fbeitstritt-in. i£n Blättern die Behauvtimg auf, daß bet Patronage* Sekretär des Schatzamts Master o i Elibank, der H auptein- peitscher der Regierung und eins der einflußreichsten Mitglieder, fcirrüdtretm werde und möglicherweise an Stelle Gladstones zum Generalgouverneur von Südafrika ernannt werden tolle.
Die Reichrtagsersahwahl in psarriirchen.
' Pfarrkirchen, 5. Aua. (Amtliches Wahlergebnis.) Bei der heutigen Reichstagser,atzwahl im Wahlkreise Niederbayern 4 erhielt der Landwirt Bauer (Bayr. Bauernb.) 8650 Stimmen, der Landwirt und Bürgermeister Ger au er (Zentrum) 5798 Stimmen. 12 Stimmen waren zersplittert. Bauer ist somit gewählt. r
Tie Liberalen hatten zur Wahl des Bauernbündlers aufgesor- dert, die Sozialdemokratie Stimmenthaltung proklamiert.
Bei der Hanvtwahl im Januar d. I. war Bachmaier vom Sauernbund mit 9882 Stimmen gewählt worden, während sein Negner vom Zentrum, Mayer 7722 Stimmen ausbrachte und aus ren Sozialdemokraten Huber 1228 Stimmen entfielen.
Deutsches Neich.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz über Ab- -änderung und Ergänzung der Ausführungs- ge setze zum Rcichsgesetz über den Unterstützungswohnsitz.
In Köln war am Montag der erste Derhandlungstag des Internationalen Kongresses des Weltbundes der Krankenpflegerinnen. Nach der Begrützungsanivrache wurde als neue Parole des Weltbundes für bte nächsten Jahre von der Gründerin und Ehrenpräsidentin Mist Bedforder uw ick das Streben nach weiterer seelischer Vertiefung des Krankenpflegeberufes ausgegeben. Bei der Borstandswahl wurde Oberin Goodcich-Ncw Bork als Vorsitzende des Weltbundes für die nächsten drei Jahre neu die bisherige Präsidentin Schwester Äarll-Berlin als Ehrenvorsitzende gewählt. Die beiden nationalen Verbände von Indien und Neuseeland wurden neu in Den Weltbund ausgenommen. Als Vertreterin der Schweiz wurde Frl. Emmi Oser-Zürich in den Vorstand ausgenommen. Für das Jahr 1915 wurde Chicago als Tagungsort des nächsten Kongresses gelegentlich der Eröffnung des Panamakanals bestimmt. Weiter wurde eine Entschliestnng betr. die Einführung der staatlichen Registrierung der Krankenpflegerinnen sowie eine Sympathieerklärung zugunsten der allgemeinen Einführung des Frau en st immrechtes angenommen. Nachmittags veranstaltete die Stadt zu Ehren des Kongresses ein Gartenfest in der Flora.
Ausland.
Ein Erlaß des französischen Marineministers e l c a s s s beschäftigt sich ‘mit der Organisation des Rettung s- wesens an Bord der Kriegsschiffe unb der mit der Personenbeförderung befaßten französischen Staastdampfer. Bisher hatten nur die Torpedoiaaer je einen Rettungsgürtel pro Mann an Bord, alle anderen Schiffe hatten nur eine kleine Anzahl dieser Apparate für die Rettungsboote. Ter Marineminister ordnet nun an, daß alle Kriegsschiffe und Transportdampfer Rettungsgürtel in genügender Zahl mit 'sich führen müssen, und zwar sollen, wie der Erlast ausdrücklich betont, diese Gürtel nicht, wie es gewöhnlich ru geschehen pflegt, in einem der Bunker untergebracht werden, sondern in den von den Mannschaften bewohnten Räumen.
Der „Daily Telegraph" meldet aus Peking vom 4. August: Mit der Ernennung des ,,Times"-Korrespondeuten Dr. Morrison zum politischen Berater der chinesischen Regierung ist ein Posten wieder besetzt worden, der eine reine Sinekure war und keinem Ressort angegliedert ist. Tas chinesische Auswärtige Amt lehnt jebc Verbindung damit ab. Tic Pekinger Presse fragt, was eigentlich hinter dieser Ernenmmg stecke, die sie bitter beklagt. Der frühere Inhaber dieses Postens war der Sinologe Sir Walter Hillier, der seit 1867 in China gelebt hat. Dieser wurde im Jahre 1908 zum Ratgeber der chinesischen Regierung ernannt und trat nach einiger Zeit wieder zurück, da er fand, daß er nichts zu tun habe.
