Erstes Blatt
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Die heutige Nummer umfatzl 10 Seiten.
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160. Jahrgang
mir eine Kalte der Seele zuschreiben, die ich nicht befiBe bin unschuldig, wenn man mir die Möglichkeit raubt, mein : perament zu entfalten . .
jene §äBe. Unfreunb.
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renn jewsih Surlesftaat smi gelegen, r 8ihe hier hier herauf» Lozilllbkm» -L'irr TeseL» g/eübgülli- I , nut üöet |
5 W Herrn Hrchrleit.)
fehlte dieser Weitblick.
Wem: der Reichstag sich heute mit dem Einspruch Lede- bours gegen den ihm erteilten Ordnungsruf beschäftigt, wird Dem temperamentvollen Genossen die erwartete Genug- tuung wohl ausbleiben. Tas ist ein besonderer Fall für sich. Tas Vorkommnis am Samstag aber mahnt die Herren xuif dem Präsioentenftuhle in der gährenden und kampf- Erhitzten Seit zu besonderer Vorsicht und Kaltvlüiigteit. Ter lauernde ^Drache, der die Welt vergiftet, der Unheil und Verderben stiftet" darf im „hohen Hause" nicht geduldet werden, to eifrig auch genüge demokratische Blätter ihre Sck)langenarme nach ihm auchstrecken mögen!
Nr. 26 /
Ter Siebener 3j/ctget erscheint täglich,^antzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SichenerFamilicnbiätter; ^vcunatirödientl.KtdSi blatt für den Ureis Siehcn (Trenslag und Freitag); zweimal monatl. Land. wirlfchasUiche Zeitsragen Fenifvrech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag ti. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gictzen.
Annahme von Anzeige« für die Tagesnuininer bis vornrittags 9 Uhr.
Fräulein Metcalfe besitzt eine sehr sympathische starke und doch wieder sehr weich klingende glockenreine Stimme, deren Ausdruckssähigkeit durch glänzende Schulung aufs Höchste gesteigert ist-, sie blieb bts zum letzten Ton des sehr anstrengenden langen Programms gleichmäßig schön und ließ leine Ermüdung merken; ihre Aussprache, namentlich der fremden Sprachen, ist vorzüglich deutlich; ihr Vortrag geschmackvoll, ohne jede Pose, vornehm selbstlos, aber auch vielleicht schon dadurch ein wenig kühl wirkend. Es war zu bedauern, daß die wirtlich bewundernswerte, fein charakterisierende Wiedergabe der aLen Lieder und noch mehr fast die der modernen Lieder lvohl infolge Fehlens einer Uebersetzung das Publicum nicht so mit sich fortriß, wie sie es verdiente.-; es sollte bei einem Ueberwiegen fremder Sprachen wie diesmal dem Programm doch eine Uebersetzung beigegeben werden. Den tie,cn Stimmungsgehalt Der Brahms'schen Lieder auszuschochen, blieb Der Künstlerin versagt; auch sie waren technisch eine Meisterleistung, aber sie ließen innerlich kalt. Tas Publikum spendete allen Darbietungen der Künstlerin wohlverdienten Beifall.
Zwischen Die Lieder reihten sich K'kaviervorträge, in sehr feiner Weise mit Bach und Schumann von der Gruppe des 17. Jahrhunderts zu Brahms, mit d'Aibert und Liszt von ihm zu Den MoDernen überleitenD. In Frl. Botemeyer lernten wir eine hochbegabte und überaus sympathische Kh-avierkünftlerin kennen; ich glaube noch selten von einer noch so jugendlichen Künstlerin ein solch' klares, bewußtes Spiel gehört zu haben; so wie sie z. B. Die Bach'sche Sara- banDc plastisch hinslellte, oDer in Der Liszt'sch en Bearbeitung von Mendelsfoyn die Gesangstimme herausarbeitete. Temperament und Kraft des Anschlags verrieten Der „Aufschwung" von Schumann und die D'Albertsche Gavotte; schlackeure ine Technik und geschmackvoller Vortrag zeichneten alle Vorträge aus; so war es eine Freude, ihnen zu lauschen. Auch Irl. Bokemeyer wurde mit reichem Bei,all überschüttet.
