überall erMItfich.
Auergesellschaft l Berlin 0.17 ,
Aus Stadt und Land.
Gießen, 4. April 1912.
Karfreitag.
Es sind viele Jahre her, daß ich Schüler eines Gym- jeiasiumS im Rheinland war. Damals bestand dort bie Sitte, -aß sich die evangelischen Schüler, während ihre tat Häuschen Kameraden in der mit dem Gymnasialgebäude zusammenhängenden ehemaligen Klosterkirche an der Messe terlnah- men, in einem großen Saale zur Morgenandacht zusammenfanden. ES wurde ein Ehoral gesungen, darauf verlas einer unserer Lehrer, die hierbei miteinander abwechsel- ten, einen Bibelabschnitt, dann gingen wir in unsere Klassenzimmer. Zu meinen liebsten Jugenderinnerungen gehört die zin diese Schulandachten; sie gaben dem Tag seine Weihe, Hehrer und Schüler fühlten sich dabei als eine zusammengehörige Hausgemeinde. Jeden Montag kielt unser Direktor Die Andacht, und einerlei, in welcher Zeit des Jahres man sich befand, er ließ regelmäßig das Passionslied des alten Nikolaus von Hof fingen: „O Lamm Gotte- unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, alUeit erfunden geduldig, wiewohl du wärest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu!" So oft ich dieses Lied höre, wird mir die Situation, in der ich es einst kennen lernte, wieder lebendig, jinb ich sehe den alten, weißhaarigen Philologen auf dem Katheder stehen. Er hat auf das tiefste aus und ein gewirkt durch die Weite und lieberiegcnfjeit seiner Bildung und durch sein ernstes, freundliches Wesen; er gehörte wahrlich nicht zu denen, die in engen, dumpfen Dersarnrnlunas- jräumen über den Glauben anderer richten und sich für die 'Auserwählten halten, aber man merkte es ihm an, daß das K-irchenlied, daS er so ost fingen ließ, feiner persönlichen Ueberzeugung entsprach.
Tie Zahl derer, die in der Not deS Lebens nicht verzagten, weil der gekreuzigte Christus ihr Trost war, ist zu allen Zeiten sehr groß gewesen. Dio Scharfsinnigsten unter ihnen, Paulus, der Erzbischof Anselm von Canterbury, Martin Luther, haben sich Mühe gegeben, die Bedeutung des Todes Christi rein gedankenmäßig in eine bestimmte Formel zu bringen. Sie haben sich dabei der Anschauungsmittel ihrer Zeit bedient. Paulus, der mit dem Sklavcn- jeben feiner Zeit wohl vertraut war, sah das Verdienst Aesu darin, daß er und durch seinen Tod freigekauft habe chon der Knechtschaft der Sünde. Der große Dialektiker Anselm setzt in juristischer Beweisführung auseinander, daß der sündlose Jesus durch sein Leiden und Sterben für die Künden der Menschheit genug getan habe. Und Luther, in dessen Tagen Europa widerhallte von dem Menschenraub und Mord oer Türken, bezeichnet Christi Blut als das Lösegeld, das für unsere Befreiung gezahlt worden sei. Sie alle sehen in Jesu Tod einen Opfertod und haben damit das Rechte getroffen. Die Menschheit lebt von dem Opfer, das ihr der einzelne bringt. 9tia)t diejenigen, die Aufklä- rung in die Massen bringen und auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege arbeiten, find die eigentlichen Förderer des Menschengeschlechtes, sondern die Mutter, die nur für ihre Kinder lebt, der Held, der für fein Volkstum stirbt, der Forscher, der im Dienste einer Idee Entbehrungen auf sich nimmt. Jesus hat wunderbare Worte geredet und Taten der erbarmenden Bruderliebe getan, seine Worte wären verhallt im Winde, feine Taten wären vergessen, wenn er nicht aus Gehorsam gegen seinen himmlischen Vater und aus Liebe zu seinen Brüdern so geduldig und so voller Zuversicht den Tod erlitten hätte. „Er starb für uns," das ist der Trost der Kranken, Armen, Sterbenden und derer, die Leid tragen Um dunkle Wege, die sie einst gegangen sind. Darum aber auch ist die Gefolgschaft des Gekreuzigten so groß, und so oft zur Zeit des eben erwachenden Frühlings der Kar- freitag wiederkehrt, füllen sich in Stadt und Land die Kirchen bis zum letzten Platze, und in ernstem, feierlichem Tone singen die Gemeinden: „O Haupt voll Blut und Wunden gegrüßest seist du mir!" H. B.
