Ausgabe 
5.9.1910 Zweites Blatt
 
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Dr. Fries:Einiges über die Chemie dec Kolloide*. Außer- dem sind Besichtigungen deS archäologischen ^lpparateS der Universität und des Wenkerschen Sprachatlas in Aussicht ge- nonuncn. Für die Teilnehmer in der mathematisch-natlir- wissenschaftlichcn Abtei img ist ein Nachmittag für eine ev. zu unternehmende Exkursion freiqehalten. 9lm Montag den 3. Oktober, abends 8^ Uhr, findet im Hotel Ritter ein? zwanglose Zusammenkunft statt. Die Teilnehmerkarten an dem Ktlrsus sind daselbst gegen 3 Mk. Einschreibgebühr in Empfang zu nehmen. Weitere Kosten entstehen diesmal nicht, da der Minister die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt .hat. Meldungen haben tunlichst bis zum 30. September bei dem Geschäftsführer, Herrn Pros. Dr. E. Neumann, Marburg, Schwanallee 9, zu erfolgen, wo auch jede weitere Auskunft gern erteilt wird.

Airche uub Schule*

-fm- Londorf. Dieser Tage taub im Saale derStadt Gießen" ein Vortrag über die e v n n g e l i s ch e B e w e g u n g in her Steiermark statt, der trotz der arbeitsreichen Zett für den Land­wirt zahlreich besucht war. Der Redner, Pfarrvikar N ö m h e l d, ein ehemaliger Geistlicher der Pfarrei Londorf, erzählte höchst an­schaulich von seinen Erlebiiissen in dem schönen Stelerland. In einem geographischen und geschichtlichen Ueberblick führte der Redner feine Zuhörer gnnäcbft in das echtdeutsche Alpenland, schilderte bann die kirchlichen Verhältnisse der Evangelischen in dem oberen Murtale und machte die Darstellung anzieheiid durch das Ein­stechten feiner persönlichen Erfahrungen in dem Vikariat Gudenburg. Diese ®emeinbc muß das Interesse der Evangelischen Hessens in bejonberem Dtaße erregen, da der hessische Hilfsausschuß für bie Evangelischen in Oesterreich sich die Pflege dieses Bezirkes seu -Jahren arigelegen sein läßt. Mit der Bitte um tätige Weüerhilie schloß der Vortragei,de. Der Ortsgeistliche sprach ein kurzes Schluß- wort. Die uernnftaltete Tellersammlimg erbrachte die Summe von 28 Mark.

Vie Wunderdoktoren von Hartenrod.

(Nachdruck berboten.)

V.,

Marburg, 3. Sept.

Die Verhandlungen begannen heute pünktlich um 8 Uhr. Troß dieser frühen Stunde hatten sich schon zahlreiche Zuhörer einefunden. Als erster Sachverständige wurde zunächst dec prak­tische Baunscheidtist Anton aus Leipzig vernommen. Er führte aus, daß er seit 30 Jahren die Baunscheidtsche Methode kenne. Der Baunscheidtismus sei ein altes Hausmittel seiner Vorfahren. Er entstamme einer Familie mit 10 Geschwistern und bei ihnen seien immer die bt'ftcn Resultate mit dieser Methode erzielt worden. Auch er habe als Kind an allen möglichen Krankheiten ge­litten und er verdanke seine Gesundheit nur dem BannscheidtiSmus. Eine besondere Desinfektion halte er nicht für erforderlich. Er könne 30 Aerzte in Leipzig namhaft machen, welche den Baun- scheidtismus zuließen, in Leipzig besteht auch ein Verein für BaunsckieidtiSmuS. Der Sachverständige kam dann auf die ein­zelnen im Prozeß vorgekommenen Fälle zu sprechen und wies den Vorwurf zurück, daß der Baunscheidtismus eine Schinderei oder Quälerei fei. Seine Praxis erstrecke sich ja nur auf diejenigen Krannken, die von Aerzten und in Sanatorien erfolglos behandelt seien: er erziele die besten Resultate. Aus ärztlichen Attesten erwähne er nur, daß Sanitätsrat Prof. Dr. Hoffmann in Leipzig den Baunscheidtismus sogar seinen Studenten empfehle. Auf Be­fragen des Verteidigers, wie er die Krankheit erkenne, meinte Anton, daß dies ja die Patienten wüßten, weil sie immer in Behandlung der Aerzte gewesen seien. Er machte seine Behand­lung auch von der Genehmigung der Aerzte abhängig, denn es gebe Menschen, denen die Behandlung nicht zusage.

