Ausgabe 
25.4.1910 Drittes Blatt
 
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passendes.

r.

Durch-

pro 100 Pfb. jchnillsprerS

von-bisvon-biZ

Ochsen.

höchsten

45

80

3843 7377

40

75

3639

7275

37

73

60-65

32-34

33

62

7680

44

78

6775

37

71

82-84

83

41

5455

6970

69

54

5455

Fleischige Schweine . .

92-100

84-90

71-80

63

53

69

68

96

87

75

70

67

6067

48-58

39

36

6970

6769

38-40

35-37

. 5254

32

25

Tendenz: Rinder gut, Schweine mittelmäßig.

54

53

7072

66-68

Schweine.

Bollsleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht Bollsteischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht

t'ebcnb« Schlacht.» aewlchr

57

52

45

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Lchlachtwertes 42 46

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 3539

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 3035

Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . . 2229 Kalbe r-

Feinste Tioft- (Vollmilchmast) und beste

Saugkälber.........5560

'Mittlere Ri ast- und gute Saugkälber . 5054

Geringere Saugkälber . .... 4249

Schaie.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 4142

Märkte.

Gießen, 23. April. Ri arktb errcht. 9htf heutigem Wocken- matfte kostete: Butter pr. Md. 1.201.25 Aik., Hühnereier 1 St. 7 Psg Enteneier 1 Stück 8 Psg., Käse pr. St. 68 Pf., Erbsen p. Pfd. 0000 Psg., Linsen p. Pfd. 00 00 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Aik., Hühner pr. St. 1,001,60 Aik., Hähne pr. Stück 0,801,80 Aik., Gänse pr. Md. 6070 Pf., Enten vr. Stück 1,80 bis 2,20 Mik., Ochsenfleisch pr. Pfd. 7684 Pfg., Kuhfleisch pr. Pfd. 60 Psg., Rindfleisch pr. Pfund 7074 Pfg Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8084 Psg., Hammelfleisch pr. Pfb. 6o84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.506.00 Aik., Zwiebeln per Ztr. 9,0010,00 Aik., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 1015 Pfg., per Zentner Aik. 0.000.00., Aepfel per Ztr. 1018 Alk., Birnen per Ztr. 1015 Aik. Nüsse 100 Stück 4050 Pfg., per Ztr. 000 Aik Aiarktzeit von 71 Uhr.

F.C- Wiesbaden. B i e h h o i - M a r k t b e ri ch t vom 22. April.

handel.

N e w y o r k, 22. April. Die Verbindlichkeiten der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Baumwoll- s r r m a K 'n i g h t, Y a n s e y u. E o m p. in D e c a t u r (Alabama) werden auf wahrscheinlich 21/, bis 4 Millionen Dollars geschätzt. Die Aktive sollen sich aui 500 000 Dollars belmifen. -iie Zahlungs­einstellung iügt besonders Liverpooler und kontinentalen Häusern große Verluste zu. Mm, schätzt den Mert der Bestände der Firma an Baumwolle aus 500 000 Psund. In Liverpool sind ziemlich em Dutzend Firmen in Mitleidenschast gezogen. Entgegen den Er­wartungen faßt die Baumwoll-Börse die Angelegenheit ziemlich ruhig aus.

Eingesandt.

.-Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Anfrage,

betr. die für Gießen erworbene ethnographische Sammlung.

Ich bin HerrnS. sehr dankbar iür seine Antwort. Sie bestätigt mir voll und ganz das, was ich ahnte, nämlich, daß die ethnographische Sammlung schon hier ist, in Kisten und Kasten verpackt, teilweise auch unverpackt, irgendwo herumsteht und bis jetzt noch feine Heimstätte gesunden hat. Es ist ja klar, daß die Platzfrage für eine so reichhaltige Sammlung, die sich außerdem rasch vergrößern wird, nicht so im Handumdrehen gelöst werden kann. Ich glaube aber, daß ihre Lösung doch nicht allzu chwierig ist. .

