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05/11/1912 Erstes Blatt
 
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angrfommen sei. Ter KreuzerHampshire" l)abe Befehl, von Saloniki ebenfalls dorthin zu gehen. Er werde durch ein anderes Schiff ersetzt Heber die Lage Konstantinopels könne er leider keine Nachricht geben, da er keine habe.

Deutsches Reich.

Die Postanweisungsformulare.

Den Antrag der Berliner Handelskammer, die Her­stellung von Postanweisungsformularen der Privat- induftrie zu überlassen, hat die Reichspostverwal­tung abgelehnk mit der Begründung, daß die Erfahrungen mit den von der Privatindustrie hergestellten Nachnahine- farten mit anhängender Postanweisung nicht befriedigt hät­ten. Die Herstellung von unfrankierten Postkarten und Paketadressen bleibt indes der Privatindustrie weiter über­lassen.

Reichstagsbeginn.

Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird die erste Sitzung des Reichstags nach der Sommerpause au Donnerstag, 28. November, anberaumt werden.

Die Reichstagsersatzwahl in Greifenberg- Kammin

für den verstorbenen konservativen Abgeordneten v. Normann ist auf den 16. November angesetzt.

Ter Ausschuß für Fleischversorgung in Dres­den setzte die Preise für das eingeführte dänische Fleisch be­deutend herab. Tie Fleischer dürfen nicht mehr als 20 Prozent Knochenzulage geben.

Der frühere .freisinnige Reichstagsabgeordnete Hofbesitzer Lorenzen

ist in der Nacht zum Montag im Alter von 85 Jahren in Büdelsdorf gestorben. Er vertrat von 1884 bis 1897 den dritten Wahlkreis Schleswig-Eckernförde.

Der Führer des bayerischen Zentrums Dompropst S ch ä d l er, der vor einigen Monaten seinen 60. Ge­burtstag feierte, soll sehr bedenklich erkrankt sein.

''Erledigt ist eine mit einem Oberlehrer zu ve. 1 setzende Lehrerstelle an der Viktoriaschule zu Darmstadt. ; Lehrbefähigung für Französisch, Deutsch und Geographie er­wünscht. Meldungen bis 15. November an die Ministerin!, abteilung für Schulangeleqcnheiten.

** Gottesdienst für Taubstumme. Am Sonn­tag, 17. November, nachmittags 2i/3 Uhr, wird Gottesdienst ; für Taubstumme in Lauterbach abgehalten. Nachweise zur Erlangung von Fahrpreisermäßigung sind alsbald bei Oberpfarrer Müller in Lauterbach zu bestellen.

** Ter Bund hessischer F r a u c n v e r ei n e. Am 2. November versammelten sich in Frankfurt Vertreterinnen vieler hessischer Fraucnvercine, deren es mehr als 40 gibt, um sich zu einem Bunde zusammenzuschließen. Sie gingen von dem Gedanken aus, daß ein gemeinschaftliches Arbeiten größeren Er­folg verbürgt, als ihn die Tätigkeit eines EinLelvereins haben könnte, selbst wenn er noch so rührig ist. Der Bund verfolgt den Zweck, die Bolkswohlfahrt zu fördern. Er wird bestrebt sein, das Arbeitsfeld der Frau auf sozialem Giebiet zu erweitern, weil es immer rncl/r zutage tritt, daß ihre Mitarbeit auf die Tauer nicht entbehrt werden kann, wenn gedeihlicheie Zustände herbeigesührt werden sollen. In der Armen- und Waisenoilege hat man den Frauen, bereits einzelne Aemter übertragen, weil es sich bi er am deutlichsten zeigt, daß das mütterlickr Element, das in jeder Frau liegt, nicht ohne Nachteil für die Allgemeinheit ausgeschaltet werden kann. Ter Bund hat sich eine Fülle von Aufgaben ge­stellt, von denen nur einige erwähnt seien: er will für die Gründung von Krippen, Kinderhorten und Haushaltungsschulni eintreten, die Anstellung von Wohnungsinspektorinnen anstreben, die Jugendfürsorge fördern, Gelegenheit zur Ausbildung von Tienstmädck>en schäften usw. Er wird fick aber nicht nur um bessere Berufsbildung der Müdchen bemühen, sondern auch um ihre körperliche Pflege, die von den Männern ganz vernachlässigt wird, denn es ist zwar eine große Summe für die Jugendpflege ausgeworfen worden, aber unter .^Jugend" Hai man hier nur die männliche Jugend zu verstehen. Taß eine Kräftigung der Mädcb.m im Hinblick aus die kommettde Generation zum mindesten ebenso wichftg ist, als die der jungen Männer, wird nicht in Erwägung gezogen. Ter Bund hessischer Frauenvereine hat für die ersten zn>ei Jahre seinen Sitz in Mainz. Er ist dem Bund deuftckx'r Frauenvereine angeschlossen, der mehr als 500 000 Mitglieder zählt.

