/ chen, junge Mädchen und 5t rüde r. Der Verkehr var zeitweise lahm gelegt Der Zusammenstoß, zu dem es hier und da mit der Schutzmannschaft kam, die nicht ölank gezogen hatte, hatte eine Reihe von Sistierungen zur Folge.
In Magdeburg kam die von den Metallarbeitern geplante Straßenkundgebung nicht zur Ausführung.
In Kiel erklärte das sozialdemokratische Preßorgan: .Nachdem der Massenstteik am Dienstag großartig gelungen sei und die ausgesperrten Arbeiter mit über 34 000 Mark hätten entschädigt werden können, sollten derarttge Stteiks so lange fortgesetzt werden, bis ein allgemeines Wahlrecht erreicht sei.
Ans Hessen.
R. B. Darmstadt, 18. März. Das Finanzministerium hatte an den 1. Ausschuß der Zweiten Kammer der Landstände eine längere Zuschrift wegen Umgestaltung des Gemeindeumlagenwesens gerichtet. Zn gemein- sanier Beratung beschlossen die hessischen Handelskammern an ihren Vorschlägen, welche sie auf dem letzten Hessischen Handelskammertag in Mainz bezüglich der lünftigen Ausgestaltung der Gewerbesteuer der Großh. Negierung unterbreitet haben, festzuhalten. Dieser Standpunkt der hessischen Handelskammern ist in einer nochmaligen Eingabe der Großh. Negierung unterbreitet worden.
Durch den Anschluß der dem akratischen Organisation an die neue fortschrittliche Volkspartei ist, wie man in einigen Blättern liest, dieLandesorganisaüon der hessischen Linksliberalen wesentlich gestärkt worden. Die fortschrittliche Volkspattei wird bei den Reichstagswahlen 1911, wie m allen hessischen Wahlkreisen, auch int Wahlkreise Mainz- Oppenhelm mit einem eigenen Kandidaten in den Wahlkampf treten. /
Deutsches Reich.
Wie aus Berlin berachtel w'iro, wird Generaloberst von der Goltz au, besondere Befehl des Kaisers die deutsche Armee uitb das TeupchL Reich bei den Feiertichleiten vertreten die in Buenos Aires ut der zweiten Hälfte des Mai aus Anlaß der Jahryundertfeier der argenlmcsäM Unabhängig keits- etHänmg stattsinden.
Jn einer Beiprechung der letzten Ausführungen desReichs - kanzlers schreibt das Wiener „Fremdenblatt":
Gestern ist der Reichsunrzler mit dem beitimmten Ausspruch aufgetteten, er wolle die Verantwortung für die gesamte auswärtige Politik tragen. Tie loyale Art, die ihn nicht säubern ließ, die ganze Verantwortturg dem Reichstage gegenüber auf sich zu nehmen, hat ihn auch in seiner diplomatischen Stellungnahme zur Maroklvaffäre bestimmt, das sichert seiner Rede so starke Stiirhingen. Im Reichstage und nicht minder im Auslande ist man der Meinung, daß er ein Mann der loyalen Pflichterfüllung ist, der da gesprochen hat. Es gibt keine bessere Bürgichaft für eine bestimmte stetige und besonnene Richtung der auswärtigen Politik, als zu wissen, daß sie von einem solchen Geiste geführt wird. Tie Stärke der deutschen Politik liegt gerade in solcher Loyalität gepaart mit Stetigkeit. Ter deutsche Reichstag hat zu dieser Politik sehr oft seine Zustimmung bekundet.
Um den Veteranen von 1870 wie 1895 so auch jetzt ■nad)! 40 Jahren den Besuch der Schlachtfelder zu er= leichtern, bestimmte der Kaiser, daß auf den Strecken der preußisch-hessischen Staats- und Reichseisenbahnen während des Monats Mai bis Ende Dezember^ der Fahrpreis für die Reisen der Kriegsveteranen nach dm Schlachtfeldern und zurück auf ben Militärfahrpreis herabgesetzt werde. Für die 3. Klasse werden eine Militärfahrkarte, für die 2. Klasse zwei Militärfahrkarten zu lösm sein; auch wird die Benutzung der Schnellzüge ohne Zuschlag freigegeben. Tie näheren Bestimmungen werben rechtzeitig bekannt gemacht.
