Ausgabe 
5.6.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

en Provinz von einem Herrn an

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2iu$ Briefen Z v. Widmanns.

In , Westernranns Monatsheften" (Juni-Heft) veröffentlicht

an«veuermanns luroiuuvvvitn

<R der schweizerische Schriftsteller Alfred Beetschen cme Anzahl

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November 1893.

Glückwunschtelegramm

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cr zativer Art, so daß rch es nicht bereute, ^lomaiuiv ul- i tuijigt und dem Trängen eines auf diesen <stoii versehenen Mom-

tt'nsten widerstandeir zu haben.

und ich also diesen etwas abenteuerlichen Journalisten großen Stils einmal in der Nähe sah. Auch den sehr icingebtlbetcn

Erbprinzen, der deutsche und seine Gemahlin, die sönlich kennen zu lernen, Tags fuhr ich dann noch

Ttarnen ins Neugriechische iiberiept, Schwester des Teutschen Kaisers, per- war mir natürlich angenehm Andern mit dem Herzog und seiner Gemahlin Altenstein, das überm nebelbedeckten

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btc Sorge, daß Verwicklungen auf der Balkanhalbinsel ent flehen konnten. Hat Italien auch vorläufig die adriatische Hüfte vielleicht mit Rücksicht auf Oesterreich, mit dein cs ia noch verbündet ist außer Spiel gelassen, so kön­nen doch Krisen ailch von den ägäischen Küsten ausgehen, und man sieht mit Unbehagen, wie in der Nachbarschaft von Gegenden, in denen es so oft Aufstände gegeben hat, die Türkei in Kämpfe verwickelt wird. Für die so oft

geschlagen, hat alte Befürchtungen wieder erweckt und neue hervorgerufen. Ganz Europa fühlt dieses Wetter, bas mehr Veränderungen herbeiführen kann, als beit lieber» gang einer afrikanisch,

tmen andern. Je länger der Krieg trotz aller italienischen vtegesnachrichteir dauert, und je mehr der Schauplatz ge gen die Dardanellen hin verschoben wird, desto größer wird

Zum Schluß noch ein Ennnerungsblatt liehen Meininger Tagen:

Bern, den 17.

Werter Herr Beetschen!

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Verse Oes Sokrates an Xanthippe?

Eins überraschende Veröffentlichung aus dem (Vebiete der allen griechischen Literatur bringt Die PariserRevue". Es handelt sich um eine Anzahl von Epigrammen, die auf dem Bruchstücke einer Abhandlung des Anaxagoras aufgesunden worden sein sollen. Ties Fragment stammt zusammen mit einer ganzen Zahl an­derer griechischer und hebräischer Handschriften aus einem ab» bessynischen Kloster und ist, wie Martin Petitcler mittalt, von seinem Lehrer, dem Paläographen Eourtaud-Proii» t e r o l, untersucht worden. Alle diese Epigramme nun haben keine andere, als Lanthippe, die unsterblich gewordene Frau des Sokrates, zum Gegenstände, und zwar werden sie durchweg dem Sokrates selbst in den Mund gelegt. Sie bilden, 40 an der Zahl, zusammen ein Ganzes, das nach einem zu der Reihe gehörigen Didmung-gedichte den TitelTie Krone der Tant Hippe" getragen hat. Wer war der Verfasser dieser dichterischen Er güise (Huldigungen kann man wahrlich nicht sagen) an Frau L'anthippe'?

Ter französische Gelehrte ist zu dem Ergebnisse gekommen, daß Sokrates selbst der Verfasset gewesen sei. In ocn ersten der Gedichte zeigt sich der Verfasser unermüdlich darin, die bekannten Eharaktereigentümlichkeiten Lanthippens mit immer neuen witzig en und ironischen Wendungen zu schildern und zu verspotten. So wird z. B. .ianthippens Liebe mit einem Bienen» stocke verglichen; um ihrem Gatten einen Nektartrank zuzubercuen, plündert sie mit unermüdlichem Eifer Die gärten unQ die frischen

Seröinanö im Glück.

