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1.5.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfahr 14 Seiten.

unter starker Beteiligung

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der frühere Reichstagsabgeordnete Herr Er behandelte die Finanzreiorin, kam sprechen und kritisierte den Hansabund.

erstatter stir das Mantelgesetz ist der Abg. Tr. Osann, für das Gesetz betreffend den Wohnungsgeldzuschuß Abg. Brauer, über die Ausbesserung der Gehälter berichtet Abg. Molthan, dem Abg.

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sammlung statt, in der Bindewald redete, aus die Liebesgaben zu Nach Herrn Bindewald

3 Nebeltage im Mai aus-

uyserem Klima vorzugsweise das Frühjahr die trockendste Beziehung ist der Mai ein

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Regen, sehr trocken 1896 mit nur 440 Millimeter. Normaler­weise kommen 15 Regentage vor. In den regnerischen Mai­monaten der Jahre 1878, 1887 und 1898 stieg diese Zahl aus 22 Regentage an. An den Niederschlägen sind bereits stark die Gewitterregen beteiligt. Insgesamt wurden von 18571907 177 Gewittertage beobachtet oder im Durchschnitt des Mai etwa 4 Tagt mit Gewitter. Auch Schnee ist im Mai noch möglich und wurde im obigen Zeitraum 5 mal beobachtet.

Ter vergangene April war im Durchschnitt zu Hühl, besonders in seiner ersten Hälfte. Um die Ostertage gingen viel­fach im Reiche starke Schneefälle nieder, so daß Oüdeutschland bis zur Elbe in den Morgenitunden wiederholt eine geschlossene Schnee­decke trug. Auch unsere Mittelgebirge hatten verübergel)end nunter- liches Gepräge. In der zweiten Monatshälfte hob.n sich die Temperaturen, so daß gegen Monatsschluß dic Baumblüte überall, in höchster Entwicklung wand. Ta aber die Niederschläge die normale Menge kaum erreichten, macht sich vielfach Trockenheit unangenehm bemerkbar.

Einzelheiten in dem Bilde wieder. die Landschaft mit ihrem Üppigen Pflanzenwuchs, mit den in zarten Duft gehüllten Bergen und mit dem fernen Wasserspiegel des Garoasees. Der '-Boten ist nut Veilchen übersät uno immergrüne Bäume strecken ihre Wipfel in die klare Luit. Auf dem Bergaöi)ang sehen wir die Kaninchenhecke, wahrend in der .Ebene Jäger die Ha,en vaiolaau

Aus Hessen.

bs. D a r rn st a d t, 30. April.

Aus dem Finauzausschutz dec Zweten Kammer.

Ter Finanzausschuß besafaftigte sich in seiner heutigen Sitzung der Bearntenbesolbungsvorlage, ohne jedoch in

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. - sprach Generalsekretär H e n n i n g s e n

über bas Thema:Warum sind wir Antisemiten?" Am Schlüsse der Versammlung sand eine freie Aussprache statt, in der es sehr lebhaft zuging. Als Gegenredner trat Herr Tr. Köhler. Lauterbach auf.

materielle Beratung dieser Vorlage einzulreten. Nach einer kurzen Vorbesprechung wurde die Verteilung der verschiedenen Vorlagen unter den Ausichußmilgliedern vorgenommen. Bericht-

D Lauterbach, 30. Avril Am Montag abend fand hier im Saale zum Johannesberg eine Ver -

geschlossen sein sollen. Während nun ein Teil dieser Ab­geordneten sich bereits nackt Athen durchgeschmuggelt hatte, ist jetzt der Rest, als er sich,daS Land der Griechen mit der Seele suchend", zur Abfahrt anschickte, wie schon im Vorjahr noch im letzten Augenblick von den .Konsuln der Schutzmächte an der Abfahrt" verhindert worden.