Ausland.
Aus Prag wird gemeldet: Wegen der ungerechtfertigten Entlassung eines deutschen Schülers aus der hiesigm gemischtsprachigen Kunstgewerbeschule waren sämtliche deutsche Schüler dieser Anstalt in den Aus st and getreten. Am Freitag wurden von dem tschechischen Professorenkolleginm drei deutsche Schüler als Leiter des Streikes ausgeschlossen; die übrigen erhielten eine Rüge.
Ter französische Senat setzte am Freftag die Beratung des neuen Zolltarifes fort. Bei der Nr. 350, Glas- und Kri st all waren, verlangte G u e r i n die Aufrechterhaltung des Tarifs von 1892 und erklärte, die vorgeschla- genen beträchtlichen Erhöhungen schienen sich hauptsächlich gegen Deutschland und Belgien zu richten. Der Bericht- 'erstatter und der Vorsitzende des Ausschusses erhoben Widerspruch hiergegen und versicherten, der Ausschuß habe die französischen Interessen schützen, aber keineswegs die eine ober andere Nation treffen toolten. Auf Vorschlag des Handelsministers wurde die Nr. 350 genehmigt unter Streichung der sechs letzten Artikel betr. Reflektoren, Lampenschirme und Glasglocken, für die die Satze des Tattfs von 1892 aufrecht erhalten wurden.
Die englische Regierung gibt bekannt, daß brei»
waren nach Avelot ein Zweig der westlichen Berber, die »roten Aethwpier" die Fulde und die »Aethwpier des Niger" ein Gemenge aus Mandmgostämmen. Wenn diese Erklärung richtig ist, düttle das Negergebiet zur Zeit des Ptolemäus sich noch viel weiter nach 91orden ausgedehnt haben als heute.
— Rostands vChantecler"ziehtschon nicht mehr! Trotz aller Reklame läßt, wie man aus Paris schreibt, der Andrang zu ben_ Vorstellungen im Theater Porte Samt-Martin so stark nach, daß die Direktion mit der Absicht umgeht, das Stück im nächsten Monat abzusetzen. Rostands Gläubiger sollen in 'Heller Verzweiflung sein.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Der zweite deutsche Kongreß für Säuglings schütz in München wird am 20. und 21. Mai stattfinden. Aut der Tagesordnung steht u. a.: Ter Säuglingsschutz in der Reichs- versicherungsordnung (Regierungsrat P i st o t aus Darmstadt). Gleichzeitig hält auch die bayerische Zentrale für Säuglings- sürjorge eine Sitzung ab. — Am 20. März begeht der ordentliche Professor Tr. theol. Martin Kähler in Halle seine 50jährige Dozenlenfeier. Er ist am 6. Januar 1835 zu Neuhausen bei Königsberg i. Pr. geboren. — Prof. Ton. B. M a c m l l l i a n will im Juli 191) aufbrechen, um das >906 von Peary unter 83 Grad dl bis 102 Grad W gesichtete Erockerland westlich von Grantland zu 'erforschen. — Knud R a s m u i s e n, der erst kürzlich von einem fast zweijährigen Aufenthalt in Nordgrönland zurückgekehrt ist, hat sich das Studium der zentralen Eskimos im nördlichen Amerika als neues Ziel gewählt. — Seinen 70. Geburtstag begeht am 20. ds. der Geheime Justizrat Prof. Dr. jur. Paul Krüger an der Universität Bonn. Der Gelehrte wirkte von 1870—72 rn Marburg und liest seit 1888 in Bonn. — Semen 70. Geburtstag begeht am 22. März der Zoologe Geh. Neg.-Rat Prof. Dr. phil. et med. Franz Eilhard Schulze in B e r l i n. Der Forscher ist am 22. März 1840 in Eldena bei Gret'swald geboren. — In Berlin ist am 18. ds. der Romanist, ord. Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität und Mitglied der preuß. Akademie der Wissenschaften, Dr. Adolf Nobler, im 75. Lebensjahre gefror b c n. Er stammte ans Hirzel bei Zürich und lehrte seit 1867 in Berlin. — Im 71. Lebensjahre ist in Berlin der Gesang- pädagoge Giovanni Lampe rti gestorben. Italiener von öeburt, lebte er seit etwa 30 Jahren in Deutschland, meist in Dresden und seit etwa; 5 Jahren in Berlin.
prvzentige Schabbonds im Bettage von 21 Millionen Pfund zum Kurse von 99y2 zur Ausgabe gelangen.
