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Montag «1. Februar 1910
160. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 43
Erscheint täglich mit «uSmchme des Sonntags.
Die ,Fiehe,rer Kenmlienbtätter" ,oersen dem „Slngeiger" viermal wöchentlich öeigelegt, das „Lreirbi«tt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
Seneral-Anzeiger für Gbecheßen
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UnioersirätS - Buch- und Steindruckerei.
-R. Lange, Hießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: ^chul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaeiion:e-^I12. Tel.-Adr.: AnzcigerGießen,
die Uebcriüintnntg dieser großen, brüchigen Aletscher, dic den Tieren, I nndvr, der der Vfrrschaft der
und St. Johann berührt: auf preußischem Gebier nur die Stadt Kreuznach. Es wird außer auf eilten regen Personenverkehr der gmamilL-n Ortschaften mir Kreuznach auch auf erneu betracht lichen Güterverkehr, insbesondere auf Transporte der Backsteinfabriken in Sprendlingen, gerechnet. Es entfallen von der Ge- iamtlänge von etica 13,8 .Mometer auf hessisches Gebiet 11,5 Km und auf vreußisches Gebiet 2,3 Km. Die Gesamtbaukoiten einschließlich der Kosten für die Betriebsmittel find auf 870 000 Mk. veranschlagt, wovon entt'prechend einer Verteilung nach der vorangeführten Kilometerlänge auf Hessen 725 000 Mk. und aus Preußen 145 000 Mk. entfallen. Das Gleis kommt haupftachlich auf Straßengelände zu liegen.
den Schlitten und den Gxpeditionsteilnehmern mannigfache Ge- fahren in den Weg legt." Die crmeriLanische Expedition wird Anfang November ihr Heimatland verlassen; fie zählt 20, ja vielleicht nicht weniger als 25 Mitglieder. Am 1. -l e^ntberi werden in Punta Arenas int Süden Chiles die letzten^ Kohlen und Vorräte au Bord genommen. Dann wird nach Süd gesteuert; man hofft, bis zum 80. Grad Vordringen zu können. Vom 76. Grad ab ist das Gebiet völlig unerforscht. Die Engländer dagegen benutzen eine Strecke, die bis auf die letzten 100 Merlen zum Pole durch Soott und Shackleton schon genau bekannt ist. Sie tarnen also die Schwierigkeiten gcm.au, die ihrer Horror, wahrend die Amerikaner vom 76. Grad ab sozusagen im ^unKl tasten müssen. „Aber wer auch zuerst das Ziel .erreicht,' so äußerte sich der amerikanische Polarforscher Wellman, „der Irnhm bleibt in der Familie: denn Männer angelsächsischer Raste werden es sein, die zuerst den Südpol betreten."
— Heber die Lebensdauer unserer sschikfs geschütze macht Ingenieur Castner (Essen) in Stahr und Esten einige interessante Angaben. Aus einem Krupchchen Gefchuh von 21 Zentimeter Rohrweite find im ganzen 390 sochuß mit Ladungen von 31,5 bis 38 Kilogramm verfeuert worden, .darunter orci Schnellfeuerjo lgen Von je zehn Schuß, mit durcMmittltch vier Sck'ujs in jeder Minute. Dabei zeigte es sich, hast die ^restahig'» leit bis zuletzt erhalten blieb. Mit einem anderen Gechütz vvm gleichen Kaliber sind 508 Schuß, mit Ladungen von 35—38 Kg. abgegeben worden. Auch hier roar eine Abnahme, der beit nicht festzustellen. Schließlich! wurde eine '2 8-Ze n t i m e te r - Kanone, das größte Geschütz unterer deutjchen Marine, einem Dauerversuche unterworfen, und zwar wurten 184 Schuß mit Ladungen von 95—107 Kg. abgegeben, ohne datz die Treffsicherheit nachiveisbar litt. Bergleiäst man nnt diesen Ergebnissen die Mitteilungen englischer Zeitschriften, wonate dm englischen 30-Zentimeter-Armstwnggeschütze nicht über 50 <omuE aushalten und die Berichte der japanischen Flotte über die eee- schlacht von Tsuschima, wo in 7 von 16 Geichutzeii englstchn' <5 er tun ft infblge vorzeitiger Verbildung des Rahnes die ^tetzoste im Laufe explodierten, so muß man zugeben, datz der deutsche Geschützbau dem englischen zweifellos überlegen ist.