Diese Vorgänge lassen sich ganz an wie eine groteske Komödie, die sich aber leicht zur Tragikomödie entwickeln kann, denn nach den Meldungen aus Kreta herrscht dort eine starke Erregung, so daß der Ausbruch ernster Unruhen befürchtet wird. Liegt es doch in der Natur der Sache, daß die nationalen Hoffnungen der Kreter durch den italienisch-türkischen Krieg neue Nahrung er- halten haben, und andererseits ist es begreiflich, daß die Schutzmacht a. T. Italien das stärkste Interesse an einer Zuspitzung des lürlifch-gxiechischen ^Konslitts hätte. In diesem Falle müßte aber mit der ernsten Gefahr weiterer Verwickelungen gerechnet werden, da die kleineren Ballan­staaten Serbien, Bulgarien und Montenegro ohnehin nur auf eine Gelegenheit warten, im Trüben zu fischen und alte Rechnungen mit der Pforte zu begleichen. Unter diesen Umständen erwächst der Diplomatie der Mächte, nicht btoß der sogenannten Schutzmächte, die ernste Ausgabe, das Balkau.euer zu dämpfen, so lange es noch nicht weiter um sich gegriffen hat, und diese Löscharbeit wird in erster Reihe au. Der Insel Kreta wie an den Dardanellen, diesem heikelsten Punkt des Barkanproblems, einzusetzen haben.

Deutsche» Reich.

Staatssekretär Tr. T e l b r ü ck, her Vorsitzende der <5eo berufsgenossenschait, Richard C. K r o g m a n n , Prof. Pagel, Kapitän Polis und Tirektor Ira hm begeben sich am 17. Mai nach Wiesbaden, um dem Kaiser einen Vortrag über die Sicherheitsvorkehrungen an Bord der deutschen Passagierdampfer, insbesondere an Bord des neuewRiesendampsers Jmperatur" zu halten.

Tie Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Trier 4 (Saarburg-Merzig-Saarlouis) ist auf den 20. Mai festgesetzt worden.

In der Hauptversammlung des Heidelberger Grundbesitzervercins, die am Montag stattfand, gelangte der von einer aus Mietern und Hausbesitzern zu­sammengesetzten Kommission nach langwierigen Verhand­lungen aufgestellte und vom Mieterperein bereits geneh­migte Entwurf eines M i e t s v e r t r a g e s zur endgültigen Annahme. Damit ist Heidelberg die erste Stadt Deutschlands, welche einen von beiden Parteien ver­einbarten einheitlichen Mietsvertrag besitzt.

Die Dardanellensrage.

Rom, 30. April. Ter Agencia Stefani wird aus Petersburg gemeldet: Tie Agence HavaS berichtet aus Konstantinopel, in einer an die Pforte gerichteten die Wiedereröffnung der Dardanellen betreffenden russi­schen Note werde gesagt, daß Italien die Absicht

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Das Wetter im Mai.