Aus Petersburg wird bettchtet: Im Zusammenhänge mit der Präsidentenkrisis in der Reichsduma behaupteten die Blätter, Chomjakow habe das Präsidium niedergelegt, nachdem er vom Ministerpräsidenten infolge des Umstandes, daß am 17. März viele Tumaabgeordnete beim Erscheinen des Unterrichtsministers die Rednettttbüne und den Saal verlassen hätten, ein Schreiben erhalten habe. Ferner behaupteten die Blätter, Chomjakows Rücktritt sei durch das nicht immer wohlwollende Verhalten der Regierung zum Dumapräsidium veranlaßt worden, die in der Reichsduma einen die Wirksamkeit des Staatsmechanismus beinahe erschwerenden Apparat sehe. Offiziell wird demgegenüber erllärt, der Ministerpräsident habe aus dem erwähnten Anlasse an Chomjakow überhaupt nichts ge- schrieben, und die Behauptung, die Regierung verhalte sich dem Präsidium gegenüber nicht wohlwollend, sei völlig falsch; die ihr zugeschriebene Ansicht über die Reichsduma widerspreche den tatsächlick)en Umständen.
Wie aus Sofia gemeldet wird, sind die den Mazedoniern nahestehende Presse und einzelne oppositionelle Parteiorgane über den bevorstehenden Besuch des Königs von Bulgarien und seiner Minister in Konst antinopel sehr aufgebracht und erklären, der Besuch sei geegn die Interessen des bulgarischen Volkes gerichtet und in einem Zeitpunkte unzulässig, wo die ganze Nation infolge des Blutbades in Rustschuck, das wegen einer Türkin unter bulgarischen Bürgern angerichtet worden sei, in Auftegung und Trauer sei.
Aus Täbris wird gemeldet: Wie verlautet, haben sich Sattar Khan und Bagir Khan, nachdem ihnen gewaltsame Entfernung durch persische reguläre Truppen angedroht worden war, sich bereit erklärt, sich mit ihren Reitern nach Teheran zurückzuziehen. Die Regierung zahll die Reisekosten int Bettage von je 3500 Toman.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 19. März 1910.
Buß- und BeLtag.
Hessen hält am Palmsonntag seinen Buß- und Bettag. Auch die, die im allgemeinen den Polizeischutz eingeschränkt haben wollen, machen vor dem Buß- und Bettaae Halt. Mit vollem Recht! Das ist diesem Tage eigen, daß sich der Landessürst zum Volke neigt; er gibt die Texte an, über die gepredigt werden soll. Offenbar drückt sich hierin der Grundgedanke des Tages aus: allgemeine Beugung vor Gott; Fürst und Volk sind vor dem Allmächtigen eins. In der Tat, so wenig sich in der Familie der Vater von den ©einen trennt und trennen läßt, so wenig lassen sich Oben und Unten in Staat und Volk scheiden. Beide haben ihren Anteil am allgemeinen Glück und Leid, aber auch an der gemeinsamen Verantwortung und Schuld vor Gott. Tie Gegenwart mit ihrem durch und durch sozialen Empfinden ist tief durchdrungen Don der Solidarität der Interessen und der Verantwortung aller. So kommt jener christliche Gedanke zu Ehren, daß einer des anderen Last mittragen soll. Es kann nur nützlich sein, wenn sich ein Volk darauf besinnt, wie viel noch daran fehlt, bis mir auf der Höhe unserer Pflicht stehen. Viöge der Buß- und Bettag dazu mitwirken! Wie viel ist noch zu tun, bis die oberen Klassen sich ihrer Verantwortung gegenüber vom Geschicke Minderbegünstigter voll bewußt sind! Wie viel mehr Wachsamkeit sollten wir gegen die entsittlichenden Einflüsse beobachten, welche wie eine verheerende Flut in das Volksleben einbrechen! Welche Hingebüng erfordert die Jugendfürsorge in unserer Zeit, und wie sehr fehlt es da überall, nicht zum mindesten in den Familien selbst! Wenn der Reichstag sich mit der Bekämpfung des Schmutzes beschäftigen muß, welch einen Blick läßt uns das in gewisse liebel» stände tun! So findet sich Stoff genug, der die Menschen zur Besinnung und zu ernstem Nachdenken veranlassen mag. Die, die für eines ganzen Volkes Besinntag nichts als ein Lächeln ober einen Witz haben, verstehen weder die Zeit, nocy sich selbst. Der Buß- und Bettag ist mitten in dem hastenden Treiben ein ernster Haltepunkt; er erinnert an jene Säule mit der Inschrift: Sta viator! Steh' stllle, o Wanderer, besinne dich auf dich selbst!