" Vom knnfm. Verein wird unL geschrieben: Am 3. d. Mts. starb hier Frau Elisabeth Löffert Witwe. Der Kaufmännische Verein betrauert in der Heimgegangenen den Verlust seiner langjährigen geschätzten Dienerin. Seit dem Tode ihres Mannes, der das Amt vorher inne hatte, ha Frau Löffert dem Verein ihre Kraft gewidmet. Sie hat mi. ®ifer die Interessen des Kaufmännischen Vereins gefördert und damit an seiner Entwickelung Anteil genommen. Die Dankbarkeit, die der Kaufmännische Verein der Verstorbenen schuldet, wird Ausdruck finden in der freundlichen Erinnerung, die man ihr bewahren wird.

. ** Der Gießener Radfahrer-Verein 1885 ver­anstaltete am Samstag in der Turnhalle unter zahlreicher Be­teiligung ein wohlgelungenes Sportfest. Ein von Fräulein Emmy Kühn wirkungsvoll gesprochener Prolog, verbunden mit einem Begrüßungssahren durch die aktiven Mitglieder des Vereins, eröffnete die Festlichkeit. Nach der Begrüßung des fast voll­zählig erschienenen Gauvorstandes und der benachbarten Vereine folgten Kunst- und Reigenfahren, sowie Radballspiele. Ganz besonders gefielen die großartigen Leistungen der Herren Schön» hals und Wagner im Kunstfahren. Interessant gestalteten sich auch die Radballspiele gegen die 1. und 2. Mannschast des Marburger Vereins. In beiden Spielen blieben die Mann­schaften der 85er nach hartem Kampf mit 7:6 bezw. 5:4 Sieger. Den Siegern der diesiährigen Vereinsfahren wurden wertvolle Ehrenpreise überreicht. Ein hübsches Konzert, ausgesühri von unserer Regimentskapclle, trug wesentlich zur Verschönerung des Feltes bei. Am Sonntag nachmittag fand cm gut besuchter Ausflug nach bent Philosophenwald statt, der die Festteilnehmer bis zur späten Stunde in vergnügter Stimmung zusammenhielt.

** Roheit. Heute nacht wurden in der Johannesstraße, in der, Süd-Anlage und in der Bleichstraße nicht weniger als zwölf Straßenlaternen zertrümmert. Tie ganze Bleichstraße war die Nacht in Dunkel gehüllt. Außerdem rouroen auch die Glasscheiben an dem Wetterhäuschen in der Süd Anlage eingeschlagen. Die Täter wurden vom Inhaber des Wach und Schließ-Instituts und einem Schutzmann bei dieser Arbeit be­

troffen und namhaft gemacht. Eine ganz exemplarische Strafe dürfte hier am Platze sein.

** In der Herberge zur Heimat kehrten im Oktober 1161 Gäste ein (gegen 1268 im gleichen Monat des Vorjahres), darunter befanden sich 260 Personen, die Ob­dach gegen Arbeitsleistung annahmen (390 , während 901 Selbstzahler waren (870). Im Arbeitsnachweis waren 130 offene Stellen gemeldet, von denen 122 besetzt wur­den und zwar durch 32 Handwerker und 90 ungelernte Ar­beiter. Von den untergebrachten Arbeitskräften blieben 80 am Platz, während 42 in der Provinz Stellung fanden.

Landkreis Gießen.

Grünberg, 5. Nov. Heute nacht hat es hier ge­schneit. Am Morgen lag in den Gärten und auf den Dächern eine leichte Schneedecke, die allerdings bald wieder verschwand.