Die Wärmeverhältnisse des Monats Mai sind ebenso wie die Ks April von Jahr zu Jahr großen Schwanlungen unterworfen: >ic Temperaturen neigen, besonders in den Tagen bar Eisheiligen, Li gefährlichen Kälterückschlägen, die glücklickferweisc nicht in jedem )ahre in die Erscheinung treten, aber doch io häufig oorfommen, Jafi selbst die Temperalurmittel vieler Jahre den Wärmerückgang nrfcnnen lassen. Tie mittleren Tagestemoeraturen erheben sich on etwa 11 Grab am 1. bs. Mts. auf 17 Grab am 31.; bie Öärme steigt demnach sehr rasch zu fommerlidiert Werten an. Daher ist der Mai der Uebergangsmonat zum eigentlichen Sommer, 5en die Witterungskuitde am 1. Juni beginnen läßt. Auch auf den höchsten Erhebungen der deuiichen Mittelgebirge bringt der Mai den Frühling, charakterifiert durch die beginnende Belaubung der Wälder, die im Tieflande schon im ÜLpril ihr grünes Kleid angelegt haben. Tie Nachttemperaturen liegen aber im Mat noch recht tief, warme Sommernächte Dürfen im Turchschnitt noch nicht erwartet werden. Dazu ist die nächtliche Wärmeausstrahlung noch zu groß, zumal die Neigung zu südlichen Winden aus wärmeren Gegenden gering ist. Tte mittleren Nachttemperaturen liegen in Beginn des Monats bei 34 Grad Warme und haben fich gegen Ende hes Monats auf 6 Grad erhoben. Tie höchsten Tages lemperatnren bewegen sich zwischen 13 Grad und 16 Grad un «laufe des Monats. Frofttemveratnren ktznnen noch an federn Tage des Mai vorkommen und wurden seit 1857 auch tatsächlich kaobachtet. Einige der bekannt geworden.n Frosttemperaturen feien für die Main- und Rheinebene hier mitgeteüt: 1. Mai 3.2 Grad 1891, 2. 18592.5 Grad, 3. 19003.1 Grad, 4. 1881 1.6 Grad, 5. 18811.7 Grad, 6. 1897 1.9 Grad, 7. 1905 2.1 Grad, 8. 18644.2 Grad, 12. 18823.8 Grad, 15. 1887 2.2 Grad. Selbst am 27. ds. Mts. sank 1873 die ifmperatur auf2.3 Grad und am 31. 1861 auf 0.9 Grad, chcsonders die Tage um den 10. ds. Mts. (Die Eisheiligen) neigen eine zu stärkeren Temperaturstürzen. Tie Ursache dieser Tem .craturrüdgänge dürfen wir in der starten Erhitzung südlicher 3reiten, vor allem der Mittelmeergebiete, erblicken. Zu gleicher i) eit sind die nördlichen Gebiete Der Erde, besonders die durch tolare_ Eismassen in ihrer Erwärmung zurückgeh.cktenen Ozeane, nach sehr kalt, so daß sich im Frühiontmer scharfe Gegenseite Mischen Nord- und Südenropa audbiiben. Tie .erhitzten Luft .'wuve übe; Südeuw^ erzeugen dort. niederen Truck, die kalten

Tf. Eine neue Erklärung von Tizians lischer und irdischer Liebe", die sehr bestechend wirkt, hat, wie der bekannteEicerone" mitteilt, Prof. Gutdo Bat- telli m der letzten italienischen Sitzung des Florentiner Kunst­historischen Institutes gegeben. Battcllt wies nämlich auf einen Brief Pietro Ä r e 11 n o s an einen Veroneser Patrizier hin, in dem Aretino die Schönheiten des Gardasees preist, wobei er u. a. einer Hasenjagd, einer Kaninchenhecke und einer wmtder- tätigen Quelle Erwähnung tut, die bie Frauen ber Gegend auf- zusuchen pflegten, um Kindersegen zu erlangen. Mit besonderer Ausführlichkeit verweilt Aretmo bei der Erzählung von Dteiem Liedesbrunnen, dessen Wasser die Frauen mit dem Safte ber in der Nähe wachsenden stißen Zitronen zu mischen pflegten. Nun stimmt diese fesselnde Schilderung Arettnos in ihren Einzelheiten merkwürdig mit dem Bilde Tizians überein, ja in den Worien scheinen sogar unmittelbare Erinnerungen an bas Gemälde an zuklingen. Jedenfalls finden sich alle von Aretino beschriebenen

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die Jahre 1875 und 1877 hatten zuweisen.

Tie Niederschläge pflegen in als Sommerregen zu fallen, wahrend Jahreszeit darstellt. Auch in dieser

Uebergangsmonat, der zu den Sommerregen überleitet. Wahrend der April nur etwa 3040 Millimeter Regen aufzuweisen hat, steigt die Niederschtagshöhe im Mai bereits auf 4050 Milli­meter. Ter naffeue Monat im Jahre ftt in Der Main- und Rh.in- ebene gewöhnlich der Juli mit 7080 Millimeter Regen. Autzer- ordenuick) naß war der D!ai 1856 mit 150160 Millimeter

Folgen der Maifeier.