Die neue Fortschrittspartei Roosevelts.
Auf dem ersten Konvent der neuen fortschrittlichen Partei der am 5. August in Chicago eröffnet wurde, um Roosevelt zum PräsidcMschaftskandidatcn zu nominieren, werden 47 Staaten vertreten fein. Nur Südkarolina ist nicht vertreten, weil es darauf beftanb, Neger als Delegierte zu entsenden. Ter Ausschuß, der die Bcglaulngimg der delegierten zu prüfen hat, hatte bereits Neger, die als Vertreter von Alabama gewählt waren, zurückgewiesen. Es wird wahrscheinlich bei allen Süd- staaten so verfahren, dagegen werden Neger als Vertreter der
j gegenwärtigen Stand (85 Ortsgruppen, 6448 Mitglieder) und »endlich die Bedingungen der Teilnahme an den Festspielen enthalt. Ans einer gelegentlichen Notiz ersehen wir, daß die Fest- 'spiele 1913 durch den derzeitigen Vcrmögensstand bereits ge- »sichert sind; das soll uns aber nicht abhalten, alle Deutschen, die etwas für eine putc Sache tun wollen, auf dieses, auch bereits durch eine kaiserliche Stiftung ausgezeichnete Unternehm men hinzuweisen. Das Wcrbebeft erhält man gratis durch die Geschäftsstelle des Deutschen Schillerbundes in Weimar. Für das nächste Jahr, das Jubeljahr der Befreiungskriege, sind (die Zustimmung der Jntentanz des Großh. Hoftheaters in Weimar vor- ausgesehtl Goethes „Goetz", Schillers .Jungfrau" (bekanntlich daS meist gespielte höhere Drama vor den Befreiungskriegen), Kleists „Hermannschlacht" und Wildenbruchs „Väter und Söhne" oder Heyses „Colberg" in Aussicht genommen.
— Caruso in Südamerika. Caruso hat soeben, wie berichtet wird, einen Vertrag unterschrieben, der ihn zu 12 Vor' stellimgen an der Nationalover von Buenos Aires verpflichtet. Für jeden Abend ernält er die Summe von 28 000 Mk. .Damit wird ein Rekord für Künstlergagen aufgestellt, der selbst von den berühmtesten Primadonnen der Vergangenheit nicht übertroffen worden ist. Höchstens könnte vielleicht die "Satti mehr bekommen haben, denn sie erhielt für jedes Auftreten tn Amerika in den achtziger Jahren 24 ÖOO Mk und außerdem noch einen bestimmten Prozentsatz an den Einnahmen, so daß sie vielleicht Carusos Gage hin und toieber erreicht hat. Bei ihrer Abschieds- ioimtcc durch Amerika waren ihr außer völlig freier Fahrt 20000 Mk. für das Konzert — im ganzen waren 60 Konzerte — und 25 Proz. der Einnahmen zugesichert.
kf. Auto-Polo — der neueste Spork. Ein neuer Nervenkitzel, den man wohl kaum noch als Sport bezeichnen kann, ist in Amerika soeben „erfunden" worden. Während man bisher Polo mir auf Ponys zu spielen pflegte, hat vor einigen Tagen in Kansas auf den staatlichen Spielplätzen zu Wichata das erste Poloivettspiel in 9üitomobilcn in Gegeinvart einer riesigen Zu- fdtauermenge ftattgefunben. Jede Mamiscl>aft bestand aus vier ^lutomobilen, die selbstverständlich eigens für diesen Zweck gebaut und deshalb von großer GesdHvindigkeit waren. In jebem Auto saßen ein Spieler, der mit einem großen Polohammer bewaffnet war. und der Autolenker. Tie beiden „Male ivaren ungefähr .hundert Meter von einander entfernt und der zwischen ihnen liegende Platz war sorgfältig gereinigt und geebnet worden. Ter Gouverneur von Kansas in höchsteigener Person fungierte als Schiedsrichter. Vorsichtshalber hatte man eine Ambulanz mit einer Reihe von Aerzten eingerichtet; denn niemand ttru&tex was ein Auto-Polo für Zwischenfälle bringen konnte. Was Spiel verlies äußern aufregend, und die Zuschauer schwankten -^Ochcn Angst- und Jubelrufen. Ter Sieger gewann das Spiel im Verhältnis <: o, aber, cS war ein PyrrduSsieg; beim, er mußte Mei feiner Autos auf dem Gdiladtfelbc lassen und drei b*r Mitglieder wurden verletzt davongetragin Ter unterlegene Klub batte nur cm Auto und zwei Spieler verloren. Aber alle Zuschauer waren bann einig, daß das Auto-Polo alles bisher Ta- gewesene wett hinter sich läßt.
