Wir
Der Kranke
u verlautet-, ift iftit bc£ Neueinteilung des rürkrschcn Heeres in 14 Armeekorps ein größerer R e o r g a n i s a L i o n s P l a n verbunden. Danach soll zedes Korps aus zwei bezw. drei Divisionen und jede Division aus drei Regimentern zu je drei Bataillonen mit einem Jagerbataitton bestehen. Die Brigadeformation, wird ab- geschafft. Jede Division erhält eigene Kavallerie, Ar- Iruerre und Maschinengewehrkompagnien.
Aus Saloniki wird gemeldet: Bei Hauran hat Cl,n. t i g e r Karn p f z wi s ch e n Arabern und tür - l11 chen Truppen ftattgefunden, bei dem ungefähr LOO Araber gefallen sind. Die Verluste der tür- nschen Truppen sind unbekannt. Die Smyrnaer Reservebrigade ist einberufen und nach Beiruth entsandt worden.
Aus Carracas wird gemeldet: Die venezolanische Regierung entdeckte eine Verschwörung zur Ermor- dung des Präsidenten Gomez; die beiden Haupt- anstifter wurden verhaftet.
gehabt, da.
erweitert ivocbcn; sie konnte bisher den Bedarf an Obst, bäumen nicht decken.
Kirch-Gons, 3/ Aug. Die Hainster-- und M ä u s ep l a g c ist dieses Jahr äußerst groß. Die Gemeinde zahlt deshalb für einen ausgewachsenen Hamster 40 Psg., für ein junges Tier 20 Pfg. Fanggeld.
2 0000 Mk. zu leisten, wenn sie die elektrische Bahn bis in die Mitte unseres Dorfes weiter baut.
Mücke, 3. Aug. Zwei Gruppenwasserwerke werden wr mehrere Nachbarorte gebaut. Tas eine ist für die Orte Groß- Eichen und Sellnrod, die Quellen werden in der Gemarkung T-ohnseld geschürft. Tse Ortsvorstände von Lardenbach und Klein- Alchen beschlossen die Herstellung eines Wasserwerks, sic benutzen dazu das Ucberlauswasser von Wohnfeld und eine eigene Quelle.
n. r ? b a Aus der hiesigen Zellenstraf -
in m oin Gefangener. Gr war mit noch
10 Gefangenen bei Dreschmaschinenarbeiten tätig. Während der Mittagspause hatte er unbemerkt seine Arbeits- statte verlassen und als der Aufseher seine Abwesenheit be- mertre, hatte er schon durch den Griedeler Wald die Flucht er f^ine Anstaltsmütze und seinen Rock zu- ruckgelassen hat, so hielten ihn die Feldarbeiter für einen gewöhnlichen Arbeiter. Er ist entkommen, obwohl die Gendarmerie sofort die Verfolgung aufnahm.
in. Bad-Nauheim, 3. Aug. Eine große Uebcr- ra schun g ist dieser Tage mehreren hiesigen Einwohnern dadurch zliteil geworden, daß ihnen Schreiben durch einen Gießener Anwalt zugingen, ivelche sich mit der Wasserentnahme am L li d iv i g s b r n n n c n beschäftigen. Das Schreiben lautet:
-p Wreseck, 3. Aug Der Gemeinderat hat beschlossen, V?f$e" Stront fürfiidjt.unb ft'raf tämecf c ? Stabt Gießen zu beziehen, unb bic Ge- manbe totrb ben Bedarf a!s Großabnehmer beziehen. Ferner würbe befchlofsen, der Stabt Gießen einen Zuschuß von
2ht» und
Gießen, 4. August 1910.
’ ** Amtlich bestätigt wird nun unsere schon im Mai mit Bestimmtheit gebrachte Meldung von dem Besuch des Zar en Paares in Darmstadt zu Ende August. Die amtt. Tarinst. Ztg. teilt mit, daß das russische Oberhofmarschallamt den Besuch der K. Russischen Majestäten für den Herbst am Großh. Hofe angesagt habe. Da seit dem im Mai am Großh. Hofe stattgehabten Besuche des russischen Kammerhcrrn von Biconi durch das Hos- marschallamt vor der Abreise des Großherzogs nach England schon alle Anordnungen in dem Großh. Palais, in Jagdschloß Wolfsgarten und Friedberg für die Aufnahme der russischen Herrschaften getroffen wurden, da Beamten und Dienerschaft nur bis 15. August Urlaub erhielten, da Berhandlungeii mit der Bahn und zahlreichen anderen stellen stattgefundeu hatten, läßt sich das ängstliche Behüten der Nachricht durch das Hofmarschallamt schwer verstehen, zudem wir schon bei unserer ersten Mitteilung als Tag des Eintreffens den jetzt auch von russischer Seite'bestätiqten 24. August bezeichnen konnten.