Prof. Hildebrand führte aus, daß dieWunder" Dikomeits auf ihn komisch wirkten. Letzterer habe doch gar keine Vorbildung, die ihn zur ärztlichen Tätigkeit berechtige. Die Behauptung, daß er auch aus ausländischen ärztlichen Werken gelernt, sei wohl unwahrscheinlich. Das erwähnte chinesische Werk existiere jeden­falls nicht. Dikomeit wisse wahrscheinlich nur über die gröbsten anatomischen Kenntnisse Bescheid, int allgemeinen wisse et weniger wie jeder, her in einer Sanitätskolonne ausgebildet sei. Er ging bann über die Aussagen Dikomeits über das Wesen her Krankheiten ein und bezeichnete diese als kompletter Unsinn. Er spreche ihm auch die Fähigkeit, Krankheiten zu untersuchen, völlig ab. Daß jede Krankheit sich in der Bindehaut des Auges wider­spiegele, sei ganz ausgeschlosien. Die ganze Geschichte, sei ein schlechter Ableger der Felkeschen Methode. Diese fet übrigens nicht so schwierig, er habe sie in einem Tag erlernt. Die Diko- meitsche Diagnose solle ja aus dem geheimnisvollen Buch stammen, das jedenfalls nicht existiere.

Die Wissenschaft Dikomeits sei der größte Humbug, der ihm vorgekommen sei Man könne ihn nur mit dem Schäfer Ast ver­gleichen, der lvisse aber mehr, denn er kenne wenigstens die Krank- beiten der Schafe. Auf die falschen Diagnosen, die Dikomeit gestellt, seien die Sachverständigen gar nicht eingegangen. Die vielen Fälle Gehiruerlveilerung, die Dikomeit behandelt haben wolle, seien kompletter Blödsinn. Bei den Krebskranken sei es das­selbe. Diese Bielen hätten niemals an Krebs gelitten. Die Be­hauptungen mit dem grauen Star, der Zuckerkrankheit usw. seien gerade so. Daß zufällig einzelne Diagnosen gestimmt hätten, sei Zufall. Der Sachverständige verbreitete sich dann über die Kuren. Meistens habe man in Hartenrod Baldrian verzapft, das sei eiltfach. Mit dem Baunscheidtismus sei es gerade so. Er halte diesen für ungefährlich, wenn er richtig angewandt würde. Bei der Verhandlung hätten die Sachverständigen doch einige Fälle zugeben müssen, in denen er schädliche Folgen ge­zeitigt. Den Sachverständigen könne er zugeben, daß nmn ihn ruhig zu den Aerzten zählen dürfe, die in gewissen Fallen den Baunscheidtismus zugeben würden. Einen todkranken Menschen mit dieser Methode zu behandeln, sei eine* Schinderei und eine Körperverletzung.

Wenn einer so viele Patienten behandle, würden auch viele gesund? Diese Erfahrung mache jeder Arzt und er hätte sich gar nicht gewundert, wenn noch viel mehr Geheilte gekommen seien. Viele seien aber auch nicht geheilt morben, wohl über die Hälfte. Der Sachverständige verbreitete sich bann über bie Wunder- kuren, die lebendigen Käfer im Kindesleibe und die Blinden­heilungen. Das Mädchen, das hier gewesen, sei noch ganz blind gewesen, das habe jeder gesehen. Die Behauptung Dikomeits, daß er 4000 Kranke geheilt, sei wohl unhaltbar. Die Tätigkeit Diko­meits sei, wie der Sachverständige ausführte, gefährlich. Was näßten alle Gesetze zum Schutze des Menschen, wenn die Kur­pfuscher alles umgingen Daß im weniger aufgeklärten Publikum ein Kurpfuscher Zulauf habe, sei leicht erklärlich, umsomehr, wenn er sich in inner Gegend wie Harrenrod niederlasse. Er hoffe, daß der Prozeß aufklärend gewirkt hätte.

