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|| deutsche Staa*spreise, 72 Goldene Medaillen und viele andere hohe Auszeichnungen
sind altbewährt und geniessen mit Recht allgemeines Vertrauen, denn sie werden nur aus allerbestem Material unter sorgfältigster Kontrolle hergestellt. Das ist besonders bei Nahrungsund Genussmliteln von ausschlaggebender Bedeutung.
160. Jahrgang
Viertes Blatt
Nr. 76
Erscheint »glich mit Ausnahme deS Sonntags.
kurse.
werden, wenn
den
Maschinenbau,Elektrotechnik, Automobilbau, Brückenbau.
motten Staubformen die hervortretenden Bakterien-Kolonien. — Platte 3 stellt eine durch Forrnamintspeichel desinfizierte Fläche dar, auf welcher weder Luft- noch Staubbakterien gedeihen konnten.
und daher fast bakterienfreie Wüstenstaub der Sahara keine Kehlkopfkatarrhe, und der starke Kalkstaub der Riviera, der dauernd dem Sonnenschein ausgesetzt ist, wird nicht zum Träger von Epidemien.
Wir lernen hieraus, daß die beste Bekämpfung der Epidemien die Vernichtung der Bakterien der Luft und des Staubes ist. Tiefe kann aber mit Sicherheit nur vorgenommen
jahrs und Herbstes ungeheuer zu vermehren. Es Hl auch tatsächlich beobachtet worden, daß große Influenza-Epidemien nach Zeiten auffällig geringer Sonnenfcheindauer eintrateu. So ist denn der alte Begriff der Erkältungskrankheiten verändert worden. An Stelle der Furcht vor der Kälte ist mit Recht die Furcht vor den Bakterien getreten, und eine weitere Bestätigung für die Berechtigung dieser Anschauung ist die Tatsache, daß die eisigen Gefilde des Nordpols den kühnen
Die „Otetzeaer Zimlllenblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblett für den Kret* Elchen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Sett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Forschern keine „Erkältungskrankheiten", wie Influenza und Lungenentzündung, bringen, weil ihnen die Bakterien fehlen.
Was für die Luft gilt, das gilt auch für den Staub. Der Staub bewirkt nicht etwa durch mechanischen Reiz Entzündungen der Schleimhäute, sondern er wird nur gefährlich durch den beigemengten Gehalt an Bakterien, zu denen Influenza-Bazillen, Entzündungß- und Eitererreger und viele andere gehören. So erzeugt denn auch der sonnendurchglühte
wir die Bakterien an der Stelle unschädlich machen, wo sie in den menschlichen Organismus eindringen, nämlich in der Mundhöhle, und hieraus gründet sich die moderne Munddesinfektion, nämlich die Formamint - Anwendung.
Dieses interessante Thema wird ausführlich in einer reich illustrierten Broschüre behandelt, die durch die Firma Bauer & (Sie., Berlin SW. 48, auf Wunsch kostenlos versandt wird. — Die nebenstehenden Abbildungen veranschaulichen den Bakterienreichtum der Luft und deS StaubeS und die Wirkung deS Forma-
Samstag 2. April 1910
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen ’ Unlversüäls - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
•• Zum WitterungSumschlag im Vog elsb erg wird uns aus Hartmannshain geschrieben: Gerad als hier im Vogelsberg der Bauer seine Wagen und Goschin aus der Scheuer tat und beginnen wollte, an den Acker zu fahren, hat sich der Winter wieder eingeftellt. Und em Wind rocht hier und auf der Herchenhamer Höhe! Wie nmn hört, sind die Londroirte in der Wcttcrau mit der Frühjahrsiaot schon lauge fertig — ja, die paar schönen Tage im März! Aber zu früh roar diese Bestellung doch wohl sicher, denn wir mußten nach alter Erfahrung noch
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^öl. Redaktion: L-0112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
2lus Stadt und Land.
Gießen, 2. April 1910.
