Ausgabe 
21.12.1910 Erstes Blatt
 
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Deutsche» Neich

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war

'Parlament wird am 31. Januar iixfttmmcntreten. Die feierliche Eröffnung durch den König wird aber erst am 6. Februar stattfinden.

gar fremder Kinder werden. Würden sie hassen, so hätten sie ihr Los verdient.

Ich sehe erivaS Heiliges in guten alten Mädchen, wie über- Haupt im Unglück, wo über der eigenen Verschuldung falls sie vorhanden, eine höhere Macht entscheidend gewaltet hat. Man wird mich wohl am Ende als den Pindar der alten Jung­frau verlachen. Sei es drum! Tausende mögen mich verspotten wenn ich am heutigen Freudenlage nur einem jener Wesen, bie zu den Opfern der Ge,ellschast gehören, mit einem einzigen Wort wohlgeian habe.

Angelo Neumann f.

P r a g, 20. Dez. znrr Direktor des Deutschen Landestheaterö Angelo Neumann i|t heute früh an einem Herzschlag ge- jl o r b e n.

Einer der charakteristischesten Köpfe in der deutschen Theater- Welt i|t in Angelo Neumann dahmg eg äugen. Am 18. August 18ö8 in Wien geboren, war Angelo Neumann ursprünglich für den Kaufmannsstand bestimmt, widmete sich bann aber der Sänger- lau j bahn, war als U-rischer Tenor in Köln. Krakau, Hamburg, Pcegburg und Danzig engagiert und kam im Jahre 1862 ans Wiener Hosoperntheater. Hier machte er sich auch mit den technischen und szenischen VerlMtniisen ber Bühne vertraut, denn rn ihm einten sich ein großes künstlerisches Wollen und ein Erkennen der praktischen Bedürfnisse, die das Theatcr erfordert. Lt August Ferner, einer unserer hervorragendsten Lehrer bei Schauspielkunst, einer der friniten Kenner des modernen Theaters, wurde auf bie Vorzüge bes jungen Sängers auimerksam, und als Förster die Direktion des Leipziger Stadttheaters über­nahm, zog er Angelo Neumann a.s Mitleiter hinzu. An dieser Kukiitstäue konnte Neumaim in einer selbständigen Stellung seine ins Große gehenden Ideen verwirklichen. Unter seiner Leitung ging Nichard WagnersRing der Nibelungen", der in seiner Ge­samtheit bis dahin nur im Bayreuiyer oestlpielhause gegeben worden war, im Jahre 1880 zum ersten Male in all seinen vier Teilen an einer normalen Theaterbühne in Szene. Als er später bie Direktion des Bremer Stabtthea.ers und dann bie des Deut­schen Landestheaters in Prag übernahm, machte er durch feine theatralischen Unternehmungen auch außerhalb seines engen Wir­kungskreises von sich reden, er wurde der Schöpfer der Maisest- spiele, die er auch unter Mitwirkung der hervorragendsten Kralle rn Berlin einzusühren versuchte. Angelo Neumann hat sich in der Theatergeschichte von heute einen ersten Platz erobert, und allein die Tatsache, daß er der Welt gezeigt hat, wie Wagners Riesenwerk jeder Opernbühne erschlossen lucroen kann, gibt seinem Wirken bas Gepräge des Aussergewöhnlichen. Aul das Kunst­leben der deutschen Reichshauptitadt insbesondere hat, so lesen wir rmTag" Direktor Neumann im Lause der Jahrzehnte so oit, so mannigfaltig und so nachdrücklich euigewirkt, bau er hier nie- TnaU dlo em Fremder galt. War er es oou>, der die geiamie filmt» eitU119 M längere Zeit geplanten, inzmisä-ei» aber end» ßültiö begrabenen Projekts der Großen Oper am Lursürstendarnm übernehmen sollte.

Ans iiii0 Lau0.

(Sieben, 21. Dezember 1910.

* * TageSkaleL>?r für Plutwoch, 21. Dez. Stadt- theater: »Den Köni^ der Schuh'. Aniang 1 Uhr.

* * Lehrerpe^i^n alten. llebertrage^ wurde dem Lehrer Hch Lorz AI. erishofen -Hoxhohl eine Lrhrer- stelle an der Gemeind, schule zu Kleestadt.