— TalmaunddieSchreckens männer, -ras Eckende Bild eines Theaterskandals aus den aufgeregten Tagen nach dem Stur' der Schreckensherrschaft, in denen die schauder der Ne- volntion nock. in den Nerven nachzitterten, wird in den neu- cridicneneii Memoiren der Engländerin Maria Willmnis ent- worjen. Im „Neuen Weg" gibt B. v. Kospoth die,e..kultur- di sw risch interessante Szene wieder, deren t hecherg e > chi ältliche -je- deutnng noch dadurch erhöht wird, daß. der junge Talma darin
man schleudert auch gegen ihn Anklagen und murnrelt von feinem Anteil an den Schveckenstagon. Ein lritischer Moment! Ta rafft sich Talma zusammen und ruft mit lauter, alles übertönender Stimme: „Bürger, all meine Freunde sind ans deme'Schasvtr gestorben!" Bei diesen Worten verstummt der Lärm; der schmerzliche Aufschrei ruft jedem die eigene Trauer in die Erinnerung^ fast keiner, der nicht einen Vater, Bruder oder Freund verlörest hätte. Talma soll weiter lesen. Während Fusil die Kerze hält, bietet der geniale Schauspieler seine ganze Deklamationskstnstj auf, um die Menge von der Aufrichtigkeit seiner Gefühle zu über- zeugeti. Anr Schluß springen die lstiigerissenen Zuschauer teur ihren Plätzen auf, werfen die öüte in die Luft, schütteln sich die Bände, rufen: „Es lebe die Republik!" Nun soll das zweite Stück gespielt werden. Aber man will es nur an hören ohne Fusil. Da kein anderer Schauspieler seine Tu)Ile übernehmen kann, per läßt die Menge den Theatersaal; Talma aber war einem furchst- baren Verdacht entronnen. ...
— Die Bestei gnn g des Mount M-c. K'in leh, des höchsten Gipfels von Nordamerika, wird im April von Professor Herschel C. Parker von der Columbia-Universität versucht werden. Der bekannte amerikanische Bergsteiger und Maler Brtmore S). Browne wird den Gelehrten begleiten. Pros. Parker hatte Evotz seiner Zeit bei der Expedition nach ^llaska begleitet Bekanntlich überraschte Cook itad; seiner Trennung von Prof. Parker die Welt mit der Erklärung, hat er gemeinsam mit Nmi Führer Aar rill den Manutt Mc. Kinley bestiegen habe.
