Ausgabe 
10.9.1912 Zweites Blatt
 
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Juristen.

Der Lehrgang währt bis zum 7. Oktober und

Große Gemeinden und keine Genossenschaftsleiter.

Im Posener Genossenschaftöblatt wird unter der lieber- schristGroße Gemeinden und keine Genoffenschaftsleiter" darauf hingewiesen, daß manche Genossenschaften sich wieder aufläsen, weil es ihnen an geeigneten Personen für die Leitung fehlt. Dann heißt eS weiter:Jede Stadt, und wenn sie noch so klein ist, sucht sich durch alle möglichen Einrichtungen zri heben, ist eS da nicht geradezu schmachvoll für eine Land, gemeinde, eine Einrichtung eingchen zu lasten, die zur wirt­schaftlichen Hebung ihrer Mitglieder von der allergrößten Be- deutung ist und noch dazu auS solch einem Grunde?! Wie oft hört man bei Neugründungen sagen, ja wenn wir die Spar- und DarlehnSkasse doch schon seit 20 Jahren hätten, und die Gemeinden, die sie so lange haben, lassen sie eingehen, weil sich feine geeignete Persönlichkeit für das Rcndantcnauit findet. Leider ist eS ja im Leben häufig fo, daß man das nicht schätzt, was man besitzt, und daß man sich des Wertes erst bewußt wird, wenn man ihn nicht mehr hat. Oft entsteht dann nach ein paar Jahren in demselben Ort eine neue Kasse, aber es muß wieder neu angefangen werden und aller Anfang ist schwer, in dem Falle sogar doppelt schwer, weil sich inzwischen viele den Nachbarkassen

angeschlosten haben und das Vertrauen erst allmählich ge- wonnen werden muß. Daher niemals etwas leichtfertig auf. □eben, was in jahrelanger mühevoller Arbeit errungen ist. Die führenden Männer, die sich dessen bewußt sind, daß das Unternehmen mit ihnen steht und fällt, sollten auS Liebe zu ihrem Werk, denn ihr Werk ist eS, beizeiten die im Dorf ge­eigneten Persönlichkeiten zur Mitarbeit heranziehen und in ihnen das Interesse für die gemeinnützige Einrichtung wach, rufen. Auch die Teilnahme von Genosten an den jährlich slattsindenden Rechnerkursen wird viel dazu beitragen, daß eS Auflösungen von Genostenschaften nicht mehr aus dem an- geführten Grunde gibt und wollen die Genosten selbst nicht mehr die große Bedeutung des Genossenschaftswesens und die Einrichtung genostenschaftlicher Betriebe kennen lernen, so mögen sie ihre Söhne und Töchter schicken; gerade die letzteren werden sich dadurch oft einen Wirkungskreis und eine Lebensstellung schaffen können. Die Allflösung von Genosten- schaffen, weil eS an geeigneten Persönlichkeiten für die Leitung mangelt, muß aufhören, sie bedeutet die Bankerotterklärung der betreffenden Gemeinden. *

wird von der Gesellschaft für wirtschaftliche Ausbildung ge- leitet. DieDeutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" veranstaltet im Oktober hier eine umfangreiche Ausstellung. Von der Stadt sind die Räume des alten. SenckenbergianumS dazu bereits zur Verfügung gestellt.

Verwaltungsbeamte und

kursuS für höhere

-8'.t u 11 q a r t c r Theaterbrief:D e rSturm* vngrrN'. von .v en r i Bernstein Aus Stuttgart, 8. Sep­tember, wird UNS geichrieben: Tie erste Uraufführung der neuen .Spielzeit ließt hinter uns: Henri BernsteinsSturmangriff"

Aus Staöt und Land.

Gießen, 10. September 1912.

LieReferve-Jnfanteric-Regimenteriml8.Armeckorps.