* ** Lehrkräfte gesucht. Da- Ministerium hatte für unsere Vvlkssckmle einige Lehrer- und Lehrerinnenstellen ausgeschrieben, ju besehen sind sieben Stellen, darunter eine mit einem katholischen Lehrer und eine mit einem israelitischen Lehrer, sowie eine PräsenlationSstelle. Für die leistete haben sich 10 Bewerber gemeldet, während für die übrigen Stellen 2530 Meldungen vorliegen. Die städtische Verwaltung hatte beantragt, sämtliche Stellen nur mit Lehrern zu besehen, dagegen will das Schulniini- sierium mindestens zwei Stellen mit weiblichen Lehrkräften besehen.

Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter trifft am Mittwoch inMünchen ein, um sich dem Prinzregenten vor- zustellen. Mittags um 12 Uhr wird der Staatssekretär vom Prinzregenten in Audienz empfangen und nachmittags zur Tafel geladen. Am Donnerstag abend findet ihm zu Ehren bei dem Minister v. Podennls ein gröberes Essen statt.

Der Entwurf über die Privatbeamtenver­sicherung wird Anfang Januar dem Bundesräte zu­gehen und veröffentlicht werden, nachdem die Beratungen der preußischen Ressorts über diese Materie beendet sind und im allgemeinen der Entwurf ihre Zustimmung erhalten hat. Beabsichtigt ist, den Entwurf im Buiidesrat noch im Laufe des Januar zu verabschieden, so daß er dem Reichs- tage voraussichtlich schon (me Januar wird zu gehen können.

Die Verhandlungen der Provinzialvorsiände der na­tionalliberalen und fortschrittlichen Volks- Partei der .Provinz Hannover über ein gemein- lames Vorgehen bei den nächsten Reichstagswahlen wurden ergebnislos abgebrochen, weil der Vorstand der Nationalliberalen erklärte, daß, abgesehen von dem im fort­schrittlichen Besitz befindlichen Wahureis Eutden, er keinerlei Konzessionen machen könne.

TieBerliner Korrespondenz^ erklärt gegenüber der Zeitungsmildung, daß in maßgebenden Kreisen her preußi-

"BeschaffungdeSSaatguteSfürdledeut- schen Wälder. Ain SamStag sand in D a r m st a d t eine Versammlung statt, die über bie Frage beriet, wie bie Be­schallung von Kiefernsaatgut zum Walbbau auf rationelle Weise zu rrfcJgen habe. Nachdem bereits in der Versammlung des Deutschen Forstwirlschafisrates, und am 2. September in Ulm durch einen engeren Ausschuß die nötigen Vorarbeiten getroffen worden waren, die bann zu der Ulmer Entschließung für die deutschen Prioaiklenger führten, traten diese zur Festlegung von Grundsätzen zu­sammen Ferner wohnten dec Versammlung bei: Ober» |orftrat Hem als Vertreter des hessischen Ministeriums, die Forstbeiräte der Landwirtschastskammern für Branden­burg, Provinz Sachsen, Pommern und Westfalen, sowie Besitzern von ersten beiu)d>en Privatklenganstalten und Forst- baumschulen. Die beiden Jnteressenlengruppen verpflick)- leten sich, im Sinne der ausgestellten Satzungen zu arbeiten. Die Verhandlungen, die sich bis zum Abend ausdehnten, nahmen einen befriedigenden Verlaus für sämtliche Betei­ligte. Die Erfüllung der getroffenen Vereinbarungen wird von höchster sorslwirtjchastiicher Bedeutung für bie Zukunft des deutschen WalbeS sein, da den deutschen Privatkleng- anstalten em gesicherter AbsaY für die Produktion ihres Kiesernsaatguts an deutsche Waldbejiher gevoten werden soll.

♦♦ Der Guyot-Stiftung für bie Zivecke bet evangelischen G e m e i n b e p f l e g e in Hessen sind dis jetzt 715,03 Mk. einmalige Beiträge überwiesen worocn, während an Jahresbeiträge!» 124 M. für 1911 bezahlt oder m Aussicht gestellt wurden. Der erste Bericht über bie bisher emgegangenen Beiträge sindet sich int Anzeigenteil unseres gütigen Blattes. Möchte die Weihnachtszeit aud) diesem Liebeswerke Herzen und Hände reichlich öffnen.

~ Al l deut scher Verband. Tie hiesige Otisgruppe des Alldeutschen Verbandes hielt gestern eine Mitglieder- Versammlung ab, in der der Vorsitzende über die gelegentlich öc5 KoibeavendS getroffenen Maßnahmen Bericht er- Hottete. Die anwesenden 'Mitglieder spräche»» einflimmig ihre Billigung zu diesen Maßnahmen auS.

