Ausgabe 
8.2.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten,

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Mar Reger.

Biographisches.

In dem soeben fertiggestellten amtlichen Verzeichnis der Reichslagsmitglicder werden die Parteien m folgender Stärke aufgezählt: Sozialdemokraten 110, Zentrum 90, sJia tionalliberälc 44, konservative 43, Fortschrittler 42, Po­ren 18, Reichspartei 14. Die fieutcreit Fraktionen, deren Mitalicdcrzadl insgesamt 36 beträgt, werden den Wilden -ugczählt, darunter Gras Posadowskn und Warmuth, bic beide zweifellos zu der Rechten gehören: ferner Dr. Becker und Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim (Natl.) sowie Graf

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tdi An flau g findet.

Die Thronrede enthält außerdem in der Einleitung, ie in ihren Schlußsätzen Wendungen, die den Eindruck itter Bezug nah ine aus die großen Vcrsck iebnngeu in der Mscnnmensetzling des iieueu Reichstags erwecken. Nachdem r int Anfang als das Ziel des kaiserlichen Handelns bezeichnet ist, dasfeste Gefüge des Reiches und die staatliche Ordnung unversehrt zu erhalten", heißt cs am Ausgang der Thron­rede, der Kaiser blicke im Vertrauen auf die gesunde Ktasl des deutschen Volkes über die Kämpfe des Tages hinweg "mit Zuversicht in die Zukunft des Reiches. Das kann nur io verstanden werden, daß der Kaiser in Uebercinstimmuug mit den Bundesregierungen und dem verantwortlichen Reichskanzler, sowie auch in Einklang mit dem weitaus iU'muicgcubcn Teil der nationalen Politiker unb mit dem vorigen Kanzler der Ucberzeugung lebt, das deutsche Voll sei stark und gesund genug, nm auch die erheblich gewachst ne >ozi al demokratische Gefahr aus innerer Straft, in .natürlicher Entwickelung der Truge, d. h. ohne k ü n st l i rj e Mittel oder gewaltsamen Eingriff zu über* |tv inb c n. In Zusammenhang mit diesen Gedankcngän«, en ; steht denn auch die erfreuliche Versicherung, das; die sozi ile i Fürsorge den hervorragenden Platz, den sic in der KJtii3id»

gültig zn schließen

Tie Frage des Reichstag-Präsidiums.

Berlin, 8. Febr TerBerliner Lokalanzeiger" mel bet: In der Frage des R c t ch s t a g s p r ä s i d i n m S ist noch keine Einigung unter den Fraktionen zustande getom men. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, macht die Sozialdemokratie auf die Besetzung der Präfi bcntcnftelle keinen Anspruch, forbert aber ben P o st e n bes ersten Bizepräsibentcn für sich. Danach liegt es bei dem Zentrum, den Präsidenten zu stellen. Man nennt auch schon Professor Tr. Spahn alS Nachfolger des feitf)erigeit Präsidenten Grasen von Schwerin Löwitz, während ein N at ional l iber aler zweiter V ize Präsident werden soll. Bor der Fraltionssitzung, die gestern abend erfolgte, sand zwischen den Abgeordneten Pros. Dr .S p a h n und B e b c l eine Bcipr c d) ung statt, bereit Ergebnis unbelannt ist. sollte das Zentrum den Prasidentenposten ablehnen, so dürste Prinz zu schönaich- Earolath oder Professor Dr. Paasche Präsident werden Die Konservativen lehnen ihre Beteiligung an dem Präsi­dium rundweg ab, wenn ein Sozialdemokrat hierfür in Frage kommt. Die Verhandlungen unter pen Parteiführern werben heute vormittag fortgesetzt incrbeit Man hofft, daß sich bis zum Beginn der auf heute nachmittag 3 Uhr an beraumten Plenarsitzung doch noch eine Verständigung er­zielen lassen wird.

