Ausgabe 
10.9.1912 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

162. Jahrgang

erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntag«.

unorganisch aufzubauen und die Städte nicht zu uni-

auf, nicht formieren.

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Bahnhof,

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Dienstag, 10. September 19(2

Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'fchen Universität« - Buch- und Slemdruckerei.

9L Lange. Liegen.

Gruppe bat das Verdienst, vor der sinnlosen Ausstellung von Denkmälern aus icdcm beliebigen Platze, rote sie leider in den letzten Jahren bei uns üblich geworden ist, eindringlich zu warnen. Pläne, Modelle und Bilder zeigen, wie man bestrebt ist, auch dem Städter so viel Natur zu geben, roie ^nöglich ist, indem man Parks, Waldsläcken, Spielwiesen und Strandbäder schafft. Besonders erfreulich ist es, zu sehen, daß auch die fleinen Gemeinden Wert auf diese Dinge legen, die früher gar zu oit für überflüssigen Luxus galten. Auch die Lustschinahrt trägt übrigens schon ihr Teil zum Städtebau bei. Der verdienstvolle Luftschisser Major Dr. von Abercron stellt eine Reibe von Ballon­ausnahmen aus, die für die Schassung planartiger Städtean­sichten in Zukunit noch große Bedeutung gewinnen dürften.

Einen großen Raum nimmt die Wteilung Bodenpolitik ein; die meisten Besucher erhalten zwar in dieser Wteilung eine ungewöhnliche Beschleunigung und fliehen, weil ihnen der Stofs zutheoretisch" ist, aber wer sich ein wenig in diesen Stoff vertieft, wird nicht mehr so schnell losgelasscn. Hier wird ja gerade der Grund gelegt für einen gesunden, auch wirtschaftlich gesunden Städtebau. Die Einwirkung der Städte aus die Boden- sveknlation durch das Mittel kommunalen Bodenerwerbs, Erb­baurecht, Diedcrocrkaussrecht, Rcntengutbildung, Bauberatung, das alles erhellt hier aus Plänen und Literatur. Der Bund deutscher Bodenrcsormer und der Perband zum Schutze des deutschen Grund­besitzes und Realkredns stehen hier nebeneinander und werben, jeder aus seine Art um den Beschauer, in dem sich vielleicht aus dem Widerstreit der schöpferische, der versöhnende Gedanke bildet. Breiten Raum nehmen auch die Verkehrsanlagen, Straßenbahnen, Kanäle, Häfen, Lustschinahrt und die Wteilung Berkehrspropa- ganda des Verbandes westdeutseher Berkehrsvereine ein.

Di-iitfcmer ZatmlleiidlStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da« Mreisblatt für den Kreis eiche*" zweimal wöchentlich. Die .^audwirtschaftttchen Sell- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

WteilungPlatz und Monument" in dieser ersten

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Die Titanic als Fossil.

Biele Vermutungen sind über das Schicksal derTitanie'* ausgesprochen worden, die nun seit mehr als 4 Monaten auf dem Boden des Weltmeeres ruht. Bon einer ganz neuen Seite beleuchtet diese Frage ein Aussatz, den Franz Schulde unter -dem TitelDas geologische Schicksal der Titanic" in derNatur wissenschaftlichen Wochenschrift" veröffentlicht. Was wird im Laufe von vielen Hunderttausend Fahren oder gar Jahrmillionen aus der ..Tuanic" geworden sein? Diese Frage wird dort beantwortet.

Redaktion, Gypebition unb Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Bering: v-4tiü 51. Redakiwn:^GSlir.rel.-Adr^Aiize,gerG,eßen.

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hesfischer Vogelschutztag.

h. B a d - N a u h e i m , 9. Sept.

Unter dem Vorsitz des Geheimrats W il b r a ndt - Darmstadt sand heute im Kurhause der aus allen Teilen des Landes gut« besuchte he ssischeBoyel schütz tag statt. Ten Verhandlungen wohnten außer den Kreisräten von Alzen, Tieburg, Bingen und Friedberg auch zahlreiche Gäste und £)err Schwabe als Vertreter des Freihercn von Berlepsch-Seebach bei. Nach herzlicher Be­grüßung durch den Vorsitzenden erstattete Cberförfter Nicolaus- Darmstadt den Geschäftsbericht, dem folgendes zu entnehmen

Luftschiffahrt.