- S la btt Heal er. Tie für die Feiertage bestellten Karten werden vom Freitag an für alle dre» Feiertage ab- ökgeben. Bemerkt sei, daß in bet Vorstellung , lieber die Hf oft* am 25. Dezember Gutscheine Giltigkeit hal n Au,

5 ontag,. S. Januar, findet em einmaliger BorttagSobend oon 'Marzcll Salzer statt, über den noch Näheres bekannt gegeben wird.

Todesfälle. In Darmstadt ist der Kom­merzienrat Karl Schenck, der Begründer der weltbekann­ten automatischen Wagenfabrik Karl Schenck, G. m. b. H., gestorben, der namentlich auch auf dem Gebiete der Woh- uungsjürsorge für Arbeiter hervorgetreten ist. In Offenbach starb der Stadtv. Herm. Roos en; er war als Mitglied der Handwerkskammer ein eifriger Förderer des hessischen Hanowerks.

** Arbeitslose nzählung. Nach einer Zählung, die sur unsere Stadt gleid^eitig mit der Volkszählung vorgenommen wurde, betrug die Zahl der Arbeitslosen am 1. Dezember 49. Es handelt sich in allen Fullen um vor- überßeijcnbe Arbeitslosigkeit.

** Fo nbs zu r Geivährung von Beihilfen bei Ueb er schwemm un gen. Nach ben Vcröfsentlichuugen über bai Ergebnis der Verlvaltuna des hesstschen Fonds zur Gewäh- fuug von -betIjdien bei Hebeildjaocmniunaen für das Berichtsjahr 1009 lind /037,37 Mk. vereinnahmt, davon Kässenvorrat aus lrlihcren Jahrm 154U,L4 Mk., Jiapitalsinicn 4039.Ü3 Mk, »u- tttdgejablte Äapitalieii 1948,60 Mk. Ti- Ausgaben bet'niaen

b m?anl nru ausgelichene Kapitalien und

6 5 3 0,66 Ma c k B c > h > l i e n. Das ueriinsliche Kapital- pcrmogcn des Foirds betrug Ende Mar, 1910: 117 900 Mk.

*Dte Mattl-und Klauenseuche ist in Ibers- heim, Kreis Worms, feftycftcllt worden,- Schutz.nagnahmen mb angeorbnei. Neue Ausbrüche bec Seuche finb ferner ßemclbet aus: Kirchberne, Regierungsbcrict Arnsberg, bit HÜndleroie.-; Königslutter, Herzog 7.m Braunschweig; Azmannsborf, Grofth. Saaiien. Weimar. "

KreiS Alsfeld.

Eiornborf, 20. Tez. Für bie Orte Ltorndorf Dirlaiumen unb lllieiche« soll ein Äruppenwasjerwek^.

Major Domini» f.

Berlin, 20. Tez. a i o r Dominik von der Schutztruppe für Kamerun ist nach einer telegraphischen Meldung aus Eona..ry, in franzosisd) Wesiajrda, am Lu. De­zember an Bord des TampsersEleonore Wörmann", der den Sd)werrranken nad) bet He»»nat bringen sollte, an akuter Herztlappenentz ü»»bung gestorben.