Am Freitag trifft das bulgarische Königs­paar in Begleitung seiner beiden Söhne und des Ministerpräsidenten Geschow in Potsdam ein Das Empfangsprogramm sieht eine beträchtliche Reihe von Ehrungen für den Träger der bulgarischen Kvnigskrone vor. Es gab eine Zeit, wo der Zar Her Bulgaren, der nun ein Vierteljahrhundcrt in Sofia den Regentcnsitz ein nimmt, weder in Wien noch in Berlin auf einen so war­men Empfang hätte rechnen können. Es ist noch nicht allzu lange her, das; der ehrgeizige Sproß aus dem Hause Ko durg-Coharn vergebens eine Audienz beim greisen Kaiser frtatu Josef nachsuchte. Und wenn er auch schon öfter in Schönbrunn weilte, am Sonntag war es das erste Mal, daß er und feine Familie als Gäste des Kaisers von Oesterreich in der Hofburg weilten, daß ihnen zu Ehren ein Galadiner gegeben wurde. Tas mögen bloße Äußerlichkeiten fein, aber sie sind ein deutliches An­zeichen dafür, daß die österreichisch-ungarische Monarchie zu verstehen geben will, in ihrem Verhältnis zu dem Kö­nigreich Bulgarien sei ein erfreulicher Wandel eingetreten, ein Wandel, der gerade in den jetzigen Zeitläuften von besonderer Bedeutung ist.

Der italienisch türkischc Krieg hat den nahen Cften wieder zum Gegenstände politischer Sorgen gemacht. Ttr Sturm, der von der .Avpeninhalbinsel gegen alles Erwarten und wider allen völkerrechtlichen Brauch nach Tripolis hinüberwehte, hat sich auch in das ägäische Meer

einem Teil Der Berliner Presse gegen mich heraufbeschworen hatte.

Ich kann übrigens nicht behaupten, daß mich diese Angriffe stark aufgeregt hätten: stand ihnen doch abgesehen von freund licken Zeitungsstimmen die sehr günstige Auniahme gegen­über, die mein Stück beim Publikum fand und nun seither fast jeden Abend linder. Tenn die Wiederholungen folgen sich sehr rasch: heute ist schon Die fünfte. Ich hatte selbst nicht gehofft, daß die sehr kritischen Berliner so aur meine Intentionen eingehen würden, rote sie es im Theater tatsächlich taten. Und noch je&t bin icn Der Ansicht, daß mein Stück immerhin vor einem anderen Publikum besser am Platze märe; ich denke an etwas kleinere Städte, in denen sich der Mensch sein Gemütsleben harmloser be­wahrt und weniger starke Reizungen sucht, daher auch für eine Poesie empfänglich bleibt, die milderen Mitteln zu wirken sucht. Natürlich münen aber solche Städte gute Bühnen haben; da! er werden die kleineren Hoftheater Teulschlands .Weimar z. B. Der richtigste Boden für mein Stück bleiben, das ja auch für ein solches Theater ursprünglich gedacht war.

Ich habe in Meiningen recht interessante Tage verlebt, indem gerade Paul Lindaus LtückTer Andre" dort aufgeführt wurde

sj Tas Schauspiel jenseits von Aut und Böse".

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Wie freundlich von Ihnen, mir ein ______

zu schicken.' Tie Tevesche reiste mir nach über Eisenach; in Mei» ningcn bekam ich sie, wo ich bei dem mir so wohlgesinnten Herzog ein wenig ansruhte von Dem Sturm, den mein Stück'- in

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in ihn gerichteter Briefe des verstorbenen Josef Viktor Wid mann, in denen sich das persönliche und literarische Wefen des iänfinnigeu Poeten und rührigen Feuilletonisten anwwultch

p jpiegelt. Wir teilen hier einige Proben mit:

Aus dem Jahre 1894 bewahre ich lolgenbc Zeilen, die Wid- ! mann mir nach Berlin geschrieben bat:

Tas gäbe auch ein literarisches Gleichnis." -..... aug Widmanns glück-

x) Gemeint ist das Berner Oberland

2) C. F. Meyers ,Richterin" ilt meines Wittens zweimal eis Oper bearbeitet worden. Allerdings mit einem Enolg ^mliw rc zativer Art, so Daß ich es nicht bercute,_^iDmann;_? -Lin. lw v.,,,;.!. ___-r-..______ .-»irr > fpn c^toir Denen eilen Kom

ich staune eigentlich, daß ich es Möglich gemacht habe, in diesen arbeitsvollen Tagen, diesen Bries an Sie zu schreiben. Grüßen Sie Spitteler, loenn Sie ihn in St. Gallen sehen.