Zum Schluffe sei noch der vornehmen, diciveten Begleitung der Gesänge durch Herrn Paul Franzen ans Frank- pirt dankbar gedacht. * -m.
— Neuerliche Erkrankung Björnsons Tie vvn Bjömfons Kranlcnlager c inhxff en ben k)änl)richteu melden. Daß nad) achttägigem mniDercn WMbefindcn gestern nacht sich eine bedeutende Verschlimmerung eins.eckte, Die mittags von beit Aerzten als ä u [> e t ft kritisch angesel-en iwte.
politische Lage-schau.
Tie Beschwerden der 'Jlationallifftaien im preußischen Abgeordaetenhaus.
Zu der Anfrage Der nationalliberalen Partei im Preußischen Lanocag über die Magregel-ing von Beamten in der Provinz Posen wegen ihres Eintretens für Die nationalliberate Partei schreibt man einer offiziös bedienten Korrespondenz aus Posen:
Es handelt sich um den Ghmnasialdirektor Braun und den P r o f e ।, o r Gerlach in Schneidern ü hl, die im vorigen Sommer aus Anlaß der politischen Kämpfe um die Reichs- sinanzreform sich in nationaltiberalem spinne betätigt haben. Tie Regierung in Posen, und zwar sowohl der Oberprä,ident wie der zuständige Regierun.'spräsioent haben dabei den Standpunkt vertreten, daß sowohl die Gründung nationatliberalcr Parteigruppen, wie auch die Ausstellung von nationalliberalcn Abgeordneten in dem Nationalitätenstreit der Ostmark störend eingreift, weil es zu einer Zersplitterung des Deutschtums führt. Rian hält für alle Wahlen die Aufitellung nur eines deutschen Kandidaten
Das neue griechische Kabinett.
Athen, 31. Jan. Dragumis wurde heute vormittag vom König empfangen und erhielt den Auftrag, ein außerparlamentarisches Kabinett zu bilden: in diesem Dürfte Zorbas das Portefeuille des Krieges, Miaulls das der Marine, der bisherige Sektionschef Des Ministeriums des Aeußern, Calergi, das Portefeuille des Aeußern übernehmen. _ . „
Athen, 13. Jan. Tas neue Mintsterium setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Minister Des Innern Tragumis: Minister des Aeußern Ealler gis; Justizminister Fikiris; Kriegsmintster Zorbas; Marineminister M i a u l i s , Kapitän zur See; Untere richtsminister Panujetepoules; Finanzminister wahrscheinlich V a l a e r i t e s, Vizegouverneur Der Nationalbank, eventl. Tragumis selbst, Unter den Ministern find nur Tragumis und Panusetepoules Teputierte.
Der Zwischenfall im Rcichrtag.
Gießen, 1. Febr.
Die bekannten Aeußerungen des Abg. v. Oldenburg im Reichstag am Samstag haben auch in der Presse eine Flut von Betracbtungen hervorgerufen, die sich im allgemeinen mit Recht gegen das Gebaren des „preußischen Junkers" richten. So yat auch Dtc |reuon|erüaLibc „Post" mit ihrem Tadel über Oldenburgs Benehmen nicht zurückgehalten. Nur die „Kreuzztg." und die „Deutsche Tagesztg." halten über ihren Par^igcnosten natürlicb den Sa)ilo.