** Aus dcm Militär-Wochenblatt. Zahn, Unterzahlmeister, zum Zahlmeister beim 18. Armeekorps ernannt.
^London, 2. Aug.
Daß die Torheit ber Londoner Polizei, bc» flüchtigen Mörder Crippen, und seine Begleiterin entkommen zu lassen, dem Staat eine große Summe Geldes kosten wird oder vielmehr bereits gekostet hat, ist klar, aber nmn durfte ftch doch keinen rechten Begriff von der Höhe der Summe machen, denn der Spaß wird ein gut Teil über hundert- tauseiid Mark kosten. Noch an dem Tage, wo die beiden verschwanden, wurden nicht nur genaue Beschreibungen ber beiden an alle Polizeistationen in England, Schott- laiid, ^rland und Wales telegraphiert, sondern auch die Polizeibehördcn^in allen Häfen des Kontinents, Amerikas, Rord-Afrilas, Indiens und so weiter wurden avisiert. Ferner wurde angeordnet, daß alle Schiffe genau beobachtet werden sollten. Diese Telegramme haben allein über 10 000 Mark gekostet. Dann wurden die großen Anschlagebogen veröffentlicht, die zunächst ein Bild Crippens enthielten und mehrere Facsimiles seiner Handschrift, seine Lebensbeschreibung usw. 5000 derselben gelangten sofort zur Versendung. Am nächsten Tage schon erhielt die Polizei ein zweites, besseres Bild des Gesuchten., sowie eine große Photographie seiner Geliebten und Facsimiles ihrer Handschrift. Infolgedessen wurde sofort eine zweite Ausgabe des An- schlagebogens ausgegeben, die in 20 000 Exemplaren zur, Versendung gelangte. Diese Anschlagebogen wurden in über ein Dutzend Sprachen übersetzt unb gedruckt, und diese Ausgaben wurden den verschiedenen Polizeidirektionen der Länder des europäischen Kontinents übersandt. Die Kosten der Fahrt des Polizeiinspektors Dew nach Kanada dürften ein gut Teil über 3000 Mk. betragen. Uebrigens erklärte der Inspektor selbst einem Interviewer in Kanada, bn|’) noch niemals eine solche allgemeine Hetze auf einen Mörder unternommen worden fei wie in diesem Fall, und noch niemals habe man mit solcher Freigebigkeit die größten Kosten riskiert. Nicht weniger als 50 Angestellte mußten in Scotland Yard Tag und Nacht die Anschlagebogen verpacken und adressieren. Dazu kommen dann noch die Kosten der kanadischen Polizei und die der Auslieferung, die auch nicht unbedeutend sein dürften. Die Kosten der vielen' Marconigramme werden sich auch sehr hoch belaufen, und endlich wird die Polizei sich gezwungen sehen, die Belohnung von 5000 Mk. an den Kapitän des Schiffes Montrose auszuzahlen.
Es scheint noch! eine gute Zeit vergehen zu sollen, ehe der letzte Akt des Sensationsdramas beginnt, das mit dem Namen Crippen verbunden ist, nämlich die Gerichtsverhandlung in London, nachdem der des Mordes angeschuldigte Mann nach England zurückgebracht worden ist, denw wenn auch Crippen der Polizei in Quebec erklärt hat, daß er nichts .gegen seine Auslieferung einzuwenden habe, werden die Verhandlungen doch, wahrscheinlich länger irr Anspruch nehmen, weil der Angeschuldigte amerikanischer Untertan ift und der zwischen Großbritannien und deu britischen Kolonien abgeschlossene Vertrag, der die Auslieferung flüchtiger Verbrecher sehr vereinfacht, sich nur auf britische Untertanen bezieht. Es wird daher Wochen dauern, ehe Crippen selbst nach England znrückgebracht werden kaum während seine Begleiterin Le Neve schon in kurzer Zett allein hierher zuruckkommen dürfte.