Die Ohrenklinik scheidet meiner Meinung nach ohne weiteres aus. Tie Sammlungen müssen, wie HerrS. auch richtig be­tont, wenn es irgend geht, in einem Stadtteil zusammen bleiben, sie gehören in dieselbe Gegend, hier also in die Nähe des alten Schlosses oder des Landgraf-Philippsplatzes. Als ich seinerzeit die erste Nachricht von dem Ankauf der Sammlung las, habe ich sofort an den neu hergerrchteten Saal im neuen Schloß am Landgras- Philippsplatz, den ich vor einigen Jahren einmal sehen konnte, ge­dacht. Dieser, der schon seit Jahr und Tag leer steht und der Be­nutzung wartet, ist iür die Ausstellung einer solchen Sammlung gerade wie geschaffen. Tas Gebäude gehört ja allerdings, soviel ich iveiß, dem Staat. Dieser würde aber sicher der Stadt den Saal für diesen Zweck kostenlos oder gegen eine geringe Miete überlassen. Die Ueberwachung könnte ähnlich wie im Museum geregelt sein.

Einerlei wie die Platzirage nun sich lösen läßt, ihre Lösung muß bald erfolgen. Tenn es ist bekannt, daß Sammlungen am meisten leiben, 'wenn sie zwecklos Herumliegen oder längere Zeit verpackt sind.

Da die Samnilung der Stadt gehört, ist es da­her Pflicht der städtischen Verwaltung und des Stadtvorstandes, darauf hinzuwirken, daß sie recht bald ein Heim erhält, und zwar ein für sie

r cbend» LLiachl. pro 100 Pfund gewichk - -

Vollfleischige, ausgemästete, , ..

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4347 7882

Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete .....

Mäßig genährte junge und gut ge­nährte ältere Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten

Schlachtwertes

Vollfleischige, jüngere

Mäßig genährte jüngere unb gut ge­nährte ältere Färsen, Kühe.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 22. April.

Wegen Diebstahls, Betrugs und Unterschlagung tand der seither in Lich wohnhafte Dienstmann K. R. aus Gröditz (Schlesien) unter Anklage. Im letzten Sommer kam er zu einem Fetthändler nach Rödgen, der mit den, Metzgern in Lich in Geschästsverbindung stand und gab an, er sei beauftragt, die für Knochenlieferung rückständigen 28 Mark zu erheben. Der Händler hatte nicht genügend Geld bei sich, weshalb er sich erbot, den Betrag durch die Poft einzusenden und zwar an den An­geklagten, mit der Weisung, das Geld dem Metzger abznlieferi,, damit es nicht an die falsche Adresse gelange. Als das Geld ankam, verwendete es der Angeklagte für sich und behauptete, der Händler habe ihm das Geld für seine Dienstleistungen geschuldet. Im letzten Herbst kaufte ein hiesiger Händler durch Vermittelung des Angeklagten gegen sofortige Zahlung von einer Witwe in Lich einen Baum Aepfel, der auf 15 Zentner geschätzt wurde. Der Händler ordnete an, daß die Aepfel bis zu seinem Wiedern emtreffen hängen bleiben sollten, da er beim Ernten und Ver­laden zugegen sein wollte. Der Angeklagte machte aber die Aepfel ab, brachte sie mit andern an den Bahnhof und teilte dem Händler telephonisch mit, er habe noch eine größere Quan­tität Aepfel zu verkaufen, die bereits an der Bahn lagerten. Ter Händler schickte seinen Schwiegersohn hin, der die Aepfel auskauste, ohne zu wissen, daß es die von seinem Schwiegervater bereits bezahlten sind und gab dafür 60 Mark. Alsbald nach diesem Vorfall verschwanjd der Angeklagte von Lich; er wurde nach Aburteilung in Schweidnitz, wo er wegen Betrugs und Diebstahls vier Sabre Zuchthaus und 750 Mark Geldstrafe und vegen eines weiteren Falles drei Monate und 150 Mark Geld- trafe bekam, wieder hierher gebracht. Unter Einbeziehung der genannten Strafen wurde auf eine Gesamtstrafe von 5 Jahren 8 Monaten Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe erkannt. Bei der in Schweidnitz ausgesprochenen Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte behielt es fein Bewenden und unter Berücksichtigung seiner Gemeingefährlichkeit sprach das Gericht die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht aus.

Ein schwerer Diebstahl ist dem Schneidergesellen L. B. aus Usenborn zur Last gelegt. Er ist nachts in eine Wirtschaft zu Büches eingeschlichen und hat aus einem neben dem Wirtslokal befindlichen Zimmer eine Geldkassette mit etwa 2 Mark mitgenommen. Tas Geld wollte er zur Bestreitung der Kosten eines Tanzvergnügens verwenden. Seme Jugend berücksichtigend, ließ ihn das Gericht mit der Minimalstrafe von 3 Monaten Gefängnis durchkommen.