Uns dünkt, das „Ereignis" ist des großen Aufhebens, das man von ihm macht, nicht wert. Eine persönliche Ge- schmacklosigleit eines einzelnen Abgeordneten, die doch von keinen praktischen Folgen begleitet fein wird, sollte man nicht in so lauter Weise in die politische Arena ziehen, nicht von neuem zum Zankapfel zwischen rechts und links machen. Ta find auf beiden Seiten des Hauses Fehler gemacht worden: die Konservativen hätten ihren Beisatl und die Linke hätte ihren „Sturm" sich ersparen können. Ten größten Fehler hat freilich der Vizepräsident Erbprinz zu Hohenlohe sich geleistet. Er war in dieser Zeit voll Spannung nicht auf seinem Platze, hat den Zündstoff nicht, wie es seine Aufgabe gewesen wäre, rasch genug hinweg-
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2lu$ Heften.
Für den tm 3. Rheinhessischen Wahlkreis Wöllstein- Alzey aus Kianiheitsrüasrchten zurüagetretenen national- liberalen Abgeordneten Pit Han wird als neuer Kandidat Der Bürgermeister Eiba ch- Psa,fen°Schwabenheim von Der frei,innigen Partei aufgestellt.
Zur vorgefchcagenen Aufhebung der Untererhebstellen Haven, wie man uns berichtet. Die am 30. Januar fast vpllzäluig in TarmüaDt versammelten Gemeinde-Einnehmer des Kreises Darmstadt in ihrer Eigenste,ast als Untererheber staatl. Gefälle beschlossen, Dem Landesrecht: erverbarlve folgenoe Entschließung zur Annahme vorzuschlagen:
„An GroM 'jicgcciiutg sowie die beiden hohen Kummern Der Land Hände genatlet «ich der La nd csr ech nerverdand für das Groß> Herzogtum He,icn die dringende Bitte zu rub.en, der in Vorschlag getrauten Aushebung der Untercry?öjle-.cen chre Zustimmung gütigft« versagen zu wollen. Obwohl die Verwirklichung des zur Rede stehenden Vorschlags meist eine sehr erhebliche Schädigung der Untercrheber zur Folge I>aben würde, fühlt fid; genannter Verband weniger aus bteicm Grunde zu feiner. Bitt: veranlaßt, sondern viemiehr deshalb, weil die Untererheber wohl mit am besten Gelegenheit hatten, die Ueberzeugmtg zu getoimren, daß das Publikum mit der mm feit 10 Jahren bestchenoen Ein rta.-iiuig der Unleurl;ebfldien sich Derart re stundet hat, daß eine Aushebung der>elven, namentlich wegen der die Landbevölterung trcssenden Nachtcüe ganz bcsoiiders Lei dieser zu einer großen Erörterung fuhren w^rbc. — Der Annahme, Dura) die Aufhebung Enparniise erzielen zu tonnen. Dürfte der Umstand enlgegenitehen, daß infolge der unbequemen Errcia>ung der Zahlstellen und des
Dienstag I.Febrnav 1910
Bezngsprer ): monatlich 75'BL, viertel-
Der Sieg öcs Sozialdemolraien in Eisenach.
Eisenach, 31. Jan. %ac6 dem nunmehr vollständig vorliegenden Wahlergebnis hat bei der Reichstegsersatzwahl im Wahlkreise 2 Sachsen-Weimar der fozialdenwlrat.sche Kandidat Leber mit einer Mehrheit von 103 Stimmen gesiegt.
Dis zum Schluß war es ungewiß geblieben, ob eine Stichwahl stattzusinDen habe. Bis zur Stunde liegen uns Die endgültigen Zahlen noch nicht vor. Aber das steht fest, daß Die Sozialdemokraten um mehr als 2500 Stimmen zugenommen, wäyrcnd Die vereinigten Liberalen runD 150 Stimmen unD die Antisemiten annäyernD 2500 Stimmen verloren hohen. Schacks „persönliches Pech" hat gewaltig mitgefprochen. Bei den Wahlen im Januar 3902 wurden 787.a sozialDemoträlische, 6985 antisemitische und 6089 nationalliberale Stimmen abgegeben.