Ihm schloß sich Kreisarzt Dr. Tenbaum-Biedenkopf an. Diko­meit habe nicht einmal die Kenntnis eines einfachen Zeitungs­lesers. Die Verhandlung hätte je gezeigt, daß Dikomeit noch nicht einmal ein operiertes Auge erkannt habe. Von der Urin- diagnose hab? er, wie ja auch fein Vorredner ansgeführt, keine Ahnung. Dikomeit habe an die Sachen gar nicht geglaubt, denn er habe immer das Gegenteil der Aerzte festgestellt und nur dadurch zu imponieren versucht, baß er ben Kranken eine Krankheit vor­machte. Es sei auch festgestellt, baß er bei der Benutzung ber Apparate niemals besinfisziert habe. Das sei ihm erst nach unb nach klar geworben Seiner Ansicht nach hätten bje Angeklagten ihren Zulauf vielfach ihrer Berufung auf Gott zu verbanken. Das vertrage sich wenig mit ihrer Handlungsweise. Es wurden bann bie einzelnen Fälle ber Reihenfolge nach durchgenvmmen, inwieweit eine strafbare Handlilng anzunehmen sei ober nicht. Hierauf im einzelnen einzugehen, mürbe zu weit führen. Von 1b besprochenen Fällen würben 2 nur als fahrlässige Körper- nerletzung angesehen. Ucbcr die übrigen waren bie Meinungen teilweise geteilt.

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Die Cholera.

Rom, 4. Sept. In ben letzten 24 Stunden wurden in Margherita d i Savoia zwei neue Erkrankungen und drei Todesfälle an Cholera festgestellt, in Trinitapoli drei Erkrankungen und drei Todesfälle, in San Ferdinando ein Todesfall, in Barletta sieben Erkrankungen und vier Todes­fälle, in Trani zwei Erkrankungen und vier Todesfälle, in M o l f e11 a drei Erkrankungen, in Danosa bi Puglia unds Andria je eine Erkrankung.

Petersburg, 3. Sept. In den letzten 24 Stunden sms in Petersburg 45 Personen an der Cholera erkrankt, 26 sind gestorben. Der Krankenbestand beträgt jetzt 677 Personen.

Konstantinopel, 3. Sept. Heute nahm der zweite der beiden am 30. August gemeldeten choleraverdächtigen Fälle einen tödlichen Ausgang.

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Montag, 5. Sept., abends 7'/, Uhr:Ter Graf von Luxem­burg/ Dienstag, 6. Sept.*):Margarethe." Mittwoch, 7. Sept., abends 71/, Uhr:Die Fledermaus." Donnerstag, 8. Sept.:Das Rbeingold." Freitag, 9. Sept., abends 7V, ll^rjDie geschiedene Fran." Samstag, 10. Sept.:Der Prophet." Sonntag, 11. Sept., abends 6 Uhr:Die Walküre." Montag, 12. Sept., abends 71/, Uhr: Ein Walzertraum." Dienstag, 13. Sept., abends 6 Uhr:Sieg­fried." Mittwoch, 14. Sept.:Der Freischütz."

