Vereinigung" ihre Anhänger auf, dem Grundsatz:Das Vaterland über die Partei" Mann für Mann der Wahlpjlicht zu genügen und ihre Stimme für Herrn Dr. Osann abzu­geben.Auch wer die Linksschwenkung der nationalliberalen Gesamtpartei mißbilligt und sich deshalb von ihr abgewandt hat, möge diesmal alle Meinungsverschiedenheiten zurück­stellen und am 12. Januar im Sinne unserer Aufforderung abstimmen."

Kaffel-Melsungen.

Kassel. 10. Jan. Zu den bisherigen drei Kandidaten im Wahlkreis Kassel-Melsungen, dem Koniervativen, ßibcra.en und Sozialdemokraten, ist als vierter Kandidat der Schrift­steller Dr. Breit scheid hinzugekommen, der sich alsdeutsch­radikal" bezeichnet und verspricht, die säumigen Wähler im Auw- mobil unentgeltlich zur Wahlurne abholen zu lassen.

Erne Versammlung der schlesischen (Softwirte.

Breslau, 10. Jan. Sämtliche Schlesischen GrstwütS- oerbände hielten gestern hier eine von ca. 1000 Berussgenossen besuchte Protestversamm.lung ab. Es wurde eine Er­klärung gegen die Steuer- und Zollpolitik des schwarz-blauen Blocks angenommen, in der es heißt, daß der Gastwirtsstaiid durch diese Gesetzgebung dem Ruin nahegcbracht werde^ Allgemeine Zustimmung fand die Aufforderung, nur solchen fömbiDa.en die Stimme zu geben, die für eine gerechtere Steueroerteilung, die Aushebung der Liebesgaben und der Einfuhrscheine, die Besei­tigung der Hochschutzzölle und für die Hebung des Gastwirts- standes eintretat.

Aus Württemberg.

Stuttgart, 9. Jan. Zwischen dem Zentrum und den K 0 n s e r v a t i v e n ist nunmehr auch für Württemberg bereits für den ersten Wahlgang ein Abkommen abge­schlossen worden.

Die Beamten und die Sozialdemokratie.

Die amtlicheNordd. Allgem. Ztg." schreibt:

In konservativen Blättern ist darüber Klage ge­führt worden, daß die Staatsregierung kein deutliches Wort der Abwehr gegen die Versuche gesunden hat, die Beamten zur Abgabe , 0 z i a lde mo k r a t i f ch e r Stimmzettel zu ver­leiten. Hierbei wird übersehen, daß die Staatsrcgierung im Landtage und bei sonstigen Gelegenheiten der Auffassung, daß jede mittelbare wie unmittelbare Begünstigung der Sozialdemo­kratie durch den Beamten mit seinen Pslichten und dem von ihm geleisteten Treueid unvereinbar sei, so ost und mit solcher Ent­schiedenheit Ausdruck gegeben hat, daß irgendwelche Zweifel hierüber in Beamtenkreisen völlig ausgeschloften sind. Die Beamten selbst nehmen mit aller Entschiedenheit gegen eine solche verwerfliche Zumutung Stellung. Die Presse der Beamtenvereine legte gegen die Beamten über die Bedeutung des Diensteides hinwegzutäufchen, Verwahrung ein. Noch in den letzten Tagen ist von führenden Persönlichkeiten der Beamtenvereine ein Ausruf erlassen worden, der mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit daraus hinweift, was Ehre und Gewissen von den deutschen Beamten bei den Reichstags- wahlen fordern.

Vie wirren in China.

Kjachta, 9. Jan. Das Mongolerdetachement nähert sich der Grenze bei Kjachta, um die angrenzende Mongolei von un­zuverlässigen und vagabundierenden Ehinesen zu Jäuoern und diese über Transbaikalien nach der Mandschurei zu bringen, wo sie an» gesiedelt werden sollen. Tie eingewanderten Chinesen sind dadurch beunruhigt. Mehrere hundert überfielen in der Nacht zum 8. Januar das Verwaltungsgebäude des Marktplatzes in Maimatschin. Tie mongolischen Be­amten retteten sich zu dem Vorstcher des chinesischen Telegraphen­amtes. Die mongolischen Schutzleute wurden entwaffnet. Die .Chineseii haben die geraubten Waffen am andern Tage freiwillig wieder auSgeliefert, sie drohen aber im Falle ihrer Ausweisung, das Verwaltungsgebäude zu plündern. Die mongolischen Be­hörden Haden die russische Obrigkeit um Unterstützung gebeten.

m tnrzer tic'c aus das xicrliaums ocs x>etcin5 zu>:i -eutci» lande hin. Auch streifte er die kommende ReichsiagSwahl, bei der sich die Mitglieder ihrer Pflicht, die ihnen aus diesem Verhältnis erwachst, erinnern sollten.