Das amtliche Berjeichnis der Reich-tagsmitglieder.

stäirdlgcr Gesundung gelangen würden Also auch h»cr lediglich die fast ostentativ kühle Anerkennung dafür, d a ß, nicht aber dafür, wie die erforderlich gewesenen Beträge beschosst worben sinb. Es schwinbct damit wir sagen bas allein zum Zweck objektiver Feststellung, jedoch nicht um eine neue Erörterung hcrauszubesck.wören wohl die letzte Hoffnung der für bic Reichsfinanzreforin verant wörtlichen Parteien, von feiten der Regierung ein wärmeres Lob oder überhaupt ein Lob für ihre sozial nicht zu recht fertigende Steuerpolitik noch nachträglich zu erhalten. Aber diese irrwartung mar ja wohl schon vorher ausgegeben, so daß es wirklrch im Sinne positiver Arbeitspolilik liegen würde, die Akten über die Vorgänge von 1909 end

Die tanzmüden wiener.

Vorläufig wirb es als Geheimnis gehütet, daß die Wiener ihre Bälle schon ziemlich satt naben und überhaupt tanzmüde sind. Aber aUmälHich ist es ein öfsentlicheS Geheimnis geworden. Na* türlich klingt es überraschend, denn nran kennt kein Volk, das mit solcher .Hingabe sich im Tanze zu drehen versteht, wie die Wiener, namentlich die anmutigen Wienerinnen, denen die Musik schein­bar im Blute mitströmte. Der Gipfel der Tanzbegeisterung war allerdings schon damals erklommen, als Johann Strauß int Ballsaal seinen Fiedelbogen schwang und damit das Tempo zu seinen eigenen ewigen Walzermelodien angab. Man wußte, daß cs nicht höher geht, als dieser alles vergessende Taumel der hin^ schleisenden Paare, dieses von Glanz übergossene, stürmisch wogende Menschenmeer. Es kam noch eine Renaissance, als alle Wiener Operetten sich in Tmrzstückc verwandelten und mit ihren Rhythmen die Welt eroberten.

Der Walzer auf der Bühne steckte die Leute int Parterre an, und in den Ballsälen gings wieder in verstärktem Grade los, im Seckssckritt, im Dreischritt, oder auch nach Vorstadtartschic- berück" Doch bic Tanzoperette wirtschaftet allmählich ab, und schneller noch erlischt der Glanz der Bälle. Es gibt einen sicheren Pegel dafür: die Fürstin Pauline Metternich Sie hat sich aus dem Tanzsaal völlig zurückgezogen. Seit vielen Jahren aber waren die Redouten, deren Devise Fürstin Pauline ausgab, und die darum ihren berühmten Namen trugen, der Elou eines jeden Winters. Znm erstenmal findtt diesmal keine Metternich-Redoute statt. Tie Fürstin tagt zwar, daß sie für diese Dinge zu alt a, worden sei und sie jüngeren Mräften überlassen wolle. Aber sie bat keine Nachsolgerui, die so viel Jugfraft besäße wie sie oder m viel Erfindungsgabe und Energie, und wahrscheinlich glaubt sie auch nicht ernstlich trotz ihrer Jahre, daß sie alt sei, weil das Frauen niemals recht glauben, selbst wenn sic rannt lolCtncrcn. Sie bat teboch eine richtige Witterung für die Stimmungen des Publikums. Und sie hat längst bemerkt, daß die Wiener wohl noch ihrem Ruie folgten, aber nicht mit dem Herzen bei der Sache waren. Tas ist durchaus begreiflich. Sie haben seit nun hundert Jahren unermüdlicher getanzt als irgendein Volk cui der Erde. Nun sind iie eben gesättigt. Zuerst rour» den sie durch die großen Bälle ernüchtert. Diese vrnnk- i'ollen Bälle erstarrten int Laufe der ^ahre zu repräsentattven Festlichkeiten, bei denen ber Toir. in den .Hintergrund gedrängt ist Nicht die jungen icnonen Mädchen, die darauf brennen, eine berauschend fröhliche Nacht ;u durchleben, sind bic .Hauptsache, ionbmi die würdevollen vornehmen Patronessen,I>ie feierlich ein» ziehen unb aus der Estrade Hoi lullten. Diese Feste wurden zu einem gcsellsckiastlichen Parademechanismus, der jeden langweilt, der weniger auf otc Bedeutung seiner Anwesenheit und Bcttretuna . seiner Würben bedacht ist als auf Amüsement. Unb^btc jungt Well ergriff vor btejen Festen, wo sie konnte, bic Flucht.

