Ausgabe 
5.6.1912 Erstes Blatt
 
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und konnte nur unter heftigem Sträuben aus dem Saale entfernt werden. t r . ,

Unter den ausgeschlossenen Abgeordneten befanden sich >der Parteiführer Just- und der ehemalige Iusnzmmister Polonyi. Tie Weggeführten riefen beim Verlassen des Saales aus: Schmach, Schande, Berfajsun g s /bruch! Während der Szenen waren nur wenige Mit­glieder der Regierungspartei im Sitzungssaal anwesend.

Nachdem die Ausschließung der Abgeordneten erfolgt war, erschieil Tisza, um den Präsidentensitz einzuneh­men Tic Mitglieder der Oppositionspartei empfingen ihn wiederum mit Tumult. Sie ballten die Fäuste und schrien: Verräter, hinaus mit ihm' Auch Graf Apponyr schrie in höchster Erregung, doch waren seine Worte vollkommen unverständlich. Tie Sitzung wurde abermals auf­gehoben.

Ter Auszug der Opposition au8 dem Parlament.

Nachdem die Sitzung wieder eröffnet worden war, -erließ die gesamte Opposition demonstra­tiv unter leidenschaftlichen Ausrufen den Saal. Präsident Tieza sagte:

Tas Wgeordnetenhaus ist der Schauplatz trauriger Szenen gewesen, welche diejenigen kläglich charakterisieren, welche solche kindischen Streiche verübt haben. (Stürmpcher Beifall.) Tie Schöpfer der Hausordnung des Abgeordnetenhauses haben den Fall gar nicht vorgesehen, daß ungarische Abgeordnete sich zu solchen Ausschreitungen hinreißen lassen könnten. Ich mußte die Hausordnung, welche keine spezielle Verfügungen für den Fall systematischer Ruhestörungen enthält, ergänzen und Anordnungentresfen, welche meinem Pflichtgefühl und meiner Achtung für das Ansehen und den guten Rui des Parlaments entspringen. Ich wäre unwürdig für die Stellung eines Präsidenten gewesen, wenn ich vor der Verantwortung zu- rüägeschreckt wäre, welche mir durch die pflichtgemäße Aufrechterhal­tung der Ordnung während der Sitzung auferlegt wird. Nachdem das ohrenbetäubende Lärmen jede Beratung unmöglich gemacht hatte, war ich genötigt, die bewaffnete M a ch t a n z u rufe n und die Ruhestörer aus dem Saale entfernen zu la,sen. (Stür­mischer Beifall.) -

Weiterhin ersuchte der Präsident das Haus, gegen 36 Abgeordnete der Opposition, die mittelst Lärminstrumenten die Beratung gestört hatten, Maß­regeln zu ergreifen, um die Sache an einen Aus­schuß zu überweisen. Gegen den Abgeordneten Grafen Michael Karolyi soll vorgegangen werden, weil er den Polizeimannschaftcn während der Amtshandlung Wider­stand entgegensetzte. Die Rede des Grafen Tisza wurde wiederholt durch stürmische Beifallskundgebungen unter­brochen.

Hierauf faßte das Haus einen Beschluß, in dem er­klärt wird, daß in der Bestimmung über die Wehrvor- läge unzweifelhaft die Anschauung des Abgeordnetenhauses zum Ausdruck gebracht und in dem das Vorgehen des Präsidenten gebilligt wird. Der Präsident hatte während der Beratung dieses Beschlusses den Vorsitz an Den Vizepräsidenten Beöthy abgetreten. Darauf schritt das Abgeordnetenhaus zur Verhandlung der Vorlage über die Erhöhung der Präsenzstärke der Honved-Landwehr, welche angenonnnen wurde. Tie Sitzung wurde unter lebhaf­ten Ovationen für den Grafen Tisza und den Minister­präsidenten von Lukacs geschlossen.

Warnung vor Ruhestörungen.

O f c n v e st, 4. Juni. Der Ober st adthaupt mann gibt bekannt, daß die Polizei und die übrige bewaffnete Macht, falls Demonstranten Verwüstungen anrichten sollten, mit der größ­ten Energie ei »treten wird. Die bewaffnete Macht werde, falls sie dem geringsten Angriff ausgesetzt sein sollte, nach einem warnenden Trompetensignal sofort mit der Schußwaffe die öffent­liche Ordnung wiederherstellen.

