Ausgabe 
8.2.1912 Erstes Blatt
 
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war neu, gesünder,

Am Wetterhäuschen in der Süd verflossener Nacht eine Glasscheibe zertrümmert.

Landkreis Gießen.

** Roheit. Anlage wurde in von roher Hand

hinter)vort berückte die Wiener, die reichen wie die armen. Die herrliche Umgebung von Wien ist gciviß mitschuldig daran. Die liebliche Hügellandschaft ringsum, in weiterer Entfernung der Semmering und die Lilicnselder Berghänge locken täglich, wenn sic im Zauber des Schnees liegen, tausende Menschen an, Sonn­tags viclemal mehr. Nicht der Abend gehört mehr dem Ver­gnügen, sondern der Morgen und der Vormittag. Wenn mm früh auf den Seinen fein will, kann man nid)t die Nacht durch- walzen. Die Rodel und der Schneeschuh übt eben eine größere Attraktion aus. als der Walzer.

re Su-fflts'

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Deutsches Neich.

TerBerliner Lokalanzeiger" meldet: Lord Charles Beresford, der am Mittwoch F r ü h ft ü ck s g a st des ft a i - sers war, äußerte nach seiner :)iückkehr vom Schloß Vertretern der Presse seine herzlichste Freude über den Empfang beim .ftaiser, den er über alles verehre uns von des ftaisers jtindk-eit her kenne. Ter Lord sprach seine persöirliche Ansicht über die deutscli-englische Flottenrivalitar freimütig aus. Ein .ftrieg zwischen diesen beiden Ländern sei ein Verbrechen: er halt ihn für vollkommen ausge­schlossen. Teutschland solle sich beim Bau seiner Flotte nicht stören lassen und so vielDreadnoughts" vom Stapel lassen, wie es Lust habe. An dieser Mitteilung ist nur die Tatsache von Interesse, daß die letzten Veröffentlichungen des Lords ihm beim Kaiser nicht geschadet Haden.

Die sächsische Zweite hmmet hat am Mitt­woch nach zweitägiger allgemeiner Vorberatung den Ent­wurf des Volksschulgesetzes mit einem konservativen Antrag, der die Beseitigung der Ungleichheit in den Dienst- bezügen der Volksschullehrer und die Uebernahme der Ge­hälter auf die Staatskasse verlangt, zur Weiterbcratung- an eine außerordentliche Deputation von 18 Mitgliedern verwiesen.

eine gewisse Kontrolle Vorbehalt. Die Kosten her Aus­bildung richten sich nach der Zahl der Teilnehmerinnen und durften durchschnittlich etwa 160 Mk. betragen. Sie fallen in' der Hauptsache den betreffenden Vereinen zu: einen Teil derselben kann jedoch der Verband aus den ihm für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Mitteln übernehmen. Angestellt wird die Nothelfcrin vou dem Frauenverein ihrer Gemeinde und untersteht hit^ichtlich ihrer Führung dem Vorstand desselben. Bei der Hilfe­leistung in der Krankenpflege und ihrer Tätigkeit in der Mutter- und Säuglingsfürsorge untersteht sie weiter dem jeweiligen Arzt und hat dessen Weisungen genau nachzu- tömmen. Für ihre Dienstleistungen wird sie bezahlt: das Nähere hat der Verein mit ihr zu vereinbaren und in dem mit ihr abzuschließenden Vertrag fesrzulegen Tie bei ihrer Arbeit vorgeschriebene Kleidung hat sie selber zu stellen. Ebenso nne die Beziehungen der Frauenvereine zu der Nothelferin werden auch die zu dem Verbände durch einen Vertrag geregelt. Die Anstellung einer Nothelferin ist hauptsächlich kleineren Gemeinden zu empfehlen, die zur An- pellung einer voll ausgebildeten Schwester nicht in der Lage sind, auch größeren Gemeinden, wo bereits eine Schwester tätig ist, um diese bei Arbeitsüberhäufung zu entlasten.

