Ausgabe 
26.1.1910 Erstes Blatt
 
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Die Wahlen in England.

London, 25. Jan. 9515 2 Uhr 25 Minuten waren foTgenbe Wahlergebnisse bekannt: 236 Konservative, 205 Liberale, 35 Mitglieder der Arbeiterpartei, 70 Nationalisten. Die Konser­vativen gewannen 110 Sitze. Ter Gewinn der anderen Parteien ist unverändert. In Worcestershire-East tourbt, wie zu erwarten stand, Austen Chamberlain mit 12 644 Stimmen wiedergewählt; der liberale Gegenkandidat Poung! erhielt 6935 Stimmen.

Deutsches Nerch.

Ueber ein Danktelegramm des Reichskanz­lers wird berichtet: Ein Forster Bürger, der ein kleines Besitztum am Waldesrande hat, hatte dem Reichskanzler aus Anlaß des Jahreswechsels einen in Versen abgefaßten Glückwunsch zugehen lassen. Daraufhin ist dem Manne, der, seinen Mitteln entsprechend, eifriger Geweihsammler ist, vom Reichskanzler ein Hirschgewech mit folgendem Wid- mungsschreiben zugegangen:

,Lhve Verse und Ihre guten Neujahrswünsche haben mich aufrichtig erfreut. Ich danke Ihnen herzlich und bitte Sie, das beifolgende Gewech eines Lvhen-Fmower Damhirsches an die Wand Ihres Hauses am Walde zu hangen. Ich sehe, daß. Sie WaldeSlust und schöne Natur mit ebensolcher Freude genießen wie ich und wünsche Ihnen nur, daß Ihnen Ihr Beruf dafür mehr Zeit übrig laßt als mir der meinige."

Dem Bundesrte ging der Entwurf eines Gesetzes über die Kontrolle des Reichshaushaltes zu; es bandelt sich um Vereinfachungen auf dem Gebiete der Rechnungsprüfungen.

Am 1. Februar wird zwischen dem Deutschen Reich, Oesterreich-Ungarn und der Sckstveiz ein P o st g i r o v e r - kehr in der Weise eingerichtet, daß jeder Inhaber eines Scheckkontos bei dem deutschen Post^2check-Amt von seinem Konto Beträge auf das Scheck-Konto bei dem k. k. Post- sparkassenamt in Wien oder der königlich-ungarischen Post­sparkasse in Budapest oder des schweizerischen Postscheck- bureaus überweisen kann: ebenso kann auch der Inhaber eines Scheck-Kontos, das bei einer der genannten auslän­dischen Verwaltungen geführt wird, Ueberweisungen auf das deutsche Postscheckkonto in Auftrag geben.

Die nationalliberale Fraktion des preußischen Ab­geordnetenhauses hat die folgende Anfrage einge- vracht:

Ist der Staatsregierung bekannt, daß in der Provinz Posen gegen Beamte wegen ihres Eintretens für die nationalliberale Partei amtliche Maß­nahmen ergriffen worden sind? Billigt |ie diese Maß­nahmen?

Der wirtschaftliche Ausschuß setzte, wie aus Berlin gemeldet wird, seine Beratungen fort. Es ge­langten die Hand els-politisch en Beziehungen mit Can ada und Frankreich zur Besprechung. Namentlich die Wir­kungen der in Frankreich projektierten Zollerhöhungen und die von deutscher Sette etwa dagegen zu ergreifenden Maß­regeln wurden erörtert.

Ausland.

Aus Washington meldet man: In einer Rede, in welcher der Präsident der nationalen Handelskammern die deutsch-amerikanische Tarif frage erörterte, be­fürwortete er freundschaftliche Fühlungnahme mit den deut­schen Handelskammern und das Staatsdepartement zu unterstützet. (

Wie das Reuter'sche Bureau erfährt, ist das Ersuchen der persischen Regierung um einen sofortigen Vor­schuß auf die in Aussicht stehende Anleihe bei England und Rußland auf den Betrag von 400 000 Pfund Sterling gerichtet und ist um 100 000 Pfund weniger, als ursprünglich vorgeschlagen wurde. Wie verlautet, surd die Regierungen von Rußland und Ettgland geneigt, je einen Vorschuß von 200000 Pfund zu geben. Tie Bedingungen sind noch Gegenstand der Erwägung. Das Geld werd gebraucht zur Ueberwachung der Straßen, zur Besoldung der Truppen und zur Aufrechterhaltung der Ordnung überhaupt.

