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gang nach
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intb die nto h artntebo.rtifchc Ernwandermtg m Makedonien. Unter lärmender Unterbrechung seitens der Bulgaren irarf der Liberale £u f ie die Frage dec- bulgarischen Exarchats auf und besprach die Zollverhältnisse mit Bulgarien. Der Großwesir trat den ovvo- fitiondlcn Rednern entgegen unb betonte die Verfassungsmäßig leit des Sturzes Hcknri Paschas. Sodann erfolgte die bereits gemeldete namentliche Abstimmung, deren Ergebnis einen großen Sieg der Jungtürken bedeutet.
** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspirantcn Phil. Müller aitS Engelstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wahlen. — Erledigt sind! Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Obertshausen. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrcrstelle an der Gemeindeschule zu Stangenrod. MU der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden.
** Stadttheater. Es sei ausdrücklich hingewiesen, daß Niemanns historisches Lustspiel »Wie die Alten sungen", das als Feltoorstellung zu Kaisers Geburtstag gegeben wird, im Abonnement keinesfalls wiederholt wird.
Aus Stafct und Land.
Gießen, 25. Januar 1910.
* Tageskalcnder für Dienstag, 25. Jan. Stadt- theater. Volksvorstellnng: „Die Stützen der Gesellschaft". Anlang 8 Uhr.
fctre fragen vongelegt, deren Erörterung dahin führte, daß ^sich im Sinne der bisher von den verbündeten Regierungen -eingehaltenen Richtlntien ein allgemeines Einverständnis ergab.
In S t r a ß b u r g fand in Gegenwart des Statthalters, ibe£ gesamten Mini Zeriums, mehrerer Landesausschußabge- vrdneter und |bic -Mitglieder der tzundwerkskammer am Mondtag die feierliche Einweihung des neuen Dienstgeb äudes der Handwerkskammer für l§lsaß--Lothringen statt.
Turnerinnen beteiligten sich an demselben und tarnen frohgemut im Jagdichlötzchen an. Die gleiche Anzahl, die es vorgezogen, mit der Bahri zu fahren, kamen nut dem Zug 3.13 Uhr nach. So füllte eine zahlreiche Gesellschaft das Sälchen des Jagdschlößchens bis oh$ ^n letzten Platz. Bei
Etrva 60 Turner und
Ausland.
Aus dem Haag wird gemeldet: In hem Bericht des 'Ausschusses der Ersten Kammer über das Nordsee-Ab- -kommen heißt es: Man zweifelt daran, ob Holland Vorteil aus dem Abkommen ziehen könne, das seine Neutralität nicht garantiert. In einem Anhang zu dem Bericht drückt der Senator non Hecakeren, der frühere Gesandte von Stockholm, den Wunsch aus, es möge in einer Zusatzerklärung zu dem Nordsee-Abkommen eine Garantie dafür gegeben werden, daß Deutschland und England -im Falle eines Krieges die Neutralität Hollands respettieren würden.
'Der Zar hat dem Offizierkorps den Eintritt in den 'allrussischen Nationalklub, der sich im vergangenen Jahre hier mit einem umfangreichen politischen Programm konstituierte, nicht gestattet, well ■ der Klub, seinem Charakter und seiner Tätigkeit nach, sich von Politik nicht ifcrnhalten könne.
Aus Salon i t meldet man: Bei dem Blockhaus Pa- 'grtorda beschossen sich am Sonntag türkische Grenzposten urnb bulgarische Grenzposten mehrere Stunden; auf türkischer Seite wurden zwei getötet unb drei verwundet. Zurzeit herrscht Ruhe.
Für 1911 i[t eine landwirtschaftliche industrielle Ausstellung in Kiew geplant, wozu auch ausländische Erzeugnisse mit dem Anrecht auf Auszeichnung zugelassen sind, falls sie nicht mit den russischen Erzeng- nissen konkurrieren und eine Neuheit auf dem Gebiet der Industrie darstellen.
