Ausgabe 
2.12.1912 Erstes Blatt
 
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von HohenloHe-Langenbürg empfangen woröen Die Kaiserin bogab sich im Automobil ins Schloß. Um 3.20 Uhr erfolgte bic Mreise der Kaiserin nach Baden- Baden.

Der Antragdes Zentrums auf Aufhebung des Jesuitengesetzes

wird im Reichstage erst im Januar auf die Tagesordnung des ersten Schwerins-Tages gesetzt werden. Bei dieser Gelegenheit wird der Reichskanzler sich über die Beratungen des Bundesratsin derJesuiten- frage eingehend äußern.

Ausland.

Frankreich hat wieder Mängel der Pulver­bestände aufgedeckt.

In einem Ausschuß der französischen ftammer lieferte der Berichterstatter für das Marinebudget Professor P ai n- leve durch die Erklärung, daß eine Anzahl französischer Kriegsschiffe keine vollständigen und vor­schriftsmäßigen Vorräte an Pulver, nament­lich an dem neuen Pulver, frabc, einen tiefen Eindruck hervor. Der Ausschuß beschloß nach lebhafter Erörterung, die Minister der, Marine, des Krieges und den Minister­präsidenten vvrzuladen und ihnen eine Reihe von Fragen vorzulegen, mit deren Abfassung der Berichterstatter Pain- leve betraut wurde.

Ter deutsche Bot schäft er in London Fürst Lichnowskh, hielt auf dem Jahresbankett der Rorg Soeietl; of London seine erste öffentliche Rede in E n g l a n d , in der er ausführte, er benütze mit Freuden die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß England und Deutschland Seite an Seite für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens arbeiteten, und daß die politischen Beziehungen der beiden Mächte niemals vertraulicher und Aufrichtiger gewesen seien, als gegenwärtig. Es werde immer sein aufrichtiger Wunsch sein', diesen glücklichen An­fang feiner amtlichen Tätigkeit in London weiter zu ent wickeln zum .Heile beider Rationen.

ßccr tittfc Flotte.

TaS SchiffArcona" ist zur dauernden Sta­tionierung im Emdener Jöafcn eingetroffen.

Landwirtschaftlicher Kreisoerein.