? Büdingen, 8. Jan. (Schöncngerichlssitzung^) -ter Zimmermann R. K. aus Czissowa. 5. ßt. ohne selten Wobnun und Aufenthaltsort, hier in Untersuchungshasr, wird wegen Bettelns in eine Haitstrafe von 2 Wochen unter Anrechnung der erlittenen Untersuämngshaft verurteilt. Der Angeklagte wird nach per- büßter Strafe der Landespolizeibchörde überrollen. -ter Gau wirt A W. und der Küfer L. Kn. beide von Büoingen hatten gegen bie amtsrichter.ichen Strasbesthle Einspruch erhoben, sie werden ui eine Geldstrafe von 2 Mk. ober je 1 Tag Haft verurteilt. Der Viehhändler H St. van Büdingen hatte gegen einen amt:- richterlichen Strafbefehl Einspruch erhoben: er wurde^zu einer Gerd strafe von 2 Mk. ober 1 Tag Haft verurteilt. ^.cr Äu,cr K. E. S. aus Germersheim, ohne feiten Wohnsitz z. Zt. hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns in eine Hast strafe von . 2 Woa/en unter Ausrechnung b:r erlittenen Untermamngshast ver­urteilt Nach verbüßter Strafe ist er ber Lanoespolizeihehoroe »u überweisen. Ter Viehhändler S. Gr. in Tüdelsheim wird . wegen Viehseuchenveraehens zu 3 Tagen Gefängnis Der urteilt. Ter Dienst knecht W. B. von Aulendieba:.' echalt wegen Sam- beschädigung einen gerichtlichen Verweis 2ct Maucergeielle H. K. B. von Biebles wird wegen Körper nng mittels gcfahr lieben Werkzeugs zu 14 Tagen Gefangne .. .iririlt xie k.cr Handlung gegen die Hausiererin A. >2ir. geb. Bl. aus Disbacl' ivurde auf Antrag der Siaatsanwaltichaft auf den 1-. tin-'bruar 1912 vertagt. Der Former G. £). aus Turngen, ohne selten Wohnsitz hier in Untersucoungshast, wird wegen Beltellis zu suni Tagen Last verurteilt. Tie erkannte Strafe wird durch die er­littene Untersuchungshaft sür verbüßt erkckin. A.vt Jöergmann H. T. wird wegen einsachen Hausfriedensbruchs zu 5 ^agen Ge- sängnis, wegen Beanfteichrleidigung zu einer Geidstraie von la -Vif. oder 3 Tagen Gefängnis, wegen Ruhestörung zu 2 Lagen toast und wegen unerlaubten Schießens zu 3 Tagen Haft verurteilt. Ter Schreiner H. K. und der Arbeiter I. K. werden wegen eui- achen toau-sfriedensbruchs »u je 6 Mk. ober je 2 Tagen Gefängnis

Arn camStog abend hielt der ferne H a u p i v e r f a rn in l« n g

fBrunner übernahpi den Vorsitz und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, die Künstler zu versöhnen und sie davon abzuhalten, sich bei einem so bedeutsamen Wationaüverfe grol­lend beiseite ju stellen. 'Der Vorstand soll durch Zuwahl aus ganz Bayern nach Stebarf ergänzt werben. Alan wül als nächste Auf­gabe einen Ausruf an das bayerische Volk erlassen, um bie Bayern yur Sammeltätigkeit für das Maiionalbenfrnal derbtizuführen.

| kf. Gin Augenzeuge über das Verhör Lud- 'wigs XVI. vor dem Nationalkonvent. In derRevue hebdomadaire" teilte Guillaume Lerelle bie Uebersetzung einiger Briese eines Engländers namens Henry Tedhead Porke mit, der während ber Revolution in Paris war unb bem Verhöre Lud­wigs XVI. vor dem Nationalkonvent beigewohnt hat. Nach diesen Briesen sah Porte in dem angeklagten Könige nicht den Tyrannen, sondern nur den Menschen, wie er beim überhaupt in Ieinem Berichte völlig auf Setten bes Königs zu stehen scheint. In einem Briese sckstldert er, wie ber König in Begleitung einiger Beamter aufrecht und mit festen Schritten den Gerichtssaal betrat und bann bic Versammlung musterte. ,Zch betrachtete ben König sehr aufmerksam," so schreibt Porteund benierkte, wie er beim Bc- Itreten bcs Saales einen Blick auf bie österreichischen und preu­ßischen Fahnen warf. !Das erschütterte ihn, jcdom konnten es nur die Nächststehenden bemerken. Sehr bald hatte er seine Fassung «wieder gewonnen. Man stellte ihm einen hölzernen Sitz hin, ,'unb Barröre forderte ihn auf, sich zu setzen. Dann wurde bie Anklage verlesen. Während dieser Verleiung blickte der, König 'Barröre an, aber wie es schien, ohne besondere Ausmerksamkeft. Trotzdem antwortete er sogleich aus iede Anschuldigung mit solcher Gewandtheit, daß die Versammlung darüber ins Staunen geriet Als man ihn beschuldigte, er habe das Blut von Franzosen ver­gießen lassen, antwortete er:Rein, mein Herr, ich habe nie das !Blut eines Franzosen vergießm lassen." Dieie ttiisstuud^tuig haue fthn im Innersten getrossen, unb ich sah, wie eine Träne aus !seinen Handschuh fiel. Er wollte aber nicht, dast «eine öcuiüc diese seine Schwäche bemerkten und wischte sich deswegen fogleia) über Gesicht und Stirn, als wäre ihm zu heiß." Porte erzählt bann in seiner ausführlichen Schilderung des Verhörs weiter, wie ber König sich schließlich erhob und bem .weiteren Verhöre uehend beiwohnte, welcher Tumult entstand, als der, ungeschictte VJlanuel das Wort König brauckste, und wie Ludwig XVI. schiieß- lid) den Raum verließ, ohne daß ber Vorsitzende ihm eine An> ivort auf seine Fordeiung eines Rcchtsbeistalides gegeben hatte. Porte fügte seiner Sckfilderung noch hinzu, es sei überhaupt lern Versuch gemacht worden, beit König vor seinen blutgierigen Gegnern zu retten, unb behauptet, er habe aber einen Atami^ gekannt, deut man 15000 Franks für bic Bewerkstelligung ber Flucht gegeben