Maior yans Dominik, cAbuten am 7. Ma» lö/U zu KUlm, Negievuugsöczirk Marie nm e^i>er, als Sohn bcö uciiioibcnen Ober- stabS- unb Regimentsarztes Dvmmik uno icina m Berlu» lebenben Gaiiiu Katharina, geb. Lömeuberg, trat nach dem Besuck) der Gymnasien zu Potsvam unb Schioedt an der Oder, sowie bet Ptiluar-Borbereüungsanstatt bes Dr. Wepers in Verlm ün Aprd 1869 in das Grenadierregiment Prinz Karl von Preußen (2. Bran­denburgisches) Nr. 12 ein. Er wuroe 1HJ0 zum Seloiideleuiiiai»» besörderi. Drei Jahre später erfolgte zivecks Vermendung im Schutzgebiet Kamerun seine Komincurdic^ag zur Dien|Ue»stung beim Auswärtigen Amt unter Stellung ä la suite seines Rrgi- merit5. 1897 wurde Dommik unter Benetzung zum Grenadier­regiment 9ix. 4 (ä la suite desselben) unb U tter Belassung in dem Kommando beim Auswärtigen AnU zum Prennerleuinarck be- förbert Als solcher trat er nach feinem Ausscheiden aus dem Heere im August 1897 zur Schutztruppe ?;r Kamerun (ro*. /T' v*i ä la suite derselben) über. Im Jahve iLoO kehrte V«.* storbene als Oberleutnant im Jnsanteriu-Regiment Srncral- feldmarsck>all Prinz Friedria.) Karl von ,^ßen (8. Branden­burgisches Nr. 64 zur Armee zurück .rb war vom Cfiobct 1900 bis Mitte 1901 zur Kriegsakademie kommandiert. Aber bereits Ende Mai 1901 trat er unter gleichzeitiger erneuter Kommandierung zum Answärtigen Amt wiedenum zur Schutz- trnppe für Kameru . über, wurde im September 1904 zum Haupt- mann befördert uni 1907 vorübergehend ben. 1. Scebatalllon überwiesen. Im Llpril 1908 würbe er abermals, und zwar unter Enthebung vom Kommando beim Auswätt'^rn Amt, in bie Ka­meruner Schutz truppe eingereiht, in der vr am diesjährigen Ge- bnrtslagsfeste des Kai» rs den Charakter al8 Major erhielt. Major Dominik, dessen verdienstvolle Tätigkeit bei der Niederwerfung des letzten Maka-Ausstandes noch in frischer Erinnerung steht, hat über zwanzig größere Expeditionen geführt und ist auch mehrfach verwundet worden. Seine greßen Erfolge im kolonialen Kriegsdienst sind von Allerhöchster Stelle mehrfach durch Verleihung von OrdensauSzeichnungen mit Schwer­tern anerkannt worden.

Die ,.Nordd. Allgem. Z.g." schreibt: Die Betriebs­einnahmen der Preußisch-Hessischen Staats­eisenbahnen betrugen im November gegenüber No­vember 1909 int Personenverkehr 2.6 Mill. Mark gleidj 6.77 v. H., im Güterverkehr 9.3 gleich 8.05 v. H, insgesan: einschließlich Mehreinnahmen auS sonstigen Quellen 13. pleich 8.24 v. H. Tie Zahl der Sonn- und Werktage ui beiden Jahren gleich

fdjrn FinanzpoNttk gegenwärtig der P^an erwogen werde, für die untersten vier Stufen die Einkommen­steuer demnächst fallen zu lassen, also Einkommen bis 1500 Mark von der Besteuerung au entbinden, daß Erwä- gunaen der angedeuteten Art schon aus rein finan­ziellen Gründen bei der preußischen ö^lltt^5üer^Ql* tung nid)t in Frage gekommen sind

21USU1HO.

Erzherzog Franz Ferdinand begibt sich am 27. Dezember nach Ofenpest, um als Vertreter des Kaisers am 29. Dezember die beißen Delegationen feierlich zu emp­fang en nno die Thronrede zu halten.

DerTimes" z.folge melden indische Zeitungen, daß Schira) von der Außenwelt völlig abgeschnit­ten sei. Der Postdir^st sei gestört, Briefe von JSpahan brauchten 26 Tage. Das Judeiiviertcl fei gänzli^' zerstört, »vor.irdcr auch der Har.del erns'l'ch Not leidet.

, Köln. Ztg." meldet tC Tanger: Gegenüber dem Vorhaben einer fi.arzfischen Ges.ldchast in Easa» b l a n c a dort unter Umgehung der AlgeciraSacte ein städtisches E l e k t r iz i t ä t 2 w e r k zu err hten, hat, r.U i-rv L-^'espondent derKöln. Ztg." hört, die fran- zösV>7»! ^Licrung ersreulicherrveiie den m dieser Sacha vei- trele-^ Standpunlt dos hiesigen deutscki-n Ge­sandten, wonad) jedwede öffentliche Anlage d.n Djuti- lationsbeslimmungen der Atte v. n Algeciras un.eewarfen sein soll, getettt und in diesem Sinne Weisungen ergehen

iasjen.

erbaut werden. Dieser Tage weilten Vertreter deS HreiS*' omt§ unb bet Kulliirinspektion Gießen in MeicheS, um mit dem ©emeinberot zu verhandeln. Tas Wasser will man am Kälberberg bei Engelrod holen. Die Vorarbeiten sollen baldigst beginnen.