Am 6. September wurden auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt die beiden Reserve-Jnfanterie-Regimenter bei dem 18. Armeekorps aufgestellt. Da§ erste wurde onS Reserve- Mannschaften der Hessischen (25.) Division auS den Landwehr- bezirken Friedberg, Gießen, Darmstadt I., Mainz, Worrns, Darmstadt II. und Erbach, daS zweite aus Reservemannschaften der 21. Division auS den Landwehrbezirken Oberlahnstein, Wiesbaden, Höchst a. M., Meschede, Siegen, Frankfurt a. M , Hanau, Limburg a. L. und Wetzlar formiert. Mit der Führung des Reserve-Jnfanterie-RegimentS Nr. 1. ist der Oberst- leutnant beim Stabe des Jnfanterie-Regiments Nr. 116, Heuer, beauftragt. Das 1. Bataillon führt Major von Werder vom Stabe des Jnfanterie-Regiments Nr. 117, das 2. Major von Foller vom Stabe des Infanterie- Regiments Nr. 116, das 3. Major von Ihlenfeld vom Stabe des Jnfanterie-Regiments Nr. 118. Als Kompagnie- führer stellte die 25. Division acht, die 21. Division vier aktive Hauptleute oder ältere Oberleutnants und für jede Kompagnie einen aktiven und drei aus dem Beurlaubtenstande einberufene Oberleutnants und Leutnants. Die Einkleidung der 1. bis 3. Kompagnie erfolgte durch das Infanterie- Regiment Nr. 115, die der 4. bis 6. durch das Infanterie- Regiment Nr. 116, die der 7. bis 9. durch daS Infanterie- Regiment Nr. 117 und die der 10. bis 12. durch daS Infanterie- Regiment Nr. 118. Oberstabsarzt Dr. Langheld vom Artillerie-Negiment Nr. 25 leitet den ärztlichen Dienst. DaS Neferve-Jnfanterie-Negiment Nr. 2 führt Oberstleutnant von der Eich vom Stabe des Jnfanterie-Regiments Nr 81.

Beide Regimenter üben bis zum 14. September im RegimentSoerbcmd auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt, werden am 16. September zu einer Reserve-Infanterie- Brigade unter dem Kommandeur des Jnfanterie-Regiments Nr. 88, Oberst Brosius, zusammengezogen, die als solche vom 16. bis 18. September an den Manövecn der 25. Division in Rheinhessen teilnimmt. Hierdurch verdienen diese Manöver dieses Jahres ganz besonderes Interesse. Es ist eine Mobil. machungSprobe, die mit dieser Reserve-Jnfanterie-Brigade erstmalig gemacht wird, tritt doch im Kriegsfälle zu jeder Division je eine weitere Brigade, die Reserve-Infanterie- Brigade eine hochwichtige Hebung für die Mannschaften rmd Offiziere deS Beurlaubtenstandes, sowie für die Intendantur.

** Der Verband evangelisch-kirchlich er Frauen- vereine im Großherzogtum Hessen hielt in Darm­stadt seine Hauptversammlung ab. Dem Jahresbericht entnehmen wir, daß die Arbeit des jungen Verbandes rüstig fortschreitet, im letzten Jahre sind 5 neue Vereine beigetreten, so ^daß der Verband jetzt 51 Vereine umfaßt mit über 10 700 Mitgliedern. Sein Hauptinteresse richtete er im vergangenen Jahre auf die Gewinnung und Ausbildung von Nothelferinnen in der Landkrankenpflege. Mädchen und Frauen sollen instand gesetzt werden, berufsmäßig, wenn auch im Nebenamt, in ihren Gemeinden die Kranken­pflege auszuüben. Die Ausbildung erfolgt im Darmstädter Diakonissenhaus und in der Großh. Zentrale für Mutter­schutz und Säuglingspflege. Die Anstellung geschieht durch die Gemeinde oder deren Frauenverein, aber so, daß der Verein eine Art Oberaufsicht behält, und die Ausübung der Krankenpflege jederzeit der Kontrolle des Arztes unter­liegt. Zwar sind im vergangenen Jahre erst drei solcher Nothelferinnen ausgebildet worden, aber der Anfang ist ge­macht, und der Fortgang der Arbeit wird ihre Notwendigkeit und ihren Segen erweisen. Nachdem der Rechnerin des Verbandes, der Fürstin zu Erbach-Schönberg, Entlastung erteilt, Wahlen und Satzungsänderungen vorgenommen worden waren, hielt Pfarrer Mei sing er von Fränkisch- Crumbach einen Vortrag über:Das künstlerische Wandbild in seiner Bedeutung fürs deutsch-evangelische Haus". Die Bilder, die unsere Wände schmücken, sollen unsere Freude ein, sollen unaufhörlich eine Quelle reinster Erholung für ins bilden. Sie sind auch die Miterzieher unserer Kinder, )ie ihre Seelen von klein auf mit edlem und reinem Inhalt üllen. Deutsche Landschaften, deutsches Volksleben, deutsche Helden haben ein Vorrecht, Gegenstand unserer Kunstfreude zu sein.