Gießen, 2. Dez. Der land io. Kreisverein hielt am Samstag nachmittag unter dem Vorsitze des Provinzialdirettors Geheimerat Dr. U s i >i g e r seine .H a u v t v e r s a m m tung ab Die Jahresrechnung ergab für 1911 1300.96 Mk. Einnahme und 627 Mk. Ausgabe, so daß 673.66 Mk. Vermögen verbleibt. Die Rechnung wurde für richtig befunden. Der Vorsitzende er­teilte. dem Rechner Schupp mit Tankesworten Entlastung. Da die Mitgliederzahl des früher starken Vereins nur etwa 390 beträgt, soll eine lebhaftere Werbung vorgenommen werden. Bedauerlich bleibt, daß in manchen (Memnnbcit nur ein oder zwei Mitglieder vorhanden seien. Bei der Reulvahl für den Ausschuß de-? Pro­vinzialvereins wurden gewählt: Brauereibesitzer Bichler-Gießen, Rechtsanwalt Sandmann-Hungen, Bürgermeister Leun-Großen- Linden und Rentner Klein. Ter Vonitzende teilt mit, auf der Hauptversammlung des Vogelschntzvereins für Hessen sei festgestellt worden, daß Oberhessen im Anlegen von Vogelschutzgehölzm int Rückstand sei. Er empfiehlt die Anlage solcher Gehölze und die Beibehaltung und Reuvilanzung von Hecken im Interesse der nützlichen Singvögel. Weil-Lang Göns regt an, an Kreisstraßen Schutzgehölze anzulegen. Der Kaninchenzuchtverein Stangenrod hat sich um Unterstützung der Zucht an den Verein gewandt, der ihm bei Beschassuilg von Zuchttieren Mittel bewilligen möge. Weil-Lang-Göns spricht sich dagegen ans, man solle erst einmal berechnen, ob der Futterverbrauch der Tiere rentiert, die Ka­ninchenzucht sei vielfach Anlaß zu Feldfrevel, da manche Jüditer gar kein Futter halten. - Kreisveterinärarzt Tr. Knell - Gießen hielt einen Vortrag überTie Novelle zum Neichs- v i e h s e u ch e n g e s e tz und die damit in Zusammetthang stehen­den Gesetze und Ausführungsbestrmmungen". Den Ausführungen, die durch zahlreiche Tafeln veranschaulicht wurden, sei entnommen: Wenn lvir unsern Piehstand nicht erhalten können, so können wir Arme und Bolt nicht selbst ernähren und gehen einer ernsten Kalamität entgegen. Die Rinderbestände Teuischlands repräsen tieren einen Wert von 10 Milliarden, mindestens das DopPekK an Wert stellt das übrige Vieh dar. Welch großer Schaden an Nationalvermögen wird durch die Viehseuchen angerichtet! Seit 1386 haben Erhebungen stattgefunden über die Verluste, doch dürsten die Zahlen zu klein sein, da mancher Fall nicht zur An­zeige gelangt. Von 1886 1906 fiele» an Milzbrand 2998 Pferde, 75 689 Rinder, 11 736 Sckwse, 1241 Schweine und 171 Ziegen, an Rotz 19 082 Pferde, an Lungenseuche 31 727 Rinder, an Rotlauf 42 739 Schweine, an Schweineseuche Epeso 431 017 Tiere. An Entschädigungen wurden gezahlt bei Milzbrand 17,4 Millionen, bei Rotz 6,8 Millionen, Lungenseuche 4,7, insgesamt 30 Millionen. Tie SchwZneseuche hat schätzungsweise einen Schaden von 47 Millionen verursacht. Man kann von einem Gesamtschaden durch die genannten Seuchen von 100 Millionen sprechen. An Maul und Klauenseuche verendeten rund 7,4 Mil lionen Rinder, 6 Millionen Schafe und fast 3 Millionen Schweine. Dazu kommt noch der große Verlust durch den Ausfall der Kälber und an Milch und Zugkraft während der Krankheit des Rindviehs.

füllte sich die Halle mit einem hochansehnlichen Kreis von Freunden, Kollegen und Mitarbeitern des Verewigten, und Gerhart h a u pt m a n n widmete dem dahingeschiedenen Freund herzliche Abschieds warte. Tas Werk dieses Mannes, sagte er, war teilweise mein Wert, mein Wert teilweise das Werk dieses Mannes. Diesen tief wertvollen Mann zeichnete besonders die deutsche Eigenschaft des Idealismus aus, nicht eines vagett Idealismus, sondern eines festbegründeten, von Pflichterfüllung und Umsicht getragenen. Ich glaube nickt, bar in der Geschichte des deutschen Theaters eine fiüche Verbindung von praktischer Kraft jemals dagewesen ist. Er zwang das Thecatcr zu einem echten und lebettdigen Ernst und brachte es dem Leben, ilmt das Leben nahe. Sein Leben war kein teidüer Weg Sein Beruf war schwer. Er durchfock)t ritterlich etiten wahren Kulturkampf. Er ehrte sich selbst durch diesen Kampf und mehrte den d e u t s d- e n Kult u r b e s i tz. Und dieses Be mußt,ein genügte ihm Rücksicht aus andere und äußere Ehreu kannte er nicht. Er hüt die Einheit von Kunst und Volk zum Ereignis gemadst, er gab den abseitigen weltfremden Tlwatern die scklicvle Kraft der lmlurnotweitdigen Funktion. Mit Tank für alles, was der Verstorbene so lnngebuugsvoll geleistet für die deutsche Art. und mit eiiicnt Tank für seine nie schwankende Frcundestrcue rief der Dichter dem Verblichenen sein le^te-i Lebe irm l zu. Darauf gab der Generalintendant der königlichen Schau spiele, Grat v t? u lscn häseler, in schüchtert Worten der tieseii .trauer Ausdruck, daß es letzt heiße, Absdned zu nehmen von dem >o früh dahingescl ledenen langjährigen imb treuen Kol legen, der als Künstler und Mensch allen viel geioese» fei. Der Lichter^ Anhur Schnitzler rief alte Erinnerungen der Herz hdten Freundschaft wach, die ihn mit dem Verstorbene oerbunben ,"ur rur »ch allein danke er, sondern für alle seine das neue Oesterreich, dem er von Anfang an mcht V( tltandnis entgegengebracht babe, als die Heimat selbst .^uel Reicher sprach namens der Kollegen "de^ Lesnig

