Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten.
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puren auf den alten weiten der Wacysoufte i em bedeutender amernanticyer uiiuiirer, oer aus -~a)iui unzweifLltzclft von Lionardo herrühvenoer l pammi, ist m Boston tm 84. Lebensfayre gestorben.
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einen Senator „im Allerhöchsten Auftrage" revidiert wer- >en sollen. Auf welche Dinge die Revision sich erstrecken oll, wird nicht gesagt, man kann aber annehmen, daß, ie in dem baltischen Gebiete jedenfalls einen besonderen
Aus Oem ungarischen Abgeordnetenhaus.
Ofenpest, 25. 5tut. In dec heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte Ministerpräsident Graf K h u e n-
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»edcrvary.es |ct riatfig, das; er im Abgeordnetenhause leine Partei habe, doch hoffe er, daß seine Politik in dec 'Juxttmn Anhänger und sein Appell an die LÜähler Widerhall ftuoen iverde. Ter Ministerpräsident verioahrte sich entschieden gegen bie Ber» bädxtigung, daß er bei den Wal;len verfasiungslvidrige oder uii- nwralische Mittel amvendcn wolle. Er sei, falls die Maioritit oer Nation sich für einen Würdigeren erkläre, jeden Augcnblcch bereit, seinen Platz zu räumen. Er habe seine Stellung nicht gesucht und noch am Tage ferner Berufung einen Politiker vor^ gcsMagen, ber mit der ^sabinettsbclbung betraut iöcrben sollte.
Gras Andrassy erklärte, seine Partei würde für das Mißtrauensvotum mir stimmen, falls sie die Verantwortung für die Folgen tragen und die Bildung der Regierung übernehmen könnte. Er werde das Budgcl-Prvvis-'rülM bewilligen. Tie Ber- lvcigcrung des Budgets sei eine ziveisclnreidige Wafse, denn entweder werde das staatlicl)L Leben dadurch arg ge>töct, oder es werde bewiesen, baß man auch ohne ein gesetzliches Budget regieren könne. „
Hierauf ergriff der Ministerpräsident aufs neue das Wort und erklärte, er erblicke, trotz dec weitgehenden Differenzen bo- züglich der Wahlrefvrm in der Rede des Grafen Andrassy eine sympathische Auffassung der Lage, so, daß eine Llusgleichung der Lisseri'n^m zwisrl^en ihnen möglich sein werde.
Lharakter tragen wird. Offiziell werden natürlich die Gc> richts- und Verwaltungsbeyördcn revidiert, und es ist auch, nicht ausgeschlossen, daß man dort einzelne Mißstände auf- decken wird. Ao er das wird nach allem, was man hört, und wie sich die Regierung den baltischen Landen gegenüber gesteckt hat, jedenfalls nicht die Hauptsache jein. Diese wird fraglos darin bestehen, durch die Revision Mittel zu gewinnen, um den Einfluß des Deutschtums zu unterdrücken und die Russisizierung des Landes zu fordern. Diesen Zweck verfolgte ja auch vor 28 Jährest üie Revision des Senators uiu> spateren Justizminctters Man ass ein. Jedenfalls haben die baltischen Deutschen gegründete Ursache, der bevorstehenden Senatorenrevtslon mit, Mißtrauen entgegen zu blicken.
Fingerabdrücke. Die Ergevistse sollen oann in^erbindung mit dem bisher erschienenen und sonst vorhandenen Beweismaterial in einer Denkschrift verarbeitet werden. — Sott das Ernst sein oder ein Faschingsscherz?