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** Tageskalender. Stadtt Heater: Sonntag nachmittag 31/, Uhr: „Narziß", abends 77z Uhr: „Tantris der Narr".
Kolosseum: Täglich Vorstellung (Ringkämpfe). Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung.
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* * Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu Büdingen Elisabeth Lerch auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste.
• ** Landeshypothekenbank. Der Gerichtsschreiberaspirant Gg. Hill aus Storndorf und der Finanzaspirant Wilh. F e y h aus Wallernhausen wurden zu Bankassistenten bei der Landeshypothekenbank ernannt
** Ans dem Militär-Wochenblatt. Riedesel Frhr. zu Eisen dach, Lt. im Hus.-Regt. Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhess.) Nr. 14, vom 29. März bis 30. Juni 1910 zur Dienstleistung beim Herzog von Sachsen-Meiningen kommandiert. Welter, Geh. Kriegs- rat, Jntend.-Rat von der Intendantur des 18. Armeekorps, Kieselbach, Rechnungsrat, Proviantamtsdirektor in Mainz (Armee-Konservenfabrik), auf ihren Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt. Garnison-Verwaltungsinspektor Rach in Stade nach Gießen versetzt.
** Die Aussichten für das Baugewerbe liegen in unserer Stadt in diesem Jahre weit günstiger als zu An- fang der Bausaison in den beiden letzten Vorjahren. In folgenden Stadtteilen, bezw. Straßenzügen sind neue Wohnbauten bereits genehmigt unb teilweise schon begonnen: In der Schwarzlach: Weserstraße (2 Häuser), Ederstraße (Doppelhaus), Marburger Straße (2 und 1 Doppelhaus); Seltecs- berg: an der neuen Vetcrinärklinik (2 und 1 Doppelhalls), Wllhelmstraße, Friedrichstraße, gegenüber der Augenklinik, (1 Doppelhaus), Liebigstraße (Villa), Ludwigstraße (Villa); Stephansmark: Gocthestraße, Bismarckstraße, Kepplerstraße (1 Doppelhaus), Gutenbergstraße; jenseits der Lahn: Rod- heirner Straße gegenüber bem Schlachthof (1 Doppelhaus). Innenstadt: Wallthorstcaße, Löwengasse, Seltersweg (2 eoent. lloch 3 Geschäfts- und Wohnhäuser), Neustadt (2). Hiernach wlrd die diesjährige Balisatson mit 26 Neubauten für Wohnzwecke, darunter 6 Toppelhäliser, ihren Anfang nehmen. Mit Staats- und Gemeindeballten von größerer Ausdehnung sieht es allerdings weniger gut ans. Die Stadt wird zwar in allernächster Zeit mit den Arbeiten für den Wasserturm in der Nähe der .Schönen Aussicht" beginnen.
* * 91 n sämtlichen hiesigen Schulen beginnen heute die Osterferien, die 14 Tage dauern. Am Montag, 4. 9lpril, beginnt das neue Schuljahr.
• • Kreisturnfest. Die beiden der deutschen Turner- schaft angehörigen hiesigen Turnvereine haben für den am 24. April stattfindenden Kreisturntag den Antrag gestellt, bei der Wahl des Festortes für das übernächste, 19 12 zu feiernde Kreisturnfest Gießen zu wählen.
