Ausgabe 
1.5.1912 Erstes Blatt
 
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bekundet habe, die Meerenge nicht an$u grei­fe n. Ter italienische Geschäftsträger hat daraufhin den Minister des Acußcrn gefragt, ob diese Behauptuna richtig sei. Ter Minister dementiert kategorisch die in bet Te­pe die der Agence HavaS enthaltene Darstellung.

o n st a n t i n o v e l, 30. April. Bei dem gestriaen Diplomatenemvsange teilte der Minister deS Aeußern Assin Bei den Tiplomaten mit, der Ministerrat habe bisher keine Entscheidung über die Wiedereröffnung der Dardanellen treffen können Er werde danach trachten, bemnäd)st eine Entsrl-eidung zu fällen.____________________

Au» Stadt und Land.

Gienen, 1. Mai 1912.

Tie Verschleppung von Altertümern.

In den letzten Jahrzehnten war fast überall eine auf­fällige Gleichgültigkeit gegen die Geschichte der engeren Heimat an den Tag getreten, allenthalben war man eifrig bestrebt, in Feld und Wald, in Torf und Stadt zu nivel­lieren, zu modernisieren. Manches historische Erinnerungs­zeichen .auf der heimischen Flur fiel der Feldbereinigung turn £pfer, mancher vielsagende Flurname verschwand in den neuen Grundoüchern und Karten, weil man feinen ge­schichtlichen Hintergrund nicht mehr kannte oder doch befien Wert für das Gemütsleben des Volkes zu gering ein­schätzte. Erst in neuerer Zeit wurde durch das tatkräftige Eingreifen Einzelner wie auch tieft Vereinen auf diesem Gebiete Wandel geschaffen. Anders jedoch liegt die 'Sache noch heute in Bezug auf die Verschleppung von Altertümern aus unseren Törfem und Städtchen, lieber all sind Händler daran, unsere Ortschaften zu durch- fpüren und altertümliche Schränke, Tische, Kommoden, Stühle, Sessel, Truhen, Bilder, Steinkrüge, Zinnsachen u. a. m. aufzukaufen. Und es ist in der Tat erstaunenswert, welche Mengen dieser Kaufsobjekte zurzeit noch in unseren Landorten, namentlich im Vogelsberg, stecken und wie den Händlern die Quellen reichlichen Zufluß bringen. Vielfach kann man die Beobachtung machen, daß Landleute ihre alten schweren Eichenmöbel gegen moderne Stücke ein- tauschen und auf das gemachteGeschäft" stolz sind. Von Pietät gegen Familienerbstücke, von Sinn für Las geschicht­lich Interessante ist da nichts zu bemerken. Ter Volksfreundl must das sehr bedauern, umsomehr als diese Mtertumsstücke unserer einheimischen Bevölkeruna für immer verloren gehen. Tas, was einst unsere Vorfahren mit berechtigtem Stolze ihr Eigen nannten, was unter keinen Umstanden aus dem Hause" vererbt werden durfte, das wandert jetzt in die Schlöffet von Fürsten und Grafen, in den Salon des reichen Herrn, wo es als Prunkstück Aufstellung findet, für immer demBolte" verloren ist. Es hat allen Anschein, daß unseren Landleuten erstein Licht aufgeht", wenn es zu spät ist. Tie Geschichtsvereine in den Städtchen, tote auch einflußreiche Leute in den Dörfern sollten daher bestrebt sein, für die Zukunft noch mehr als seither auf- klärend auf unsere Bevölkerung einzuwirken, eventuell wertvolle Altertumsstücke durch Anlauf vor Verschleppung zu sichern.

** Ter Taschenfahrplan des Gießener An­zeigers wird heute der gesamten Landauflage beigelegt.

**National-Flug spende. In unserer Geschäfts­stelle gingen ferner ein: von Will). Rudolph 50 Mk., Sammlung der Burschenschaft Germania 65, Prof. Fuchs 5, H. J.-Lich 2, W. J.-Lich 10, zusammen 132,50 Mk.: bereits quittiert 242,30 Mark. Bis heute eingegangen: 374,80 Mark.

