Ausgabe 
5.4.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. April 1910.

- Ordensverleihung. Dem Beigeordneten Kom­merzienrat Heyligenstaedt wurde das Offizierskrcuz des rumänischen OrdensStern von Rumänien* verliehen.

** TiLelverleihung. Dor Großherzog hat dem Oberförster der Oberförsterei Ernsthofen, Adolf Kutsch zu Ernsthofen, sowie dem Oberförster der Oberförstcrer Messel, Wilh. Schlag zu Mesieler Forsthaus, den Charakter als Forstmeister verliehen.

Ruhestandsversetzung. Der Groß Herzog hat den technischen Eiscnbahnsckretär in der Hessisch-Preußi­schen Eisenbahngemeinschast Wilh. Koclcr zu Mainz in den Ruhestand versetzt und ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

-Aus dem Militärwochenblatt. Oschmann, Major und Kommandeur des Telegraphen-BatS. Nr. 2, zum VerkehrSofsizier vom Platz in Mainz ernannt.

- Hessischer Landesgewerbeverein. Die Sterbe­kasse für Mitglieder des Landesgeiverbevereins und des Ver­bandes dciltscher Gewcrbevereine veröffentlicht ihren Jahres­bericht für 1909. Der Stand der versicherten Kapitalien betrug 639 230 Mk. Der Vermögensstand betrug nach dein Kursiver! 104 484,98 Mk. und hat sich im Berichtsjahre um 10217,65 Mk. vermehrt. Die Bilanz für den Schluß des Geschäftsjahres gestaltet sich wie folgt: Aktiva 101 746,54 Mk., Passiva 99 203,90 Mk. Das Jahr schließt somit mit einem Ueberschuß von 2542,64 Mk. ab. 16 410 Mk. an versicherten Kapitalien kamen zur Auszahlung.

"Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versaminlung am Donnerstag, 7. April, nachrn. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1. Som m er- fahrplan der Straßenbahn. 2. Niederschlagung uneinbring­licher Ausstände aus 1908. 3. Vorlage der Rechnllng und des Vcrwaltungsberichts für 1908. 4. Voranschlag für

1910. 5. Gesuch des Joh. Stemhauer jr. um Erlaubnis 311111 Schcmkwirtschaftsbctriebe Wetzlarer Weg 77.

** EinDusll im Bergwerks walde", das vor einiger Zeit stattfand und von auslvärligeu Blättern als ernster Zweikampf geschildert worden war, beschäftigte heute die Gießener Strafkammer. Sie fußte die Suche sehr milde uns und sprach den einen, dem Zivilftand angehörenden Angeklagten frei, da sie seiner Versicherung glauben schentte, er habe von vornherein nicht die Absicht gehabt, seinen Gegner zu verletzen, und deshalb in die Luft ge­schossen. Der andere Beteiligte, der Reserveoffizier ist, wird sich vor dem Militärgericht zu verantworten haben.

" Allgemeiner deutscher Frauenverein und pädagogischer Verein hessischer Lehrerinnen. Fröhlicher Unterricht" hieß das Thema, worüber Fräu­lein Böttner aus Bremen geilem nachmittag im Saale des Hotels Schütz vor einer zahlreichen Versammlung sprach. Keine neuen Ideen waren es, denen die Rednerin, wie sie aiich selbst bemerkte, das Wort redete; denn schon vor einem Jahr­hundert haben namhafte, für das Menschenwohl begeisterte Männer, wie Pestalozzi und nach ihm besonders Friedrich Fröbel, den werktätigen Unterricht als Grundlage alles Schul­unterrichts erkannt. Leider aber sind diese Bestrebungen bis heute noch nicht allgemein in die Tat umgesetzt, was seinen Grund einesteils in der Schwierigkeit des Unterrichtsverfahrens, andernteils m dem Umstande hat, daß eine vollständige Um­arbeitung des Lehrplanes notwendig ist, wozil man sich offen­bar noch nicht entschließen kann. Interessant wurden die Ausführungen dadurch, daß die Rednerin an der Hand eines in eigener Tätigkeit entstandenen iimfangreichen Materials also an Schülerarbeiten den Beweis lieferte, daß der von ihr eingeschlagene Weg jedenfalls gangbar und geeignet ist, längst als richtig erkannte Gedanken in die Wirklichkeit um» zersetzen.