Der April
bringt dem Landmann reichliche Arbeit, hat er doch in ihm bie Saal für künftigen Sommersegen auSzustreuen. Do die -weite Hälfte deS Monats meist schon die Baumblüte bringt, ist er auch für den Imker von Bedeutung, denn das erfolgreiche Einträgen der Bienen kann nun beginnen. Freilich: „Es ist fern April so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Huf. Doch was schadet das? heißt es ja in den alten Bauernregeln: »Kalter April bringt Brot und Wein viel". Und wenn sich der Schnee in Regen wandelt, so ist dies dem Landmann noch lieber, denn /Rasier April, des Bauern Will!" Verheißen doch kräftige Regenschauer in diesem Mo- nat eine gute Ernte und einen fruchtreichen Herbst. Die Kühe soll man im „Ostermonat" April noch nicht auf die Weide bringen, eS sei denn, der Kuckuck ließe schon am 23. seinen Ruf ertönen. Hinsichtlich des Wetters erweist sich der April launenhafter a!S die verwöhnteste Schöne. Kaum hat er unS mit klarblauem Himmel und lachendem Sonnenschein aus der Stube gelockt, so läßt er kurz darauf einen weißen Flockentanz oder einen heftigen Regenguß auf den ahnungslosen Spaziergänger hernieder gehen oder reißt ihm in frevelhaftem Uebermut den Hut vom Kopfe, um sich an der Jagd des unglücklichen Besitzers nach der entflohenen
Wilterungsumschlag bekommen; jedenfalls wird unter den obwaltenden Verhältnissen die Saat des Vogelsbergs der der Wetterau — wenn die Witterung einigermaßen hilft — nichl nachstehen. Zuerst noch einmal kräftig Regen, der ist für die Wintersaat, und dann gehl's hinaus in die Flur. Die Sonne fleht hoch, die wird die letzte Anstrengung des Winters bald gebrochen haben. — Der Sturm halte «eitern bei Station Alte bürg einen Fichlenslamm über das Vahngeleise geworfen, der indessen vom Bahnpersonal bemerkt
1 ist der Luft ausgesetzt zwei Tage bei Körper- Das Bild zeigt die Platte 2 war dem Zu- und zeigt neben den
deS Früh
„■Oeiiüiipluiig" zu ergvtzen. Gr In Di es cuüeLi)Uupl, Den Menschen zum Narren zu halten. Allein trotz alledem haben gerade wir Deutschen immerhin keine Ursache, dem April zu zürnen; schenkte er uns doch vor nahezu einem Fähr- Hundert jenen unvergeßlichen Großen, den „eisernen Kanzler", der das geeinigte Reich schmieden half mit starken, arbeits- frohen Händen.
IJasseler
M. Hafer-Kakao
wird bei
Blutarmut und Bkicbsucbt
alsKräftignnffsmitteltausendfach ärztlich empfohlen.
Nm echt in olauen Kartons für 1 Mk., niemals lose.
„Das Ganze sammeln".
Für die bedrängten Kameraden in und um Ober-Mockstadt.
Nachdruck erwünscht.
Tut auf die derzeit und die Hände, Kam'raden, tiöri, es ruft die Not! Helft, daß des Unheils Macht sich wende, Tie, ach — so manchem Herzen droht.
So manchen Hauses Fried' und Freude Sie sind vernichtet weil hinaus, Sein Glück ward des GeichickoS Beute, Nur Gram und Not geh'u ein und aus.
0, fühlet Mitleid mit den Armen Im rechten Kameradengeist.
O, übel menschliches Erbarmen, Tas euch des Himmels Lohn verheißt!
Laßt nicht vom falschen Sinn euch lenken,
Weil eure Krast euch unwert scheint, Ter allen Wahrheit wollt gedenken: Tie Schwachen auch sind stark — vereint.
Es kann aus Kleinem Großes werde«,
Ter Funke wird zum Flammenmeer, Ter kleinen Tröv'lein Heer aus Erden Es braust als mächt'ger Strom daher.