Die kostspielige )agd auf einen Mörder.
™ der stillen Sommerszeit stark aufgebauschte ^chftare Crippen" ist noch immer die Sensation eines großen -veiles der auswärtigen und auch der deutschen Presse, so daß „Gottlieb" im „Tag" sich bereits darüber lustig macht. Interessant ist an der Sache lediglich, daß die Junlentelegraphie bei der Auffindung des Täters nützlich mllgewirll hat. Crippen hat bekanntlich in London seine Frau ermordet und hat sich dann mit einer Geliebten nach Canada eingeschifft. Dio Londoner Polizei, die ihn hat entwischen lassen, ließ nun den Funlentelegravhen spielen und siehe da, es stellte sich heraus, daß der Gesuchte wirklich ans der „Montrose" in See war. Kapitän Kendall, der die Vermittlung besorgte unb den Mörder tauschte, wurde der Held des Tages und der Zeitungen. Crippen sitzt jetzt betanntlich in Quebec gefangen. Von dem int Grunde törichten Kmlsch interessieren vielleicht nur noch die hohen Kosten, über die unser Londoner Mitarbeiter uns schreibt-
y0,n Auftrage ber Großh. Vadebirektion in Bab-Nauheim .öw- bcs Großh. Ministeriums ber Finanzen in Darm stabt haben lütv Lue aufzmorbern, die Wasserentnahme am Lubmigsbrunnen zu unterlassen, andernfalls wir genötigt sinb, alsbald Klage gegen Sie nin Unterlassung M /cheben. Vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, batz ber heslffche Fiskus vor wenigen Jahren, nämlich 19U5/06, beietlö bie Firma Schußler n. Blankenhohn aus bemselven Grunde aiul) bas Laubgericht in Gießen zur Verurteilung wegen Eigentums- ltorung gebracht hat, und baß in biefein Urteil iestgestellt worben ilt, bny allein ber hessische Staat, bezw. besseu Pächter berechtigt n/ 005 Wäger aus bem Brunnen zu entnehmen unb zu verkaufen.
ivolleu nicht verfehlen, eie auf diesen Umstand aufmerksam zn machen bevor wir Klage erheben, bie im Interesse der Ordnung des Babes unb wegen ber Rechte bes Brunnenvächters unverzüglich emgeleitet werben muß, wenn bie weitere Entnahme von Wasser durch Hoteliers und Vensionsinhaber nicht unterbleibt. Das Wasser ist tiberdies, wie^Sie ivissen, zn sehr mäßigem Preis bei dem M^b'wachter >Lchniidl zn haben, so daß em wesentliches Interesse Wr ete, das Wasser sich selbst zu holen und sich ber Gewhr unb ben Kosten des Prozesses auszusehen, wohl kaum besteht. Hoch- achtungsvoll Geh. Justiwat Dr. Gntfleisch."
Zn einer ber letzten Stadtverordneten-Versammlungen wurde einstimmig ein Antrag des Stadtv. Mindo angenommen, gegen dieses Vorgehen der Badedirektion Wider- l'vrnch beim Ministerium einzulegen und cd. auf gerichtlichem Wege eine Entscheidung über die Wassergerechtsame herbei- Zufuhren. 9kachdem Bürgermeister Dr. 51ayser öffentlich erklärt hat, die Nauheimer sollten sich nur nach wie vor ihr Wasser an dem Ludwigsbrunnen holen, machen diese den ausgiebigsten Gebrauch davon.
w Bad-Nauheim, 3. Aug. Der Turnverein Bad- Nauheim begeht am 6. und 7. August sein 50jähriges Jubiläum und zwar am Samstag durch einen Kommers in der Turnhalle, am Sonntag durch eine Trauerfeier für die dahtngeschiedenen Turner auf dem alten Friedhöfe und durch ein Iubiläums-Preisturnen im Hochwald. Gemeldet sind bis jetzt 24 Musterriegen und eine Fechtriege. An dem Festzuge werden sich mit den Nauheimer Korporationen über 30 Vereine beteiligen. Der Verein hat eine schön ausgestattete, 225 Seiten starke Festschrift herausgegeben dessen Verfasser Großh. Bademeister und Hausverwalter Krssel ift.
in. Nieder-Mörlen, 3. Aug. Die Beigeord- n et en - St i ch wähl ergab die Wahl des Pflasterermeisters Heinrich Witzel III. mit 84 stimmen. Sein Gegner Lorenz Kremer I. erhielt 66 Stimmen. Von 179 Wählern stimmten 150 ab.