Aus einer Aeußerung oer „Nationallib. Korres.p." entnehmen wir Die folgende bezeichnende Stelle:
Es fällt auf, Daß Die Wahlbeteiligung im allgemeinen schwächer gewesen ist ate 190/ — es werden etwa 1000 Summen weniger abgegeben sein — und daß dte Stadt Eisenach^„ichlea)t" gewählt yat. Hier sind nicht nur die ante.emitischen Stimmen um 192, sondern auch die Liieraten um 180 jurüdgegangen, während die lozialdenwtraLschen um 513 stiegen. Tas Bürgertum scheint eben teilweise doch zu stark von den Unerfreulichkeiten des letzten Jahres an gewidert g eine,"en zu sein und sich der Wahl ferngehalten zu Haven. Sonst hätte Die Sladt Eifenach dem Liberal.s.nus einen Zuwachs an Stimmen bringen müssen.
Während Die naiionaliiberale „Kötn. Ztg." aneriennt, Daß Der Freisinn die Bundesgenosfenschast mit Der nationalliberalen Partei „treu durchgesallen" habe, meint Die „Kreuzztg.":
„Trn Eisenacher Sieg verdankt die Lozialdemokrat.e im wesent- lickjen nur dem Zulaus aus freisinnigen Kreisen. Man sieht gerade bei diesem Wahlergeonisse, daß die Natwnallweralen von entern Zusammengehen m.t dem Freisinn b«i den Wahlen, wie cs jüngft Der freisinnige Avgeordnete Hormann embfvhlen und der „Lanvversche Mutier" berurmortet hat, immer zu kürz kommen würden. In Eisenach hatten die Nationalliberalen, vermutt.ch zu ihrem eigenen Sätaden, den Freisinnigen allen Willen getan, ,ie hatten die frühere, aussichlsvollere Kandidatur zurückgezogen, weil cs die Freisinnigen gefordert hatten, und sich den lints- iiberalen Lundesgenossen demütig gebeugt. Und Der Erfolg? Tie Sozialdemokraten haben bet geringerer Wahlbeteiligung als im Jahre 190/ um mehr als 2500 Stimmen zugenommen."
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— D i e Rechtfertigung des Tenors. Mit der ganzen Leidenschaftlichkeit einer gekränkten Un'chuld hat der Heldenteiwr des San Gevrgi-Theaters von Catania die Flucht in die Oeffem- lichleit ergriffen: denn die Lokalpresse hatte den füditalienischen Pleister der Töne beschuldigt, in Der Aufführung von Adrienne Leeouvreur zu wenig Leidenschaft, zu wenig Liebe, kurz, zu wenig Temperament entwickelt zu haben. Aber dieser Vorwurf war unberechtigt, denn die Primadonna hatte Dem anscheinend gerade an Temperament sehr reichen Tenor verboten, sie während der Oper auch nur einmal zu umarmen. Als nun die kritischen Knnstrichter von Catania ihren Helden des hohen C verdammten, ertrug der Tenor es nicht länger: er schrieb einen ergreifenden Bries an die Zeitung, in dem er die stille Tragödie entschleierte. „Gewiß, Ihr Bonvurf i'.t berechtigt, ich konnte nicht all das geben, was ich hätte geben müssen, aber Frau ck. hatte mir streng verboten, sie zu umarmen. Es kränkt mich tief. Daß Sie
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gegenüber dem polnischen als Die im Inter es, e Des ^eut|(^umv allein richtige Taktck. Dagegen glauben aber die lweraten Äcei;c Posens, gerade Durch die Aufstellung von Sondertandldc^n der Sache des Deutschtums zu nutzen, indem sie Diejenigen ^japlete die einem konservativen Kandidaten ihre Stimme in Der ersten Wahl nicht geben würden, überhaupt zu einer Wahlbeteiligung veranlas,en. Auch gegen drei Kr e i s s ch u l i n s pe kt o r e n Da. Provinz Polen soll eine amtliche Einwirkung wegen ihres iStn- trelens für die nationalliberale Partei stattgefunden haben, ohne daß es jedoch zu Maßregelungen gekommen war:. sLas ganze Material ist der Regierung zur Bersügung gestellt; nach Abschluß der Erhebungen wird die Anträge im Landtage verhandelt werden.