Der Dachmeier von Griivberg, der im Armenhaus wohnhafte Dachdecker K. Ehr. M., eine dem Gericht bekannte Persönlichkeit, hat nachts wieder einmal skan- daliert, weshalb ihm ein Strafbefehl über drei Tage Haft wegen Ruhestörung zuging, auf dessen Einspruch das Schöffengericht, angesichts der vielen Ruhestörungen durch den Angeklagten, die Strafe auf eine Woche erhöhte. Er focht das Urteil an und brachte vor, er werde vielfach schikaniert und gereizt; an jenem Abend' sei ein Stein durch sein Fenster geflogen, der die Lampe, die seine Frau in der Hand hielt, zertrümmert habe, wodurch er in Aufregung geraten sei. Das Gericht hatte den Eindruck, als sei die Ruhestörung, über die sich die Mitbewohner des Hauses und die Nachbarn beschwert hatten, durch andere mit verursacht worden. Es setzte deshalb die Strafe wieder auf drei Tage herab.

2$izs den NerchsiagrauLschüfsen

:: Berlin, 23. April.

Der Reichstagsausschuß für das W ertzuwach s ste u er- tzesetz verhandelte in der heutigen Sitzung über die fyrage ber Abzugsfähigteit der geleisteten Aufwendungen von bem Wertzuwachs bei ländlichen und ftäbtiicfren ©runbftuacn. -er An­trag Westarp, Dietrich (Kvns.-, welcher die zur Verdes wrang land- krchen Besitzes geleistete Arbeit der Beicher berücksichtigt nnffen wollte, gelangte mit großer Mehrheit Zur Annahme, ebenfo bte Anträge Westarp und Enno (Forftchr. Vp.), welche die .ln- rechnung für den städtisckstn Grundbesitz regeln. Die Frage der Anrechnung der bei Baubesitz auszuwendenden Zinsen wurde vertagt, ebenso die für die finanzielle Wirkung dN Steuer ent­scheidende Frage der Berechnung des Wertzuwachses (Anrechnuich der Aufwendungen auf Erwerbs Preis ober Abrechnung der Auf­wendungen vom Veräußerungspreis). D i e (Stimmung de s Ausschusses über die Möglichkeit des Zustanbe- kommens desGesetzes w a*r eine sehr pesfiMistifche.

Der K a l i a u s s ch u ß des Reichstages verhandelte heute über den von den Sozialdemokraten beantragten Tarifvertrags^ Paragraphen. Danach soll durch einen neuen1 § 21 b_a des Gesetzes der Buiidesrat verpflichtet werden, den Abschlutz von Tarifverträgen in der Kaliindustrie auf der Grundlage eine* Minimallohnes und Maximalarbeitstages für die einzelnen Ar- beitergruvpen zu fördern. Der Vertrag sieht für die Entscheidung von Streitigkeiten über die Einführung, den Inhalt und bie Auslegung der Tarifverträge Berufungsausschüsfe vor. In einem Zusatzantrag fordern die Sozialdemokraten einen 10 Prozentig«r. Lohnaufschlag, solange die tarifvertragliche Regelung der Arbeits­bedingungen nicht erfüllt sei. Die Sozialdemokraten erklärten, wenn die>e Arbeiterschutzbeftimmung in das Gesetz nicht hi'-e-n- fame, würden sie alles tun, das Gesetz zu Fall zu bringen.

Von der Regierung wurde dagegen Widerspruch erhoben, datz man einige der größten sozialen Fragen so en Passant zu loien versus. Bisher fei trotz jahrelanger Bemühungen eine tontgung über die Tarifvertragsfrage nicht zu erzielen gewe'en.. Die Frage des Minbeftlohnes werfe wieder die Frage der Mindeft- arbeitsleistung auf. Alle diese Fragen hätten mit dem Gesetze nichts zu tun, bei dem es sich nur um die Sicherung des St'aU für Deutschland handle. Uebermäßige Profite werde es nach der Herabsetzung der Preise nicht geben. Die Arbeiter seien schon von selber in der Lage, sich Lohndruck nicht gefallen zu lassen, und gesetzgeberisches Eintreten sei daher nicht nötig.