** Die Ludwig- und Alice-Stiftung der hessi- chen Lehrer hält am 8. Oktober in Mainz ihre Haupt­

versammlung ab. Dabei wird u. a. auch über das 50jährige Jubiläum der Stiftung beraten, das am 17. September 1913, dem Geburtstag der Großherzogin, geplant ist.

Zunächst wirb das Schiff, und genau so natürlich tausende von an­deren Schiffen, die ebenfalls versunken sind, vom Schlamm des Meeresbodens umgeben. Fortwährend rieseln organiscl>e und un­organische Heine Teilchen auf den Meeresboden nieder. Sie füllen die kleinsten Hohlräume aus, kurz alles, Geräte, Maschinen und auch die Leichen werden in feinen Sand, in Ton, in Kalk oder einem anderen Stoff eingebettet und so erhalten, wobei natürlich alles Organisckv venueft und nur Abdrücke hinterläßt, falls nicht etwa widerstandsfähige Zvnochcn erhalten sollten. Daß die gewaltigen Stahlmassen durch Oxidation völlig zerstört wer­den, scheint ausgeschlossen: im Gegenteil, sie werden, da sie den atmosphärischen Witterungseinflüssen entzogen sind, so unzerstörbar sein, wie Erzlager. Hieran zu zweifeln, liegt kein Grund vor, denn die Paläntologie kennt ganze versteinerte Wälder, und weiß auch, wie selbst Holzstücke und Blattreste, ja selbst empfindliche Mleinlebewcfen erhalten bleiben. Was aber der Zusammenstoß mit dem Eisberg und die Erplosion nicht am Schiffe zerstört haben, kann später durch die fttäfte der Erdrinde gewaltig verändert wer­den. Es ist burdKUio wahrscheinlich, daß die fossil gewordenen Reste derTitanic" künsttg einmal nicht auf dem Boden deS Meeres, sondern int Gestein eines Gebirges lagern werden, dann nämlich, wenn durch daS Spiel der .Htärte der Erdrinde der Meeresboden süd­lich von der heutigen Neufundlandbank sich gehoben haben wirb, loas auf verschiedene Arten möglich ist. Tas Scknfs kann baber, eingekapselt in irgend weldje Gesteine, deformiert werden, genau wie man eS von Tiersofsilen kennt. Den Schiebungen und Ver­werfungen des Gesteins werben feine Stahlmassen keinen bebeu- tenben Widerstand entgegensetzen können, ja, es ist sogar möglich, daß es in einzelne Teile ausnuanbergerissen wirb, die dann an verschiedenen Orten als Fossilien im Gebirge ibre-5 Ent- deckers harren. Durch Erosion oder andere Vorgänge an der Erd­oberfläche, vielleicht auch durch etwas dem Bergbau Aehnliches Tonnte dieTitanic" nach vielen hnnberttauien Jalnen dann wieder von Menschen gesehen werden, falls es bann noch Menschen ober anbere Lebewesen von gleicher ober höherer Intelligenz ans der Erbe gtbi. Für diese bedeutete dieTitanic" ober ein anderes Sdmi bann natürlich viel mehr, als für uns die Auffindung der Ivanen des Urmenschen ober die Entdeckung fossiler Tiere, denn >nn lolcheo «(bin mit seinem vielgestaltigen Inhalte ist ein ganzes natur- und kulturhistorisches Museum.