In freundschaftlicher Gesinnung

I. V. Widmann."

Als ick mich einmal um eine Feuilletonredakteurstelle be­worben und dazu auch I. V. Widmanns Empfehlung erhalten hatte, meinte er scherzend in einer Zuschrift vom 15 November 1892, so ein Posten sei nun allerdings feine Anstellung als lyrischer Harfner, wie Tavid bei König Saul gehabt habe.

Und dock," fuhr er fort,ist sie das in gewissem Sinne. Wir Feuilletonredakteure müssen mit unferm Saitensviel dem Tyrannen Publikum die Gril­len vertreiben, und daß es dafür.gelegentlich den Spieß nach uns wirft, wer wüßte das nicht.'

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auf ihr schönes Schloß

Werratal sonnig dalag wie eine glückliche Insel.

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Die Annahme der Wehrvorlagen im ungarischen Abgeordnetenhaus.

Ofenpest, 4. Juni. Das Abgeordneten­

haus begann seine heutige Sitzung^ unter un­geheuerem Tumult. Präsident Graf Tisza eröff­nete die Sitzung um IO1/* Uhr. Auf der TageS ordnung stand die H a u p t au s f p r a ch c über die Wehrvorlage. Mehrere Abgeordnete der äußersten Linken wünschten das Wort zur Geschäftsordnung. Der Präsident weigerte ihnen dies, ebenso lehnte er die Abhal­tung einer geschlossenen Sitzung ab. Es erhob sich ein ungeheuerer Tumul.t. Der Abg. Bela Kun warf dem Präsidenten vor, er fei parteipolitisch. Der Präsident rief Kun zur Ordnung. (Stürmischer Lärm auf der äußersten Linken, lebhafter Beifall rechts.)

Die äußerste Linke rief dem Präsidenten zu; Halten Sic die Geschäftsordnung ein. (Andauernder großer Lärm.) Der Präsident rief zahlreiche Abgeordnete zur Ordnung. Tie äußerste Linke fetzte den Lärm fort. Einige Abgeordnete trampelten mit den Füßen, schlugen mit den P u l t d c ck e l n und bliesen Trompeten. Die Worte des Präsidenten waren kaum verständlich. Es gelangte ein Antrag Sze- peshazy zur Abstimmung? täglich zwei Sitzungen ab­zuhallen. Ter Antrag wurde unter ungeheurem Jubel jber Rechten angenommen. Hieran s brachte der Präsident die W c h r v o r l a g e n zur A b st i m - m u n g. Tie ganze Rechte erhob sich unter stürmischem Beifall, Händetlalschen, Hoch- und Eljenrusen. Der Präsi» dent erklärte, daß die Wehroorlagen angenom­men seien. Sodann beraumte er die Sitzung auf heute

garischen Banden gesellen sich serbische, griechische hinzu. Wenn sie freilich auch alle den Boden Makedoniens als den Sckiauptatz ihrer Tätigkeit aufsuchen, sie arbeiten nicht mit-, sondern meist gegeneinander. Sicher ist, daß die rulgarische Regierung, an deren Spitze nicht bloß K'önig Ferdinand steht, sondern der er auch seinen Willen auf- zudrückcn versteht, von diesen Bandenumtrieben nichts wissen will, daß sie trotz der Bedrängnis der Türkei an Der friedlichen Politik und dem guten Einvernehmen mit der Pforte festhält. Tas geschieht nicht etwa aus dem Gefühl der Schwäche heraus. Aber die einsichtigen Ele­mente Bulgariens wissen mit ihrem Mänig, daß ihr auf­strebendes Land vorerst nur gedeihen kann, wenn es wie Kaiser Franz Joses beim Galadiner in Schönbrunn be­tonte weiterein Element der Ruhe und Ordnung auf dem Balkan" bildet. Wollten die Bulgaren, die ihre völlige Unabhängigkeit von der Türkei aus eigener .straft burdf gesetzt haben, jetzt an roeüere Eroberungen auf dem Bal­kan den len, nicht ihnen wurden die Früchte zufallen, fon dern Rußland würde die Rechnung für alte, feiner Mei nung nach unbeglichene Schulden vorzeigen. Und daß die Tiplomatic des Landes, das den Bulaaren einst denZar-^ Befreier" sandte, in Sofia sehr selbstherrlich schalten kann, ist wohl noch nicht vergessen. So ist eine engere Be­ziehung xu Lesterreich»Ungarn für Bulgarien in seinem eigenen Interesse und im Interesse der Erhaltung der Ruhe auf dem Balkan erwünscht. Und diese Bczichunaen werden noch fester geknüpft, wenn am deutschen Kaiser- Hof gewissermaßen eine Nachfeier zu den Schönbrunner Tagen folgt. Für den treuen Bundesgenossen an der Spree gilt das Wort Oesterreichs Freunde meine Freunde.