** Die höheren Bürgerschulen zu Neu - Isenburg und Schotten find als militärberech­tigt im Sinne des § 90, 2c. der Wchrordnung anerkannt worden, und zwar mit rückwirkender Geltung für den Oster- termin 1910. Sie gehören demnach fortan zu den Schulen, an denen auf Grund der Abschlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1899 und den Bestim­mungen vom 30. Januar 1900 das Besähigungszeuguis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben werden kann.

** Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Mit dem 1. April ist eine neue Verordnung über den Verkebr mit Kraftfahrzeugen in Kraft getreten. Die für die Zulassung der Kraftfahrzeuge vor dem 1. April erteilten Bescheini­gungen behalten vis auf weiteres Gültigleit. Tie Inhaber solcher Zulassungsbescheinigungen haben das Recht, bei dem Kreisamt die Ausstellung einer Zulassungsbescheinigung nach neuem Muster zu beantragen. Die vor dem 1. Llpril erteilten Zeugnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen be­halten bis zum 1. April 1911 Gültigkeit. Tie Inhaber solcher Zeugnisse haben jedoch bis zum 1. Oktober 1910 die Erteilung eines neuen Führerscheins bei dem Kreisamt zu beantragen. Bei Kraftwagen tritt in den Abmessungen und der Beseftigungsweise der Kennzeichen leine Aenderung ein. Die von Kraitzweirädern vor dem 1. Älpril 1910 ge­führten Kennzeichen, die größere Abmejsungeu als die neu- eingesührten haben, können bis zum 1. April 1911 bei»-, behalten werden. Sämtliche Kennzeichen auch die seither geführten müssen vom 1. April an der Vorderseite des Kraftrades in der Fahrtrichtung an leicht sichtbarer Stelle angebracht werden, auf beiden Seiten beschrieben und mit dem Dienstsiegel des Kreisamtes versehen sein. Zum Zwecke der Abstempelung des Kennzeichens wird die Vorführung des Kraftfahrzeuges angeordnet.

" Die Ried er-Wöllstadt er Konferenz hessi­scher Geistlicher wird ihre Jahresversammlung am 13. April zu Frankfurt a. M. abhalten. Nach einer biblischen Ansprache durch Pfarrer Gohrs-Bickenbach folgt ein Vortrag des Präsidenten der Landesfynode Geh. Schul­rat O. Sta mm-Gießen über: .Was ist von dem Pessimis­mus zu halten?" Die anderen Gegenstände der Tages­ordnung sind geschäftlicher Art.

** Das Spielen in außerhessischen Lotte­rien behandelt eine polizeiamtliche Velanntmachung im heutigen Meisblatt, worauf wir Hinweisen.

Wieseck, 4. April. Lehrer Breidecker, der seit einem Jahre an dec hiesigen Volksschule tätig war, wurde eine Schulilelle in Gießen übertragen. An seine Stelle tritt Herr Melior, seither in Wixhausen bei Darmstadt. Heute wurden 92 Schüler in die Elementarklasse ausgenommen. In Lehrerkreisen hält man angesichts dieser hohen Zahl

die Errichtung einer neunten Schulstelle für eine Not­wendigkeit.

-i«. Grün in gen, 4. April. Die Generalversamm­lung der Märkerschaft GrüningenDorf-Güll am Samstag, zu der sich gegen 100 Mitglieder eingefunden hatten, erzielte in ihren Verhandlungen einen sehr befriedigen­den Erfolg. Das alte Statut von 1839, das in bezug auf Verwaltung gar keine Unterlage bot, wurde mit großer Mehrheit aufgehoben und der neugewählte Vorstand mit der Ausarbeitung zeitgemäßer Satzungen betraut. Diese sollen baldigst einer Generalversammlung zur Beratung vorgelegt und dann einem Juristen zur Begutachtung und Ergänzung unterbreitet und schließlich dem Ministerium 511c Genehmigung übergeben werden. Zum 1. Märkermeister wurde Heinrich Gottfried Marsteller: zu Grüningen und als dessen Stell­vertreter Bürgermeister Kuhl von Dorf-Güll gewählt. Als weitere 5 Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Karl Leidig I., Wilhelm Konrad Bmgel, Jakob Christian Engel von Grüningen, Heinrich Eames IX. und Heinrich Schmidt von Dorf-Gull.