Pom Zentrum erklärt man sich trotz Bedenken im einzelnen aus der allgemeinen Stellung des Zentrums zur Tarifvertrags­frage heraus für den Antrag der Sozialdemokraten.

Von konservativer Seite wurde ausgeführt, Käliverträge jeten wünschenswert, aber sie dürften nicht zwangsweise eingetuhrt werden. Fragen von so gewaltiger Tragweite bei diesem Gesetz zu entscheiden, sei unmöglich. 1 - . .

Ein nationalliberales Ausschußmitglied stellte sich auf einen ähnlichen Standpunkt: im Kalibergbau würden die kleineren Merke durch Tarifverträge ruiniert werden.

Die Fortschrittliche Volkspartei stellte sich im Prinzip aus den Standpunkt des sozialdemokratischen Antrages und beantragt bie Bildung eines Arbeiterausschusses mit geheimer und direkter Wahl.

Im weiteren Fortschreiten dieser Aussprache begann das Zentrum seinen Standpunkt schärfer zu pointieren. Es erklärte rund heraus, ebenso wie vorher die Sozialdemokraten, daß es für das Gesetz nicht zu haben sei, wenn nicht der Arbeiterschutz bineinfommc. Die Arbeiter müßten dagegen geschützt werden, bar, die Preisermäßigung auf sie abgewälzt würde. Das Syndikat habe das am 18. April erklärt, darauf habe das Zentrum am 21. April seine Gewinnbeteiligungsanträge eingebracht.

Von konservativer Seite wurde bemerkt, wenn jemand das Gesetz nicht wolle, bann bepacke er es. Für die R'onferOatiöen sei es unmöglich, für die Anträge zu stimmen. Dagegen wollten sie auch nicht, daß die Löhne herabgedrückt würden. Der sozial­demokratische Antrag sei jedenfalls unannehmbar.

Hierauf wurde die Verhandlung auf Dienstag vertagt.

Auftrieb: Rinder 49, Kälber 132, Schafe 61, Schweine 206.

Kälber mittelmäßig, Schafe ruhig, Preis ~ '

Aus Stadt mtfc Land.

Gießen, 25. April 1910.

** ZIn den Ruhestand versetzt wurde der Ge­richtsvollzieher Mit deni Amtssitz in Wörrstadt WM Kerl lauf sein 'Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.

** Land eshyp o thekenL'unk. Der Beamte der Landes-Hypothekenbank Ludw. Presiedt aus (Sroß-Geran wurde zum Bureauassistenten ernannt.

* Evang. Z cntralkirch enso nds. Der Groß­herzog hat dem Revisionsgehilfen Friedr. Zulauf zu Darmstadt die Stelle eines zweiten Beamten des evang. Zentralkirchenfonds übertragen.