** Tagcskal cndcr für Donnerstag, 8. Febr.: Gesellschaff für Erd- und Völkerkunde. Vortrag von Prof. L r. L. Neumann- Freiburg: Ter englisch-ägyptische Sudan. Abend- 8V, Uhr in der neuen Unwersitats-Aula.

A k a d. B i s m a r ck b u u d : Vortrag von Dr. K i r k ch: Warum unsere Kampfnellung gegen den Ultramontanismus? Abends n1/» Ubr im .Einhorn".

R a u f m. Verein: Vortrag ans der Reichsoerfassung. Abends 9 Uhr im Veremshans.

Experimental-Vortrag von F. Cumberland: Moderne Wunder. Abends 8% Uhr in Steins Garten.

** In Audienz empfangen wurde vom Groß- l-erzog am Mittwoch u. a. Direktor Finger von Gießen.

Pfarrpersonalien. Der Grotztzerzog hat dem Pfarrer Dr. Jak. Bat teiger zu Ilbeshausen die evang. Pfarrstelle zu Dittelsheim und dem Pfarrer Otto Nepp zu Mittel-Seemen die cvang. Pfarrstelle zu Nieder-FlörSheim übertragen.

' Zulassu ng zur Rechtsanwaltschaft. Ter Gerichtsassessor Adalbert Becker in Gießen wurde zur Nechtsanivaltschaft bei Großh. Amtsgericht Homberg a. d.O. zugelassen.

** Erledigte Lehrerstellen. Eine mit einer evang. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle au der Gemeindeschnle zu Sprendlingen (ftt. Offenbach). Eine mit einer evang. Lehre­rin zu besetzende Lchrerinstcllc an der Gemeindeschule zu Lang c n. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu K ail - b a ch. Das Präsentatiousrecht steht dem Grafen zu Erbach- Fürstenau zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle zu L a n g en-B r o m b a ch. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu £) ü t - tentbat. Das Präsentationsrecht steht dem Grafen zu Erbach- Fürstenau zu.

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! "ri^jllrrs.

Hauses schon ;r i gewordeu ist, den 'IKarciiS Wuionmc spielen. Herr Bruchivitz soll füc nächstes Jahr unserer Bühnc ganz verpflichtet werden.

♦♦ Eine Sänger-Vers am ml uitg zur Be kämpfung der Unlauterkeiten bei G e s a n g w e t t [t reiten findet kommenden Sonntag im Hotel Schütz hei

** Anmeldung un fallver sichern ngspflichtiger Betriebe und Tätigkeiten. Nach Artikel 49 des Ein- N'ihrungsgesetzes zur Reich-Vcrsicheruugsordming vom 19. Juli 1911 hat jeder Unternehmer eines Betriebes oder von Täligkeitcn, die erst die Reichs-Versicherungsordnnng der Unfallversicherung unterstellt, binnen einer front Reichs-Verfichcrnngsamtc zu be­stimmenden Frist das Unternehmen unter Angabe seines Gegen­standes und seiner Art sowie der Zahl der durchschnittlich in ihm beschäftigten versicherungspflichtigen Personen bei dem Vcrsiche- rungsamt, in dessen Bezirk das Unternehmen seinen Sitz hat, anzumelden. Die Frist für Pie Anmeldung wird auf die Zeit bis zum 15. März einschließlich festgesetzt. Ist die Anmeldung frerjäumt oder unvollständig, so hat das Versicherung samt selbst die Angaben nach eigener Kenntnis der Verl)ältnisse aufzustellen oder zu ergänzen. Das Versicherungsamt ist befugt, die Unter­nehmer durch Geldstrafen bis zu 100 Mark anzuhalten, binnen einer- gesetzten Frist Auskunft zu erteilen. Soweit noch keine Verslcherungsämter errichtet jinb, haben die Anmeldungen bei den von der obersten Verwaltungsbehörde bestimmten örtlich zu­ständigen Stellen zu erfolgen.

