der Oe
nehmen jetzt
Faulstich VI.
Aug. Müßig
Die Feld-
Aus Hessen.
Am 25. Sept, fand in H ö ch ft t Od. eine gut besuchte Vertrauensmännerversammlung der christlich-sozialen Partei statt. Mit großer Einmütigkeit und lebhafter Begeisterung wurde beschlossen, für die nächste Reichstagswahl irrt Wahlkreise Erbach-Bensheim den früheren Kandidaten Stadtverordneten (Dito Rippel aus Hagen wieder aufzustellen.
Aus Staöt und Lund.
Gießen, 26. Sept. 1910.
f0. ** dl arrp er so n a li e n. Der Großherzog hat dem ^ta^er rort6 chuster in Glauberg die evana. Pfarrstelle zu Nrerstern, und dem Pfarrer Wllh. Türck in Frisch- ^"°rn** Psarrstelle zu Bosenheim übertragen.
Stadtverordnetenwahlen. Auf Ein- ^udung des Bürgervereinsvorstandes fand gestern abend eine Besprechung wegen der diesjährigen Stadtveroröneten- wahleit statt, zu der Vertreter der bürgerlichen politischen Vereine, der Bezirksvereine, der Innungen, des Hausbe- rtzervererns und der Bodenreformer eingeladen und er- chienen waren. Der ebenfalls eingeladene Mieterverein hatte dre Terlnahme ab gelehnt. Man unterhielt sich über die »rage, ob tu diesem Jahre wiederum eine gemeinsame Kandrbatenlrste aujgepellt werden solle. Grundsätzlich waren W Mw.es endew dazu geneigt, nur darüber her.ychteu Mif
r. Hungen, 27. Sept. Am 1. Oktober sollten, tvü es anfänglich hieß, von hier aus die T r i e b w a g e n lausen, jedoch ist an Einhaltung dieses Termines nicht zu denken Zwar sind die Maschinen zur Erzeugung der elett. Errergü hier soweit installiert, doch konnte das Wagenmaterial nichl fertiggestellt werden. Man rechnet damit, daß die Triebwagen noch in diesem Jahre lausen werden. — Unser Güterbahnhof ist beträchtlich erweitert worden. Nun wäre es auch an der Zeit daß der Personenbahnhof einer durchgreifenden Neugestal tung unterworfen würde. Wir sind, obwohl wir mit den größten Verkehr aus der ganzen Strecke haben, bezüglict des Bahnhofsgebäudes am schlechtesten dran. Zu manchen Zeiten ist an einen Aufenthalt in den Warteräumen kaum zu denken, so überfüllt sind sie, überhaupt sind die für den Verkehr bestimmten Verhältnisse der Zeit nicht mehr ent- sprechend.
... )-l,.Vom Vogelsberg, 27. Sept. Die Bestrebungen für Säuglings- und Mutterschutz finden auch in unsexen Gebirgsorten Eingang. Ao wird mit dem 1. M
fatb Sickingerstraße angesammelt. Wiärerholte Zerstveu- ttngsv ersuche der Polizei hatten nur zeitweiligen Erfolg. Auch hundert Berittene nahmen in langer Reihe Ausstellung. Schlag 7 Uhr brach die Menge in furchtbares Vfeifen und Johlen aus, Pfuirufe und Schimpfworte er- fchollen. Die Beamten zu Fuß und 15 Berittene zogen blank, trieben die Menge mit scharfen Hieben auseinander, verfolgten sie bis in die Nebenstraßen hinein und sperrten die Beusselstraße ab.
Um die zehnte Mendstunde mußte die Polizei an verschiedenen Stellen vom Charlottenburger Gebiet bis hinunter nach der Gotzkowsky- und Zwinglistraße von der blanken Waffe Gebrauch machen. An der Ecke der Gotzkowski- und Her Zwinglistraße wurde, während die Polizei von der blanken Waffe Gebrauch machte, um einen Trupp von etwa !ö00 Personen zu zerstreuen, aus den Häusern mit >Flaschen, Preßkohlen und Scherben auf die Polizei geworfen. Hier machten die Beamten von Her Browningpistole Gebrauch .und schossen nach den Fenstern, aus denen Wurfgeschosse gekommen, waren. Es wurde ein größeres Polizeiaufgebot hinzugezogen.