** Einziehen der direkten Staats steuern- v o n S t a a t s b e a m t e u u s w. Im Hanptvoranschlag 1910 ist die seitherige Vorschrift, wonach die Gehalte und Pen­sionen der Staatsbeamten, sowie die Tienstzulagen und Pcnsioneti der Lehrer und Lehrerinnen in Monatsbeträgen im voraus und zwar frühestens am 4. Wochentage vor Monatsbeginn bezw. im Dezember vor Christfest zu zahlen waren, dahin abgeäubert worden, daß diese Zahlungen nun frühestens am 25. oder, wenn dieser Tag auf einen Sonn- vder Feiertag fällt, am 24. bezw. 23. des vorhergehenden Monats, im Dezember am 4. Wochentage vor Christfest zu leisten sind. Es soll hierdurch ermöglicht werden, den Beamten usw. das Begleichen ihrer Steuerschnldigkeiten zu ^erleichtern, indem diese nun an den Gehalts- uftol An­sprüchen für den auf den Steuerhebemonat folgenden Monat aufgerechnet toerben können; weiter soll hierdurch der Bar­geldumlauf vermindert und die Erhebungsarbeit verein­facht werden. Zur Ausführung dieser Seftimmung haben die Ministerien eine Ausführungsanweisung erlassen, der wir n. d. Darmst. Ztg. noch folgendes entnehmen: Tas Auf- rechnen Bann nur auf von dem Beamten usw. hei der gehaltszahlenden Kasse schriftlich einzureichenden Antrag hin stattfinden und nur auf schriftlichen Antrag hin wieder eingestellt werden. In dem Antrag sind in Uebereinstirn- mung mit dem Steuerzettel der Name des Steuerpflichtigen, die steuererhebende Kasse, die Hebregisternummer info der Aieldetrag anzugeben; statt dessen kann dem Antrag auch Set Steuerzettel beigelegt werden. Aendert sich der Ziel­betrag im Laufe des Steuerjahres, so hat der Beamte usw. hiervon und Non dem Zeitpunkt der Aenderung die ge­haltszahlende Kasse zur Berücksichtigung beim nächsten Ge­haltsabzug zu benachrichtigen. Hat eine Ermäßigung statt- gesunden, so bleibt es dem Beamten usw. überlassen, den früher zu viel bezahlten Betrag bei der Steuerhebstelle zu erheben. Aenderungen, die durch den Ausschlag für ein neues Steuerjahr oder durch Wechsel des Wohnsitzes veranlaßt sind, werden ohne weiteres durch die beteiligten Kassen geregelt. Tie Aufrechnung des einbehaltenen Steuer- deträges ist jeweils durch eine unter die Gehaltsquittung zu fetzende Anmerkung, daß an dem obigen Bettag . . . Mr .... Pfg. direkte Staatssteuern für das Ziel ab­gezogen, sonach nur .... ME Pfg bar ausbezahlt worden seien, zum Ausdruck zu bringen; eine besondere Steuerquittung wird nicht erteilt. In gleicher Weise wie vorbescyrieben ist die Zahlung der biretten Staatssteuern des ständigen Aushilfeversonals durch Aufrechnen an dessen nicht früher als 8 Tage vor Monatsschluß zahlbaren Ver- gütmigen für den Steuererhebmonat gestattet.

** Eine Schule für Gemeindebeamte, die erste im Westen Deutschland, ist zu Ostern der^ kaufmänni­schen Schule in H ag en angegliebert worden. Junge Leute, die die Gemeindebeamtenlanfbahn einschlagen wollen, Er­halten im ersten Jahre vollen Tagesunterricht und im zweiten weitere Älusbildung in den Finanzwissenschaften, durch Unterricht in Bureaus, über Stadt- und Verwaltungs­recht usw. , . .

** Die ,Hassia" blickt auf chr 3o. Verbandsiahr zurück Der Verband zählt jetzt in 948 Krieger- und Militär- nereinen 60537 aktive und 6692 passive, insgesamt 67 230 Mitglieder. Im Jahre 1909 traten 10 Vereine nut 310 Mitgliedern bei. Die Vereinskasse weist nut den verschie­denen Stiftungen ein Vermögen von 250 000 Mk. auf, gegen das Vorjahr eine Zunahme von 12000 Mk. Für Wohltätig­keitszwecke Unterstützung von Kameraden, Witwen und Waisen wurden rund 19000 Mk. verausgabt; fast 590 Gesuche wurden genehmigt. DieHassia" hat mit der Zentralanstalt für Arbeitsnachweis in Darmstadt btc segens­reiche Einrichtung getroffen, stellenlosen ober vom Militär ab gehenden Kameraden kostenlos Arbeitsstellen nach^u- wcnsen. Tie Hauptversammlung derHassia" findet am 5. JUni in Offenbach statt.

r Ulrichstein, 22. April. Ern werterer Blatternfall ist bis jetzt nicht festgestellt worben. Es scheint, baß jede GefahrderWeiterausbreitungderKrankheit infoige ber sofortigen strengen Absperrungs- unb sonstigen zweckdienlichen Vornahmen. beseitigt ist. Die grofse Aufregung, die unter der hiesigen Bevölkerung herrschte, hat sich wieder gelegt, zumal bekannt wurde, daß die er­krankte Person erst kurz vor dem Ausbruch ihrer Krankheit hier eingewandert ist und nur mit den nunmehr in der Gießener Klinik untergebrachten fünf Personen in Berüh­rung gekommen ist.

-ch. Gambach, 22. April. In der Mühlenbau­anstalt der Gebrüder Grieb kam heute vormittag ein Un° qlücksfall vor. Ein jüngerer Gehilfe aus Holzheim wurde beim Hantieren mit der Kreissäge schwer im Gesicht verletzt, besonders stark wurde die Nase mitgenommen. Infolge Aussperrung der Bauhandwerker sind sehr viele SHr bett er unserer Gemeinde zum feiern gezwungen. Vor der Aus­sperrung waren von hier nahezu 100 Mann im Bauhandwerk beschäftigt.