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Montag, 5. Sept?):Der große Name." Dienstag, 6. Sept.: Im »veißen Rößl." Mittwoch, 7. Sept.:Medea." Donnerstag, 8. Sept., abends 7'/, Uhr:Der große Name," Freitag, 9. Sept., abends 71/, Uhr:Der dunkle Punkt." Sainstag, 10. Sept.:Ein idealer Gatte." Sonntag, 11. Sept., nachin. 3'/, Uhr:^Das Konzert." Abends 7 Uhr:Der große Name." Montag, 12. Sept.:Medea." Dienstag, 13. Sept.:Ein idealer Gatte." Mittwoch, 14. Sept.: Rose Bernd." Donnerstag, 15. Sept., abends 7'/, Uhr:Tas Konzert." (Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr).

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Dtzr Staatsanwalt.

Der Vertreter ber Staatsanwaltschaft, StaatSanwaltschafS- rat Claaßen, ber kurz nach 11 Uhr das Wort nahm, nahm zu­nächst unlauteren Wettbetverb, Betrug unb fahrlässige Körper­verletzung an unb schilderte die einzelnen Fälle, in denen ber Angeklagte falsche Diagnosen gestellt habe, baß der Angeklagte ab unb zu bas Richtige getroffen, sei wohl anzunchmen, in ben meisten Fällen habe er jedoch Krankheiten angebichtet. Er brachte bann die einzelnen Krankheiten der Reihe nach zur Sprache.

Die Behauptung des Angeklagten mit den 70 Bänden chi­nesischer Heilkunde sei wohl ebensolche Einbildung wie die Augen­diagnose. Er halte bei 10 Fällen fahrlässige Körperverletzung für erwiesen. Der Baunscheidtsche Apparat sei in den Händen der Angeklagten oft ein gefährliches Werkzeug gewesen. Es sei als ein Glück zu bezeichnen, daß das Heilinstitut nach kurzer Dauer aufgehoben sei. Die Mildtätigkeit, welche die Angeklagten gezeigt, seien als Unkosten des rentablen Geschäfts zu betrachten. Er beantrage für Di ko wert 2 Jahre und 1 Monat, sowie 1000 Mk. Geldstrafe unb für Zimmermann 1 Jahr unb 1 Monat Ge­fängnis.

Die Verteidigung.

Rechtsanwalt Schneider, welcher ben Angeklagten Zimmer­mann vertrat, wies darauf hin, daß unter ben vielen Tausenden, die behandelt worden seien, nur so wenige sind, die als strafbare Fälle bezeichnet würden. Viele Entlastungszeugen, die sich gemeldet, hätten auch nicht mehr geladen werden können. Was die Be­kanntmachung imHinterl. Anz." anbelange, so hätten von ben vielen Zeugen nur zwei gesagt, baß sie diese gelesen, die anderen seien durch ihre Tätigkeit auf sie aufmerksam geworden, der unlautere Wettbewerb käme deshalb wohl kaum in Betracht. Durch die Zeitung seien die Patienten nicht zum Kommen veranlaßt worden. Seiner Ansicht nach könne auch von einer Bedrohung des Dr. Tenbaum bei ber Revision keine Rede fein. Er halte die Strafe durch die erlittene harte Gefängnisstrafe für längst verbüßt.

Der Vorsitzende bemerkte, daß die Anträge aus Ladung von Zeugen deshalb für überflüssig erachtet würden, weil man ohne weiteres geglaubt, daß hier Heilungen erfolgt seien.

Justizrat Dörfsler als Verteidiger Dikomeits bezeichnete bas Verhalten des Dr. Haun als höchst unwürdig. Letzterer habe sich jedenfalls mehr blamiert wie der Angeklagte. Seinen An­gaben sei nicht viel Gewicht beizulegen. Was die Vorwürfe der falschen Diagnose anbelange, so sei festgestellt, daß bie Leute, die dort hingingen, ja schon wußten, tvas ihnen fehle. Das Examen, welches die medizinischen Sachverständigen mit Dikomeit anstellten, habe dieser zwar nicht gut bestandest, er fei aber ber festen lieberfreugung, daß Kandidaten ber Medizin auch nicht besser ge­antwortet hätten. In dem einzig von den Aerzten festgestellten Fall von Rückenmarkschwindsucht habe Dikomeit das Richtige auch getroffen. Er führte noch mehrere solche Fälle an. Der Ange­klagte könne auch nichts dazu, wenn ihn die Leute Doktor genannt, ebensowenig wie man Studenten zur Rechenschaft ziehen könne, wenn sie von ben Personen alsHerr Dr." tituliert würben. Er halte die beantragten Strafen für viel zu hoch.