= Nicber-Gemünden, 4. April. Der hiesige Stationsverwalter Heinrich H e r b st hat am 29. Nov. 1909 einen Menschen vom Tode des Ueberfahrenwcrdens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden.

8. Ober-Seibertenrod, 4. April. Hier ist die in der Wirtschaft Nees aufgestellte Sammelbüchse der Krieger- lameradschaft von einem bis jetzt noch unbekannten Täter erbrochen worden. Dem Dieb können höchstens 10 Pfennig in die Hände gefallen sein. In Meiches ist eine über 60 Jahre alte Frau beim Herabholen von Stroh in der Scheime abgestürzt; sie erlitt einen Armbruch.

x Bad-Nauheim, 4. April. Der gestrige Sonn­tag brachte der neueröffneten Bahn nach Rockenberg einen ungeahnten Verkehr. Die Nachmiltagszüge nahmen Scharen von Ausflüglern mit. In den einzelnen Ortschaften, die sich am Tag der Einweihung so passiv verhielten, schien gestern erst die richtige Feierstimmung einzutehren. So fanden die Ausflügler überall lustiges und fröhliches Trei­ben. In Steinfurth spielten zwei Kapellen zum Tanz auf. Unter dem Jubel der BevöAerung zogen die Nau­heimer Ausflügler, die sich auf die verschiedenen Stationen verteilt hatten, abends nach dem letzten nach Bad-Nauheim abgehenden Zug, der die Passagiere nicht alle fassen konnte. Besonderer Beliebtheit erfreut sich beim Publiium ein im Zug fahrender besonderer Aussichtswagen, der jeden­falls unseren Kurgästen, die auf ihren Ausflügen nach Münzenberg und Arnsburg die neue Strecke sicherlich viel benutzen, recht willkommen sein wird. Nur wäre int In­ter es, e der Rentabilität der Bahn zu wünschen, daß für Ausflügler nach Münzenberg und Arnsburg das Um­steigen in Griedel durch direkte Züge zwifchen Lich und Bad-Nauheim beseitigt würde. Es läßt )id) da wohl manches erreichen, wenn von beiden Städten in der Sache einmal Schritte getan werden.

R. B. Darmstadt, 3. "April. Der hessische Ober­lehrerverein hielt gestern nachmittag hier seine sehr zahl­reich besuchte Jahresversammlung ab, mit der zugleich die Feier seines 25jährigen Bestehens verknüpft war. Als Vertreter der Regierung wohnte der Vorsitzende der Schul­abteilung, Geheimrat Dr. Ersen Huth, den Verhandlungen bei, der die Versammlung freundlich begrüßte und zugleich dem Bedauern der Regierung darüber Ausdruck gab, daß es angesichts der schwierigen Finanzlage des Staates in diesem Jahre nicht möglich war, an die Frage der Gehalksverbefferung resp. die Neuregelung der Besoldungsordnung heranzutreten. Darauf erstattete Prof. Back-Mainz den Jahresbericht, während Direktor Prof. Ritsert-Friedberg einen längeren Rückblick auf die 25jährige Tätigkeit und Geschichte des hessi­schen Oberlehrervereins gab.

Darmstadt, 4. April. Das Großh. Artillerie- Korps (Fcldartillerie-Regiment Nr. 25) feierte am Sonn­tag den Tag feines 120 jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß farid im Offizieruasino ein Alt e - H e rr eu f est statt, bestehend in Liebcsmahl, Theater und Konzertaufführungen. Der Großh erzog und Prinz Heinrich von Preußen wohnten dem Feste bei. Außer dem aktiven Offizierkorps waren die alten Herren des Regiments äußerst zahlreich erschienen. Prinz Heinrich steht ä la suite des Regiments.

Worms, 4. April. Ju der letzten Nacht hat sich ein Soldat mit fernem Dienstgewehr erschossen. Grund soll Furaft vor Strafe wegen Urlaubsüberschreitung sein. In der Stadt umlaufende Gerüchte boit einem mit diesem Selbstmord in Verbindung stehenden Licbesdrama sind nicht zutreffend.