1Ur b,ie "im Mtoib niedertegle Er Iviirdigt' den Vertwrbenen als Lirelror und väterlick>eii Freund, der Goet!>i--

V1 m£llL "Sröci ,ci der Mensch, hilfreick' ilild gul ' riXAn?!?!» 0trat Paul Schlenthe r dem Verstarb ncr bS SJeÄAä, LL." * "* Toum.littf.6n, Titten,

Man rechnet auf den Kopf Rindes einen Schaden von 107 Mk. rurch die Maul- und Klauenseuche. Den Schaden der Maul und Klauenseuche und Schweinepest von 1886 bis 1906 kann man mit rund einer Milliarde annehmen. Gegen die gewaltigen Verluste muß mit allen Mitteln gearbeitet werden, der Landwirtschaft, Dem Viehzüchter muß geholfen werden. Die Bekämpfung der Seuchen ist Reichssache. Die Möglichkeit der Erkennung und ?er Bekämpfung ist seit den 80er Jahren viel besser geworden, so kann man z. B. Rotz und Tollwut heute mit ziemlicher Siche beit erkennen. Tie Impfung ist bei Rotlauf ein vorzügliches Mittel, die Bekämpfungsmelhode nach Lorenz hat sehr gute Er­folge gczeittgt. Wie gewaltig der Viehbestand sich von 1883 bis 1904 vermehrt hat, zeigen folgende Zahlen: Pferde von 31/« Mil­lionen aus 41/4, Rinder von 15 auf 19, Ziegen von 2 auf 3, Schweine gar von 9,2 auf 18,9 Millionen Stück, nur die Schafe find von 19 auf 4 Millionen zurückgegangen, heute werden die Tiere sehr oft von einem Ende des Reiches ans andere ver­sandt, die Gefahr der Seuchcnverfchleppung ist deshalb sehr groß. Wir müssen burd) eingreifenbe Gesetze bic Werte schützen. Ger ab c bie hochgezüchteten Rassen sind am empfindlichsten, so sind z. B. von 100 Vogelsberger Rindern nur 2, von 100 Simmentaler aber schon 20 tuberkulös. Das Reichsvichfcuchengesctz regelt den Grenz­verkehr, die Quarantäne für Tiere, die vom Seeweg eintreffen, die Bekämpfung int Inland, die Beaufsichtigung von Ausstellungen, Märkten usw. Leide< schleppt oft der Schmuggel die Seuchen ein. Ein Seuchenausbruch muß sofort angezeigt werden, nur dann ist die Bekämpfung erfolgreich möglich. Der § 10 behandelt aus­führlich die Anmeldepflicht, die von größter Bedeutung ist. Bei der Maul- und Klauenseuche ist sdmclles Zugreifen nötig, helfen steht heir in Bezug auf Gewälwung staatlicher Unterstützungen an erster Stelle im Reich. Die Schweineseuche (-pest) ist im Kreise Gießen jetzt vollständig uerfthrounben. Auch der Rotlauf, der in Hessen sdwn lange bekämpft wurde, ist im Reichsgesetz unter den zu bekämpfenden Seudten anfgeführt. Um die Geflügel­cholera, die aus Cefterrcid) und Italien kommt, zu bekämpfen, müssen nad) allen Ausstellungen die Geräte desinfiziert werden. Tie Bekämpfung der Tuberkulose ist jetzt audt in das Gesetz auf- genommeu, durch sie gehen alljährlid) große Werte verloren. Die Tuberkulose kann fidi durch die Mild) aus Zuchttiere und Menschen übertragen. Tie Magermilch aus den Molkereien soll stets erst gekocht werden, ehe man Kälber und Schweine damit füttert. Tiere mit offener Tuberkulose soll man töten, die Werte werden bezahlt, falls das Tier 180 Tage im Besitz des ZManncs ist. Turd) bas Gesetz ist bereits viel erreicht worden. So ist gegen­über ber Lungenscuche ein burchschlagenbcr Erfolg zu verzeichnen, feit 1905 ist sie stark zurückgegangeit, bie Rinberpcst ist vollstänbig getilgt. Mit ben Hilfsmitteln ber Wissensdtaft wirb es sicher gelingen, alle Seuchen erfolgreich zu bekämpfen.