Ans Statt unt Laut.

Gießen, 26. Januar 1910.

** Lage skalender für Mittwoch, 26. Jan. Stadt- t Heater: 3. Gastspiel der Larms'.ädler Hosoper: M ig non. Anfang 7 Uhr.

*

- Vom Großherzoglichcn Hofe. Der Großherzog und die Großherzogin begaben sich gestern abend mit Gefolge zur Feier des GeburtSsestes des Kaisers nach Berlin. D:e Rückkehr erfolgt voraussichtlich am 28. d. M. abends.

Ordensverleihung. Ter Großherzog bat dem seitherigen städtischen Ratsdiener Karl Moll zu Gießen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen.

Ruhestandsversetzung. Der Großherzog hat den Kultuctechniker Johs. Klopf zu Gießen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt.

Zur Einschränkung der staatlichen Bau­tätigkeit. Der Architekt Prof. Meißner in Darmstadt hat anfangs November v. I. für den Fall, daß weitere, ihm zu übertragende Arbeiten nicht vorhanden wären, um seine Entlastung aus dem Dienste der Ministerialabteilung für Bau­wesen zum 1. April 1910 nachgesucht. Diesem Gesuche mußte, n. d.Darmst. Ztg.*, infolge der Einschränkung der staat­lichen Bautätigkeit stattgegeben werden. Dadurch ist aber die Stellung deS Prof. 'Meißner als Denkmalpfleger für die Baudenkmäler der Provinz Rheinhesten nicht berührt, diese Funktionen werden vielmehr von ihm weiterversehen.

** Von der hessischen Justiz. Das Großh. Mi­nisterium der Justiz hat in einem am 14. Januar ds. Js. erlassenen Ausichreiben die Frage ventiliert, ob es den Amts- und Staatsanwaltschaften nicht möglich sei, bei La- düng von Zeugen zur Hauptverhaudlung deren Zahl ein­zuschränken. Grundsätze hierin aufzustellen, sei allerdings unmöglich, doch solle nicht unterlassen werden, die Auf­merksamkeit der Anklagebehörde darauf zu lenken, ob nicht hier und da wenigstens bei Benennung von Zeugen für ein- und dasselbe Beweisthema eine größere Zurückhal­tung möglich fei. Gleichzeitig läßt sich das Ministerium über die Frage aus, ob sich das Gerick>t bei Beratungen in Strafsachen stets in das Beratungs-immer zuruckzuziehen habe oder ob aud) eine leise an dem Richtertisch zwischen den Richtern, Tritten nicht verständliche, gepflogene Ver­ständigung zulässig sei. Bei einjachen Entscheioungen, wie Vertagungen, findet daS Ministerium hiergegen nichts ein zuwendeu. Bei Schöffengerichtssitzungen jcovch seien derlei Verständigungen nur in Austra.,mesällen zu wählen, weit Gefahr bestehe, daß der Laieicrichter in Gegenwart der Zeugen, Zuhörer uno Angette ten i.i der Kundgebung seiner An^cht sich behindert fühlt,0\> mat wenn dte Verständigung von dem Vorsitzenden nur mittels Gebärden ver,ucyt toi tu. Auch könnte der Schöffe zu der Annahme gelangen, daß

feine Mitwirkung Lei dem Entscheid gesetzlich nicht ge­boten sei.