^Kirchhain, 3. Aug. Daß die Pferdezucht im Ohmtat in hoher Blüte steht, zeigte der gestern hier abgehaltene Fohlen- und Pferdemarkt, bei welchem über 200 Fohlen und Pferde aufgestellt waren. Erste Preise erhielten die Laiidwirte Minl-Kleinseelheim, Höck II. und Stein-, haus-Ltausebach. Im Anschluß an die Prämiierung fand auch eine Verlosung statt.
it i " ' n z, 3. Ang. Zur Warnung kann ein heutiges Urteil der hiesigen Ferienstraftammer dienen. Der Kaufmann und Flaschenbierhändler Oskar Mehr mann im Stadtteil Mombach füllte Gießener B r a n h a u s b r ä u in Flaschen der Mainzer S chö f f e r h o f b r a u e r e i utid verkaufte so das Bier, lvodurch eine Täuschung der Kunden möglich wurde. In Anwendung des vor kurzer Zett erlassenen Gesetzes erkannte das Gericht auf die qe- Ängste zulässige Strafe von 150 Mk. nebst den Kosten.
S. Wiesbaden, 3. Ang. Die Frkf. Zig. hat mit« allL b.®m Rathaus habe inan in bureau- iratischer Weise verboten, der Presse fernerhin ir- ge»dwetche Mitteilungen zugehen zu lassen. Da^u erklärt der Magistrat, es sei nicht nur keine Verschlechterung gegen den bisherigen Zustand geschaffen wordeii, sondern n Ae c! der Press e habe man zur zuverlässigeii Austunfterteitung statt bisher mehrerer, oft nicht völlig orientierter Stellen eine einzige geschaffen, bzw. diese 'ceuregetnng tu Aussicht genommen, die eine wesent- l i ch e Erleichterung für die Presse bedeute, andererseits aber das Hinausgehen unzutreffender Nachrichten verhindere. ™ ' Z' S^U9- lÄegcn die Spielhöllen, die
Geldf picl-Antomaten, ist nun auch hier die Staats-, anwaltichaft in radikaler Weise eingeschritten. In sätnt- lichen Automatenhallen erschienen je drei Schutzleute und beschlagnahmten die aufgehängten Kästen. Die Polini brachte auch gleich Schlosser mit, die die Apparate von drn Wanden losen mußten, und Dienstleute, die alles auf ihre Karren luden, um es nach dein Justizgebäube zu fahren Die Staatsanwaltschaft hat sich jetzt davon überzeugt, daß es sich wirklich um verbotene Glücksspiele handelt.
Ag. Wiesbaden, 3. Slug. Verhaftet wurde heute durch bie hiesige Polizei ber 20 Jahre alte Stukkateurgehilse H. M. aus Gießen, ber in ber Nacht vom 25. zum 26. Juli b. Js. in einer Villa in der Parkstraße einen Einbruch verübte, sowie einen gleichen bei einem Kolonialwaren- händler im benachbarten Sonnenberg versuchte.
= st t en ho fen, 3. Aug. Eine Anzahl Grundbesitzer, hat sich für eine Zusammenlegung ber Feldmark entschiedeii. Die Zusammenleguiig bringt der Gemeinde einen Bauplatz für die geplaute neue Schule.