Um i/210 Uhr
T-am Polizeipräsident von Jagow, im Automobil
= Rüddingshaus en, 27. .Sept. Bei meinderatswahl wurde Steinharrer Hch. wredergewählt. Neugewählt wurde Gastwirt und Landwirt Hch. Magel VI.
A Nieder-Bes singen, 27. Sept, bereinigungsarbeiten unserer Gemarkung ......
ihren Anfang durch Herstellung der Drainagen. Die Rohrenlieferungen kosten allein rund 5000 Mk., die Legungsarbeiten usw. fast 9000 Mk. — Bei der heutigen Ob stverst eigerunc an der Kreissiraße nach Lich roitrbcn trotz der reichen Ernte gute Preise erzielt. Der Zentner Tafeläpfel kam am Baum auf etwa 5 Mk. bis 5,50 Mk., je nach der Sorte.
L. Bobenhausen II, 27. Sept. Der Gastwirt Horst von Sellnrod wollte gestern abend mit seinem Rade von hier nach Hause fahren. Kurz vor Wohnfeld, in der Nähe de- Friedhofes, wo die Straße sehr steil ist und eine große Kmoe macht, stürzte der Fahrer um und geriet aus einen Steinhaufen. Ec verletzte sich derart am Kopse, daß noch in der Nacht ärztliche Hilfe geholt werden mußte.
Lurch die Menge fahrend, um sich nach bem! Stand der Sache zu erkundigen. Je später, desto heftiger und häu- ifiger wurden die Zusammenstöße mit der Menge. In der Waldstraße wurde aus den Fenstern auf die Polizeimann- !fchaften mitNachägeschirrenundBlumentöpfen jg e w0 r f e n. Das Kommando unter einem Polizeileutnant ^drang in das Haus ein, um die Werfer festzustellen. In Per Wohnung, :btie sie betraten, wurde!den Mannschaften von einer Frau eine brennende Petroleumlampe Putgegengeworsen, die jedoch verlöschte. Die Per- -fonen wurden festgestellt; sie werden sich vor dem Ge- jricht zu verantworten haben.
Zu heftigen Zusammenstößen kam es am der Ecke der Wald- und Turmstraße. Hier wurde aus der Menge aus jbie Polizeimannschaften geschossen und Steine aus fee geschleudert. Die Polizei machte hier von der blanken Waffe Gebrauch und nahm verschiedene Verhaftungen vor. ßn der Beußelstraße beim Zurückdrängen des Janhagels 'fielen nochmals drei Schüsse aus.der Menge, ohne daß es möglich gewesen wäre, die Täter zu ermitteln. ,'An der Zinglistraße kam es noch zu einem zweiten Zu- ssammenstoß, wobei aus dem Publikum auf die Polizeimannschaften geschossen wurde. Verschiedene Verhaftungen .wurden vorgenommen und die Personen nach dem Revier, jpäter nach dem Polizeipräsidium geschafft.
Feuer auf der Straße.
Gegen ein Uhr wurde plötzlich die Rostocker Straße Durch hellen Feuerschein erleuchtet. Das Gesindel hatte, ^nachdem sich die Polizei zurückgezogen hatte, Holz aus den iHLusern herausgetragen, dieses mit Petroleum begossen und wann ang^ündet, so daß die Straße hell erleuchtet wurde. Lüe Feuerwehr wurde benachrichtigt, die unter dem sicheren fSchutz der Polizei das Feuer auf der Straße auslöschen tonnte. Während des Ablöschens wurden aus verschiedenen Fenstern in der Rostocker Straße Wurfgeschosse auf die Keamten und die Feuerwehr geschleudert.
Die Verletzten.
Insgesamt sind etwa 90 Personen verletzt wor- davon 13 schwer. Zwei der Verletzten haben im Kranhause Moabit Aufnahme gefunden. Von der Schutz- ftnannschaft sind" bisher, wie bekannt geworden ist, zwei werletzt worden, der eine durch Steinwürfe am ^rpf, der ländere durch einen Sturz auf das Pflaster.
Sttaßenbilder aus Moabit.
