Ausgabe 
1.3.1912 Erstes Blatt
 
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Meutereien in China.

Peking, 29. Febr. Abends begannen einige hun- Ibert Soldaten Yüanschikais zu meutern, plün­derten mehrere Häuser und zündeten sie an. Ein planloses Schließen begann. Einige tausend Soldaten wurden auf» Geboten, um zu versuchen, die Ordnung wiederherzustel- len. Tie Straßen sind menschenleer. Es herrscht all­gemein beträchtliche Besorgnis.

Tie Unruhen dauerten gestern bis spät in die Nacht. Die Aufrührer verlassen jetzt, nachdem sie vielen Schaden angerichtet haben, mit ihrer Beute die Stadt. Tie von ihnen angelegten Brände haben eine große Ausdehnung genommen und sind zum Teil noch nicht gelöscht. Tie Ge- landtschafts wachen brachten die Ausländer ohne Belästigung zu den Gesandtschaften, dagegen wurde in den äußeren Stadtteilen auf Ausländer ge­schossen, ohne daß jemand verletzt wurde. Jetzt wird für die Ausländer keine Gefahr mehr befürchtet. Von den Aufständigen wurden auch einige Schüsse aus einem Feldgeschütz abgegeben. Eine Granate fiel in das Grund­stück der amerikanischen Gesandtschastswache, ohne jedoch zu explodieren.

Aus dem Reichstage.

Die konservative Fraktion des Reichstags hat zur zweiten Beratung des Haushalts für das Reichsamt des Innern beantragt, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, noch vor der in Aussicht gestellten allgemeinen Revision des Reichsstrafgesetz­buchs dem Reichstag einen Gesetzentwurf über Abänderung der Reichsgewerbeordnung beziehungsweise des Reichsstrafgesetzbuchs lvorzulegen, durch den ein wirksamer Schutz der Arbeits­willigen gegen Hinderung an der Arbeit, gegen Bedrohungen und Gewalttätigkeiten herbeigeführt und gesichert wird.

Die sozialdemokratische Fraktion hat eine Reihe von Erklärungen beantragt. In diesen Erklärungen werden eine Reihe von Wünschen, die kürzlich in den Initiativanträgen medcr- geleqt worden sind, wiederholt. Es handelt 'ich mÄstcns um Forderungen tnt Interesse der 'Arbeiter, der technischen Ange­stellten, des Theaterpersonals, der landwirtschaftlichen Arbeiter. Neu ist eine Erklärung, welche die Regelung der Rechts- und Arbeitsverhältnisse der Straßenbahnangestellten dahin­gehend fordert, daß diese Vcrtehrsbediensteten der Gewerbeordnung unterstellt werden. Als Mindestforderung werden aufgestellt der tägliche Achtstundendienst, eine regelmäßige 36stündige Ruhezeit in der Woche, freies Koalitionsrecht und staatliche Gewerbeaufsicht für das gesamte Fahrpersonal der Straßenbahn. .

Deutsches Reich.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Wien: Wie in Hof­kreisen verlautet, soll Kaiser Wilhelm, der den 20. März bei dem Kaiser Franz Josef in Schönbrunn verbringt, am nächsten Tage auf der Insel Brioni bei Pola eintreffen, um den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zu besuchen. Am 22. März kommt Kaiser Wilhelm nach Venedig, wo eine Begegnung mit König Viktor Emanuel er­folgen soll.

In der Sitzung des Bundesrats vom Donnerstag wurde dem den zuständigen Ausschüssen übcrtviesenen Entwurf der Be­kanntmachung über die Pausächeträge, die von den Versicherungs- trägern zu den Kosten der Oberversicherungsämter zu entrichten sind, ferner dem Entwurf einer Verordnung betreffend das Inkraft­treten des Viehscuchengesetzes und dem Antrag betreffend die zoll­amtliche Behandlung der Schiffe im Rheinverkehr zugestimmt. Die Zulassung der Arbciterpensionskasse der badischen Staats- ^cisenbahnen und der Salinen als Sonderanstalt nach § 1360 der Reichsversichcrungsordnung wurde außerdem beschlossen.