Abg. S a n b a, einer von der Polizei aus dem Saal ge­schafften Ruhestörer, der vor Erregung ohnmächtig ge­worden war, hat sich vor der Polizei unter der Beschuldigung zu verantworten, daß er im Sitzungssaal einem Poli­zei-Oberinspektor einen Kovfhieb versetzte und ,hm die Mütze vom .Uops geschlagen habe. Bei seiner Vernehmung erklärte der Abgeordnete unter Berufung auf seine Immunität als Abgeordneter, er verweigere jede Aussage, er werde aber dem Abgeordnetenhause von der Verletzung seiner Immunität Mitteilung machen und gegendiePolizeiStrasanzeige wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt erstatten.

Um Ruhestörungen zu verhüten, find umfangreiche Vor­sichtsmaßnahmen getroffen worden. An verschiedenen Punkten der Stadt sind Militär- und Gendarmerieabteilungen ausgestellt worden. Die gesamten Polizeimannschaften und auch die Garnison stehen in Bereitschaft. Die Stadt ist voll­kommen ruhig.

Ter Widerhall im österreichischen Abgeordnetenhause.

Wien, 4. Juni. Die Vorgänge im ungarischen Abgeord­netenhause riesen int österreichischen Parlament die größte

Bläienaber, ihr Götter! was für einen Lärm machen deine Bienen, Laut Hippe'/' Wieder heißt es, er, Sokrates, habe doch auch eine rüstige Zunge, aber tpenn Xanthippe anfange zu schelten imbihr Garn abzuhaspeln", dann bleibe der Gott der Beredt- samkcit selbst stumm Elegam ist das Epigramm, worin die Be- schäsilgungeil der beiden Gatten in Gegensatz gestellt werden: Xanthippe regiert mit ihrem Besen das Haus und er, Sokrates, verliert seine Zeit, indem er sich auf den Märkten herumtreibt und mit den Atl>enern schwatzt. Ta macht den Sokrates seinem Ehegesponst den Vorschlag, sie sollten die Beschäftigungen tauschen: er iverde die Hausgeschäfte übernehmen und doch dabei alle Welt lenken , sie aber solle seine Rolle spielen. In einem Epigramme wird Xanthippe wegen ihrer Eifersucht auf die schönen Hetären verspottet und einmal werden Sokrates die Verse in den Mund gelegt:Wenn ich zuweilen lächle, indem ich von Aspasien träume, mach mich nicht weinen, wenn ich an dich denke!" Die letzten dieser Epigramme zeigen einen Umschwung der Gesinnung, und zwar zu Gunsten Lanthippes. Ter Dichter nimmt ihre guten Seiten in Schutz und schlägt Töne des Verständnisses und des Mitleids für sie an.

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D ie Festwoche in Hannover. Unser hannoverscher Sdt.-Mitarbeiter schreibt: Am Dienstag abend beschloß unser König!. Theater mit einer sehr festlichen Aufführung derMeister­singer" seine Festwoche. Für den, der alles mitzumachen hatte, Ivar es fast ein wenig zuviel des Guten, aber ein Rück­blick lohnt sich wahrlich. Ter Oper galten sechs Wende, von denen Mozarts Don Juan unvergetzlich bleiben wird. Eine Neueinstudierung desT r i ft a n" brachte eine völlig neuartige Szenerie des ersten Aktes. Im Sck)auspiel stellte sich zum ersten Male Sudermanns letztes Werk, seine Griechentragödie Ter Bettler von Syrakus" vor. Im Kun stieben Hannovers tritt nun die gvoße Pause ein, wenn auch die Ausstellung der Kunslgetwssenschast noch fortbauert. Das Ergebnis der Saison" ist für das H o f t b e a t e r ein erfreulicher, frischer An- laut zu Kommendem Tas Deutsche Theater (Dir. Tr. Altmann, der das BerlinerKleine Tlx'ater" übernimmt) bat in der Hauptfach literarisch gewirkt und beste Erfolge gezeitigt. Tas Residenztheater arbeitete im alten Geleise, aber mit ge­ringen Ergebniflen Augenblicklich beherbergt es eine Lichtspiel- bühne. DieSchaubnr g" batte eben begonnen, unter ihrem Leiter Franz Rolan warm zu werden und bcüdüen5iwrte, z. j. literarisch wichtige Erfolge zu erzielen, als dem frohen Vorworts- f(breiten leider der bekannte Kratt» cm Ende bereitete Zurzeit be­wirtschaftet daS offenbar völlig in Unordnung geratene Wbeits- fefb Dir Nordau (vom Friedrich Wilbelmstadtischen Theater zu Berlin), ohne Sympathie oder Hoffnung erwecken zu können.