"Stadttheater. In der Aufführung vonJulius Cäsar* am nächsten Dienstag wird Herr Heinr. Bruchivitz, der durch den Zusammenbruch des Frankfurter Komödien-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 8. Februar 1912.

Rothclferinnen in der Landlrantenpflegc

jfäftt der Verband evangelisch-kirchlicher -Frauenvereine in Hessen erstinalig in diesem Jahre für 'solche Gemeinden, deren Frauenverein sich dem Verbände angeschlossen hat, ausbilden. Die Aufgabe der Nothelferin soll sein: den Hausfrauen in der Pflege ihrer Kranken und Siechen beizustehen, dem Arzt hilfreich zur Hand zu gehen, seine Verordnungen auszuführen, die erste Hilfe Lei Unglücksfällen zu leisten, sich der Säuglinge und ihrer Mütter auzunehmen und, wo die Hausfrau krank darnieder- liegt, auch im Haushalte helfend einzugreisen. Es ist Frauen und Mädchen, die allein stehen und allen solchen, die sich gerne im Dienste des Nächsten nützlich machen wollen, eine vorzügliche Gelegenheit geboten, sich in segenbringender Weise zu betätigen. Ter Kursus beginnt am 1. Mai und dauert vier Monate, und zwar zwei Nionate im Elisabethcn- ftift zu Tarrnstadt, einen Monat auf einer Gerneindepflege- statiou des Elisabethenstifts und einen Monat auf einer Station der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge. Ausgebildet können werden evangelische Mädchen, Frauen oder Witwen von unbescholtenem Ruf int Alter von mindestens 20 Jahren. Ein Leumundszeug­nis chres Ortspfarrers, ein Gesundheitszeugnis des Arztes des Ortes oder Bezirkes an dem sie später tätig sein sollen, und ein Taufschein sind vorzulegen. Die Anmeldungen von Bewerberinnen sind im Laufe des Monats Februar au den Vorstand des betreffenden Ortsfrauenvereins, oder, wo ein solcher iwch nicht gegründet ist, an den Kirchen-, vorstand zu richten, der sie an den Vorstand des Verbandes weitcrgibt. Es wird gebeten, daß dies nicht später wie An­fang März geschieht. Der Verband übernimmt zur Ausbil­dung nur solche Persönlichkeiten, die vom Vorstand des Ortssrauenvereins oder ftirchenvorstand ausgesucht und empfohlen werden und unter der Bedingung, daß der spä­tere Unterhalt der Nothelferin durch den Archen Vorstand oder einen zu gründenden Verein gesichert ist. Der be­treffende Vorstand schließt mit ihr einen Vertrag ab, der dem Verband vorzulegen ist, welcher sich auch für später

Gießener Stadttheater: Der Herr Sena­tor. Durch eine Erkrankung im Personal hatten wir gestern Ge­legenheit, den lustigen Schwank vorn Hamburger Senator unter Herrn Ba kofs umsichtiger Leitung in einer sehr guten und aud) im Einzelnen sehr schonen Darstellung auf unterer Bühne 8,u sehen. Als Senator Andersen entwickelte Herr Bakof, der sich als Hamburger für bic Atolle ganz besonders eignet, eine feine Elwratterzeichnung und gab dem alten Herrn so lebensvolle Züge, daß .man eine herzliche Freude an seiner Darstellung batte. Auch bic Maske war überaus glücklich genröblt. Frl. de la Epapellc war ejnc herzliebe Agathe, aber am Schlüsse hätte .sie noch etivas nxirmer fein dürfen Sehr niedlich und fdxlmild) war Frl. de B r n y n als Stephanie. Ein Gatte von lultigitcr Trottelhaftigkeit war Herr Grosser, und als sein getreuer Meiitor Italic Herr Goll großen Erfolg. Außerdem tft Frl. L. Schmidt als Sophie zu envähnen.