£ie fand ja euren vorzüglichen Ersatz: den WürleritzoLt. st-

iv.bieritaitMg nfabrtjbtf * ,aU-ioncni'it;- Sb, z»1* sslände uii»-* jrung von r® ( erden- ,,« en nnd

1912 an dE nfev. ^creuAg

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Vie Lage in Bayern

In München wirb nach einer Pressemeldung mit der Mäglichlcit eines ll c b c r t r a g e n s b c r Regentschaft aur ben Prinz en Ludw ig, wie mit ber Bildung eines ganz neuen Ministeriums gerechnet Der Prinzregent will schon in den nächsten Tagen nach Berchtesgaden reifen. Graf v. Podewils ivirb Oberhofmeister werben. Das zurzeit bic Geschäfte führenbe Ministerium ist seit ber Einreichung seines Demifsionsgcsuchs ohne Fühlung mit bem Regenten

DasBerliner Tageblatt" mclbct aus Augsburg: Nach dem Ztlsammcntritt des Landtages dürfte es gletev zu einem Slanbal kommen. Tie liberale Fraktion der baycrischeit Abgeordnetenkammer wird an die Regierung die Frage stellen, wie die Regierung und einzelne gewisse Minister dazu getont men sind, während der Wahlen dem Zentrum geheime Wahthilfe zu leisten. Ties Vorgehen stützt sich angeblich auf tatsächliche Ereignisse. Die liberale Frattton will ihr Vorgehen unter Beweis stellen.

lismarckstr.lßlj Iraugasso 11 v rutenbergiti.U;

Vilhelmstr.Sni üd-Anlage 23E Vühehnstr.511 II nedrichstr.liE lüblstr. 83 j Neustadt 7811 Valltorstr. 731 lismarckstr. 16 Diezstr. 12 Jebigstr. 63 Jebigatr. 87 LI. vudwigsplatz jöwengasse 5 Vilbelmstr.

ürchstr. 2D ilarburger btt-? larburger btt.« ilarktplatzjSE \euenweg 60 tandgasse 11 'rankt Str.®? Neuenweg N s'euenweg b). 3ahubo(s'.r. w t|vüf)r. fttetä 1)1 tverfer inr Sen. hypolb-1*

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getreten.

Die Wirtschaftliche Vereinigung deS Reichs­tags beschloß, so teilt das Wolffsche Bureau mit, von einer Neutonstituierung abznfchen Der größereTeil der drei­zehn Abgeordueteit, die sich bi.cher zu dieser Fraktion vor einigt patten, schließt sich der t o u s c r v a t i v e n R e t ch S l. a g s f r a t r i o u an. Ein Keiner Teil tritt zu der Gruppe Bruhn Werner über, der Rest bleibt wild.

Die Unruhe» in Persien.

Petersburg, 7. Febr. (Petersburger Telcgraphen- Agentur. ' Der russische Konsul in A st e r a b a d mel­det c r it ft e Unruhen, Morde und Raubanfälle in der Provinz Mafanderan. Es herrscht dort völlige Anarchie, da sich tn diesem Gebiet der Mampf zwischen den Anhängern des frül/ercn Schuhs und den Verteidigern der Regierung abspielt. Die örtlichen Behörden sind machtlos. Die Trnp- peu des Schahs find in großer Unorbnung, und es fällt schwer, die Turkmenen und anderen Anhänger des Schahs davon abzuhalten, Barscrusch zu plündern. Der örtliche Handel ist deshalb ganz eiiigeftcllt worben und die Kauf­leute bezogen aus Furcht vor dem Tode in großer Zahl .. ein Asyl in der ruffifcheu Monfularagentttr in löarferufdr Zn Anbetracht der augenblicklichen Gefahr für Leben unb Eigentum der ruffifcheu Untertanen hat ber Konsul um 93er ftär Junge n der Truppen gebeten, da bic in Aster ab ad besinolickMi zwei Sotnien Kosaken mit zwei Ma­schinengewehren unzulänglich seien. Desgleichen haben bic Vertreter von Moskauer Firmen, bic in Masanberan Hanbel treiben, den Minister des Aeußcrn telegraphisch um Schutz gebeten. Es sind zwei Kqmpaqnien Infanterie mit zwei Maschinengewehren unb zwei Gcbirgsgcfchützen nach Astera- bab, eine Kompagnie mit zwei Maschinengewehren nach Bar- seritsch unb eine Kompagnie nach Mefchebifer geschickt worben.

