rang (37 Pvo». von her Gesamtzahl) kräftig, still, Idcht lenb Dar und von erstaunlicher Bedürfnislosigkeit, mit Ausnahme der Trunksucht, der beide Geschlechter durch massenhaften Genus; der „Pulque", eines für Ausländer ziemlich ungenießbaren Gärungsprodukts auS dem Saft der Agave, frönen. Dann kämmen als breiteste Volksschicht die Mischlinge oder Mestizen (44 Proz.) in Betracht: sie sind von Heller, etwas geblicher Farbe, intelligent und schmiegsam, aber nicht immer verläßlich. Von den noch verbleibenden 19 Prozent der Bevölkerung entfällt der grüßte Teil auf die Kreolen, die unvermischten Nachkommen der alten spanischen Einwanderer, die sich als die eigentliche Aristokratie dcS Landes betrachten, aber unter den so sehr veränderten politischen und sozialen Verhältnissen diese Rolle kaum noch ernsthaft durchführen können, und der kleinere Teil auf die Fremden: Nordamerikaner, Franzosen, Deutsche. Engländer usw. Diese Minorität von Ausländern, nur 60 00Ö unter 14 Millionen, ist in intellektueller Hinsicht das wichtigste Element der Bevölkerung, und es gereicht unserem Vaterlande zur Ehre, daß unter den rremden Kulturpionieren in Mexiko, die dort als Kaufleute, Landwirte, Ingenieure, Lehrer und Handwerker tätig sind, die Deutschen unbestritten eine Elitestcllung behaupten.
Die NelchLversicherungzordnung.
:: Berlin, 25. November.
In der heutigen Sitzung wurde mit der zweiten Lesung der Invalidenversicherung begonnen. Eine längere Aussprache verursachte der in erster Linie von der Kommission eingeschaltete § 1223a, der lautet: „Auf ihren Antrag werden Diplomingenieure und Personen mit ähnlicher Hochschulbildung von der Versicherungspflicht befreit." Es wurde darauf hingewiesen, daß, wenn man überhaupt diese Befreiung auf Antrag zulassen wolle, sie sämtlichen Versicherungspflichtigen mit Hochschulbildung zugebilligt werden müsse und kein Grund vor- lrege, die Diplomingenieure besonders hervorzuhebem
Schließlich erhielt der § 1223a folgende Fassung: „Auf ihren .Antrag werden Versicherungspflichtige mit Hochschulbildung von ■ der Versichcrungspslicht befreit."
Ein nationalliberaler Antrag, zu setzen, mit „abgeschlossener Hochschulbildung" wurde abgelehnt. Im Zusammenhang Wit dieser Aenderung des § 1223a erhielt § 1212, Abs. 1 Ziffer 2 guf konservativen Antrag eine von der Vorlage und dem Be- Musse erster Lesung abweichende Fassung. Demnach sind nach Ziffer 2 versicherungspslichtig „Betriebsbeamte, Werkmeister und ändere Angestellte in einer ähnlich gehobenen Stellung, sämtlich, wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet".
Bei § 1228 wurde die in erster Lesung beschlossene Erneue- rüng der Selbstversicherung beanstandet wegen der damit verbundenen finanziellen Belastung der Versicherungsanstalten. Ter Paragraph wurde dem Unterausschuß überwiesen. Im übrigen wurden die §§ 1212 bis .1235 ohne weseirtliche Aenderungen angenommen.
21 ns Hessen.