Hoffentlich stellt sich alsdann herans. Daß Die,e Angaben unzutreffend sind. Tenn ein solches Vorgehen preußischer Verwaltungsorgane müßte Das größte Befrem- Den und allgemeinen linwiilen l,:rvvrrufen.
Gießener ^snzertverein.
Geistes Lionzert: TieDeradcnv.
Gießen, 31. Januar 1910.
Einen leuchtenden Schmuck sarbenjPrüi,cnDer Edelsteine hatte das Programm des gestrigen Liederabends vor uns ausgebreitet, in drei je unter sich abgestimmlen Gliedern -aufgereiht und in goldener Fassung vereinigt. In der ersten Reihe Die köstlich kunstvoll geschlissenen Arbeiten Der itaite- nisch-franzöfischen Meister oes 17. und 18. Jahrhunderts, cingeleitet durch Glucks berühmte leidenschasuiche Arce der Iphigenie aus feiner gleichnamigen Oper, Dann in bunter Folge italienische und französische Liebes- unD Genrelteder und ein englisches Schäferliedchen, fast alle eine gewiße Gleichartigkeit des Stils ausweifend und doch wieder ver- IchieDensten Charakters int einzelnen. Das Gegenstück dazu bildeten Die Lieder der Schlußkette, auch wieder -- ein interessanter Vergleich — durch eine Arie großen Stils, aber aus unseren Tagen, Berlioz' Margaretenarie aus Fausts Verdammnis, eingeleitet; Dann Kompositionen moderner Und allermodernstir Franzosen, fremdar.iger uns meist anmutend als die um 3 Jayrhunderte zuruckliegenoen Arbeiten" der alten Meister; eine Versinnbilolichung dafür, wie sehr sich gegen Damals Musik und musikalisches Empiinden innerhalb der einzelnen Nationen ausgebiluet und verinDividuali- siert haben. Es ließe sich wohl kaum ein größerer Gegensatz tzu diesen Liedern Denken als etwa irgend eilt Lieo von Strauß, der doch sicher nicht weniger ,,modern" ist und empsindet. Dazwischen eingebettet 5 lautere Perlen, — Lrahms. Ein überaus feinsinniger Programmentwurf also, — ober war doch Brahms in diesem Rahmen von vornherein verfehlt? ich kann es nicht finden — und eine reizvolle aber fehr schwierige Aufgabe für Die Sängerin des Alwnos. Nicht nur was das rein Technische, was ferner Ausdauer und zkrcckt der Stimme anlangt: nein, in erster Linie galt cs, Dem "jo unendlich verschiedenen Eyaralter der einzelnen Vortiäge gerecht zu werden, jedem Das seine zu geben tinD Doch überall zu begründen, warum gerade diese Lieder zusammengehören; Die formale Ä'unstform Der Lieder der ersten Ockuppe yeranszuarbeiten, Da-.' Sensible, die Stim- mung in Den Liedern Der letzten Kette fühlen zu machen, bei Brahm. nur eins: Seele. Ter Aufgabe, oie Die alten unD jungen italienisch-französischen Meister stellten, ist die Künstlerin in bewundernswerter Art restlos gerecht geworden; Brahms gegenüber hat sie — bis zum letzten Lied habe ich ntidj gegen Den Eindruck gesträubt — verjagt.
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— Tor umstrittene „Feldherr n h ü g e 1". Tie polt zcUiche Erlaubnis zur Aufführung DcS Theaterstückes „Ter Feld-> Herrnhügel" in Berlin wurde v e ringt, wckl nach Den be ftätigten Nachrichten Die Presse Wiens Das Stück als eine Beleidigung der österreichischen Armee, ihrer Einrichtungen und Kommandos empfunden hat, das aus diesen Gründen Anstoß und Aergernis erregte und in Der vor gelegten Fassung zweifellos auch in Berlin dieselbe Wirkung hervorbringen würde.