‘ Jakobiner ein snrchtbares Ende bereitete, wägten einige Schauspieler, die an den blutigen Taten1 der Schreckens männer beteiligt gewesen waren, sich in dem neu- ausblühendcir Theaterlebcit wieder zu zeigen. Unter ihnen befand sich auch, ein handlanger des berüchtigten Eollot d'Herbois, Fnsit, der Sä.aufpieler am Thkätre de la Röpublique gewesen war und nun da bin wieder zurücklehrte. Eines f tdends, als das Theatre de la Republiaue von einer zahlreick-en Zuschpuermenge gesüKt ist, wirst Plötzlich einer aus dem Publikum ant Schluß des als ,.Lever de rideau" gespielten Einakters eilt b.stck)iriebenes Blatt Papier auf die BühNe. Es stellen Verse darauf, die unter dem Titel „Das Erwachen des Bolles" die gestürzten Schreckensmänner und ihren Anhang verwünschen. Das Publikum ver- Inngt nach dem Schauspieler Fusil, der in diesen Versen fern, eigenes Urteil vor lesen soll. Als er bleich und verwirrt erscheint, ruft man ihm zu, er müsse eine Kerze in die Hand nehmen, wie ein reuiger- Sünder. Mit der Kerze in der zitternden Hand spricht er öte ersten Verse. Dann ruft das befriedigte Publikum nach zwei anderen Schauspielern, die ebenfalls als frühere Jakobiner bekannt sind. Sie sind verschwunden; an ihrer Stelle tritt her junge Talma auf die Buhne und man begrüßt ihn ntit Beifall als Patrioten. Drxh bald erleben fich in der Alenge Zweifel,
Loslösung Griechenlands von der Türkei und leine Q r beb und Mm Königreich- gelangen mrr durch das Eingreifen Europas. dem ruffifch-türkisckj-en Kriege von 1877/78 mußte fick die -i urte. zu dem bekannten schmählichen Frieden bequemen erbten und Rumänien wurden völlig selbständige Reiche, Bulgarien ebenfalls, wenn aüch unter Souveränität her Pforte. 188c» fand ine per- einigung Ostrumcliens mit Bulgarien statt, 1908 die definitive Annexion Bosniens und der Herzegowina mit Oesterrerck>. ES tarn jur Selbstendigteitserklärung Bulgariens und seiner Erhebung zum Königtume. Und die Lossagung Kretas und |emc Vereinigun^ mit Griechenland ist wahrscheinlich nur eine <yrage der Zett- fea-nb in Hand mit solchen politischen Niederlagen gingen dw Verarmung der Bevölterung und die Verschuldung des Maates. Prof. SchwÄlv charakterisierte, ausführlicher die großen M angel des türk Steuerwesens mit feiner unsinnigen und ungerechten Verteilung, bet Steuern, Fehler, deren Nachwirkungen noch heute lehr zu spüren sind, N-enn auch im Laufe des vorigen Jahrhunderts immer* bin mancherlei reformiert und modernisiert worden ist. fernen erntetfjite der Herr Vortragende die enormen Ausgaben ft«r Dar, ^aismlich>rn chatast, den ungeheueren Beamtknapparat u. s. p, olles Verhältnisse, die bis heute noch nicht besonders gelost smd, und nickst zuletzt die durchmis minderwertige r_>rganpation deck Staatsverwälttmg. Troy dieser düsteren Bilder von oen inneren Zuständen im Osmanischen Reiche wäre es aber istlnr. iircht eine Reihe von Reformen anzuertennen, die als Glieder einer großen Kette int Lause der letzten 100 Jahre entworfen und teilweise in Angriff genommen wurden. sstachSem der Vcrr Vor tragende die Ursachen des inneren Zerfalles der Türkei gekeim - zeichnet hatte, ans welcher Not ja letzten Endes hie teugturkische Bewegung geboren ist, warf er einen ergänzenden Rückblick aus die jungtürkische Partei bis zu unserer neuesten Zett. - Avdm .Hamid — damit kam er zu den Vorgängen, die nxp ganz Mtw m unser aller Gedächtnis haften - schritt bekanntlich zur Beseitigung der Konstittitivn und aller Einrichtungen, die nur entfernt an Liberalismus erinnerten. .Hatten di>' Untertanen des tnrklscheni Reichs