L. Bieber bei Rodheim, 4. April. In der Nachtauf Montag wurden die Bewohner imscren Dörfchens und der benachbarten Ortschaften durch Feuer lärm aus dem Schlafe aufgeschreckt. Tic Feld sch euer des Waldmüllers Leib un­weit der Haltestelle der Biebertalbahn stand in Flammen. Die aufgespeichertcn Strohvorräte, dazu das auSgetrocknete Holz gaben dem Feuer reichliche Nahrung und es war nichts mehr zu retten. Dazu wurde ein Haufen Torf des Schmicde- 111 eiff er 5 Schmidt gleichfalls ein Raub der Flammen. Wahr­scheinlich liegt Brandstiftung vor.

Fr0nhaiisen, 4. April. Die hiesige Ger ichts- vollzie her stelle ist mit dem 1. April aufgehober, worden. Der Gerichtsvollzieherdienst für den Bezirk des Amtsgerichts Fronhausen wird von dem Gerichtsvollzieher Niemeyer in Marburg versehen.

0. Dorlar, 4. April. Tie vielbesprochene Wafser- frage konnte bisher nicht gelöst werden. Die im ,^Loh", unweit Waldgirmes erfolgten Schürfungen wurden als aus­sichtslos luieoer eingestellr. Nach Aus.age der Alten wurden 1877 beim Bahnbau die Ueberrefte der Leitung ge'funden. Es besteht jetzt die Absicht, jenseits der Lahn, in der Rich­tung desStoppelberges" erneute Bohrver juche vorzuneh­men. Tie Zusammenlegung unserer Feldmark von etwa 400 Hektaren darf bis z-um Frühjahr 1912 als beendet gelten. Es werden im neuen Steuerjahr 200 Proz. Kom­munalsteuern erhoben, da Güterverladestelle und Schulbau den Gemeindesäüel tüchtig in Anspruch genommen.

:-: Waldgirmes, 5. April. Auch hier hat sich ein Wechsel im Leyrperfonal vollzogen. Fräulein Döring ist nach Nastätten versetzt und Lehrer Schmidt, bisher in Oberstetten bei Homburg, trat heute als vierte Lehrkraft hier ein. Sämtliche Klassen sind überfüllt und der .Ge­meinde bleibt die Anstellung eines fünften Lehrers nicht mehr lange erspart.

Dillenburg, 4. April. Hier starb der letzte Kommandeur des Herzoglich Nassauischen 2. Regiments, jetzt

88. Jnf.-Regirnent, Generalleuinant z. D. von Arnold! un fast vollendeten 9 2. Lebensjahre.

fc. Frankfurt a. M., 4. April. Zu der von Tages- blättern gebrachten Nachricht, Prinz Friedrich Karl von Hessen werde seinen Abschied als Oberst nehmen, sei mit- geteilt: Seit anfang Februar d. I. hat der Prinz, infolge eines plötzlich aufgetretenen Leidens am Fuße, das ein all- gerneiues körperliches Unbehagen im Gefolge hatte, zur Her- stelliing seiner Gesundheit einen längeren Urlaub genommen und sucht im milden Süden, in Cannes, Genesung. Dec Prinz denkt gar nicht daran, den Dienst zu quittieren und sich in seinem 42. Lebensjahre in das Privatleben zurückzu­ziehen. Sobald er völlig genesen fein wird, wird er das Kommando der 81er, deren Führung zur Zeit öberftleutnant v. Rauchhaupt hat, wieder übernehmen.

w. Mannheim, 4. dlpril. Der Heizer Jean Hart überraschte heute morgen» als er von der Arbeit zürück- kam, feine Frau mit dem bei ihm in Logis wohnenden 22jährigen Mechaniker Jutz. In feiner Verzweiflung gab er einige Schüsse ab, die seine Frau töteten; der Lieb­haber wurde leicht verletzt. Darauf begab sich Hart wieder an seine Arbeitsstelle und verletzte sich durch einen' Schuß schwer.

Landwirtschaft.