Die Sitzung wurde um 1 Uhr abgebrochen unb auf Montag nachmittag vertagt.

Ochsen.

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- lvertes, höchstens 6 Jahre alt

Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete

Mäßig genährte junge imb gut genährte ältere Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv. Färsen, Kühe.

Vollfleischige au§gem. Färsen höchst. Schlachtiv.

Vollfleischige ausgemästeteKühe höchstenSchlacht- ivertes bis zu 7 Jahren

Aeltere ausgemästele Kühe und wenig gut ent- wickelte jüngere Kühe und Färsen . . . .

Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber.

Feinste Mast-(Dotlmilchmast) u. beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... Geringere Saugkälber . . ......

Schafe.

Mastlammer und jüngere Masthammel . . . Aeltere Masthanimel und gut genährte Schafe

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 5. Sept. (Orig.-Telegr. desGieß. Anz.") Amtliche Notierilngen ber heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 20.8500.00, Kurhess. Mk. 20.7521.00, nordd. 21 Mk., La Plata Kaiisas Mk. 00.0000.00, Roggen (hiefigev) Mk. 15.15 bis Mk. 15.35,Gerste (Wetteranerl Mk. 16.0016.75, Gerste Franken Pfälzer RiedAtk.16.5017.50,Kleie Ark.00.00-00.00,vasertalter)16.2516.75, (neuer) 15.0015.25, Mais Mk. 14.5000.00, Weizenmehl 0 Mk. 30.00 bis 30.25, 2. Qualität Mk. 23.7500.00, 3. Qualität Mk. 22.25 bis Mk. 00.00, 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, Roggenmehl 0 Mk. 23.0023.25, 1. Qualität Mk. 19.0019.50, 2. Qual. Mk. 00 00 bis 00.00, Weizenkleie 9)1 f. 9.00 bis Alk. 9.50, Weizenschale Mk. 00.0000.00, Roggenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Malzkeime Mk. 00.0000..10, Raps Mk. 23.00-00.00, Biertreber 12.2512.60. . Alles per 100 Kg. ab hier.

le. Frankfurt a.M. Viehhof-Marktbericht vom 5. Sept. Auftrieb: Rinder 1374, barunter 390 Ochsen (65 ans Oesterreich), 54 Bullen, 922 Kühe, 264 Kälber, 428 Schafe, 2058 Schweine.

Teiidenz: Rinder gute Ware, weil teuer, langsam, Kälber mäßig rege, geräumt, Schafe ausverkauft, Schweine riihig.

Preis pro 100Pfd.

Lebend- Schlacht-

Lustschiffahtt.

Di« 20. tWt de» L. 3- VI.

Vaden-«Baden, 3. Sept.L. Z. VI" machte heute mit vollbesetzter Gondel feine 20. Passagier- fahrt, und diese nach Mannheim hin und zurück gehende Fahrt war sehr bemerkenswert. Ein regnerisches, böiges Wetter stellte hohe Anforderungen an das Luftschiff. Mit einer riesigen Geschwindigkeit, die bisweilen mehr als 90 Kilometer in der Stunde erreichte, wurde mit dem Winde die .Hinfahrt gemacht. In 55 Minuten war Heidelberg erreicht und eilte Stunde später lag das Luft­schiff verankert in Mannheim. Die Rückfahrt erfolgte gegen teilweise sehr heftige böige Winde über Neustadt an der Liardt in starkem Regen und kräftigen, senkrechten Wirbeln. Nach dreistündiger Reise war die Luftschiffhalle wieder erreicht. Es waren zumeist Ausländer, Amerikaner und Franzosen, die diese glänzende Fahrt mitmachten. Die Leistungsfähigkeit des Luftschiffes wurde von ihnen in enthu­siastischen Worten gepriesen. Die Durchschnittsgeschwiudig- keit desL. Z. VI" betrug heute trotz des kräftigen Windes 50 Kilometer in der Stunde.

