besitze. Man müsse daher glücklich sein, daß die Postsparkasse es ermögliche, mit der Rentenemission einigermaßen vorwärts zu kommen. Bei der Fortsetzung der Aussprache über den Bericht des Teuerungsausschusses erklärten die Abgeordneten Glöckel und Swoboda, die Zulassung der Flei sch e i n fu h r und die Herabsetzung der Getreidezölle seien allein geeignet, der Teuerung zu steuern. Am Schluß der Sitzung sprachen die Vertreter sämtlicher Parteien des Hauses, sowie die Sozialdemokraten und Zionisten aus Anlaß des Hinscheidens Tolstois ihre Teilnahme aus.
2lus Stadt und Land.
ließen, 2ö. Aiooember 1910.
In eigner Sache.
Herr H. E. Jughard schreibt uns als „Mitglied des Vorstandes der fortschrittlichen Volkspartei":
An die Redaktion des „Gießener Anzeiger". In Ihrem Ar- ttkel in Nr. 2/4 des G. A. „In eigener Sache" meinen Sie im Schlußsatz desselben, es scheine die Zeit gekommen zu sein, wo die Mitglieder der Fortschrittlichen Volkspartei sich fragen müßten, ob sie mit einem solchen Vorstand noch zusammen arbeiten woll- tcn. — Wenn Sie noch einen Tag gewartet hätten, dann hatten ^ie Beweise genug, wie die Mitglieder über ihren Vorstand denken, es tut mir ja leid, daß Sie damit so gründlich hineingefallen, bin aber aud) der Meinung, daß Sie sich da um Sachen beinminert, die Sie ganz und gar nichts angchen. — Hock-achtungsvoll H. E. Jug- Hard. Mitglied des Vorstaiides der Fortschrittlichen Volkspartei.
Wir hatten auf unsere Notiz in Nr. 274 allerdings eine andere Antwort des Herrn Jughard, bezw. des Vor-
standes der fortschrittlichen Volkspartei, erwartet. Man hätte annehmen müssen, der Vorstand würde die in seinem Flugblatt gegen unser Blatt erhobenen unwahren Behauptungen und Verdächtigungen .öffentlich zurücknehmen, da der wahre Sachverhalt, .für den wir viele Nachweise zur Hand haben, feststeht. Aber für den sachlichen Teil dieser Angelegenheit scheint, nach dem Schreiben des Herrn Jughard, der Vorstand der fortschrittlichen Volkspartei nichts übrig zu haben. Statt dessen fügt er zu feinen früheren Schmähungen neue. Er wird nichts daran ändern wnnen, daß fein Vorgehen nicht zur Festigung, sondern'zur Erschütterung seines Ansehens beiträgt. Ueberall, wo wir Gelegenheit hatten, Aeußerungen aus der Bürger- chast darüber zu vernehmen, ist uns das, namentlich auch von Anhängern und Mitgliedern der fortschrittlichen Volks- ) art ei, bestätigt worden.
Zu derselben Angelegenheit erhalten wir vom Vor- itzenden des hiesigen nationalliberalen Vereins folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung:
Der hiesige Nationalliberale Verein wird nächste Woche, gelegentlich seiner diesjährigen Generalversammlung, u. a. die Vorgänge bei der Stadtverordnetenwahl behandeln. Die Ausführungen der Vertreter des Be',rüis bei der Vorvereitung zu dec genanmen Wahl werden aufs schlagendste den Beweis erbringen, daß der nchrld des Vereins rein geblieben ist und daß die geradezu beleidigenden Vorwürfe von gemisser Seite jeder Berechtigung entbehren, eine Tatsache, die ia heute schon jedem bekannt ist, der im Bürgerschaftsausschuß mitgearbeitet hat.
Grotzherzogs Geburtstag.
G i e 13 e n, 25. Nov.