** Böhms 6 r j a> 1 g. An einen kbcitfainpf, der sich auf landwirtschastiickem Gebiet adspiclt, denken nur wenige; uno doch ist er ein heißer Kampf, der um. die notiucnbigl'ten Lebensbedürfnisse unseres beutidjen Volkes, teilweise unter der Erde, still unhl rühmlos gcfuntpit wird, ein Kamps, so wichtig, daß von seinem! Erfolg das Sein oder Nichtsein der deutschen Landwirtschaft und bamit des deutschen Vaterlandes abhängig ist. Was kümmert sich die Alafse darum, woher das Mehl zum Brot kommt oder wer die Kartossel baut, die er täglich bei seinem Mittag- und Abendessen; Nicht entbehren will. Er weiß es nicht, welch hohe volkswirt- fchaftlichc iöeüentuiig gerade dem Karlos »eibau im Deutschen Reiche zuwmmt. Entfallen doch auf den Kopf der Bevöckerung im Deutichen Rem) für ein Jahr 335 Ktlo Kartoffeln; die Jahres­ernte beträgt 430 Millionen Toppeizentner und reicht aus, den Bedarf an-, Brenn-, Stär le-, Saat- und Futterkartoffeln zu decken. Tas zu leisten, wäre aber die deutsche Landwirtschaft nie-, mals imiixnibe gewesen, wenn nicht intelligente Männer in müh­seligem und vor der Leffentlichielt wenig dankbarem Ringen und Schaffen die unsaeinbare Sortierung und durch ein peinliches mit 1000 Mißerfolgen verbundenes Züchtungsverfohren derart m ihrer Ertrags chg leit gesteigert hätten, daß her Kartoffeloau heute noch als lohnend erscheint und der deutschen Laud- watschaft erhalten bleibt. Würde die Landwirtschaft den Kartoisclbau als unlohnend ausgeoen müssen, was für einen unnennbaren wirtschaftlich-en Schaden würde das deutsche Volk erleiden und wie verheerend müßten t-ie Folgen einer cintretenben Unterernährung der breiten VüUsinag'en auf die deutsche Volks- trait wirken. Darum müssen die Warnen der Dbänner, welche hier bahnbrechend gewirkt bauen, in die Tafeln der Geschichte des deutschen Volles emgeichrieben werden. Einen dieser Männer dürfen nrir in Hessen nut Stolz als den ^mserigen bezeichnen, deml er sicht heute mit seiner neuesten Züchtung an der Spitze aller beut-ajen Kartofsclzüchter; es ist Landwirt Gg. Fneor. Böhm 11. in Groß-Bieoeraw Gerade weil dieser Rlann.feine Erfolge in Bescheidenheit in sich verschließt, so verdient <er es, daß sein Warne nicht mir in Fachkreisen, sondern in weiten Volks- kreisen bekannt wird. Wenn seine ausgezeichneten Züchtungen einmal allgemein angebaut werben, was zweifellos bald im ganzen Teutichen Reich der Fall fein wird, so wird der Boikswohlstanb jährlich um 100 bis 200 Millionen Mark steigen können. Hat nicht ein solclM Mann in der Tat und durch die Tat mehr ge­leistet, als mancher, dessen Brust mit Orden geschmückt ist.

Sport.

Fußball. Sonntag zeigie die 2. Mcmnschcrst des Sport­vereins Al erkür zum ct|tcn Ala le ihr Können, tnbent sie in einem Wettspiel mit der 1. Manuschntt des Balhpieikiuvs Wetzlnr ItiUÖ als «Lieger mit 3:1 Lors hervorgrng. ictanb bei Halb- zeit 0:0.

Gpser der Lüfte.

Wieder ein Ballonunfall.

Während die Fischer von Saßnitz aur Rügen noch nach den Leichen der mit dem BallonPommern^ verunglückten Luft- fchisser suchten, ereignete sich in nicht allzu bedeutender Ent­fernung ein neuer Ballonunfall, dem Proiessor Abegg von der Universität Breslau zum Opfer fiel. Seither liegen uns folgende Drahtmeldungeir vor:

Ko es l in, 4. April. Universitätsprofesfor Richard A b e g g in Breslau ist gestern bei der Landung seines Ballons S ch 1 e s i c n" verunglückt und starb nach einigen Stunden im Krankenhaus e an einer Gehirnerschütterung.