-ch. Steinfurt, 22. April. In unserer Gemarkung ist, besonders in den letzten Jahren, seit Erpachtung des Baron v. Low'schen Gutes, die Rosen zücht bedeutend aus­gedehnt worden. Es werden jetzt zirka 600 Morgen mit Rosen bepflanzt. Abgesetzt wurden im vergangenen Jahre zirka 1 000 000 Stämme. Große Erleichterung in ihrer Arbeit versprechen sich die Nosengärtner von der Erbauung der neuen Bahnlinie, da durch sie der Transport nach Station Bad- Nauheim in Wegfall kommt.

Unverts mit Firma billigst

Srühi'sche UniveiMts-Dructerel. R. Lange, Sietzen

Spielplan der vereinigten zranksurter StaStHeater.

Opernhaus.

Montaq den 25. April, abends 7h, Uhr:Feuersnot." (Kunrad: Herr Feinhals als Gast.) Dienstag den 26. April*):Fra Tiavoto." Alittivoch den 27. April, abends 7H, Uhr:Salome." (Salome : Mine. Aino Ackts als Gast.) Tonuerstag beit 28. April:Undine." Freitag den 29. April, adends 7'/, Uhr :Elektra." (Klyiämnestra: Frau v. Aiildenburg a. G.) Samstag den 30. April:Der Trou­badour." Sonntag den 1. Mai:Manon." Montag den 2. Aiai, abends 7H, Uhr:Die geschiedene Frau." Ticnstag den 3. Mai: Figaros Hochzeit." Äiittivoch den 4. Aiai, abends h,3 Uhr:Ein Wcüzertraum."

Schauspielhaus.

Montag den 25. April'):Des Pfarrers Tochter von Strela- dorf." Dienstag den 26. April:Die Rampe." Mittwoch den 27. April:Her'odes und Mariamne." (Riariamne: Irene Triesch.) Donnerstag den 28. April:Hedda Gabler." (Hedda: Irene Triefch.) Freitag den 29. April:Tantris der Rarr." (Jsot: Irene Triesch-) ScnrrsMg den 30. April:Rosniersholm." (Rebekka: Irene Triefch.) Sonntag den 1. Mai, nachmittags 3h, Uhr:Das Konzert." Abends 7 Uhr:Herodes und Mariamne." (Mariamne: Irene Triefch.) Montag den 2. Mai:Die Rampe." Dienstag den 3. Mai:Hans Lange." Alittwoch den 4. Mai:Die Rampe."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

wandern und Reifen.

** Die Zollabfertigung des Reisegepäcks bei der schnellsten Verbindung von der Oftschweiz (Engadin) nach dem Rheinland und nach Frank­furt (Bremen) Hamburg, die mit dem 1. Mai d. I. ins Leben tritt, wird zur Bequemlichkeit ber Reisenden während ber Hebersahrt über den Bodensee von Rorschach (ab. 12.25 nachm.) nach Friedricl)shafen (an 1.23 nachnt.^ auf bem Schift ftattsinden, wo auch vorzügliche Gelegenheit zur Einnahme des Mittags­essens besteht. Abfahrt in St. Moritz 6,05 vorm., in Chur 10.11 Dornt., in St. Gallen 11.41 vorm., in Friedrichshafen Hbf. 1.35 nachm., in Stuttgart 4.47; Ankunft in Heidelberg 6.40 nachm., in Mannheim 7.05 nachm., in Saarbrücken 8.48 abends, in Metz 10.19 abends, in Brüssel 5.26 Dornt., in Ostende 7.28 Dornt., in Wiesbaden 9.11 nachm., in Frankfurt 8.32 nachm., in Köln 12.41 nachts, in Kassel 12.06 nachts, in HannoDer 3.22 norm., in Bremen 5.35 Dornt., in Hamburg 6.40 Dornt., in Kiel 9.05 abends, in Kopenhagen 4.48 nachm. Zwischen Frankfurt unb Hamburg verkehrt ein Schlafwagen und zwischen Hamburg und Ki.cl ein Speisewagen.