In einer Schilderung des „Berl. Lok.-Anz." heißt es: Exzedenten, die ihre Straftat schwer als Landfriedensbruch zu büßen haben werden, mögen das Gasglühlicht bei ihrem Geschäft nicht leiden. Plötzlich tauchen Männer mit Schulknaben an der Land auf. Diese werden zu den Laternen hochgehoben und drehen das Gas aus. Die Gassenjungen von Moabit ^sind die besten Helfer der Frevler. Der Kriminalbeamte hat die Tat beobachtet und eilt mit geschwungenem Stock auf den Jungen zu Da sieht er sich mir einem Male einer stündig wachsenden Menge gegenüber. Äian weiß nicht, woher sie gekommen ist. Aber sie überschwemmt die ganze Straßenbreite. Und plötzlich prasseln die Stellte gegen die Beamten, gegen jedermann, der einen an- Ztandtgen Rock trägt, gegen die Schaufenster, die Fensterscheiben
Ern anderes Bild. Die Mittagssoime funkelt in tausend 'totb abertausend Glasscherben, die den Weg zur Ställe der Zerstörung weisen. Sie spiegelt sich auch in den Pickelhauben der Schutzleute, dre immer paarweise alle Straßenecken besetzt halten Dre umgeschnallte Browningpistole markiert die Ungemütlichkeit ter Srtuatron. Da taucht plötzlich ein sonderbarer Zug auf. ^.Em,Kohlenwagen der Firma Kupfer kommt des Weges. ^Er fährt m schlauem Trab. Zwei Schutzleute reiten voraus. An der Selle fährt ein Radfahrer, neben dem ein Schutzmann zu Fuß daher- c§^bt- Zwei Berittene schließen den Zug. Hundert anzügliche BQlrner Redensarten fliegen dem merkwürdigen Kondukt nach Die wahrer auf denr Kock, Angestellte der Firma, sitzen mit zusammenge- rntfsenen Lippen da. Wer wlll es ihnen verdenken, wenn sie langsam das Gruseln lernen?
<n• toenig in den Hof der Kohlenfirma hinein!
Nrcht feder Sterbliche gelangt heute an die Stätte, die von einem Krerfachw Poltzetkordon umgeben ist. An die Mauer des Grund- lltttcks ichmtegen stch die vom Garderegiment kameradschaftlich ge- Uehenm Zelte, ein recht unbequemer Unterschlupf für die Schutz- ckeute^ die ftch nach hartem Dienst ein wenig erholen wollen. Da die Sonne warm schernt, sitzen sie jetzt mit umgehangtem Mantel an ttemen wischen auf dem Hofe, ttinten eine Weiße und tauschen Ke Erfahrungen aus. Auf einem Tischchen llegt ein Hau en Pflastersteine und abgebrochener Flafchenhälse. Diese Beweismittel werden später den Gerichtstisch zieren; sie haben als Geichoste gegen dre Schutzleute gedient. ... Es ist ein Uhr geworden. Die Tore der Nachbarfabriten, die in die Sickinqer- ftraße munden, sind aut polizelliches Geheiß geschlossen worden. Der Zuzug ter männlichen Arbeiter bleibt also aus Aber die jungen Madels schlüpfen heraus, ganz auf Krakehl gestimmt. .Sre muftern IPottisch die Schutzleute, machen höchst abfällige .Bemerkungen und laßen sich auch durch das Kommando: „Schnabel .gehen!" nicht beirren. Während dieser ^Plänkeleien mchallt ern, infernalisches Geheul. Eine Horde ' hp ft’.“ 2 erB u r scheu drängt aus der Huttenstraße gegen
die Poliznkette vor Langsam trabt aus dem Hintergrund ein Atzend Berittener heran. Die Angreifer nehmen Reißaus- sie „springen wie Hasen ubers Feld", die Berittenen hinterdrein.
Die Not der Schutzleute.
Ein Beispiel dafür, daß die Polizeibeamten, die um rhre Tätigkeit wahrlrch nicht zu beneiden sind, statt Teilnahme oft nocb Hohn ernten, bietet der folgende Berickll des „Berl. Tgbl.": B w
Ein Restaurationslokal in ter Rostocker Straße, in tem firfi eine Zahlstelle ter Sozialdemokraten befindet, hat in der Nacte out Lienstag eine seltsame Szene gesehen. Em Arbeller hnn herkulischem Körperbau erzählt, in ter Tür ter Destille steh eich" Leuten drinnen und draußen immer rmeder' f)lCT m der Tür, da plötzlich bricht ein fürchtet Wachtmeister ist von den übrigen Schutz- Jn üiner UIU> .^d mit einem Steinhagel überschüttet.
