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23.2.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 45

Zweites Blatt

160. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme deZ Sonntags.

General-Anzeiger für SberhrW

DieSiebener Familienblätter" werden den: .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisbiart f6r den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschastlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zwemral.

Mittwoch 23. Februar 1910

. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universüäts - Buch- und Steindruckerei.

B R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedüion und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e=^51.

Redaktiom^^l 12. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Das einzige deutsche Dorf im Tefsin.

^Jm schweizerischen Kanton Tessin liegt als einzige deutsche Enklave im italienisch sprachlichen Gebiete das deutsche Dörfchen Bosco (Gurin), lieber den Grießpaß wan­derten die Alemannischen Vorfahren vom Wallis her im Mittelalter in die Täler am Fuß des Monte Rosa (Gorner- horn) ein und gründeten die deutschen Gemeinden des Tosatals (Kar. Italien), von denen Pommat (Formazza) mit etiva 550 Einwohnern die bedeutendste ist. Von Pommat aus erfolgte dann die Gründung des schweizerischen Tochter-- dorfes Bosco, dessen 270 Köpfe zählende Gemeinde zäh an der deutschen Muttersprache festhält.

Große Freude erregt unter den 52 Kindern der deutschen Dorfschule eine Weihnachtsspende der Ortsgruppe Konstanz des Vereins für das Deutschtum im Ausland, die durch den Lehrer in Einzelpaketchen an die 26 Knaben und 26 Mädchen verlost wurde, welche ihren Gewinn mit fröhlichemVer­gelts Gott" in Empfang nahmen. Den Spendern gingen neben einem Dankschreiben des Lehrers eine Anzähl rüh­rend treuherziger Dankesbriefchen von den Kindern zu. Die Gaben waren der Konstanzer Ortsgruppe fast alle van schweizerischen Fabrikanten zugegangen.

politische Ccugesscharr.

Die freie Eisenbahnfahrt dec hejsischeu Landtagsabgeordneien.

Man schreibt uns aus Darmstadt:

Jüngst wurde berichtet, daß sich der preußische Eisen­bahnminister damit einverstanden erklärt hat, gegen eine Ablösungssumme von jährlich 14 000 Mark den Mitgliedern der zweiten Kammer zwischen ihrem Wohnsitz und Darmstadt freie Ei s e n b a h n f a h r t zu gewähren, und der Finanz­ausschuß der zweiten Kammer wird sich beeilen, die ent­sprechende Mehrforderung beim Kapitel Landstände im Staatsvoranschlag einzustellen. Die Mitglieder der zweiten Kammer erhalten bekanntlich neben ihren Diäten und Neber- nachtungsgebühren ihre Fahrkosten vollkommen ganz nad) ihren eigenen Angaben znruckvcrgütet und zwar lassen sich die Herren teils die Fahrkosten erster, teils die zweiter Klasse bezahlen. Diese gesamten Fahrkosten haben nun nad; unfern sicheren Ermittlungen bisher zwischen 5600 und 8600 ®arf betragen; im Jahre 1908 waren es 7420 Mark, und diese Zahl darf auch als Turchschnittssumme während der letzten zehn Jahre angenommen werden. Wie kommt man nun dazu, für genau dieselbe Leistung der Eisen­bahn ein Pauschale von fast doppelter Höhe zu gewähren? Es ist übrigens mit den 14 000 Mark allein noch nicht gemacht, denn außer dieser Summe müssen auch in Zukunft noch alte Fahrten her Ausschüsse oder Bericht­erstatter bei auswärtigen Besichtigungen, Erhebungen über Hundesteuer- und sonstige Beschwerden bezahlt werden.

*

Der ReichSgedanke in Gefahr?

auf den Leichenwagen gehoben, worauf der Leichenzug süh nad) dem Lehrter Bahnhofe bewegte.