R. B. Darmstadt, 25. Nov. Sieben große Warenhäuser in Hessen, und zwar die Firmen Leonhard Tietz, Akttengesellschast, S. Wronker u. Co., Geschwister Knopf, S. Wronker u. Co. Nachf. in Offenbach, L. Halbreich- Worms, M. Knopf-Worms und Louis Landauer-Worms, haben gegen die Warenhaus- und Filialsteuer, die in der neuen Gemeindereform zur Einführung gelangen soll ,eine längere Vorstellung cm die Erste Kammer gerichtet. Die Bittsteller wenden sich namentlich gegen die Höhe der von der Zweiten Kammer angenommenen Warenhaus- und Filialsteuer und führen aus, es habe sich „in der Praxis unzweifelhaft herausgestetlt, daß die Warenhaussteuer ihren ursprünglichen Zweck, dem Kleinhandel einen Schutz gegen die Warenhäuser zu gewähren, völlig versehlt, ja vielmehr das Gegenteil herbeigeführt hat". In Erkenntnis dieser tatsächlichen Berhältniffe hätten auch die Staaten mit Warenhaussteuer diese „immer milder gestaltet". Daß die vorgefchlagene hessische Steuer eine sehr starke Belastung der Warenhäuser herbeiführen würde, geht daraus hervor, daß die Warenhaussteuer in Preußen nur bis 2 Prozent des Umsatzes, in Hessen dagegen bis 5 Prozent betragen solle, also das 2i/zsache der höchsten preußischen Steuer. Ferner werde in Preußen nur eine Gewerbesteuer, und zwar die höhere, in diesem Falle also nur die Marenhanssteuer, erhoben, von der die reguläre Gewerbesteuer abgesetzt wird. In Hessen werde dagegen neben der jetzt ganz bedeutend erhöhten Gewerbesteuer in kumulativer Weise noch die Warenhaussteuer erhoben. Und weiter würde neben der regulären Gewerbesteuer und der Warenhaussteuer eine Warenhausjiliale event. noch eine Filialsteuer zu zahlen halkdu. Das sei eine ganz exorbitante Besteuerung, gegen welche die Jnteressenien Widerspruch erheben mußten. Man könnte von einem steuerlichen Ausgleich zwischen Warenhäusern und Kleinhandelsbetrieben »llenfatts noch sprechen, wenn die Warenhaus- und Filialsteuern zusammen auf 10 Prozent des Ertrages begrenzt würden. Das würde schon eine ganz erhebliche Mehrbelastung gegenüber der Konkurrenz bedeuten, d.e nur eine Steuer von 2—2i/a Prozent des Ertrages habe. Die Bitt-
27. morgens östlich von Amiens eine Stellung von Villers- Bretonneux (3. Brigade und zwei Bataillone der 1. Brigade) bis Longueau — bei Amiens — (2. Brigade) inne hatten, w-ahrcnd 5 Bataillone und 2 Batterien der 1. Brigade als 9k- serve dienten und außerdem noch eine abgesonderte Truppe von 8000 Mobilgarden unter General Paulze d'Jvoy nut 12 Geschützen südlich von Amiens bei Dury eine verschanzte Stellung zum Schutze der Stadt gegen einen Angriff von Süden her bezogen hatte. Gegen diese ausgedehitte Lime mußten sich die deutichen gruppen wenden, so daß ihre Kräfte sehr zeriplitttrt und zeitweilig sogar in der Mitte auseinandergcriffen wurden General von Mameuffcl vernichte zwar beim Anmarsch die Armee möglichst zusammen zu bringen, doch gerieten die Vortruppen dabei frühzeitig mit den vorgeschobenen Abteilungen des Femoes m Konflikt, woraus sich dann bald eine regelrechte Schlacht entwickelte Auf dem rechten Flügel (1. Korps) besetzten zunächst Decke des 4. Regiments das Dorf Gentelles und die davor liegenden bewaldeten Höhen und behaupteten sie gegen verschiedene feindliche Vorstöße von Cachi) her: ein anderer Teil d's- felben Regiments bemächtigte sich des rechts davon liegenden Waldes von Hangard und wies hier ebenfalls verschiedene Geg n- stoue zurück. Mch weiter rechts drangen Teile des 44. Regiments Ur Umfüllung des linken französischen Flügels gegen die am Bahndamm Amiens—'Reims errichteten Verfchanzungin vor und erstürmten diese um die Mittagsstunde; der Feind zog sich in das itarf belebte xerf Villers-Bretonneux zurück. Gegen 2 Uhr sch.cktc er sich ziw Wledereroberung der verlorenen Positionen an. Die deutschen