Sensation hervor. Wenn auch die "Jlii-uie.innqcn itber d'.c Art der Turchbringung der Wehrvorlage geteilt find, so herrscht doch in parlamentarischen Kreisen Befriedigung darüber, datz die Vorlage Gefen geworden ist. Ties drückt sich in dem Bestreben aus, die die Erledigung der Wehrvorlage auch im österreichischen Abgeordnetenhause z u beschleu­nigen suchen. Allerdings scheint dies durch die Lbstruktions- drohungen der Ruthenen wegen Nichterfüllung ihrer Hochfchul- sorderungen erschwert zu sein. Im Wehrausschuß beantragte der Sozialist Habermann unter Hinweis auf die Ereignisse im ungarischen Parlament, die Beratungen im Ausschüsse solange zu vertagen, bis eine Klärung der Sachlage erfolgt sei. Ter Antrag wurde abgelehnt. Nichtsdestoweniger wurde nicht die Sitzung auf morgen vertagt, sondern auf den 11. Juni anberaumt, offenbar, um eine Klärung der Situation abzuwariett.

Deutsche» Ueich.

In der elsaß-lothringischen 1. ftamm er führte bei der Beratung des Jnitiativgefetzentwurfs der 2. Kammer betreffend >ie Aufhebung der Strafbeftimm u n gen über die auf­rührerischen Abzeichen und Rufe Graf Andlau aus, daß die Meinungen der Mitglieder der 1. Kammer hinsichtlich des Regierungsstandpunktes sehr geteilt seien. Er sei dafür, daß nach 40 Jahren, in denen sich unzweifelhaft die Bevölkerung ruhig und besonnen gezeigt habe, das Gesetz aufgehoben werde. Tie Aufhebung sei febon zur allgemeinen Beruhigung wünschenswert. Er beantragte schließlich, den ganzen Entwurf einem Sonderaus­schuß zur Prüfung zu überweisen. Nachdem sich die Abgeordneten Blumenthal und Ruhland im gleichen Sinne geäußert hatten, stimmte die Kammer dem Anttag Andlau zu unb wählte einen zwölsgliedrigen Ausschuß.

Am Dienstag wurde in einem Kölner Hotel der Haupt- mann a. D. Kyriazi-Sondrup aus Berlin ver­haftet. Wie es heißt, ist er der Spionage verdächtig. Nach seiner Berhastung erschoßer sich in einem unbewachten Augenblick.

Ausland.

In einem Artikel über die Seestreitkräfte Frank­reichs, Italiens und Oesterreich-Ungarns behauptet >erMatin", daß die französische Regierung schon jetzt fest ent- chlossen sei, im gesamten Mittelmeerbecken die Regel des Zweimächte-Standards anzuwenden. Frankreich werde immer und in jedem Fall im Mittelmeer eine Flotte besitzen, die stärker sein werde, als die beiden wichtigsten Kriegsflotten des Mittelmeeres zusammen. Wenn also Oesterreich-Ungarn oder Italien bis zum Jahre 1916 einen Beschluß fassen sollten, durch den ihre Kriegs­marinen irgendeine Verstärkung erfahren wurden, so würde die französische Regierung unverzüglich die erforderlichen Kredite ver­langen, um die französische Kriegsflotte im Mittelmeer in dem­selben Verhältnis zu vermehren.

Im englischen Unterhause richtete King die Frage an Sir Edward Grey, ob er in bezug auf den letzten Befuch des .Kriegsministers Haldane in Berlin irgendwelche Mitteilungen machen könne. Greh entgegnete: Es tut mir sehr leid, daß ich Mittellungen, wie King sie wünscht, nicht machen kann, da Haldane während seines Urlaubs überhaupt nicht nach Berlin gegangen ist. (Heiterkeit.) Allerdings hat er gemäß seiner langjährigen Gewohnheit auch seinen diesjährigen Urlaub in Deutschland verbracht, aber er stand dort weder in mündlichem noch in schriftlichem Verkehr mit irgend einer politischen Person. Sein Urlaub war tatsächlich ohne jeden politischen Anstrich. (Heiter­keit.) Allerdings bin ich von glaubwürdiger Seite davon unter­richtet, .daß er von einem Freunde begleitet gewesen sei, der in Deutschland infolge seiner Barttracht mit Asquith ober mit mir identifiziert worden ist. (Große Heiterkeit. Weder Grey noch Asquith trag-n einen Bart.)