— Fund einer antiken Toten st ad t. Dem römischen Mitarbeiter des B. T. zufolge, ist auf einem Ackerseide bei Öppe a No (Verona) eine ausgedehnte teils ovrrämi|d)c, teils römifdje Totenstadt entdeckt morden. (55 wurden bisl)er evoa fünfzehn Gräber freigelegt, in denen man außer wohlerhaltenen Skeletten allerlei Geräte von großem kulturhistorischen Wert fand. Sv unter anderem einen Boonzeeimer mit Handgriff, Glasamphoren, Waffen, Messer, Opfergeräte, Leuckster mit lateinisdum Inschriften, wie „sortis et creseens" usw. Tas sdwnste Stück ist eine mmcderbar ziselierte „Fibula" (Schnalle), nne sie bisher nur im Atuseum von Florenz vorhanden ist. Der älteste Teil dieser Tvtenstadt wird von den Archäologen in das fünfte Jahrtausend vor Christus zurückverlegt.
ipc. D'Annunzios Absonderlichkeiten. Gabriele T'Annunzio madTt schon wieder durch seine Exzentritäteu von «ich reden. Er hat fick) neulich auf den Strafen von Floreirz ut rnauvejarbigen Hosen, einer hellvoja Weite und^einem perlgrauen Stock gezeigt. Dazu trug er einen violetten Soimenschirrn und ein gar wckes grünes Hütchen. Mit dem Erfolg seines letzten Luftschiffahrtsromems ist er sehr zuftieden. Bekannten gegenüber l>at er fid) dahin ausyespvoclnen, daß er glaubte, es würde sein letztes Werk sein, da ihin eine Hexe vor 10 Sol;ten pwphezeit habe, er würde den Beginn des Jahres 1910 nicht überleben. Er freue sich, daß diese Boraussage nicht eingetroffeu sei, und daß so Italien sein größter Dichter erhalten worden sei.
— >1 a i n 3 hat einen neuen Vertrag mit d e m B n r g» t h e a t e r abgeschlossen. Kainz wird von der nächsten Spielzeit ab sechs, hieraus fieben und später acht Monate im Jahre am Burglheater tätig jein. Kainz fall möglichst m ein ganzjähriges Berpflichtuugsverhältuis 311111 Burgtbealer treten.
— Kleine Chronik aus Kunst u u d W i s jenschaf t. Der Schri'lsleller Tr. Gmiav Kutscher, ein langjähriges Vorstands- nutfllicb des Berems Verlmer Presse, ift flefieru un 42. Lebensjahre m Berlin gestorben. — Otto L a r s > e n , der bekannte däuliche und in Skandinavien viel gelesene Reise- und Boheineichrlilfleller, ist inr Alter von 42 Jalrren m Kopenhagen am Herzschläge verschieden. — M u i i k d r r e k t 0 r Charles Zerrahn, em bedeutender amerstaniicher Musiker, der aus Schiverln U Al.
R. B. Darmstadt, 25. Jan. Der rheinhcssische Landtagsabgeordnete Adolf P i 11 h a n, Weingulsbesitzer zu Wöllstein in Rheinhessen, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Mandat niedergelegt. Pitthan ist 62 Jahre alt und vertrat seit 8. November 1902 den Wahlkreis Wöllstein-Alzey. Früher war er Kaufmann. Er war Mitglied des Kreis- und Provmzialausschufses. I" Zweiten Kammer war Pitthan während des 33. Landtags nur ,ehr selten, un 3-1. Landtag noch gar nidst ersänenen.