"DerMair st gekommen! Wie alljährlich wurde Gestern abend von einigen studentischen Korporationen am Kriegerdenkmal die Ankunft des Wonnemonats nad) altem Braud) mit Liederklang gefeiert» Rach dem Absingen des Liedes: Ter Mai ist gekommen, auf das nach einer kleinen Pause: Burschen heraus! folgte, zogen die Korporationen mit ihren Lampions unter Gesang durch die Stadt nach ihren Häusern. Auch sonst wurde der Einzug des Mai viel- fad) gefeiert, trotzdem die Wi.teruug gar nicht darnach aus- sicyt, als osb jetzt der Wonnemonat begonnen hätte.

** Staatsbahn-Personalien. Der früher in Gießen stationierte Eisenbahn-Gütervorsteher Wiegand wurde von Hennef a. d. Sieg nadj Darmstadt versetzt. Folgende Beamten und Arbeiter erhielten für Entdeckung und Beseitigung betriebsge,ährlicher Schäden Belohnungen: der Eisenbahn-Wagenmeister K l i f f m ü l l e r in Giegen, der Bahnmeister T r a m m e r in Grünberg, die Rotteg- führer Dörr in Göbelnrgd, Jose in Nieder-Ohmen und Jahn in Elm, der Hilfsrangier,ührer Boller in Renne­rod, der Reserve-Lokomotiv.ührer Georg in Gkabcnbad),

Das Liebespaar, daö fid) im Grase zärtlich umarmt, erinnert uns daran, daß wir uns im IHeidjc der Frau Venus befinden. Tie Göttin selbst ist erschienen, begleitet von Cupido, der mit den Händchen im Wasser spielt und wohl die Zitronenv.üten hinein- taucht, um der Quelle den bitteren Geschmack zu nehmen. -Eine blühende junge Frau lausckU den LlcberreOungen der Liebesgöttin. Die Gemälde versinnbildlid-en also nach Ansicht Battellis die Liebe an den Quellen des Lebens. Aretmos Brief flammt aus dem 3obre 1540, das Gemälde TizranS spätestens aus 1616. Tib enge persönliche Freundschaft des Schriststellers mit dem Maler läßt es wohl als wahrscheinlich ericbcüien, daß Aretino die Gintclbciien des Bildes genau in dec Erinnerung gehabt habe, und daß er von den Absichten Tizians bei der Komposition seines Werkes genau unten übtet gewesen sei.

Eine Revision der lateinischen Bibel. Tie Vulgata, die berühmte lateinische Bibelübersetzung des heiligen HierouhmuS, soll demnächst in einer revidierten Ausgabe erscheinen, die auf Grund Der Vergleichung zahlreicher iUtanuu'ripte -nm ersten Male den wirklichen gereinigten Text bieten wird, ötit mehreren Jahren trifft em in Rom eingelegter Aus schütz hervorragender Gelehrter umfaifenbe Vorbereitungen zu diesem fdMuicrigcn Unternehmen: er hat lebt üb^r seine bis.,erige Tätigtest in einem emgeljenben Bericht Muunung gemacht. Die Samm­lung der Maiiuitripte, Die Der Tcftgcitaltung zu Grunde ge.eg. werden sollen, betragt bisher siebzig D.e lettenen L)ano,chnnc.i find -um zeü ppoiograpyiert ivuroen unD Die pyowgrap.,iiu/en Kopien wurden dann noch auf» Genaueste mit Dem Qng.nai per- glichen, um icDe lllcimgieit Der Xciic wstoerzugeom. Doch ge­nügen die iuiammengcbiauden Haiwicur.f.en ihm nicht zur Her­stellung des reinen Teiles. Unbelamue Manuliripte buben te- sonders die Nachforschungen von Dom Donazien de Bruhne in Spanien ans Lion gefordert, und auch in Henerreich uno Deutsch­land hat De Bruyne miduige Funde gemacht.