Unsere Wahrnehmung, daß dieFranks. Ztg." neuer­dings partikularistischen Auslassungen gegen Preußen Raum gegeben hat, ist auch' anderwärts gemacht worden. Tie Deutsche Voltsw. Korr." erinnert zuerst daran, daß der Abg. v. Oldenburg am 29. Januar an die Verdienste Preu­ßens um die Schlagfertiglett der deutschen Armee und die Rulstnestaten Friedrichs des Großen erinnert und neben­bei den allbekannten Vers zitiere hat, worin die Nieder­lage der mit den Franzosen verbündeten Reichsarmee bei Roßbach in einer für die Geschlagenen allerdings wenig rühmlichen Weise bedungen wird. (Vorher hatte er auch der Ruhmestaten der Dayerrschen und sächsischen Armeekorps im Jahre 1870 in anerkennenswerten Worten gedacht.)

Im Anschluß daran gibt die erwähnte Korrespondenz die von derFranks. Ztg."aus bayerischen Offizicrs- kreisen" veröffentlichte Geschichte vom Grafen Götzen, des Verteidigers der Grafschaft Glatz nad) den Tagen von Jena wieder:

Dem Grafen Götzen mir fr durch shmbfdmfter mitgctcilf, daß nt entern kleinen schlesischen Städtchen Nams!au ein franzö­sischer Offizier mit ein paar Reitern eingetrvffcn sei und grtofee Kuttribustonen erhoben habe: er nächtige auch int Städtchen. Aitzen ist sofort entschlossen, sich diese Beute nicht entgehen zu Ionen, und entsendet ein üturlegenes Husarenwnttnando unter einem Offizier. Der lieber fall, von treuen Schlesiern geführt, gelingt vollkommen. Mitten in der Rocht wird das Gasthaus, in dem die Franzosen im Besitze der ttontributiontm sorglos schlafen, umstellt. Ente Flucht ist unmöglich, ein Durchschlagen durch die Uebmttad)t ausgeschlossen. Man braucht also nur zu- ^ugreistu. Aber damit l-apert es, der Franzose ist nämlich gar nicht gewillt, sich zu ergeben. Ter preußisehe foularenosfi_;fer| kann sich zu erneut Kampfe Mann gegen Mann nicht entschliefen. Tenn der Franzose scheint entschlossen, lein Leben und seine Beute mir teuer verkaufen zu wollen. So luirb verhandelt, und den Franzose erhält, freien Abzug mit der Beute. Erbitten liehen Me Bürger Nams laus abseits. Sie roin'eit jetzt, warum die Husaren Ziethens das .Vaterland vor der schändlichen Niederlage nicht ;u bewahren vermocht haben. Knirschend nimmt Götzen beit Bericht des ergebnislos hstmkehrenden Offiziers entgegen."

An diese .Historie wird sodann die Bemerkung ge­knüpft, daß die angeblidjen Franzosen bayerische Dragoner vom Sbctmmregimcnt der Augsburger Eheveauxlegcrs ge­wesen wären. Wenn man, so schreibt die ,,Deutsche volksw.

Korr." ganiz richtig, die Darstellung liest, greift man fief) unwillkürlich an den Kopf und fragt sich, was sie in dieser hämischen Fassung eigentlich bezwecke. Es wäre schlimm um die bayerische Armee bestellt, wenn sie andere Helden­taten als diese nicht aufzuweisen hätte. Ihre größten Er­folge r<Lt sie Seite an Seite mit dem preußischen Heere im Jahre 1870/71 erkämpft. Warum erwähnt das be­treffende Blatt, die in Preußen erscheinendeFranks. Ztg.", nick)t diese Ruhmestaten der Bayern? Die Antwort ist leicht. Das süddeutsche Demokratenblatt hat sich immer nock) nicht mit der Gründung eines großen Deutschen Reiches abgesunden, trotzdem alle seine Erfolge nur durck) diese Tatsache möglich geworden sind. Es scheint ihm wieder einmal die Zeit gekommen zu sein, in der man Zwietracht säen, dem verhaßten preußischen Staate eins auswischen kann. Wir erinnern an Presseerzeugnisse wie dasBayr. Vaterland" des einstigen witzigen Preußenfressers Sigl. Wenn man dessen Ausfälle gegen Preußen so gewertet hatte wie jetzt die etwas temperamentvolle Rede des Herrn von Oldenburg, so hätte Preußen von Rechtswegen jeden Tag gegen Bayern mobil machen können. Auch sonst hört man in Süddeutschland oftmals Ausfälle gegen Preußen, wo­gegen dieLieben Bundesbrüder" des Herrn von Olden­burg eitel Schmeichelei sind.