Gcheimerat Tr. U \ t n g c r dankt dem Redner für die Be­lehrungen. Tie Anwendung des Gesetzes darf ber einzelne Vieh­züchter nicht als Schikane entpfinben, sondern er muß sich lagen, daß wir uns im Interesse des Vaterlandes so sdmell wie möglich von jeder Settdic befreien müssen. Jeder muß mithelfcn, daß wir künftig and) unser Fleisch durch die Arbeit des bcutl'rijcn Landwirtes und Viehzüchters beziehen, so schützen wir nationale Arbeit und unser Nationalvermögen. Weil-Lang-Göns weist darauf hin, daß die Landwirte bei Ausbruch der Maul- und Klancnseuchc erst noch Mist und Piuhl hinausfahren, baburd) sei bie Ansteckungsgefahr sehr groß, hier sollte schärfer vorgegangen werden. Bei Rotlauf sei die Impfung mehr anzuwenden. Ter Votsitzende macht nod) die Bürgermeister und Mitglieder auf die Spende zum Bismarck-Nationaldenkmal aufmerksam und empfiehlt sie.

Ans StaOt und Land.

Gieße n , 2. Dezember 1912.

Dezember.

Wcihnachtsglvckkm klänge durchziehen den Tezember- mond, wenn das Fest der christlichen Liebe auch erst in feiner zweiten Hälfte gefeiert wird. Im Volksglauben spielt der 1c, t- Moua> d's Jahres eine bedeutende Rotte. -Mi* Deutschen der srüh-creu Jahrhunderte founten den De­zember als Iulmond nnb Ehristmond. Karl ber Große taufte ihnHeilmonat", wegen der in seine Tage fallenden Geburt des Erlösers. Ter Dezember steckt voll Wetter­regeln. Ta heißt es:Tonner int Winterquartal bringt uns Kälte ohne Zahl".Im 'Dezember Schitee und Frost, das verheißt viel Korn und Most", oderDezember wild mit Regen, bringt uns wenig Segen".Grüne Weih- nachten, weiße Ostern", undWeihnachten im Klee Ostern im Schnee".Dezember kalt mit Schnee, giht Korn auf jeder Höy!"Ist der Winter warm, wird der Bauer arm."Weht der Wind am Stcphanstag (23. Dezember), zeigt's, daß der Wein nicht wohlgerat".Wenn die Christ­nacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr".