In lemer .ängst Wringt aer Mann mll te®, Säbel ch per Faust
an mir vorbei'durch die Tur, läuft quer durchs Lokal gleich chach hinten ins Schlafzimmer und schließt auch sofott mit tem Riegel ab. Run richtete sich die ganze Wut von denen da draußen' hier gegen das Lokal. Im Augenblick waren sämtliche Scheiben kcwut und die Steine hagelten nur so herein. Wie wir nun nachher ins Schlafzimmer kommen," fährt ter Erzähler in der Tür fort, „ist unser Wachtmeister fort. Unter dem Bett aber lagen sein Uniformrock, Handschuhe, Helm und Säbel. Er muß also halbnackt hinten irgendwo durchgellettett sein, um sich zu retten, denn vom Witt hat er kechen Rock mitgenommen. So was tut ein Schutzmann natürlich nicht." Tie Zuschauer lachen den tapferen Wachtmeister tüchllg aus, und ter Inhaber des Lokals wird durch verstärkten Bierkonsum für die zerschlagenen Scheiben entschädigt.
Verhandlungen mit den Ausständischen.
Berlin, 28. Sept. Den Morgenblättern zufolge hat der Transportarbeiterverband der Firma. Kupfer u. Co. mitgeteilt, daß er zu Verhandlungen geneigt sei. Der Kohlenhändlerverband beschloß dagegen in einer gestern abgehaltenen Schurig, mit dem Transportarbeiterverband nicht zu verhandeln, sowie den von dem Stteik betroffenen Firmen dringend von Verhandlungen mit dem Transportarbeiterverband ab- zuraten. Der Arbellgeberverband und die von dem Streik betroffenen Firmen find dagegen zu Verhandlungen durch den Vorsitzenden des Berliner Gewerbegerichts bereit, die Arbeitgeber sind auch berell, vom 1. April 1911 ab eine Lohnerhöhung ein treten zu lassem
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Düsseldorf, 28. Sept. In Batingen kam es im Zusammenhang mit einer Lohnbewegung zu einem blutigen Kampfe zwischen einheimischen und italienischen Arbeitern. Das Messer spielte eine große Rolle. Zwei bet Beteiligten wurden tödlich, eine gan^e Anzahl mehr ober weniger schwer verletzt. Die Polizei mußte mit der blanken Waffe einschreiten und zahlreiche Verhaftungen vornehmen, bis die Ruhe wieder hergestellt werden konnte.
llun gsv erfchi.L enUeiten, ob man auch die so^ialdemokra- ttsche Partei bei oem gemeinsamen Vorgehen berücksichtigen solle. ' Während von freisinniger und bodenreformerischer Seite dies befürwortet wurde, sprachen sich die Vertreter der nationalliberalen Partei gegen ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten aus. Beschlossen wurde, daß die an- wesenden Vereinsvertreter ihren Vereinen einen Bericht erstatten und einen Beschluß herbeiführen sollen, ob das gemeinsame Vorgehen, mit oder ohne Sozialdemokr cllen, gutgebeißen jtoirb.
** Der Hans ab und Gießen, hielt gestern abend im „Kaiserhoft^ eine Vorstandssitzung ab, in der der Geschäftsbericht erstattet und beschlossen wurde, in diesem- Winter mehrere Vorträge im Sinne der Bundesbestrebungen halten zu lassen.