. w‘ e I) G t, 3. ^Ing. Tas Knralorium ber q e w e r b/= ^chru Fortbildungsschule hat einslimrnig beschlossen von bet Erhebung von Schulgeld abzusehen/ Die Schule w,rb jetzt von 287 Schülern besucht. Die Stabtverarbncten. Versammlung hat in ihrer jüngsten Sitzung einümuniq bem- gemäß beschlossen. — Unsere Ü re i s -O b Ü b a u ns sch ule aus „den Planken" ist luicber um ein Grundstück von 37,69 Ar
+ Gonterskirchen, 3. Aug. In Nummer 177 mürbe über einen Typhusfall in Ruppertsburg berichtet, daß der Kranke nur einer Unvorsichtigkeit erlegen sei, da er vor Durst die neben seinem Bett stehende W a schschüssel, die mit Sublimat zum Händewaschen gefüllt war, aus Irrtum ausgelrunken habe, werden ersucht, dies zu berichtigen,
hat gar keine Gelegenheit dazu das Sublimat nicht in deni Krankenzimmer, sondern außerhalb aufbewahrt wurde, so daß es für den Kranken unerreichbar war. Der Kranke ist an Typhus gestorben. Ferner sind nicht vier Kranke der Epidemie zum Opfer gefallen; in Gonterskirchen sind zwei, in Ruppertsburg ein Kranker gestorben.
) ( M a rb urg, 3. Aug. Am 6., 7. und 8. August be- 9cm der hiesige Turnverein die Feier seines 50jährigen Bestehens.
„ ** Truppenschau in Mainz. Wie das Korps-
ivmmando dem Gouvernement in Mainz mitteilte, wird der Kaiser am^Dienstag den 16. August die große Truppenschau auf dem Sande abhalten. Es werden teilnehmen die Infanterie-Regimenter 80, 81, 87, 88, 115, 116, 117, Dragoner- Regimenter 6 und 24, Feldartillerie-Regimenter 27 und 6o, Fußartillerie-Regiment 3, Pionierbataillone 21 und 25, Unteroffizierschute Biebrich, sowie sämtliche Divisions- und Brigadestäbe des Korps. Am 13. August findet eine Vorparade statt. Wegen der Zuverlässigkeitsfahrt beim Ueber- landflug sind noch keine Bestimmungen getroffen.
** Gegen die Lustbarkeitsstener, die durch die Grotzh.^Reglerung von bem Mindestsätze von 50 Pfg. auf den Minbestzatz von 4,50 Mark erhöht wurde, hat der Gastwirte- verem Stadt- unb Lanbkreis Tarmstabt am gestrigen Mittwoch in einer gutbesuchten Versammlung Stellung genommen Iol- genbe Entschließung sand einstimmige Annahme: Tie Mit- glieberversammlung bes Gastwirtevereines Tarmstabt sieht in der vom Grotzh. Ministerium erlassenen Verffignng, worin der niederste Satz des Lustbarkeitsstempels auf 4,50 Mark festgesetzt mtrb, eine weitere empfindliche Belastung für das Wirtegewerbe. Da^ Wirtegewerbe hat eine Reihe von Sonder- und Doppel- teuern zu zahlen und befindet sich in einer sehr schwierigen, wr viele Existenzen verzweifelten Lage und diese Verodnung be- deutet bei den jetzt schon trostlosen Verhältniffen eine neue schwere Schädigung des Gewerbes und der Existenzbedingungen. Tie -beriammlung beauftragt den Verbandsoorstand, mit allen ihm in Gebote »behenden Mitteln gegen die fortwährende Neu- und -roppelbelastung geeignete Schritte zu unternehmen und eine ein- gehend begruiidete Proteltversammtung an die Regierung zu richten
r e/Jte Schritt zur U c b c r l a n d z e n t r a l c unferey »tabtifchen Elektrizitätswerks ist nun gemacht. Der k e2!C^ner b hak an der Gemarkungsgrenze an
Marburger Straße eine Kiesgrube im Betrieb, aus welker besonders sehr stark Jormsand gefördert wird. Nach- dem dessen Nachbar H. W. Rinn, wie wir meldeten, in seiner Kiesgrube statt der Pferde Motorbetrieb eingeführt hat, ist Seipp dazu übergegangen, Kcaftbetrieb vom städtischen Elektrizitätswerk einniführen. Man hat nach der Seippschen Kiesgrube vom Fahrdraht der Trambahii, und zwar vom ^riedhos aus, einelLeitung gelegt und die Anlage sunktioniert gut. Der Besitzer der Karlsruhe, Dorfeld, welcher sein