•
** Landesuniversität. Der Gr oßherzog hat den Direktor der Frauenklinik an der Akademie für prak- tische Medizin in Düsseldorf, Professor Dr. Erich Opitz, zum ordentlichen Professor der Gynäkologie und Geburts- Hilfe in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität
Wählerzeitung") begründete, war Bernstein bekannt, ferner auf dichterischem Gebiet Begründer. Außerdem war Bernstein Stifter der jüdischen Reformgemeinde, die zuerst die deutsche Andacht und die Verlegung des wöchentlichen Gottesdienstes vom Samstag auf den Sonntag annahm. Merkwürdig war seine geistige Entwicklung. Nach Besuch der Talmudschule zu Fordon an der Weichsel kam er 1832 nach Berlin, um seine talmudistischen Studien fortzusctzen; hier wurde er von dem deutschen Geistesleben so angezogen, daß er sich mehr und mehr vom Judentum emanzipierte, damit freilich auch mit seiner Familie zerfiel, so daß er mit schwerer Armut zu ringen hatte. Heinrich Laube erzählt, wie der arme Student in Berlin oft zu ihm kam. „Er kam immer nur einen Tag um den andern, sicherlich au8 Bescheidenheit; denn wahrscheinlich speiste er an dem dazwischenliegenden Tage gar nicht;" übrigens konnte er daS vielseitige Wissen seines damaligen GasteS nicht genug rühmen. Oft sagte er ihm: „Sie sind ein Schulmeister und werden einer bleiben". TaS ist er denn auch geworden, wenn auch in anderem Sinn, als Laube damals gemeint hatte. Wie er auch durch seine Persönlichkeit im späteren Suter bildend auf die Jugend wirkte und wie sich seiner ungemein fesselnd wirkenden Belehrung so leicht niemand zu entziehen ver» vwäste, daS schildert HannS Fechner, der Maler-Dichter in feinen Jugendcrmnerungen in sehr anziehender Weise. Bernstein starb ,0m 12. Februar 1884.
~ 156 000 Franks für ein Bild der Kölner v $u Versteigerung der Sammlung DollfuS in Paris, per en erster Tag einen Erlös von fast einer Million Franks "tOwic, ist besonders bedeutend wegen der deutschen, niederländischen und italienischen Primitiven, von denen ÄillfuS in einer 40iährigen fruchtbaren Sammlcrtätigfeü eine Fülle prächtiger perle zufammcngebracht hatte, wie sie wohl so bald kein Privat- fammier mehr besitzen wird. Den höchsten Preis dieses denkwürdigen TageS erzielte ein prächtiges Werk der Kölnischen Schule, das dem sog. Meister der heiligen Sippe zugeschrieden wird. Es ist ein kleines Tryplichon von 1,24 Meter Höhe und 1,80 Meter Brette, dessen Mttelbild in leuchtenden Farben die Darstellung rm Tempel zeig!, während die beiden Settenbilder die Madonna mit dem Jejuslind und den auferftanbenen CdristuS vor seiner SDhittcr darstellen. DaS herrliche Bild, für daS 156 000 Franks vezohtt wurden, soll für daS Berliner Museum erworben worden fein.
— Kurze Nachrichten auS Kunst und Wissen- schäft. Der Deutsche Verband für künstlerische
Gießen und zum Direktor der LniverMtsfrauenklinik ernannt
** Aus dem Ministerium be5 Innern. Der Großherzog hat den Kreisarzt deS Kreis gesundheitS- amts Mainz, Medizinalrat Dr. Aug. Balser, zum Vortragenden Rat in der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege des Ministeriums deS Innern mit dem AmtStitel ,L>bermedizinalrat", den KreiSamtmann bei dem KreiSamt Friedberg, RegierungSrat Dr. Emil Gaßner, xum Vor- stand deS PolizeiamtS Offenbach unter Belassung 6eS Titels „RegierungSrat", den Kreisamtmann bei dem KreiSamt Lauterbach, Hch. Herberg, zum Kreisamtmann bei dem KreiSamt Friedberg, den KreiSamtmann bei dem Kreisamt Groß-^erau, Dr. Otto Michel, zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmstadt, den Feldbereinigungskom- miffär zu Friedberg, KreiSamtmann Ferd. Kirnberger, zum KreiSamtmann bei dem Kreis amt Offenbach, den Rc- gierungSaffessor Dr. Aug. H e ß zu Dieburg zum Kreisamtmann bet dem KreiSamt Lauterbach, den Regierungs- affeffor Hugo Schneider zu Offenbach zum Kreisamt- mann bei dem Streidamt Groß-Gerau, den Regierungsasfessor Dr. Karl Jann zu Darmstadt zum Feldbereinigungskom- miffar in Friedberg ernannt
** Ordensverleihungen. Der Großherzog hat daS Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen dem FeuermerkShauptmann a. D. Kage, seither bei der Kommandantur des Truppenübungsplatzes Darmstadt: daS Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Oberleutnant Sold an im 4. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 72, seither im Jnfanierie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, und dem Oberleutnant a. D. Felix Graf zu Sayn-Wittgenstein- B er lebur g, seither Leutnant im Leibaarde-Hnfanterie- Regiment (1. Großh. Hess.) Nr. 115; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste": dem Sergeant der Landwehr II Schorsch, seither Hoboist im Leibgarde- Jnfanterie-Regiment (1. Großh. Hess.) Nr. 115, vernetzen.