Ein Ausstand auf den Hamburger Vulkanwerken.

Hamburg, 30. April. Gestern morgen gab der Ar - beiteraus schuß der Vulkanwerft die Erklärung ab, daß die Arbeiter beschlossen hätten, den 1. M a i zu feiern. Ter Arbeitgeberverband von Hamburg-Altona, dem auch die Vulkanwcrke angehören, beschloß am 25. April, wie in den früheren Jahren, alle Arbeiter, die den 1. Mai feiern, 10 Tage auszusperren. Tie Bekanntmachungen für die Arbeiterschaft sind der Vulkanwerft sowie allen anderen Firmen von der Geschäftsstelle des Arbeitgeberverbandes zugegangen. Tie Direktion ber Vulkanwerst ließ diese gestern abend anschlagen. Heute morgen legten sämtliche Arbeiter der Vulkanwerft ohne Angabe des Grundes auf Ver­anlassung ber sozialdemokratischen Organi­sationen Die Arbeit nieder.

Eine spätere Meldung aus Hamburg lautet: Aus den hiesigen Vulkanwerken ruht ber ganze Betrieb, während man zuerst anuchmcn konnte, daß bk Niedcrlegung der Arbeit mit der beabsichtigten Feier im Zusammenhang stehe, scheint der eigentliche ö r u n b ein anderer zu sein. Tic Einstellung der Arbeit erfolgte heute früh, nachdem einer der Ob­männer des Arbeiterausschufies, dem unerlaubte Agi­tation vorgeworscn wurde, entlassen worden war. Ausständig sind sämtliche oiyaniiiertcn Arbeiter auch bie der Hirsch- Tun ck er s ch e n und der christlichen Organisationen angehörenden. Insgesamt feiern jetzt etwa 6000 Mann.

Arbellsntedeilegiingen in Wien.

Wien, 1. Mai. Zur Maifeier liegen alle Fabriken ft i 11'. Vormittags finden Massenversammlungen statt und nach­mittags maridjicrcn die Arbeiter in den Prater. Die Zeitun­gen erscheinen erst am Donnerstag wieder.

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Tr. Weber wurde ber Vortrag über die Aufbesserung der Volks- fdullebret übertragen. Abg. Ulrich berichtet über da» höhere Schulwesen und über die Aenderung des Gesetzes, die Erhebung von Zuschlägen zur Reichserbschaftsstr uer bctreffrnb, der Abg. Tr X> c n b c n r c i dj. Ter Vortrag über die Aenderung des Gesetzes über den llrfunbenftcmvel vom 12. August 1899 hat der Abg. H e n.r ich. Bei ber Wichiigkeit der ganzen GeseyeSvorlage" Lcabfidiig: ber Finanzaussckmß den Beschlüssen ber Zwei,en Kam­mer nicht vorzugreifen. Ter Regierungsvorlage, betreffend d«rs H o f g u t N e u - U l r t ch st e i n wurde zugestimmt. In dieser Vor läge heißt es, daß die Regierung an bic Stande das Ansinnen rrcktei, dem Verkauf dieses Gutes um den Preis von 113 000 Mk. zuzustimmen. Von einer Seite wurde angeregt, fick das Rück - iailfsrecht vorzubehalten, wenn das Gut feinem bisherigen Zweck, nämlich der Besckwftigung Arbeitsloser zu dienen, enizogen werden sollte. Dieser Anregung jvurbc aber nicht st altgegeben Bezug lich der Vorstellung der Stadt Worms betreffend Ablösung des Brückengeldes, würbe ber Beschluß gesaßl, zunächst einmal die Vorschläge der Stadtverwaltung darüber abzuwarten.