Als Mittel ä u r Verhinderung d c r Spionage , empfiehlt Professor Dr. B e k k e r (Heidelberg) in derDeutschen j Juristenzeitung" den Abschluß von Staatsverträgenwider |bie Spionage. Es wird vorgeschlagen, daß die größeren Staaten sich durch Vertrag verpflichten, Spionageakte widereinander nicht nur zu unterlassen, sondern auch zu bestrafen, und damit > ausländische und inländische Interessen völlig gleich zu schützen.

Die sächsische Zweite Kammer verhandelte am Don­nerstag über die nationalliberale Anfrage betreffend die Zu­sammensetzung der Ersten Ständekammer. Graf Vitzthum von Eckstädt führte u. a. aus, die Regierung wisse die Be­deutung von Handel, Industrie und Gewerbe wobl zu würdigen, erkenne auch an, daß die Verhältnisse die historisch geworden^ größere Berücksichtigung der genannten Erwerbsgruppen erheischten. iDie Regierung habe trotzdem jetzt keine Vorlage eingebracht, weil I sie nach der Konstellation der Parteien nicht darauf rechnen könne, die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit in diesem Hause für die Vorlage zu erlangen, welche der Regierung und der Ersten Kammer annehmbar erscheine. Der beste Wille müsse 'scheitern, wenn die Partcigcgensätze eine solche Verschärfung er­fahren hätten. Die Regierung behalte sich daher den Zeitpunl'll 'bcr Einbringung einer solchen Vorlage vor. Es bestäuben aber außer biesen taktischen auch noch sachliche Schwierigkeiten. Die Erste Kammer bürfe nie zu einer berufsgenossenschaftlichen Ver­tretung gemacht werben.

erforschen. Dann beabsichtigt bic Expedition, mit Schlitten und Ponies in das Innere Grönlands vorzudringen, das ganze Gebiet zu durchqueren, um an der Westküste wieder auf die dänischen Ansiedlungen zu stoßen.

Kurze N ach richten aus Kunst und Wissen­schaft. Dem derzeitigen Rektor der Universität Tübingen, Professor für deutsches Recht Dr. jur. Philipp Heck wurde vvm König von Württemberg das Elwenkreuz des Ordens der Wütttenr- bcrgischen Krone verliehen, mit dem der persönliche Adel ver­bunden ist. Die 50jährige Toktorjubelseier begeht am 1. Mar­der ordentliche Honorarprofessor für klassische Philologie und Päda­gogik an der Universität Heidelberg Geh. Hosrat Dr. phil. Gustav Uhlig. Er ist geboren am 9. Juli 1838 zu Gleiwitz in Oberschlesien. Dem Schriftsteller Theodor Ebner, Chef­redakteur des Ulmer Tagblatts in Ulm wurde vom König von Württemberg die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande deS Friedrichsordens verliehen. Die 50jährige Doktorjubelfeier begeht am 1. März der Mathematiker Geh. Hof­rat Universitätsmosessor Dr. Phil. Paul G o rb a it in E r - fangen. Paul Mbert "Gorban ist am 27. April 1837 Breslau geboren. Im Herbst 1863 erwirkte er seine Zulassung als Privatdozent in Gießen und wurde vier Jahre später zum a. o. Professor befördert. 1874 folgte Gordan einem Rufe als Extraordinarius nach Erlangen Ostern 1910 wurde er auf sein Ansuchen von der Verpflichtung zur Abhaltung von Vor­lesungen befreit. Der Gelehrte ist u. a. Ehrendoktor der Uni­versität Dublin, Ehrenmitglied der Universität Dorpat und korre­spondierendes Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Körper­schaften. Am Fuße desOlyrnp, eine Stunde von K a t e r i n a entfernt, wurden von Bauern die vorzüglich erhaltenen Ueber- reste eines antiken Marmorbaues entdeckt, dessen Kuppel auf wunderbar gearbeiteten Säulen ruht. Eingehende Forschungen sind eingeleitet worden. Der weltberühmte Auer­bach h of und die gesamten Goethereliguien von Auerback-skeller in Leipzig sind von Kommerzienrat Mädler, dem Chef der bekannten Kofferfabrik, käuflich erworben worden. Das histo­rische Lokal Tollte bei dem Abreißen des Hauses völlig ver- schwinden. Der jetzige Besitzer wird es in seiner bisherigen Form zu erhalten suchen. Geb.-Rat Heinrich Nissen, Prof, der Geschichte und Hcrrenhausmftglied als Vertreter der Bonner Universität, ist, 72 Jahre alt, gestorbe n. Aus Tübingen wird uns geschrieben: Zum Rektor der Universität Tübingen wurde für das Studienjahr 1912 13 der Strafrechts- und Straf- prozeßlehrer Professor Dr. jur. Ernst Geling ernannt. Don 19001902 lehrte er in Gießen als Nachfolger von Frank und siedelte am 1. Oktober nach Tübingen über als Nachfolger von Hugo Meyer.