Nordstaaten zugelassen werden. Viele Frauen sind als delegierte zum Konvent gewählt. Roosevelt wird ebenfalls cintreffcn.
Chicago, 5. Äug. Der Nationalkonvent, der von Roosevelt organisierten Fortschrittspartei begann heute mittag im Kolosseum. Es herrschte große Begeisterung. 232 Anhängerinnen des Frauenstimmrechts und eine Anzahl weiblicher Delegaten zogen nach der Kvnventshalle und wohnten dem Konvent bei. Negerdelegierte versuchten Roosevelt zu besuchen, wurden jedoch von Weißen daran verhindert. Die Polizei verhütete eine Schlägerei zwischen beiden Teilen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 6. August 1912.
•* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Lehr aus Bullau die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kölzenhain.
•• Militär-Sonderzüge. Am Mittwoch, 7. Aug., trifft das 3. Bataillon des Jnf.-Reg. ,Kaiser Wilhelm* Nr. 116 um 743 abends vom UebungSplatz Ohrdruf wieder in Gießen ein. DaS 1. Bat. des Jnf.-Reg. 168, das mit demselben Zug kommt, fährt um 600 abends weiter nach Butzbach, wo eS um 836 abends eintrifft. Der Reg.-Stab, daS 1. und daS 2. Bat. deS Jnf.-Reg. ,Kaiser Wilhelm" Rr. 116 kommen ebenfalls am 7. Aug. 1912 von Ohrdruf um 653 abends hier wieder an.
"Hauptversammlung der hessischen Pfandmeister. Bei guter Beteiligung hielten am Sonntag die Pfandmeister Hessens zu Frankfurt a. M. ihre Haupt- Versammlung ab, die von dem 1. Vorsitzenden, Psandmeister Mahler-Offenbach, geleitet wurde. Nach Erstattung der Berichte stand die neue hessische Besoldungsordnung zur Beratung. ES wurde mit Bedauern festgestellt, daß bei den jetzt stattfindenden Nachzahlungen der erhöhten Gehalte die den Pfandmeistern bei den pensionsfähigen Bezügen gerechneten 700 Mk. Gebühren bei der prozentualen Gehaltserhöhung nicht in Betracht gezogen werden. Eine Eingabe an die Regierung soll diesem Versehen abhelfen. Dem Anträge, sich mit den städtischen und Gemeinde-Psandmeistern zu einem Verbände zu vereinigen, soll nähergetreten werden. Der Vorsitzende gibt den Antrag Schönberger, betreffend Aufhebung der Bezirkskassen, der auch die Stellung der Pfandmeister erschüttert, bekannt. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Als Ort der nächsten Hauptversammlung gilt wiederum Frankfurt. (Es ist aus wirtschaftlichen Gründen sehr bedauerlich, daß hessische Vereinigungen ihre Tagungen stets in Frankfurt abhalten. Red.) ♦♦ Adressen für Manöversendungen. Aus Anlaß der bevorstehenden militärischen Herbstübungen machen wir auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deutlicher Aufschriften bei den Manöver-Postsendungen aufmerksam. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen Ordnung- nummer), Dienstgrad und Truppenteil (Regiment, Bataillon, Kompagnie,. Eskadron, Abteilung, Batterie, Kolonne usw.) und der ständige Garnisonort, eintretendenfalls mit dem Zusatz „ober nachsenden". Die Angabe eines Marschquartiers als Bestimmungsort empfiehlt sich in bet Regel nicht.