In Basel wird mein Stück hoffentlich erst nach Neujahr Dranfommen. Ich könnte vor Neutahr nicht mehr zu Den Pro­ben, woran mit doch viel liegt, Da ich gerade von Barnays Auf­fassung manches lernte. Er ließ Den zweiten und dritten Alt in einem sehr raschen Tempo spielen, wodurch Das Traumartigc besser charakterisiert wird Auch machte er ein paar geschickte Kürzungen. Sie sehen an Der Ausführlichkeit dieser plauoer.i- den Zeilen, wie sehr mich Ihr telegraphischer Gruß gefreut bat; Denn eigentlich habe ich zum Korrespondieren dermalen keine Zen

Freundlich grüßend

Ihr I. V. Widmann.

nachmittag 4 Uhr an mit der Tagesordnung:Veihand- ung des Landwehrgesetzes".

Während der Pause im -lbgeordnetenhause war eine iar ke Abteilung Polizei erschienen und zwar ent­gegen der ergangenen Weisung, daß die Polizisten erst am Litzungsschluß Aufstellung nehmen füllten Ter Zweck dieser Maßnahme war, daß etwaige Gewaltakte de - Opposition vermieden würden. Beim Antritt der Pol' V ft eit brach die Opposition oft in laute Pfuirufe au. Sämtliche Mitglieder der Opposition begaben sich in den großen Kuppelsaal und hielten dort eine Konferenz ab. Tarin erklärte Graf Apponvi, es sei zu hoffen daß die ungesetzlichen und mit Verlassen der Formen obher ten Wehrvorlagen nicht die Zustimmung Dev Magu uen- haufes finden und vom König nicht sanktioniert würden Graf Michael Karolyi ersuchte den Grasen Apponm, aus Grund seiner Beziehungen zum Ausland, dieflag rante Verletzung der Parlamente" zur Kenntnis des Aus­landes zu bringen. Mittlerweile hielten auch die R e gieruii g«Parteien eine Konferenz ab Sämtliche Parteimitglieder unterschrieben einen Antrag, d 4 Dem nächst im Abgeordnetenhaus ciugebradu werden soll und in dem erklärt wird, daß die Parteimitglieder sich mit dem Vorgehen des Präsidenten volltommen einverstanden erklären.

Tie Polizei im Abgeordnetenhaus!

Um 4 Uhr wurde die Sitzung des Abgeordnetenhauses wieder eröffnet. Präsident Tisza wurde bei feinem Er scheinen von der Majorität mit stürmischen Ovationen emp sangen, während die Opposition einen ohrcnbetäuben den Lärm erhob Kindertrompeten und allerlei In­strumente ertönten, so daß es dem Präsidenten unnioglid) war, sich Gehör zu Derfdyaffen. Er blieb mit eisiger 'Ruhe fitzen und fah gleichmütig auf die tobenden Abgeord neten hinab. So ost er die Glocke berührte, rcriiirtte sich der Lärm Nachdem die heillose Unruhe ungefähr eine Viertelstunde gedauert hatte, war Der Präsident genötigt, b i e Sitzung aufzuheben.

Nach zehn Minuten erschien Tisza iviedei ans der Präfidentenestrade, seitens frei" Opposition mit Schmährufen und Verwünschungen, von der Majorität mit lebhaften Lavtionen empfangen. Die Oppositioii begann den Lärm in derselben Weise von neuem, so daß die Sitzung wie der unterbrochen wurde. Vor dem Parlament mar eine Abteilung Gendarmerie und eine Abteilung Husaren ausgestellt. Nachdem der Präsident vergeblich dreimal ver­flicht hatte, den Vorsitz zu führen, erschienen im Sitz - ungsfaal unter Führung zweier Polizeiko tu­rn i H a r c ungefähr 60 Polizisten, öie mit Pfiff» rufen empfangen wurden. Einzelne Abgeordnete versuch­ten durch Redeil auf sie einzuwirlen, doch vergebens. Tie Polizisten wollten zuerst den Agrarier Gra- f en Michael Karolyi hin ausführen. Der sie leidenschaftlich an fuhr und ermahnte, nicht die Hand an Abgeordnete zu legen. Jedoch ließen diese sich nicht be­irren und führten 21 Abgeordnete von Der Iusth - und K 0 ssuthparlei ans dem Saale. Tie meisten Abgeordneten fügten sich resigniert in ihr Schicksal uni) verließen, von zwei Polizisten am Arme g e f ü h r t, d e n S i tz u n g s s a a l. Tie Abgeordneten der Opposition brachten Ovationen dar, auch die Mitglieder der Journalistentribüne applaudierten. Nur der Abgeord­nete Jnsth jun., ein Sohn des Parteiführers, leistete Widerstand. Er schlug wütend um sich