dicht vortragen, eine Geschichte erzählen hörten, sondern wie sie die erzählten Geschehnisse selbst miterlebten. — Den Veranstaltern des Konzertes und den Mitwirkenden gebührt der aufrichtigste Dank für ihre selbstlose Tätigkeit; und memt alle Glieder des Mitteldeutschen Sänger- vervandes jo wie die beiden mitwirkendeit Vereine sich in den Dienst der BolksbllDung ftcilen, darf der Bund der Sympathie aller wahren Lolksfreunde sicher fein. —
Der Maskenball he.- 51 aufmännischen Vereins am Samstag aoerrd in Steins Saalbau war für Bereinsmitglieder uim Gäste eine hübsche Ueberra,chung. Ein richtiger Faschingszauber entfaltete sich, wie man ihn in den Karnevalstädten am Rhein nicht besser haben kann. Im Saale entwickelte sich, gedeckt durch dos MaStengehecM- nis, ein Flirt, der auch den Besucher anftccftc und in den bunten Trubel des Abends hineinzog. Die Zuschauer fanden iljrc Rechnung an den betden Gruppen, die dem Arrangeur, Untverslläts--Tanzlehrer Will, alle Ehre machten. Besonders war die Doppelquadrllle mit ihren graziösen Pas, die von 8 Pirouettenpaaren getanzt tourbc, sehr elegant und wirkungsvoll. Aber auch das Zigeunerlager, für das leider der nötige Platz nicht vorhanden war, verdiente trotzdem die ihm allseitig gezollte Anerlennuitg.
■'1: Äl'a r celSalzer, bei: beliebte und irahiiitiüge VvrNags- Eünftlcr, IjatLc gestern abenb eine erlesene Zuhörerschaft uni sich veriammctl, die seinen witzigen, fein youttierten Vorträgen nut dankbarer Ausinerkiamkeit mw LaäMst lolgte. '.Viarccl Salzer, dem der Großherzog kürzlich das leer-' Knopfloch gelullt hat, ist hier io gut detanm, bau. nuni eigen Lite) nichts neues über ihn lagen kann, obwohl er immer neu ist. Sein sonitiges Schclmen- gc|ia)t mit ben jsntzbübiich läajetnben Muwdwinieut genügen schon, mit alle Herzen vergnügt intb beiter zu stimmen: jie genügen, um die Pointe 5iS zum letzten Rest zu er,Q.st'pfen. Mit innerem lieben Wilhelm Busch leitete er feinen Vortrag ein und brachte dann zuerst ein vaar ernitc Dichtungen von Decken von Lilien er an, dessen prächtige KtiegSiwoelle „Der Narr" er zu farbiger Leben-- c-igliit unb anschaulicher Plastik zu bilden vermochte. In bunter Reihe ivcdifetten bann Rosegger, Ludwig Thoma, von dem er aus-er lolckichen Lausbuben gc,chichten ein ergöchiches Münchener Idyll Lorirug, das in seiner urwüchsigen ^eoeus.vahrheit ein aui-ewrdentliches Vergnügen hervorrief. Busch, Otto Ernst, Fontane halten in Salärs Vvrirag denieiven starken Erfolg' Den Schlich bildete ein Aufsatz Karlchen Miesuicks über Goethe, Cent als Zugabe die Rap'iiade uon Schlicht folgte. Tast Salzer stürmisch bciubelt wurde, erübrigt sich zu sagen.
Der Män ner-Turnverein unternahm am Sonntag bet schönstem trockenen Wmlenvetler einen Turn-
Line Programmerklärung des Kabinetts Khuen-Yedervmq.
O s enpest, 24. Jan. Im Abgeordnetenhaus wurde ■unter großer Spannung ein königliches Hand schrei- Ii e n verlesen, in dem die Entheb n n g des Kabinetts Meter le und die Ernennung des Kabinetts Khuen- i.Hedervary mitgeteilt wird, hierüber erhob sich eine langwierige, sehr bewegte Aussprache, in deren Verlauf der Präsident ertlärte, diese Konstatierung präjudiziere nicht das Recht des Abgeordnetenhauses, die Ernennung des Ka-, dinetts und das Programm der Regierung zur Diskussion izu ziehen. Erst gegen li/2 Uhr erhob sich Graf Khuen- Äedervary und verlas eine Erklärung der -Regierung, in der es heißt, der Zweck der Kabmetts- dildung fei, die lange sich hinschleppende Krise durch streng gesetzliche verfassungsmäßige Mittel zu lösen, sowie das Verhältnis zwischen der Krone und der Nation vor Schaden Hu bewahren. Das zßabinett zähle hierbei auf die Unter» -stützung des Abgeordnetenhauses; sollte dies unmöglich sein, ho 'beabsichtige das Kabinett, die Neuwahlen anzrwrdnen. 'Was die wirtschaftliche Unabhängigleit betreffe, so fei dieses "Recht Ungarns von einem kompetenten Faktor in Zweifel »gezogen worden.