** Briese nach Uebersee. Nach den Wahrnehmungen her Grenz-Ausgangs-Postanftalten rechnet das Publikum bei ber Auslieferung von Briefsendungen nach überseeischen Orten fast nur mit den letzten Versendungsgelegenheiten, die auf Grund des Beihefts zum Amtsblatte des Reichs-Postamts durch die Zeitungen bekannt gegeben werden, während über das Bestehen von Vorversanden kaum etwas bekannt ist. Da die letzten Besörderungs- gelegenheiten infolge von Störungen im Gange der Eisenbahnzüge nicht selten in den Hafenorten den Anschluß an die abgehenden Dampfer verfehlen, empfiehlt es sich dringend, die Brief- fenbungen möglichst zeitig auszuliesern, damit sie mit den Vorversanden Beförderung erhalten, die auch bei Verspätungen der Eisenbahnzüge die Schiffe in den Abgangshäfen rechtzeitig und sicher erreichen.
Kreis Friedberg.
h» Friedberg, 5. Aug. Unter starker Beteiligung fand hier unter dem Vorsitze von Gutsbesitzer Schneider-Utphe die Hauptversammlung der Landw. Hauptgenossenschast für Oberhessen statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Bericht des Geschäftsführers, Bürgermeisters Fendt- Büdingen, über die Vorgänge der letzten Wochen in der Genossenschaft. Er führte auS, daß durch die mangelhafte Geschäftsführung deS Direktors Männel ein Defizit von 48500 Mark entstanden ist, von dieser Summe ist der Direktor für 18 000 Mk. haftpflichtig. Von vier Vorstandsmitgliedern sind je 3000 Mk. und acht Aufsichtsratsmitgliedern je 1000 Mk. zur Deckung des Fehlbetrages beigetragen worden, so daß demnach jede Schuld gedeckt ist. Die 93er- sammlung erklärte sich nach kurzem Meinungsaustausche mit dieser Art der Sanierung einverstanden und erteilte dem Vor» stände ein Vertrauensvotum. An Stelle des zurückgetretenen Geheimrats HaaS-Darmstadt wurde Generalsekretär Haas- Darmstadt in den Aufsichtsrat gewählt. Die Vorstands- Mitglieder Schneider-Utphe, Hahn-BellerSheim und Stoll- Echzell lehnten eine Wiederwahl ab, an ihre Stelle wählte man Wetz-Holzheim und Pfeffer-BorSdorf.
L. Friedberg-Fauerbach, 5. Aug. In unserem Stadtteil feierte der Fußballklub sein Stiftungsfest. Zwei Tage hatte er für das Fest vorgesehen und eine große Anzahl Sportvereine dazu eingeladen. Auf dem Sportplatz versammelten sich die Teilnehmer und hielten SamStag abend einen Kommers ab. Gestern bewegte sich ein großer Zug durch die Straßen nach dem Festplatz, woselbst Preisspiele', Festrede und Konzert stattfand. Abends wurden die Preise verteilt.
I.. Bad-Nauheim, 5. Aug. DaS letzte Gebäude der alten Saline am Promenadenweg nach Friedberg, der Materialschuppen, ist abgerissen und wird an der jetzigen Saline auf dem Goldstein aufgebaut. Die Arbeiten sind jetzt von der Baubehörde ausgeschrieben worden.
h. Ilbenstadt, 5. Aug. Die Trinkwasser- Verhältnisse werden im hiesigen Orte immer unhaltbarer. Gegenwärtig sind nur noch drei Gemeindebrunnen vorhanden, von denen jedoch nur zwei einigermaßen genießbares Waffer liefern. Eine Befferung der Zustande scheint auch vorerst noch nicht emtreten zu sollen, da der Gemeinderat einen er- neuten Antrag auf Erbauung einer Wasserleitung ablehnte.
Starkenburg und Rheinheffcn.