Hk. Eingeborene als „Heilgehilfen" in Neu. Mecklenburg. Der „Umschau" zufolge hat Dn- Regierungs.al Dr. R u n g e in Kä w i c n g eine gröPei e Anzahl von Eingeborenen ans verschiedenen Dörfern im Norden Neu Ntecklenburgs in Der Behandliuig von Wunden und in Der Darreichung von Medikamenten bei den gewöhnlichsten Krankheiten ausgeoildet unD sie Dann in ihre Heimat entlassen mit Medikamenten und mit Der Weisung, ihre Dorfgenvssen bei leichteren Krankheiten zu be handeln und bei schivereren Kianlh.'ilssällen auf Die Paticntew einsuwirken, daß sie das Hospital aufsuchen. Auf diese Weife wurden zwölf Mann in bcrfd'.cDemn Dörfern 9bovMf.cn Meck.en burgs stationiert. Bei einer Konlr-olkreise fand ixn Reg.emng arzt, daß die Medikamente durchweg ordnungsgemäß verwendei. waren, einer der „Heilgehilfen" hatte sogar bei den Leuten srnu Dorfes auf eigene Faust eine Art Clnniuprovlchlaxe cinaei:ii r(. Die Leute fangen an, Die curop iijet.en Heilmckuck mehr schätzen und zu dem Arzt solvie zu seinen cnigcl'.n\-m-n ('V-i Vertrauen zu gewinnen.
— Kleine Chronik a u S K u n st u n d W i s s c n s ch a f t. Die Akademie der W i s f e n i ch a f t c n zu Paris mahlt- Den Chemieproscssoi Adolf von Vaeyer Munäwn einstinimi-t zum wirklichen auswärügen Mckglied.
geräumt. Ein einziges mißbilligendes oder vielleicht auch nur mahnendes oder humoristisches Wort würde genügt haben, dem Streit die Schärfe zu nehmen, an der natürlich Herr Ledebour und seine Genossen eifrig wetzten.
Inzwischen halten die Konservativen an dem von ihren Rednern dargelegten Standpunkt fest:
Berlin, 1. Febr. Tie „Konservative Korrespondenz" bestreitet parteiossiziös, daß Der Abg. v. Oldenburg am Sonnabend im Reichstage angeblich dazu aufgefordert habe, in verfassungswidriger Weise äußersten Falles mit militärischer Macht gegen Den Reichstag einzuschreiten. Herr v. Oldenburg stehe mit Der gesamten konservativen Partei st r c n g auf Dem Boden Der R e i ch s v e r f a s s u n g. Seine Aeußermig wollte lediglich in drastischer und humoriithcher Weise äußerste Pflichten militärischer Ti>ziplin kennzeichnen.
Mocyie auch der Praitoenc uiefetbe Au,sa,fung gehabt haben, so hätte er doch, um zäniischem Mitzverständnis vorzubiugen, die Erwartung aussprechen müßen, daß der Abgeordnete seine Redewendung fo und nicht anders auf- oe.aßt wissen wolle. Der bewäyrte frühere Präsident Graf i Dallestrem würde in weitsichtiger Weise dann noch etwa rKiL hinzugefügt haben, er hoffe, daß dec Redner keinen Ber- f iassungsbruch und keine Mißachtung des Reichstags habe befürworten wollen. Aber dem Erbprinzen zu Hohenlohe
jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- ll Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Ack.2.— viertel- jahrl. ausschl. Bestellg, Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig, Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den
- — _ — A politrschen Teil: August
General-Anzeiger für Oberhessen DW
Rolationrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange. RedaMon, Expedition und Druckerei: 5chulstratze 7. Anzeigenteü^'H.^