truppen am Wald von Hangard mußten vorübergeh.nd ?? lieber macht weichen, gingen aber nach Eintreffen von Ver- Uartungen (Regiment Kronprinz) wieder erfolgreich vor und warien den Feind in die Verschanzungen südlich von Villeis- Bretonneur und, nachdem die Artillene den Angriff vorbereitet, auch von dort ui ba» Dor, selbst zurück. Subaiui ftürintcu bie Abteilungen der 3 Regimenter von öuben und L4l1.11 her dieie .patiwicUiaig. xie Franzosen retirierten fluchtartig nach Norden dis Eorbie. Bei Gemütes wogte indeifen ein wecitzelndes Feuer gefecht, bis sich die Leutfchen infolge Munitionsmangels mit Euibruch der Duulell)eit hinter den Luce-Bach zurückzogen, wo ,ie unbehelligt vom Gegner, der sich mit der Besetzniig oon Gen- teUes begnügte, Stellung bezogen. Auf dem Unten deutichen Flügel (8. Korps) waren dm 28 er gegen das Dorf St. Nikolas borgegnnqcn unb hatten es gegen y23 Uhr naaMittags erstürmt, inoencn Tiilc oer 68 er in den Kampf gegen Gentelchs eingriffen. Links davon wandten sich Teile der Regimenter 33, 65 unb 68 gegen das Dor, DoveS und den dabei lizgenbai Nuinelcherg; Heide Stellungen wnv
steiler beantragen für die 'Gestattung dieser Steuern, die sie grundsätzlich verwerfen, das Folgende:
1. Eine Kumulierung der drei Steuern, Gewerbesteuer, Waren- h ans steiler und Filialstener luirh gesetzlich ausgeschlossen. Der mit solchen Steuern belastete Betrieb hat, wie in Preußen, immer nur die bochste Steuer zu zahlen. *2. Die Warenhaus' und Filialsteuer werden, falls sie als Umsatzsteuer vom Detailumsatz erhoben werden, je auf 10 Prozent des Ertrages begrenzt. 3. Falls die Warenhausoder Filialsteuer als Zuschläge zur Gewerbesteuer erhoben werden, so werden diese, wie in Württemberg, auf 20—50 Prozent festgesetzt. 4. Erreicht der nachgewiesene Ertrag nicht 5 Prozent des Umsatzes, so sind der Veranlagung 5 Prozent des Umsatzes als Reinertrag zu Grunde zu legen._____________________________
Die Moabiter Ztrchenlrawalle vor Gericht.
4 Berlin, 25. Nov.
Zu Beginn b-er heutigen Sitzung, die im großen Schwur - gerichtssaale im alten Gerichlögebäude stattsmdtt, stellt der Erste Staatsanwalt unter Beweis, daß in einem Artikel des „Vorwärts" die Bemerkung „G e n o s s c n im Au t o" enthalten sei. Dadurch habe der Wachtmeister F r i tz auf den Gedanken kommen können, daß in dem Auto der Engländer sich Führer der Tumultuanten befänden.
Rechtsanwalt Heine: Das gibt den Polizisten aber noch nicht das Recht, auf bic Insassen ohne Grund einzuschlagen. Rechtsanwalt Heine bittet ferner, einen Kaufmann Eichenborn und die beiden jungen Mädchen, die den Vorgang mit dem Auto <md nächster Nähe beobachteten, als Zeugen zu laden.
Ter Gerichtshof beschließt demgemäß.
3cuge Schutzmann Gieskorn führte eine Patrouille von Charlottenburg nach Moabit. In der Rostocker Straße wurden Schaufensterscheiben eingeworfen. Aus der Leusselstraße kam mit Johlen und Schreien eine Menschenmenge. Es ertönte der Ruf: Auf die Blauen! Ein Kollege wurde von einem Steinwurf ge== trofren, fo daß er taumelte. Ich zog meinen Browning und gab einen Schuß über die Köpfe ab. Tie Menge stutzte einen Augenblick, rief bann aber wieder: Ten Revolver weg! und stürzte gegen uns wie die wilden Tiere. Ich schoß nach nach uni en, bis ich keinen Schuß mehr hatte. Dann zog ich m e i n e n Säbel und begab mich in eine Haustürnische. Von hier flüchtete ich in das Lokal von Rutenberg. Der Zange erzählt dann weiter den schon bekannten Vorfall, wie er aus dem Lokal durch das Fenster erst auf den ersten und dann auf den zweiten Hof flüchten mußte und schließlich durch Polizisten herausacholt wurde. Verletzt wurde der Zeuge nicht. Auch ein Aufschreien aus der Menge nach seinen Schüssen hat er nicht gehört. Die Menge bestand aus älteren Leuten, Ls waren ungefähr 30 bis 40 Menschen.