noch nicht die Reife zum Parlamentarismus, so wäre doch vielleicht ein Mittelweg gedeihlicher Reform möglich gewesen. Aber Abdul Hamid schlug diesen Wbg nicht ein und schul eine noch nie dagewesene Despotie. Da breitete sich die illligturklsche Be^ ivegung geloaltig aus, sogar einige Kaiserliche Prinzen^ s6slossenl sich ihr an. Viel gewann sie seit Mitte der neunziger Jahre, so daß die Behörden bereits 1897 strenge Untersuchungen 'chistellten, bestrafen, ermorden und hinrichten^ ließen. Erst seit 1-304 begannen sich die Anhänger der Bewegung sttammer zu organisieren: die Leitung wurde in die Hände eines Ausschusses gelegt, den 1 einen Sitz in Saloniki austchlug. Das alles aber geschah nnt solcher Heimlichteit, daß bis heute hi- eigentlichen Leiter der Bewegung uiibe-kannt geblieben sind. Man gewann immer incyr Offiziere und bestimmte diese, hie Propaganda tu hie Rechen der Mannschaften zu tragen. An Zündstoff fehlte es ja Nicht Diese. Propaganda hatte riesigen Erfolg. -Trotz alledem kam 1908 der Ausbruch der ReMulion dem Komitee ganz unerwartet. Nun kam am' 23.Juli die bekannteTepesche an den Sultan, sofort dieBerfassung V-Mt 1876 wieder herMstellen, sonst würden tue Truppen selbst nach der Hauptstadt kommen, um fick die Verfassung zu holen. Und Abdul Hamid beschloß, den Wunsch des Komitees zu erfüllen mch die verlangte Verfassung zu gewähren. Mmr verlangte grelsbare! Garantien für die Zukunft, und her Sultan, klug und verMagen, gebärdete sich als den treuesten Hüter der Bersassung. Er mußte die Eröffnung de§ Parlaments d owe buten, aber von da an ließ er gesen dasselbe agitieren. Bekanntlich gelang es hent Kmnitee, die raich aufgefomruenc reaktionäre Gegenrevolntio>r mit jnazs-- doilischen Truppen blutig niederzuzwingen. Das Komitee ustd die jungtürkisch gesinnte D eputiertenkanimer entthronten den wvrt- brüchigen Sultmi Abdul Hamid, und sein jüngerer Bruder wurde zum Sultan ausgerusen. Dieser aber ist ein weder kluger nach energischer, geistig verkümmerter Greis, uiü)_ schon aus diesem! Grunde wird das ftöntrtec, das ihn aus den Scksstd gehoben Hut, teiiiten Stand mit ibnr haben. Iteberlyaubt, hie Schwierigkeiteils her inneren Lage in der Türkei sind groß und werfen einen schatten auf die Zukunft. Es gibt da manche Bedenken, nicht zu untere schätzen: Die Rolle, die das jungtiir(ifd)c Komitee in zwei Revo - lutioncit gespielt hat, lässt befürchten, daß cs seine Macht miß- ■ brauchen Möchte; schon bat es Spuren von Terrorismus gezeigt.
Die Bevölteruiig des türkisä>eii Reiches ist iricksts m-euigrr als' homogen, die verschiedentlichsten Elemente, unter sich wieder zer- tlüftet, sinden sich da vor, inte mail bedenke das Gros der
Line neue Nebenbahn in tzefien.
.Trotz der schlechten Fimw^lage hat die hessische Regie- । uunfl der Zweiten Kammer einen Gesetzentwurf über die : Herstellung einer "Nebenbahn von Kreuzn ach (Landes- aronz-e) nach 2p r en d lin g en-St. Johann btn> qeieqt. Der Entwurf lautet im wesentlichen wie folgt:
Unfere Regierung ist erntechtigk, dem Unternehmer einer schmalspurigen elektrischril Nebenbahn von Kreuznach (Landes- qrenzes über Bosenlstim, Pfaifenschwabenheim, Badenheim und Sprendlütgrnl nach St. Johann den Betrag von 13000 M k. für den Kilometer der im Großherzogtum Hessen gelegenen Strecke zu gewähren. Die Geldmittel sind im Hege des Staatskredits flüssig zu machen. Zu diesem Zweck ist in dem Nennbetrag, der zur Beichaffung der Geldmlttcl ersor- derlich sein wird, eure Anleihe zu dem Zinsfüße aufzunehmen, ime er der jeweiligen Lage des Geldmarktes entspricht.