kl. B ü d> c r n n a r t c n. Die schönsten Bücher können Acrger erregen, nvnu der 'Verleger bei ihrer Herstellung ein paar Kleinig- Tciten außer Ada läßt. Man betratet, etwa int Bücherfdxrank,

^eim Buchhtindler, eine größere Menge von Büchern, die in Jietb und Glied stehen, und ixriudK die Titel zu lesen. Man muß dann mit dem Kopie fortbauernb Wellenlinien beschreiben und ,e .?ugen umherrollen lassen, nne ein Mitarbeiter des Buch- haudlerboneiiblattes sich tu einem Aufsätze äußert, in dem er g tKI^:-i^udfSrunflrrl.cV dingfest macht. Es gibt verschiedene «rten Wdierrudcn , fotdjc ohne Ausdruck, svld-c mit wagerechtem (bnnt stehenden Buche) verlanfendeu Titel und solche mit senkrecht von unten nach oben ober umgekehrt verlaufenden Tüel Ohne weiteres lesbar find imtürlid) nur die Titel, die man wagerecht vor Nch fielst CS wäre wünfchenswett, daß bei allen Büdtern, deren Murfcnbrcttc groß genug ist, der Titel wageredst aufgdirudt

« Wenn der Rüden des Buches zu fchmal ist, müßte man 'Uv aUerbtngs sur einen Titel von oben uad) unten ober umgekehrt attfdteiben. Bei ntebrbmibtn-n Büchern, bereit Bänbe mimerien ftnb, jnerbeu die einzelnen Bänbe oft nur durch die Numerierung imtertdncbcii, ivälyrenb die einzelnen Bänbe verschiedene <Rgen* stände behanbelu Der Mitarbeiter bes Börsenblattes gibt als Dcisp^'l v. b. Leydens Deutsches Sagenbud) Tie Rüdcntitel lauten: Deutsch-? öngenbud) I, Deutsches 5agcnbucb II usw svährend die wirklichen Titel heißen: 1. Die Götter und Göttersagen ba ßkniumen. L Ast beutsdxu Httbensagen, usw. T-as Innere

m ei5c griechische Elektra-AuffÜhrung in Barts In dem mächtigen Raume des Pariser EMclet- Thestre hat setzt Raymvnb Duncan, ber Stuber der bekannten -Längrcrin, seinen Traum verwirllicht: mit seinen Schülern unb Gesinnungsgenossen hat er bic Elcktta bes Sophokles in griechischer Sprache zur Aufführung gebracht. Duncan ist ein Sonberling, ber sein ganzes Strrf>cn unb auch sein Privatleben in den dienst der alten hellenischen Kultur gestellt lwt. Er trägt nur gnedstsche Geivändor, wie seine Fran und feine Schüler, hat lange mit ihnen in Griechenland gelebt, viele Jahre barmt ver­bracht,, das Formenspiel alter grieckstscher Tawze unb bic Klänge hellenischer Musik zu erlernen. Dem Fanatiker bes Hellenen­tums begegnete bas ironische Paris mit heiterem Mißtrauen, aber bic Elektra^Aufführung im Chßtelet bat ben Spott zum ädiivcigcn gebracht unb einen tiefen Einbruck erzielt. Die ganze Auffahrung atmete nach dem Urteil der ftritifer Größe und schlichte Würde. Ganz einfache Dekorationen: zu beiden Seiten des L-plclwlbes nur weite, einfarbige Vorhänge: von dem unauf­fälligen Hintergründe heben sich die Darsteller unb Tänzer wie fviguren eines Reliefs ab unb alle Bewegungen erhalten eine Weichheit unb eine Steigerung des Ausdruckes, der an die F-riefc griechischer Tempel denken läßt- Dazu torrnnt ber prachtvolle Klang ber griechischen Sprache. So endete die Auffühiung mit lchhasten .Kundgebungen für den nmnberlicben Amerikaner, der [eine Anschauungen nicht auf die Kunst beschränkt, sondern sich daraus frcritnh, auch in seinem Privatleben inmitten des 20 Jahr- bunbetts ben alten Griechen zu spielen, um so -dunst unb Wirk­lichkeit künstlich zu vermählen.