Das MilitärluftschiffZ. 3" ist am Montag mittag 12.15 Uhr von Metz zur Fahrt nach Gsotha bexro. zur Teil­nahme an den Kaisermanövern mit 11 Mann Besatzung auf- gestiegen Tas LuftschiffZ. 3" ist um 6 Uhr 30 Minuten glatt vor der Lunschiffhalle in Gotha gelandet.

Kf. Die Latham ft a r b. lieber den Tod des Königs der französischen Flieger, Latham, der vor ein paar Wochen in Afrika aut der Jagd umgekommen ist, treffen jetzt die ersten ausführlichen Nachrichten ein. DerMalin" hat aus Fort Ar- chanbault im nördlichen Französisch-Kongo einen Bries erhalten, in dem die Worte roiebergegeben sind, die Hauptmann CroS an Lathams Grab gesprochen hat. Hierin sind alle Einzel­heiten von Lathams letzter Jagd enthalten. Am 25. Juni lan­dete Latham am rechten User des Schari. Wenige Minuten später schoß er ein Rhinozeros auf 25 Schritte Entfernung an. Tie Kugel traf das Rhinozeros in der Schultergegend, aber Lathams Gewchrlauf war unglücklicherweise durch Sand verstopft gewesen, und bei dem Schüsse Platze er. Latham entriß fosort

In der zweiten Gruppe finden wir dann die Einrichtungen für die Gesundheit, aufrichtiger: die Einrichtungen Tür die Ver­meidung der notwendigen Großstadtschädigungen. Ter Straßen- bau, die Kanalisation, Reinigung der Wwässer, Straßeniäu berung, Müllbeseitigung, Wasserversorgung werden von staat­lichen Behörden, Hochschulanstaltcn, Städten, Firmen und Pri­vaten in Modellen und Plänen dargestellt. Eine Ausstellung, die alle Besucher fesselt, zumal sic ihnen sagt, welche wohlum- begten Sorgenkinder sie sind, ist di: Ausstellung für Rettungs-

wärts gewandte Schöpfer ihre Gedanken durchsetzen: der Hei- matfchutz hat einen breiten und mit allerlei Schönem erfüllten Raum auf dieser Ausstellung. Historische Pläne zeigest die alten Merkmale und Unterscheidungen der Städte und fordern dazu

Aus heften.

Darmstadt und die Fletfchteuerung.

bs. Darmstadt, 9. Sept. In einer am letzten Frei- lef ubgehattenen Sitzmrg des sozialpolitischen Ausschusses l.i Stadtverordnetenversammlung gab Bur­in meist er Mueller Kenntnis von dem Inhalte einer ui das Großherzogliche Ministerium des Innern und an itu Reichskanzler abgesandten Eingabe in der Frage der sflcischteuerung. In dieser Eingabe heißt es, daß tej Metzgergewerbe einerseits mit Schwierigkeiten zu Jimpfen habe und daß andererseits die Bevölkerung, na- n ii. lich aber die unteren und mittleren Klassen, nicht mehr ii der Lage sind, den notwendigen Fleischbedarf zu decken, pejer außergewöhnliche Zustand fordere außerordent- I..he Maßregeln. Es wird dann in dieser Eingabe |t:(ingt: 1. Erleichterung der Bicheinfuhr vom Ausland; L Einsuhr von iin Auslande geschlachteten Wich, die heute nitter § 6 der Vorschriften für die Unter- ftKiunq des in das Zollinland eingehenden Fleisches zu ^en hat; 3. die Einfuhr von gefrorenem Fleisch wird als tninjchenswert bezeichnet und naher begründet und 4. wird in der Eingabe hervorgehobcn, daß das zu Markt gebrack)te

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesien

Großvieh in der Qualität, der Mästung und dem Gewicht zuruckgegangen sei, was auf die fcbledncn Ernteverhalt­nisse zuruchzusühren ist. Auch das Abhängigkettsverhält- nis der Metzger zu den Händlern bedingt zum Teil die höheren Fleffchpreise Tic Einfuhr von Fleisch und D eh aus dem Auslände würde daher insofern ausgleichend wir­ken, als der einheimischen Landwirtschaft zziehr Zeit ge­lassen würde, schlachtreife Ware zu produzieren. In der Eingabe an den Reichskanzler ist auch der Antrag auf so- orttge Einberufung ocs Reichstages gestellt An dte Mitteilung dieser Eingaben an den sozialpolitischen Ausschuß schloß sich eine Aussprache über die von der Stadt elbst etwa zu ergreifenben Maßnahmen.