** Der Turnverein hielt am Sonntag sein Abturnen ab, das sehr gut besucht war und in allen Teilen gut verlies. An, Vormittag fand Wclturnen der Turner und Zöglinge statt, während am Nachmittag Schauturnen war. Anläßlich der Preisverleilunq gab es am Abend nochmals turnerische Aufführungen, darunter auch solche der Tarnen- und der Fechtriege. Gesänge des Männer- chores und Tanz bildeten den übrigen Inhalt der Feier. — Tie Preisverterlurtg hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis Ludw Schneider mit 711/,, 2. Georg Albold mit 68%, 3. Adolf Geisse nut 64//,, Georg Wahl mit 61, 5. Fritz Salomon mit 6u*/3, 6. Gust. Pieiffer mit 59, 7. Heinr. Gröitmger mit 541/,, 8. Th. Wutenbecher mit 53, 9. Ludw. Sack mit 491/,, 10. Wtlh. Loeber mit 411/, Punkten. — Oberstufe, Zöglinge: 1. Preis Wilh. Lenz mit 137 2. Rob. Loos mit 136%, 3. Friedr. Bellos mit 129'/,, 4. Wilh' Blum mit 127, 5. Wilh. Schwarz mit 1261/,, 6. Hemr. Müller mit 125'/,, 7. Heinr. Becker mit 124*/,, 8. Karl Gering mit 113 9. Ludw. Becker mit 101'/,, 10. Alb. Leuntng mit 99*/, Punkten — Unterstufe, Zöglinge: 1. Preis Gg. Keil mit 133'/,' 2. Frailz Sauer mit 133, 3. Th. Dürbcck, W. Schmall und Hainer mit je 127, 4. Herrn. Neuper mit 123*/,, 5. Ludw. Bender unb Aug. Balser mit je 119*/,, 6. Karl Heß mit 119, 7. Fritz Wacker und Karl Feußer mit je 116*/,, 8. H. Mäurer mit 115'/ 9. Otto Carls mit 113, 10. Rud. Schmall mit 111 */„ 11. Geora Tahmer mit 108%, 12. K. Schnecko mit 108, 13. Th. Wagner mit 104*/,, 14. W. Müller mit 101*/,, 15. Karl Nolte mit 98 Punkten.
** Wie es gemacht wird. Zwei Zigeuner erschienen gestern nachmittag in einem hiesigen Barbiergeschäft, wo sich der eine rasieren ließ. Gleichzeitig llch der andere zwei Figuren, die im Laden standen, unter seinem Rock verschwinden. Der Barbier bemerkte den Verlust der Figuren bald und erstattete einem Schutzmann Anzeige. Dieser hotte die beiden Zigeuner ein, nahm dem Dieb die Figuren wieder ab und verhaftete ihn.
** Streik der Tanzburschen. Aus einem oberhessv scheu Städtchen wird uns geschrieben: Es ist ja eine alle und bekannte Tatsache, daß das schöne Geschlecht besondere Sympathien für „zweierlei Tuch" zeigt. Dieser Vorzug ist unseren braven Vaterlandsvetteidigern wohl zu gönnen, und ter „Bursche in Zivil" weiß sich auch damit abzufinden. Aber nid# immer1 Än unserem Orte müssen die Mädchen sich über das Maß in die Soldaten verliebt haben, die hier in Quartier lagen. Die Bur- schen, die sich da zurückgesetzt glaubten, scheinen das auch bitter empfunden zu haben. Sie haben dem holden Geschlecht Raä^ geschworen, indem sie beschlossen haben, mit vielen Mädchen auf dem demnächstrgen Kirmes-Ball einfach nicht zu tanzen und so die zugefügte Beleidigung zu sttafen. Also auch auf diesem Gebillc kann gestreikt werden!
** Die Maul- und Klauenseuche ist aus- g e b r 0 ch e n auf ter Dvmäne G r 0 ß l i n d e, Kr. Schr llnrn, Regierungsbezirk Posen; tem Vorwerk Ludwigshöhe, Krell Posen-St., Regierungsbezirk Posen, bei Hänvlervieh; in Orlowo, Kreis Obornik, Regienmgsbezirk Posen; auf dem Rittergut Lichtenberg, Kreis Lebus, Regierungsbezirk Frankfurt, am 24. September.
A Klein-Linden, 27. Sept. Der Gemeinderat be» schästigt sich jetzt ernstlich mit der Herstellung einer Quell- Wasserversorgung. Entweder kommt der Anschluß an die Stadt Gießen oder die Errichtung eines eignen Wafler. werks in Frage.
rm, Lich, 27. Sept. Nachdem unterm 2. September Ab-, Köhler-Langsdorf wegen seines Artikels gegen den Automobilunfug infolge Anzeige des Darmstädter Automobilklubs vernommen Worten ist, soll auf Anttag des Finanz- Assesjors Zimmer und des Rechtsanwaltes Sieger zu Tarmftadl, dte sich als Vettasser ter berühmten „Zehn Gebote für Fuhrleute" nun selber genannt haben, ter Abg. Köhler im Oktober vor dem Amtsgericht in Lich wiederholt vernommen werten wegen Vergehens gegen die §§ 110, 130. 185, 186 des R.-St.-G-B. Eine wettere Vernehmung des Abg. Köhler soll am gleichen Tage am Anzeige des Kaiser!. Antomobilllubs zu Berlin auf Grund der §§ HO und 130 des R.-S1.-G.--B. stattfinten.