Kreis Schotten.

O Laub ach, 4. Nov. Der hiesige Zweiaverein des E v a n g. Bundes hielt gestern abend im Aaale des Solmser Hof" seinen ersten, gut besuchten Familienabend in diesem Winter ab Zur Feier des Reformationsfestes war der Abend dem Gedächtnis Luthers, des großen Refor­mators, gewidmet. Mit einigen Worten der Begrüßung leitete Pfarrer Volp die Feier ein, worauf er einen Lichtbildervortrag überLeben und Wirken Luthers" hielt. Anschließend daran sang der Kirchengesangverein unter bewährter Leitung seines Dirigenten Reallehrer Gerhardt die Reformations-Kantate. Mit dem gemeinsam gesunge­nen LiedEin feste Burg ist unser Gott" schloß die Feier.

Starkenburg und Rheinheffen.

= Darmstadt, 4. Nov. Da die neugeschaffene Ge­haltsordnung für die städt. Beamten bereits früher mit» geteilt wurde, sei nachstehend noch der Besoldungs- Plan für die Lehrerschaft angeführt. Es beziehen nunmehr: Verheiratete Lehrer 18003900 Mk. und 750 Mark Wohnungsentsckftidigung. Unverheiratete Lehrer 1800 bis 3900 Mk. und 450 Mk. Wohnungsentschädigung. Leh­rerinnen 15002550 Mk. und 450 Mk. WohnungsentsM- digung. Verheiratete Sckmlverwalter 12001650 Mk und 500 Mk. Wohnungsentschädigung. Ledige Schulverwalter 12001650 Mk. und 350 Mk. Wohnungsentschädigung. Schulverwalterinnen 12001650 Mk und 350 Mk Woh­nungsentschädigung. Hauptlehrer. Gehalt und Mieten!- schädigung wie die Lehrer und außerdem eine Funktions- zutage von 750 Mk. Handarbeitslehrerinnen für je vier Wochenstunden 220100 Mk. Die Reallehrer an der städt. höheren Mädchenschule werden in ihrem Diensteiukornmen den Lehrern an den Volksschulen gleichgestellt. Die für das höhere Lehrfach geprüften Lehrerinnen an der höheren Mädchenschule erhalten 21003150 Mk. Mit diesem De- soldungsptan ist die Stadt Darmstadt in den einzelnen Stufen zum Teil erheblich über die Sätze der staatl. Real- lehrer hinausgegangen, was namentlich daher kommt, daß der Höchstgehalt nicht mehr wie seither nach 30, sondern jetzt schon nach 27 Dienstjahren erreicht wird.

hatte eine feste Position inne. Nach großen Verlusten löste sich die türkische Armee auf. Zahlreiche Gefangene wurden gemacht. Tie Umgebung von Jenidze ist mit Toten bedeckt. Die Straße nach Saloniki ist mit Kriegsmaterial übersät.

TieVoss. Ztg." berichtet aus Athen: Die griechisch

* * Tageskalender für Dienstag, 5. Nov. Stadt- t b c a t e r: r.t Anfang 8 Uhr.

* * A u s der Verwaltun g. Der Großherzog hat den Reglerungsaffefior Dr. Alfr. Fink aus Büdingen zum Mini iterialiek^tar im Ministerium der Finanzen und den Regicrungs aiietior Rud. Schäfer zum Kreisamtmann bei dem Kreisamte schotten ernannt.

* * L e h r e r p e r s o n a l i c n. In dm R u h e st a n d versetzt j^^oe der Lehrer an der Gemeindeschule zu Rimbach Kr. Lauter vach> Michael Hotz auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.

* * '21 uy bcm Militär-Wochenblatt. Der Garni- »ons-Verwaltungsinspektor Haase wurde von Düft.-ldors nach Mainz und der Oiarnisons-Verwaltungsinspettor Pen z e l von Mainz als Kontrollsührer nach Lötzen versetzt.