Ausstellung von Landschaften zeitgenössischer Künstler, deren Thema die Rheinlandschaft im weitern Sinne des Stromgebiets ist. Diese Ausstellung soll nicht ein Bild desromantischen Rheins", wie er ui den Köpfen der Künstler des vorigen Jahrhunderts lebte, darstellcu, sondern diesen schönen Teil unserer deutschen Heimat so zeigen, wie er von modernen Malern gesehen wird. Die Aus­stellung wird anläßlich der diesjährigen Tagung des Verbandes der Kunstfreunde vom Großherzog von Hessen im kurfürstlichen: Schloß eröffnet werden und während des Sommers dauern. Zu, dieser Ausstellung, die weit über die engere Heimat hinaus In­teresse erregen dürfte, veranstaltet der Verband ein Preisaus­schreiben für die beste Rheinlandschaft, mit Preisen von 2000 und 1000 Mark.

Der Umbau des Heidelberger Schlosses wirb mit Recht immer heftiger bekämpft. Nun J)at auch die Bevöl­kerung der lieblichen Neckarstadt energijd) Stellung dagegen ge-. Kommen. Wir erhalten darüber folgende Drahtnachricht: Heidelberg, 22. Febr. Heute abend wurde in der zaU- reich besuchten Generalversammlung des Oiemeinnützigen Vereins unter Beteiligung von Vertretern sämtlicher Bürger vereine eine. Entschließung angenommen, die gegen eine Abänderun gut® Neueinrichtung des Otto-Heinrich-Bautzs/Tr haften Widerspruch erhebt unb die Landstände^ersucht, alle dahin gehenden Vorschläge unb Forderungen der Regierung ab zu lehnen, dagegen die Regierung zu ersuchen, alle Mittel zur Erhaltung und Sicherung des Bauwerkes in seinem jetzigen Zustande anzuwcnden.

Ob sich die badische Regierung auf die Dauer diesen Wider­sprüchen gegen die Verschandelung Alk-Heidelbergs verschließen faim, ist wohl nicht anzunehmen, wenn sie sich augenblicklich auch noch, immer in dem Wahne wiegt, daß sie in solchen, ibr doch vollständig fernliegenden, Fragen die einzig ständige Stelle sei.

- D i e Räuberfahrt der Jenaer Burschen- schaften. Am Samstag zogen die Jenaer Burschenschaften., ungefähr 300 Mann stark, nach Jahren zum erstenmal wieder zu Wagen in Weimars Dloucrn ein unb nahmen, einem alten Brauche gemäß, an der Mubcr-Vorstellung im Hoftheater teil. Tie Studenten tarnen auf besondere Einladung des Großl-erz-gs,

kleine Chronik ans Kunst und Wissenschaft^ In Schwanheim feierte am 20. d. Mts., der als Naturforscher und Volkswohlfahrtsmann weithin bekannte Prof. Dr. W. Kobelt feinen 70. Geburtstag. Dr. Kobelt gilt als Autorität auf dem Gebiete der Molluskenkundc und der Geographie. Gerade recht zu feinem Geburtstage erschien in der Aufwarw-Bücherei das Werkchen: Die älteren Flußläufe Deutschlands", eine auf langjährige Forschungen gegründete Arbeit in populärer Form.