* Stadttheater. Nochmals sei ans das einmalige Gastspiel Ernst v. Possarts inFreund Fritz" am Montag, 9. Dezember, hingewiesen. Es ist zweifellos das letzte Mal, daß der große Künstler eine Gastspielreise unternimmt, nnb daher dürste der Andrang zu diesem Abend sehr stark werden. Reflektanten werden daher gut tun, sich durch Vorbestellung Plätze zu sichern. Da eS fraglich ist, ob sich später noch eine Wiederholung von HebbelsHerodcS und Mariamnc" ermöglichen läßt, sei auf die morgige Wiederholung der Tragödie ganz besonders hingewiesen: bn§ DZerk wird für gewöhnlich feiner inneren Schwierigkeiten wegen nur von allerersten Bühnen gegeben, und daß unsere Bühne mit bei Einstudierung einen so tiefen Eindruck zu erzielen vermochte, spricht für bic glänzende Darstellung des GasteS (Frl. Riza Bajor vom Tentseben Theater m Berlin), wie für bie Leistungs- fahigkeit unserer Bühne.

" Eine Besichtigung der Neuanlagen deS Konsumvereins fand am Sonntag vormittag statt. Beig. Keller, zahlreiche Stadtverordnete und viele Gäste hatten sich dazu cingcfunbcn. Geheimerat Provinzialbirektor Dr. Ufinger, Oberbürgermeister Mecum und andere Herren hatten sich entschuldigt. Auch der ärztliche Verein, bic Gewerbebank nnb der Lesehalleverein waren vertreten. Alle Besucher sanden die Anlagen sehr gut ausgeführt und waren überrascht von ihrer Zweckmäßigkeit. Direktor Keßler schilderte kurz 'die Entwicklung des Vereins. Nachmittags ivaren die Neu- anlageu den Mitgliedern zur Besichtigung geöffnet und sehr zahlreich machten sie davon Gebrauch.

Diebstahl. In der Nacht auf Sonntag wurden m ber Lahnstraße au§ einem Gehöfte zwei Stallhasen, sog. belgische Riesen, gestohlen. Zwei unbekannte junge Burschen, die einen Hund mit sich führten, erscheinen der Tat uct- dächtig. Vielleicht tragen diese Zeilen zur Aufklärung bei.

eje cTite csck)n c e Deute nacht gab es frier den ersten längeren ^efruecfall. Ain morgen bedeckte eine ziemlich dichte c-ckmeebccke Straßen imb Gärten, Dächer und Felber. Tie Jugend erfreute sich des lustigen Schneetreibens, bas bis gegen^9 Ufa. anbauerte. Einige besonders opinniftiidr Knaben griffen sdwn jum Ritten, bodi dauerte ifrrc Freude nicht lange, denn trotz b?" emeu Grades Mlte, der freute nactzt frier war, ainq der -chnee ra,ch von ben Straßen >veg, iräfrrcnb ir in den (liänm unb am den Dächern länger ücg.m blieb. Seit mehreren Ialnen hatten nur hier keinen so rrübni Schnnckall wie dieses gahr

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Lundkreis Gießen.

b. Leihgestern, 1. Dez. Bei zMreicher Beteiligung feierte der Kriegerverciu gestern abend Groß Herzogs G> ourtstag. Lehrer Buß gedachte des Grotzhcrzogs, Un> Lehrer Volk schilderte in seinem Vortrag Deutschland vr: 100 Fuhren und die Wiederaufrichtung des neuen deutsch,-) Reiches. Als unsere Aufgube bezeichnete er es, allen Parte hader zu begraben, die Jugetrd tu Gotresfurcht und in ba Liebe zu Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland z-u erziehe- unb so, bie so teuer errungene deütsche Einheit, al? Boi werk gegen feindliche Gelüste, zu bewahren. Lebliafter De fall belohnte den Rebner. Gesang patriotischer Lieber urt Vorträge von Mitgliedern des Gesangverein,Liederkran." bildeten den Abschluß des Abends.