Kurze Nachrichten aus rtunst und Wissen­schaft. Zn dem aargauischen Dorschen k> eit beim ist Fräulein Betsh M e h e r, die Sa,.ve,ter ftonrao Feroinan- Meyers, ui dem kleinen LandhauseRndunatt", das sie sich halte erbauen lassen um ein ungestörtes Leben der Erinnerung an eine re.dse Vcr- aangenhcit zu führen, im Alter von 81 Zayren gestorben. Geheimrat Wölfflin hielt am iülontag a.s Waa,i olger Prof. RiehlS auf dem Lehrstuhl rür neuere Kunsigesa-ichte in l'i u n a> e n vor einer außerordentlich großen Zuhorericharl seine erste Pc»r» l c i u n g, in Der er sein Programm und ferne uiuoeralhntonidje Methode entwickelte.

n er tn Gietzen, GulervoDen-Arveitl Gießen und jugendl. Arbeiter CH

W. Hoffmann in

r.

iq Bahn, steuert

erschienen.

Kreis Büdingen.

h. Harheim,

Sorau,

Saloniki, 30. April.

Ter unter amerikanischer Flagge

K o n st a n 11 n o v e i, 30. April. Tas Wiener Korr.-Bureau meldet über den Unfall des DampfersTexas" der griechisch- amerlkaniscksen Schifisgesellsd-ast Haddschi-l-Daud: Bei der Aus­fahrt nach Saloniki stieß gestern der TampfcrTexas" im paien non Lmyrna auf eine Mine und sank sofort, von 102 panagieren wurden 92, von denen eine Anzahl oerletzt ist,

gerettet.

am Sonntag auf dem Bienenstände zwischen den Stationen Buches und

zu entgehen, daß Ange n warfen, Polizei ist auf der

Gegend fiel bereits eines Bahnwärters Bleichenbach.

nahm der Flieger

flentcuren Ephraim und Colomeo in Görlitz erbauten, mit

1 besieh nicht fe ^röcklich das lt mar8challamtes i

-|- Büdingen, 30. 'JlpriL Lie blütenreichen warmen Tage der letzten Wochen waren für die Entwickelung der Bienenvölker überaus günstig. Allenthalben kann man auch schon schwarmreise Völker sehen, namentlich da, wo noch Strohkorbbetrieb baheim ist. Der erste Schwarm in unserer

sie ihren Verfolgern Pfeffer in die was ihnen b>s jetzt immer gelang. Tie Spur der Verbrecher.

fccncn-tiiafjaii.

Kreis Friedberg.

30. 'April. Hier sind durch Prosessoi

Paris, 30. April. Hebet den verunglückten Tampfei »'Texas wird gemeldet, baß das Schiff, welches 1888 in New- Qnl^Crrtn Englaitd gebaut wurde, ein Stahlschraubendampfer von 4öO Tonnen war. TerTexas" segelte unter Der Flagge bei Yltdjipejago dmencan Stacmihip Eompanh, welche in ^myrno ihren Litz hat und zumeist die üüitenidjifiaiirt vom Archipel besorgt

Konstantinopel, 30. April. Amtliche Tepe)eben aur Smyrna ertlärcn, daß der Untergang des xampfereTexas' su r ch d e n K a v »la n v er schuldet wurde, der dem Lotsen- schilt nicht folgte und trotz der Lchüsse der ÄuftcnbaHcrien übet T.ie.>u.uc ber Jvtuun puiaUviuyi.. *,ie^e^as uatre hunoerr Sal,aS,iecLun?-a a<n'UiQnn 5oc,a^un0 an Boro. Zm ersten Lugen- bild lüurDcn U8 Perivnen gereitet, einige andere etwas spater, nieTexas ha.te aud> Pon für Europa an Bord.

