sie vielleicht fort. Diese Erfahrung hat verschiedene Postverwalkungen dazu geführt, Heftchen mit einer größeren Anzahl von Marken in sauberen, dauerhaften Umschlägen herzustellen, die im Portemonnaie uno in der Westentasche bequem untergebracht werden können und den Attacken auf ihre Reinheit und Beständigkeit mehr Widerstand leisten. Nach jahrelangen Erwägungen hat sich unsere Reichspost nun auch entschlossen, solche Briefmarkenhefte auszugeben. Aber unpraktisch, wie sie ist, verwarf sie den einfachen Weg, zwei Arten solcher Hefte mit Fünfpfennig- marken und solche -mit Zehnpfennigmarken herzustellen. Vielmehr wurde eine Kombination ausgeklügelt, wonach unsere Heftchen zwölf Briefmarken zu 10 Pfg. und sechzehn Briefmarken zu 5 Pfg. enthalten. DaS ergibt zusammen einen Wert von 2 Mk.! Ja, ist es denn wirtschaftlich zu rechtfertigen, bei einem augenblicklichen Gebrauch einer Fünfpfennigmarke jemand zu einer Ausgabe von 2 Mk. zu veranlassen? Das entspricht doch keineswegs dem regierungsseitig mit so großem Nachdruck empfohlenen Grundsatz der Sparsamkeit. Gewiß ist niemand zu Lieser Ausgabe gezwungen, aber dann erübrigt sich auch die Herstellung der Markenheftchen, und die Mehrzahl der Briesschreiber wird bei dem bisherigen Zustande verharren, einen geringen Vorrat an Briefmarten weiterhin -in der Westentasche oder im Portemonnaie sich verkrümeln zu lassen. Entschieden praktischer wäre es doch, Markenheftchen im Nennwerte zu 50 bis 60 Pfg. herzustellen, die jedermann gern kaufen würde.
Getreide-Wochenbericht
der Preisbericm^ite uuy -tiuuiuKii ^.«owirtschaftsrats vom 18. bis 24. Oktober 1910.
Auf brat Weltmärkte brachte sich in der Berichtswoche eine schwächere Stimmung zur Geltung. Tie Furcht vor der argentinischen Konkurrenz Läßt in Nordamerika immer mehr den Wunsch nach Export rege werden. Man hat drüben die Forderungen bedeutend herabgesetzt, aber die wesentlich billigeren kanadischen Angebote erschweret den amerckanischen Exporteuren das Geschäft. Von Rußland zeigte sich der Norden nachgiebiger, und auch Südrußland akzeptierte gelegentlich Untergebote für schwimmende Ware, während die Forderungen auf Abladung ziemlich fest geblieben sind. Die europäischen Absatzgebiete, die von Rußland und der Donau bisl)er reiä-lich mit Weizen versorgt wurden, halten augenblicklich mit weiteren Anschaffungen zurück. Auf der einen Seite sind es die andauernd starken Weltverschiffungen, anderseits die günstigen Nachrichten vom La Plata, die der Unternehmungslust enge Grenzen ziehen. Nach amtlicher Schätzung umfaßt der Weizenanbau Argentiniens diesmal- 6 253 000 Hektar gegen 5 835 000 Hektar im Vorjahre. Damit ist zwar eine wichtige Vorbedingung, keineswegs aber eine Sicherheit für eine große Ernte gegeben, und es wäre verfrüht, daraus schon irgendwelche Schlüsse auf die erst Ende Dezember fällige Ernte zu ziehen. — An den deutschen Märkten bildete die durch Feldarbeiten bedingte Knappheit des Angebots eine Stütze gegenüber den verflauenden Einflüssen des Auslandes, so daß die Preise für Weizen sich im allgemeinen gut zu behaupten vermochten. Auch der Berliner Lieferungsmarkt reagierte nur wenig auf die «ausländischen Kursrückgänge. Es bestehen hier als Deckung gegen umfangreiche Exportverkäufe ansehnliche Dezember-Engagements, deren Abwickelung in der Hauptsache davon abhängen dürste, wie sich die Beschaffung von Ware aus dem Jnlande gestalten wird. Von Roggen finb seit Anfang August bereits 212 800 Tonnen exportiert, dazu 39 600 Tonnen Roggenmehl. Westeres Ausfuhrgeschäft wird zwar durch die Konkurrenz Rußlatchs und der Donau erschwert, immerhin aber ließ sich auch in der Berichtswoche wieder mancher Abschluß bewerkstelligen. Dazu kam, daß "die meist schwach versorgten Jnlandsmühlen stärker zugriffen und bei spärlichem Angebot volle Preise bewilligten. Im Lieferungs-
der Vorwoche
in
Haler
(+
1)
)
(-
2)
Märkte.
Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 49—53
89-92
51
90
44—48
85-87
46
86
40—43
80—83
41
81
82-89
85
48
77-82
42
79
40
80
73—74
57
73
(- (+
72—75
54-64
37
29
57
55
(+ (- (-
(-
(+
103
93
80
) 1)
) )
1) ) )
)
1)
(+ ( + (- (+ (— (+ (+ (- ( +
73
71
73
59
100-107
89-98
75—86
73—74
70—72
2)
1) ) ) )
1)
1)
1)
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1)
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1)
4)
1)
2) )
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1)
2)
1) )
2)
1)
200 (—
199 (+
192 ( —
196 (—
195 (—
198 (—
198 (—
198 (—
202 (—
204 (+
189 ( +
197 (—
196 (—
204 (—
200 (—
62
56
47
(- ) (+ 1)
Jt n ie, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete......
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere .........
143
145
146
141
148
149
152
155
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157
140
153
154
153
154
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170
152
155
150
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159
174
160
165
168
172
147
163
163
152
160
160
172'/,
168
Färsen, Kühe.
Dollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes........45—51
Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtwertes vis zu 7 Jahren. . 40—45
Steilere ausgemästete Kühe und wenig gut entiüicfelte stuigereKühe u. Färsen 36—39
Mäßig genährte Kühe nud Färsen . . 26—32 Kälber. Feinste Mast- (Bollmilchmast) und beste
Saugkälber.........60—64
Mittlere Plast- und gute Saugkälber . 53—59
Geringere Saugkälber......45—50
Schale.
Mastlämmer und jüngere Masthammel 40—00 80-00 Schweine.
Durchschnittspreis pro lOOPlnnd ticoenb* Schiacht. «ewlchc
Dollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........57—58
Dollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht........57—58
Fleischige Schweine.......54—56
Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Rostock Hamburg Haiinover Tüsseldorl Franklurt a.M. Mannheim Straßburg München
210 (-2*/,)
2077, (- )
228 (— )
It
Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Dez. 201.00 (— 2.50); Budapest Oft. 178.60 (-s- 1.85); ParisOkt. 229.75 (4- 1. 5); Liverpool Dez. 161.60 (— 2.85); Ehieago Dez. 142.90 (— 4.45). Roggen: Berlin Dez. 151 75 (— 2.25), Mai 158.75 (— 2.00). Haier: Berlin Dez. 150.50 (-s- 0.25), Mai 157.50 (-j- 0.25) Mk.
F.0. Wiesbaden. V i e hh o f-M a r kt b e ri cht vom 24. Oft.
Austrieb: Rinder 88, Kälber 67,^Schafe 65. Schweine 312.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schale und Schweine mittelmäßig.
Ueberstaiid: Rinder Ueberstand, Kälber ausverkault, Schale ausverkaust, Schweine Ueberstand. Preis pro 1ÜU Pfd. redend- Schiacht«
Ochsen. »cwichc
Dollfleischige, ai.sgemäslete, höchsten von-b.svon-bis
geschäft gaben die Preise ritt Anschluß an Weizen zunächst etwas nach, vermochten das ermäßigte Niveau aber spater zu behaupten. Sehr fest war die Stimmung für Hafer, namentlich für bessere Qualitäten, für die Händler glatt die merklich erhöhten Forderungen bewilligten. Das Angebot blieb knapp, und Schlesien suchte Abschlüsse auf baldige Abladung zurückzurcgulierra. Ein größeres Geschäft entwickelte sich in ftinen russischen Qualitäten.