ist: Ter Mitgliederbestand weist 1442 Name:t aui. darunter be­finden sich 1298 Ernzelmüglieder. 10 Behörden, 40 Vereine und 94 Gemeinden Wenn auch die Zahl der Ernzelmuglteder eöva« sank, io ist dies nur ein relatives Zurückgehen, da ftd) zahlreiche Personen einzelnen Vere nen anschlossen. die dem Ver-ine körper- dahlid) angehören. Heb krall ist in den Vereinen mit großen sicht­baren Erfolgen gearbeitet tnorden Neu bildeten fid) bie mtci#- vereine von Tieburg unb Bingen Freiherr von Berleplch wurde zum Ehrenmilglicde ernannt. Ein Antrag des Mainzer T i e r s ch u tz v e r e i n s. die Regierung um Maßnahmen gegen den Vogelmord in südlichen Ländern zu ersuchen, wurde dem Ministerium übermittelt. In Tarmstadt wurde eine Vogel »chutz- ftation eingerichtet, an der bis >eyt drei Lehrgänge für Vogelschutz stattfanden Tie Beteiligung hieran war recht gut. Autzerdem wurde ein Kursus für höhere Forstbeamte abgebalten Kleinere Kurse fand-'n aus Veranlassung der betreffenden KreiSämter in Alzen und Bingen statt. Weitere wirksame AufNärung über den Wert des Vogelschutzes aefdxib durch Vorttäge, Ausstellungen unb die Presse. Von besonderer Bedeutung war eine Ausstellung auf der Burg Klopp in Bmgen. In der Anlage von Vogelschutz- g e h ö 1 z e n hat sich besonders Rheinhessen hervorgetan, dos' zahlrcicke W a s s e r h o cb b e b ä 11 e r mit Pflanzunaen versah, so 37 Behälter im Kreise Oppenbrim, 23 im Kreise Worms und 10 im Streife Mainz, wofür stiege amt 1080 Mark ausgeworien wurden. Auch im Kreise Alzen sind 24 Behälter bepflanzt worden, jefct soll der Kreis Bingen in Angriff genommen rotrorn.

In Offenbach sind mustergültige Anlagen gcsck^ffeii, eben- o in Tieburg; in Neu-Jfendurg en'.stand ein sehr rühriger AuS- ckuß Für Ober Hessen haben die Kreise Friedberg und Büdingen und die Stadt Gießen durch Anlage von Ge­hölzen vorbildlich und anfeuernd gewirkt.

Lebhafte Klagen fuhrt man über das Verschwinden der Hecken und Gebüsche bei den Felbbereinigttngen, wodurch Vogelwclt und SckK'nheit der Landschaft in gleich, r Weise Scktadew leiden Eine Eingabe an das Ministerium um Schutz dieser Heckor brad-te bei den Bereinigungen in Oberbessen gute Erfolge, besonders in den Kreisen Friedberg unb Büdingen, wo man Vogel- schule Hölze stehen lieft oder anlegte. Als unmittelbare GTfoln« fann Verband ei erfreuliche Zunahme der Vögel in ganz Hessen'verbuchen Beuiiche, die der dekanme Vogelsorscher Pfarrer Vogt Niedernhausen i. O. mit der Einbürgerung von 'Jiadrtt- gallcn anstellte, scheiterten leider. Ter Kreis Oppenheim bat besonders dte Katzen wirksam bekämpft unb die Friedhöfe zu mustergültigen Vogelschutzanlagen eingerichtet. In der regen Be­sprechung forderten u. a. Lehrer L>e l b st-OppenInnm scharfe Kanind.enbekämpfung, Pfarrer Schwabe- Scebach Sperlings- Vernichtung unb Lehrer S t o ck - Tortelweil Einrichtung von Licht- bilberoorträgcn Ä

Tcr Voranschlag für 1913 sieht ttt Einnahmen unb Aus­gaben 2188 Mark vor; 1130 Mark sollen für Vogelschutzanlagen, 400 Mark für Ausbildung von Mitgliedern Verwendung finden.