Zur Feier des Geburtstags unseres Großherzogs haben heute die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser Flaggenschmuck angelegt. Auch die Wagen der elektrischen Straßenbahn tragen Fähnchen als Schmuck. Die Feier des Tages verlies in dem heriömmlichen Rahmen. Die öffentlichen Bureaus waren geschlossen oder hatten Sonntagdienst und die Schulen hielten besondere Schulfeiern av. Die militärische Feier begann gestern abend mit einem Zapfen- streich, der sich unter Begleitung von viel Volk von der Kaserne durch die (gestern mitgeteilten) Straßen ber etabt zur Wohnung des Regimentskommandeurs und wieder ^zurück zur Kaserne oewegte. Heute vormittag sand großesWecken statt, um 9 Uhr ertönte Eyoralinusir vomStadt- tirchturm und um 9% Uhr fand F e st g o t t e s d i e n st der vereinigten Zivil- und Militärgemeinde statt, bei dem Pfarrer Schwabe die Festpredigt hielt. Auch die katholische Gemeinde, sowie die israelitischen Religionsgem-einden hielten besondere Festgottesdienste ab. Nach der Kirche fand große Paroleausgabe statt. Tie hiesigen Hassiw- vereine begingen den Tag am Vorabend durch einen Kommers im Hotel Schütz. Unter Führung des Vereins ehemal. Pioniere gestaltete sich der Abend recht abwechslungsvoll und würdig. Ansprachen wechselten mit guten Musikdarbietungen und Liedern. Dem Großherzog wurden Glückwünsche der Versammelten teiegraph-sch übermittelt. Die Bürger- und Beamten ja) ast vereinigte sich am Frühnachmittag in stattlicher Anzahl zu einem Festessen im Saal des Gesellscha.tsverein^, bei dem Provinzialvirek- tor Dr. Usinger folgenden Trinhpruch ausbracyte:
Hoch geehrte Fe st Versammlung!
Wie in früheren Jahren, jo haben sich auch heute Männer aus allen Kreisen der Stadl in diesen Räumen versammelt, um den Geburtstag unseres Landesherrn feftrico zu begehen. Hier wie überall in Hessen gibt der Tag gern ergriffnen Anlaß zu Patriotifchen Feiern. Ist es doch eine glückliche Fügung, daß wir in unserem, mit sa-nell sich ablösenden Encheinungen, For- und Ereignissen angefüllten Leben und bei all dem vasten und all den Kämpfen, die unsere Zeit mit sich bringt, non) Gelegenheit haben, mit dem Herzen Feste feiern zu können wie das heutige, Feste, bei denen mit Rücksicht auf ihren enstand das, was die einzelnen, vielleicht oft nur in Kleuiig- teuen trennt, zurücttrüt gegenüber dem, was die Gesamtheit eint1 Tie Liebe und Treue zum angestammten Herrscherhaus und damit 3U unserem engeren und meckeren Vaterland.
Wünsche und Hossnungen finden ihre Grenze an dem nach öen . kiffen Erreichbaren. Wer diesen realen Boden muji verläßt, der wird auch heute wieder mit Befriedigung feststellen können, daß unter der Regierung des Großyerzvgs Ernst Ludwig unser engeres Vaterland mächtig vorange,Dritten ist. Gerade wir hier in ^berhessen können dies vielleicht am besten beurteilen. Tenn wer beule die Stadt Gießen, untere Lanoes-Univer,nät, sowie die Landstädte und Dörfer der Provinz mit ihrem zum teil
Deutsches Keich.
Der Kaiser traf am Donnerstag nachmittag 2 Uhr 25 Minuten mittels Sonderzugs in Breslau ein und setzte nach einem Aufenthalt von zehn Minuten die Reise nach Oberschlesien fort. Um 5 Uhr 42 Min. ist der Kaiser inRadzio nkou citigetroffen. Znm Empfang waren am Bahnhof anweseiid: Fürst Henkel von Donnersmarck und der Landrat des Kreises Tarnowitz, Graf Lim- burg-Stirum. Das alte und das neue Schloß erstrahlten in Notfeuer. Im Vestibül erwartete die Fürstin den Kaiser. Abends fand Tafel im engen Kreise statt. Als Jagdgaste sind u. a. noch anwesend: Oberpräsident von Gunther, Regierungspräsident von Schwerin-Oppeln, Regierungspräsident von Meister-W; sbaden, Fürs. Hatzfeld und Fürst Lichnowsky.