Besuchsbestimmungen der Ausstellung ,D e r M e n s ch" D a r m st a b t 1912. Der Eintrittspreis ur Ausstellung beträgt pro Person 1 Ml., Kinder bis zu j Jahren (in Begleitung Erwachsener) sind frei. Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen die Hälfte; über 14 Jahre, den vollen Betrag. Ermäßigte Taaeseintrittskarten werden ausgegeben: für Militär vom Feldwebel abwärts, mit Aus­nahme von Einjährig-Freiwilligen, 0.50 Mk., Studenten, bei Vorzeigung ihrer Legitimationskarte 0.50 Mk., Samariter und Krankenschwestern in Tracht oder bei Vorzeigung der Legitimationskarte 0.50 Mk., Schüler aller Ähulen und Seminare bei gruppenweisem Besuch unter Führung der Lehrer 0.50 Mk. Für Vereine: bei Entnahme von 10 bis 50 Karten 0.70 Mk., von 51 bis 100 Karten 0.60 Mk., von über 100 Karten 0.50 Mk. Ter Besuch von Vereinen muß nicht korporativ erfolgen, sondern die gelösten Bereins- karten behalten, vom Tage der Lösung an gerechnet, 8 Tage Gültigkeit. Innerhalb dieser 8 Tage müssen die Karten benutzt werden. Es empfiehlt sich jedoch im eigenen Inter- esse, die Vercinsbesuchc korporativ zu veranstalten, und

erschien zum ersten Male in Deutschland im Stuttgarter Schau- sv i e l ha u f e, in der deutschen Uebersetzung von Paul Block, ^.as Stück hat eine originelle und amüsante Szenerie; gleich im ersten Akte. Da hält ein hübsches junges Mädchen mit zäher Mannestollkühnheit, die nicht locker läßt, um die Hand eines in Liebesdingen ebenso schüchternen als in allen sonstigen Lebens- dingen abgeseirnten ergrauten Parlamentariers an, um ihn schließ- lieft sich mit der Macht ihres süßen Mündchens zu erzwingen, lind es hat ferner einen höchst spannenden und teckmisch mit der alten sirupellosen Bühnentechnik Bernsteins gemeisterten zweiten Akt, der an theatralischer Geschicklichkeit seinesgleichen sucht. ,Taß Politik selten Treu und Glauben halten kann, daß die Offen­heit, Gutherzigkeit, Nachgiebigkeit ans unfern Herzen ausschließt," wißen wir nicht erst feit Goethe. Politik, Ehrgeiz und Neid im Bunde stiften viel Unheil. Tiefe uralte Erfahrung ist cs, die Bernstein hier zum Schauspiel verdichtete. Seine Bühnenvorbilder smd u. a. BjörnsonsPaul Lange und Tora Parsberg", Brieux Rote Robe" und WildesIdealer Gatte". Tie weiße Weste eines Helden der Tribüne hat einen alten, völlig vergilbten Schmutzfleck. Ein ehrgeiziger Neider erfährt davon und macht sich ihn in raffinierte Schläue zunutze. Ter alte politische Kamps- Hahn weiß aber sofort: das kann nur ein Parteifreund sein ein anderer tut das nicht. Und alsbald hat er den artigen Partei freund selber am Bändel, weil der natürlich seinerseits mindestens noch einmal so viel auf dem Kerbholz hat . . . Merkwürdig, wie Bernstein, bisher der unbestrittene Simfon unter den Pariser Tramatikern der Gegenwart, der voll brutaler Energie ohne die geringste Rücksicht auf feinere Nerven, oder vielmehr auS Rücksicht auf die wilder Peitschenhiebe bedürftigen Nerven seines Welt- stadtpublikums mit kinodramatischem Pathos seine Stücke roh und reichlich mit Cvnismus gespickt zu zimmern pflegte, hier zum ersten Male ruhig, gelassen und zahm erscheint und zum Schluß gar in wehleidige Resignation versinft. Wie er es versteht, aal- glatte Heuchler zu (baraftcrinercn, das ist fürwahr nicht jedermanns Wabe. Erstaunlich bleibt doch diese Atrobatie des findigen gallischen Geistes, diese oerfcblagene Gelenkigkeit, sowohl des Schilderers wie der geschilderten Gestalten . Nur schade, das; es Bernstein so sehr an Humor rn an gelt. In einer einzigen Szene, dem Liebeswerben

erlten Akte, schimmert allein ein winziges Fünkchen Humor und schabe ferner, daß feine Frauengestalten zumeist so sard- los geraten, ^er Erfolg der Aufführung war in Stuttgart flroß Zeder Akt, besonders der zweite, erntete in dem vollbesetzten kaufe starken Beifall Unter den Tarstellern ragten Bernecker der früher am Berliner Schillertheater tätig war, und Claire Göertcke besonders hervor.