<Berid?t»faaL

Leipzig, 30. Aprck. ±ai ReiuZSge richt hat die Re­vision der HäuSlers-Witwe Marianne Blafzcyk, die vom Schwur­gericht in Mcseritz am 14. März wegen Anstiftung zum Tode verurteilt worden war, verworfen, xen Mord hatte ihr Vater ausgesübrt, der gleichfalls zum Tode verurteilt worden ist, aber keine Revision eingelegt hat.

nehmen. _ , ... _ .. _ ,

X Crumbach, 30. April. Ter beschlossene Schul, hatisne uba u ist einstweilen wieder zur ückgeitel 11 worden Tie Zusammenlegung unserer Feld, mark wird von der Spezialkommtssion Marburg bearbeitet.

je. Wiesbaden, 30. April. Ter Lpielplan für die auf Befehl des Kaisers im Haft beater in Wiesbaden 'laltfindenden Vorflellnngen ist wie folgt seiiaeflellt und vom Kaiser- genehmigt worden: TomierStag, 16. Mai: naifiancc1; Freitag, 17. Mai: .Oberon*; SamStag, IS. Mai: .Ter Verschwender^, mit Konrad Dreher alS Gafl; Sonntag, 19. Ma>: »Der Freischütz»; Rlvnlag, 20. Mai: .Samson und Tahla-; Dienstag, 21. Tlai: .Zar und Zimmermann«; Mittwoch, 22. Mai: .Armlde«; Donnerstag, 23. Mai: ,Husarensieber«. Am 23. Mai abends erfolgt die Abreise deS Kaisers von Wiesbaden. Ter Spielplan deckt sich nut dem von uns bereits vor vier Wochen angegebenen.

1,1'tet,

v r Uut.rsjang ö;r T la.nc.

E"» oeuls...er Ce.tz-niwurf.

Berlin, 30. April. Tem Teutfchen Reichstage ging eir föcieycntiuuri uler ben Zusammen stoß von Schiiten zr sowie über Bergung uno Lil e.ei.tung in Seenot Durch der Untiourj werden Die iöe.iimmungen des deutschen Rechts mi Den beibenjniernationalen Uebereuilommen über Den Zusammen Jiou Don «ajmen. Denen der Reichstag am 31. Mai zuuimmtc l" ^'""ang.georachl. Zu Dieiem Zweck ist eine Abänderung Der 83 dw ,00 ocs vierten Huches des HanoelsgeietzbucheS not » » L9',* na m tunitighiu, wenn ein Lchlssszuiammen stotz durch Zufall oder höhere ryeroalt verursacht wird, oder Un kein Schadeneriatz er Hattet unn Verschulden des schines Dagegen verpstichtet Den Reeder jum eajaDeneriaB. Bet gemeinsamem Verschulden bedingt dt schwere des Verschulden- Den Grad der Verpckichtung zum Enatz

29,rü' der Ankunft des Dampfers Mackckp Beuuet lauteten die Küche nglocren. Die Flügger

die den Bezug und die Verteilung der E.e.trizität über­nimmt Im weiteren Verlauf der Aussprache wurde die Möglichkeit der Versorgung jedes ernzc.nen t.rleS rnrt $trom durch die Ueberlandzentra.e (ließen erörtert xirct tor Stolte - Gießen crf.ärte, daß die Stadt Gießen unter gewissen Bedingungen, die auch Krofdorf und 43 ober- hessische Gemeinden eingegangen seien, sich dazu bere.t er. klären würde. Tie Der,amm.ung nahm dieses Jlncrbi.t.-n überaus günstig auf. ES wurde von der Versammlung beschlossen, eine Besichtigung der eleltrt chen ^rlsoersor gung der Gemeinden Kro,dor^-(^leiberg vorzunchmen. Land rat v. Löwenstein wurde gebeten, sämtliche in Frage kam menden Gemeinden auszu,ordern, zu der Frage der Ein sührung elektrischer Beleuchtung und Kraft etchung zu

einem TOpferoigen Argusmotor audgqtatteten Hoehn- eindecker einen Uederlandflug von Sorau nach Görlitz, wo die Landung auf dem Exerzierplätze um 6 Uhr 30 Mi­nuten erfolgte. Ter Apparat erreichte eine Höhe von 1000 Metern. Der Apparat wird einige Tage auf dem dortigen Exerzierplatz bleiben. Birkmeier wiro sich auch um oen von der Ortsgruppe des Schlesisd)en Vereins für Luft- schifsahrt ausgesetzten größeren Geloprcis für einen Rund- slug um die LandeSkrone bewerben.