Der Aeltestenrat des Reichstags beriet am Donnerstag den Arbeitsplan für die nächste Zeit. Man ho,st, die Anfragen, mit Ausnahme der beiden über die Rebschüden, noch in dieser Woche zu erledigen. Die Anfrage über die Königsberger Kaiserrede soll am Freitag besprochen und Samstag voraussichtlich zu Ende geführt werden. Am Montag soll die erste Lesung des Schiffahrts- abgabengesetzes beginnen, die man am Dienstag zu beendigen hofft. Dann folgt die erste Lesung des Knr- pfusafereigefetzes. Daran werden sich die zweien Lesuiigen des Arbeitskammergesetzes und der Strafgesetznovelle schließen. Die erste Lesung des Haushalts durfte erst am 9. Dezember beginnen und 5 Tage in Anspruch nehmen, so dag am 14. Dezember die Weihnachtsserien beginnen könnten.
Die acht württembergischen Handelskammern haben zu dem Entwürfe des Gesetzes betreffend den Ausbau der deutschen Wasserstraßen und die Erhebung von Schiffahrtsabgaben eine gemeinsame Erklärung beschlossen, in der sie dem Entwürfe in seinen Grundzügen ihre Zustimmung geben, um die vieinmsirittene Frage der Erhebung von Schisfahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen in befriedigender Weife zu lösen.
Die Blätter melden ans Posen: Hier wurden bei den Stadtverordnetenwahlen in der zweiten Ab- reilung durchweg Deut s ch e gewählt, im ganzen 10.
** Vom Großh. Hof. Der Großherzog und die Großherzogin sind gestern vormittag liy» Uhr von Paris nach Darmstadt zurückgekehrt.
** Von der Landes-Universität. Nach vorläufiger^ Feststellung beträgt die Zahl der int laufenden Winteresemester an unserer Landesuniver,ität immatrikulierten Studierenden 12 43.
** Von der technischen Hochschule. Ter Großherzog hat den Privatdozenten für Eisenkonstruktionen des Hochbaues an der Technsicheii Hochschule Baurat Walther Knapp zu Darmstadt zum außerord. Professor ernannt.
** Auch ein landw ir tschaftlicher Wanderlehrer. Amtlich wird vor den Vorträgen eines älteren Mannes namens M. Kranz aus Neuffen bei Stuttgart gewarnt, der sich als Wanderlehrer ausgibt und durch landw. Vorträge in den Streiten der Landwirte und Winzer Irrlehren zu verbreiten suck-t.
Veränderungen im 18. Armeekorps, a. d. Osten, OberjUt. und Bats.-Kommandeur int 1. Nassau. Jnf.-Negts. dir. 87, zum Stabe des Jnf.-Regts. von Courbiöre (2. Posen.) dir. 19 versetzt; Heinrichsen, Major beim Stabe des 1. Nassau. Jnf.-Regts. Nr. 87, zum Bats.- Kommandeur ernannt.
** Neuerungen im Postdienft. Die Reichspost führt ab 1. Dezember versuchsweise EilbestellungvonPakeren, Einschreibungen,SendungenmitWertangabe und P o st a n w e i s u n g e n aud) für O r ts s endu n g e n ein, während bisher nur gewöhnliche Ariefsendungen zur Eilbestellung an den Empsänger in dem Orts- und Landbestellbezirk des Aufgabe- Postorls zugelassen waren.
** Handelskammerwahlen. Die vom 22. bis 24. d. M. vorgenominenen Ergänzungswahlen zur hiesigen Handckkammer in den Wahlbezirken Gießen-Sladt, Gießen- Land, Grünberg und Als,etd haben überall die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder ergeben. In Gießen-Stadt, wo 95 Wayiberechligte üb|iimmteii, wurden Kaufmann Röhr, Kommerzienrat Schirmer und Fabrikant Zur buch mit 91 bezw. 92 Stimmen wiedergewahkt, während Fabrikant Rinn tn Heuchelheim, Fabrikant Stammler in Grünberg und zwmmerzienrai Grünewald in Al-feld einstimmig wiedergeivählt wurden.
2lii5lnn0#
Der türkische Ministerrat beschäftigte sich mit der Kretafrage und beschloß bet den Kreta,chutzrnächten gegen bte Eidesleiftung auf den Namen des Königs der Hellenen sowie gegen Den Beschluß der kretischen Kammer zu protestieren und ferner eine definitive Lösung der Stietatrage zu verlangen.