geschlf 1907 wurde er Professor, 1908 Ehrendoktor ber I philosophischen Fakultät zu Jena, zu deren Iubtlanm er etne Mantate tamponiert ljatte, 1910 Ehrendoktor der mebiziniichen Fakultät zu Berlin, gleich Raabe, Thoma, 1911 Gcneralmujik- birchor und Letter der Mciiünger Hofkavelle, wohl zur gront.it llcbcrrcjdrung der musikalischen Welt, zugleich aber zur Erfüllung des größten und höchsten Wunsches, den Reger je gehegt hat.

Die Märchen von tausend und einer Nacht.

Die Märchenerzähler int arabischen Viertel von Kairo oder in ber Altstadt von Tunis erzählen längst Nicht nicht von den Begebenheiten der tausciid unb eine Nächte: bic Gestalt bes alten Helben unb Dichters Antar ist ihnen lieber. Waljnmd ,o tin Orient sich bie Märchcnsammtttng1001 Nacht" nicht mehr bcr einstigen Volkstümlichkeit erfreut, ist sic in Europa populärer beim je Es existieren ini allen Ländern bie vcrjch'cdenttcn Aus- gaben,* unb erst kürzlich hat einer ber größten bentschen Berlage zwei Zugleich in bic Welt gehen lassen

Es sinb jetzt etwa zwethunbett Jahre, datz bic arabische Sammlung1001 Nacht" in Europa bekannt würbe. 3um ersten Male hat iic A Gallanb übersetzt 617041; er hat bic nltoricnl Ni­schen Sto'ie im Stil seiner Zeil, des fyaten Rokoko, h verarbeitet, aber im ganzen ist diese llebcrtragung bock reckt vcrbtcnNoott. Bc incrkensnn-ct ist, daß einige bei berühmletz-it Geschichten aus Gal lands llebersennng sich im arabischen Original nicht fanden: es sind öaAAli Baba uno bie vierzig Räuber", ,,^as Märchen von ben zwei ncibiscken Sckwcstrrn",Prinz Achmed unb bic tycc Pari bami" Um so inleressanlcr ist daher bic ctrage nach Gallanbs s'ueiicu Heber sic hat Professor Karl Dvrott m einem vor b-r Münchner Orientalischen Gcscllsckaü gehauenen Borttag referiert. Tas von Galtanb benutzte Hauvtrnanustript ip, wie 1888 idjii vin Y) Rotenberg nackgemiescn wurde, bic älteste >?anb'chriU bc-:- Bucke - bic wir haben. Daneben hat ber Franzose bic munblid tn <Mcriditc eilte-- Snrcrs namens Hanna bcmiRt. Tic altclte Hanb schriir nun ist tem 14. Iadrhunbert zuzuivcucn: schon im 10.^>al>r hundert aber bat eine Märchensammlung unter bem Titel mieno ^lädtc" criftiert Viel weiter zurück aber last iid; bn Merit bcr äaiucn Sammlung verfolgen, bie bekannte Rahmenerzählung, erscheint bereits im zweiten vorckriMichen ^ahrkau'enb, uno ihr heat eine Gesckichte aus der ver'l'chen Kontgsjage -ugrunde, die auck vom Verfasser bes Buches,Esther irn,hebräischen BibeUanon benutzt würbe. Tie mxf ungclöjtc Frage ist nun bic: Enthalt tue uit-- überkommene Märckensammlung aiiBcr bcr Rahmen».r- ähInng lisch weitere BcstanbteÜe bes alten, int 10. Jahrhundert abgetaßten ^crfcA v ^ie--- Problem ist weit wicküigcr als bic btshntgen Forschungsergebnisse, die eine Scheidung der Geschichten in 'ücke persischen ägnmischen und bagdadischen Ursprungs gezeitigt 1 '-'.en. Vielleicktt ist, bie Lösung der Frage von einer auf ber ul. Handschrift basicrenden Textausgabc und von bcr Doramdim en­den Erforschung bcr arabisch ägyp.lii.cheu Litcratm. des Muttl- alters äu erwarten..

