Serurttilten gegen 5,5 t I. 1908 imb 5,9 t F. 1907, Der Hauptanteil entfällt hier auf die schwere Körperverletzuna mit 6472 Jugendlichen oder 6,9 v. H. der Gesamtzahl. Sehr stark beteiligt sind die Jugendlichen bei einzelnen Sittlichkeitsdelikten, so bei den unzüchtigen Handlungen mit Personen unter 14 Jahren mit 16 v. H., an den Delikten aus § 175 mit 22 v. H.
N eine TendeTr-mekdung, die mit den beTannTm Erklärungen des deutschen Reichskanzlers zusammenl)ängt.)
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Deutsche* 2b:u*b
6m Setrofjen worden daß in jedem Wahlkreise nur ein Beute unter b
liberaler Kandidat nufrrpffprrt lleute unter o
Versammlung der „vereinigten Landwirte".
liberaler Äanbibat ausgestellt wird. Zwischen den beiden R5orftanben rst auch gleichzeitig eine Einigung darüb her- dergesuhrt worden, welcher der beiden Parteien die einzelnen Wahlkreise zur Aufstellung der Kandidaten überwiesen werden. Diese Uebereinkunst wird den Organisationen der einzelnen Wahlkreise zur Genehmigung voc- gelegt werden.
Provinzialvorständen der Fortschrittlich en LolkSpartei und der nationalliberalen Partei in der Provinz Brandenburg ist für die nadjlten Reichstagswahlen ein Uebereintommen da
Die Wahlen in England.
London, 15. Dez. Bis gestern abend um 11 Uhr 30 Min. waren gewählt: 223 Liberale, 251 Unionisten, 38 Mitglieder der Arbeiterpartei, 62 Rcdmondisten und acht Obrienisten. Die Gewinne sind unverändert.
mit dir anzubinden*. und ist seines WegcS weitergegangen. sjllS er mit seinen Kameraden ungefähr 15 Meter fortgcgangen war, ist Harbach nachgelauscn und vor sie gesprungen. Er hat dem Walter zwei Stiche beigebracht, woran er in der Klinik Montag abend um 108/4 Uhr gestorben ist. Der Vor- sall begann nicht in der Wntschaft von Gerlach, sondern entfernt davon in der kcuserslraße.
△ Hungen, 14. Tez. Tie erste Leh rerkonseren z deS neuen KreisschulinspeltorS Professor Dr. AlleS-Gießen fand gestern für den Bezirk Hungen-Lich statt. Cs nahmen ctroa 60 Lehrer daran teil. Lehrer Metz- Hungen hielt eine Probelektion im Rechnen. Daran schloß sich eine rege Besprechung von beruflichen Fragen. Besonders erörtert wurde auch die schon viel behandelte Frage des Leichen- singens, dessen Abschaffung mehrere Lehrer entschtSden forderten. Da aber noch alte Bestimmungen bestehen, wurde von anderer Seite zur Vorsicht gemahnt bis zur endgiltigen Regelung tyr Angelegenheit.
KreiS Vüdingeiu
? Lindheim, 15. Dez. Die Militär-Musik- schule Friedberg (Leiter Musikdirektor Schäfer), die sich gegenwärtig aus einer Konzertreise durch Oberhessen befindet, verschaffte uns gestern einen genußreichen Abend, indem die etwa 24 köpfe starke Kapelle im Gasthaus ,Zuc Post" ein Konzert gab. Die jungen Musiker in schmucker Marine- uniform bereiteten einen richtigen Kunstgenuß. Sähe man nicht die jugeudfrischen Gesichter vor sich, so könnte man meinen, man habe eö nut einer ganz vorzüglich ausgebildeten Militärkapelle zu tun.
--- Eckartsborn, 14. Dez. Am Sonntag nachmittag hält hier in der Wirtschaft von Krempel Oekonomierat Andrae-Büdingen auf Veranlassung der Landwirtschasts- fanimcr einen Vortrag über Rindviehzucht.