Dolf-Frankfurt a. M. in einer Tongrube die Reste einer römischenvilla rustica14 aufgedeckt worden, die eine noch sehr gut erhaltene Fecnheizanlage enthält.

Starkenburg und Rhe»nl)esseiu

Klein-Auheim, 30. April. In der Nacht mif Dienstag ist die Hessische G u rn rn i w a r e n s a b r i k Fritz Peter, hier, zur Halste nicbcrgebrannt. Tas Feuer drohte aus die umliegenden Wohnhäuser überzuspringen, was nur durch das tatkräftige Ein- greifen Der verschiedenen Wehren verhü.et wurde. Ten Anstreng, ungen der Wellen ist es zu danken, daß nicht die ganze Fabrik em Raub der Flammen wurde. Zwei Drittel der 350 Arbeiter der Fabrik sind durch den Brand brotlos geworden. Der ent­standene Brandsdiaoen ist bedeutend, er ist durch Versicherung gedeckt.

.! Mainz, 30. April. Die Eingemeindung von Kostheim dürfte schon am 1. Kuli ds. Is. erfolgen, da die Aussicht besieht, daß sich die Elngemeindiingskaininiisionen von Diainz und Kostheim über den ihnen oorgclegtcn Ent- itiiirf einigen. Nach der neuen Slädleordnung kann >m Falle Der Ablehnung Der Eingemeindung durch eine Gemeinde diese durch Gesetz verfügt werden. Seit Sonntag früh sind die Heizer und Niatlo en einiger großen Firmen in Den Streik getreten. Eine 'Anzahl Fahrzeuge liegt still, während andere Schiffe und Kähne mit dem halben Personal, durch HilsSkräsle verstäikt, fahren. In Der letzten Zeit mehren sich hier Die Mansardendiebslähle in erschreckender Weise. Hauptsächlich auf Magdekammern sehen eS Die Em- brecher ab, Die sie gründlich plündern. RlehrmalS wurden sie beinahe erwischt, suchten jedoch dadurch ihrer Festnahme

Marburg, 1. Mai. Wenn auch der Wonnemonat sich recht jro-ftig eimührte, so hatte dies auf die W alpura i s- feier der Marburger Studentenschaft herzlid­wenig Einfluß. Als die Teilnehmer der Maikncipen ihre Vereinshäuser verließen, um auf den im Blütenkleide prangenden Höhen den Mai in der üblichen Weise zu be­grüßen, hüllten fid) viele in ihre Mäntel und ließen sich dann das Mailüftchen um die Ohren wehen. Das Treiben auf den Straßen und Plätzen in der Stadt nahm wegen der Kühle erst nach 11 Uyr einen lebhafteren Charakter au. Eine große Menschenmenge zog wieoer nach dem Markt­platze, wo die Maifeier der Hasso-Najsooen stattfand. Tie auch bei dieser Korporation von außerhalb herbeigeeilten allen Semester, die mit den jungen in langer Reihe an­kamen und fid) mit ihren Lichtern und gefüllten Bierseideln auf dem Marktplatze im Kreise aufstellten, waren ebenso wie das beifallsfreudig gestimmte Publikum redjt erbaut darüber, daß fid) diesmal zum ersten Male derGockel" und der ,/Nachtrat" des Spielwerks der Rathausichr, die in früheren Zeiten so teilnahmslos blieben, während die Glocke 12 schlug und das Mailied gesungen wurde, kräftig zur Geltung bradjten. Rings um Die Stadt wurden um dieselbe Zeit reicher Feuerwerks körper und teil- auch mächtige Feuer abgebrannt und überall hörte man das Mailied fingen.