Wegen oes Mordes an dem Deutschen Hugo Beel in Mexiko sind energische Maßregeln eingeleitet. Der Präsi­dent der Republik wies zwei Kommandos der Regierungstruppen telegraphisch an, San Miguel wieder zu nehmen und die Familie Beel zu schützen und die am Morde beteiligten ohne weiteres zu erschießen. Der Minister des Innern ertellte an die nach San Miguel auf dem Wege befindlichen Rurales gleiche Befehle.

Arbeiterbewegung.

Der Ausstand der englischen Hafenarbeiter.

London, 4. Juni. Tie Arbeitgeber der Lon­doner Hafenbetriebe nahmen in ihrer heutigen Sitzung eine Entschließung an, in der der Plan der Regierung betreffenb die Bildung eines Arbeitgeberverbandes unter den gegenwärtigen Umständen als unzweckmäßig erklärt wird. Ferner wird darin betont, daß die Arbeitgeber bereit seien, allen et­waigen Vorschlägen der Regierung näher zu treten, eine An­nahme solcher Vorschläge aber Kur erfolgen könne, wenn die Arbeit im ganzen Londoner Hafenverkehr wieder ausgenommen worden fei.

An» Stadt und Land.

Gt e ße n, 5. Juni 1912.

Zur Erleichterung des Reiseverkehrs.

Mit Rücksicht aus den nunmehr einsetzenden starken Reiseverkehr auf den Eisenbahnen hat der preußische Eisenbahnminister im Interesse des Publikums eine Reihe von Ver sügun gen erlassen. So wird den Beamten zur Pflicht gemacht, den Reisenden in jeder Weise behilflich zu sein und dafür zu sorgen, daß sie in angemessener Weise in den Zügen untergebracht werden. Mit der Oeffnung der Wagen und Wteile sei der Sorge für die Reisenden nicht genügt, sondern Zugsührer und Lchafsner müßten sich um die Unterbringung der Reisenden be­kümmern. Familien und Gesellschaften seien, sowett an­gängig, in demselben Abteil unterzubringen und allein­reisende Frauen möglichst in 91bteile zu weisen, in denen sich Frauen schon befänden. Die Amtsvorstände, die Kon­trolleure und Zugreoiforen werden angewiesen, die Aus­führung dieser Weisungen sorgsam zu überwachen. Die Abfertigung der Reisenden auf Zwischenstatioven soll bei kurzem Aufenthalt der Züge ^besonders der Schnellzüge) dadurch wesentlich erleichtert und beschleunigt werden, daß dem wartenden Publikum schon vor dem Einlaufen des Zuges ungefähr die Stelle angegeben wird, wo die Wagen der einzelnen Klaffen oder die Durchgangsivagen bestimm­ter Kurse halten werden. Dies wird durch eine angemessene kurze Unterweisung durch einen der auf dem Bahnsteig anwesenden Bediensteten in einfachster Weise geschehen können. Ebenso soll auf Uebergangsstationen im Lchnell- zugverkehr besonders bei kurzen UebergangSzeiten und na­mentlich, wenn der Bahnsteig gewechselt werden muß, das Publikum, sei es durch eine ähnliche mündliche Zurecht­weisung oder durch einen zweckentsprechenden, in die Augen sollenden Wegweiser auf den Standort des Anschlußzuges und den Weg dorthin besonders hingewiesen werden. Mit besonderer Genugtuung wird verzeichnet werden können, daß eine sorgsame Behandlung des Reise­gepäcks erneut und nachdrücklich anbesohlen wird. Na­mentlich auf kleineren Stationen, wo Handwagen zur Auf- nähme größerer Gepäckstücke nicht vorhanden sind, sollen diese angeschafst werden, bannt das Gepäck aus dem Pack­wagen md)t auf die Erde gestellt und bis zur Abfertigungs- stclle auf dem Boden geschleift wird. Es ist als ein Miß­stand empfunden worden, daß in den T Zügen einzelne Rrnfende sich in den Gängen vor den Abteilen dauernd aufhalten uno öic in den Abteilen sich destndenden Reisen­

den am Ausblick Verbindern unb stören. Um dem ad zu» tyelfen, bestimm, ocr .rin ist er, daß der Raum in den cvängeu vor den Abteilen dauernd nur von denjenigen Reisenden in Anspruch genommen werden darf, die ihre Plätze in icn Abteilen haben.

