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°! h Stadtverordnetenwahl.
Soll dic Stadtverordncten-Versammlung zum Tummelplatz
sozialdemokratischer Agitatoren
gemacht werden? ? Nein ! !
Wählt darum auch nicht eine Liste, die diesen sozialdemokratischen Bestrebungen Vorschub leistet.
Wählt die Liste des Bürgerschafts-Attsfchttsses!
D21/» Mehrere Wähler.
Giessener Mrrterm.
Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung steht unmittelbar vor der Tür.
Die Mehrheit der Gießener Wähler, der
ans Miete wohnenden Bürger
hat Stellung zu nehmen gegenüber den Wahlvorschlägen, die überhaupt ernstlich er. wogen werden Eöimen.
Welchen Zettel soll man bei der Wahl abgcben?
Den der Fortschrittlichen Volkspartci oder den des Bürgerausschusses?
Auf den ersten Blick kann da die Wahl nicht schwer fallen, wem die Mieter in der Stadt Gießen durch ihre Abstimmung unter allen Umständen zu einer Mehrheit verhelfen müssen.
Will doch der Bürger-Ausschuß u. a. den Vorsitzenden des Hausbesitzer- Vereins, Fabrikant Chr. Jnderthal, in das Stadtparlament hinein gewählt haben, wohl um deswillen, damit dieser sich einseitiger Interessen gewisser Hausbesitzer gegebenen Falles in der Stadtverordnetenversammlung ganz besonders anuehmen kann.
Der Mieterverein hat den Bürgerausschuß von vornherein nicht im Zweifel darüber gelassen, daß er sich als Verein an der diesmaligen Stadtverordnetenwahl nicht beteiligen würde. Gegenüber einem Vorschläge aber, der den Hausbesitzer- Verein durch die Wahl seines Vorsitzcndeu zu einer Vertretung im Rathause verhelfen will, halten wir uns verpflichtet, nachträglich zur Wahl Stellung zu nehmen. Wir ersuchen sämtliche Mieter der Stadt, ganz besonders aber unsere Mitglieder, den Kandidaten auf dem Zettel der Fortschrittlichen Volkspartei nicht nur ihre Stimme zu geben, sondern für dic Wahl dieser Männer kräftig zu agitieren. Es sind dies sämtlich Männer, die dafür bürgen, daß sie als Stadtverordnete im allgemeinen Interesse handeln und abstimmen, sich auch nicht Dazu hergeben werden, für einseitige Sondervorteile einzelner Klassen- oder Be- russgruppen einzutreten.
Der Wahlvorschlag des Bürger-Ausschusses weist nur Hausbesitzer auf, für deren Interessen schon in der Städte-Ordnung genügend gesorgt ist.
Der Zettel der Fortschrittlichen Volkspartei trägt die Namen von 6 Kandidaten, welche in Miete wohnen, und die daher wohl besser in der Lage sind, auch die Ansichten der Mieterpartei gegebenen Falles zum Ausdruck zu bringen.
Mieter in Gießen, die ihr Wähler zur Stadtoerordneten-Versammlung seid, gebt den 13 Kandidaten der Freisinnigen Volkspartei Mann für Mann die Stimmen.
Vorstand des Gießener Mietervereins.
I. A. Julius Bräutigam.
Dar Vahlbureau d. zortschrittlichen Dolfsportei befindet sich am Dienstag von vormittags 10’/2 Uhr ab im Cafe Ernst Ludwig Parteifreunde tut Eure Pflicht!
v»/u
Der Vorstand.
Worte md Taten.
„Wer ohne Rücksicht auf Parteistellung, Vertreter aller Berufs- und BevötkcrungSklassen zulasten will, handelt liberal", schreibt der Vorstand der Fortschrittlichen Volkspartei, nachdem er 7 frcistnnige, 4 sozialdemokratische und 2 nationallibcrale Kandidaten für die Wahl festgesetzt hatte. Dikl bisherige nntionalliberale Stadtverordnete ließ er fallen und der vierte kam nur durch Zufall auf die Liste. DM/
Einer, der nicht auf den freisinnigsozialdemokratischen Leim kriecht,
die Vornamen
Die Wähler werden darum gebeten, genau darauf zu achten, daß bei Aufführung der einzelnen Kanditaten auch
ausgeschrieben werden. Nur dann sind Irrtümer und ungültige Namensbczeichnungen ausgeschlossen.
Stadtverordnetenwahl.
Im Samstagsblatt des G. A. war ein vierspaltiger teurer Aufruf für die Wiederwahl des Herrn Justizrat Grünewald enthalten, der dieselbe mit allem Eifer empfahl.
Wir sind überzeugt, dass Herr Justizrat Grünewald keinen Einfluss auf den Artikel hat und jedenfalls nicht angenehm überrascht war, als er das für seine Person unnötige lobhudelnde Machwerk zu Gesicht bekam. Deshalb schaltet auch die Person des genannten Herrn für uns vollständig aus und wir wollen seiner Wahl hindernd nicht entgegenstehen.
Aber um so stärker muss man die in dem Artikel genannten Herren Krailing. Jaskowsky, Brück gegen die beleidigenden Anwürfe des speichelleckenden Artikelschreibers verwahren, — „Wer für die Zukunft städtische Fragen lösen solle“ —, wenn Herr Grünewald nicht gewählt würde! Antwort hierauf ist: Die städtische fortschreitende Entwicklung hatte keinen Stillstand erlitten, als Herr Grünewald nach seiner ersten Wahl vor mehreren Jahren ans dem Stadtvorstand plötzlich austrat, und wird erst recht keine Hemmung aufzuweisen haben, wenn die drei genannten Herren in das Stadtparlament einziehen. Jedenfalls wissen die Herren Karl Krailing, Schlossermeister, Max Jaskowsky, Gastwirt, Franz Brück, Hoflieferant in all den städtischen Fragen als praktische freisinnige Männer mit gereiften Lebenserfahrungen ebensogut Bescheid wie gewisse akademisch gebildete Leute. Deshalb wählt nachstehende Herren:
Franz Brück, Hoflieferant
Max Jaskowsky, Gastwirt
Karl Krailing, Schlossermeister
Eine ausgleichende Vertretung im Stadtvorstand muss vorhanden sein.
D»/u Mehrere rechtlich denkende Wähler.
Bürger?
Nur Einigkeit führt zum Sieg! Laßt Euch nicht durch Zersplitte rungsvorschläge zu Aenderungen an der Liste des Bürgerschaftscknsfchusses verleiten. Noch nie ist in unserer Stadt eine aus so weiten Kreisen der Bürgerschaft hcrvorgcgangcne Kandidatenliste vorgeschlagen worden. Da müssen Einzelwünsche zurücktreten.
Bürger, tragt darum den Wahlzettel des Bürgerschastsausschusses o--/„ unverändert zur Urne!
Ein Bürger.
Jlern justizral Mr
Bci der letzten Stadtverordnetenwahl (1907) waren Sie Mitrcdakteur des Plakats:
„ßme Stimme tinrin Soiinlbrmoktntcn!
DM na (Offcnbaiti!“
Und heute sind Sie und Ihre Mitstrategen Verbündete der Sozialdemokratie. Grund? Nächste Neichstagswahl? 09727 lEin Neugieriger.