V' der Scanne d'Arc in Heu-

h a r k. zie crOO. Jahifeier bes Geburtstages der Scanne d'Arc pTJ, ,,?-^b°rk die Wellen^der Begeisterung hochschlagen lassen.

^n^chuß hat sich gebildet, um dieserreinsten und nninbcr- Aufrufe heißt ein Denkmal snLJF01" .®lTCr "ab bjc Begeisterung, mit denen man zu 'cheinen reichlich belohnt zu werden. Tie öffentliche

m dst kosten, des Denkmals, bic sich auf 30 000 s,« ,d)£!L autg^racht, was wohl nicht mm mim

mtZ> tX?r Begeisterung stwtzenben Auf­rufe au frcrbantcn ist.

C GK-mt>t.an£Ie-,,2r ud,lcriun9 in Venedig. Öie aus Venedig berichtet imrb, fall während der Festlich

Auslanv.

Wie das Reutcrburcau erfährt, tritt dstbritteFriebens- Konferenz nicht vor 1915 zusammen. Man hofft nach wie vor, 'ben Fricbcnspalast Mitte 1913 einw.-ihcn zu können.

Das Pariser BlattErcelsior" bch.inptct, Kriegsminister M ib Icranb lasse gcgennxirtig einen Plan brüten, durch ben Frankreich und insbestnberc die H a u p t st o b t g c g c n c i n c n Einfall seinblicher Flugzugc geschützt werben sollen. Längs der Grenze würden zahlreiche Posten von Flug­schiffen und Lenkballons erriditet werben, bic unaufhörlich Um­schau halten, mittels Funkentelcgraphcn bas Nahcil feindlicher Flugzeuge melden und die letzteren angreifen würden. Die Ver­wirklichung dieses Planes würde eine beträchtliche Anzahl von Millionen kosten, aber falls ber Krieasminister cs ver­langen sollte, würbe sich das Land gewiß nicht iveigem, dieses neue Opfer zu bringen.

keilen, die zur Einweihung des neuen Sau-Ma rco-Gl öden mnmß Itattttnbcu, auch eine geschichtliche Ausstellung abgebalten werden, bereu alleiniger Gegenstand die San-Marco-Kirche und ihre Se­bent ung für bic Stabt Bcnebig bilbet. Tie Stabtvcrwaltting hat einen Aus,chuß eingesetzt, der bereits eine große Menge vo:>Jlu#- ftejluiigsgegenftänben zusammengebrackst I?at. Es hanbelt sich ba# bei hauptsächlich um Mobelle, Zeichnungen unb Pläne, Memoiren« ifrcrb?, alte drucke, Urfunben unb Gemälbe.

. TT,. ' r Sprache ber Gänse, lieber Leben und Sprache ber Ganse veröffentlicht Dr. O. Heinrot h im letzten Heft der Umichmi festelnde Beobachtungen, die er seit einer Reihe tun fahren gesammelt bat. Man erfähtt barans, daß die Lmtte, die ble Ganse oft sehr energifd) unb unliebsam benierkbar ausstoßen, ihre gan^befnimnten Nuancen unb auch fcstumschriebenc Bebcutuufl Haden, -tübei sinb bic Stimmäiißcntngen ber Wildgans die .il.ichen nne bic ber Hausgans: nur beschränkt sich die erstere barmrt ihre