— Lionardos Fingerspuren auf der Wachsbüste der Flora. Eine wirkliche Entscheidung über die Echtheit des Werkes scheint endlich in Aussicht zu stehen, nachdem auch die mikroskopischen Wachsuntersuchungen des Weimarer Physikers Prof. Raehlmann nicht als über» zeugende Belege anerkannt worden sind. Wie den Münch, x N. ein Weimarer Mitarbeiter schreibt, glaubt ein dortiger Kunsthistoriker den Streit um das Werk durch eine Unter» Buchung beenden zu können, die sich aus folgenden Erwägungen aufbaut: Der betreffende Fachmann hat vor Jahren an Lionardos Mona Lisa im Louvre zu Paris bei einer technischen Untersuchung des Gemäldes an verschiedenen Stellen der 9Jlaleret deutliche Abdrücke von Fingern, vornehmlich wohl solche von Daumen, fest- bestellt, wie sie nur in die noch frische Farbe übergehen konnten, also ohne Frage vom Mcuer des Bildes, von Liouardo selbst, herrühren müssen. Langivierige Untersuchungen darüber haben dann ergeben, daß sich's dabei wirtlich um Fingerspuren des Meisters handelt. Gelegentlich einer Besichtigung der Wachsbuste im Kaiser-Friedrich- Museum kam nun dem Gelehrten der Gedanke, seine Untersuchungen über jene Fingerspuren für die Feststellung des Wertes der Flora-Büste nutzbar zu macken, und mit Hilfe von so etwas wie Schweißrückständen, die man bei eingehender Untersuchung jener Fingerabdrücke feststellen tonnte und die in ihrer chemischen Zusammensetzung mit Bestandteilen der Wachsoberfläche an der Büste gewisse Uebereiustimmüngen zeigten, hat man denn auch Spuren von Fingerabdrücken an der Wachsbüste gesunden, wie sie, phyfitali ch und chemisch untersucht, aller Wahrscheinlichkeit nach au Lionardo zurückgehen, zumal die Oberfläche der Düfte tels unstreitig auS der Zeit des Meisters [tammr,. Diese Untersuchung soll nun eine Messung nach ber krcmirmlistischen Metyove von Berthetot frönen, nämlich unter Zuyrt,enahme stark vergrößerter Photographien bec Fingeripuren aus den alten Leiten der Wachsbuste uud anderer, s.—
Der haushalt der hessischen Staatssorften.
R.B. Darmstadt, 25. Jan.
Tie heutige Sitzung des Finanzausschusses fand ge- weiNschaMich mit der Regierung statt, welche durch die Herren Staatsrnmister Tr. Ewald, Finanzminister Dr. G n a u t h, Gc Heime rätc Wil brand und Frhr. v. Biege le den und Ministerialrat Süsfert vertreten war. Zunäckyt gab Abg. Mol- 1han, der anstelle des verhinderten Aus, chutzprä, identen dciff Lorsch sülzte, eint Erklärung ab, in der er seststeltte, daß eine in den Blättern erschienene Ptllteilung über feine Stellung zur Landwirrschoft imrid)tig aufgesaßt wurden fei. Er habe keineswegs einen Abstrick) an dem Zuschuß des Staates für die Landw-irtsckxnt das Wort reden wollen. 9tui Vorschlag, des Abg. Tr. Weber soll i, der morgigen Sitzung über dreje Erklärung weitergesprochen ynröciL
Zur Beratung stand heute der Haushalt der Kameral-und Forstdvmänen, und in Berbindmrg damit die von der Regierung herauSgcgeber« Denkschrift über die Erllwickelung dec hesflschen Staats forstwirtsä-aft feit dem Jahre 1900. Beim Ä.äpilel: Lokalverwallullgskvsdcn löetben im allgemeinen für Gehalte und 6tiö 795 Plack angefvrdert, darunter für 85 Oberförster an Gehalt und Wohimngsgeldzuschuß 429 599 Mark, für 10 Forstassistulten 26 956 Atark, für Oberförstereiverwalter und Gemlseu 28 000 Ärack, für Tagegelder der Oberförster, Assistenten, Benvaltcr und Gebdfcn 38 650 Ätark, für Beschaffung von Schreibhitfe der Oberförster 67 000 Mark, für Barvergütung für Burcaudedürfnisse 16803 Mark, für Pferdehaltung und Transportkosten der Oberförster usw. 73 240 Mark und für UmzugskostQl des Forstpersonals 3500 Mark. Ter Berichterstatter gab euren längeren Bericht über diese Forderungen und deren Begründung durch die ^Regierung uni) faßte Die iDlctnung der Aus, chußmehrHeck dahin yiiammeu, daß, wie bei fast allen anderen Staatsbetrieben, auch beim Forst- wesen eine gründliche Abänderung und mit Ersparnissen verknüpfte Bereinfachung eintieten müsse. Um diesem Gedanken Ausdruck zu geben, schlage der Ausschuß vor, 7 Oberförster- und 5 Forstassistentenftelleu nur auf den Inhaber zu bewilligen.