Kreis Friedberg.

X. Friedberg, 8. Sept. Die Handelskammer für b-ic Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten n>cift in ihrem Jahresberichte auf das anhaltende und rafckfe Ein- gehen der kleineren und mittleren Betriebe in zahlreichen Branchen der Industrie und des Gewerbes hin und schrerbl. Immer mehr verschwinden z. B. die kleineren Bierbrouc- reien, Mühlen, Gerbereien usw. und das (Yeschäst kon­zentriert sich in einigen großen Händen, so daß wir uns in raschem Tempo amerikanisckien Verhältnissen nähern. Eine unerfreuliche Wirkung unserer Nebenbahnen zeigt sich auch in dem Rückgänge zahlreicher sogtmannrer Gcmllchtivarc» ;eschäfte. Einen weiteren Krebsschaden für das ganze <* chäft bildet das ungesunde Zugabenunwcsen, dessen 6 eitigung auch wir mit allen Mitteln erstreben."

h. Bad-Nauheim, 8. Sept. In einem hiesigen Holä wurden einem Kurgäste eine Platina-Krawattennadrl mit kostbarer Perle im Werte von 30 000 Mark und ein Platina-Brillantkollier im Werte von 3000 Tier.' gestohlen. Bisher gelang eS nicht, eine Spur der Tätn u entdecken.

z Starkenburg und Rheinheffcn.

ob. Bingen, 8. Sept. Ter Verkehr im hiesigen Hafengebiete im Lause deS Monats Juli war sehr leb­haft. Der gesamte SchiffahrtSoerkehr bezifferte sich auf 1926 Schiffe mit 30 396 Tonnen Gütern. Hiervon entfielen auf die Anfuhr 963 Schiffe mit 20 384 Tonnen Gütern un> auf die Abfuhr 963 Schiffe mit 10012 Tonnen Gütern.

b. Ingelheim, 8. Sept. Der Ob st verkehr ftriqt hier fortgesetzt. Vom Staatsbahnhofe wurden im Monat August hier 16 577 800 Zentner Obst zum Versand gebracht. Der Verkehr auf der Station war zeitweise so umfangteii. daß häufig bis zu 27 Wagen Obst an einem Tage verschick wurden.

Hessen-Nassau.

h. Frankfurt a. M., 8. Sept. An der hiesigen Aka- dem ie beginnt am 14. September der 1 6. Fortbildung--

die Zeit vorher mit der Leitung der Ausstellung zu verein­baren, damit eine Häufung gleichzeitiger Besuche Der weben wird. Die Karten gelten nur für einen einmaligen Besuch doch kann man die Ausstellung an demselben Tage nxxb einmal unentgeltlich besichtigen, wenn man sich beim Au», tritt an der Kasse den Tagesstempel in den Handteller drucken läßt, eine Maßnahme, die sehr viel Anklang sunden hat. VereinSkarten berechtigen nur die Mitglieds eines Vereins und deren nähere Angehörige den Ede. gatten und die Kinder des Mitgliedes) zum Eintritt. Führet ä 0.50 Mk Vereine erhalten bei Entnahme von über 50 Stück des Führers 10 Proz. Rabatt.

Die Schau arbeiten mit neuzeitlichen Boden­bearbeitungsgeräten, die vor zwei Wochen begonnen wurden, werden diese Woche unter Leitung beS Assistenten Burk vom Landwirtschaftlichen Institut der Üniversität Gießen fortgesetzt und am 12. September auf Feldern der Gemarkunz Willmenrod, am folgenden Tage auf denen der Gemarkung Irmtraut oorgenommen.

" Schach. Der deutsche Schachmeister Miese», der durch seine Erfolge in internationalen Meisterturnieren und durch die von ihm verfaßten Schachlehrbücher rühmlichst te- könnt ist, gibt am nächsten Freitag abend hier eine Simultan- Vorstellung. Allen Schachsreunden ist dadurch Gelegenheit gegeben, ihre Kunst auf den v4 Feldern an des Meisters Kun': zu meffen.