** Technische Hochschule. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor für neuere Sprachen Geheime Hofrat Dr. phil. Phil. Hangen in Darmstadt auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen oer- liehen, sowie den Bibliotheksgehilfen an her Technischen Hochschule zu Darmstadt Otto Hunsinger zum Revisor bei dieser Behörde ernannt
** Hofbibliothek. Ter Großherzog hat den Hilfsbibliothekar Dr. jur. Karl Esselborn tn Darmstadt zum Bibliothekar an der Hofbibliothek ernannt
** Seminarlehrer. Der Großherzog bat den Dor- steh er und ersten Lehrer der Präparandenanstalt zu Lindenfels Peter Joseph Jans und den Lehrer an derselben Anstalt Wilh. Knobelochzu Seminarlehrern an dem Voc- seminar zu Lindenfels, den Vorsteher und ersten Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lich Hch. Lorentz und den Lehrer an derselben Anstalt Rich. Oßwald zu Seminarlehrern an dem Vorfeminar zu Lich, den Vorsteher und ersten Lehrer an der Präparandenanstalt zu Wöllstein Alovs Müller zum Seminarlehrer an dem Vorseminar zu Wöllstein ernannt«
** Hochbauamt Gießen. Der bisher dem Hochbauamt Gießen zugeteilte Bauninspektor Heyer wurde am 1. April nach Worms versetzt, wo ihm die Tienstgeschäste des LreiSdau- inspektors übertragen wurden.
•• Kunstverein. Die neue Ausstellung, die von morgen, Karfreitag, an geöffnet ist und etwa 80 Oel- gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen aufroeift, ist beschickt von Prof. o. Volkmann - Karlsruhe, von Münchener Künstlern ,Die Werdenden^, von G. Altheim, Prof. Kräh, H. Schlegel, Frieda Best, H. I. Noocr-Darmstadt, W. Thiclmann-Willingshausen und E. Elmer-Groß-Elchen.
** Die Sammlung des deutschen Luftflottenvereins hat bis jetzt in Gießen noch immer nicht die Beachtung gefunden, wie in anderen Städten. Es gingen inzwischen noch ein: Prof. Dr. L. 50 Mk. Der Gesamtbetrag der hiesigen Sammlung steigt damit auf 71 Mk. Da nicht anzunehmen ist, daß das Interesse für
Kultur hat W. eimar als seinen Tagungsort für das Jahr 1913 bestimmt.
Karl May.
Im Tag veröffentlicht Catiban das folgende Gedicht über den soeben verdorbenen Schriftsteller Karl ■- ay, der nicht nur der am meinen gelesene, lonDern auch der fleißigste deutsche Schriftsteller genannt werden darf.
Allzu früh schon auf dem Sprunge.
Em Phantast, doch sonit geiiino. ' Schließlich untertietiger Junge. Räuberhauptmann. Emge'punnt. Nene» Leben, er erstrebt es.
Dichtete nun Land um Band.
Selvuerümdnes — eelbiierlebteS, Wahres drum l Old Shaner Hand.
(Bunter Phantasien Vermählung Nennt sonst Poeste der Snov.) Lor dem tzttanz der Ich-Erzählung Stand halb Deutichland au, dem Kopp. Ja, erlogen war fein Wandern, Ja, er orununte mal als Sieb — Doch zum Unterschied von andern Stahl er niemals, wenn er schrieb.
Tie in leinen Büchern leben, Rothaut, edjetfo und L^lvarzZesicht, Alle uaben mm vergeben — 9tur Europa tonnt' es nicht.
Aber ob sie ihm durch wilden Lärm zerilort die ü>rei entuq — In den ew'gen jagögefilDcn Pirscht er doch nut Älanitu.