Aus Stadt und Land.

*v i c n c ii, 1 März 1912.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Das linde Frühjahrswetter, das gestern, am letzten Februartage, herrschte, hat anscheinend auf unsere Stadt­väter anfeuernd gewirkt. Es herrschte eine sehr redselige und dabei äußerst gemütliche Stimmung, die es zulieg, daß die zwar umfangreiche aber im allgemeinen ziemlich belanglose Tagesordnung nicht ganz erleoigt wurde. Mit der Mitteilung, daß der Staat die 100 000 Markspende für die noch ausstehenden K l i n i k s b a u t e n mit besonderem Dank angenommen hat, wurde die Sitzung eröffnet. Tann tarnen die üblichen Baugesuche und eine Reihe kleiner Ge­ländeangelegenheiten usw., die ständige Beratungsgegen­stände geworden sind und gewöhnlich nicht viel Zeit bean­spruchen. Diesmal war es teilweise anders. Bei dem Be­schluß, in der Georg-Philipp-Gail-Straße Bäume zu pflan­zen, kam es zu einer gemütlichen Unterhaltung über die Vorzüge der für Straßenbepflanzungen geeignetsten Bäume, bei der schließlich die deutsche Linde den Sieg davontrug. Und bei der Frage, ob die beiden Lindenbäume am Brand- Platz zunächst des Hochstätterschen Hauses entfernt werden sollen, brachte es der wackere Kämpe für das Walltor, Stadtv. Löb er, sogar fertig, den Schatten des Kunst- beirates heraufzubeschwören, der schon vorher, bei Be­ratung des Volksschulneubaues an der Crednerstraße, ein­mal gespuckt hatte und heute durchweg eine freundlichere Beurteilung fand wie in der letztveraangenen Sitzung. Das neue Volksschulgebäude, zu dem das Stadtbauamt die allseitig als schon und zweckentsprechend anerkannten Pläne geschaffen hat, wird eine Zierde Gießens werden und den Ruf Gießens als Schulstabt ersten Ranges neu be­festigen. Wichtig, wenn auch ohne greifbares Ergebnis, war noch die Beratung über die etwaige Einführung von Schutzvorrichtungen an den Straßenbahn­wagen. Da etwas wirklich Gutes auf diesem Gebiet noch nicht vorhanden ist, will man einstweilen abwarten, ob im Laufe der Zeit etwas brauchbares erfunden wird. Um so nötiger ist es deshalb, daß alle Eltern sich die Mahnung des Stadtv. Dr. Ebel zu Herzen nehmen und ihre Kinder immer wieder ermahnen, daß sie auf und zwischen den Straßenbahngeleisen nichts zu suchen haben. Wenn das geschieht, braucht man auch ohne weitere Schutzvorrichtungen Unglücksfälle nicht zu befürchten, namentlich wenn Die hier in der letzten Zeit üblich gewordene Unsitte des Abspringens von den fahrenden Wagen wieder verschwindet. Es ist in der Tat verwunderlich, daß so viele Leute Gesundheit und Leben leichtsinnig auf das Spiel setzen, nur um einige Schritte Wegs zu sparen.

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** Tageskalender für Freitag, 1. März. Stadt- theater:Der Herr Senator". Anfang 8 Uhr.

** Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Oberst v. Etzel, beauftragt mit der Führung Der 75. Infanterie-Brigade, seither Kommandeur des Leibgarde-Jnfanterie-Regiments (1. Hess.) Nr. 115; das Ritterkreuz 2i Klasse desselben Ordens dem Hauptmann Jebens, Adjutanten der 82. Infanterie-Brigade, seit­her Oberleutnant im Jnfanterie-Regimem Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116 verliehen.

Veterinärwesen. Der .Veterinärarzt Dr. Otto Schranth ans Wimpfen wurde zum veterinärärztlichen Hilfs­arbeiter bei der Abteilung des Ministeriums deS Innern für öffentliche Gesundheitspflege bestellt.

Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Am 26. Januar wurde der Gerichtsaffessor Adalbert Becker zu Gießen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Homberg und am 6. Februar wurde der Finanzassessor Gg. Heyd zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem OberlandeS- gericht zugelaffen.

"Der Ausschlag der allgemeinen hessischen Landeskirchensteuern für 1912 beträgt für die Gesamt­heit der evangelischen Kirche 12 Prozent, für die Ge­samtheit der katholischen Kirche 51/, Prozent Zuschlag zu den direkten Staatssteuern.

" Nationalliberale Partei. Der Wahlkreiß- vorstand der Rationallibecalen Partei deS ReichStagSwahlkreiseS Gießen-Grünberg-Ridda hat für nächsten Sonntag, 3. März, 31/? Uhr, nach Gießen (Hotel Großherzog) eine Mit­glieder- und Vertrauensmänner-Versammlung einberufen, die sich mit der politischen Lage im Reiche und in Hessen beschäftigen soll. Besondere Einladungen ergehen nicht mehr.

** D er Akademische Dürerbund veranstaltete gestern abend in der Turnhalle am Oswaldsgarten einen Theaterabend, der so gut besucht war, daß eine ganze An­zahl von Besuchern keinen Plcrtz mehr fand und wieder um­kehren mußte. Zur Aufführung hatte man Ibsens John Gabriel Borkmann gewählt, der an eine Liebhaber­bühne gan* bedeutende Anforderungen stellt, zumal er auch den stehenden Theatern nicht zu unterschätzende Schwierig­keiten bereitet. Um so erfreulicher war der Erfolg, den die jungen Darsteller, Studenten, hiesige Damen und Schülerinnen des Hochscken Konservatoriums in Frankfurt am Main, bei dem freudig mitgehenden Publikum fanden. Besonders angenehm fiel die klare, gute und verständnis­volle Behandlung der Sprache auf, wenn auch im allge­meinen zu langsam, von der Vertreterin der Ella viel zu langsam gesprochen wurde. Im übrigen hinterließ die sehr sorgfältig ausgearbeitete Aufführung einen guten Gin- oruck, und sowohl die Spielleitung als auch die technische Leitung und bic Einstudierung machten den damit be­trauten Herren, die sich zweifelsohne eine ganz außer­ordentliche Mühe gegeben hatten, alle Ehre. Von den Mitwirkenden, die alle ein überraschendes Geschick bekun­deten, ist an erster Stelle Herr Rens Wall au als John Gabriel, Frl. Liesel Scholz als Gunhild und Frl. Ida Strack als Ella zu nennen. In den kleineren Rollen taten sich Herr W. Kowellek als Ehrhard, Frl. Iva T h a e r als Fanny, Herr Ernst Hobst als Fol- dal (in einer gut nachgeahmten Maske) und Frl. Toni Günther als Frieda hervor. Vor der Aufführung verbreitete sich Herr Prof. Dr. Collin in geistvollen Erläuterungen und Darlegungen über das Problem in Ibsens Borkmann und erleichterte dadurch wesentlich das Verständnis der Dichtung, wofür ihm die Anwesenden mit lebhaftem Beifall dankten. Herr Wallau wurde mit einem Lorbeerkranz ausgezeichnet.

** Stadttheater. Am Sonntag abend findet als Benefizvorstellung für Herrn Regisseur Rudolf Goll eine Aufführung von HartlebensRosenmon­tag" statt. Herr Goll gehört der hiesigen Bühne be­reit» im achten Jahre an und zählt sicher zu ihren belieb­testen Mitgliedern, so daß sein Ehrenabend zweifellos ein

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und Regen; 20.23. Regen und kalt; Morgen EiS. Hoffen wir das beste!