** Landwirtschaftskammer. Auf der Tages­ordnung der 50. Vorstandssitzung der Landwirtschafts­kammer, die am Montag, 31. Jan., stattfinden soll, steht u. a. ein Antrag des Oekonomierats Walther-Lengfeld, die Neuwahlen zur Landwirtschaftskammer betr. zur Beratung Ferner ein Gesuch des Mitteldeutschen Arbeiternachweis­verbandes zu Frankfurt a. M. um Bewilligung eines er­höhten jährlichen Zuschusses. Ein Schreiben des Bürger­meisters Werzel-Hainstadt a. M., die Verwendung des Kapi­tals des aufgelösten landw. Bezirksvereins Offenbach betr., ferner ein Gesuch der Gesellschaft für Züchtungskunde, Ber­lin, um Beitritt zu ihrer Bereinigung, ein Gesuch des Landesverbandes Hessischer Geflügelzüchter um Gewährung einer Unterstützung zur 4. Hessischen Landesausstellung in Mainz, ein Antrag des Bezirksausschusses Griesheim-Gerns­heim um Gewährung von Zuschüssen zur Beschaffung landw. Werke für die Volksbiblcotheken der Landorte. Ferner wird die vorgesehene Erhöhung der Schlachtgebühren an den ftäbt Schlachthöfen besprochen. Ferner wird über ein Schreiben des Deutsch-Franzöftschen Wirtschaftsvereins, den Schutz geographischer Herkunftsbezeichnungen im Waren­verkehr bett., verhandelt. Wetter wird die Handhabung der Sperrmaßregeln wegen der Maul- und Klauenseuche lesprochen. Von dem Landwirtschaftskammer-Ansschuß Oberhessen liegt ein Schreiben über die Führung eines Elitestammbuchs für Simmentaler und Vogelsberger Vieh vor. Der Binger Weinbergsbesitzerverein hat ein Gesucy um Gewährung einer Beihilfe zur Bekämpfung des Heu- und Sauerwurms eingebracht.

** Vom Kreisveterinäramt wird uns geschrie­ben: Unter Bezugnahme auf Ihre gestrige Mttteilung über die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche gestatte ich mir, Ihnen ergebens! mitzuteilen, daß es nicht zutrifft, daß ganz Deutschland zurzett frei von dieser Seuche ist. Der bayerische Reg.-Bez. Mittelfranken ist noch als ver­seucht zu melden. Es dürfte vielleicht auch interessieren, daß ein erneuter Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Schweiz (Kanton Aargau) die bayerische Regierung zu energischen Gegenmaßregeln veranlaßt hat: Die Ein- und Durchfuhr von Rindern ift durch Verfügung vom 31. De­zember 1909 verboten. Wenn nun z. Zt. auch noch ein Ge­bietsteil Deutschlands verseucht ist, so will das doch ge­genüber der Verseuchung, wie wir sie von früher her ge­wohnt sind, wenig besagen. Sett Mai 1909 ift Deutschland zeitweise ganz, zeitweise saft frei von dieser Seuche, und oas zu einer Zeit, in der in Nachbarstaaten die Seuche unentwegt und teilweise recht stark herrscht. Gewiß ein Resultat, das sehr für die Brauchbarkett unserer Seuchen- bekämpfungsmethoden spricht und das man, ferner Schwie­rigkeit halber, noch vor nicht zu langer Zeit für kaum erreich­bar gehalten hatte. (Unsere Mitteilung, daß ganz Teutsch- aud z. Zt. frei von der Seuche sei, beruht auf einer tabellarischen Zusammenstellung im amtlichenReichs­anzeiger" u. d.Darmft. Ztg.". Red.).

** Obe rhefsischer Geschichtsverein. Am Montag abend sprach Privatdozent Tr. Vogt im (Lass Ebel überStaa t und Kir che in He s fen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts". Die geistliche Gewalt in Hessen, so führte der Vortragende aus, war an das nichthessische Erzbistum Mainz gelangt, nachdem die Bildung eines besonderen hessischen Bistums mißglückt war. Ter Kampf, der sich zwischen ihr pnd der Staatsgewalt entspann, gab während fast des ganzen Mittelalters dem Verhältnis beider das Gepräge. Der Streit drehte sich in der Hauptsache um die Ausübung der Gerichtsbarkeit in der Landgraf!chast und endete mit dem Niedergange des Erzbistums und dem Emporkommen Hessens, das die ehemalige Mainzer Lehenshoheit allmählich ab- strcifte. Weiter zeigte der Vortragende in großen Zügen, wie nach der Reformation die evangelische Kirche zur Landeskirche wurde, und endlich, wie das Verhältnis zur katholischen Kirche durch! die Folgen der französisck)en Revolution sich^ von Grund ans umgestaltete, nachdem die Stadt und ein gcdßer Teil des Erz­bistums 'Mainz hessische Landesteüe geworden waren. An diesen Vortrag schlossen sich Mitteilungen von Geh. Hosrat Prof. Dr. Haupt:Historische Jahrhunderterinnerungen an Napoleons Feldzug gegen Oesterreich 1809". Anknüpfend an die Festlichkeiten, üt beucn die Rückkehr der Gießener Garnison (jetzt Regiment 117) ans dem Feldzug in unserer Stadt überschwänglich gefeiert wurden, schilderte der Redner an der Hand von gedruckten und ungedruckten Zeugnissen aus jener Zeit die politische Ge­sinnung der verschiedenen Vvlkskreise. Er kam zu dem Schluß, daß nur die offiziellen Streife die französische Politik der Regie­rung mitmachten, daß aber amh in unserem Volke gut deutsche Gesinnung lebte und wenn auch oft vorsichtig unö schüchtern zutage trat. Reicher Beifalt dankte beit beiden Herren für ihre mtcressaitten Ausführungen. Tie nächste Sitzung des Geschichts­vereins, in der Professor Tr. Roloff sprechen wird, findet 'Mittwoch den 16. Februar statt.