Hieraut hielt Baurat S ch ö b e r l e - Tarmstadt einen durch viele Lichtbilder unterstützten Vortrag überDie Gefahren der Ueberlandzentralen für die Vogelwelt". Mit einem Runbgang durch den Park und bie Quelleuanlagen unb einem gemeinsamen Essen im Teichhaus schlaft die Tagung. Zum Ort der nächsffährigen Versammlung wählte man Offenbach.___________________

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Die Entsetzung Marrakesch;.

DaS Ariegsglück hat die Franzosen in Marokko wieder mal begünstigt. Es ist einer ihrer Truppenabtcilun- aelunaen, nach Marrakesch vorzudringen und die dort geschlossenen Landsleute zu befreien Es soll unter Einheimischen sogar eine Gegenrevolution gegen El c ausgebrochen sein; vielleicht ist dies jedoch eine fran- ische Uebertreibung. Es scheint, als ob das finanziell gesogene Land keinen einl)eitlichen Widerstand mehr leisten vermag. Wir erhalten folgende Meldungen Paris, 9. Sept. Mehrere Blätter veröffentlichen er Vorbehalt einen Funkenspruch aus Rabat, daß ein r. Mesra Mechra den Abbu eingetroffener marokkanischer (Nttf&otc gemeldet l)abe, daß die Kolonne Mangin m 7. Sept, nach einem heftigen Kampf in Mar > takesch eingedrungen und die dort gefangenen Franzosen befreit habe. Der Prätendent El Hiba jfi entkommen. General Li autey begibt sich heute ' iad) Mesra Mechra den Abbu, um erforderlichenfalls auch kr unter dem iBefehl des Obersten Gueydon stehenden Uruppenabteilung die Weisung -um Marsch nach Marrakesch yi erteilen

F Easablanca, 9. Sept Ein Telegramm des Obersten tangrn von gestern meldet, daß eine Abteilung des ms unter Befehl des Majors Simon, nachdem sie die ihr kr.tgegcntretende feindliche Abteilung bei Sidi bu

22 Kilometer nördlich von Marrakesch, lurückgeschla ge n hatte, am 7. September nachts in rett Palmenhainen von Marrakesch angekom- itn ist. Mehrere Abgesandte der treu gebliebenen Kaids ^»achten die Mitteilung, daß eine allgemeine Bewegung 3egen El Hiba sich zeigen würde, sobald französische achpen eintreffen. Die Abteilung erreichte am 8. Sept. Morgens um 8 Uhr Dar el Mochsen und fand unsere Lands- Ikuik befreit, dank der Untcr/tützung des Kaids El Glaui. ßlHiba ergriffvor der ausbrecheiiden Gegen­revolution die Flucht, verfolgt'von dem Gewehr­srur der Fran^zosen und der Bevölkerung.

Eine Meldung aus Easablanca vom 8. Sept, bestätigt, taß die in Marrakesch befindlichen Franzosen <m 7. Sept, befreit worden find.

Paris, 9. Sept. Aus Anlaß des glücklichen Aus« Saupes des Marsches nach Marrakesch ist Oberst Man* 5111 zum Kommandeur der Ehrenlegion er» mimt worden.

Die erste bayerische Hliegerstation.

Zweibrücken, 8. Sept. In einer geheimen Be ratuna des Stadtrats machte Bürgermeister Rosinger Mitteilung von einem Wunsche der preußischen Flieger ft ation Metz auf Errichtung von Flugzeug­schuppen auf dem Gelände des großen Exerzierplatz hier, um den Metzer Flugoffizieren häufigere ÜcbcrIanb-_ und Uebungsflüge nach Zweibrücken zu ermöglichen. Ter Stadt rat beschloß einstimmig, dem Wunsch Folge zu geben und die nötigen Arbeiten zur Errichtung der Flugzeugunter- kunftsräume sofort in Angriff nehm en zu lassen. Durch diesen Beschluß erhält Zweibrücken die erste bayerische Flicgerstation. ______________________

Kirche und Schule.