Landkreis Gießen.

j. Klein-Linden, 29. Febr.

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lung wird noch erhöht durch die Gäste, von denen eine:. Fräulein Salten vom neuen Stadtthealer in Hagen, ar Engagement für das Fach der Sentimentalen gastiert.

♦♦ Frauen st rmmrechtsverein. Gezwungri durch die notwendige Teilnahme von Miß Tysonals o: ganiseeg sealtwy der Votes for Warner, an der Riese, Demonstration in London am 4. März muß die bcutid Vortragsreise um 14 Tage verschoben werden. Termin des Gießener Vortrags über die Suffragetten, Dr dann in die zweite Märzhälfte fällt, wird reckstzeitig bt Eannt gegeben.

** Preußische K l a s s e n l o 11 c r i e. Die Lose btt 3. Klasse der 226. Lotterie müssen unter Vorlegung der V§: klassenlose bis zum 4. d. M t s., abends 6 Uhr, eingelöst sei». Auch müssen die Freilose gegen Rückgabe der gezogenen Lose diesem Termin entnommen werden.

Mörz. Scharfer als nn Februar, deut .unechten' Monate, wird der Kamps zwischen dein Winter und der Frühlingswärme. Der März ist in der Poesie nächst de Mai wohl der am meist besungene Monat. Ter Landman.: wünscht sich die Witterung im März trocken, denn er fant: .Märzenstaub ist dem Go'de gleicht,Mcirzenslanb bring* Gras und Laub*. Oder:Trockener März und feuchte: April tutS dem Landmann nach seinem 953tU". Wenn c3 aber weiter in den Bauernregeln heißt: .Märzenschnee tut den Saaten weh", so braucht man des nicht allzu ernst nehmen, denn unmöglich schadet jeder Schnee, der int Mm, iädt, sondern nur der, der längere Zeit liegen bleibt, wir denn überhaupt alle überflüssige Raffe in dieser JahreSzc t den Feldern schadet. Rach dem hundertjährigen Kalender \oV. der März sich wie folgt gestalten: Vom 1.6. rauh, falt

nächsten Samstag abend der Kri e g e roe re i n im Saale der Deutschen Eiche". TaS reichhaltige Programm sieht einen Vortrag, Deklamationen, Gesang und vier Theaterstücke vor so daß den Besuchern ein genußreicher Abend bevorsleht.

Kreis Büdingen.

[] Büdingen, 29. Febr. Seit September v. I. tf: von zwei vorhandenen Glasöfen wieder einer in Be - trieb. Es arbeiten 48 Leute aus Büdingen unb Um­gegend in der Hütte. Die Fabrikation beschränkt sich üu: Herstellung von Champagnerflasche n aus grünem Glas. Mehrere Jahre war der Betrieb gänzlich eingestellt.

Kreis Alsfeld.

r. Heidelbach, 29. Febr. Vergangene Nacht hielt eine Zigeunerbande in dem nahen Grcisenhain Einkehr. Der Wirt konnte die Sicherheitsbehörden nid schnell genug benachrichtigen, und so zogen die braunen \ Gesellen, nachdem sie sich reichlich gelabt hatten, wieder in die preußischen Wälder zurück. Heute ging eine große Än zahl bewaffneter hiesiger Einwohner auf die Suche nach dcn Zigeunern, jedoch ohne Erfolg zu haben.

Kreis Friedberg.