Erster Staatsanwalt: Sie gingen ruhig Patrouille und gaben feine Anordnungen gefeit die Menge? — Zeuge: Nein, wir gingen ganz ruhig die Sttaße entlang. — Staats- a nw alt: Haben Sie früher einmal Zusammenstöße mit dem Publikum gehabt? — Zeuge: Nein. — Lors.: Hat niemand aus der Menge zu den Tumultuanten gesagt: Seid doch vernünftig, was wollt ihr denn von dem Mann? — Zeuge: Nein. — Verteidiger Rechtsanwalt Rosenfeld: Hat von den Stcin- mürfen einer getroffen? — Zeuge: Nein, abgesehen von dem Steinwurf gegen den Schutzmann Sperling, der bewußtlos h i n f i e l.
Zeuge Sckmtzmann Sperling schildert den Vorfall ähnlich wie der Vorzeuge. Nachdem der Zeuge von dem Stein getroffen war, so daß er sich mit Nlühe aus den Beinen hielt, wurde er von dem Kaufmann Juhl in Sicherheit gekrackt. Rufe hat der Zeuge nicht gehört, sondern nur Pfeifen. Frauen find in der Menge nicht gewesen Nack) dem Wurf ist der Zeuge 14 Tage lang in ärztlick>er Behandlung gewesen. Der Zeuge zeigt dann dem Gerichtshof I einen von den Steinwürfen zerbeulten Helm.
Kriminalschutzmann Haßler wird von RechtsanwaltN o s e n- feld gefragt, ob er an dem fraglichen Mittwoch von 11—2 Uhr in der Turmsttaße patroullierte. Ter Zeuge soll dabei gewesen fein, als Personen, die aus der Straßeickahu tarnen, von Kriminalbeamten geschlagen wurden. Der Zeuge hat niemanden geschlagen und hat das auch nicht an seinen Kollegen beobachiet.
Erster Staatsanwalt: Es sind Zeugen vorhanden, die behaupten, daß gerade Sie geschlagen haben. — Zeuge: Das ist völlig ausgefchlofien.
Ein A n g e t' 1 a g t c r behauptet, daß er gesehen habe, wie der Zeuge Leute geschlagen habe. — Rechtsanwalt Cohn: Die Ant- rvorlen, bie Sie geben, gehen auf Ihren Eid. Haben Sie nodj etwas zu erklären. — Zeuge: Nein. — Zeuge Limphake, Expedient der „Frankfurier Zeitung", hat in der Presse die Berick-le über die Unruhen gelesen und ist aus Neugierde nach Moabit gefahren. L4/er Zeuge hat gesehen, wie ein ganz aller Mann im kleinen Ziergarten Hiebe vor die Brust bekam, so daß er blutete. Im kleinen Tiergarten habe, man überhaupt ganz anständige Leute verhauen. Am schlimmften trieben es die Kriminalbeamten mit ihren Gummiknüppeln. Ein junges Mädchen oon 13—15 obren hef vor den Schutzleuten weg und erhielt auf der Flucht zwei Hiebe mit voller WuckK auf den Rücken, so daß es hinfiel.