Kreis Lauterbach.

rii Lauterbach, 20. Tez. Welche K o st e n die M a n ö v er -einer Tivision verursachen, zeig» nachstehende Statistik: Für den Kreis Lauterbach ro-irben anläßlich der diesiahrigen Herbst­übungen der 25. Tioision von dem Gencralkomulanbo beS 18. Armeekorps 11901,25 Mark ausbezahlt. Hiervon entladen allein aus - Flursck>äden 70 2,95 Mark und für geleisteten Vorspann 4858,50 wiark. Tie Kosten für Flurschäden ver'.Klen sich auf 28 Orte des Kreis. Z. An erster Stelle stehen Hörgenau mit 1830 und Engelrod mit 1432 Mark, da hier der Zusammenstoß ber 21. unb 25. TOision erfolgte und die meisten Flurfchäden entstanden. An dritter Stelle Eommt Maar mit 700 Mark, wo daZ Scharsschießen der 25. Feldartilleric-Brigade und des g-ub^rtillerie- Regimeius * * * * s 6Jri. 3 statt,and. Tie Kosten für geleisteten Vorspann verteilen sich auf 128 Fuhnverksbesitzer und wirö diesen obiaer Betrag in ben näcl, sten Tagen als Weihnachtsgeichenk burd) bie ©»mcinbccinnebmer au-'bezahlt werden. Tie Quauicrgelbtr finb in obigen Zahlen nicht enthalten ebenso bie Kosten der Flurschäden, die in den Streifen ArSselb, Gersfeld und Fulda während ber Briga^cübungcn ber 49. unb 50. Jnsamerie-Brigade cntftarü>cn sind. Letztere erreichen jedoch die qjöl,. der im Kreise Lauterbach verursachten Flursck-udcnkosien nicht, da sich die Hauptübungen in diesem Kreise abspielten. Für ei.ie Division sind 2500U Mark für Flursck)ädcn vorgesehen und nu^ obigen Angaben die vor­gesehenen Mittel bei wertem nicht eifVxi. was sich hauphäch- tich durch die übertriebene Sparsamkeß L.i Sitzung bec Flur­schäden ertlärt. Bei letzterer konnte man auch bie berechtigte llnzusriebenheit ber geschädigten Laubwirtc wah^nehmen, bie sie auch in lauten Acußerungen (unbgaben. Durch bie vorzügliche Aufnahme und Bewirtung der Soldaten, hauptsächlich während dec durch die schlechte Witterung verursachten ÄLo»quartiere, wär« auch von feilen der Militärverwaltung ein Entgegenkommen btt Flurabschätzung scbr erwünscht geweicn, um den Landwirten durch bie uncnigeltliche Verköstigung bet Soldaten eine Ertt> schäbigung zu bieten.

Kreis Schotten.

---Schotten, 2o. Dez. Im nächsten Jahre findet hier durch ben LanowirtschaftSiammer-AuSschuß für ben Hrei5 Schotten eine BezirkSauSflellung von Erzeug­nissen des Ackerbaues, d.c Viehzucht und deS Obst- daueö statt.

X Groß-Eichen, 20. D?z. In nicht allzu ferner wird auch unsere Gemeinde die Wohltaten einer Wasserleitung genießen. Die Quellen zur Speisung deS poch^chätterS sind sehr ergiebig unb hegen bei Wohnfeid. Tie Nachbargemeinde Sellnrod erhält einen Teil des WasierS zur eigenen Leitung und durfte bie ganze Anlage einen Kostensatz von ca. 63 000 Mark beanspruchen.

ZX Wohnfeid bei Ulrich'lein,. Dez. Ein großes Gruppen-Wasserwerk, besten Quellgebiet in unserer Gemarkung liegt, wurde vor zwei Jahren für die Orte Lardenbach, Sellnrod, Schmitten, Weickartshain, Groß- und Klein-Eichen angeregt. Die Orte haben sich nun in zwei Gruppen getrennt und beide Werke werden nächstes Jahr ausgeführt und zwar durch die Kulturinspektion Gießen. Weickattshain ist auSgeschieden unb erhält gegenwärtig schon jein Wasser oon der Dieberggruppe. Die eine Gruppe bilden die Orte Klem-Eichen und Lardenbach, welche den FritzgeS- brunnen bei Wohnfeid erworben haben. Sellnrod unb Groß- Eichen bauen das andere Werk, besten Quellen in ben Ge­markungen Babenhausen II unb Wohnfeid liegen.