m. 150 Erster Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 5. Juni 1912

Wietzener Anzeiger

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BSSs? General-Anzeiger für Gberheffen sMk-

Rotationsdruck und Verlag der vnthl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: rchullttaße 7. S.^^üVben vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Ur. 269 Seschastrstekle vahnhofftrahe 16a. Aiize.genteck: H. Beck.

unruhigen Balkansiaalen wäre es gerade jetzt der gegebene ugeubtid, im Trüben zu fischen Serbien, das noch so Viel beim zivilisierten Europa gut zu machen hat, möchte ganz gern losschlagen und durch unblutige Siege und Ge­bietserweiterung die Erinnerung an seinen mit Menschen- mord befleckten Thron vergessen machen, König Nikita will nicht länger Zaunkönig bleiben. Rumänien und Bulgarien, gerade die Balkanstaateii, Die noch am ehesten als ge­lotete Staatsgebilde mit fortfchreffender Entwicklung an iufprecheil sind, hätten bei dieser Aufteilung des Balkans iud) von der Partie fein können. So hatte man gehofft.

Sicherlich gibt es in Bulgarien, das noch vor einem rierteljahrhundert die Beule von skrupellosen Politikern Dar, nicht wenige, Die an einem plötzlichen Einfalt in >er Türkei denken. Ja nicht nur denken, denn die Klagen über bulgarische Banden bestehen nicht bloß hi Der Ein- - bilbung Der jungtürkischen Regierung llnD diesen bul

Werter Herr Beetschen!

Sie sind der erste, welcher meinJmig und Ali" nut einer Rezension begrüßt hat wenigstens ioroeit nur bekannt UnD Sie haben cs in einem sehr hübschen, liebenswürdigen Artikel getan, für den ich Ihnen herzlich danke. Es freute und) bcion ders, daß Sie das Nachspiel hervorhoben. Tie dann waltende Resignation beruht Übrigens weniger auf einem Geiuhl des Alterns als Der Ueberarbcitung. Tie Bewältigung des ttterarv- fchen Materials, Das mir fortwahrenD juUromt, taugt an, mich 8ii erschöpfen. Es ist einffg Die Rücksicht aut zwei iwd) nidit selbständig gewordene Kinder, was mich noch bei Der Redaktion zurückhält. Sonst würde ich mich letzt auf ein stilles -rort im Oberlands zurückziehen und Den Rest meiner ^ahre Der Aus, arbeitung von Entwürfen auch DramattidKii widmen, iu i<i 1 der zerstreuende und aushöhlende Journalitlenberut mich kaum

lös.. Mit

Heber Operndichtungen läßt sich Der erfolgreiche und fein- mnige Mitarbeiter des Kompomnen roerm. Gotz in den an iid) gerid)tcten Briefen wieDerholt vernehmen.

Taß Sie Lperntexte schreiben wollen, scheiitt mir sehr oct künftig. Als Musiker und lyrischer Tichter und -ie hierzu ganz besonders gut veranlagt. Es muß nur noch ein flcnnncr njercr Blick fürs Tramatische und einiges praUnd'. ^hl.a^ergetchick Da äufommen. Hier fehlt es noch, fonji würden Lie nicht an S. F. MeyersRichterin" unD vollends an mnntiiJuiancut Lenken. TicRichterin", wie großartig sie al-5 k)ipdcI e in, rourbc «in schwülstig romantisches und durchaus ntd;t öuni Uttaiig an lladendes Libretto abgeben;- sie hat ;u öirfTLuui^e» 31ut Äen Adern. In diesen letzten Jahreswock>en drangt ]id) alles, und