Ferner wurde einer älteren Vorlage, betreffend bie L a nbes- kr ebi i lasse, zugestimmt Einigen Regierungsvorlagen mehr formeller Art, wurde zugestimmi Tie Vorstellung des Eisen- bahnassistenten i. P. Ph. Müller in Tarmstadi auf Erhöhung seiner Pension wurde der Regierung zur Benicksichtigung über­wiesen.

AuS dem WahlprufungßauSfchuh.

bs. T a r m st a d t, 30. April.

Der W ahl p r üf u n g s a ii s sch n ß, der heute eine lurze Sitzung abhielt, erklärte die beanftanbeten Wahlen für gültig. Nur über bie Wahl Kredel sollen noch weitere Erhebungen statt finden. Insbesondere wurde beanstaiidet, daß in dein Wahllol al vffefte Zettel mit dem Namen des Geivählten ausgelegen haben, und datz durch die Verabreichung von Freibier eine Wahl beciuflunung stattgefunden haben soll. Tie bereits in dieser Wahl- beanftanbung vernommenen Zeugen sollen vereibigt werden.

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Vie Kretatomööic.

Ter rriegerifdjc italienisch türkische Wettbewerb um Tripolis und bic Cyrenaika ist unerfreulich refch an Zwischenspielen und jenen Fragen, vor denen bie internatio­nale Tiplomatie eine berechtigte Scheu hat. Noch dauert die Auseinandevsepung übet bic Tardancllcnsragc fort und schon macht sich an anderer Stelle wieder jene Frage be­merkbar, die seit eineinhalb Jahrzehnten den eisernen Be­stand des Baikanproblems bildet Wir meinen die kre­tische Frage, die durch die Verhaftung der von st a n e a nach Ath.cn a b d a tn p f e n d e n Deputier ten wieder einmal aktuell geworden ist.

Seitdem es durch den Annektionsputsch von 1897 zu dem Kriege zwischen Griechenland und der Türkei gekommen war, der mit einer völligen Niederlage der Griechen endete und den Kretern infolge der Einmischung der Mächte trotz dem die Autonomie eintrug, befindet sich dic Insel des Minos in einem Zustande chronischer Gärung, da den Kretern dic anscheinend in der -Natur der Tinge liegende Entwicklung zu langsam geht und sie mit aller Gewalt die Angliederung an das stammverwandte Griechenland erstreben. Jene Entwicklung hat nun seit dem Jahre 1909 insofern eine Unterbrechung erfahren, als in der Türkei das alte Regime Abdul Hamids Lurch daS jungtürkische Regi­ment abgelöst worden ist, welches sich jeder Abbröckelung des türkischen Gebietes mit neuerwachler nationaler Leiden- ,'chastlichteit wiedersetzt.

Tic ungebärdigen Kreter freilich Haden sich weder durch jen neuen Kurs in der Türkei, noch durch dic Drohungen der vier Schutzmächte Großbritannien, Frankreich, Rußland inb Italien, welch letzteres seit dem Ausbruch des Krieges mit der Türkei als Schützmacht ja nicht mehr in Betracht kommt, schrecken lassen, und sie haben ihre LoSreißungs- lestrebungen gerade neuerdings mit verstärkter Kraft sort- zesetzt. Schon im vorigen Jahre hatte dic kretische National­versammlung, dic sich als revolutionär bezeichnet, weil sie ich in entschiedenen Gegensatz zu den Schutzmächten stellt, Abgeordnete fih die griechische Kammer gewählt und deren Absendung nach Athen beschlossen Aber zwischen Lipp' und Kelchesrand schwebte der Schutzmächte Hand. Tie kretischen Deputierten wurden durch die Konsuln und Kon­sulatsbeamten ber Schutzmächte ron den Sck)isfen, auf die sie sich bereits begeben hatten, heruntergeholl und wieder per Schub nach Kreta zurückgebracht, wobei dem Ausschuß der Natioualversämmlung, in dessen Händen, da sich seit ZaimiS Rücktritt kein Bewerber mehr für das undankbare Amt des Oberkominissars gefunden hat, die Exekutive liegt, angedroht wurde, daß dic Insel bei fortdauerndcr.Widerfetz- lichkeit abermals mit einer OtkupationSfruppe belegt werden würde.