Hächst a. d. R., 14. Tez. Bei der Bürgermeister- wahl wurde Beigeordneter Sellheim mit 77 Stimmen jum Bürgermeister gewählt; der Gegenkandidat erhielt 27 Stimmen. Ter seitherige Bürgermeister Schäfer hatte ein Amt im Oktober aus Gesundheitsrücksichten nieöcrgclcgt
i Kreis Lauterbach.
*= Landenhaus en, 14. Dez. Die hiesige frei* tot lltge Feuerwehr, die am 26. März 1886 gegründet wurde, wird im nächsten Jahre ihr 25jähriges Stifttings- iubildum feiern. Aus diesem Anlaß soll eine Neuuni- ormierung erfolgen, die der Gemeinde einen Kostenauf- toanb von 600 Mk. verursachen wird. Seither waren >ie Mannschaften der Wehr nur mit blauen Kitteln bo Heibet, die jetzt durch Tuchblusen ersetzt werden sollen. Bei ujrcr Gründung zählte die Feuerwehr 46 Mann und znr- i eit 70.
r- ®rcf5L5bQ-.®tI^cI.m Bruhn, der im letzten Ses- fronsabichnitt feiner Fraktion angehörte, ist nunmehr wieder der deutschen Resormpartei beigetreten, der er bereit früher angel)ört hat. Die deutsche Reformpartei besteht nunmehr aus vier Mitgliedern.
3” Erfurt traten in einer Maschinenfabrik fämt* nche lo20 organisierte Metallarbeiter wegen Kündiauna bie einem Kollegen gegenüber erfolgte, in den Aus- Kan d.
Eine Abordnung der deutschen Zündholzfabri- Ian t en suchte den Staatssekretär des Reichsschatzamts aus um ihm die ungünstige Lage zu schildern. Sie empfahlen einmal die Besteuerung aller Zündholzersatzmittel und sodann die Schaffung eines Monopols, an das die brs- herigen Fabrik en verpachtet werven sollen.
Hessen-Nassau.
Schlüchtern, 14. Tez. Zur Errichtung eines Kreis- ranken Hauses fliftete Freifrau von Stu m m auf Schloß RamHolz die Summe von 200 000 Rik. Dem Krankenhaus )"oll eine chirurgische Klinik angegliedert werden. Freifrau o. Stumm hat erst kürzlich einen größeren Betrag für die Rrmen des Kreises Schlüchtern gestiftet.
2liulan0e
SBie das Reutersche Bureau erfahrt, wird der russische ^HnfUßrobef5 Aeußern, Sasso now, zu Ans^g des vachires Lahres. Paris such London besucheu, ^Das
Ans StaOt uud LcinS.
Gießen, 15. Dezember 1910.
— Kranzspende im letzten KonzertvereinS- konzert. Von unserem Berichterstattee über das letzte Konzeit deS KonzertoeremS werden wir gebeten, ausdrücklich mitzuteilen, daß die Bemerkung im letzten Satze der Besprechung, die an die mitgeteilte Ueberreichung emcS Lorbeerkranzes an Herrn Havemann eine Kritik dieses Vorganges knüpfte, auf unzutreffenden Voraussetzungen beruhte. Tie Kranzspende war nicht von dem Konzertverein anßgegangen, sondern von privater befreundeter Seite, die in keinerlei Beziehungen zu dem Vorstand deS Konzertvereins steht. Tarnst entfallen alle Bedenken, die die Bemerkung zum Ausdruck bringen wollte.
•• Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbruche der Seuche sind gemeldet aus Hof (Viehhof), Regierungsbezirk Oberfranken, bei Händlervieh.
Landkreis (Stehen.