** Der Bezirks-Verband Gießen des Landes- gewerbevercins nahm in einer hier abgehaltenen Sitzung am 23. Januar nach längerer Aussprache überOrganlsatum deS hessisä-enGeiverbeförderungsdienstcs"einstimmig folgenden Antrag an: Ter Bezirksausschuß Gießen mmmt Kenntnis von einem ArtikelWas tonn das hessische Volk von seiner Regierung fordern?", der bleuen Hess. Voltsbl., in welchem die Zentralstelle für die Gewerbe neben der Handwerkskammer für überflüssig erklärt und ihre Beseitigung gefordert wttd. Der Bezirksaus­schuß muß im Interesse des hessischen Handwerks gegen jene Aus­führungen, die von einer ung(aublid>en Anmaßung und Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisie in Hessen zeugen, energisch Protest erheben. Er l)ält es für crusgeschlvssen, daß von einer Vereinigung beider Organijationen ubeich'aupt ernstlich die Rede sein kann, da die Ausgaben derselben nül»t die gleichen sind, wie der Artikeb- schrciber behauptet, ondeverseits auch ihre Httbellsgebiete so groß sind, daß sie nicht einer Organisation, z. B. der Handwerkskammer übertragen meibeu können, ,^>hne daß die Sache leidet". Ter Vezinsausjchuß erhebt ferirer energisch Protest gegen die geradezu frivole Behauptung, die Zentralstelle für die Gewerbe seigegen­über der Handwerkskammer wohl auch veraltet". Er erkennt dank­bar die Fortschritte an, die durch die Zentralstelle auf allen ihren Arbeitsgebieten, insbesondere in den letzten Jahren, veranlaßt und gefördert worden sind, um dem Handwerkerstand eine m o =» dernere, d. h. den Forderungen unferer Zeit mehr entsprechende Ausbildung und Förderung zu geben. Ter Bezirksausschuß spricht der Zentralstelle für die Gewerbe sein vollstes Verttauen aus und verbutdtt damit gleichzeitig den Tank für ihre Tätigkeit, die lie im Interesse des hesstchjen Handwerisstandcs bisher entfaltet hat. Der Bezirksausschuß hält cs für ausgeschwssen, daß weder die GwßH. Regierung noch die Landstände die Ausführungen des Versaäcrs jenti Artikels überhaupt ernst nehmen, er erwartet vielmehr, daß |ic die Interessen des Handwerks in der seitherigen Weise auch ferner ival/ren und fördern werden.

** '13oin otnöttt)cater wird unS geschrieben: Nach- dräcklich sei ans die Wiederholung von »Tan triS bec 91arr* am nächsten Freitag hingewiesen. Das poetische Werk hat bekanntlich nut Fran Baumeister in der Rolle der Jsot bei oer Erstaufführung ganz außerordentlich interessiert; die Titel­rolle ivicd auch dieses Mal von Herrn Hofschauspieler Haus Baulneisler von Darmstadt gegeben werden. Auch fei daraus luugewiesin, daß am kommenden Dienstag ein ein- mutiges Ge.amtgasiipiel von Mitgliedern des Frankfurter SchauiplethaujeS m SucnoS KomödieFrau WarrenS Gewerbe" ftattsindet. Vorbestellungen für diese bebeutiame

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früh'st en Morgenstunde.