Es stellten sich die Preise ffir inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (4-) bezw. Weniger (—) gegenüber * Klammern () beigefügt ist, wie folgt:
Weizen Roggen ~ (+ 1)
fo. Frankfurt a. M., 24. Okt. (Orig.-Telegr. des ,®ieft, Anzeigers".) Kartoffel markt. Man notierte: Frühkartoffeln tn Waggons Mk. 6.50—6.60, im Kleinhandel Mk. 7.50—7.iö für je 100 Kg.
— Kartoffelmarki-Bcricht vom 24. Oktober 1910. Dort« milnd: Magnum bonum Alk. 3.00, weiße runde Mk. 2.6O, Gelbfleischige rote Mk. 3.60. Hagen: Rote Sorten Alt. 3.25, Magmim bonum Mk. 2.95-3.05, weiße runde Alk. 2.60, Gelb- fleischige rote Mk. 0.00-0.00, weiße Mk. 4.20—0.00. Köln: Rote Taber Mk. O.OO, andere rote Sorten'Mk. 2.3O, Magilum boiium Mk. 2.90—3.20, weiße runde Alk. 2.50—2.55, Gelbfleischige rote Mk. 3.30—3.40, weiße Mk. 2.90-0.00. Kempen: Rote Taber u.OO-0.00, andere rote Sorten Mk. 0.00 - 0.00, Magnum bonum Mk. 8.00, weiße runde Mk. 0.00, Gelbfleischige rote Mk. 4.00. Plaidt: Rote Sorten Mk. 3.00, Magnum bonum Alk. 3.00-0.00, weiße runde Mk. 2.80—0 00, Gelbfleischige weiße 'Mk. 0.00 Saarlouis: Rote Daber Mk. O.OO, andere rote Sorten 3.0Ä bis 3 20, Magnum bonum 0.—Q.00, weiße runde Mk. 3.00-3.3Q (Alles für 50 Kg.)
Ein wertvolles Stärkungsmittel
ist Scotts Emulsion unzweifelhaft; wer dies einmal an sich selbst oder an seinen Kindern erfahren hat, wird immer wieder darnach greifen, wenn er zur Unterstützung der Ernährung eines Kräftigungsmittels bedarf.
Elberfeld, Baustraße 74, 26. Oktober 1909.
„Veranlaßt durch einen überaus günstigen Erfolg bei der Anwendung von Scotts Emulsion bei einem' meiner Kinder vor mehreren Kahren, entschloß ich mich, auch bet meinem jetzt 8jahrigen Töchterchen Elli meine Zuflilcht zu diesem bewährten KräitigungSmittel zu nehmen. Das Kind wollte nicht recht voran« gehen. Während einiger Zeit hat es nun Scolls Etnulsion regel* mäßig eingenommen und wurde dadurch sichtbar kräftiger. Auch an Gewicht hat Elli entsprechend zilgenommen. Ich kann dies nur der kräftigenden Wirkung von Scotts Einulsion A zuschreiben und muß gestehen, daß ich noch selten
em Präparat gesehen habe, das den Kindern so flul bekommt wie Scotts Emulsion, unb von ihnen 1 ßern genommen wird." (gez.) Peter Scheurer.
/£ v-rSt ‘ Pie leichte Verdaulichkeit und der aromatische U TTIx süße Geschmack machen Scotts Emulsion bei
1 / jung und alt gleichermaßen beliebt. Es ge-
nilQt aber nicht, beim Einkauf nur Leberiran- Emulsion zu verlangen, sondern man verlange Durrcht vlit dieser ausdrücklich Scotts Emulsion, deren Er- - brnx ©aranu" kennitngszeichen unsere nebenstehende, feder pichen bei Scott- cn * t( ci r~ r , . 1
schell Dersadrene.' Packung aufgeklebte Schutzmarke ist.