Zeuge Freiherr v o n R e i tz e n ft e i n hat als Berichterstatter der „Morgenpost" die Vorgänge beobachtet. Die Schutzleute waren riihig: aus der Menge ertönten Schimpfworte, auch wurde mit toteincn und Blumentöpfen von den Balkons geiuonen. Sobald öie Schutzleute zurückgezogen wurden, fing der Tumult wieder an. Das Vorgehen der Schutzleute war absolut to e cf «= mäßig , wenn auch vielleicht Ausnahmen vorkamen. Der Zeuge den um 3 Uhr gemeinschaftlich genommen und der Feind bis Eagny und Longueau verdrängt. Auch auf dem äußersten linken Flügel, den die 16. Ins.-Division bildete, gelang es den Regimentern 40 und 70, den Gegner aus Hebecourt auf Dury zurück- zuwersen, dock wurde der eingdeitetc Angriff auf diesen festen Platz wegen der Dunkelheit abgebvod)cn. Der Kampf war daher gegen ubenö auf der ganzen Lmie zum Stehen gekommen, nur ein madiges Gewehr- und Gefchützseuer wurde noch eine Zeitlang unterhalten. General von Manteuffel wollte am nächsten Tage den Kampf mil allen Kräften zur Entscheidung bringen, doch er- 1Drielen flch die zu Liefern Zwecke abends getroffenen Maßregeln als uberfluiiig: der Feind, der feine beiden Flanken bedroht fah und eine Umzingelung befürchtete, räumte im Laufe der Nacht die noch belebten Stellungen und zog zunächst bis Amiens ab, dann aber gab General Farre, namentlich durch die eingetretene Dis- ziplinloiigkeit der Truppen veranlaßt — ein Teil der National- garbeit zerstörte feine Waffen und entwich in die Heimat — auch den anfangs beabfichtigten Widerstand bei Amiens und korbic auf und setzte den Rückzug nach Norden (auf Arras zu) wtt- Am -8. mittags rückte General von Goeben mit der 32.
- 9Qbe e^n- ^0. vormittags ergab sich auch
<niec?elra^utl9J40p Mann) der Zitadelle, noch bevor die angedrohte Beschießimg durch Artillerie — der Kommandant war am 29. bet einem von 5 Kompagnien gegen den Platz gerichteten Jn- [anterieiajnellicuer ge,allen — begonnen hatte. Die Verluste der Franzo.en beiteten sich (nach Angaben bes Generals Faibherbe) auf
13JO Tote und Verwundete; außerdem ließen sie über 1000 Ce,angene (ohne die Be.atzung der Zitadelle) in den Händen der Deutichen. Dieie hatten verloren: 76 Offiziere und 1216 .Rann, nämlich tot ober an den Wunben gestorben: 19 bezw. 211 • bcriüuitbct: 56 bezw. 984 und vermißt: 1 bezw. 21. — So war einstweilen auch die Nordaimee aus dem Felde geschlagen und die I. Arniee ^konnte |ich nun gegen Rouen wenden, von wo aus feindliche Drup^enmaiscn gegen bas Einichließungsheer von Paris operierten.
*
Entdeckung von Kunstdenkmalen in Aegypten. Der Aegyptv.oge und Archäologe Professor Gaston Maspe ro in Paris hat in Aegypten wiederum eine Anzahl btsljcr unbekannter iiuniibciijnaic au,gebest. Nack der „Ilm» ictjau" sand er in Waoi-es-Sevona in einem antiken Tempel etngeiugt, eine fatt voilstänoige christliche Kira) e, die vermutlich aus dem 6. Iayryunoert stgmmt und viele Aehnlichleit wtt den tvpti^sen Kiiu.)en hat, ferner in Maharrakah eine Weliüelxreppe, die zu. einer Tempelterajfe .emporgeführt
Hai mit dem Unternehmer Hintze, der die DrberlSwiMgen steif eine Unterredung gehabt. Hinhe erzählte, seine Leute liebt die Gesahr, namentlich wenn sie wußten, daß sie dabei wichs und nngestrast loshauen dürften. Er habe unter seinen Leu: einen Riesenkerl, wenn er den loslasse, wirke er mckhr als je Schutzleute. Die Arbeitswilligen, die verwundet wurden, war stolz auf ihre Wunden.
Staatsanwalt: Halten Sie es für möglich, daß f so junger Mann wie Hiwtz«e einen so großen Einfluß auf fei Leute ausüben tonnte? Zeuge: Ja, man muß den Ma gesehen haben. Er hat vor unseren Augen mit d Fan st einen Nagel in den Tisch geschlagen.