** Verband der hc f f i j djien Detai kl i sten-Verein«!. In der am Donnerstag ftattgefmtbenen Ausschuß- Sitzung legte Kaufmann. A. I. Supp-Darmstadt infolge Ar- beitdüberbäufung und anderweitiger starker Inanspruchnahme das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. An seine Stelle trat Kaufmann Wilh. Kalbfuß-Tarmstzadt. Herr Supp, dessen Verdienste um den Verband alffeitige Anerkennung fanden, wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt. Den Bericht über die seitherige Tätigkeit des Vorstandes erstattete noch Herr Supp. Die weiteren Punkte der Tagesordnung!: Hansa-Bund, Ter neue Gemeindesteuergesetz-Entwurf, Anschluß an die Interessengemeinschaft, Regelung des Äusser kaufswesend im Grvßh. Hessen, Vergebung staatlicher Lieferungen unter Umgehung des Zwischenhandels, Kaufmännische Fortbildungsschulen, gaben zur regen Ausspvack)e> und entsprechenden Beschlüssen Veranlassung. Der Inhalt des Verbandsorgans wurde allgemein als sech: gut und praktisch anerkannt, da er neben den sachlichen Ausführungen manche Handhabe zur Selbsthilfe bietet. — 'Ter Verbmwstag findet am; 22. Mai in Friedberg statt.
** Kinematograph. Man schreibt uns: Das Theater lebender Photographien bringt mit seinem heutigen Programm- wechssl Schlager ersten Ranges. Besonders hervorzuheben sind „Die Liebe des Hauptmanns d'Armagnac", eine historische Handlung in 30 Bildern, sowie „Tie Ehre seiner Geliebten" und „Die Seele des Vaters'", welch letzteres sich an der Wasserkante! abspielt. Sehr interessant und belehrend ist auch die mikroskopische Aufnahme „Tic Entstehung der Fliege und ihre Gefahr für den Menschen", sowie die Naturaufnahme „Aus den Höhen vm Engadin". Ten Freunden des Humors ist mit „Sie wählt sich einen Mann" und „Ein Pechtag" Rechnung getragen. Ten Schluß des Programms bildet das Tonbild „Madame JneogNitv".
♦* In Amerika verstorbene Hessen. Frau. Marg. Eliza Klinziug, 64 Jahre alt, geb. Hörschelmann in Brooklyn, Joh. Groninger,51 Jahre alt, in Brooklyn, Adam Arnold, 79 Jahre alt, in Baltimore, Gg. Christian Heß, 65 Jahre alt, in Pittsburg, Maria E. L 0 ch m a n n, geb. Heyl, 88 Jahre alt, aus Hainichen i. Oberhessen, in Alleghany.
△ Große n-L ind en , 18. März. Zwei Gesangs- we tt st reite finden hier im Monat Mai statt von den Gesangvereinen Harmonie und Germania. Der eine Wett- stteit ist am Pfingstmontag, der andere am 29. Mai.
----- Alsfeld, 18. März. An der städtischen höheren Bürger-(Mädchen-)Schule zu Alsfeld unterrichteten im Schuljahr 1909/10 einschließlich des Direktors Tr. Pitz zehn Lehrkräfte, darunter fünf weibliche. Die Zahl der Schülerinnen betrug 89, es traten eine Schülerin ein und fünf aus. Aus Alsfeld stammten 78, aus anderen hessischen Orten acht und aus nichthessischen Orten drei Schülerinnen.
= Butzbach, 18. März. Die la n despolizeilich eAbnahme der Strecke Rockenberg-Bad-Nauheim, der neuen Nebenbahn von Butzbach nach Bad-Nau- heim, ist auf Donnerstag, 31. März, festgesetzt worden.
= Bad-Nauheim, 18. März. Die Gemeindesteuern mürben für 1910 nach dem Haushaltungsvoran- schlage wieder wie im vorigen Jahre mit 123,6% festgesetzt.
= Friedberg, 18. März. Für die Leitung der Bahnhofsumbauten hier unb in Bad-Nauheim wird vom 1. April ab eine Großh. Eisenbahn-Bauabteilnng mit dem Sitze in Friedberg eingerichtet werden. Zum Vorstand der' Bauabteilung ist Eisenbahn-Bau- und Bc- triebsinspektor Sarrazin von Frankfurt a. M, bestellt worden.