— Offenbach a. 2)1., 5. Aug. Das MaturitätS- exarnen für Nichtschüler, das in Hessen einmal im 3abre abgehalten wird, findet für Gnmnasiurn und Ober- Realschule in diesem Jahre hier statt, und zwar beginnt daß erstere am 3. September, das letztere am 26. August. Für Nichtschüler, die sich das Reifezeugnis eines Realgymnasiums
tiverben wollen, ist das Realgymnasium in Darmstadt bestimmt worden, wo ebenfalls am 26. d. MtS. die Prüfung ihren Anfang nimmt
! Mainz, 5. Aug. In der Rheinischen Brauerei würbe heute nacht ein schwer verletzter 9)1 ann aufgefunden, ber auf dem Transport zum Hospital starb. Er scheint die hohe Umfassungsmauer der Brauerei herabgestürzt zu sein. — Tie diesjährige Besichtigung der Truppen deS 18. Armeekorps vor dem Kaiser findet am 21. August auf dem großen Sande statt.
ch. Bingen, 4. Aug. Eine unliebsame Verzögerung ihrer A Reise erfuhr hier eine englische Gesellschaft, die mit dem AutoM von Koblenz kommend durch Bingen fuhr. Tas Auto fuhr durch die Grabenstraße dem Rheine zu und prallte mit einem Wagen ber Straßenbahn zusammen. Obwohl Auto wie auch Straßenbahn an dieser als gefährlich bekannten -Stelle nur mit mäßiger Geschwindigkeit fuhren, erlitt das Auto schwere Beschädigungen. Die Vorderachse desselben wurde dermaßen ver- ' bogen, daß der Wagen zwecks Instandsetzung nach Frankfurt a. M. gesandt werden mußte. Die Beschädigungen des Straßenbahn- waacns erwiesen sich von kleinerer Bedeutung. Personen mürben nicht verletzt.
Kreis Wetzlar.
w. Wetzlar, 5. Aug. Gestern nachmittag um 5 Uhr wurde auf der Steindörfer Chaussee das sechsjährige Mädchen des Metzgermeisters Löb von einem Automobil überfahren und sofort getötet. Ten Chauffeur trifft keine Schuld.
Heffen-Naffan.
(:) Rodheim a. d. Bieber, 5. Wag. Der KreiSauSschuß in Biedenkopf erteilte seine Genehmigung zur Bildung eines kollegialen Gemeindevorstandes. ES sind mithin für die Folge zwei Schöffen und ein Beigeordneter zu wählen. — Trotz der regen Baulust fehlt eS an geeigneten Bauplätzen; cs wird daher ein OrtSbebauungSplan gefordert.
-ft Von der Edertalsperre, 5. Aug. Gestern unternahm der Automobilklub Marburg eine C4t* sellschaftsfahrt seiner Mitglieder nach der Edertalsperre, der sich vier Wagen mit Mitgliedern des Automobilklubs Gießen und Umgebung und ein Fahrzeug mit solchen des Automobilklubs Wetzlar angeschloffen hatten. Die Gäste wurden beim Anlangen um 8 Uhr früh von Motorradfahrern vor Marburg empfangen und auf den Weg nach Frankenberg geleitet, wo um 9 Uhr 14 Automobile mit rund 50 Insassen im Hotel-9testaurant zum Goßberg sich cinfanden. Ein Teil der Teilnehmer besichtigte die gotische Stadlkirche und das zehntürmige Frankenberger Rathaus. Um 11 Uhr ging die Fahrt nach Wildungen weiter, wo eine kleine Rast gemacht wurde, um dann über Affoldern bis an die Sperrmauer bei Hemsurt zu fahren, die jetzt bereits 15 Meter hoch ist. Man hat von der Höhe einen prächtigen Ueberblick auf die waldbedcckten Berge und das hochliegende Schloß Waldeck. Von der Sperrmausr ging es zurück über Hemsurt, Affoldern nach Schloß Waweck, wo man gegen 2 Uhr landete, um den Kaffee einzunehmen. Die Burg mit ihren gut erhaltenen Gefängnissen, dem Verlies und dem Hexenturm, sowie dem 125 Meter tiefen Brunnen wurde unter Führung eines Burgfräuleins besichtigt. Dann ging die Reise über Sachsenhausen, das ehcmalige he s s en-dar m städtische Amt und Stadt Vöhl Und wieder zur Eder nach Herzhausen, bis wohin das Staugebiet sich erstrecken wird. Nach einer kurzen Rast ging es an der Eder entlang wieder nach Frankenberg zum Goßberg, an guf der Terrasse zu Abend gegessen wurde. Von hier au» wurde gegen 8 llbr abends bie Heimreise angetreten Leider wurden die Teilnehmer der prächtigen Fahrt bei Kölbe vom Regen und noch vor Marburg vom Gewitter überrascht.
wandern und Reisen, väder und Sommersrischen.