Abg. Ulrich beantragt dagegen, 10 Oberförster- unb1 7 Fvrst- assrstentenstellen nur auf den Inhaber zu bewilligen und erklärt, daß er mii feinem Antrag nicht die Forstrvirtschast erschweren, sondern lediglich eine neue Prüfung der Frage veranlassen wolle, tttobei man die Oberförster zur Ätitwirkung mit heranziehen solle. Gel-euncrat Milbrand legt dar,, man habe bei ber früheren Organisation des Forstwesens geglaubt, durch selbständige Ober- fÄrstvreien eine rationellere und intensivere Waldwirtsd)aft erzielen zu können und das sei auch geschehen, was die um rund feine Million höheren Einnahmen bewieien. Abg. Mvlthan stäckt als früherer Berichterstatter über die Organisation dcs Forstwesens fest, daß die Vermehrung der Dberförftcreien damals anders beurteilt wurde. Es sei jetzt in Fachkreisen ein Umschwung in tret Anschauung eingetreten und es empfehle sich daher, d.e Frage einer Reorganisation des Forstwesens zugleich mit der geplanten Reform der ganzen Staatsverwaltung in Betracht zu ziehen. Geheimerat Milbrand stellt fest, daß in der kürzlich abgehaltenen VersamnUung der deutschen Forstrnämter in Düsseldorf festgestellt worden sei, daß sich das Prinzip der erfolgten Reorganisation in Hessen durchaus bewährt habe. Abg. Dr. Gutsleisch erklärt, er halte die jetzige Organisation nach wie vvr für zweckmäßig; er werde aber un übrigen dem Antrag Ulrich auf neue Prüfung der ganzen Frage zuftimmen. Abg. Dr. W^ber erklärt, daß eine völlige Reorganisation notwenbig sei und weist u. a. auf die Kleinheit des Wormser Oberförstereibezirkes hin. Es werde aber vielleicht genügen, nur 7 Oberförsterstellen auf den Inhaber zu beschränken unb an den Afpsbentenstellen nicht zu rütteln.
Minister Dr. G n a u t h erklärt, daß die Regierung zu einer Prüfung der gemachten Vorschläge bereit sei; bie Regierung sei sich ihrer Verantwortung voll bewußt und werde die Reformvorschläge eingehend erwägen. Der Antrag Ulrich erscheine ihm aber zu weitgehend; man möge sich doch eine größere Beschränkung puferlegen. Geh. Rat Wilbrand vertritt nochmals^ die Auffassung, daß die beschlossene Vermehrung der Oberfürslerstellen und bie Verkleinerung der Forstbezirke eine gute Sache war, die dem Lande zum Vorteil gereidü jei. Ter Ertrag der Jorsvvirtsd)aft
Die Eröffnung der stanzösischen Ausstellung in veilin.
In Berlin fand am gestrigen Dienstag bie Eröffnungsfeier der französischen Ausstellung statt, zu der Maler aller Richtungen erschienen waren. Es gab bei diesem Fest, an dem der Kaiser unb die höchsten Reichsbeamten teilnahmen, wieder auffällige Auszeichnungen, die beweisen, daß wir uns in einem vollen sranzosenfreundlichen Kurs befinden.
Berlin, 25. Jan. Heute abend fand bei dem französischen Botschafter C a m b 0 n und Gemahlin eine Abendunterhaltung mit anschließendem Souper statt, aus Anlaß der Eröffnung der französischen Ausstellung. Das Kaiserpaar Ivar der Einladung des Botsd)asters gefolgt, ebenso das Kronprinzenpaar, das Prinzenpaar Heinrich und das Prinzenpaar August Wilhelm. Der Kaiser mit dem Gefolge erschien gegen 9 Uhr. Anwe.end waren ferner der Reichskanzler v. BellMann-Holiweg, Staatssekretär Freiherr v. Schoen, die Minister v. Trott zu Solz, von Heeringeii, von Tlrpitz mit Gemahlinnen, der Präsident der Akademie der Künste, Professor Kampf mit Gemahlin, Generalkonsul Schwabach mit Gemahlin, die Herren der Delagation des Instituts und andere französische Kunstfreunde und Künstler. Nach künstlerischen Darbietungen il a. Gejangsvorträge von Fräulein de Moureot von der Großen Oper in Paris und der Aufführung des ersten Aktes von Beaumarchais „Barbier von Sevilla" unter Mitwirkung von Mitgliedern der Comsdie Fran^aise, folgte ein Essen von 200 Gedecken.