In der Bants rage feien entgegengesetzte Anschau- suugen aufgetaucht. Die Regierung io erbe seinerzeit einen sLorschlag unterbreiten, bet den Interessen des Landes entsprechen werde. Zur Frage des Wahlrechts erklärte er, daß die Einführung der Pluralwahl von ihm fallen gelassen sei, et stehe auf deut Boden des allgemeinen Wahl rechts, et w^rde jedoch den geschichtlichen Charakter des Staates wahren. Der Ministerpräsident legte darauf das Budgetprovisorium und den Handelsvertrag mit Rumänien vor und erklärte, deren Annahme sei unabhängig von der .Vertrauensfrage. Die Annahme werde ein Probestein bilden .dafür, ob ein Zuscnmnenwtrken mit dem Hause möglich ist.
Die Rede des Ministerpräsidenten wurde verhallnis- ,mäßig ruhig angehürk und nur zuweilen von erregten fZwischenrufen und durch Zeichen des Widerspruchs, namenck- lich seitens der Jufthgruppo, unterbrochen.
Gras Khuen-Hedervarii hielt auch im Magnatenbause leine Programmrebe Mehrere oppositionelle Redner erklärten fiel) gegen dieses Programm. Graf Stefan Tissa Ihingegen trat in wärmster Weise für den Miniiiorprä।ibeitten ■ein, bet sich große Verdienste nm das Batetlano erworben jhabe. Tissa sprach sich nur gegen die Wahlteform aus, die weder der Nation noch der Tvuaftie Vorteile bringen könne und wies daraus hin, daß feilte trüben Prophezeiungen über eilten Zwiespalt zwischen der Nation uno der Krone sich bemal,rljcitet hätten. Tissa wurde nach der Rede vielfach beglückwünscht.
Volks konzer t. Es ist ost recht schwer, einem Ding den richtigen Namen zu geben: das haben sicher auch die Veranstaller des Vollskonzertes am vergangenen Sonntag gefunden. In der ersten Ankündigung las ich „Volksunterhaltungsabend"; dieser Titel wurde in „Volks- konzevt" um gewandelt. Aber auch dieser Name scheint mir nicht ganz der richtige zu sein, da eine solche Veranstaltung für das „Volk" bei vielen den Beigeschmack erweckt, „na ja, da wird auch etwas gemacht"". Aber am Sonntag wurde nicht auch etwas in Gesang usw. gemacht: nein, was geboten wurde, war ein richtiges Konzert mit meisterhaften Rezitationen; eine Veranstaltung, die auch Verwöhnte mit hohen Anforderungen befriedigen konnte; und es hätten demzufolge ganz andere Preise auf dem Programm stehen dürfen, wenn die Veranstaltet nicht gerade auch den weniger Bemittelten hätten Gelegenheit geben wollen, sich für geringes Entgelt einen wirklichen Kunstgenuß zu verschaffen. — Soll ich nun etwas als besonders gelungen heraus greifen? Das wäre Unrecht an dem übrigen, was geboten wurde. Gehen iöir also einfach der Reihenfolge nach. Was durch zielbewußte Leitung e.nes Mäunerchors geleistet werden kann, das zeigte die etwa 100 Mann starke Sängerschar in ausgezeichneier Weise. Lehrer L. Becker hatte nur Volksweisen gewählt. Jeder Dirigent weiß nun, daß der Vortrag eines Volksliedes zu den schwierigsten Aufgaben eines Mannerchores gehört. Nun, wir können mit yiüctfid)t auf diesen Umstand Herrn Becker zu seinem Erfolge gratinieren. Wie folgten die Sänget jedem Wink ihres Dirigenten; wie hing ihr Blick an jeder seiner Bewegungen. Darum waten die Ehöte auch wunderbar ausgeglickien, keine Stimme trat in aufdringlicher Weise hervor. Von ergreifender Wirkung waten „Des Kindes Sehnen", „Im schönsten Wiesen gründe"" und „Grüße an die Heimat". — Ftan Landgerichtsrat Schudt habe ich am Sonntag zum etstenmale gehört; da ich aber schon oft von ihr gehört hatte, spannte ich meine Erwartungen recht hoch. "Diese aber wurden weit übertroffen. Ich habe schon manche Berufs- (ängetin gehört; aber ich muß gestehen, selten wurde ich ui meinem Innern so gepackt, wie durch die goldklaren Töne, durch die Frau Schudt zu aller Herzen sprach. Besonders das „Wiegenlied"", „Die Frühlingssahrt"" und „Im Lenz"" rissen die Hörer zu lebhaftem Beifall hin. In bester Weise unterstützt würde Frau Schudt durch Fräulein Elisabeth Felchner, die die Begleitung der Liede'.' in feinsinniger Weise durcbführte. — Als Meisterin in der Rezitation führte sich Fräulein Meline Müller aus tigen
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Wetzlar ein. Sie wußte durch ihren prach-
Vortrag die Gemüter so zu fesseln, daß
man cs Iden Zuhörern ansah, wie sie nicht ein Ge-
Vortrag und Tanz wurde sich vorzüglich unterhalten, bis der 10-Uhrzug alle wieder zurückbrachte.