Die Tilgung dieses Schuldkapitals soll in bet Art erfolgen, daß die jeweilig durch den Hauyworanscdlag der Staats-Ein^ imhmen und -Ausgaben dazu bestimmten Mittel zum 9ürfauf einer entsprechenden Anzahl voitz Schuldverschaeibungen verwendet werden. Dem Staate teil das Recht Vorbehalten bleiben, btc Anleihe oder einen beliebigen Teil derselben auch zur Einlösung mittels Barzahlung des Kapitalbetrags zu kündigen. Den Inhabern der Schuldverfchreiblingen soll ein Kündigungsrecht nicht zusteben.
In ber Begründung hertzt es:
Durch das Gesetz, die Herstellung mehrerer Nebenbahnen b: treffend, vom 9. August 1899 (Regierungsblatt Seite 419 ff.) wurde die Großh. Regierung ermächttgt, u. a. für eine im An- jchlutz an die dtebeubahn von Sprendlingen nach Mrseld zu erbauende normalspurige Nebenbahn von Badenheim nach Kreuznach einen Staatszusckmtz bis zu dem in Art < des Gesetzes, die Nebenbahnen betreffend, vom 29. Mai 1884 vor- gefebenen Höchstbettag zu gewähren. Nach dem damaligen Entwurf sollte die Nebenbahn auf hessischem Gebiet eure Länge von 73 Kilometer erhalten; die Baukosten waren für den hesmchen Teil der Bahn zu 885 000 Mk. veranschlagt. Der Staatszuschuß hätte daher nach Art. 7 des Gesetzes vom 29. Mac 1884 tm Höchstbetrage 146 000 Mk. betragen. Nack der Begründung zu dem Gesetzentwurf wurde von der Bahn Badenheim Kreuznach erwartet, daß fie heu Bewohnern des dortigen nahe der Landes- gren»e gelegenen Bezirks ein lohneirdes Llbiatzgebi-et fiir ihre Er- leugmfte besser zugänglich machen und zahlreichen Arbcttern die Verwertung ihrer Arbeitskraft ohne Aufgabe des hecmatlrchen Wohnortes erleichtern werde.
Die Süddeutsche Eisenbahngesellschalt zu Darmstadt war be^ reit, die Nebenbahn von Badenheim nach Kreuznach im Awchluß an die ihr gehörige bereits bestehende Bachc von Sprendling^ nach Fürftld zu bauen und zu bett eiben, doch kam die Bahn nacht zu standc, weil die'e Gesellschaft ntii Rücksickst auf btc ©rbamnig her strategischen Bahn von Gau-Algesheim nach Münster am Stein ans die Bcwerbmig um dic Konzession für die erwahittc Bahn, verzichtete. ,
Die Großh. Regierung versuchte honte tnt Fahre. 1904, durch btc Bewilligung eines Staatszuschusses von 30 Proz. der Baw kosten der Nebenbach, Badenl-eim—Kreuznach (al.o etwa von •265 500 Ml.) einen Ihitemcbnier zu getoinnen. Aber weder btc Süddentsthc Eisenbahngesellschaft noch der Krets Alzeh oder bte beteiligten Gemeinden waren gesonnen, den Bau und Betrieb ber Bahn zu übernehmen. Da auch ein anderer- Unternehmer jur bie Bahn ftch nicht fand, nr-ßte von der Ausführung des Unternehmens bis heute abgesehen werden. ..
Neuerdings hoben Verhandlungen ber Gemeinden Pf asten- schwabenheim, Bvsenheim und Sprendlingen mit ber^tabt Kreuz- nackt die letztere veranlaßt, unter Vorlage eines Entwurfs den Änttag auf Verleihung her Konzession zum Bau und Bettieb einer elektrischen Bahn von Kreuznach nach ^t._ Zohann zu steilen Diese Bahn wird im wefenttickten btc Aufgabe erfüllen, die der Bahn Badenchstm—Kreuznack) zugedacht war
Die Stadt Kreuznach besitzt ein Elektrizttätswerk, towce die bärtigen städttschen elektri'chen Bahnen. Die Ltadt ist besttebt, dic Örtscchiften in ihrer Umgebung mit elektri'cher Energie zu versorgen, sowie ihr Bahnnetz gleichzeittg nackt diesen Ortschaften jll CÜVCltCHl, t , (ri , r ..
