Ausgabe 
5.11.1912 Erstes Blatt
 
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veften-vrafsau.

W Hanau, 4. Nov Der Sladtälteste Georg Bode, der von 1883 an den städtischen Korporationen in Hanau imgehorte und von 1898 bis 1910 unbesoldeter erster Bei­geordneter der Stadt Hanau war, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

W. Höchst a. M., 4. Nov. Heute abend streß in Sindlin g en ein von dem Markt in Hochheim kommen­des Automobil gegen ein Fuhrwer k. Tie Deichsel des Wagens traf einen am Trottoirrand stehenden 1 2 jäh - rigen Knaben mit solcher Wucht, daß dessen Schädel­hecke zertrümmert wurde Der Knabe war sofort tot.

GerichtssaaU

Leipzig, 4. Nov. Tas R eichs gericht verwarf die Revision des Betriebsleiters Heinrich Schatz, der am 5. Juli vom Landgericht in Saargemünd wegen Beleidigung des Kaisers gu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war.

Luftschiffahrt.

Der BallonDüsseldorf 2".

Cansas- Ci ty (Missouri), 4. Nov. Nach einem Tele­gramm, das der Präsident des Cansas-City-AeroNubs von dem Führer des BallonsDüsseldorf 2, Wans, erhielt, ist dieser in Pskow in Rußland gelandet und befindet sich ebenso wie sein Mitfahrer wolil. Aus dem Telegramm geht hervor, daß beide von den russischen Behörden gefangen gesetzt, später aber wieder srcigelasscn worden sind.

Mannheim, 4. Nov. Das LuftschiffSchütte-Lanz" unternahm heute nachmittag gegen 3 Uhr eine Werkstättenfahrt. 24c Fahrt ging zunächst nach Spei er und dann über Ludwigs­hafen wieder nach Mannheim zurück.

vermischter.

Sklavenlebcn an Bord. In Riga wurden auf einem dort mit einer Ladung Rotholz aus Afrika eingctroffcnen finnischen Segler unglaubliche Mißhandlungen auf­gedeckt, die an den Negermatrosen durch den Kapitän und die finnischen Matrosen verübt wurden. Ein Neger wurde angekcttet in der Kajüte aufgefunden, wo er drei Tage ohne Nahrung ge­blieben war. Ein anderer Neger, der die Mißhandlungen nicht

ertrug, war während der Fahrt in das Meer gesprungen und I ertrunken. Bei vier Negern wurden blutunterlaufene schwel lungen am ganzen Körper sestgestellt Ter Staatsanwalt und | der englische Konsul besuchten das Schiff. Tic Angelegenheit wurde Dein Untersuchungsrichter übergeben. Die Neger sind eng­lische Untertanen.

Kleine Gflaesdjronit

Aus Potsdam, 4. November, wird gemeldet: Bei der Heu tigen Hubertusjagd in Döberip, an der auch der Kaiser teil­nahm, stürzte plötzlich der Inspektor der Kavallerie, Generalleut nant v. Windheim, infolge eines Herzschlags tot vom Pferde.

Wetteraussichten in Hessen Mr Mittwoch, den 6. Nov. 1912: Trub, rcgucriicb, milb, südwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Neue Schlachten.

Sofia, 5. Nov. Zuverlässigen Nachrichten zufolge soll eine neue große Schlacht zwischen Tschorlu und Taray begonnen haben.

London, 5. Nov. Aus Mustafa Pascha wird ge­meldet, daß 26 türkische Bataillone einen Ausfall auf beiden Seiten der Mariha machten. Ter Kampf dauerte fast den ganzen Tag über. Unter heftiger Gegenwehr schlugen die Bulgaren die Türken zurück. Tie Türken hatten große Verluste.

Athen, 5. Nov. Die Griechen haben die Insel Paros besetzt. *

Anton von Perfall f.

München, 4. Nov. Der Romanschriftsteller Anton Freiherr v. Perfall ist vorgestern nacht an Nierenblutung hier gestorben. Perfall, der am 11. Dezember 1853 geboren war, hat eine lange, kaum übersehbare Reihe von gern gelesenen Romanen und Novellen versaßt, in denen er mit Vorliebe das Leben her bayerischen Gebirgler und Jäger behandelt. Auch auf dramatischem Gebiet hat sich Verfall gelegentlich versucht. Er war mit der früheren Tragödin des Münchener Hoftheaters Magda Jrschiek vermählt. Sein älterer Bruder ist Karl v Perfall, der ebenfalls durch seine Romane in weiteren Kreisen der Leser­welt bekannt geworden ist.__________________

Auch für Erwachsene.