Heidelberg, 3. Sept.L. Z. VI" kam heute aus seiner Passagierfahrt von Baden-Baden nach Mannheim 10 Uhr 16 Min. in Sichjt bei kaum 200 Meter Höhenlage und fuhr eine Schleife über der Heidelberger Weststadt. Um 10 Uhr 26 Min. fuhr es in nordwestlicher Richtung gegen Mannheim.

Mannheim, 3. Sept.L. Z. VI" ist um 10 Uhr 35 Min. hier eingetroffen und überflog in langsamer Fahrt unsere Stadt. Nachdem es einige wundervolle Schleifen- fahrten über der Stadt uusgesührt hatte, nahm es die Richtung nach dem Landungsplätze auf der Friesenheimer Insel, wo es um 10 Uhr 45 Min. glatt landete. Die Besatzung bestand aus 11 Mann, Führer war Dberingenieur Dürr. An der Fahrt hatten sieben Fahrgäste teil-, genommen.

Mannheim, 3. Sept.L. Z. VI" ist um 1 Uhr zur Rückfahrt nach Baden-Baden mit neuen Passagieren aus- geftiegen. Es schlug die Richtung nach der Hardt ein.

Ä a d e n - B a de n, 3. Sept. In der nächsten Woche findet noch eine Zielsahrt statt, und zwar von Baden- Baden nach Stuttgart, wo eine Landung auf dem Cannstatt er Wasen erfolgt. Der Fahrpreis wird 250 Mark betragen.

Paris, 3. Sept. ImMatin" legt der Zuavenleutnant Baud ein dar, er halte einen Flug von Algier nach Timbukttl für ausführbar; die Flieger müßten nur sicher sein, daß sie an gewissen Punkten ihre Benzinvorräte er­neuern und im Falle von Havarien Reservebestandteile zur Ausbesserung ihrer Maschinen vorfinden könnten. General B a i l l o u d', Kommandeur des 19. Armeekorps, unternahm gestern auf dem Flugplatz von Bux unter Führung eines Offiziers einen Flug und sprach bei dieser Gelegenheit von der Möglichkeit, Flüge zwischen Algier und Timbuktu zu unternehmen.

Paris, 3. Sept. Der gestern von dem südameri-, säuischen Aviatiker Bieluvucie in zwei Strecken ausgeführte Flug von Orleans nach A n g o u l i n stellt einen neuen We11sieg dar. Die in drei Stunden und 56 Sekunden durchmessene Strecke beträgt 295 Kilometer, 100 Kilometer mehr als Paulhan auf seinem Fluge von London nach Manchester in einem Tage zurückgelegt hat.

Automobilunfälle.

Froßwein, 3. Sept. Gestern abend gegen 8 Uhr stürzte in ber Nähe von Choren ein von Leipzig nach Tresben fahrenbes Automobil an einer Kurve in einen Steinbruch etwa 2 0 Meter tief hinab. Dem Chauffeur, der unter bas Automobil zu. liegen kam, wurde bie Hirnschale zerschmettert: er war sofort tot. Der Besitzer des Automobils, ein Weingroßhänbler aus Dresben, würbe herausgeschleubert. Er erlitt außer einem Beinbruch schwere innere Verletzungen. Er wurde noch in der Nacht ins Krankenhaus geschafft. Das Automobil ist zertrümmert.

P a r i s , 3. Sept. Bei einem A u t o m o b i l u n g l ü ck wurde gestern einer der großen Schiffsreeder von Marseille, Vicomte von Montravel, in ber Nähe der Ortschaft Annenney getötet.

Mk.

Mk.

5056

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4549

86-89

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43-47

78-84

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28-34

5256

2023

4552

58-62

96-104

53-57

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8486

38-00

80-00

30-31

73-74