** Der Evangelische Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag irn Vereinslokal einen Vortragsabend, br welcher Gelegenheit Hausvater Loh einen Vortrag über das Rauhe Haus bei Hamburg halten wird. Der Referent hat längere Jahre in dieser Anstalt gewirkt und seine Aus­bildung dort erhalten. Die Ausführungen werden durch Lichtbllder erläutert. Die Vorbereitungen zu dem am 20. Februar in der Turnhalle geplanten Volksunterhaltungsabend sind im Gange. Außer der Aufsührung des Volksstucks in 5 Akten, Der Leiermann und sein Pflegekind sind zur Ausfüllung der Pausen Musikvorträge eines Streichquartetts in Aussicht genommen.

** '13 o m Gießener K o n z e r t v e r e tn wird uns ge­schrieben : Zu dein am 30. ds. Mts. bevorüehenden Konzerle von Lusan S. Atetcalie (Gesang) und Etisavelh Bokemeyer (Klavier! versehe man sich zur rechten Zeit mit Eüttrittskarien. Erireulicherweije zeigt siel) für dieses Slor.jcrt ein fehr reges In­teresse. Tie beiden Küiistleriunen und das ausgezeichnele fünft- lerische Programm verdienen das aber auch in vollstem Maße. Aus die reizvolle Ausivahl köstlichster Klaviermusik unserer 2Jlei|tec sei besonders hiugewlesen.

Verhaftet. Der Händler Ziegler hatte sich am 23. l. Nits, als Dame verkleidet auf 'den Kolosseums- Maskenball begeben, um dort im Trüben zu fischen. Er machte sich an einen Herrn heran, der ihn für eine Frau hielt und stahl dabei dem Herrn daS Geld aus der Tasche. 60 bis 70 Mk. hatte Ziegler dabei eingcheunst, die Sache mürbe gestern angezeigt und Ziegler verhaftet

)( Klein-Linden, 25. Jan. Unser K'rie^erver- ein hat die Feier des Geburtstages unseres Kaisers mir den 5. Februar festgelegt.

Wieseck, 25, Jan. Der Taglöhner und Schäfer Ludwig Grün machte am Sonntag nachmittag seinem Leben ein Ende, indem er sich in seinem Zimmer erhängte. Lebensüberdruß, hervorgegangen aus unglücklichen Lebens- Verhältnissen, mag die Ursache der unseligen Tat gewesen sein. Grün war Witwer und sprach mehr als gut war dem Alkohol zu.

-t. Lollar, 25. Jan Der Landwirt Ludwig Wernriä) stürzte heute von dem Gerüst seiner Sckstiuw so unglücklich, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Sein Zustand soll bedenklich sein.

Homberg a. d. Ohm, 25. Jan. Hier wurden zwei Leute verhaftet, die den seinerzeit gemeldeten Diebstahl am Hammelherde bei Echzell begangen haben. Es sind zwei Brüder, der Schäfer Otto Werner aus Kirtorf und der Zigarrenarbeiter Heinrich Werner von Weibolds- hausen.

= Hoch w crl d hausen, 25. Jan. Am Sonntag abend herrschten bei klarem sternbedecktem Himmel hier 10 Grad C. Kälte und Nordwind. Am Montag morgen zeigte das Thermometer nur 1 Grad, während der Wind nach West und Südwest umgesprungcn war und ein mächtiges Schnee- tteiben sich einAestellt hatte. Ter Barometer sank mit außer- ; gewöhnlicher Schnelligkeit und behauptet feinen Stand un­verändert auf 738, ein seltener Stand. Bis gestern abend bestand eine Schneehöhe von 25 Zentimeter, sie ist bis heute abend auf 35 Zentimeter gestiegen und es schneit noch immer fort Tie Bahn für Schirm ichuhc ist durch den ganzen Oberwald vorzüglick, in diesem liegt der Schnee noch um 15 i bis 20 Zentimeter höher. Von hier aus lassen sich Touren von größerer und kleinerer Ausdehnung ins Gebirge machen,. der ä^berwald umsoßt ein unangesiedeltcs Gebiet von ca. 64 Qimdratkilometern. Nach dem Hoherodskops sind es von hier ca. 8 Kilometer, nach Herchenhaiir ebenfalls. Man vergesse nicht, für die Fahrten ins Eebirge einen Kompaß mitzubringen, damit man sich auch int Schncesturm über die Richtung informieren kann.