Grünberg, 1. Dez. Eine 100jährige Gedenk feier zur Erinnerung an die Grün berget, dieän dem Fel tz zug gegen Rußland ums Leben kamen, fand fratc unter starker Beteiligung bes Kriegervereins unb der Einwohnn statt. Als man vor einiger Zeit die alten städtischen Akten ordnet janb man die Namen von 20 Grünbergern, bic damals geftorber sind. Davon erlagen 16 den Strapazen des russischen Felbzuge,' Tic Anregung, diesen Männern im Brunnental, einen Gebenksteu zu errichten, lanb lebhaften Anklang, besonbers waren es Bürger meisterei, Kriegcrverein unb Verkehrsverein, bic sich ber Sackr annahmen. .deute nachmittag wurde die^Ei nwe i hun g des Gedenksteins vorgenommen. Der Stadworstand unb der Kricgerverein begaben sich zum Brunnental. Sttaßenmeister Rani: sprach über bic Anfertigung bes Gebenksteins unb übergab iHv bem Vcrkehrsverein, bessen Vorsitzenber, Rentner K. H. Jockel den Stein in ben Schutz bcei Vereins übernahm. Tie SSeihcrcb hielt Reltor Angeld erqcr. Ter _ Gesang bes Nationalliebe sd>loß bic einsame Feier. Der (Gedenkstein ist ein natürlicher Fels block von 1.50 Meter Höhe, in diesen ist eine Granilplatte ein gelassen, die die Namen ber Gestorbenen trögt: Johannes Opver. Gg. Hch. Von-Eisf, Johannes Torr, Johannes Neeb, Kvnra> Heßler, Fricdrid' Marl Knispel, Johannes Zöckler, Jakob 08 bauer, Wilhelm Sffrmanb, Johannes Siebenrod, Johannes Ritter Johannes Heidt, Joh. Gg. Frank, Peter Rittet, Joh. ftonmc Sdäldwächtcr, Joh. Hch Wolf: bei Leipzig fiel Johannes Gfrrift Aud) bic Namen zweier in Grünberg geborener Offiziere stehn- auf ber Ehrentafel: es handelt sich um bic Gebrübet Karl Ehtistiw- Ebel er starb in Spanien unb Lubnng Karl Ebel: biefn mürbe vor B^vskan fdnver verwundet, beim Brand des Hause fanb er seinen Tob im Mter von erst 21 Jahren. Am '2Bbaü> hielt Rektor An gelber ger einen LidTtblldervortrag über ba. Ti)cmaTie Hessen unb Napoleons Zug nad) Rußlanb". Der Abend wurde verschönert burd) bic Mitwirkung der beiden Gesang vereine.

. Hungen, 2. Dez. Gestern abend hielt der Ge sangvereinL i e d er kr a n z" in derTraube" sein erste« W i n t e r v e r g n ü g en ab, das sehr gut besucht war Da«

M. O sfenbach, 1. T-ez. Zn einem wüsten Exzeß kam es heute nacht im kleinen Biergrund, wobei das Meffer eine Rolle spielte. Die Hanptbeteiligten, die Tagelöhner Aug. und Karl Kl üb er wurden durch Messerstiche am Kopf schwer verletzt unb mußten in bas Krankenhaus ge» bracht werben Der mitbeteiligte Joh. Schott trug schwere Hieb- unb Stichwunben am Kopf bavon. Durch' ben uit glücklichen Ausgang eines Prozesses dem W a hn - sinn verfallen ist die 37jährige Ehefrau bes Schlossers Bremers. Tie Frau hatte einen Strafbefehl von 6 Mk erhalten, der ihr in Verfolgung der Berufung 80 Mk 'tollen verursachte. Das hat die Frau dermaßen verwirrt, daß sie plötzlich wahnsinnig wurde. Nur mit großer Mühe konnte die Tobsüchtige von vier Männern gebändigt werden wurde zunächst ins .(Krankenhaus gebracht, von wo sic jedenfalls der Landesirrenanstalt überwiesen wer- wird.