Evangelische Landessynode. Die 9. Sitzung der 8. evang. Landessynode findet zu Darmstadt am 2. Juli mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung der Sitzung und Gebet. 2. Ansprache und Mitteilung des Prä- identen. 3. Verkündigung neuer Einläufe. 4. Berichts- anzeigen. 5. Wahlprüfungen. 6. Verpflichtung neu ein- getretener Mitglieder der LandeSsynode. 7. Beratung und Beschlußsaffung über: I. Gesuch deS Vereins evang. Organisten und Chordirigenten in Heffen um Neuregelung der Anstellungs. und GehaltSverhältniffe für die kirchenmusikalischen Remter; IL Vorlage bcS Oberkonsistoriums, den norddeutschen Buß- itnb Bettag betreffend; III. Vorlage deS Oberkonsistoriums, Errichtung einer 2. evang. Pfarrstelle zu Langen betreffend.

Theologische Konferenz. Morgen, am Fron- leichnamStag, findet rote alljährlich in SteinS Garten die theologische Konferenz statt. Beginn vormittags 108/t Uhr pünltllch. Die Vorträge, die sehr zeitgemäße Themata be­handeln, werden halten: 1) Professor läo. Or. Frhr. v. Gall hier überNeuere Funde und Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischenReligionSgeschichte*; 2) Pfarrer Schm itt-Höchsta.M, überKirche und Arbeiterschaft*. An den letzten Vortrac chließt sich eine Aussprache. Der Zutritt ist für jeder, mann frei. v

Finanzpersonalien. Der Großherzog hat den Oberfleuerinspektor deS HauptsieueramtS Gießen, Finanzrat Christian v. Grolman zu Gießen, auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, unter Anerkennung seiner treu geletsteten Dienste in den Ruhestand versetzt uni

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lhm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz erster Klaffe des Ber» dienstordenS Philipps bcS Großmütigen verliehen.

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Baden-Oos, 4/ aergtn 6.45 Uhr mit iwlom-Ingenieur Du «treten. Tie Landung : Ilmulen.

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Münster, 4. 3u ti Nord-West-Fl falte nachmittag gefaßt 2 Änoen'landnis mit tgttoxben und auf ui

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Oberförster der Oberfürsterei Groß-Umstadt, Forstmeister Go. Petith zu Groß-Umstadt, in gleicher Diensteigenschaft in du Oberförsterei Gernsheim versetzt.

" Englischer Uebersetzer. DerGroßherzog hat genehmigt, daß der ordentliche Profeffor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Geheimer Hofrat Dr. Phil. Hangen, auf sein Nachsuchen von den Dienstvecrichtungen eines be­eidigten UebecsetzerS und Dolmetschers für die englische Sprache enthoben werde und die genannten Dienslverrichtungen dem Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Profeffor Gg. Heil für die Geschäftsbereiche sämtlicher Ministerien übertragen werden.

* * Auch eine Beleidigungs-Zurücknahme. In einem Darmstädter Blatt finden wir folgende m rl- würdige Anzeige:Ich der unterzeichnete Jakob Dhil "v'/ Seeger zu Herchenrode nehme die Aeußerungen, di am Abend des 22. Mai lsd. JrS. gegen den Johauius Eckstein III. zu Herchenrode getan habe, als Unwahr heit zurück und bebaute, daß ich dieses ge t an hab e." Die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache, wer sie aber richtig versteht, kann doch fernen Gefühlen den richtigen Ausdruck geben.

Kreis Büdmgen.