Der Gebrauch eines KräftigungS- und Stärkungs mittels erweist sich häufig als geboten, und zwar nicht etwa nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene jeden Alters, Frauen wie Männer. Die seit Jahr­zehnten rühmlichst bekannte Scotts Emulsion hat sich als solches immer bestens bewährt gleichviel ob es sich , um angeborene Schwäche handelt oder um Entkräftung nach überstandener Krankheit. Schon nach einem ver- hältnißmäßig kurzen Gebrauche beginnt die Wirkung von Scotts Emulsion sichtbar zu werden. Man merkt ' das Wiedererwachcn der Lebenskraft, besonders auch der Eßlust. Infolgedessen schreitet die allgemeine Kräf- zunahme rasch voran, und neue, Lebenslust entfaltet sich. Scotts Emulsion ist so zuträglich und wohl- : schmeckend, daß auch Erwachsene keine Mühe haben, sie längere Zeit hindurch ohne Widerstreben zu nehmen und gut zu vertragen.

Aber es muß die echte Scotts Emulsion sein!

Stottern, Stammeln, Lispeln, Näseln usw. wird als ein recht unangenehmer Sprachfehler, sowohl von den damit Behafteten, als auch von anderen Personen peinlich empfunden. Öcrr Lütgert, Inhaber des Spracbheilimlitutes, der speziell das Studium der Sprackrheükünde genossen bat, hält in Gießen, Frank­furter Straße 31 I. einen einmaligen Kursus für Sprachleidende ab lieber seine Erfolge stehen ihm vorzügliche Zeugnisse zur Verfügung, in die jedermann Einsicht nehmen kann. Id4/u

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Letzten Sonntag verschied unsere Dienerin

Veteranen-Verein.

Wir erfüllen hiermit die trau­rige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kame­raden

Christian Otterbein

geziemend in Kenntnis zu setzen. [v6/11

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Nov., vormittags 11 Uhr. statt.

Ter Borstand.

Kinder husten nicht mehr, nach Karn s ech­tem ^enchclbonig. Flasche 50 Pfennig nur Ecutrai- Drogcric Emil Kam. Echulstraße. |:-j Tel. 551 Abfallholz p.Ztr.1.20 Mk., freieAnfilbr. Holzbearbeitung^ - Fabrik

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Todes-Anzeige.

Sie hat in treuer Pflichterfüllung unserem Verein viele Jahre ihre Kraft gewidmet und war in allen Kreisen geachtet und beliebt. Wie eine Mutter besorgt ist um das Wohl ihrer Kinder, so hat die Heimgegangene ihre Anhänglichkeit an unseren Verein bewiesen und wir werden ihr allezeit ein ehrendes Andenken bewahren.

Giessen, den 5. November 1912.

Gestern verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel

Herr Christian Otterbein

r.yflhadsep-TecümHuni Frankenhausen

Ing.-u.Werkm.-Abt. Gr Masch.-Lab.

Giessen (Bückingstrasse 5), Berlin, den 4. November 1912

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. November, vorm. 11 Uhr,

7344

vom Portale des neuen Friedhofs aus statt.

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Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gieszen.

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Städtischer Seefischmarkt

jeden Donnerstag nachm. in den Marttlaubcn

Beginn 3 Uhr pünktlich.

3um Berkaus kommt nur beite, frischeste Nordsee Ware zu billigen, lediglich die Selbstkosten der Siadl deckenden Preisen. Tic Verkaufspreise und xn den Perkaufoständcu angcichlagcu.

Ticic L^odrc große Zufuhr von ^chellnich, Kabliau, Seelachs, Schollen und grünen Heringen.

Fischkochkurse.

Im Anschluß an den städtischen Fischvcrkaus werdest in der vaucbaltung. schule Tonncrstag und Freitag, abeudS von ".,7 bis s Hbr, ^iid)fod)turic für Frauen und erwachsene Mädchen abgebalien.

In diesen wird praktische Anleilung gegeben zur Her stellung verschiedener einsackier Flschspeisen.

Tauer der Kurse 2 Abende. Der Unterricht ist füi Minderbemittelte unentgeltlich, von den übrigen Teil- nebmerinneii werden zur Deckung der Kosten 60 Pfg. für beide Abende erhoben.

Jedem Kurse können 18 Personen beiwohnen und werden dieTeilnehmcrinnen nach der Reihe der Anmeldung berücksichtigt. . ,

Anmeldungen werden leben Mxttwoch vmr S'/, bie 7'/, Ubr in der Aliccichule, Steinstraire 10, entgegen genommen.