Tiefes war der erste Streich, doch der zweite folgte sogleich. Abermals haben die unermüdlichen Kreter 69 Ab­geordnete für dic griechische Kammer gewählt, und ihre Hoffnungen sind daourch noch verstärkt worden, daß die Wahlen in Griechenland dem Kabinett des Kreters Veni- elos einen überfväitigenden Sieg gebracht haben. In liefet Beziehung dürften nun sr^iltch jene Hoffnungen ruf Sand gebaut sein, denn der Mimsterpräsident Veni- elos hat bisher gezeigt, daß er ein sehr nüchterner Politiker ron ausgeprägtem Verantwortlichkeitsgesühl ist, der fein öändcheu keiner neuen Kateftrophcnpoiitit ausfetzen will.

Und fo hat denn die griechische Regierung, während )ie Pforte ihre Vorstellungen gegen die Zulassung der kre­ischen Deputierten zur grrcchiichen Kammer erneuerte, den Großmächten die Versicherung abgegeben, daß die kre ischcn Deputierten von den Sitzungen der Kammer aus-

nörblichen Lufträume aber Hochdruckgebiete. Bei einem gelegent­lichen Ausgleich ber Gegensätze bringen kalte, polare Lustströme süowärls vor, angesaugt durch die südlichen Tiefdruckgebiete und teilen ihre niedere Warme süblichen Breiten, recht oft bis zum Nordrande der Alpen, mit. Daraus erklärt sich auch das ver­hältnismäßig häüfige Vorkommen nördlicher Winde im Früh- iommer. Starker Eisadgaug aus dem Polarmecrc verstärkt bie Kälterüafätte, die uns aller Wahrfcheinliculeit nach auch in diesem wieder zur Trockenheit neigenden Sommer nicht verschonen dürften. Als Schutzmittel gegen diese Nachtftöste hat man die verschiedensten Mittel angewandt und u. a. künstliche Wolkenbildung durch starke Rauchentwicklung vorgeitf,lagen; häufig ist der Wert dieser Schutz­mittel aber ein sehr geringer.

Bezüglich der Sommertage, deren Temperatur 25 Grad im nachmittägigen Maximum übersteigt, sind im Turchschnitt die Aussichten noch wenig günstig. Im Mittel dürfen 5 derartige Tage erwartet werden. Eine rühmliche Ausnahme machte der Mat 1868, ber nicht weniger als 21 Sommertage aufzuweisen hatte; bie größte beobachtete Zahl seit 1857. Tie höchsten Tagestemperaturen tonnen 30 Grab erreichen unb noch überschreiten, so am 5. und 6. Mai 1862, 12. 1907, 20. und 21. 1870, 22..und 23. 1886, 26. 1904, 27. und 28. 1892. An letzterem Tage erhob sich die Wärme sogar auf 34.8 Grad Celsius und hoher.

Die mittlere Bewölkung beträgt im Mai etwa 5 der zehnteiligen Bewölkungsskala, mcd,feit aber stark mit ber Cerilidileit. Im Turchfchnut sind 6 heitere Tage zu erwarten. In den Jahren 1884 und 1886 wurde jedoch bic doppelte Anzahl erreicht. Völlig trübe pf.cgen 8 Tage auszufallen; 1889 und 1899 aber kamen 15 trübe Tage vor. Sehr sounensck>einreich war der Mai 1882, 1884, 1886, 1892 unb 1893. Die Nebel- wahrscheinlichleit ist, wie allgemein im Sommer, gering. Nur

Nr. 102 Erster Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 1. Mai (912

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