Auf hessischem Gebiet werden von ber geplanten Bahn Die Orte Bosenheim, Pfaffenschwabenheim, Badenheim, ^prendlmgen
Aus Hesse».
Der Abg. Köhler hat $u seinem belarmten Antrag über Schifsahrtsabgaben eine Begründung eingereicht, in der es heißt: Im Nachstehenden gebe ich zur näheren Begründung meines Antrags, Schifsahrtsabgaben betreffend, einen Abdruck des Berichtes des Vorstandes der Landtvirtschaftskammer für das Grotzherzogtum Hessen. In meiner Eigenschaft als Mitglied dieses Vorstandes decken sich die Ausführungen dieses Berichtes mit meinen eigenen Anschauungen. Es ist demnach nicht erforderlich, daß ich diese meine eigenen Anschauungen, nur in der Form verändert gefaßt, meinem Anträge beigebe; dem Inhalte nach sind sie ja doch dic gleichen, toie diejenigen ber Landwirtschaftstammer.
Das Wettrennen zum Südpol.
Der Kampf um den Südpol, der jetzt zu glcuher Zeit von einer amerikanischen und einer englischen Expedition aumcnommcn wird, nimmt immer mehr den.^ba^tter cme^ sportlichen Wette lampfes mi, in dem neben den wissen, chaftlicheu Sau ber nationa c Ehrgeiz der beteiligten beiden Voller art erfter Stelle, steht. Dte britische NalwnateExvedilmn die Kapitän Scotr Kk, Zolqt der trüberen Route Scotts und ^hackletons, wahrenddie ckmerikanr von der amerikanischen Seite aus zunr Pvl^rwrstvs?en.wollen. Tie beiden Expeditionen wollen am gleichen -rage ihr Werk ve- ginnen, dic Pläne mifsemchaftltcher ^«^«rbeit sind b^re te cntirarfcn, und das Publteum erwogt mitlLidens chaftli^m, Eifer die Clmneen der beiden Partkien. P c a r h, her die Organisation her amerikanischen ExpLvnwi^ übenvommar Ut ber Forscherschar übernimmt KaPttan Lartlett — hat win ^chist, die „Roosevelt", zur Verfügung gestellt und ist Feuer und ttKaminr für den bevorstehenden Wettkampf. Wettrennen zum Südpol zwischen ülmcriLauern und Engländern, das in etwa lieben ton beginnt, wird das auftegendste und 'Eenspmnwndste Ereignis fein, das die Welt erlebt hat, meinte bei ^ntbeder des Nordpols, und voller Begeisterung fuhr er tert: ..stellen Sie sich, vor: von der einen Seite der Erdkugel dringen die Engländer ter, von her anderen die Amerikaner, beide w-isftn voneinander und beide werden ihre letzte Kraft v.nd ihre höchste Anstrengung^ auftieten, um als erste das gemeinsame Ziel zu erreichem ö«, vielleicht erreichen die einen den Pol nur mn wemgch stunden früher als die anderen. Ltellen Sie sich das Zusamnientrestett der iipel Parteien vor: die Amorittrner tonrmen von Westen, hie Engländer von Osten, beide haben vor miderthalb Zähren ant gleichen Tage die zivilisierte Welt verta^on.- Und fte be- grüßen sich, am SüLpol, den keines Menschen Fuß bisher betreten Pearh hat sich vvn Anfang an mit Sott in ^brM>iMg^ ge,etzt der die Nachricht von her ntpUntm amerikanischen Expeditwn mit ber Freude' eines echten ^portsmannes nnlllommen htest Er schlug fobrt ein gemeinfamed Arbeckspro^ramm vor, das ein Zilsaliiwenwirten der beiden Expedittonen m ten magnetischen und metearologifdcn Beobachtun4«n mM. „„Die AEkaner müssen einen viel längeren Weg zurücklck^n, 'o außerte sim KavitLi Sevtt, „aber es ist möglich,, datz sie Einstigere Ver- Wttiisse antreffen, denn unsere jetzigen ^nnMisse^einen darau hmMdenten, daß ein gteichmaßig lallender Abhang vorn Pol zur Aeddellsee führt. Ihre .Hanpftck-merigkeit wird die lluf- Jinbuitg eines geeigneten Winter Pia tze-o in ^?at>olanh jem und die Landung der "Tiere und Expeditionsgerate, Bisher ftnM man leine dafür geeignete Stelle, aber em gliuflu^r -3^-Tall wag Ä-
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Deutsches Reich.
Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Mülheim-Wipperfürth - Gummersbach wurden uack) der jetzt vorliegenden amtlichen Meldung insgesamt 40913 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Oberlandes- aerichtsrat Marx-Düsseldorf (Zentr.) 20 376 Stimmen, Schriftsteller Dr. Erdmann- Köln (Soz i 10 924 Stimmen, Rechtsanwalt Dr. Fall-Köln (Nat.) 8465 Stimmen und Pßarrer H o e m a n n - Gummersbach (ChristlichsoK.) 1140 Stimmen; zersplittert waren 8 Stimmen. Die Stichwahl zwischen Marx und Erdmann ist auf den 26. Februar an- ' 3um 7 0. Geburtstag.des Abg. Bebel planen
die Sozialdemokraten für den 22. Februar Kundgebungen für den greisen Führer.
Vortrag über die jungtürkWe vewegung.
Vordergrund des Veransttütung des Alldeutschen Verbandes am Freitag stand der angetimbigte Vortrag des Pwf. Schwally über „D i e jungtürfif che Bewegung", -ein Thema, das an Mtualftät nicht vertiert, sv lange Europas Änteressen am Gelingen dieses gewaltigen Resorrnwertes stark beteiligt sind. Der Ausdehnung unserer deutschen Sutern* en wird freilich England nicht zu viel freie Hand lassen, das bet Eintritt der jmigtürkischen Bewegung als ein neuer, tatkräftiger F-re-md ttm her Türti-ft mit offenen Armen aufgenommen wurde. Dies« und andere Schattenseiten unserer auswärtigen Pvlittk betonte in seiner Einleitung des Abends F-reiherr vonLiebig, indem er den für uns geradezu beschämenden Vergleich zwilchen unserer Machtausbreitung und der Amerikas, Belgiens, dränte reichs und Englands zog, Staaten, die Weltftolitik im großen Maßslabe getrieben hätten, wälstend in Deutschland allzuviel von Welte Politik — geredet worden sei! Eine scharfe Mritif vcrdume die Politik des Auswärtigeai Amtes, die in 20 Jahren dahin geführt habe, daß wir draußen zwar vtele Feinde, abct kaum einen Freund nuchr besitzen. W , .. ,,
Dann begann Prof. Dr. chwallv seinen gcIjaÜDolle.i. fesselnden Vortrag. Die Zeiten, da Europa vor der Türkei zitterlc, sind vorbei. Fn der Mitte des 17. Jahrhunderts trat bad manische Reich in ein Stabium akuten Machtverfalls ein. 1687 schüttelte Ungarn das Fremdenjoch ab, 1769 unter der,Regierung Katharinens von Rußland folgten darin Moldau und Wallachei, von da ab blieb Rußland der hartnäckigste Feind des Abendlandes. Serbien erlangte 1816 wenigstens administrative Selbständigkeit.