Rüddtngshausen, 25. Jan. Am Sonntag abend feierte der Kriegerverein m dem geschmückten Saale des Hamerabcn Gastwirts Müssig und unter Mit­wirkung der Schülertapelle de§ Lehrers Schmitt den Ge­burtstag des Kaisers. Ätachdeni die Kapelle einige Märsche gespielt, hielt der Vereinspräsident Müssig eine der Feier entsprechende Rede. Hierauf richtete der Präsident an die Veteranen Landwirt Peter Schmitt, Gastwirt Linker, Guts­besitzer Engel, Förster Kalberloh und Schuhmachermeifter Saib zu Herzen gehende Worte und überreichte jedem ein silbernes Kreuz an weiß-rotem Band mit der Zahl 30 darauf und der Inschrift ^Jür treue Kameradschaft". Auch dein Lehrer Schmitt widmete der Vorsitzende ehrende Worte und übergab ihm ein Ehrendiplom und em Abzeichen als Ehren­mitglied. Ferner wurde den langjährigen passiven gliedern Bürgermeister Brann und Tünchermeiiter Pfeiff, die Den Verein in jeder Hinsicht unterstützen, ebenfalls ein silbernes Kreuz mit weiß-rotem Baud übergeben mit der Inschrift:Treu dem Vaterlande". Hierauf ging man 511111 Tanz über. Die Zwischenpaufen füllten humoristische Vor- lrage aus, die von dein Sohne des Präsidenten geschickt vor­getragen wurden. Später dankte Lehrer Schmitt dein Präsidenten für dessen tatkräftige Leitung deS Vereins und brachte em Hoch auf ihn aus.

Schlitz, 24. Jan. Die in Nr. 16 enthaltene Notiz über die Ausführung unseres Elektrizitätswerkes ift dahm zu

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Aufführung, m der die Damen Klinkhammer und Urban, so« rote die Herren Bauer, Reimann, Hellmer und Lengloch mit» rotrfen, werden entgegengenommen. Gleichzeitig sei be­merkt, daß wir die gestrige Notiz über das Gasispiel von Gusti Ney am Kgl. Schaiispielhause in Berlin der ost^ entnommen hatten, was durch ein Versehen nicht erwähnt worden war.

Die Reichsbank ist morgen (Kaisers Geburtstag! von mittags 12 Uhr ab geschloffen. DaS Ortsgericht ist an Kaisers Geburtstag ebenfalls geschloffen.

* Schwurgericht. Die Sitzungen beS Schwur­gerichts für die nächste Periode beginnen Montag, 7. Marz, vormittags 91/« Uhr, unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Schnitzsvahn.

** Der Gießener Radfahrer Verein 1885 hielt am Sonntag sein diesjähriges W i n t e r f e st in Steins Saalbau ab. Man konnte hierbei beobachten, daß der Radsport immer noch in voller Blüte steht. Die 'AufführunZen waren aber auch als großartig gelungen zu bezeichnen, baß keiner der in überaus großer Anzahl erschienenen Gäste und Mttglicder mit feinem Bei­fall kargte. Eine wohlarrangierte Bannerauffahrt, durch Damen unb Herrn des Vereins gefahren, leitete den festlichen Abend ein, wobei der Vorsitzende die Erschienenen in kerniger Rede begrüßte, und einAll Hell" au fden Verein ausbrachte, worin alle freudig einstimmten. Hierauf wurde dasRadfahrer Bundes­

üeb" unter Musikbegleitung gesungen. Ein von acht Vereins­mitgliedern exakt gefahrener schön kostümierter Reigen fand all­gemeinen Beifall.All Hell Hurra" ein Einakter, der von Damen und Herren in hervorragender Weise gespielt wurde, erntete einen nicht endenwollenden Beifall. Das ganze Programm wickelte sich durchwürzt von verschiedenen Vorträgen, in schönster Weise ab. Ein Ball hielt die Teilnehmer fest, bis üt die

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