** Im Kolosseum beschließt diese Woche Valle's „Frank-- furteT Intimes Tlseater"" sein^crfolgreiches Gastspiel. Für die letzte Woche wurde folgender Spielvlan festgcstellt. Donnerstag (Kaisorsgeburtstag) findet im oberen Saale des Restaurant M e t r 0 p 0 l ein einziger musikalischer „Kabarct-Abend"" im Stile ! Wolzogen statt. Heute und morgen sind Vorstellungen im Kolosseum mit neuen Stücken, ebenso am Freitag und Samstag. Dagegen wird am Sonntag ausnahmsweise im Saale des Hotel Einhorn eine Sonder-Vorstellung mit reichhaltigem Programm gegeben werden. Tie Abschieds-Borstellung ift unwiderruflich am 31. b. Mts. tm Kolosseum.
* Kaiser-Panorama. Der Rhein, ber Strom der deutschen Sage und des deutschen Liedes, zieht alljährlich tausende ! von Menschen an seine von Bergen und Burgen gekrönten Ufer. Aber Tausende haben gewiß noch nicht Gelegenheit gehabt, ibu zu sehen und es dürfte wobl nur wenige geben, die sich nicht schon eine Rheinreise gewünscht hätten. Das Kaiserpanorama bringt diese Woche eine tellweiie Erfüllung dieses Wunsches. In prachtvollen Bildern zeigen sich Ansichten der schönsten Partien an den Ufern des Rheins, von Mainz bis Köln, eine umucker- brochene Reihe reizvolle Stadtebilder intb malerische Landschaften, überragt von stolzen Schlössern und den altersgrauen Resten sagenumwobener Burgen, von denen so manche in der Geschichte des j deutschen Volkes eine Rolle gespielt hat. — Wer eine Rheinreise • machen will, sollte die gegenwärtige Ausstellung im Kaiser- Panorama nicht unbeachtet lassen.
** Meisterkurse für Handwerker. Die praktischen, 14 tägigen Meisterkurse für Weißbinder, \ Male r und Lackierer im Hvli- und Marmormalen, so- i wie im Holz färben in Darmstadt, bann auch ein Sattlerkurs in Groß-Felda wurden am Samstag, 22. Jan., ■ geschlossen, die dreiwöchigen Meisterkurse für Schuhmacher , und Schneider dagegen gehen am 29. dS. Mts. zu Enoe. Ein achttägiger Holzsärbekurs für Weißbinder usw. beginnt I am 24. Januar. Im Monat Februar werden Meisterkürse I für. Weißbinder, Maler usw. sowohl im Holz- und Marmormalen, als auch im Schriftenmaleu, beide in Darmstadt, 1 abgehalten. Weiterhin ist ein Lehrkurs in der Beoicuung I von Holzbearbeitungs und zugehörigen Äntriebsmaschinen in bett Räumen ber Hanbwerck'.r-Zeiltral-GenostenfcMft in j Darm stabt in Aussicht genommen. Anmeldungen zu allen bicsen Kursen nimmt bie Zentralstelle für die Gewerbe, Darmstadt, Neckarßraße 3, entgegen.