* * Forstp ersonali en. Ter Forstwart der Forst- warkel Alsfeld, ^erb Lohfiuk zu Alsfeld, wurde in gleicher Tleustergenschaft in die Forstwarlei Einsiedel, Ober- forsteret Darmstadt, und der Forstwart der Forslwartci Oberndorf, Förster Ford. Simon zu Ehringshausen, in die Forstwartei Ober-Llmer Forsthaus versetzt

" Kirchlicher Disziplinarhof. An Stelle des in Öen Ruhestand versetzten Pfarrers Hildebrand zu Ecbzett wurde der Professor am Predigerseinrnar zu Friedberg D. Dr Schoell jnm stellvertretenden Mitglied des Kirchlichen Disziplinarhofs von dem Großherzog ernannt.

Aus Stabt und (and«

Gießen, 5. November 1912.

Die Fungdeutschland-Bersammlung

die auf Veranlassung der Bezirksgruppe Stadt Gießen in der Turnhalle des .Tumvereins slattfand, war recht gut aus allen Berufsständen besucht. Naturgemäß waren die Kreise, die sich beruflich oder freiwillig mit der Jugendpflege und Fürsorge be­schäftigen, am zahlreichsten vertreten. Auch aus der Umgegend waren viele Interessenten, namentlich Geistliche und Lehrer an­wesend. Nachdem der Vorsitzende, Pros. Mitt er maier, die Anwesenden begrüßt und einige Mitteilungen über die Gründung und seitherige Tätigkeit der hiesigen Jungdeutschland-Vereinigung, die hauptsächlich werbmder Art war, gemacht hatte, hielt Prof. Kissinger aus Darmstadt einen VortragJungdeutschland im Hessenland." Als Zweck der Jungdeutschland-Bewegung, die vor etwa einem Jahr von Geiwraheldniarschall Freilnwm v. d. Goltz in Berlin begründet wurde, bezeichnete er die Förderung aller auf körperliche und sittliche Kräftigung der deutschen Jugend gerichteten Besttebungm. Im Sinne der Bewegung wirkt seit Jahrzehnten die weit über eine Million zählende deutsche Tumerschaft, deren Organisation einzig in der Welt dasteht. Der Redner begrüßte die Beteiligung der Tumerschaft an der Jungdeutschlandbewegung, ebenso wie die Mitarbeit der evang. und kath. Jugendvereinigung und der großen Sportverbände. Jungdeutschland als solches will diesen Vereinigungen keine Konkurrenz bereiten, sondern ihre Tätigkeit fördern und sie bei der Heranbildung einer gesunden äugend im Interesse des Vaterlandes unterstützen. Politische Gesichtspunkte scheidm pabei aus, bloß da, wo keine im Sinn dieser Bestrebungen arbeitenden Bereinigungen vorhanden sind, sollen besondere Jungdeutschlandvereine begründet werden. In Hessen bestehen in allen Kreisen Kreisverbände, die in dmi Landes­verband vereinigt sind. Der Großherzog, die Regierung, ver­schiedene Kreisverwaltungen, zahlreiche Vereinigungen und Einzel­personen,unterstützen die Bewegung und gehören ihr als zahlende oder helfende Mitglieder an.

Die einzelnen Gruppen haben .zumteil mit ihrer Tätigkeit schon begonnen, namentlich in Darmstadt und Offenbach,' wo große Jugendfeste der ganzen vaterländisch gesinnten Jugend statt­fanden. Ter Redner schloß mit der Aufforderung zur Mitwirkung an der Jungdeutschlandbewegung, mit der man dem Vaterland bient. Der zweite Redner, Prof. D. Dr. Schöll-Friedberg, sprach über die FrageWas lehrt die bisherige Jugendarbeit für bic künftige Praxis". Aus seinen gehaltvollen Ausführungen sei nntgetciü, baßJungbentschlanb" alle Kreise, bie Jugendpflege betreiben, zusammenführen soll für gemeinsam zu lösende Aus­gaben. Die Tätigkeit von Jungdeutschland soll Erziehungsarbeit sein, sie soll durch Erhebungen über bie Sage ber deutschen Jugend beiderlei Geschlechts aufklärend wirken, damit bie soziale unb sittliche Sage der Jugenb erkannt wirb unb verbessert werben kann. Deshalb ist im ausgedehnten Maße ein richtiger Jugcub- schutz 'und die Gewährung von Hilfeleistungen für die Jugend not wendig. Dies alles kann geschehen durch Zusammenschluß aller bei der Jugmdarbeit tätiger Vereinigungen, und bieJBcranftaltmig gemeinsamer Veranstaltungen. Der Satz,wer bie Jugend hat, hat die Zukunft", dürfe bei der Jugendpflege nicht maßgebmd sein' die Arbeit müße geleistet werden lediglich, um der Zukunft ber J'lgenb willen. Beide Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Prof. Witt er maier machte noch einige Mit­teilungen über die Aufgaben, die sich die Ortsgruppe Gicßcn- Stadt für die nächste Zeit gestellt hat. Ein Ortsausschuß, der aus den Vertretern aller in Frage kommenden Vereine bestehm loll, wird gebildet roerben, ber sich für bie einzelnen Zweige in Unterausschüsse teilen soll. Vorgesehen ist für nächstes Früh- abr ein Wettumen und Spielen, für den Sommer ein Wett- chwimmeu, für den Herbst ein größeres Jugendsest, Förderung von Jugendwanberungen, Schaffung zweckmäßiger Spielplätze usw. Zu ber vorgesehenen Aussprache ergriff niemand das Wort.