Der folgende Zeuge, der Redakteur der „B. Z. am Mitta Moszkowski, verweigert die Aussage mit der Begründur der Polizeipräsident habe erklärt, jeder Journalist, der sich c dem Schauplatz der Exzesse ausgehalten habe,, hatte sich 01 strafbar gemacht. Er würde sich also durch eine Aussage i Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung anssetzen.
Zeuge Dr. Wilhelm K o ch m a n n hat die Unruhen teilivr selbst beobachtet. Das Publikum war ruhig und anständig, a seiner Mitte fiel nicht ein Laut. Die Schutzleute haben ok jede Veranlassung dann auf die Menge ein geh au en und zwir roh und brutal, so sinnlos und unmotiviert, wie er es noch > erlebt habe. Die Berichte, die in der Presse über die llncul erschienen waren, seien teilweise geradezu irreführend gewes, an den Krawallen sei lediglich in dem unmotivierten Vorgeh so daß er nicht wisse, wie er sich das erklären solle. Die Sch, der Schutzleute zu suchen.
Der 16 jährgie Zeuge Precht, der infolge eines Vetriel Unfalles nur ein Bein hat, ist am Montag oder Dienstag üerb worden. Ein Mann, anscheinend ein Kriminalbeamter, hat , mit einem Stock und einen Schlagring geschlagen, nachdem er i vorher mit einer Laterne beleuchtet hatte.
Polizeileutnant Schirmer hat Ecke Turm- und Oldenbur' Straße Dienst gehabt. Es herrschte ein lebhafter Paisanl, verkehr von einem gemischten Publikum. Als eine große Mensch, menge gegen die Heilandskirche strömte, ließ er blank zieh zumal von der Ecke her gesckwssen wurde, und die Straße säube
Zeuge Redakteur Berthold hat gehört, wie die Leute der Siemensftraße Arbeiterlieder fangen. Es wurden Ruse: Bl Hunde laut und ferner gerufen: Schlagt sie tot, diese Verbrcü von Gottes Gnaden! Der Zeuge hat sich gewundert, daß Polizei so außerordentlich ruhig war, die Menge wurde von stets in sehr höflicher Form zurückgewiesen. Nur in der Tur straße wurde einmal ein Straßenbahnarbeiter ziemlich brüsk c besaßt. Wiederholt hat der Zeuge einen Mann beobachtet, i immer austauchte, wo etwas los war, einen großen Herrn i Spitzbart. Von diesem habe er die Vermutung gehabt, daß er den Unruhen seine Hand im Spiel habe. Au einem der folg, den Tage habe er den Mann von einem Cafä am Anhai Bahnhof aus beobachtet und gleich zu seinem Freunde gefa Heute ist in Moabit nichts los, der Mann ist hier. Ter Ze> bekundet noch, daß er von einem Schnürseiikelverläufer bcdc worden sei, wenn er sich noch einmal in Moabit blicken laße, bekomme er Kloppe.
R.-A. Heinemann: Der Mann, von dem Sie vor sprachen^ hat doch auch Sie überall gesehen. Vielleicht Hai von Ihnen den gleichen Eindruck, wie Sie von ihm, näcil ä daß Sie die Hand im Spiele hätten,
Zeuge: DaS mag schon sein.
Darauf wurden die Weiterverhandlungen auf morgen v mittag vertagt.
------------------ ...... M
Aus Staüt imO Land.
Gießen, 26. November 1910.