Laßt nicht verhärten euch die Seele,
Sitzt nicht verdammend zu Gericht, Fragt nuht nach fremder Schuld und Fehle, Es brennt die Slot - es ruft die Pflicht!
Laßt's auch bei Worten nicht bewenden,
Tem wahren Freunde ziemt die Tat, Laßt oD'crirol) uns Hülle spenden, Und wandten wahrer Treue P'ad.
Ob klein ob groß sei eure Gabe,
Gott wird ue segnen dach gewiß, Auf daß sie werde Trost und Labe Ten Armen in der Kümmernis.
O, laßt sie nicht vergeblich hoffen,
Tie Brüder in bedrängter Zeit, Tie Herzen macht, die Hände offen Zum Werke der Barmherzigkeit.
Tragt hach das Banner, Kameraden, Wie ihr's getan so manchesmal. Zu hohem Ziel, zu edleu Taten, as Ganze sammeln l" — sei's Signal I
Roemh eld.
Gaben werden gerne entgegen genommen. Ober-Mockstadt. Jung, Bezirksvorsteher.
und beseitigt wurde.
— Al len darf a. d. Lahn, 1. April. Vorn 23. bis 25. April findet hier bet Gastwirt Ioh. Luh die V. Aus - Heilung deS Mitteldeutschen Kaninchen- und Geslügelzuchtvereins statt. Die Ausstellung scheint mit Kaninchen- und Geflügel^uchtarten gut beschickt zu werden. Gleichzeitig findet Prämiierung und PreiSschießen statt.
n Schlitz, 1. April. Ter Iahresbericht der höheren Bürgerschule bringt eine interessante Ehro n i k d e r A n - stakt von Gründung derselben an im Jahre 1900 bis Osicrw 1910. Im Hergänge.icn Jahre war die Schule von 40 Knaben! und 9 Mädchen besucht. Davon waren 42 evangelisch, 2 katholisch und 5 israelitisch. Aus Schlitz selbst waren 44 Kinder. An der Anstalt wirken außer dem Rektor, Oberlehrer Rodeichausen, nod) drei weitere Lehrkräfte. — Hatten wir an den Feiertagen herrliches Frühlingswetter, w ist seit Mittwoch wieder gnm» miae Kälte eingetieten. Starke Schneestürme hatten von Mittwoch aus Donnerstag die Erde wieder in etn writterlrä)es Ge- wand gekleidet. Ter Tätigkeit des Landwirts aus feinen Aldern ist dadurch ein rasches Ende bereitet worden.
x Kinzenbach, 1. April. Die Lehrerwitwe Weckmüller, eine geborene Eolnot, feierte heute in voller Gesundheit ihren 9 0. Geburtstag. Seit dem Jahre 1886 wirkte Lehrer Weckmüller in Atzbach, feit dieser Zeit lebt die rüstige Greisin im Witwensland. Ihre 8 Kinder, 32 Enkel und 35 Urenkel brachten dem Geburtstagskind fast sämtlich persönlich ihre Glückwünsche dar.
a Atzbach, 1. April. Lehrer Emmrich, der am 1. August 1908 auf die neu errichtete Lehrerstelle hierher versetzt wurde, ist von heute ab au die einkl. Volksschule z > Eümbchen, Kreis Simmern versetzt. Die Gemeinde sieht den tüchtigen Lehrer nur ungern scheiden.
OemjH oder madjarW
Auf einer Ofenpester Versammlung zur Wahlrefvrm hat der Landwirt Adam Tobias aus Bikled in Südungarn in deutscher Sprache es oellagt, daß die Attldjarisierung noch nicht weit genug fortgeschritten sei: t ,
„Wenn wir die aus die Erlernung der madiaruchen Sprache bezüglichen Gesetze durrl^eführl, wenn wir madjansche Schulen in genügender Zahl errichtet hätten, so brand,X' ich jetzt Nicht meine deutsche Muttersprache benutzen, sondern hätte Gelegenheit gehabt, die madjarisch? Sprache zu erlernen intb konnte zu meinen Mitbürgern madjarisch sprechen. Wir alle liehen auf ungarischem Boden und sind im Her-en gute Ungarn."