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i gesetzgebung cmnimmt, auch fernerhin behalten würde. Be-S Oppersdorfs, der, nnc der .,'Vorwurts Ewet von^ d fanntiid) sind schon sür diese erste Tagung mehrere ttu der Zentrumsfraktion keine Einladung zur ^ttwn.fitzung er 7hronrede nicht erwähnte)'sozialpolilischc Vorlagen in B irT palteii hat, also vom Zentrum abgclehnt wird. Jlv,.. i I p t- bemtung; Darunter ein Entwurf über bic Sonntagsruhe, [tauten b er 92 a 11 o n a 111 b c r a reiben bic Ab-

I Endlich erscheint uns die Art hervorhebenswert, in [geordneten >xld, Meischbaum und Mleye ang.fuhil^ --r. welcher Die Thronrede ohne ersichtlichen äußeren Anlaßi Kerschensteincr und^ver Lothringer Loefer werden der ^o r t die Lage Der Rei chsf inauzeu berührt. Sie beschrenli 8' chri tt lichen -VolksPartei al-, HosP J* aIl * R sich nämlich auf die kurze Fe st frei lung , daß die Finanzen ügezählt. Die Lothringer ^rrdeck, -eveque und ^chatz^und einenfesten Halt gewonnen" haben und durch Befolgung)die Drei Bauernbünbler Bachmayr, Hestermann un^auL der bisherigen strengen (Sparfamkeits-) Grundsätze zu voll» j figurieren in dem onizicllcu Verzeichni^^ildc^^Lw

'veck-b-H iite' 5(11«^ ,

Sülflliebct hcA I »Mini - 9- m. b. H.

Qni 1- 3uli W» M. Ls iuni 1911:

Mk. 27 len sich im «oti 1/11 mithin um 5ILM

i- 6. Febr. l!ie Ter 'lloritae

iteitZiFTK ongs-Xafhw- weg 26 - TcLBj vermieten;

r |bieKreuzzcitung" aus bester Quelle erfährt, sind Die Ab- ,1 geordneten Vogt-Hall und Vogt-Erailsheim Der deutsch- o n s c r v a t i v e n Fraktion als Hospitanten bei-

nr. 55 Erstes Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 8. Scbniar (912

LGiehenerAnzeiger

I S-dakiw?/UL K/ volinschen Teil: August

SSSr General-Anzeiger für Gberhessen ZDM

I r* 1 * * * V. & r^aae- nmninec Kototioitsörud unb Verlag der vruhl'schen Univ.Guch: und Steinöruderei R. tange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Heß' lür den ' tS vormittags 9 Uhr. vüdingen: Zernsprecher Rr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.__Anzeigenteil: Beck.

Reid)stag$eröffnung.

Ter neue Reichstag wurde am gestrigen Mittwoch bom h« toifer, welcher die Thronrede persönlich vorlas, nach her V üchrachter, feierlicher Weife im königlichen Schloß will kommeii geheißen. Die Rede ist kurz und knapp gehalten .

; tmjpredjciiD der Knappheit des Arbeitspensums, das ! diesem i-rstcn Tagungsabschnitt angesichts der beschränkten !».ieitverhälmissc nur auserlegt werden tonnte. Aber iie bc b gitügt sich trotz dieser Kürze doch nicht mit der reinen .Her jablung der gesetzgeberischen -Aufgaben, von denen der Ent ivurf zur Erl;altung-des Deutschtums im Auslände unb die Ldkhrkraftvorlagen genannt wurden. Tiefe mit der fnmpa ihiid)cn und bedeutuugsvolleit Begründung: Tas Gedeihen njcrer Werke des Friedens daheim und über Scc hänge on ab, daß das Reich mächtig genug bleibe, um feine na» nänale Ehre, feinen Besitz und seine berechtigten Interessen n bcr Welt jeberzeit zn wahren unb zu vertreten. Auch wirb mit Recht erklärt, baß cs Dem deutschen Volke au ivafjeii spitziger junger Mannschaft nicht mangle, um seine Wehr füaft zn stärken Es kann nicht fehlen, daß die Betonung des defensiven Eharaktcrs der bevorstehenden Heeres- unb } Mtcnvorlagen, ebenso aber bic ausbrückliche Hervorhebung I unserer Entschlossenheit zur krastvollen Vertretung unserer nationalen Ehre unb unserer berechtigten Interessen i.i allen Teilen der vaterländisch gesinnten Bevölkerung wärm-