* * £ e I) r I i 11 g e i m H andwer k. 9cvch der Gewerbenovelle vom 30. Mai 1908 (sog. kleiner Befähigungsnachweis) Dürfen nunmehr nur noch solche Handwerker Lehrlinge anleiten, die die gesetzliche Meisterprüfung befianben I haben, währenb ben älteren Meistern, die das fragliche ’ Recht bereits besaßen, die Auleitungsbesugnis durch die Verwaltungsbehörden auf Antrag schriftlich weiter verlieben 1 werden muß. Der Zweck dieser Vorschrift ist, daß nunmehr jeder Handwerker einen schriftlichen Ausweis darüber besitzen mutz, daß er Lehrlinge anleiten darf. Als Ausweis gelten die Meisterbriefe nach bestandener gesetzlicher ’ Meisterprüfung oder von ber Vcrwaltungsbehorbe ausgestellte amtliche Bescheiiügungen, daß bic Haubwerter zum ; Alllernen von Lehrlingen befugt sinb. aber Lehrlinge bei einem Meister in bie Lehre treten, ber weder beit Meisterbrief, noch einen anderen schriftlichen Ausweis besitzt, so erwachsen ihnen erhebliche Nachteile, da eine solche Lehrzeit ungesetzlich ist und die betreffenden Lehrlinge weder die Gefellenprüsung noch die Meisterprüfung ab leg en dürfen. Nur dupch letztere aber können sic das Recht erwerben, selbst I später Lehrlinge anleiten zu dürfen. Tie Handwerkerkammer 1 ijat 'ich bereits im Vorjahre au das Ministerium des Innern, 1 Abteilung für Schulwesen, mit der Bitte gewandt. Die zur ’ Entlassung kommenden Schüler, die ein Handwerk erlernen wollen, durch die Lehrer bedeuten zu lassen, daß die Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen nicht ohne weiteres! I allen Handwerksmeistern zustcht uno daß sich die künftigen Lehrlinge bezw. bereit Eltern erst barüber vergewissern sollen, ob ber Lehrherr auch tatsächlich bie Befugnis zum Anleiten von Lehrliltgen besitzt. Diesem Antrag würbe durch enlsprechende Weijung unb bie Kreisschullommissioneu Rechnung getragen. Zugleich sei barauf hingewiesen, daß in vielen Zweigen des Handwerks wieder wesentlich gün^ ftigere Aussichten für ein Fortkommen bestehen, umsomehr, alS jetzt die Ausbildung der Lehrlinge gesetzlich geregelt ist.
** Post bien st au Kaisers Geburtstag. Amj I 27. Januar, Kaisers Geburtstag, fmb bic Postschalter nur in demselben Umfange wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine einmalige Briefbestellung unb feine Paket- unb Geldbestellimg statt. Telegramme werden von 1—8 nachmittags auch beim Postamt 2 angenommen. — Das Haupt- ft euer amt ist an Kaisers Geburtstag geschlossen.
Die ersten Sonberwagen unserer Straßenbahn I beförderten in der Nacht von Samstag auf Sonntag m I sechs Fahrten bie Marburger Studenten vom BurschenschaftZ- Kommers auf der Liebigshöhe zur Bahn. Die vier zur Vcr- fügimg gestellten Wagen machten sechs Fahrten, wofür 60 3)1 f. vereinnahmt wurden.
* Wahres Gosch ichtchen. Vor einiger Zcil trajen sich in einer Wirtschaft eines Lrtes tm Vogelsberg dr ei Geschäftsreisende; sie fonnten alle drei nicht arbeiten, denn bic Kundschaft war auf dem Felbc, intb der Wirt hatte auch gerne bie Türe zugernecht, da ihm seine Arbeit braunen lieber mar. Tie brei Reil enden beschlossen, den Tag in lvickdiger Weife bei einem Skat zu verbringen. Um im Ort üeiannt werben zu lassen, baß sie da leien, wurde beschlossen, 60 Pfennig zu opfern und durch den Ortsdiener bekannt machen zu lassen, daß die drei Herren anwesenb und im Wirtshaus zu treffen seien. Wer etwas haben wolle, teile sich un Wirtshaus melden. Und ob ilwes gelungenen Einfalles Haden bic brei an dem Tage bas schlechteste Geschäft nicht gemächl.