(Ein unbekannter Brief Benvenuto Leüinis,

den einer der jungen franneben Gelehrten des Palazzo Farnese, Herr Claude CvLin, der Oefientlickttit übergeben hat, wirst ein neues, grelles Schlaglicht auf den Charakter und das Leben des berühmten Goldschmiedes unb Kleinkünstlers. Er, der scm selbst in seinen Memoiren als einen Raufbold hingeststtt, als einen Monn, der mit der Spitze seines. Degens.forderte, vielleicht selbst erpreßte, ericheint da als demütiger, armseliger Bittsteller, dem nrckstck ferner liegt als lieber Hebung. Was man schon geahnt, mich irachgcwiesen, nämlich daß Benvenuto Cellini sich Und der "tadp Welt rn seinen Memoiren etwas vorgeslunkert hat, geht aus diesem Schreiben mit blendend!! er M (arbeit hervor. Er war nichts als ein armer Teufel,, der demütig mit dem .foule tu der foantt den ihm zustehenden Löhn für seine Arbeit verlangte, llnd ferner gibt der Brief Auskunft baitiber, daß die vielgerühmten ttaue- nischen Kunstförderer der Renaissance-Zeit in FreigtelngiNten den Künstlern gegenüber sich nicht ruinierten. In dem neuge- hrnbenen Briefe, der in der btciiiutg Barbermi der Vatikan- Bibliothe! versteckt lag, fleht der Künstler demÄtia den .Mrdmal Bernardo Salviati an, ihüc Veit L.'hn für ein Lalzfäßcheit zu bezahlen, das Beuveituto für den Bruder des Prälaten 5_t|clicrt hatte Ob dieser Schuldner je bezahlt, können wir nicht erfahren; aber höchst wahrscheinlich war dieser Kirchensürst nicht viel ge- schmei tiger beim 52 cf inen des Geldbeutels wie Eosmos, foerzog von Florenz, von dem B envenuto noch, fünf Monate vor einem -1 ode die Regelung der wu dem erlaubten Macon bestellten Arbeiten verlangen mußte. Cosmes, den, alle Handbücher und^ Lernen, als Schützer der Künste rühmen, war, wie derTemps" richtig bemerkt, cm Vorgänger Herrn Poiners, der berühmten Buhnen- figut Augiers Freund der Künste, w viel man wollte, aber nicht der Künstler". Cosmos hatte ein sehr einfaches Verfahren Celttm gegenüber eingeschlagen; er verwies iljn immer an, die Bureau v. lind wie kläglich muffte da der in seinen Memvlren^-abel ttirrende Goldschmied bitten und winseln,Ueberrocnen ^;c mich entern Ihrer Minister, aber entern von denen, bie tyreunbe von endgültigen Abschlüssen sind," läßt er sich in einem dieser schreiben de- und wehmütig vernehmen, um dann noch gefügiger an die .vierten von der allgemeinen Kontrolle zu schreiben:Es ictzemt, dal. Eure Herrlichkeiten den geringen Vorichup, ieit irf^ erhielt, von dem Preise wüster Arb-.itcn abzial-en 'vollen., g.as ist nicht! stereäst, das wird Gott mis sallen und gegen die ersten Abmachrntgen verstoßen, die ick- mit Seiner Hoheit abgeichlonen lwbe. ^nn wisset wohl, j[) Herren, daß das Märthrertuin, das man mich erdulden. läßt, nad, meiner Ansicht wett das ^an Bckrwlemcvs übersteigt. Ihm ist wenigstens nur die Haut abgezogen worden, vtir wird in meinem sehr glorreichen Vaterlande nicht nur dte Äcnü abgezogen, sondern man treibt auch mit den ^stucken meines

Die Cruuerfeier für -en Grafen Stolberg.

Berlin, 22. Febr. Heute nachmittag 4 Uhr fand in der DrcifültigkcitSkrrche die Trauerfeter für den Präsidenten des Reichstages Grasen Udo zu Stolberg-Wernigerode statt. Mit dem PrLsidiu.m des Reichstages ersd)ienen zahlreiche Abgeordnete aller Parteien, ebenso Beamten des Reichs­tages, ferner die Präsidien und viele Mitglieder beider foäaifer des Landtags. Erschienen waren außerdem der Reichskanzler, der selber einen Kranz am Sarge niederlegte, die Minister, Staatssekretäre, Mitglieder des Bundesrats, Graf von Lerchenfcld, Freiherr von Varn- bnehler, Freiherr von Salza und Lidßtenau als Vertreter des Königs von Sachsen, ferner das diplomatische Korps und viele hohe Offiziere und Angehörige der Hofgesellschaft, Vertreter der Stadt Berlin und des Offizierkorps des Regi­mentes Garde du Corps. Der Kronprinz erschien in Vertretung des Kaisers, legte einen Kranz am Sarge nieder und begrüßte die Witwe. Nach dem Vortrage eines Chors und dem Gcmeindegesang sprach Konsiftorialrat Lahuseu über die Worte des 90. Psalm und gab ein Lebensbild des Verstorbenen. Nach der Feier nahm der Kronprinz von den Leidtragenden Abschied. Der Sarg wurde von Unteroffizieren des Regimentes Garbe du Corps unseligen, zerfleischten.Kürprrs nad) Anatomie, so daß mir nichts als meine entblößtest alten Knochen bleiben, an denen meine angst­erfüllte ^eele kaum noch hängt." An Casinos hat übrigens fr er Künstler eine unbewußte, glänzende Rache genommen. Denn eines der wenigen Werke, die uns von Benvenuto überkommen sind, ist ein Porträt dieses Herzogs von Florenz, bas ihn für alle Feit, der Ausdruck ist nickst zu weit, gegriffen, branbmarft. In dieser Büste ist die blöde Majestät von bezwingender Wahrheit. Meiern beunruhigenden Gesichte mit den vorspringenden Emmlaugen ohne Blick glaubt man etwas von dem Ungeheuer, Menfckstnsreiscv möchte' man sagen, zu sehen.