m. Bad-Nauheim, 28. Febr. Der Voranschlag m Stadt Bad-Nauheim schließt mit 1007 538,99 Mark ab Das Gaswerk soll 10000 Matt Einnahmen, früher 15 000 Marl, einbringen. Der Gesamtvoranschlag des Werkes schließt nut 123 280 Matt ab. Tas Wasserwerk schließt mit 93 927 Mark ab. Der Ueberschuß beträgt infolge der hohen Belastung und der jähr­lichen Abgabe an den Staat nur 200 Mark. Die städtischen Apotheken sind mit 13 630 Mark Einnahme vorgesehen, die Per brauchsäbgaben mit 10 800 Mark, die Besitzwechselabgabe im: 17 460 Matt, die Wertznwachssteuer mit 5000 Mark. Tie Ge­meindesteuer soll anstatt wie im Vorjahre 340 000 Matt 36000 Mark einbringen. (An uneinbttnglichen Steuerposten mußten 1911 19 500 Mark niedergeschlagen lverden.) Die Stadtschulen tr> fordern 68 300 Mark, die Ernst-Ludwig-Schule 28 000 Mark, die allgemeine Verwaltung erfordert bei 13 620 Matt Eimrahnn 65 000 Mark, die Polizei bei einer Einnahme von 2080 Mar! 23 300 Mark. Die Straßen und deren Beleuchtung kosten 57 000 Mark. Für die Straßenreinigung muß die Stadt 11000 Mar! zuschießen. Provinzial- und Kreiskassenbeiträge hat die Stad: 52 000 Mark zu zahlen. Für Kapitalzinsen und Schuldenlilgmui sind rund 83 000 Matt Einnahme und 129 000 Mark Ausgaben vorgesehen. Die Vermögensrechnung beträgt 322 983 Mark, iw . Voranschläge sind von der Stadtverordneten-Versammlung tnit geringen Abänderungen genehmigt wvrden. -

^.Ossenheim, 28. Febr. Am 9. Juni feiert unfer Kriegerverein im Offenheimer Wäldchen sein Fahnenwci fest mit dem wahrscheinlich das Bezirksfest für den Hassiabezirk Friedberg verbunden wird. Der Vor ein, der jetzt acht Jahre besteht, hat die Genehmiguna er­halten, das hessische Wappen in seiner Fahne zu führen

Starkenburg und Rheinheffen.

ch. B i n g e n, 29. Febr. Die heutige SitzungderStad!- verordneten nahm nach langer Aussprache eme Polizei- verordnun g betreffend derBeaussichtigungderSuntr an. Nach der Polizeiverordnung dürfen Hunde in der Statt nur an Leinen geführt werden. Bissige Hunde müssen außer toi einen Beißkorb erhalten. Außerhalb der Stadt können die Sun-t frei umherlaufen, doch müssen bissige Hunde mit einem Beivkto versehen sein Ferner dürfen nach der Verordnung Hunde Gasthäuser und Gasthausgätten nicht mitgesühtt werden. -rJt Zuwiderhandlungen ist Geldstrafe bis zur Höhe von 30 Mi- vorgesehen worden.

Hcffen-Naffau.

X Neustadt (Main-Weser-Bahn), 29. Febr. In der gestrigen Nacht versuchten Zigeuner in dem eine Stunde von Neustadt in der Richtung nach MSfeld zu gelegenen Torfe Gleimenhain in die Lchrerwohnung einzudreMen Der Versuch wurde durch die ausgestellten Wachen vereittu. wobei auf beiden Seiten zahlreiche Schüsse fielen a Zigeuner verschwanden dann im Walde. Sie tauchten in letzter Nacht hier auf und versuchten, in der abseits von der Stadt gelegenen Wohnung des hiesigen Einwohner- Julius Vomhof einzubrechen. Auch hter gelang ihnen ihr Vorhaben nicht, vielmehr wurden sie von den barmen, Förstern und bewaffneten Einwohnern durch tP*' tens chüss e verscheucht und aus dem Orte getrieben. T«- Gerücht, daß der Gendarm verwundet worden fei, bestätig sich nicht.______________________________________________

Die Klosterbrüder von Lzenftochau vor Gericht.

Petrikau (Russ.-Polen), 28. Frbnuw

Den Verhandlungen wohnt neben dein Vertreter fischen Justizministers auch noch ein solcher deS russümen nifterd deS Innern Exzellenz Tiaczelnikoff aus Petersburs-

Bemerkenswett ist die Ungeniertheit, mit der sich WV"» araphen der polnischen, russischen und französischen illultri- Journale bewegen. Schließlich tauchte, mitten in den Lungen, auch noch ein K-inematoaraph auf, und jetn o machte in aller Seelenruhe seine Aufnahme. Von Beu zu

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