Hierbei darf noch erwähnt werden, daß sich Karl May in den letzten vierzig fahren durch ferne schriftnellerlschen Arbeiten ein B er mögen von rund 6 Millionen Mark erworben har. Unter seinem Namen hat May 2<3 Bücher veröffentlicht, otjne die zahllo,en Aust soye, die in Zettungen und Zeitschriften erschienen smd.
Das Manövergelände liegt im
wirb.
in der Sta
e l b. Ter Borsitzenbe führt hierzu aus.
x Boltmarftratze behandelt, bet aber nicht stattgegeben Ter Gemeinderat billigte vielmehr die von der Bau
leitung zugelassen werden. Hieran anschließend wirb eine Beschwerde des Justus Merle von Alsfeld wegen der Zuschlagserteilung der Grund- und Chaussierungsarbeiten für Den Aus' bau der Volkmarstraße behandelt,
kommission vorgenommene Zuschlagserteilung. T i e Taglohnsfuhren werden dem Wilh. Fuchs zu Alsfeld zu feinen Angebotspreisen übertragen. T i e Leichenwagen subren werden dem Submittenten zum Preise von 5,50 Mk. zugeschlagen. Tie Kleinpflasteranlage in der Bahnhof st raße, ne bereits 1910 vorgesehen war, aber wieder zutückgesteltt wurde, oll nunmehr mit der in diesem Iahte stattfindenden Umpflasterung )er Obergasse vorgenommen werden. Tie Kosten werden, wie das Kreisamt schreibt, je zu einem Tritte! von Kreis, Provinz und Gemeinde getragen. Ein Antrag, der Kanalisierung der Bahnhofstraße alsbald näher zu treten, wurde angenommen. Ander w c i te Organisation des Sicherheitsbien st es
die Schaffung einer g.'nugenb grogm deutschen Luftflotte' hier geringer ist als anderwärts, fei wiederholt auf die hohe vaterländische Bedeutung der Sammlung bingcroiefenv
** Die Herb st Manöver des 18. Armeekorps.
Tie größeren Truppenübungen deS 18. DrnieckorpS werden in diesem Jahre voraussichtlich am 5. September mit
daß der zurzeit von Nachtwächtern versehene nächtliche Sicherheitsdienst nicht hinreichend sei, da die Nachtwächter, zum Teil schon ältere Leute, nicht mehr die erforderliche Rüstigkeit zur regelrechten Ausübung ihres Dienstes besäßen. Es sei im Einverständnis mit dem Kreisamt geplant, die freiwerbenden Nachtwächterstellen nicht mehr zu besetzen, an deren Stelle vielmehr 2—3 Polizeidiener anzustellen und die ganze Polizei bann auf der Grundlage der Schutzmannschaft umzugestalten. Vorläufig sollen auf 1 Jahr bis zur Durchführung der Organisation die beiden Wächter der Wach- und Schließgesellschaft auf den Polizeischutz verpflichtet werden gegen eine jährliche Vergütung von le 100 Mk. Ter Stadtvorstand erklärt sich hiermit einverstanden. T i e Anschaffung des Lichtbilderapparates vom Volksbildungsverein Alsfeld, der sich aufgelöst hat, zum Preise von 250 Mk. wurde beschlossen. Zufolge Anregung des Tenk- malspflegers Geh. Rat Walbe wurde beschlossen, für Herstellung von Aufnahmen für Herausgabe des „Deutschen Bürgerhauses" einen Zuschuß bis zu 100 Mk. zu bewilligen. Ausführung des Art. 92 der neuen Lanbaemeindeordnung. Ter Gemeinberat hat hiernach zu beschließen, in welcher Weise die amtlichen Bekanntmachungen zu erfolgen haben. Es schlug ber Vorsitzende vor, die amtlichen städt. Bekanntmachungen nur noch in den drei hiesigen Blättern erfolgen au lassen. Ter Antrag wurde angenommen. Nur noch private Bekanntmachungen eiliger Natur erfolgen durch die Ortsschelle. Wiederher st ellung ber Walpurgiskirche. Nach einer von dem Vorsitzenden bekanntgegebenen Verfügung ist Reg.-Baumeister Kuhlmann nach Gießen zur Aushilfeleistung bei dem dortigen Hochbauamt versetzt worden. Tie Leitung der Renovierungsarbeiten der Walpurgiskirche soll ihm jedoch Vorbehalten bleiben. Während ber Bauausführung soll er in gewissen Zwischenräumen nach Alsfeld fahren, ba beabsichtigt sei, die örtliche Bauaufsicht dem stäbtischen Baubeamten oder einem Hochbauaufseher zuzuteilen. Bezüglich eines vom evangelischen Kirchenvorstand an den Gemeinderat gv- richteten Ersuchens, bet Renovierung alsbald näher zu treten, damit Herr Kuhlmann die Arbeiten ausführen könne, wird be^ schlossen, zunächst den Ausgang der Lotterie abzuwarten. Falls die Lotterie nicht zustande kommt, will der Gemeinderat mit dem Kirchenvotiiand in Verhandlungen eintreten, ob und auf welcher Grundlage eine Renovierung der Walpurgiskirche durchzuführen tlt Zu einem Wirtschaftskonzefsionsgesuch wurde die Bedürfnis- frage bejaht — Nichtöffentliche Sitzung. Verschiedene Gelandeankäufe, ebenso die Verpachtung der bereits erworbenen Grundstücke wurde genehmigt, ir Ter Schreiner Bruno Herrmann iE zur Besetzung ber WaseiNneisterstelle vorgeschlagen werben.