S-u erheben, wenn sie nnrflid) etwas zu sagen hat, da hir lic tedes Lautwerben eine gewisse Gefahr bebrütet; für die .^au4- gans ist diese Hemmung fortgefallen, und so macht sie von ihrer stimmlichen Begabung ausgiebigeren Gebrauch. Die Gänse bähen einen ganz bestimmten Lodton, das trompetenartig schmetternde r 5 - r crftcn Silbe betonteGagagag" bezw.(NgaE' - ^ogel, die einander bekannt sind, erfermen sich dabei ohne weiteres an der Stimme, unb bcfenbersJ miffallend wirkt es, wenn btt *n orr.^ft kreiseuben Jungen unter einer ganzen Anzahl loden- ber Ilten üjrc (Eltern sofort lLraushoren. Der Lockton imrb von ben jungen Vögeln auch schon ausgestoßen, wenn auch weniger Hangfroll, wenn sie noch kaum richttg gefiebert sind, und später antworten sie den lodenden Eltern unverzüglich. Neben dem Lodton haben die Ganse einen Warn- ober ^xhrerfnii, ein tun ausgestoßenes nasalesGang". T/t Heinroth erzählt, baß er bicjen Rus so gut nachahmen tonnte, daß er Gänfeherben damit m Verzweiflung brachte: die Tiere stürmten ixmmfhin gewöhnlich nn eiligen Fluge erschreckt aus das nächste -Dach Hau bei! es fub um eine weniger verbächtige Erscheinung, so wirb die Warwoig nur sehr leise bettxjrgebradit Ein leisesGangangang", mein drei- bis iiebenteiltg, stoßen die Gänse aus, wenn sie sich sott- hcwegen: es bebeuiet für alle Familienangehörigen, daß ne nicht lumdbleiben sollen. Wollen bic Tiere sich weiter fortbttomOU

Lu Fuß nach ber Ruhepause zur Weibe gehen, so werden biefe £onc etwas energischer ausgestoßen. Bcobsichtigen sie aiiTiii' rticgen, bann klingt icbcr Ton ngcntiunlidi bart unb abgcfn* Wilbgans läßt ein lautesTsirb-diarb" ertönen, wenn ent grofectcr gemeinsamer Manch erfolgen soll. Tie Gänse haben auo^bei ihrer doch immerhin armen Sprad-e für bat .lomarüb ju rruß im Gegensatz zu bet Absicht ber Ottsbewegung im allffo- meinen eine befonbere Lautäußerung. In ber Wut, iiaonber^ ^b" dann, wenn sie sich selbst vor ban Gegner fürchten, v>dm Die Oömc, mobci ber Hals etwas nach unten vorgestreckt ber «chnobcl geöffnet wirb und das Gcffebcr sich sträubt. Zunge Gänse, bic von ben Eltern abgefommen sind, stoßen einen eigen­tümlichen einsilbigen Jamm ertön aus, der durd-aus dkn Eiadollk des -ttäglichcn macht.

E ;.k >5 nn' a mdcke, M Ltadüing unle - ;-cn iverdcn Sifl* mlt |Clj m d>° mit

;V- KBft (r^uatb L

L uibclien von AilsMindur ? a Snipruch

A Klein-Linden, .7. Febr. Unser Kon slim verein hielt bei Gastwirt Friedr. Rinn seine I a l; r e S o e r s a in m l u n g unter starker Beteiligung der Mitglieder ab. Der Tirektor Philipp Jung IX. erstattete den Jahresbericht über das Ge­schäftsjahr 1911; darnach zahlt der Verein 120 Mitglieder. Der Reingewinn beträgt 2293,45 Mk. ES wurde beschlossen, daß 5 Prozent Dividenden gewährt werden.

Watzenborn, 8. Febr. Nächsten Sonntag hält dec Turnverein .Gut Heif im .goldenen Löwen' ferne1 Abendunterhaltnng ab. Den Besuchern wird durch komische Vorträge, turnerische Aufführungen und einen von Damen auSgeführten Reigen ein heiterer Abend geboten iverden. Ter Gesangverein .Germania^ wird einige Lieder stngen. Zum Schlüsse findet Verlosung und Tanz statt.