Tem letzten Satz wird, wie die Mitteilungen des Vereins für das Teutschnim im Ausland schreiben, jeder Deutsch-Ungar zu- ftimmen Auch gegen die Aneignung der madjarisdxm ^taat^rodif erhebt sich unter den ungarlöndischcn Teutichen lein Aeiderspruch mehr Tie bedauerlich zujamnumgeichnrolzenen deutschen schulen in Ungarn haben das Madjarisä)e langst in ihren Lehrplan auf-
geuo muren. , .
Anders steht es aber, wenn Herr Tobias die deutichc Schule durch die madjarische ersetzen zu sollen glaubt. Abgesehen von der nationalen Kläglichkeit die,er Auffassung, hegt ihre Tsrbeit dem proltischm Leben gegenüber auf der Hand. A.'ie ausichlietzliche jtxmntn.d des Madjarischen würde für die ungarländhchen Teut- i'dien einen ungeheuren Rückschritt kustureller, und wirtichaftlidxw Art bebrüten. Wer über die engen Verhältnisse eines ungarischen Urses binaussttebt, der sähe sich hundert fach geliemmt. Außerhalb des madjariickjen Globus ist der madiartzch Redend? ein Taubstummer. Er verstände niemmiden und würde iiü> Klblt niemanden verständlich machen können. Spätere Geschlechter würden c-s dem einigen Werber für das Madjaren mm schwerlich xcnl wissen, wenn sich seine Wünsche erfüllten. Erfreuttd-eriveisc sieht er mit ihnen unter feinen deutschen Landsleuteii zicmlrcl> allein. Uns fällt bei der Sache der kernige Ausspruch eines fübungariidjen Schwaben ein, iet einem mabiarisch sich gederdenden Lanlsnanne zurief: „Wenn du eine Nacht int KübgtM schläfst, mutzt du am annercn 9Jiyrgen gleich „muh" schreien?" Dos sollte sich auch der blmde Tobias aus Billed ad notam nehmen.
Gießener Anzeiger
GmeraL-Anzeiger für OberheMn
mmts. Platte gewesen, dann temperotur aufbewahrt worden. Entwicklung zahlloser Keime. — tritt feinen StaubeS ausgesetzt
Die Bakterien der Lnft und des Staubes.
Eine ganze Reihe von Krankheiten, die durch Bakterien heroorgerusen werden, wie Influenza, Diphtherie, Scharlach u. a , treten zu bestimmten Jahreszeiten besonders häufig auf. Man nahm früher an, daß Witternngseinflüsie, Lnftströmungen, Temperatucschwankungen die alleinigen Ursachen jener Er- kronkiinoen waren, und nannte sie kurzweg Erkältungskrankheiten. In neuerer Zeit sind nun diese Zustände untersucht und die wirklichen Ursachen feftgeiieUt worden. Es ist nunmehr bekannt, daß nicht die märmeentziehehde Wirkung des Temperaturwechsels, sondern das zeitweise ungeheure Auftreten von Bakterien jene Krankheiten hervorruft.
Im Winter und im Frühjahr ist nämlich die Luft bakterienreicher, und daher entsteht zu diesen Jahreszeiten die große Zahl von katarrhalischen Asiektionen, die Influenza- und andere Epidemien und die für ältere und schwache Menschen so gefährlichen Lungenentzündungen. Alle Erreger dieser Krankheiten sind in der Luft anfgefunden worden, und sie stellen deshalb die eigentlichen Gefahren der Lust dar. Diese eigenartige Erscheinung des je nach der Jahreszeit wechselnden Vakleriengehaltes der Lust erklärt sich aus dem zerstörenden Emflnß der Sonnenstrahlen auf diese Krankheitserreger. Bei Sonnenschein sinkt der Keimgehalt, um sich bei Verringerung
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