Vorkchmgkn gegen das irinsrimn der Hlilis- Wnßerleitnngen.

Zur Verhütung von Frostschäden an den Fnnen leitungen der istcbäude empfiehlt es sich, in allen Räumen, welche von Leitungen durchwgcn werden, die Fenster immentlid) während der Nachtzeit geschloßen zu halten. In allen der Malte besonders ansgesei.uen Gebäudeteilen bietet die Umhüllung der Rühren. Ventile usw. mit schlechten Wärmeleitern, wie Jute, Wollenzeug, ,yili oder Holz, einen empfehlenswerten Schutz gegen das Einfrieren. Wo auch dieses Mittel nicht ausreicht, wird es notweudm, während der '.stacht das Hauvtabiperrvenlil zu id>hcnen und die Hauptleitung im Innern des Gebäudes abends zu entleeren Um eine vollständige Entleerung zu er­wirken, ist es geboten, während derselben, das in dem obersten Stockwerk des Hauics befindliche Zaviventil dcr vausleitung oficn zu halten. Vor dem Wieder- aulancn des Wassers iit das Entleerungsventtl sorgfältig wieder zu schlienen. Besondere Aunnertsamkeit iit dem Frostschutz von Wassermessern zu schenken, da alle Unter- haltungs- und Etneuerungskoiten der Messer, welche nicht durch ordnungsmäßige Abnutzung veranlaßt worden find, dem Abnehmer zur Last fallen und ihm m Rechnung gestellt werden. "

Einwinterungen, Ncvaraturcn nnd Austauungen von vauswasfcrlcitiingen tvcrden am zweckmäßigsteu von deujcuigeu "»ustallationsgcichäftcn besorgt, welche die bctr. Hauswanerleituugen s. 3t. ausgeführt haben.

Lecfischc!

Schellfisch und Kabliau blutfrisä) 6059 Mittwoch und Donnerstag nüh cinttcnenb.

Jak. Maternus

Ecke K l i nik-u.^ranksurt. Str.

DaS Wohnhäuschen bei dem Tonnenschuvpen am Wißmarer Weg soll

SJiontiig, öen 11. Z'iovcmbcr bi. Zi., Mrm. 10 Uhr, im Wege öfientlicher Verdingung auf den Abbruch ver­kauft werden. ,,

Die Bedingungen liegen aut dem stadtlfchen vochbau- amt zur Einsicht ofren und sind Angebote bis zum ge­nannten Termin dorthin einzureichen. IB5/U

Hoch- un uau.

Es sind in dcr nächsten Zeit zu vergeben die Zinsen aus:

1. der Echternach - Stroh Stiftung und der *fa« broisse-Stiftuiig. Etwa 14u Etr. Sohlen an Stadl» arme. Verieilungsteruiin: erste Wochs im.faiiuarllllL

2. der Friedrich Bücking- Stiftung. 13ikj Mk. in (tzabeu von 15" Mk. unö 1 0 Mk. au bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzelsteheude Personen.

Verleilungstermiii: Lseihnachlen.

3: der Minna Keil Vogt-Stiftung. Gaben von ,c 70 Mk. an drei in Gienen luoDnDaitc, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder Witwen von Handwerkern, evangelischer Mouiciiion. Rur selb ständige Handwerker oder Witwen von solchen können berücksichtigt werden. lB*/n

Verteilungstermin: Weihiiachten.

Meldungen ans Armenann, Astertveg 9, zu LrdnungS- numiner 1 bis 20. Rovernber 1912 und zu den LrdnuugS nummern 2 und 3 vis 30. November 1912.

Ter Installateur Jakob Fleck, ist zur Ausführung von Entwässerungsanlagen gemäß 8 IG der Poltzet- verordnung, die Entwasseiung von Grilndstäcken im An­schluß au die itadlische Aiaualiiatioit in der Provinzial Hauptstadt Gießen betreffend vom 1. August 1904, zugelasseu worden. I^ /

reine inaKnnm bonum, zum L-tUiflUcn Tagespreise für Winterbedarf, frei Vie= terung in s HauS. !08080

Tb. Bäulke, Wolfstraßc 9 und Bismarckstr. 11 iVaöeni.

8 e ^asirst bewährt sich nun- /j 11 mehr Retter's /k/k üaaewafjcr (München) uaatl.gepr. u.begutacht. B.h.um40Pf.u.M.1.10b.

J. H. Fahr, Lon>ienstr.25. (hv'^/a

im 65. Lebensjahr.

Tm Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Helene Otterbein, geb. Bourgeois.