Dem Reuter-Bureau wird über einen Angriff auf den englischen Gesandten in Addis Abeba gemeldet, daß der Gesandte, der sich in das Hans eines englischen Untertanen) begeben wollte, von einigen Eingeborenen überladen wurde, aber unverletzt geblieben ist. Die Regierung sprach dem Gesandten ihr Bedauern aus. Die Schuldigen wurden öfseiitlich aus- gepeitscht.
Die Londoner Blätter berichten über einen Zwischenfall an Vord des Linienschiffes „Mars" in Portsmouth. Aus unbekannter Ursache erhielten bie Mannschaften seit einem Dio na t keine Erlaubnis an Land zu gehen. Einige Unzufriedene verhöhntendieBorgesetzten. Drei davon wurden degradiert und zehn andere in Haft genommen.
Einer Meldung der „Petersburger Telegraphen-Agentur" aus Mulden zufolge, liegt dort die Meldung von einem neuen Zufammensto ß zwischen chinesischerPolizeiundJa- PLnern im Jantsifugebiet an der koreanischen Grenze vor.
hochentwickelten Erwerbs- unb Wirtschaftsleben vergleicht mit dem Bild, das sie uns noch vor 2 Jahrzehnten boten, dem führt schon die Macht der Tatsachen die bedeutsamen Fortschritte vor Augen, die im Lande auf allen Gebieten gemacht wurden, dank der von unferem Landesherrn ergriffenen, überaus erfolgreich gewesenen Initiative, dank der in Staat, Stadt, Kommuiialver- bänden unb Körperschaften unter Anspannung aller geistigen und maletieUen Kräfte geleisteten Arbeit und dank schließlich des Fleitzes. sowie der auch in Zeiten schwerer Lasten nicht erlahmten Opferwilligkeit der Bürger in Stadt unb Land.
. Großherzog Ernst Ludwig ist ein Monarch, der, wie nur einer, feine Zeit versteht unb ber gerade neuerdings wieder auf sozia- !enTf — ich denke an die Fürsorge für arme Lungen-
Mütter unb Säuglinge — hervorragende Beweise für die hohe und eble Ausiassung seines sürstlicl-eii Berujes gegeben bat. ^ch glaube, wir können unseren Lanbesherrn heute nicht Ichoner ehren unb ihm nicht besser huldigen, als dadurch, baß wir geloben, ihm wie seither so auch in Zukunft, jeher zu seinem Ten und nach seinen Kräften, Helfer zu sein an bem Werk, sein schönes ^anb vorwärts zu bringen auf der Bahn neuzeitlicher Entwicklung, zu Ehren des Hessischen Namens, den wir in bem -träger ber Krone verkörpert sehen.
Möge unserem Großherzog auch in feinem fommenben Lebens- laljr nur Glück unb Segen beschck'ben sein! Möge es ihm und oamide nur Sonnenschein bringen! Ties seien unsere Wuniche am, heutigen Tag für den, ber es sich zur Lebensaufgabe gelebt hat, jein Hessenlanb immer mehr zu entwickeln zu einem kraftvollen, blühenden unb fruchttragenden Zweig am Baum der beut)d;en Einheit.
. Königliche Hoheit Großherzog Ernst Lubwig von Hessen unb bet Rhein Er lebe hock), hoch, hoch!
Tas Offizierkorps feierte den Tag durch ein Festessen im Ossizierskafino. Arn Abend findet im Stadttheaier bei ibstlich beleuchtetem Hause eine Festvorstellnng statt und zwar findet die Erstaufführung des „Grafen von Gleichen" statt. Die Soldaten unseres Regunents haben durch die verschiedenen Mannschastsfeiern Gelegenheit, den Geburts- tag ihres Landesherrn besonders festlich zu begehen.
** Stadttheater. Tie Vorstellung von „U t Fra nzosentid* nach Fritz Reuter am kommenden Sonnta nachmittag findet bei kleinen Preisen statt und dürfte d- letzte Auffübrunq be5 Werkes sein. — Für bie „Wörter christel" - Vorstellung am Abend ist die diachsrage so swu daß Nestektanten gut tun werden, sich vor der Aöendkasj Plätze zu sichern.
- Vom hessischen Vogelschutzverein. Die dies sährige Mitgliederversammlung des Vogclschutzvercin findet am 14. Dezember in Darmstadt statt. Jin Än^chck, hieran wird der allbekannte Vorkämpfer des sachgemäße Vogelschutzes, Freiherr H. v. Berlepsch einen Lichtbilder Vortrag über Vogelschutz halten.