KreiS Friedberg.

-m Friedberg, 20. Dez. Gestern abend wurde im Burghotel durch Gendarmerie-Wachimeister Dietz ein lang, gesuchter tzochita hier, Dieb und Betrüger in der Person deS Hubert Kiafke auS Tüsteldorf festgenommen. Klafte bat durch die Ausführung seiner Diebstähle und fein sichere- Auftreten bei feinen Schwindeleien es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Für seine Person interessieren sich besonders die Staatsanwaltschaften Koblenz, Bmgen, Lllainz, Frankfurt, Wiesbaden, Hornburg, Gießen usw. In Oder- Ros b ach, wo er bei dem dortigen Poithalter einen Dieb- >iahl amtlicher Gelder beging, sowie auf dem nahen Wald- schlößchen, auf dem er mehrere betrügerische Handlungen auS- !ährte, erreichte ihn sein Schicksal. Wachtrnetsler Tietz, dem noch gestern abend Anzeige erstattet wurde, nahm mit Erfolg die Fährte auf, bie schließlich zur Verhaftung führte. Klaffe hatte sich im Burghotel auf 14 Tage eingemietet.

Tn. Bad-Nauheim, 20. Dez. Als 1902 das DolkS- schulgebäude mit feinen 16 Sälen eingeweiht wurde, glaubte wohl niemand, daß nach 8 Jahren das Gebäude schon au klein sein werde. Schon jetzt hat eine V o l k ss ch u l k l a s f e in der Ernst- Ludwig-Schule Unterkunft ges. nden. Mit dem 1. April muh in­folge der vermehrten Schülerzahl wiederum eine neue Schulsielle, die 18. errichtet werden. Der Bau eines weiteren SchulhauseS bczw. rin Anbau an das vorhandene wurde in ber letzten Sitzung der Sladtverordneten z»var zurückgestellt, doch wird die Gemeinde bald an den Umbau herantreten müssen. Die Stadtvervrdneterv- versammlung und bie Hanbelskammer Friedberg sprachen sich für Errichtung eines zweiten Vollpostamtes in dem neuen Bahn­hofsgebäude aus. Heute abend sand im Stadthause eine Be­sprechung betreisend Errichtung eines öffentlichen Arbeits­nachweises für das Gastwirt- und Hotel-Gewerbe, bei zahl­reicher Beteiligung ber Interessenten statt. Es wurde befchlosien, den Nachweis am 1. April n. I. ins Leben treten zu lassen. Die vorbereitenden Schritte wurden der Bürgermeisterei und einem Ausschuß übertragen. (Eine einzige Frankfurter Vermittler-Firma bezog seither für Hotel- unb Wittschastspers'onal allein etwa 10000 Mark Provision in ber Saison.) Mit Hinterlassung von Frau und vier Kindern unb vielen Schulden und unter Mitnahme eines hiesigen Busettfräuleins ist der seit längeren Jahren hier angestellte Schutzmann Lycker verschwunden. Gegen den Be­sitzer deS PrioathotelsLindenhos", Sanitätsrat Dr. Wechenseld, dessen Zusammenbruch mit l1/, Million im Herbst d. I. so großes Aufsehen erregte und der seit dieser Zeit verschwunden ist, ist Anzeige wegen Betrugs und Wechfelfälschung bei der Staatsamvallschaft eriiattet worden. Weu/enseld hat außer einet großen Anzahl hiesiger Geschästsleute mit Beträgen von 500 biS 15 000 Ml., haupp«ach!i<p Mooeiiieserungen und ehemalige Stu- diengenossen bis zu 100200 000 Mk. hineingelegt.

KreiS Wetzlar.

x Oberquembach, 20. Dez. Die wirtschaftliche Zusammenlegung der Grundstücke ist beantragt worden. Die Gemarkuna besitzt eine Gesamtgröße von o82,2 Hektaren. Die Zahl Der Bewohner, die sicq ausschließlich mit Land- ivirtschast beschäftigen, ist in jüngster Zeit sehr zurück gegangen.

Heffen-Nassau.

hk. Kirberg b. Limburg, 20. Dez. Der Pfarrer Arn. Vogel, Dekan in Kirberg, wurde anläßlick) seines 50- jährigen Amtsjubiläums in Anerkennung seiner Verdienste um das Kirchenlied von der theologischen Fa­kultät der Universität Marburg zum Dr. theol, Hou. causa ernannt