Wtejccker Gemarkung hat. schließt jetzt sein Grundstück durch eine Verlangermig der Leitung ebenfalls vorerst die inneren Räume seiner Unternehmung elektrisch zu beleuchten. a
»-•<- 'M anzfreuden in Sang t)./z Zu unserer fürv unter dieser Ueberschrift erschienenen Notiz erhalten wir von einem Freund unseres Blattes folgende Entgegnung: Es ist ganz sicher richtig, daß auf dem Land die Möglichkeit gegeben ist, beim Tanz ber Erwachsenen mitzuhupfen und so ohne besonderen Unterricht baL erlernen, was in ber Stabt wohl nicht
9c^r, ,^^z zweifellos hat auch der Kursus viel Geld gekostet. Gewitz wird auch von törichten Leuten der Tanrerei ..FfWeit beißelegt. Wohl fjat solch ein
Lmand)e-§ “6cnMnöe großstädtische Anhängsel. Doch deshalb eine solche Veranstaltung für das Dorf für unangebracht zu erklären und die Eltern, die ihre Kinder
$Ttft x 1alCU' ber. Verschwendung zu bezichtigen, da^ geht denn doch zu weit. Denn es ist doch gerade einem Bauerndorf liutzlich, wenn die Kinder in feinerer körperlicher Uebung ausgebildet werden. Ich glaube, daß gerade die von dem Dorfe alle^ Kultur ängstlich 'fernhalten wollen, den „Zug nach ber Stabt" unterstützen. Unsere 53auern mögen alles kennen lernen. Ihr gesunder Sinn ^rufcn un£) 6efte behalten, unpassenden, qroß- stadklschen Kram aber ausstoßen. - Der Kursus mag0nun 840 Mk mit allem gekostet haben. In Wahrheit war es nicht so viel Man hätte wohl auch noch manches sparen lonnen, aber man vergesse dabei nicht, daß seit den letzten 56 Zähren em Tanzkursus höchstens alle sieben
r-er^ bro Jahr höchstens 120
liarf für die körperliche Ausbildung unserer, Gott sei a,^Cecn ^^bieten hoffnungsvollen Kinder, wahrend^lns bie Schule wenigstens etwa 4000 Mk im Jahre Met. ertön in diesem Verhältnis zeigt sich die Wert- schatzung, die btc Geistesbildung in unserer Gemeinde findet und der Artikelschreiber hatte es nicht nöt g uns diese kleine Freude zu verderben. 1
Ag. Wiesbaden, 3. Aug. (Ein gefährlicher M i n b e r r r e u n b.) Ter 1862 zu Wallmerod, Kreis Westerburg, geborene Tagelöhner Jakob Meudt lockte am 20. Oktober ver- gangenen Jahres in Biebrich bei Wiesbaden zwei neun- und Lwolsiahrige Mädchen an sieh imb vergriff sich an ihnen in ge- rneinster Weise. Obwohl Meudt bisher noch unbestraft ist, ver- urteilte ihn heute die Wiesbadener Strafkammer wegen Sittlich- ieltsverbrechen in zwei Fällen zu neun Monaten Gefäng« nis und drei Jahren Ehrverlust.
Leipzig, 3. Ang. Eine wichtige Entscheidung für A'u t o- m o b 11 b esitzer bat das Reichsgericht gefällt, welches in einem Urteil ausfuhrt, daß bie Bestrafung des Ligenbesitzers eines ?fH,lt9n?seme-5 nu5 § G1 ^ezw. § 71 Abs. L (jetzt § 61 unb 95 o ’ ‘ 1 , ^^''M^stenwelgesetzes bei bem objektiven Vorliegen einer dnivibedmnbh1»«, falls sie nicht ausschließlich auf einem reinen Finali beruht, auch bann einzutreten bot, wenn ein subjektives Ver- jcbulben des Ligeubesitzers nicht vorliegt.
Petersburg, 3. Aug. In ber hiesigen Börse hat eine st on te r eii5 ber G e t re i d eh ä u d l e r stattgefunden zur Fest- iteuuug des zu e r w n r t e n b e n Ernteergebnisses, sowie be^ beporitebenben Getreibetraiispories auf den Eisenbahnen. Bei bieier Komerenz würbe festaestellt, baß bie Ernte 30 Prozent niedriger fein werbe als 1 909, weshalb die Getreibe- bandler am eine bebentenb geringere Ausfuhr rechnen als 1909.