** dl e II e Reichs ban kste lte. Am 1. Dezember wird II Z te rk ra de eine von der ReichsbonlsteUe in Müllieim a. d.Rud abhängige Reichsbanknebenslelle mit Kasjeneiniichtmig und be ichränkkem GiroverkeDr eiössnet weiden.
** I n Amerika verstorbene Hessen. Levi Zim m ermann, 67 Jahre alt, aus Ober-Seemen, in Newyoik Joh. Hch. Sorg, 75 Jahre alt, in Pittsbucg; Frank 1. Kolb 71 Jahre alt, aus T-ieburg, in Talroit; Gg. Fr. Kni cf 84 Jahre alt, in Marsield; Ehristine Geisel geb. Hühner , Belleville; Andreas Beisheim, 78 Jahre alt, in Granville
** Die landwirtschaftlichenZeiifragen, di. heute zu erscheinen hätten, werden morgen beigekcgt.
Kreis Vüdiugen.
-l- Büdingen, 24. Noobr. Wie alljählich, so berfam weite sich auch heute auf Einladung des Kreisrats Dr. Bo eck mann die Eiliwol>ner>ä)a)t zur Feier des Geburtstage, des Großherzogs im Saale des Fürstenhoss. Infolge Uw wohlseins war ber Kreisrat Dr. Boeckmann verhindert. Der Feie- beizuwohnen; in seiner Vertretung eröffnete SUctdamtmani Fröhlich bie zahlreich besuchte Fejtversammlung. Ter Rednn hob die Gesichtspunkte hervor, bie das He.,eitlanb oeranlai en Den Geburtstag seines Landesherrn zu begehen; es seien b-c. vor allem Vaterlandsliebe und die Liebe zum Fürftenhauje- gedachte ferner dec BerDienfte, Die sich vor nunmehr 4U Jahr-r Prinz Ludwig, ber spatere Großherzog, nicht nur als Kriegs mann, svnDern auch als Förberer des Reichsgedaiikens eriDütbct bat, als es galt, das von Bismarck begonnene Werk, die Wiedererrichtung des Deutschen Reiches zu vollbringen. Von ihm lcii. unier Blick auf unseren jebigen Landesfürnen, der em fbili frohen Familienlebens verkörpere. Der Redner gab dem Wunjcb. Ausdruck, daß auch d.e Schiveuer unseres Großherzogs, die Zarm die m diesem Jahre in ihrer Heimat geweilt habe, balöigtz öcneiung entgegengehe unb unserm Großherzog im Kreije by Seirm noch viele glückliche Lebensiahre beichiedcv scui mögen. (Bei)all.) F u r n Wo n gang zu Yseu bürg -Bübingen brachte hierauf bas Hoch Quj Den Großherzog aus, in daS Die Feiwersammlung tranig ein. stimmte. Der Gosingvercin Liederkranz, Der sich immer bered sindet, patriotische und lokale Feierlichletten zu verschönern, brachte in bekannter Meisierschast brei Lieder „Hessenlano, Du teuer- wertes Land", „Die teure Heimat dort am Rhein" und 2rei Gläser" zu Gehör und erntete den verdienten Beifall der Zuhörerschaft. Ein „neues Lied nach alter Mewdie", geüidjiel run dem Ehrenmitglied deS Vereins, Direktor Paupiö, wurde alj Soloeinlage von dem Vorsitzenden, Dentist Lciihardt, wirkungSvciil vorgetragen und lanb leuijaiien Beiiall. 'Nach Sd)lug bd offiziellen Teiles übernahm Oekenomierat Andrae bas Präsidium unb unter seiner kundigen Leitung begann Die FiDelitas, snm- mi'.ngsvoll eingeleitet durch Goethes „Hier sind wir versammcll zu fröhlichem Tun". Sie spann sich fort bis nach ittcrnaajt Ter Feier wohnten auch bie Mitglieder deS KnegervereiiiS, dal Reserveofiiztcr-Korps unb die Staats- und städiisd-en und fürst- lichen Beamten bet — Am Freitag findet in den Schulco die übliche Feier von Großherzogs Geburtstag statt.