von unjtzen Truppen in die Flucht geschlagen. Jenidge tourt)e erobert.

Nach den im griechischen Kriegsministerium eingegange­nen Nachrichten nahmen dieGriechen bei Jenidge 14 Kanonen.

Die feindliche Armee bet Jenidze bestand aus der ganzen Division von Serres und anderen Streitfräftcn, z u - lammen 2 5 000 Mann mit 24 bis 30 Kanonen, und

Die Montenegriner im Vormarsch auf Skutari.

Antivari, 4. Nov. Die letzten Gefechte der Monte­negriner vor Sfutari waren wenig erfolgreich. Vorn Kriegs- Ichaiiplatz zurückgekehrte Verwundete teilen mit, daß es nicht ge­lungen sei, Bardanjolt zu halten. Die Türken hätten die Monte­negriner bis Vreti zurückgeworsen, wo General Martino- w it s ch neue Streitkräfte sammle, um die Angriffe zu erneuern. Auch auf dem T a r a b o s ch haben die Türken zwei von den Montenegrinern besetzte Positionen wieder genommen. Un­bestätigten Gerüchten zufolge sollen 150 Albanesen, die mit montenegrinischen Gewehren ausgerüstet waren, in dem Augen­blick, als sie zu ben Türken übergehen wollten, gefangen ge­nommen worden sein. Die Transporte von Verwuiideten nach Rjeka dauern fort. Die Verluste der Montenegriner an Tottu werden mit mehr als 100, die an Verwundeten gegen 1000 angenommen. Die Operationen am Tarabosch sind durch die anhaltend ungünstige Witterung bedeutend erschwert. Das H o ch »v a , s e r macht das Vordringen der M o n t c = negrin er gegen Skutari sehr beschwerlich. Auch haben die surfen drei Brücken über die Bojana in die Q.c ibreugt, wodurch die Montenegriner gezwungen sind, eiligst Pontons herzustellen. Das Gerücht, Wu ko titsch hätte Befehl erhallen, mit ben Lruppen gegen Sfutari zu marschieren, ilt unbegründet. Ter General hat Befehl, seine Ausgabe im .iorben burchzusuhren. Samstag morgen wurden alle verfüg baren Aerzte von Montenegro nach Kraina berufen, um den Ver­wundeten .^ilfe zu leisten. Tie großen Verwundetentransporte deuten auf ^beträchtliche Verluste hin. Setzten Donnerstag erplo- dlertc am Larabofch ein montenegrinisches Geschütz, wobei vier Mann getötet und 14 verwundet wurden. Gestern flog in Anli- vari ein Munitionsdepot infolge Unvorsichtigkeit der dortigen Arbefter ,n die Luft,, wobei auch acht Menschen ums Seben kamen

Der Benchterftcftter der WienerReichspost" meldet aus Skutari vom 2. November: Die Montenegriner waren nicht imstande, ihre Stellung am Tarabosch, die sie IN Höhe von 497 Meter besetzt hatten, zu halten. Sie wurden durch das türkische Feuer herunterge­worfen und mußten unter Zurücklassung mehrerer zer­störter Geschütze diese Stellung räumen. Tie Türken haben nordöstlich von Skutari sogar einen 1101110« Gifolg er tun gen, bei dem sie 8 0 Gewehre erbeutete n. Es zeigt sich immer mehr, daß die Monte­negriner ohne Bewältigung des Tarabosch keinen Erfolg behaupten können. Diese Werke sollen aber, wie türkische kötm'n^ o^^ört haben, sich noch einige Zeit behaupten

Dio Wünsche der Albaner.