" Unsere Kasernen sind zwar während deS Manövers ziemlich leer, aber doch ist nicht alle» Leben auS ihnen ge­wichen. Em Wachkommando von rund 100 Monn unter öem Befehl des Leutnants Pieper ist zurückgeblieben und besorgt den Wachdienst der Garnison.

** Die Benutzung der städtischen Freibäder ist im August d. I. gegen den gleichen Monat im Vorjahr wegen des ungünstigen Wetters ganz erheblich jurudpe. Zangen. Tas Männerbad mürbe von 1544 Personen (gegen 9943 im gleichen Monat des Vorjahres) benutzt. Das Frauenbad hatte 805 Badegäste (4271 im Vorjahr). In der Anstalt des Männer-Badevereins, die täglich von 111 Uhr vormittags offen ist, baden noch 7 Mitglieder, darunter 2 im Alter von 60 und 63 Fallen. In der Müllerschen Bade­anstalt beträgt die Tagesfrequenz noch 20 Abonnenten unter denen die beiden Aelteften Mischen 50 und 65 Iah« alt sind.

Kreis Schotten.

H. Schotten, 7. Sept. In der oerfloffenen Nacht wurde in dem am nördlichen Ende der Stadt bclegcncn Wohn, hause eines Weißbindermeisters ein Einbruch verübt. Per- mißt werden ein Ueberzieher und verschiedene Eßwaren. Tro.^ der sofort angestellten Nachforschungen hat man von dem Täter noch keine Spur.

dem Eingeborenen, der ihn gegleitete, das Mannlicbergewchr und tütete das Rhinozeros durch einen wohlgezielten Schuß hinters Ohr. Auf einen erschreckten Ausruf des (eingeborenen drehte er sich um und sah, wie ein Büffel auf ihn einftürmte. Er war etwa 20 Schritte von ihm entfernt. Kaltblütig kniete Latham nieder, zielte und feuerte. Allein die Kammer des Gewehrs war leer! Mit dem letzten Schüsse hatte Latham das Rhinozeros niedergestreckt, der Büffel war im gleichen Augenblicke bei ihm, spießte ihn aufs Hom, warf 'ihn empor, warf ihn wieder empor, und beim dritten Hornstoße des Düffels hatte Latham ausge­litten, ohne einen Ton von sich gegeben zu haben.

Gefärbte Gläser als Jagd , Schnee- unö Schutzbrillen.

Von Sanitätsrat Dr. Fritz schanz, Augenarzt in Treiben.

Die Jagd geht auf, der Jäger rüstet sich, das Jagdzeug wftd geprüft, das Auge erprobt, ob es noch imstande in, da, Bißer das Ziel scharf zu erfassen. Mancher sieht, baß ba nicht mehr alles klappt. Tas 2luge hat sich veronderl. Viele Jäger besorgen sich jetzt zum ersten Male eine Brille. Bei vielen genügt sit nicht, sie sind zu weitsichtig geworden. Ich habe venücht, Spiegelvisicr ihnen ein treues Hilfsmittel zu neben, mit dem H ihnen gelingt, wieder zu schießen wie in der jugenb. Für he- jenigen, die sich mit der Brille noch behelfen können, empsieblt ftd) die Verwendung gefärbter Gläser.

Empirisch haben die Jäger herausgefunden, daß Gläser ge­wisser Färbung ihren Augen wohl tun. Man hat erkannt, daß gelbe, braune und gelbgrüne Gläser zu SckneschriNen sich am besten eignen. Turch solche Gläser aber wirb da- Licht, da» >as Auge gelangt, geschwächt Es ist auffällig, daß die Jäger, sic doch sehr hohe Anforderungen an ein scharfe- 3-cben ttdlw. das Licht, daS in das Auge fällt, schwäch: Man Hal vielfach, aber vergeblich nach einer Erklärung bteriür gesucht. Ich glaube jetzt in der Lage zu fein, die Erklärung für den Nutzen, rod dm Gläser gewisser Färbung für den Jäger haben, geben zu konn«: Turch^ diese Gläser weichen Strahlen vom Auge abgehaltrn, fre den Sehakt nachteilig beeinftussen.

_ Im Lichts finden sich außer den sichtbaren auch viele unsichtbare Strahlen. Sie liegen im Spektrum icnseit von Violett, man nennt sie deshalb ultraviolette. Sie firc.cn in hn Natu cme