Scott- Emulsion wird voll uns ouSicdllebiich tm großen verkauft, unb rw»r nte lofe nach tSewicht ober Maß, sondern nur in versicgcilen Origlnalslaschen m Larcon mit unserer Schutzmarke (Fiicher mit dem Dorsch). Scott & Bowne, (Ü m b. H., tzranksurt a. M-
Bestandteile: feinster Mediztnal-Lebertran 150,0. pnmo Glyzeriu 60,o, Unterpk>oSpt)or,gsaurer Kalk 4,3, unlerphoSphoUglaurc« 'Jiatron 2,0, puiv. Tragant 8,0, feinster arad. Gummi pult). 2,0, Wasser 129,0, Alkohol n,u. ylerzu ar^makiiche Smulnon tun .-limk--. VJlanoH- uti , nttirrerm. 1 t 1 Troofen Nun sei bedankt mein lieber ücmnanaüaa — == Sie sehen, Direktor, es geht nicht. Heiser bin ich und ich g singe nicht. — So? Na, ich sehe nur, daß Sie unvernünftig find. Eln Künstler, der nicht sofort feine Schachtel Nays achte Sodener Mineral-Pastillen zur Hand hat, wenn creme Indisposition fürchtet, müßte um eine Monatsgage gestraft werden. Lassen Sie sich mal schleunigst Sodener holen. Jetzt ist's zwei Uhr; um acht singen Sie, und es mußte mit dem Kuckuck zugehen, wenn die Sodener Ihre __Stimmbänder nicht freikriegten? Sodener tosten nur ===t= 85 Pfg. die Schachtel, man luelse aber Nachahmungen zurück. V1SITKARTEN in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte, ............. sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühVsche Univ.-Druckerei.
5924
Wt eseck, den 24 Oktober 1910.
(5923
R. Rüdiger
W. Jäger
1910.
Giessen, 25. Oktober
Die Beerdigung findet nachmittag 4 Uhr statt.
im Alter von 81 Jahren.
Familie
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste meiner heben Frau, unserer treusorgenden Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante
Ira« Margartthi Nci-rl
geb. Christ
sowie für die vielen Kranzspenden und die liebevolle Pflege der hiesigen evang. Schwester, sagen innigsten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Neidet.
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Donnerstag den 27. Oktober 1910 im Restaurant Kaiserhof (I. Stock) abends 8% Uhr
Tagesordnung: 1. Rechnungsablage, 2. Vorstandswahl, 3. Verschiedenes.
v2S_________________________________Der Borfitzende.
Turnverein Giessen 1846,
Begin des Wleriilmus
Mittwoch, 26. Oktober, «achm. 5 Uhr,
Turnhalle Oswaldsgarten. v»/|0
Anmeldungen werden daselbst entgegengenommen.
<7\a es unS nicht möglich ist, von jedermann persönlich
Abschied zu nehmen, so sagen wir bei unserem Weggange von Garbellteich auf diesem Wege allen lieben Freunden und Betannten herzlich
Lebewohl!
Garbenteich, den 25. Oktober 1910.
08973 Lehrer Völfing und Frau.
Amtliche BelMtnichilngen Her StM Gießen.
Salomon Sternberg zu Weilburg beabsichtigt auf dem Grundstück Flur II Nr. 257 und 256v/w der Gemarkung Gießen einen Dampfkessel zu errichten.
Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang vom Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei 'Meldung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Gießen vorzubringen. (ß»/10
Das Haus LudwigSplatz Nr. 6 soll
Samstag den 29. Oktober d. I. vorm. 10 Ubr im Wege öffentlicher Berdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Bedingungen liegen auf unserem Hochbauamt zur Einsicht offen. Die Besichtigung der Gebäude ist Jntereffenten gestattet.
Angebote sind schrisllich verschlossen und mit entsprechender Stuf* schrist versehen bis zum genaiinten Termin dorthin eiuzureichen. B*/lo
Aie zur Erweiterung der Schlachthosanlage erforderlichen Schlosterarbettcn (o Lote) sollen
Montag den 31. Qktober d. Is., vormittags 10 Ubr, öffentlich vergeben werden.
Die Unterlagen liegen auf unserem Hochbauamt zu Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bts zum genannten Termin dorthin etnzureichen.
IVO PU HON NY.
Wie diefe Palme .
flas auf der Erde wandelnde Tier* ' teicb überragt, (o überragen die Pflanzenfette PHLM1N und PHLMONH (Pflanzen- Butter-Margarine) die tierifchen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweist am besten der Umstand, daß Palmin und Palmona tienfebe Fette in der feinen pnd bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen, Palmin zum Kochen, Braten und Backen,
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