Die.neu e nt deckt e Goer he'ha nd schr i f i. über die wir schon mehrfach berichteten, hat in der literarischen Welt natürlich berechtigtes Aufselstn _erregt. Zwei der bedeutendsten Goethesvrschcr-äußern sich imTag" über den wertvollen tyunb. Professor Erich Schmidt sieht eine besondere Bedeutung der .Handschrift vor allem darin, daß wir in dem neuaufgefuni>en:re Manuskript einen wichtigen Beitrag zur Stilentwicklung des Meisters besitzen. Wir hätten es hier mit einer stilistischen Zwischenstube zwischen Wertster .und dem endgültigen Wilhelm Meister m tun. Als ein hochbedentsames Ereignis sieht auch Professor Gustav R-oethe di? Entdeckmrg an unb führt dann aus:Während der fertige Wilhelm Meister, wie er m '-l'J.t- mar entstand und uns bei'an.nt ist. ein Matm äußerst emtuanv licken, mehr passiven Charakters ist, werden wir in dem Helden des lieiientbixEten Manuskriptes einen heroischen, impulsiven Men- scheu kennen fernen. In Weimar sah Goethe als Beamter, wie 'sehr der Mensch von der Umgebung ab hänge, und schuf den jeligcu Meister, wobei sich Sch-illees Einfluß in den lehrhaften! Schlußkapitelst stark bemerfbar mackste. Ter Urtext dagegen ist künstlerisch dramatisch, die 5)andlung zwar derjenigen der bisher befnnnten Fassung ähnlich, bie Gestatt der Marianne und manches andere aber völlig abweickstr.d. Das treibcitbe Nuoment bei der! Abfassung der Urform war sicherlich ein natiidNalliterarisches Ziel, ähnlich wie es Lessing mit der Hamburgischen Dramaturgie ver­folgte. Und auch.so nimmtDie theatralische Sendung Wilhelm Meisters" unser volles Interesse m "-Anspruch" Uber den Inhalt fr es Manuskriptes wird noch gemeldet: Das in Zürich entdeckte Manuskript vonWilsteM Meister" enthält u. o. auch Proben an» Goetttes vernichtttern Schäserdrama, ferner einen langen Morwlog aus dem biblischen DramaBelsazar", von dem wir bisher nur den Titel kannten. Einen eingehenden Bericht mit größeren Prol-eastschnitten wird Pros. Bitte uw (Zürich, in den nächsten Tagen in einer Bwschüre, veröffentlichen.

_ Der Rhein im Bild. Der Verband der Kunstfreunbe in den Ländern am Rhein eröffnet im Mai b. I. in Mainz unter dem Ehrenschutz bes Großherzogs von Hessen eine

Frankreich und Mulay hafid.

