Ausgabe 
19.3.1910 Erstes Blatt
 
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lieber Westeuropa lagert ein kräftiges Hochdruckgebiet, das itn8 auch weiterhin lichte Nordwinde zusührt, zumal bet Island wteder tiefer Druck heranrückt. M

Wetteraussichten in Hessen aut Sonntag dem 20. Marz 1910:

Anhaltend kühl, strichweise Nachtsrost, noch Niederschlage, strich­weise Schnee, windig.

Griginal-Drahtmeldringerr.

4- Rollt, 19. März. (Prioattelegramm aus der .Köln. Ztfl.*) In dem Hole nahestehenden Kreisen wird be­stritten, daß König Eduard an entern Halsleiden erkrankt sei. Er habe sich eine starke Erkältung zugezogen, fein Befinden habe sich aber schon wieder gebessert.

Stuttgart, 19. März. Gestern abend sanden hier mehrer? so zial de mokra tische Versammlungen statt, um gegen das preußische Wahlrecht Widerspruch zu erheben. Nach Schttitz der Versammlungen zogen die Teilnehmer nach der prenßttchcn Gesandtschaft, wurden aber, kurz bevor sie die Gesaiidttchast er reichten, von einer Schutzmannskette aufgehalten. Die Meng? wandte sich nach der inneren Stadt zu, wo sie sich unter Hoch^ rufen auf das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht zerstreute.

Paris, 19. März. Auf Gouadcloupe kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Truppen und aus ständigen Ar­beitern, wobei 3 Personen getötet und 12 verletzt wurden.

Konstantinopel, 19. März. Der Minister des Innern forderte die Presse auf, Angriffe auf die bulgarische Regierung zu unterlassen, acet auch keine enthusiastische Ar titel anläßlich des bevors1el)enden Besuches des Königs von Bul­garien zu bringen.

Athen, 19. März. In Tessalieu besetzten Bauern die Güter einiger Großgrundbesitzer auf gewalt­samem Weg, wurden aber von Gendarmen wieder vertrie­ben Die griechische Regierung erneute aus diesem Anlaß ihre der türkischen Regierung gemachten beruhigenden Mitteilungen. '

tvurbc zuzehnjährigemZuchthausund zehnjährigem Ehr­verlust unter Anrechnung einjähriger Untersuchungshaft verurteilt.

Leipzig, 18. März. Der Zimmergeselle Georgi wurde vom Schwurgericht wegen Mordes zum Tode und Sum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und wegen Diebstahls zu 'mci wahren Zuchthaus verurteilt. Georgi hatte am 4. Aug. 1909 den Oberregierungsrat Frhr. v. Wöhrmann in Prödel erschlagen ^StSgar t, 18. März. Das Kriegsgericht verurteilte den Leutnant v. Gräv enitz vom Dragonerregiment Nr. 26 wegen Mißhandlung Untergebener in 53 Fällen, sowie wegen vor'chriftswidriger Behandlung und Beleidigungen zu vier Mo­naten Festungshaft. Die Öffentlichkeit war wegen Gefährdung militärdiettstlicher Interessen während der Dauer der Verhandlung aU§°R ö^ni^ bergi. Pr., 18. März. Der Strafsenat des Ober­landesgerichts beschloß aus Antrag der Verteidiger Dr. Salz- mann-Allenstein und Hahn-Berlin, die verhaftet gewesene Frau von Schönebeck gegen eine Kaution von 50 000 Mark aus der Untersuchungshaft zu entlassen, indem er annahm, daß ein dringender Verdacht der Anstiftung zum Morde nickst Dortege.nc^, M^rz. Das Zivilgericht sprach den Bischof Turinaz frei, der von einer Anzahl VolksschullehrervereiNi- mingen verklagt worden war, weil er ein Kollektivschreiben der französischen Bischöfe mtterzeichnet hatte, in dem der Gebrauch bestimmter Schulbück)er unterlagt wurde. In der Urteilsbegrün­dung wird erklärt, daß die Klage der Vereinigungen unzulässig fei; die Volksschullehrer hätten jeder persönlich gegen den Bischof vorgehen müssen.