Gin deutscher Pfarrertag. Vorn 9.13. Sept tagen, zum ersten Male in Stuttgart, die Wgeordneten der 33 deutschen evang Pfarrervereine. Sie oerttcten 12 250 deutsche Pfarrer, die im Verband der evang. Pfarrervereine verbunden ,'inb Wie es in der Art solcher Organisationen liegt, wird ein gut Teil ihrer Verhandlung der Organisation selbst unb den Stanbesimer effen gellen Aber bei der engen Verbundenheit des Pfarrerstandes mit der Kirche unb dem Volksganzen ist es selbstverltänblich, baß auch Fragen von allgemeinerer Bedeutung auf der Tagesordnung stehen. So z. B.: dic Organisation der kirchlichen Arbeit; die Frage des Einheitsgesangbuches: Gegenmaßregeln gegen.das Kol portageunwefen: Schaffung einer Familienblbel: Entschließung zum Jefuitengefetz und dem Hertlingfck>en Umdeutungsversuchen, und als Hauplthema die Jngeirdpile,e.___________________________

Die italienisch-türkischen Zricdensvorbereitungen.

Der Konstantinopeler Korrespondent derNeuen Freien Presst 'on einer eingeweihten Persönlichkeit erfahren haben, daß die italienisch-türkischen Friedenspräliminarien von den tbeiberfeiligen Unterhändlern namens der Regie­rungen am iMittwoili, dem Bairam-Feste, unter^zeichnet, je­doch bis zur Eröffnung der Session der Kam­mer gcdeimge halte ii werden. Ohne formellen Waffenstillstand verpflichtet sich 'Italien, weitere An­griffe auf die türkischen Küsten und Inseln e in zu stelle n , wogegen die Türkei die allmähliche Rück­kehr der aus gewiesenen Italiener als deutscher Schutzgenossen sttllschweigend gestattet. Die militärischen Lperattonen in Libyen bleiben von dem Abkommen einst­weilen unberührt, sollen aber möglichst eingeschränkt werden.

iittebau erwachsen.

In fünf Gruppen ist bie Ausstellung gegliedert: ^tabtebau. L-nchtungen für die Gesund beit, Einrichtungen Tur tue Kran "Wflege, Hochbauten und Industrie. Die erste truppe ^tgt r-«chst Bebauungspläne unb Wegekarten. Da erkennt man deut 12, wie der moderne Berkebr und vor allem die Kranwagen tmiblig zu ihrem Rechte kommen. An den Wegen, die wie hibabnen ab geschossen er Kugeln aus den^-Ltadten in^ -and f^isschnettcn erkennt man Gewalt un 0^cj ^sen in der sich das moderne Feuerlöschwesen in seinem ganzen

Man steht Stratzendurchbruche und ^utzv«legung.n die n. m m ocr vorsinttttttlich anmutenden historischen

Stifte. rudJ^uiitdlung des Fcu°-w-hrmus-um- G-ls-nkirch-n W s.ch m

fein gesteigerter Wirkung alles das ab, was heute zum Bestände einer aufs beste ausgerüsteten großen Feuenoehr gehört.

Es folgen die Abteilungen kommunales und privates Gesund­heitswesen: Badeanstalten, Entstaubungsanlagen, Desinfettion, Walderbolungsstätten, Wohlsahrtseinrichtungen aller Art, Ratten- unb Mückenbekämpfung unb Tierschutz. Dann aelangcii wir not- roenbig wie von ber Ursache zur Wirkung fortschreitend von diesen Einrichtungen für die Gesundhell zu der nächsten Gruppe; Einrichtung für Die Krankensürsorge, Krankheitsbekämpfung unb -Verhütung. Zahllose Mobelle unb Pläne zeigen Krankenhäuser, Siechenhäufer, Erholungsheime, die inneren Einrichtungen ber Krankenanstalten, bie Maßregeln zur Verhütung von Volkskrank- beiten, die Besttebungen ber SLuglingsfürsorge unb ber Tu» berkuloscbekämpfung. Tie Düsseldorfer Akademie für praktische Medizin bat bie Ausstellung mit einer umfangreichen Samm­lung medizinischer Präparate beschickt, die sehr lehrreich sind, wenn man erst das Gruseln verlernt hat.