L. Friedberg, 18. März. Heute fand in unserer; Stadt der Schulen verschiedene Ei^tlassungsfeiern statt. Die Feier am Prediger-Seminar war von Angehörigen der Kandidaten nnb vielen Geistlichen von hier und auswärts stark besucht. Zur Aufnahmeprüfung ins Seminar hatten sich 24 Schulpräparanden ein gefunden, die auf keiner Präparandenanstalt waren. Nach der schriftlichen Prüfung wurden zwölf junge Leute entlassen, so daß nur zwölf die mündliche Prüfung mitmachten. Das Prüfungsergebnis wird ihnen schriftlich mitgeteilt werden; von der Präparandenanstalt Lich kommen 41 Präpa- raitSen in die Unterklasse.
—0. M ain z, 18. März. Als G es ch en k de s Gr 0 ß- Herzogs ist für den hiesigen Stadtpark, einem Gesuch des Verschönerungsvereins entsprechend, ein prächtiger Damhirsch aus dem Groß-Gerauer Tierpark des Großherzogs eingetroffen. Später sollen einige junge Tiere nachfolgen. Die durch die Blätter geganenc Nachricht, sämtliche Rehe im Stadtpark seien eingegangen, war unrichtig; nur vier Tiere sind vereitdet, eines infolge Ueberfütterung durch die Parkbesucher. Mehrere Rehe werden demnächst auch aus Bosnien emtresfen, da der dortige Schlag widerstandsfähiger ist. — In einer Wirtschaft fand eine Kellnerin zusammengeknittert in einem Kuvert 16 Hundertmarkscheine., Nur die Neugier verhinderte, daß sie das Papier wegwarf,! denn sie vermutete einen „Liebesbrief" darin. Den Geldfund meldete das Mädchen ehrlicherweise sofort an und der Verlierer hat sich nun auch, gemeldet. Der Mann hatte keine Ahnung von feinem Verlust, erst durch die Zeitung wurde er veranlagt, seine .Taschen zu revidieren.
Q Marburg, 18. März. Dem in den Ruhestand versetzten Marburger Universitäts-Kurator Geh. Oberjustizrat Prof. Dr. Schollmeher wurde die Würde eines Ehrendoktors verliehen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben Nachbar st aaten. Bei der Bürgermeifterwahl in Maibach wurde Herr H. Möckel, ein Enkel des verstorbenen Bürgermeisters Saltenberger, cinftimmig mit 37 Stimmen gewählt. Herr Möckel zählt erst 28 Jahre und dürfte somit der jüngste Bürgermeister in bO er Hessen, vielleicht in ganz Hessen sein. — Im Alter von 96 Jahren starb die älteste Einwohnerin, Frau Elisabeth Jung, in O ck stad t. — Ter ehemalige Landwirt und Weber Herr Phllipp Heil in Schlitz starb im 89. Lebensjahre. Ter Verewigte erfreute sich bis ans Ende seiner Tage seltener Geistesftische und körperlicher Rüstigkeit.
Gerichtssaal.
Berlin, 18. Marz. Die Strafkammer verurteilte die aus Berlin stammende Masseuse Jvsefine B e n d l wegen verleumderischer Beleidigung des Chefs des Militärkabinetts, Frhrn. v. Lyncker, zu acht Monaten Gefängnis. Die Airgeklagte behauptete, in Ndonte Carlo den angeblichen Conte Hochberg kennen gelernt zu haben, der dem französischen Kriegs- minister Piquart versprochen habe, Festungs- unb Mobilisieruugs- pläue, u. a. den Plan der Festung Metz, für zwei Millionen Franks zu verkaufen. Der angebliche Conte Hochberg sollte, wie die Angeklagte nach einem Bilde erklärte, identisch fein mit dem Frhrn. v. Lyncker. Bei der Gegenüberstellung mit dem General widerrief sie aber diese Behauptung Durch umfangreiche Ermittelungen der politischen Polizei wurde festgestellt, daß die ganze abenteuerliche Geschichte völlig erfunden ist.
Berlin, 18. März. In dem Prozeß gegen den Reisenden Karl W 0 l l w i tz wegen Tötung seiner Geliebten, der Frau Wiesen er. wurde heute nachmittag das Urteil gefällt. Wollwitz