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Kreis Wetzlar.

0 Wißmar, 1. Dez. Gestern fand hier ein Vortroq über bic Versorgung mit elektrischem Licht unb Straft oon Fnaeuienr Dr. Krätzer-Bingen statt. Der Anschluß soll an bic BuberuSsche Ueberlandzentrale erfolgen.

reichhaltige Programm, bestehenb in zwei Theaterstücken, humoristischen Vorträgen, Konzert usw., wickelte sich in

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Kreis Alsfeld.

g. Kirtorf, 1. 'Dez. Heute ist bie Automobil- verbinbung Ehringshausen, Kirtorf, Kircb- Hain 'demWetrieb bergeben worden. Zur Eröffnungsfeier fand gestern abend im Hotel zur Krone ein Festessen statt. Ter Vorsitzende der Genossenschaft, Molkereidirektor Grieb von hier, gab dabei seiner Freude Ausdruck, daß dem lange gefragten Wunsche ber Bevölkerung, bunt) ein modernes Verkehrsmittel mit den Bahnstrecken bei Hunden zu werden, endlich Rechnung getragen Tci.'©ein Hoch galt dem geistigen Vater des Gedankens, Schneidev- meister Lather von hier, ber schon seit Jahrzehnten für eine (Hffchließung der hiesigen Otegcnb durch eine Eisen­bahn in Wort und Schrift eingetreten sei. Fröhliche Ge­sänge und Becherklang hielten die Teilnehmer noch einige Stunden zusammen. Möge das neue Verkehrsmittel bat einzelnen Gemeinden die erhofften Vorteile bringen.

Kreis Lauterbach.

n. Hartershausen, 1. Dez. Es ist bekannt, daß Psarrer unb Lehrer in den oberhessischen Kreisen, bic fern von größeren Städten liegen, meistens nicht lange bleiben: nicht etwa, weil es ihnen dort nicht gefiele, sondern um ihre Heranwachsenden Kinder eine höhere Schule besuchen lassen zu könne.!, sehen sie sich unb das ist durchaus verständ­lich veranlaßt, zu einem gewissen Zeitpunkt den Wanber- stab weiter zu setzen. In dieser Hinsicht heißt nicht mit Unrecht der Kreis Msfeld im Volks mund der KreisAls- fort" und der Kreis Lauterbach derWandcrkreis". So besitzt auch unser Dorf im Fulda gründ keinen Pfarrer unb keinen definitiven Lehrer. Nachdem kürzlich Lehrer Geiß­ler, ber nur wenige Jahre hier war, nach Stammheim versetzt worden war, ist nunmehr auch unser bisheriaer Ortsgeistlichc Pfarrer Schäfer seinem Beispiel gefolgt, um in Königstüdten die Pfarrstelle zu übernehmen. Als geborener Schlitzerlander hat er mehr als 14 Jahre hier gewirkt und genoß weit über die Grenzen des .Kirchspiels Hinans großes, Ansehen. Er war stellv. Mitglied des De- lanatsausschusses und Leiter des Dekanatserziehungs­vereins. Tie erledigte Pfarrstelle wird vorläufig von Schlitz aus versehen.

Starkenburg und Rheinhessen.

= Darmstadt, 1. Dez. Heute abend ist die Aus­stellungDer Mensch" geschlossen worden. Ins­gesamt ist die Ausstellung von rund 250 000 Personen be­sichtigt worden. Ueber 100 000 Karten zu ermäßigten Preisen wurden für Vereine, Arbeiter, Militär unb Schu­len ausgegeben. Ter Kinematograph ist von 20000 Per­sonen besucht worden.

flotter Weise ab.

Kreis Büdingen.

L. Ba d- Salz ha usen, 1. Dez. Die Kuranlagen, Bade- und Kurhaus, werden im kommenden Sommer elektrisches Licht erhalten. Die Arbeiten dafür sind bereits ausgeschrieben.

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