x Ebsoorf, 30. April. Die Versorgung des flachen Landes mit Elektrizität für Licht- und rrraftzwecke wird auch im Ebsdorfer Grund sehr bald erfolgen. Auf Veran­lassung des Landrats v. Löwenstein waren vor einigen Tagen Die Bürgermeister der Gegend beim Gastwirt We.deii- mutier hier veriainmeit. Der Ver.amm.ung wohnte Löer- ingenieur BegaS von der Firma Becker u. Co, Berlin, sowie Tireltur Stolle von Gieren und ein Vertreter Der tfteiljerr v. Stumiiifchen Herricpait tzvlzhausen bcu Land- rat ti. Löwenstein gab finen kurzen Hinweis auf die in feinem )ruderen Wr^uilgs.reis nut der Eleltroicrung des Landes gcjammelten Et-iahiu.igm, indem er von der Ervauuilg einer eigenen Ueb.r.aiwzeiitcal-e |ür das h er in Frage lommeiive Gebiet en.fajieocn abcic., Dagegen jvi Der Bezug von e.e.tri.chcm \s-iruiii von einer schon uc« stehenden ue^^r.andzei.t.a.e zu cmp.etj.ea. Zn Fr^ge tommc hier Das Ele.tiiziruiswerl der Sta^t Marburg, das sick) mit Leich.igteic zu einer lieber.anOjentra.e umwandeln ia|je oder das W-'rk Der Stadt Giegcn, dessen UmiuanD- mng in eine Ueuer.anojent.a.e b.ratJ ausg.fahrc nxrde, da Die Staat berei.S nut 43 Landgemeinde.c re.gen Liefe­rung von Ele.tUzi.äi Vertrage äuge ja), offen ijat. Der Vanurat ging dann auf die Do.i ben aS.cn Giegen und Marburg wegen der ofeom.ieierung g.maa-ten Angebote ein, bei denen Gieren bas weitaus günstigste Ang.bot ge­macht Hai Ter mebner fch.ug vor, bau am zw.ckmaßig. |ien der xreidiommunaipcrbano oder eine fogenannte Lei- kungs-Genofsenjcyait gegründet werde. Zn der 2lus- spräche wurde dezwetfc.t. Daß der üreis Marburg Die Lache machen werde, man hielt aber dafür, daß die Gemeuiden

Clotz in Gießen.

" Redekunst. Kurse, die namentlich auch den Studierenden dienen sollen, eröffnet am 14. Mai d. I. der frühere Oberregifseur des Gießener Stadttheaters Balos. (S. Inserat.)

Vogelschutz! Die Brutzeit der lieblichsten und nütz­lichsten Singvögel bat bereits begonnen. Immer mehr bricht sich in den Kreisen unserer Landwirte bie Ueberzeuguna Bahn, Daß nur mit Hilfe der Vogelwelt dem -schaden gesteuert werden kann, den die I n s e k t e n - S ch ä d^l i n g e jahraus jahr­ein an den Obstbaumblüten verursachen. <do ist es ein einiachcs Gebot der Obstbaumpflege und Des wirtschastlichen Nutzen-, die brütenden Vögel gegen ihre Feinde zu schützen. Ihr furchtbarster Feind ist aber die umherstreichende Hauskatze. Mag sie in Haus und Scheuer vielleicht als Mausevertilgerin manchen Nutzen stiften. Sobald sie hinausgeht in die Gärten und Felder, hat sie ihren Beruf verfehlt, und der handelt gegen fern eigenes Jntcr- esse, der seine Katze ungehiiQert den Vögeln nachstellen läßt. Es ergebt daher an alle Ka^enhalter die eindringliche Mahnung, zum Schutze der lieblid)sten und nützlichuen Singvögel, wenigstens bis Ende August, die Katzen zu beaufsichtigen und nicht außerhalb oer Gehöfte umherstreisen zu lassen.

** Quentin-MahiausgrauerTasche nfa hrpl an für Sommer 1912 ist im Verlage von Mahlau u. Waidschmidt, Frankfurt a. M., Gr. Gallusstr^ 3, in der bekannten Ausstattung

tiifticrnffiitirt.