Tie Dierte Gruppe umfaßt Hochbauten. Die Räume sind erfüllt von der großen Gebärde ber Städte. Alle Prunkbauten marschieren laut auf und predigen laut Schönhell, Kraft und Willen der Städte. In der fünften Gruppe endlich ist eine kleine Industrieausstellung zusammengetragen, die allerdings für Stabte einer weniger inbuftriercubcn Gegenb schon eine Ausstellung für sich wäre. Hier haben hauptsächlich die Jnbustrien ausgestellt, deren Tienst den Städten gewidmet ist.

Um den Nichtfachleuten den Besuch ber Ausstellung nutzbrin­gender zu machen, werden täglich Führungen veranstaltet. Wie modern die Ausstellung ist, erkennt man, um einen kleinen Zug anzuführen, auch daran, daß sie ein Lichtspieltheater um­faßt, bas zeigen soll, rote die neue Bewegung, ohne baß man ihr durch kleinliche Schikane schabet, in bas richtige Fahrwasser ge­leitet werden kann Für die Frauen werben ba;u noch intet» cisanie Vorführungen in Schul- unb Lehrküchen veranstaltet, so baß auch iie zu ben eifrigen Besuchern zählen. Unb so rechtfertigt biete Ausstellung auch wieder ben guten Ruf der Ausstellungsstabt Düsseldori. Nicht nur ber moralische Erfolg, mit dem sich ja alle Ausstellungen brüsten, ist vorhanden,^ nein, was man bet einer solchen Ausstellung kaum annehmen sollte, sie ist auch ein finanzieller Erfolg.

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Ausgaben öcs modernen Städtebaues.

Zur Düsseldorfer Stäbteausstellung.

Die Kulturausgaben der Städte haben in den letzten Jahr- fluten nicht minder als ihre Bevölkerung zugenommen. Deutsche Duftric unb deutsche Städte sprechen beute wohl die stolzeste Hiradie vom Aufschwünge des Reickies. Und wenn auch roobl KS aus der alten Sehnsucht des Deutschen, teils aus der lüditcrung nach allzu heftigem Genuß geboren, allmählig eine »weise Rückkehr zum Lande sich vorbereitet, so werden dotti bt Städte kaum zurückgehen, unb ihre Aufgaben werden wahr kchinlich nur noch wachsen. Wie saft gewaltsam der Autichwung bi Großstädte ist, das kann man nirgends bester w-n als in dieser Anhäufung von Groftstädten im rheinisch-west- rischen Industriegebiet. Von heute auf morgen verschwinden Kjier, eml*teben neue Straßenzüge, werden Verkehrswege er. itzjia ien und verschlingt die Industrie ganze Viertel.

Den vielfachen Aufgaben ber Städte entspricht die Zahl der t-slcr, die in ihrem Dienste sckraffen müssen. Die beften .Kopie eben gebraucht, um allen Anforderungen aui J>ad Beste ge- $>t zu werden. Zuerst haben sie alle an ihrem -teil gearbeitet, v> in ihrem von ber Minute gebrängten Eiser sind fie oit bhnb ! tenemauder hergegangen. Wlmählig aber bat man dem -toert lenüber die nötige Ruhe gewonnen, und man hat eingenchen^ I |i eine Stabt ein lebendiges Ganzes bleiben mutz, und wie es ; 5halb nötig ist, daß auch bie, bie am Werke sind, sich »uiammcn- 1 Isst eßen unb einanber die Arbeit zureichen. _...

Alle Gebiete tragen nun ihre Erkennmis zu einer -Ismen« i:ft zusammen, zur Wissenschaft des Städtebaues, und an t ein er ^srnschaft kann die Allgemeinheit mehr Jnterene haben, bti- ib ist cs auch richtig, daß die neueste Zeit die Erkenntnms t Städtebaues der Allgemeinheit in Ausstellungen zugänglich 1 machen versucht. Berlin lind Düsseldorf hatten zuerst stabte- ; eiausstellungen. Die diesjährige Tünelboricr Ausstellung nennt fc bereits Stäbteausstellung, denn sie ist umfaßender als jene Ai-fiellunqcn, sie will einen Uebcrbluf über alles geben, roa.- U der Stadt unb ihrem Werben gehört. Wir können hier nur nm kurzen llcbcrblid über diese Ausstellungen geben, der zu 4Hdb eine Darstellung der Ausgaben enthält, dte dem modernen