Zwischen Frankreich und Mulay Hafid war in den letzten Tagen eine sehr große Spannung ein getreten. ~cr ©ultaH hatte sich bekanntlich geweigert, das in Parts getroffen« Abkommen über die Anleihe und deren Bedingungen zu mit erleid) nett, wonach, wie wenigstens Pariser Meldungen versicherten, Frankrcick) ein Ultimatum an Mulay HaNÄ richtete. Dieser sd)eint mittlerweile unter dem aus tyN ausgeübten Druck nachgegeben und das Abkommen unter-' zeichnet zu haben:

Paris, 21. Febr. Minister Pichon empfing El Mokrr, der ihm den gestern von Si beit Gnabrick angekündtgten Bries Mulay foafids überreichte, der die Ratifikatron der von dem marokkanischen Gesandten unterzeichneten Abkom­men enthält.

In amtlichen Kreisen wird die von Mulay Hafid voll­zogene Ratifikation der von El Mokri in Paris tz.nte^ zeichneten Abmad)ungen freudig begrüßt. Man ist jedoch geneigt, auch weiterhin feste Haltung zu beobachten, dre hinsichtlich dieser Ratifikation eingenommen wurde und bie nunmehr ihre Wirkungen and) auf die wirksame Anwendung der Abmachungen erstrecken soll. Die Ratifikation umfaßt übrigens alle Punkte des Abkommens.

Paris, 22. Febr. Im M i n i st e r r a t teilt der Mi­nister des Aeußeren, Pichon, mit, er werde jedenfalls' noch heute eine offizielle Bestätigung der Nachricht er­halten, daß Mulay Hafid die in Paris getroffenen Abkom­men ratifiziert. Die Nachricht von der Ratifizierung ge­laugt in dem Augenblick nad) Frankreich, wo die von dem Gesandten Reguault abgesdfickten Boten, die dem Sultan eine Bedenkzeit von 48 Stunden setzen sollten, auf dem Wege nach Fez seien, wo sie heute oder morgen em-« treffen würden. Die Mitteilung, die sie dem Sultan zu übergeben hatten, solle außerdem nicht bloß die RatiM zierung der Abkommen, sondern and) ihre praktische Durchführung sicher stellen. Sie habe die Be­gleichung der Schulden des Madfien, die Vollmachten zur Zeichnung einer Anleihe, sowie die Einrichtung einer Kon­trolle und Regulierung der Lage der französischen Mtlitar- mission zum Gegenstände. Der Ministerrat fprad) die Ueber-- zeuguitg aus, es sei unter diesen Umständen teiii Grund vor­handen, den Vertretern Frankreichs in Marokko neue In­struktionen zu geben über die Mitteilungen, die dem Sultan zu machen wären.

Demnach könnten über dieSicherstellung" der prak­tischen Durchführung neue Verwicklungen entstehen.

Gießener Strafkammer.

X Gießen, 22. Febr Billigen Ersatz

wvllte sich der in Kirtorf wohnhaste Schäfer O. W. aus LangÄ verschaffen Nach, scinen Angaben jinb ihm Schafe abhatideu ge- tommett, die er ersetzen musste. Aiijang Januar ist er mit fernem Bruder, dem in Weiboldshaufeii wohnhaften Tag kühner foch. W., nt die Westerau gegangen, um Schafe zu taufen, allerdings ohne (Md Am 7. Januar abends sind sie an dem Pfer ch eines Händlers zwischen Gettenau und Echzell vorbeigekommen. Der Schäfer war mit dem Hunde gerade itach Hause gegangen. Sic suchten 18 der schönsten foämmct heraus unb nahmen sie mit. Zehn ver­lausten sie an einen hiesigen Metzger für 280 Mark und die andevew brachten sic nach Mirtorf. Erst nach einiger .Zeit merste der Schäfer, der eine Herde von annähernd 400 Stück hatte, den Diebstahl, wodurch die Ermittelung der Täter erschwert wurde. Nach ihrer Verhaftung in der Nähe von .Homberg gestanden sie die Täterschaft ein. O. W. will in Not gewesen fein; es habe ihm, an Geld gefehlt und er habe Ersatz leisten sollen. H. W. hat' sich von seinem Bruder überreden lassen. Tas Gericht war bei,' Ansicht, eine solche Tat müsse empfindlich geahndet werden, denn'/ es muffte angenommen werden, daß die Angeklagten in der Ab- ftck-t zu stehlen ausgewogen sind und nicht nur zufällig nachts ast

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