-r. Heuchelheim, 24. Jan. Seit heute morgen hat es geschneit unb jebes Kinb kann noch Skunben Weges tm Schnee strampeln, aber bas Bieberlieschen liegt auf ber Ltation Heuchelheim fest zum Spott der Leute" Die Borsichi, zwei Maschinen vor ben in Gießen um l.lö Uhr abgehenben Zug zu spannen, hat bie heutige Betriebsstörung hervorgeruscn. Tie üorberc Maschine sprang nänt- llch aus unb fuhr in das Gleis zur rech reit, während bie zweite Maschine mit ben Wagen in bas linke Gleis ftchr. Die üorberc Maschine kam plötzlich in so gefahrvolle schiefe Lage, daß sich das Personal durch Abspringen retten mußte. Auch bic Passagiere sind mit dem Schrecken davongetommeu. Tie Sache hatte an einer anderen Stelle großes Unglück anrichten können, zumal gerade der Mitiagszug reg.lmaß.a stark besetzt ist.
— Steinbach, 24. Jan. Gestern veranslallcte dec Gesangverein ^Germania^ feinen UnterhaltungSabenv. -I Das Programm war äußerst reichhaltig. Mit großer Geschicklichkeit wurden bie Thealerslücke ausgeführt und sie fielen zur vollen Zufriedenheit der Gäste aus. Die vorgeicagenen Llcdev gaben emeu Beweis von ber gcsangllchen LeistungSfahlgtelt I
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I tbrtt3 -y LettlN ,D jr Land ui - x 'Jlici 5 gestern' Ser Lehrer ten -gleich techtsausW !z-llMÜ0U! pj schwer. Ln auch Mi siindert» ter AusM h scymuae Innen flocken [tte
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Das türkische Regiervngsprogramm.
Konstantinopel, 24. Jan. Die Kammer nahm das .Anerbieten ber Prinzessin 'N a 3 i m c 1), der Tochter des verstorbenen Sultans Abdul Asis, die ihr Palais am Bosporus ber Kwnmer zur Verfügung stellt, an. Hieraus verlas ber Großwesir das R e g i e r u n g s p r 0 g r a m m , bas lebhaften Beifall hervotries. Er sprach zunächst über bic innere Politik des Kabinetts. Tie erste Pflicht ber Regierung sei bic Beruhigung ber Gemüter, Befestigung ber Ordnung unb vernünftiges Hiniider- lenken bes Volte lebens in normale Bahnen, aus denen es infolge dec Aprilereignisse heraus gerissen worben sei. Eine Abgrenzmig ber Befugnisse ber Staatsgewalt sei nötig und bie Beamtenfrage müsse gerecht geregelt werben. Eine Kräftigung der Eintracht zwischen den verschiedenen Nationalitäten sei unerläßlich, wozu auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beitrage. Tie auswärtige Politik ber Türket basiere auf der aufrichtigen Freundschaft mit allen Großmächten unb ber Freunbschaft unb !bem Vertrauen zu. ben Nachbarstaaten. DaS Kabinett werde bie Politik bes srüheien Kabinetts beibehaltcn, inbent ec- bic Verlrags- pflichten allgemein einhalten unb gegen niemanb üloyale aggressive 1 Tendenzen verfolgen, dagegen die Rechte des Vaterlandes ver- teibigen werde.
Die Kammer nahm bann mit 187 gegen 34 Stimmen ein Vertrauensvotum stlr bas Mab inet t ait.
Hierauf folgte eine. lange, ttellennaie stürmische Aussprackse. Die gemäi inten Liberalen, di? zum ersten Male als geschwuc.te Partei au) trat en, bezeichneten das Programm als ein leeres Versp 1 e d: c 11 und verlangten Anftt..riuig?n nver den Sturz Hilwi Paschas. Ter Zührer der Partei, Ismail Kemal, sprach sein. Ho.: achllmg iv)r der Person Hattis ans, dagegen •auierte er Bee einen gegen i-i. i ungnir»iir»:-m M mist. >. T.r Zu!, gare Talks ch e s s ^kriui ictlc die Politik des allen Kabinetts um) . besprach dann die Frage der Bandendeweaimg, das Veremsgeietz