Berlin, 25. Jan. Der Kaiser überreichte dem französischen Botschafter Cambon eine Bronzemedaille mit seinem Bildnis auf goldbronzenem Sockel. Der Sockel trägt in französischer Sprache die Inschrift: „Der Kaiser dem ftanzösischen Botschafter Herrn Jules Cambon am 25. Januar 1910".
Aus Anlaß der Eröffnung der Ausstellung von Werken der französischen Kun stdes 18. Jahrhunderts wurde dem Vizepräsidenten d-er Pariser Acadtzmie des Beau^-arts, Sonnet, der Rote Adlerorden 1. Klasse, dem Sekretär des französischen Kunst des 18. Jahrhunderts wurde dem Vizetor des Musse des arts decoratiss, Mettmann, der Kronen- orden 2. Klasse verliehen.
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4?oUttjche Lcrgesscharr.
Ter Zusammenbruch eines jranzlisischen Forts.
Zu unterer bereits vorgestern veröffentlichten Meldung chreibt uns unser Pariser Mitarbeiter:
Der Ziisainmcnbluch eines Forts an der Ostgrenze wird der /Autorilß" zufolge doiu KriegSmintsterium mög- t t ch ft geheim gehalten. Indessen sind die Eliizelheiten troijbem bekannt. Das Fort von Le Tillot, dem für die Verteidigung eine bedeutende Rolle im Btoseltale vor«, behalten ist und das unmittelbar bei Toul liegt, ist plötzlich in einer Länge von drei Bietern eingesunken. Das Fort ist ganz neu und wurde erst vor einigen Monaten, nachdem vier Jahre an ihm gebaut worden war, seiner Bestimmung übergeben. Der Grund dieses bedenklichen Ereignisses ift nicht tn Konstruktionsfehlern, sondern in bet Beschaffenheit deS Terrains zu suchen, das hauptfächlich auS Ton besteht und unter den Regengüßen außerordentlich gelitten hat. Schon bei seinem Bau wurden von einigen (Seme*1 Offizieren Einwände gegen die Anlage erhoben, weshalb dee> damalige KriegSnunifter General Andrö die Befestigung deS Bodens verlangte, aber nicht die genügenden Kredite dafür bewilligt erhielt. Man behauptet nun auch, daß der Zusammenbruch bereits vor den Regengüssen drohte, so daß settenS des Kriegsministeriums diese nicht als die Veranlassung ausgegeben werden tonnten.
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Ein Ausruf für Finnland.
Zahlreiche deutsche lluioer^ttursprofessoren Detöffent* tichen einen Aufruf, in dem es heißt:
Die Maßnahmen, die von der russifclren Regierung' naterbingS gegen das Gvotzsürstentum Finnlanb ins Werk gesetzt werden^ sind von so außerordentlicher Art und Bedeutung, daß sie nidyfr umhin können, in jedem Kultur- und Rechtsstaat das peinlichste Aussehen und Befremden hervvrzurufen. Es liegt unS fern, uns in bie innere Politik Rußlands einmischen zu wollen. Aber die zwisd^en der Regieruiig Rußlands uub dem sinn ländischem Volke bestchende Difterenz bä:ührt auch allgemeine Jnteressoij Europas, ja der getarnten Kulturstaaten. Kaiser Alexander L criuarb Fimcland, indem er zugleich Finrlland eine selbständige Existenz als eines mut dem großen russischen Reich verbundenem Staates einräumen zu wollen erklärte, eine Erklärmig, auf welche auch in dem Frieden von FredrikShamn, durch welchen Finnlank» cun Scl)weden abgetreten wurde, Bezug genommen ist Tie Unter* zeickmLten glauben btc Uebcrjeugung iveitefter beutscher Streife; ivicberzugeben, loeim sie anläßlich der gcgeitioärtigen Gefährdung' Der Selbständigkeit FinillandS folgendes öffentlich aus sprechen:
1. Nach fast einmütigem Urteil der angesehensten Rechts»' gelehrten aller Kulturvölker erkannte Kaiser Alexander I. int Jahre 1809 bei der Bereinigung Finnlands mit Rußland Finnland die Stellung eines vom russischen Staat sich unterschoidendeu Staates zu. ^Die Zerstörung ober auch nur Be-eintcächtigunL dieser politischen Selbständigkeit Finnlands würde einen Bruch feierlich gegebener Versicherungen intb die Aufhebung einer durch mehrere Menschenalter als unantaftbar anerkannten Rechtsordnung bedeuten.