Kreis Frteoverg.
_ * *98tt.ubeim, 3. April. Der unter Leitung von
einem dreitägigen Brigademanöver beginnen. Im Anschluß hieran finden viertägige DivisionSmanöver und zum Schluß (Dom_l/. bis 21. September) dreitägige Korp-'manöver statt.
i Großherzogtum Hessen. ES
wird für das KorpSmanöver begrenzt im Norden durch den Breuberg, Neustadt, Sandbam. NäuseS, Hering, Klingen, Ueberau, Reinheim, Hahn, Cbcrramftabt, Tarmsladt, Griesheim, Leeheim, GcrnSheim und den Rhein abwärts bis Bingen, im Westen, Süden und Norden durch die Grenze des Landes. Der 21. Division soll der östliche, der 25. (hessischen) Division der westliche Teil ber vorstehend bezeichneten Manövergebiete zugewiesen werden. Tie Grenze des Manövergeländes für beide Divisionen wird ber Rhein bilden.
" Eine neue DollzugSverorbnung zur Gewerbeordnung ist durch die neuen Bestimmungen des BerwaltungSrechlSpflegegesetzeS notwendig geworden, die in Nr. 9 des Regierungsblattes nunmehr erschienen iü.
*• Die Schweinefleischpreise wurden vor einigen Tagen erhöht und zwar kostet gewöhnliches Gebrauchsfleisch (Bruststück) Mk. 1,40, Bratenstück und Kotelett Mk. 1,80 daS Kilo. Tie Wurstpreise re. bleiben wie bisher, doch ist auch darin ein Preisaufschlag zu erwarten.
” Die Besichtigung auswärtiger Schla cht- Höfe soll von dem Ausschuß, nachdem die Anlagen von Halle, Leipzig, Verden und BreSlau besucht sind, noch aus die Anlage in Zürich ausgedehnt werden, wohin sich die Mitglieder nach Ollern begeben. Die Herren erklären, auf ihrer letzten Reise besonders in Dresden und BreSlau viel gesehen zu haben, waS bei dem Erweiterungsbau unseres Schlachthofes Anwendung finden kann.
** Paketeinsammlungdurch die Post. ES ist noch nicht genügend bekannt, daß die Post abzusendende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte ober einen Zettel nut den Worten: „Palet abzuholen bei (Name und Wohnung) unfrankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben. Auch kann der Wunsch um Abholung von Paketen dem Postamt telephonisch mitgeieilt werden. Hierauf wird die Sendung bei der nächsten Paletbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause des Absenders abge^lt. Das Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht.
Kreis AlSfclb.
w Alsfeld, 2. April. (Stadtvorstandssitzung.) Volks schulneubau; hier Zuschlag für die Schlosierarbeilen und Wandbekleidungen in den Baderäumen. Der Zuschlag für die drei Lose Schlosserarbeiten wurde dem Vorschlag der Baukommission gemäß dem Schlossermeister I. Aug. Kurtz zu Alsfeld erteilt und zwar Los 1 mit 990,50 Mk., Los 2 mit 519,95 Mk., Los 3 mit 834 Mk. (Voranschlag 2469 Mk.). Ter Zuschlag für die Wandverkleidungen im städtischen Bad wird dem Maurermeister Hch. Knieriem III. zu Alsfeld zu seinem Angebot von 3249,40 Mk. erteilt unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Ausführung durch Spezialarbeiter erfolgt, die von der Bau
er
„Frohsinn'
" . "'WA ■ ■
WX Unser bester Glühkörper
II Mmu cdil m Ol ym. jpatkimv
■ mit Aufschrift „Degea '