** Vom Kunstverein wird uns geschrieben: 5 seit acht Tagen neue Ausstellung int Turmhaus am Bra hat sich bis jetzt eines außergewöhnlichen Besuches zu freuen, was gewiß daraus zurückzusüi-ren ist, daß wie, viel Schönes zu sehen ist. In Anoetracht der großen Ä! gaben, die dem Kunstverein entstehen und ün Hinblick « das Schöne und Sehenswerte, das auf diese Weise un,e Stadt zugesührt wird, hat sich dem Stamm regelmäß^ Besucher neuerdings eine große Anzahl ökun st freunde i geschloffen, die in dem Beschauen der wechfeüveise a- gestellten Kunstwerke Genuß, Anregung und Erholung f den. Immerhin aber durfte im. Verhältnis der Eiiuvohu zahl unserer Univerjitätsstadt der Be.uch der Ausstelluns^ und auch die Mitgliederzahl des Kunstvereins noch u größer sein. Ebenso dürste auch bei den kapitalkräftig Kunstfreunden der Gedanke austauchen, daß die ausgefieili Bilder nicht allein zu besehen, sondern auch zu kau,en ji denn gerade in der letzigen Ausstellung befinden sich Vvd die alS Weihnachtsgeschenk geeignet find und den Besche ten Freude bereiten würden. Gleichzeitig sei mitßcie daß die jetzige Ausstellung nur noch kurze Zett blei da außer einer Kollektion des bekannten Meisters Prost'i Dettmann auch eine Ausstellung der „Freien Lerenngu Weimarer Künstler" folgen wird, wesyalb ein balbii Besuch der jetzigen Ausstellung empfohlen fei. Für i Jahr 1911 eintretende Mitglieder deS Kunstvereins hat von jetzt ab für sich und ujrc Familie freien Eintritt der Ausstellung. Die Liste zum Einzeichnen liegt in t
hat. In Arnada wurde ein kleinerer, wunderbar erhaüc Tempel aus ber Zeit Amenophis II. freigelegt, wo das ih Gelb und Bläu der Dekoration noch mit großer Kraft leuch In Kasr-Jrbin entdeckte man eine römische Befestigui 3n Jbfambout legte Maspero in einer Tiefe von 40 m Tempel des 2. Ramses frei. Von dreizehn Bildwcrl mit denen das glatte Dach des Gebäudes gefchinückt war, ko» man elf wieder aufrichten. In der Nähe bes Tempel- l< Maspero eine der Sonne geweihte Kapelle, die noch i ^a n J e Ausstattung enthält. Sie stammt von Romics T^er Altar steht im Osten unter vier hundstopfigen Asien, den Gott anbeten. Ein ungeheurer Skarabäus auf dem ül stellt die Sonne dar. Dieie Kapelle umschließt einen zwei Altar, der bem Moiwe geiveiht i|L
— EinjapanifchesLegendeuspielausderV rifer Bühn e. Im Pariser TMtre Fsmiua ist unter Leitung von Lugne-Poe ein intcrenanter Ver|iich mUcrnoinr worden: man spielte ein altes japaniicl-es Legendenfpiel Liebe". Der Geist des fernen Ostens webt in der einfachen pa lung. Ke|a ist die Gattin des Samorai Hirofchinia, den im ersten Bilde zu einer weiten Rci|e ausziehen |el)en. Du w Endo auf, ein Vagabund, der Kefa in irüljeren Jahren fleli hatte, er fchilbert feine Leidenfchast, sucht sie zur Flucht mit i zu bewegen und droht ihr im Falle einer Ablage mit bem Ti Aber auch Hiroschima soll fallen, Endo will ihn töten, und Ke,a das hört, giot |ie ihm den irtat, bis zur Rückkehr bes tz)at zu warten. Sie zeigt ihm die Stelle, wo Hirofchüna id)l und lockert in der Wand des kleinen Hauses eine Plante, jo 1 Endo den Gatten nad) der Heimkehr von draußen mit einem Do stich ins Herz treffen könne. Aber der Zufall will, daß gcr in dem Augenblick, da der Gatte heimkehrt, Kefa aus ber Lai Hätte ruht, an der Endo den Mord begehn soll, und so u ber Dolch des Mörders statt den Gatten ihr eigenes Herz. Aufführung, in der Lugne-Poe den Hirofchima, be Max bett E 'und Sufaiine Tepres die Kefa spielten, hinterließ trotz ber Ptt ttven Fabel einen tiefen Eindruck.
— Kurze Nochrlckten auS Kunstu 99 i f f e n f (t o Aits Halle a. S. wird uns gemeldet: Wie hier versickert w ivttb ber o. Pioiessor und Tireklor bes pawowgiicken Zniutnts ber llniücifuät Halle a. S. Geheime Mebiziiiattat Ti. $' E d e r t tz mit 'Jlblnin dieses Winteriemeiiers uom Vcijiainw jui tieten. Prof. Eberth sieht im 76. tlebeiissahre.
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