vermischtes.

v Zu dem Brand des Ems er Kurtheaters er­fahren wir noch, daß das Bühnenhaus nur sehr wenig gelitten hat, daß aber der prächtige Zuschauerraum vollständig zerstört ist Auch der Vorhang hat dem Feuer widerstanden. Bei dem

Sturz des großen Kronleuchters wären unt ein Haar der Brand­direktor Pfeffer, sowie der Wachtmeister Schmidt zer­schmettert worden, die in nächster Nähe standen. Die angrenzenden Gaschöse selbst sind mir wenig beschädigt worden und können den Betrieb vollständig aufreckst erhalten. In der Nacht sind die Flammen noch einmal aus dem bewachten Trümmerhaufen emporgeschlagen, sie wurden aber bald bewältigt. Mit dem 2ßid)crauTbau wird schön am Montag begonnen werden. Die Ursache ist noch immer nickst ausgeklärt.

Kleine TdflC@(6rottiL

Gin großer Seidendiebstahl wurde in der gestrigen Nacht in dem Seideneugrosgeschäft von Moritz Perl in Berlin verübt. Die Diebe stahlen für annähernd zehntau, end Mark Seidenstoffe und Seidenbänder. .

Der Ruthenberg'sche Ballon, der nach (einem letzten Unfall m einem Schuppen zu Hamburg untergcbrackst war, ging gestern in Flammen auf, weil ein Arbeiter aus Unvorsickstigkeit eine Ätlampe umwarf. . t .. m ,

Von einem großen Schadenfeuer wurde gestern früh die Putz­wollfabrik von Jacobsohn Gebrüder in Berlin heim<Mlicht. Der Brand vernichtete nach oberflächlicher Schätzung Wollvorrate und Itohprodukte im Werte von mehr als hunderttausend Mark, ddch ist der Schaden durch Versicherung gedeckt.

Der Flieger Rougier stieg gestern nachmittag in Monaco bis zu 200 Meter Höhe und gelangte bis vor Beaulieu, mutzte dann aber vor dem Sturme zurückweichen.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage feit Freitag früh: Die nördliche Zyklone ist ostwärts weiter gezogen, wobei aut ihrer Rückseite falte Nordwinde Deutschland überfluteten. Während gestern überall Regensälle im Gebiet niedergliigen, klärt es heute vormittag vor­übergehend auf; doch fällt im übrigen Deutschland an vielen Orten (Berlin, Hannover, Dietz, Karlsruhe und 'München» Schnee.

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Marburg, den 17. März 1910.

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Zum Besuche der Ausstellung von Schülerarbeiten am 21., 22. u. 23. März d. Jrs., je von vorm. 912 Uhr und nachm. 25 Uhr, laden wir Interessenten freundlichst ein. Der Aufsichtsrat: Die Schulleitung:

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Vergleich.

In der Prtvatklagesache der Frau Springmann in Gießen, Privatklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Or. Leopold Katz in Gießen, gegen

die Ehefrau des Karl Weise zu Siegburg,

Angeklagte, wurde heute folgender

Vergleich

geschloffen:

1. Die Angeklagte nimmt die im Januar l. Js. auf der Eisenbahnfahrt von Frankfurt nach Gießen in Bezug auf die Privatklägerin getaneneAeuße- rung mit dem Ausdruck leb­haften Bedauerns zurück.

2. Die Angeklagte ver­pflichtet sich, alle durch die Erhebung der Prioatklage ent­standenen Gerichts- und An­waltskosten zu zahlen.

Siegburg, 25. Febr. 1910.

Frau E. Weife.

Vorstehenden Vergleich bringe ich namens der Privatklägerin auf 51 osten der Angeklagten hier­mit zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, 18. März 1910.

Dr. Leopold Katz,

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