Mar Reger ist in engen Bcrhältnisscil ausgcwachjcu und brr ursprüwilick von ben Eltcni zum Pvllsickullehrcrberui bc- ftnnint Er wurde nm 19. März 1873 in B rand m ber Ober Pfalz im baycrischcu Wald geboren; sein Vater war dort Lchrer unb selbst eitriger Musiker, würbe aber int folgenden x^ahr nadi ! Leiben in ber Odervialz als Musiklchrer an Die Praparanden- tonte versetzt Mit 5 Jahren erhielt der kletne .Reger den ersten " iikauiiterrickt, umädift von Vater und Mutter unb einem Lehrer firimer Sckwu srüh lernte er Back unb Bccthoven kennen, badet richt' nur die Klavier und Biotin , sondern auch Orgel >Umpj- ' 'ümcn Baä'S, zweifellos bic beste Grundlage zu Regers mun ' lalisckn'c Erzicbuim. Reger sollte, naäjdem er die viertln hflc '«üalsä'ule unb Puäparandcnscknlc mitfchr gut nbiolviert Ixitte, in bas Lehrerseminar eintreten. Ern ämzercr Antetz, war es Iber, der ihn bestimmte, Musiker zu Zvorben: der Be.uch von Bayreuth lw«e es ihm angetan eem glühendes Verlangen narb guter Musik sühne ihn im Alter wn la Jahren tn die ?temihnnqcii der Meistersinger und des Parnial. g.rc Eni bnidc dieser Werke nxiivn für ihn, der zuvor keine Gclegcnljeit c.-baht hatte, größere inuntülifd-c Ammdrungen unb b,c Klang Wirkungen des modernen Orchesters kennen zu lernen, jo gewaltige, laß er sich der Musik tortan zu ergehen, lorort entichlo». «eine in aller Stille verfaßten Kompositionen wurden Lrofcuor jtie- n a im vorgelegt, der sie günstig beurteilte. 1890 ging Reger n«ü Sondershausen in Dos Monservatormm, um l'ei Riemann >'i studieren Er folgte seinem Meister dann nach Wiesbaden unb wurde halb, erst 18 Jahre alt, an Dem Konservatorium von

I. Fuchs als Lehrer für Orgel unb Klavier angencllt. 1891- 97

leistete er seine Militärdiettitzcit beim Regiment Nr. oO_ in

Vtesbaden ab, kehne bann aber nach Weiden Zurück _ «eine "rgelkomPositionen wurden jetzt schon von ProMjor Karl «traude

interpretiert, der von Pros. Riemann auf cm vaartHcrrntft laum spielbare -Orgelstucke aufmerksam gemacht worben war. 1JO1 tzfehcu wir Reger in Münckjen, 190*2 verheiratete er lief) mit Elie

V. Bagenskt, Dec Tochter eines hohen Offiziers, bic nun bie treue Färberin seines Schäftens würbe. In München wirkte er aui Aottl's Empfclstung hin an der Akabemie für Tonkunst als Mehrer *ür Harmonie und Kontrapunkt: hier crftanben jene XA-crle, bie ihn berühmt gemacht haben. Anfangs mehr als. äuget et ndet t man er innere sich nur bei* Szenen nach ber Aufführung Der ebifonictta fanb er leider in München nicht die Anerkennung, bie ein so bedeutendes Musiktalent verdient hätte. Erst in Ocipzig, jvoltzn er 1907 übersiedelte, um als Lehrer am Monien?atornun in wirken, fand er die Ruhe unb Anerkennung, bereit er |ur jetne eitere Enttvicklung bedurfte. Tort würben u. a. auch jein ' Violinkonzert, Die Hillervattatwncn, Der smfonische Prolog zu iner Tragödie im Gewandhausc aus bei" Tause gehoben. «ÜB Ehrungcu hat ö Reger nach dieser Zeit nicht