X Lich, 27. Sept. Heute wurde das städtische Obst versteigert. Trotz der überaus reichen Entte wurden, da d'.c Anfrage sehr groß war, sehr hohe Preise erzielt, die denen des vergangenen Jahres fast gleichtommen. Morgen und übermorgen findet die Versteigerung des Obstes an den Kreisstraßen statt.
Deutsche- Reich.
Die „Freisinnige Zeitung" meint zu einer etwaigen ReichstagskandidaturDernburgs, vor der Rückkehr Dernburgs aus Ostasien, die erst Ende des Jahres zu erwarten sei, könne eine Klärung nicht herbeigeführt werten. Für die schwebenden Verhandlungen über die Aufstellung von Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspnrtei müsse die Frage einer etwoigen Kandidatur Dernburgs außer Betracht bleiben.
In Nürnberg beschloß eine Versammlung der Arbeiter der Siemens-Schuckertwerke im Hmbilick auf die angedrohte Aussperrung von 60 Prozent der Metallarbeiter einstimmig, fortab Ueberftunbenarbeit zu verweigern, sowie beim Inkrafttreten der Aussperrung einmütig die Arbeit .niederzulegen.
Ausland.
Lord Charles Beresford hat einen offenen Brief an den englischen Premierminister Asquith gerichtet, worin er erklärt, die Sicherheit des Reiches erheische soforttge Vorkehrungen für den Bau von sieben weiteren Dreadnoughts außer den für das nächste Jahr vorgesehenen fünf Dreadnoughts. Beresford zählt die Anzahl der dem Dreibund in den Jahren 1913 und 1914 zur Verfügung stehenden Dreadnoughts auf zum Beweis, daß England sonst iu eine äußerst gefährliche Lage gerate. Zur Deckung der hierfür erforderlichen Ausgaben verlangt er die sofortige Emission einer großen Anleche. Er behauptet ferner, die geringe lleberlegenhett, die England an Schlachtschiffen habe, werde noch dadurch erheblich beein- trächttgt, indem es an Mannschaften, Vorräten, Docks, Kreuzern und Torpedobooten fehle, während die deutsche Kriegsmarine mit alldem versehen sei. Die Regierung müsse außerdem mit der Notwendigkett rechnen, eine starke Flotte im Mittelmeer zu halten, da im Jahre 1915 Oesterreich- Ungarn und Italien acht Dreadnoughts verwendungsbereit haben würden.
Das russische Komitee zur Verstärkung der Kriegsflotte beschloß, sofort 20 Flugmaschinen zu bestellen.
Wie der „Neuen Freien Presse" aus Borszezow gemeldet wrrd, wurden auf der Fahrt nach Skala drei ms fisch eAnarchiften na chheftigerGegenweh r von Gendarmen festgenommen. In ihrem Besitz wurde eine große Menge Waffen und Munition sowie eine grofie Anzahl anarchistijcher Broschüren gefunden. Die Verhafteten betrieben aus der Bukowina einen bedeuteirden Waffenschmuggel nach Rußland.
Aus Saratoga wird gemeldet: Der republikanische Staatskonvent ist Dienstag vormtttag zu- 'ammengetreten. Obwohl die Nachricht, daß das repEkw nrsche Staatskomitee sich für die Wahl Shermans entschied, rch bestätigt, haben dre Chefs der sogenannten alten Garde' das herßt die Leiter der republikanischen Wahlmaschine' wrmittags selber zugegeben, ^Herman werde sicherlich ge- chlagen und Roosevelt zum zeitweiligen Vorsitzenden des Staatskonvents gewählt. Trotzdem wollen sie es auf einen scharfen Kampf ankommen lassen. Nach einer späteren Meldung ist Roosevelt zum zeitweiligen Vorsitzenden des ^taatstonvents gewähtt worden.