O Trais a. d. L., 6. Febr. Dieser Tage brach cir achtjähriger Junge auf dem Eise ein und wäre er trunken, wenn nicht der 14jährige Heinrich D'rönner zu Hilfe geeilt und ihn unter eigener Lebensgefahr aus der kalten Flut befreit hätte. Unserer gestrigen Notiz über die Kaiser-Geburtstagsfeier sei nackwetragen, daß bei der Vorführung der lebenden Bilder auch Frl. Marie Benner hurch geschmackvollen Vortrag, der zu den Bi! deru gehörigen Einleitung sowie durch ihre dankenswert Mithilfe bei der Tarftellung hervorragendeu Anteil genom­men hat.

+ Linde nttruth, 7. Febr. Unsere Kirche, di' Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut, zweifellos während des 30jährigen Krieges zerstört und nach Beendigung des Krieges im Barocksttl wiederhergestellt worden ist, bedurfte einer- gründlichen Ausbesserung, wenn man sie den kommen- den Geschlechtern in ihrer Eigenart erhalten wollte. Tic Gemeinde brachte das verhältnismäßig große Gcldopfer, um daS Gotteshaus gründlich wiederherstellen zu können. Abgesehen davon, daß die Genieindemitglieder an dem alten Bau hingen, ist-er auch baugeschichtlick) von Interesse. Man findet fetten in-unserer Gegend einen originelleren Zugang zu den Emporen, wie in unserer ftird>e. Auch die Malerei an diesem Teil der Kirche, die zweifellos von einem länd­lichen Handwerker hergestellt ist, sowie die wechselweise mit Sprüchen unterbrochene Wandbemalung int Innern ber Kirche, ist wert,'erhalten zu werden Das sechseckige Türm­et) en der Kirche, das sich wundervoll dem Landschaftsbild ein* fügt, bildet ein charakteristisches Merkmal unseres Ortes. Die .Herstellung dcx Kirche wird unter der Leitung des Kreisbauinspektors Hechler-Gießen vorgenommen.

Kreis Friedberg.

L. Torheim, 7. Febr. Der Taglöhuer Sa tot Lauerbach brach an einer tiefen Stelle der Wetter am der dünnen Eisdecke ein. Josef Besenreutcr suchte ihn zu retten, worauf beide einbrachen. Im letzten '.'iugent blick kam Eh. Zell herbei und rettete beide vom Tode des Ertrinkens.

Starkenburg und Rheinheffen.

Darmstadt, 7. Febc. Prinz und Prinzessin Hermann zu Stolberg - Wernigerode sind, n. d, -Tarmst. Ztg.", gestern nachmittag zum Besuch im Reuen Palais eingetroffen.

o Darmstadt, 7. Febr Die Bci sctznng des Pfarrers Ludwig WalZ dahier fmtd heute nachmittag unter sehr leb­hafter Beteiligung auf dem hiesigen Friedhose statt. In ber Fried- hosskapelle nahm Pfarrer Wibmann bic Einsegnung vor Am , (grabe sprach Pfarrer Schneider ein Gebet und widmete dein Verstorbenen einen Nachruf. Im Namen der Dekanatsgeistlichkeit legte «betau Velten einen Kranz am Grabe nieder Für die oor|tanb)d)aft der Petrusgcmcinde gedachte Oberlehrer Han*

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iingcjtoungcncr unb unterlialtwmer. Der der Bücher weist genau so wie das Aeußere Unarten auf. Dahin gehört z. B. bie Wiebcrholung des Titels als Kops auf sämtlichen weiten des Buches, als ob der Verleger annähme,seine Bücher würden von Gedäd)tniSsd>wad)cn gebraucht". Die Kapitclüber- sdxrtft ober eine Inhaltsangabe in Schlagwörtern darf allein dort stehen. Weitere Büdierunwarten sind die Anordnung von hock) und guergestellten Silbern durcheincniber, womöglich mit ber Unterschrift immer am Außenranbe des Buches, so baß man fort­gesetzt bas Buch hin- unb lxerdrehen muß, sowie bic Verwendung des blanken Kunstdriidpapieres, auf dem die Bilder gut heraiis- komrnen, fron dem aber bei Lampenlicht fehr schlecht zu lesen ist, weil die Oberfläche spiegelt.