Ausgabe 
2.2.1910 Drittes Blatt
 
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M^tQtrffe erTffuü?«. Dte Schule gehört mtdj tlr Len StöTnni#« Sein Staate. Die DLohammedaner hciben bei den Ausständen die Treue gehalten. Lassen wir Sie ruhig bei ihrer Vielweiberei. Wir müssen da vorsichtig fein, sonst gibt es wegen der Weiber gleich Krieg. Der Herr, der neulich nach dem Tierarzt schrie, sollte seinen Ruf in den Kolonien wiederholen Dort gibt es nämlich keine Tierärzte. (Heiterkeit.) Nun zum Kamel. (Heiterkeit.) Man soll'e es recht heimisch machen in unseren Kolonien. Man vergesse dabei nicht, daß auch einige Exemplare beS schönen Geschlechtes nötig sind, da lonst die Kamele bald auösterben würden. (Heiter­keit.) Der Zähmung von Elefanten sollte weiter Aufmerksamkeit g-scksenkt werden Die Treibereien g"gen den Staatssekretär machen wir nicht mit. Im Gegenteil, wir empfinden Freude und Genug chiung darüber, daß es ihm gelungen ist, unseren kolonialen Karren aus dem Slpnpf au ziehen. (Beifall links.)

Staatssekretär Dernborg:

Ich kan« den Vorrednern erklären, daß alle ihre Anregungen Sus einen fruchtbaren Boden fallen. (Beifall.) Den Wünschen wird nach Möglichkeit Rechnung getragen. Die geologische Erfor­schung von Ostafrika, für die noch gar nichts geschehen ist, liegt mir am Herzen. ÜBtr müssen dahin kommen, einen bestimmten Pro­zentsatz der Einnahmen <rn4 den Kolonien uir Kulturzwecke zu lief-- zulegem (Beifall.) Sonst wird es ichufig Vorkommen, daß wir für derartige kulturelle Zwecke nicht die notwendigen Mittel haben. Herr Arning hat gestern die Meuterei in Kamerun er­wähnt. Auch da spielt das cst la femme" eine Rolle. Man hat den Leuten verboten, mehr als eine Frau ins Dorf zu brin­gen. Darüber sind sie natürlich in hohem Maße aufsässig gewor­den. Die Leute werden zurzeit deportiert nach Südwestafrika. Das zeigt wieder, wie notwendig es ist, für laiidfremden Ersatz Bei unserer Schutztruppe zu sorgen. Herr Arning hat die Frage an

mich geEM. ob da? Land Tn CWrtl'o verlaust oder btfßtTfPtel werden soll. Mit der Verpachtung sind die Farmer nicht zufrieden. Die Verordnung wird geändert. Wir werden am besten fahren, wenn wir reichlich verkaufen, aber eine starke Kulturpflicht darauf legen. Tie Frage der Baumwolle ist so außerordentlich umfänglich, daß ich jetzt nicht darauf eingehen kann. Wenn ich nicht die Ucberzeugung hätte, daß es auch im nationalwirtschaft­lichen Interesse notwendig ist und Erfolg verspricht, würde ich die Reise nach Amerika und England nicht gemacht Ijobcn. Ich glaube bald in der Lage zu fein, positive Ergebnisse mitteilen zu können.

Der Staatssekretär beft&rftigt sich sodann mit der gestrigen Rede de? Abg. Noske und weist einige Angriffe des sozialdemokrati- 'chen Redners auf Beamten und auf Offiziere zurück. Zum Teil allen fie in da? Ressort der Militärjustiz.

Herr NoSkc hat sich darüber aufgehalten, dast wir M a ° i ch i n e n g e w e h r e nach Norden geführt haben. Ich weiß nicht, womit Herr Bebel schießen würde, wenn er den Krieg zu führen hätte; ich vermute nicht mit PralineeS. (Heiterkeit.) Herr Roske hält sich auf über die zahlreichen Bestrafungen. ES handelt sich nm 20 000 Fälle bei einer Bevölkerung der Kolonien von 10 bis 15 Millionen Einwohner. In Preußen haben wir einige 40 Mil­lionen Einwohner und über 400 000 Verbrechen und Vergehen Der Prozentsatz in den Kolonien ist so gut, daß, wenn die Anzahl der Bestrafungen ein Gradmesser der Kultur wäre, oaS Deutsche Reich sehr viel tiefer stände als die Kolonien. Herr Roske meint, die Buren und Engländer hätten uns in Südwest- afrika nicht gelassen, wenn sie nicht gewußt hätten, daß nichts drin wäre. Bezieht sich das auch auf die Diamanten, Herr Noske? «Heiterkeit.) Wer solche Tinge gegen die deutsche Kolonialpolitik vorbringt, der stell! sich auf einen ganz merkwürdigen Standpunkt. Wäre zu der Zeit, als es sich darum handelte, die Weser zu überschreiten, Herr Roske der Berater von Karl

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dem Großen gewesen. Kaiser Karl stände noch henke <raf W l'n/en Ufer ter Weser und Deutschland wäre überhaupt noch meft entwickelt. Wenn auch einmal Kraft und Gewalt anaew-A werden muß, dann kommt hinterher doch der Segen den e- wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung mit sich bringt davor zurückscheut, kann keine Kolonialpolitik treiben. ' <g 5 . - Prrr b §r t<n Sozialdemokraten. Herr Nos?» hat selbst gesagt: wir wollen Rohstoffe aus den Kolonien ' ob-- - wir wissen nicht, ob das drin ist.

Ja, warum bewilligen Sie denn nicht die Beihilfe für m, Baumwollversuche. (Abg. NoSke: Haben wir getan!) Nein Si? haben den gesamten Etat der Kolonialverwaltung aboelebnf Baumwolle Gar nichts (Hört! hört!) Wozu ist denn dieses des Herrn Noske? Diese Rede ist nicht dazu da, das hohe Haus au überzeugen, daS läßt sich in dieser Beziehung nicht überaeua-n sie ist mich nicht dazu da, die Oeffentlichkeit zu übtiJ zeugen, denn sie ist dazu da, um innerhalb Ihrer Partei, wo es in kolonialen Dingen kriselt, wieder etwas zusammen zu flicken. Ich erinnere Sie an Stuttgart und an Essen und an den letzten Parteitag, wo sie überhaupt nicht mehr riskiert haben das Wort Kolonie auszusprechen. (Hört! hört!) Wo es sich um kolomale Fragen handelt, da scheiden die Herren Soziald mokratev aus. Als freie Fahrgäste sitzen sie auf dem Wagen hinten braut und fahren ruhig mit. Wenn eine Chaussee Hebestelle oder eim Brückengeldstelle kommt, dann steigen sie linksseits ab und oev schwinden im Busch. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall.-

Das Haus v.ertagt sich.

Abg NoSk» %

kündigt eine Rede für Donnerstag an.

Donnerstag, 1 Uhr: Kolonialetat, Etat deS Reichstages MiMäretat.

Schluß 6% Uhr.

Mb

Wohlwollen.

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