** B. H. C. In der Stärke von runb 60 Teilnehmern unternahm am Sonntag der B. H. C. Gießen seine 5. Vereins- wanderung, die von Lumda- nach dem Ohmtal führte und höchst befriedigend verlies. Von Londorf ging der Weg auf Kreuz-- und Querpfaden zur Frühstücksrast nach Höingen. Durch Feld und Wald ging es sodann über die Hunnenburg, einem altgermanischen Grenzwall, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf das Ohmtal, die Amöneburg, auf Schweinsberg und die benachbarten Ortschaften genoß und über Erftirisbauien nach Schweinsberg, wo wiederum futae Rast erfolgte Da- Städtchen mit seinem es überragenden Schlosse macht durch snne malertfd>en Torfstrahen und den mittelalterlichen Fachwerksbauta einen überaus schmucken, anheimelnden Eindruck. Ter weiiere Weg führte nach dem Handsteinsgraben, der namentlich in seinem oberen Teile in dem wildes, durch Farnkraut und Sträucher überwuchertes Steingeröll lagert, recht hübsche, interessante Partien aufweist. In nächster Nähe des Grabens befindet sich eine mächtige Gruppe großer und kleiner Quarzitblöcke, die natürlich auch von unseren Wanderern einer gebührenden Besichtigung bezw. Besteigung unterzogen wurden, um heran anschließend den Hochberg zu Überlingen, dessen höchste Erhebung wiederum hübsche SluSblicke, namentlich auf das prächtig gelegene Homberg bot. In Homberg gab man sich im „Hessischen Hof" bei guter Verpflegung einige Stunden der wohlverdientak Erholung hin. Um bet guter Zeit in der Heimat cinzutrefs«, marschierten die Wanderer noch nach Station Nieder Gemünden und zwar auf Umwegen durch die wild-romantische Harrichlucht, die der aanzen, abwechflungsreichen Wanderung einen würdigen Abschluß verlieh.
Sport.
— Fußball. Am Sonntag beteiligte sich der Gießener Fußballklub Viktoria an dem Stiftungsfest in Fricdberg- Fauerbach, verbunden mit Olympischen Spielen, mit einer V- und C-Mannschast. Er errang in der B-Klasse, die mit vielen Bewerber» beseht war, den 3. Preis.
Universitäts-Nachrichten.
— Die Gründung des deutschen akademische« Dartburgbundes. Aus Eisenach wird uns berichtetr Unter Teilnahme von Studenten aus Bonn, Gießen. ringen, Grrisswalde, Jena, Halle, Marburg, Münster, Leip-i-, Tübingen, Königsberg, sowie zahlreicher Ehrengäste, wurde am Sonnabend auf der Wartburg der deutsche akademische Dartburg- bund gegründet. Er hat sich die Ausgabe gestellt, deutsche Gesinnung auf den religiösen Grundlagen der Reformation zu pstegen^ und zu fördern und die moderne akademische Jugend aller Fakultäten und Korporationen zu einem deutschen Gesinnung»' bunb im Zeichen der Wartburg zu sammeln. Nach dem Ge- sänge des alten Kämpf- und SiegesliedeS der Reformation: „Ein' teste Burg tu unser Gott" legte sind, theol. Kanid-Leivj'S namens der bereits bestehenden Ortsgruppen das Gelöbnis ab, daß die akademische Jugend bereit sei, das, waS Luther dem deutschen Volk gegeben habe, im Leben zu betätigen und in dir -tat umzusetzen. — Generalsekretär S ch il l b a ch-H a l l c gab hierauf in einer begeisterten Ansprache dem neuen Bunde t*e Weihe und wies ihm, anknüpfend an die Geschichte der Wart- burg, leine Ausgaben und Ziele. Uebcr der ersten WarlburgtahrL- des Bundes möge als Motto das Lutherwort aus seiner Kirchen- Postille stehen: „Für meine Deutschen bin ich geboren, meinen Deutschen muß ich dienen!" Handle die akademische Jugend im