Ausscheidungsrennen für die Gordon-Bennet- Fahrt.

Dresden, 30. April Tic am Sonntag nachmittag zum Ausscheidungsrennen für die Gordon-Bennetfahrt aup gestiegenen Ballons sind nunmehr sämtlich aelandet. Voraussicht­licher Sieger ist der BallonFranken II. deS Sächsischen Ver­eins für Luftschissahrt, Der unter Führung des Fabrikbesitzers Otto Korn bei Bürgten im Kanton Thurgau niedergegangen ist. An zweiter und dritter Stelle folgen die BallonsKrefeld" und Abereroon" vom Niederrheinischeii Verein für Luftfchisiahrt.^Ter BalloitKrejeld" ist unter Führung deS Oberleutnants Stach von Goltzheim bei Ravensburg am Bodensee und der Ballon Abercroon" unter Führung des Majors von Abereroon bei Kemp­ten in Bmiern gelandet.

0« ausgcbliebene ttfpreißug.

München, 30. UpriL Der gei.LLit ausgebliebene Süd- Nord-Erpretzzug der von Cannes nach Berlin geht und gestern SJlündjeit hucke passieren sollen, traf erst heute srüh nach 6 Uhr im Mülichcner Hauptöcchnhoi ein. Er war in der Riviera in Der Gegend von Ventimiglia uno San Romo mit Maschine und den ersten zwe» Wagen c n t g I e i ft, konnte aber nach den Ctnhcbungs . arveiten seine Fahrt wieder fortscpen. Personen tarnen nuyt> zu Schaden.______________________________________

vampscrunglück bei Smyrna.

Ueber ein Unguiu, oas Dem unter a...eriianischer Flagge fahrenden DampferTexis" zuiiieß, erhielten wir folgende Mel­dungen:

- ->s;

Ir°r', fber 9$

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I'^iüi fd)t I »i*"'fXü

-^tfepanl

A/s^foll, Ivies ^ar. Ä"mot u fielen aber n« da Stüdroerf^ - Sei der Abpihti 3 über ihn her, um -,»gegen ivaren. fai « A äitüid) mit dem - '.MW lebhafte Mei v bei der gelingen

Die Licherhcttsbck - PftboDDdn, um ai Andere Garniers u: idl und bedenklich, -Mngskraft der gai igen konnten. Cinz -Lahmen gegen Sie Gesetze gegen die ulen, stteng und i mnisse der letzten ?:iellfchaft unmoglic ai organisieren., M

?rbe entschlossen tn. Schon heute t hausfuclsungen t n Coronen, roo richerheitsbehörde 1 n von nun an g« in den letzten Iah ri-jfvr vorzugehen ui

-vachung durchzuführ iL Sonntag nachrn. um 6 Uhr unter- !cn eingeldtete Unt irkrneier auf dem von ben In- M M dieser verbreche Äs in dem belgisch e-.rvnhastetlvetde:

: jMl indem er mehr ihn sestzunehmcn. r -b in pochruscn auf j-xfitte in seiner Zelli

ungstflmi ,Zentralste sttienheime in B F Egs vmth. Reaieru *?3X Ehrenmitgliedern indere hervvrragev Kxiitunggtiolle soziale ^wimen in den verj F o-.Dürftigen Schuljug ju bieten und hri »rnm. Zrde politische U *5 m erireulich, ba I ^vchchten des de

sahrettde DampferTexas" (®eicll|d)aft Haoschioaut-, Der zahl­reiche Passagiere an Bord hat, soll bei der Ausfahrt aus Dem Hafen von Smyrna auf eine Seemine gestoßen und oerunglückti fern. Nähere Einzelheiten fehlen.

«m y r n a, 30. April vier verlautet, daß bei dem Zu­sammenstoß derTexas" mit der Seemine 14 0 Personen cA,»^HnE,en HÄb Einer anderen Meldung zufolge sind sogar I kOO Menschen umgekommen.

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