Kreis Lautervach.
m. Schlitz, 24. Nov. Dec heute erfolatcn Hochzell der Gräfin Anna zu Schlitz gingen einige"festliche &r- anstaltungen voraus. Dienstag abend begao sich der hiesige Jungsrauenverein ins Schloß, um der Gräfin Aima, in der der Ver^n eine eifrige Förderin besaß, anläßlich ihrer bevorstehenden Vermahlung seine Gluawunsche dm« zubringen. Nach Gesang des Liedes: „Verlaß mich nicht, o du, zu dem ich flehe", das von Kantor Bohl trefflich eingeübt war, sprach Frl. Grosch einen schönen Prolog unb überreichte sodann im Namen des Vereins eine prachtvolle Tischdecke mit eingesticktem gräflichem Wappen. Ticf gerührt dankte Gräfin Anna für diese Aufmerisumieit. - Gestern abend fand dann im Schloß eine Soiree statt, aty der ungefähr 60—80 Personen aus Schlitz und Unißi-geiih' teilnahmen, auch die Gräfliche Familie mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft sich beteiligte. Ein Büfeit, das in eirnm Nebensaal ausgestellt war, bot mancherlei Leckerbi,sen bat< und bei den klängen einer Musikkapelle verlief Die Veranstaltung anss Sa)önste und Ungezwungenste. — Die Zivil-, trauung der Gräfin Anna mit dem Marquis o s Mas- hanaglaß fand heute vormittag aus Schloß Hallenburg statt, woran sich um 12 Uhr die kirchliche Trauung anschlotz. Dekan Schmidt, der die Trauung vornahm, legte feinet Traurede Mth. 28 Vers 30: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" zugrunde. Der Kircheugejaugi verein verschönte die Feier durch Vortrag zweier üieDec. Ungern sieht man Gräfin Anna, die sich allgemeiner liebtheit erfreute, aus Schlitz ziehen. Das junge Paar wird seinen vorläufigen Aufenthalt in Paris neljinciL
Kreis Schotten.
X Laubach, 22. Noo. In der heute oorgeiiommenf^ Kirchenvorstands wähl wurden in den weiteren Kircycn- Vorstand Kaufmann Wilh. Klip stein und Oberlehrer FcS. Franz, in den engeren Kirchenvoisland Bürgermeifier Ritter gewählt.
O Laubach, 24. Nov. Eine Vorfeier zu ©roß* Herzogs Geburtstag veranstaltete das Gymnasluili heute mittag int Gasthaus ,zmn Solmser Hof^. Das Programm war zu einem Hans-Sachs-AbenD znjammengeßcllt unb setzte sich aus Deklamationen verschiedener Gedichte und Schwänke dieses Volksdichlers zusammen. Ein Primaner hielt einen Vortrag über den deutschen Volksdichter dc- 16. Jahrhunderts. Hauptteile bildeten die Aufführung dck Fastnachtsspiele: ^Ter sahrende Schüler tm Paradies' und „Der Roßdieb zu Funsnng* ujw., Die reichen Beifall fanden. Viehrere Gesänge verschönerten die Feier. Direktor Tr. Müller brachte das Hoch auf den Großherzog aus.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 24. Nov. In der festlich dekorierten ÄulH des G h m n a ) i u in s fand ijeuie iiaajmiiiag eine Feier Großherzogs Geburtstag statt. Ter große Saat n>.ir von einer ^dichtgedrängten Feskveisammlung besetzt. Mit der Lougeiang-Siniouie von Menoets,oyn (iUauier, joarntonuini u*1® -öioiindjor) wurde die Feier crösinet. Äußer einem gemtfW4®] t^-hor folgte Schillers Glocke, komponiert von dioinberg, vorgenaM । Vom gemilchten Sangecaior der Augustineria-uic. Die cuidl'll,62 Solos wurden von vier Schülern bcilamiert. Sie Ehörc louitfl von Klavier und Harmonium begleitet. Eine Festrede mit einem < Hoch auf den Landesherrn fchlotz die Feier. — Das Lohre rj1 leminar hielt im großen Saale des Hotel Trapp l'-ute do-'I'DI feine Feier ab. Eyüre wechselten mit Ledamatiomn uito tuinJJ rnchon^ Ucbuitgen und dem Vortrage des Mekodiamaö ab. In das begeistert aufgenommene Hock» aus den Kimnuen Seminarißen, Lehrer jrnb Gäste ein.