. Konstantinopel, 4. Nov. Die Albaner bereiten ein Memorandum an die Großmächte vor, indem sie Schutz für ihre nationalen Interessen fordern.

Da» englische Untcrhans und die britische Flotten- mobilisicrung.

London, 4. Nov. Im Unterhaus gab auf eine An R-"."^Minister Asquitl, eine kurze Erklä. BrSÄÄSMS JKKSto ; "4 RinS 8,nXX«

Armee mußte, weil sie jenseits von Boni tsa auf über­legene Streitkräfte stieß, den Vormarsch unter­brechen und befestigte Stellungen einnchmen.

Die Einnahme von Prevesa.

General Sapunjakis telegraphierte, daß die griechische Abteilung, die Prevesa angriff, außer den regulären Truppen und Artillerie aus kretischen und epirotischen Freiwilligen bestand. Der Kampf dauerte den ganzen Tag von morgens 7 bis abends um 5 Uhr. Die Verluste der Griechen betragen 10 Tote und 56 Verwundete, die Verluste des Feindes sind weit höher. Außer 15 0Sol- baten machten bie Griechen 150 irreguläre Albanesen zu Gefangenen. Die türliscke Besatzung bestand, aus ungefähr 800 Mann. Die Griechen schickten sich an, P re^> e s a im Sturm z u nehmen, als die Konsuln Ruß^iuds, Oesterreichs unb Englanbs, begleitet vom Vertreter des Gouverneurs der Stadt, erschienen, um über folgende Bedingungen zu verhandeln:Die Gar- . nison ergibt sich dem regulären griechischen Heer. Ten Offizieren und Soldaten sowie ihren Familien wird Schutz bewilligt." Tie Bedingungen wurden von dem Komman­deur der Griechen angenommen. Man beließ den Offi­zieren ihren Degen bis zu dem Augenblick, da sie als Ge­fangene nach der Insel Laukas eingeschifft wurden. Gener.ck Sapundjalis zog heute morgen in Prevesa ein und ergriff alle zur Aufrechterhaltung der Ordnung notwendigen Maß­nahmen.

Die Fortschritte Ser Zerben.

Belgrad, 4. Nov. Nachdem die Konzentrierung der Armee des .Kronprinzen, deren Truppenkolonneu sich in­folge des fluchtartigen Rückzuges ber Türken auf einen sehr weiten Gefechtsraum ausgebreitet hatten, beendet ist, traten die Truppen den Marsch gegen Sa lonikiund Mo na st ir an und haben bereits Demiroaku erreicht. Die dritte serbische Armee rückt in der Richtung gegen Durazzo vor, während General Zivcovie sich unmittelbar vor Skutari befindet. General Sie kanowie i st mit dem größten Teil der ser­bischen ArmeezudenBulgaren nach Adriano- pel gegangen.

Uesküb, 4. Nov. (Amtlich.) Die serbischen Truppen nahmen gestern Gvstiwer. Die Eisenbahnlinie U e s b - M i t r v w i p a, die von den Türken teilweise zerstört worden war, ist w i e d e r h e r g e st e l l t worden. Die Albanesenfiihrer Schaban Pascha, Audraga unb Hessen Bei würben als Kriegsgefangene nach Belgrad gebracht. Dieserbisch en Truppenerbeuteten bis he r!35 türkische Geschütze.

Nach Privatmeldungen beschlagnahmten die serbischen Truppen in liest üb bisher 20 00(5 Gewehre.

Die Ankunft Kriegsgefangener in Belgrad

Belgrad, 1. Nov. Der erste Transport von Kriegs­gefangenen, 1 000 türkische Soldaten und Alba­nesen mit einem türkischen Major, sind hier eingetroffen. Die Gefangenen wurden in der Belgrader Festung unter­gebracht.