Büdingen, 3. Juni. Ter Straßcnwart und Beigeordnet: I. G. von Bösgesäß wird von der Anllage der tätlichen Beleidi­gung freigesvrochcn. Gegen die Ehefrau des Taglöhners E. H. R. von Rommelhausen wurde wegen Nichterscheinens in bei heutigen Haupt Verhandlung wegen Forstentwendung im Rücksallr Vorsüyrungsbefehl erlassen. Der Federviehhänbler H. 2chw von Bingenheim, der wegen, eines Sttafbescheids der Finanz- , beHörde wegen Wandergewerbestener-Hinterzichung gerichtliche Enl-1 scheidung beantragt hatte, nahm seinen Antrag vor Beginn bei f Verhandlung zurück. Der Metzgergeselle Eh. R. H. aus Wies haben und sein Kolleae I. O. B. aus Groß-Linichen werden wegen Bettelns in Haftftrafen von 6 Wochen und 4 Wochen unter Aus­rechnung der erlittenen Untersuchungshaft veruttellt. H. wird wegen der Anklage der Bedrohung freigesprochen, nach verbüßtel Strafe wird er der Landespolizeibehörde überwiesen. Der | Kaufmann L. L. von Büdingen roirb wegen Betrugs in eine Geld» strafe von 40 Mk. oder 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Der | Schreiner H. K. von Ober-Seemen wird wegen einfacher Körper- Verletzung zu einer Geldstrafe von 5 Mk. oder 1 Tag Gefängnis verurteilt. Der Landwirt H. N. von Kefenrod ivird wegen tätlicher Beleidigung des A. R. daselbst zu einer Geldstrafe von 15 Mk. oder 3 Tagen Gefängnis und zur Zahlung einer Butz' von 25 Mk. verurteilt. Die Prwatklage des H. N. von Lrlcs hausen gegen den W. D. IV. daselbst wegen Beeidigung wurde durch Vergleich erledigt. Die Privatklage des Forstwarte K. Schw. III. und des Großh. Beigeordneten K. N., beide von Bindsachsen gegen den Landwitt I. K. M. daselbst wegen Belewl gung wurde nach der Beweisaufnahme von dem Privatkläger zurückgenormnen.

Kreis Friedberg.

L Friedberg, 4. Juni. Ein hiesiger Knecht ver­unglückte im Dorfe Heuchelheim i d. W. Er stürzte, vom Wagen herunter und war auf der Stelle tot. Em Bäckergeselle von hier erbrach bei seinem Meister bic| Schublade und entwendete 180 Mark. In Hanau wurde er verhaftet.

Ii. Vilbel, 4. Juni. Der Gemeinderat beschloß den Bau einer Badeanstalt und bewilligte dazu 6700 Mk. Die Ausführung wurde dem Bootsbauer Wirth-Frankfurt o. M- übertragen. Mit der Gemeinde Maffenheim wurden wegcn Ueberlaffung von Waffer und Erbauung einer Wasser­leitung von Vilbel Verhandlungen angeknüpst.

h. Aus der Wetterau, 4. Juni. Mll welchem Erfoi-t in der Wetterau die Zucht reinrassiger Ziegen betriebf * wird, bewiesen die heute in Reichelsheim und Ossenheim oorgenommenen Auszeichnungen durch den Friedberger Kreisziegenzuchtverein. Es war ein so oortüglidjri Material aufgetrieben, daß die vorgesehenen Preise nicht au* reichten und deshalb vermehrt wurden. Tie Prämiierung halt' folgendes Ergebms: Für ältere Ziegen erhielten erste Preife au. Ostenheim G. Heller und G. Musch, aus Reichelsheim Th. und L. Rösch: jroeite Preise aus Ossenheim Karl Eri'er, W. vstlk und Llckermann II., aus Reichelsheim Jarrl Geier, Joh. Nam und Joh. Steri. Für jüngere Ziegen bekamen erste Preise auS Lsicn beim A. Thomas, aus Reichelsheim L. Rösch: zweite Pr.ise aue Ossenheim Ludwig Ackermann, aus Reichelsheim Karl Geier um K Hartmann. Außerdem kamen 17 dritte Preise zur 8^ teiümg.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm Darmstadt, 4. Juni. Aus der Jrrenzelic I im städtischen Kranken Hause ist heute nacht der 33 Iaht 1 alte Zwicker Jak. Jacob auSgebrochen, der aus I Saargemünd stammend, von Offenbach aus wegen Verl t || tung zum Mrineid in Untersuchung war Er solltt « auf seinen Geisteszustand untersucht werden. Er Hai m ' I einer Eisenstange, ine er an der Bettstelle abbrach, das J

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