Aus Breslau wird weiter gemeldet:

Der BallonSchlesien" ländere gestern abend zunächst in Latzig (Kreis Belgarb in Pommern), wo zwei der Insassen, der Kaufmann Gerstel sowie eine Dame ausstiegen. Professor A b e g g blieb allein im Ballon zurück, der durch einen plötzlichen Windstoß losgerrfseu und m iwrdwestlrcher Wichtung davon getrieben wurde. Bei Tessin erfolgte dann die zweite Landung so plötzlich, daß die Gondel umtippte und Abegg herausgeschleudert wurde. 9Wan sand ihn später schwer verletzt neben der Gondel. Er wurde nach denr Tessiner Krankenhausc gebracht, wo er noch am selben Abend einem linksseitigen Schädelbruch erlag.

Etwas anders stellt sich der Unfall nach einem Privat­telegramm aus Breslau dar.

Breslau, 4. April. Von den vier Insassen des Ballons Schlesien" verließen die Gattin unb die Nichte des Professors, sowie der Ingenieur Gerstel in der Nahe von Patzig die Gondel/ als ein Windstoß den Ballon noch einmal Hochriß. Kurz darauf wurde Abegg in der Nähe des Dorfes Tarnow schwer verletzt ausgefunden. Er wurde ins Krankenhaus nach Köslin gebrackft, >vo er im Laufe der Nacht an einer Gehirnerschütterung starb.

Köslin, 4. Aprll. Zu dem Unglück, dem Professor Abegg zum Opfer fiel, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Pro- tefsor Abegg hatte, wie Funde an der Unfall [teile beweisen, allen Baiast über Bord geworfen; der Ballon schlug mit furchtbarer Gewalt um und bewußtlos lag der Führer neben dem umgestürzten Ballonkorb. Auf einem herbeigerufcnen Wagen wurde der Ver­unglückte zunächst nach Köslin und bann auf Anordnung eines Arztes nach dem ftäbtifd)en Krankenhaus gebracht. Ein schwerer rechter Oberschenkelbruch und eine linksseitige Schädel- perletzung wurden festgestellt. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, starb der Professor nach wenigen Stunden. Der Ballon wurde in einer Gutsscheune untergebracht. Beschä­digungen sind nicht wahrnehmbar, ©eine größte Fahrt erreichte eine Höhe von 2150 Metern. Der Aufstieg war gestern früh von der Breslauer Gasanstalt aus erfolgt.

Professor Abegg har ein Alter von 41 Jahren erreicht und hinterläßt außer seiner Gattin zwei jüngere Kinder. Er war der Begründer und Leiter des Schlesischeii Vereins für Luftschifsahrt. Ter jetzt so rasch ums Leben geDmmene Gelehrte hatte vor eiwa Jahresfrist eine Ballonfahrt im Nebel gemacht und durch Mit­teilungen aus unserem Leserkreis war damals ieftge[teilt worden, daß er Oberhesien überquert hatte. In Nr. 9 der Gießener Familieublätter vom vorigen Jahre, veröffentlichte er dann eine fesselnde Reisebeschreibung unter der lieber,ck>rift: Eine schlesische Ballonfahrt najch dem Hessenland. Mit demselben Ballon hat Professor Abegg nun seine Todesfahrt gemacht.

Eine ungiückllche Landung des Ballons Braunschweig".

Eine unglückliche Landung, bei der glücklicherweise niemand ums Leben kam, hatte auch der BallonBraunschweig". Es wird uns darüber gemeldet^

MW eine 3,u jBtrii

"BW

6e»;,K..N trunken w Äfl>« *

S«V-«5

-fern, so daß einzelne leit sagen: Die nndeck ''Metier, iwnsi aM

^genteil Pl bf maschmenMs h«l t -eines Segelbootes, x des Msies und die £ tocientiidjer Unteifaiei im FoäMg emc HM Bei der WgmschM .dieser Mangel auch 2. ,CB der Flügelbruch b geführt wurde oder wird man wohl nie ei der BidersiaNbsiabicü nwozen werden imii die Sxait der Motore mann wendet sich da Kesahr des Zerreißei Man Hal aniaiys au ist doch halb nieder i'< das für ein *8oot nii

Diese Schui

Mw

Für Mot' für

y* Mik * Gebrüder Ad

Ott

Da« Beile rom Bester Peinlichst forgfaltbe «slen Fachleuten °s fahrig geschulte

Markte m.<

Iglg