2. Wir würden den bei bem Verlust der politischen Selb» fiänbigteit mivermeidlichen Zusammenbruck) der eigentümlich finnländischsn Kultur tief beklagen, da diese unten harten Mühen und aus eigener Kraft errungene Kultur ein sehr schätzbares Glied dcs gesamten modernen Kutturlebcns bildet.;
3. Wir können nidtf beulen, daß die russische Gesellschaft^ und baß namentlich bie gesetzlichen _ Vertreter des russischen!' Volkes den inneren Aufbau dcs politischen Lebens ihres Vaterlandes damit beginnen werden, daß sie zu einem offenkundigen! Vcc fassungsbruch unb bam.it zugleich zur politischen und geistigen) Sernidytuiig eines tüchtigen uud stets loyalen Volkes chre Hand bieten.
Wir befürchten, daß dieser Aufruf in Rußland toenig beachtet werden wird.
Aus Petersburg verlautet, daß die baltischen Provinzen Rußlands in den nächsten Monaten durch
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sei seitdem erheblich größer geworben unb habe die Richtigkeit dieses Vorgehens bestätigt. Jetzt hier an bet Organisation zu sparen, sei nicht der richtige Ort. Abg. Brauer regt bie 23er* kürzlung *rcfp. die Streidyunfl der Tagegelder für bie Oberförster an, sofern sie sich in ihrem Dienstbezirk bewegen; auck' der Forst- roart n:halte keine Diäten unb ber Oberförster beziehe zubem 1100 Abark für Haltung eines Dienstpferbes. Gegen o^icn Vorschlag spricht sid) Der Negierungsvertreter aus; mit ben Tage- S“ nt iverbe ein gewisser Ansporn zur Leaussichtigung bes es gegeben; zubem betrügen biese nur burchfchnittlid) 378 Mark pro Person. Abg. Ulrich beantragt baraus bie Streichung von 3 675 Mark für Tagegelder, wogegen sid) Fmanzminister G n a u t h aussptidck, der auch vor dem Vorsdstag ivarnt, nur den wirklichen Aufwand statt der Tagegelder zu bewilligen. Eine längere Aussprack)e entfpinnt fid) Dann nod) über die Holzhauer- löhne und namentlid) über die Höhe der auf 404 000 Mark veranschlagten Kulturkvsten. Der vom Ausschuß gemad)ten Anregung, an dieser Summe 50 000 Mark zu ftreid)en, widersprechen der Finanzininifter und Geh. Rat W i l d r a n d , die den Vorschlag für bedenklich halten, der keinen Skulturfortschritt bedeute. Abg. Dr. Weber meint, daß namentlich an Kosten für Pslanzgartenanlagen Ersparnisse erzielt werden könnten. Die Beratung wird darauf abgebrochen. Fortsetzung morgen.
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Nr. 81 Erstes Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 26. Januar 1010
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sternjprech*Anfchlüsie: I WM Verantwortlich für den
für die Redaktion 113, IWF V politifchen Teck: August
MM General-Anzeiger für Gberheffen WM für die Tagesnmnmer Rotafioitttrttif and Verlag der vrühl'lchtn Auiv.-Vuch. and Sleladnickerel R. lange. Redaktion, «kxpedition und Vruckerei: Schulstratze 7. llinemented: H. Beck. biS vormittags 9 Uhr. ___ _______ _______
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