= Großen-Buseck, 14. Tez. Zu der Messerste ch e r e i am Sonntag abend wird unS geschrieben: Von einer Schlägerei kann nicht die Rede sein. ES war ein Wortwechsel zwischen einem gewissen Karl Wagner und dem Verletzten Heinrich Walter, der durch die Mutter deS elfteren beigelegt worden mar. Ten Christoph Harbach ging die ganze Sache gor nichts an. Er hat sich ohne weiteres hineingemischt. Der Verletzte hat ihm gleich die kurze Antwort gegeben: „Tu bist mir überhaupt nicht recht.
Aus Hessen.
Die Stadtverordnetenwahleu in Fried- 5ery. Aus Friedberg wird uns geschrieben: Bei den diesjährigen Stodtverordnetenwahlen hatte die national- liberale Partei der fortschrittlichen KZolks- Partei den Vorschlag gemacht, die drei ausscheidenden Stadtverordneten wicderzuwählen, an Stelle des ausscheidenden Volksparteilers Trapp einen anderen Volksparteiler auszustellen und die »toei neu zu wählenden Stadtverordneten derart zu verteilen, daß der eine der nationalliberalen Partei, der andere der Volkspartei angehören sollte. Ein größeres Entgegenkommen war nicht möglich, doch hat gleichwohl die Volkspartei den Vorschlag aogelchnt, indem sie darauf bestand, daß statt des von ihr aufzustellendcn neuen Kandidaten ein Sozialdemokrat aus den Stimmzettel gesetzt werden sollte. Nach Ablehnung dieses Vorschlages durch die nationalliberale Partei traten sämtliche politischen Parteien für die Wiederwahl der drei aus- scheidenden Stadtverordneten ein, während die nationalliberalen Oberlehrer Dreher, Zimmermeister Füller und Rentner Georgi, die vereinigten Sozialdemokraten und Voltsparteiler Gastwirt Jhl, Seminarlehrer Leuchtgens und Kaufmann Ulrich ausstellten. Das Ergebnis der Wahl am Dienstag war, daß die drei a u s s ch e i d e n d e n Stadtverordneten mit großer Mehrheit, der Nationalliberale Füller mit 552 Stimmen, der Sozialdemokrat I h l mit 524 und der Volkspartester Leucht- jgcn 5 mit 496 gegen 493 Stimmen, die Georgi erhielt, gewählt wurden.
Der Nationalliberale Verein Gießen hat folgende Entschließung gefaßt:
Der Verein hat mit großem Bedauern au5 den Zeitungsnotizen entnommen, daß schon wieder eine große Zahl von mittleren Baubeamten dem Schicksal der Entlassung anheim gefallen ist. Im Interesse derselben und der Zukunst ihrer F-amilien, sowie im Interesse des Anseheils unseres Hessenlandes ersuchen wir die nationalliberale Fraktion der Hess. 2. Kammer, aufs dringendste für anderweitige Anstellung, bezw. Verwendung der schwer Betroffenen bei Großherzoglicher Negierung mit aller Energie einzutreten. Wir erwarten zuversichtlich, daß auch noch eventuellen weiteren Maßnahmen auf Entlassung^ in diesen sowie anderen Beamienkategorien mist Nachdruck entgegen gearbeitet wird.
Eine jeweilig andere Verwendung der Entlassenen ober für spätere Entlassung in Aussicht genommenen Beamten in staatlichen Betrieben muß auf alle Fälle ermöglicht werden.
F-E. Frankfurt a. M., 14. Mz. Eine außerordent- liaje Hauptversammlung der „Bereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgegend" fand beute unter dem Vorsitz des Gutspächters Siel) mann» Numpenhcirn statt. Sie war sehr start besucht. Vertreten waren Ortsgruppen aus den Kreisen Frankfurt a. M., Hanau, Gelnhausen, Wiesbaden-Land, Höchst a. M., Ober* ^nu§, Usingen, Offenbach, Gießen, Friedberg und Büdingen. Ter Sekretär dec LandwirtschastSkammer Darmstadt Dr. Hamann berichtete über „Die Ko st e n ber 'Mildjer jeugun g". Nach dem Vortrag steht der heutige Milchpr^is ducchschuilt^ich unter den Pcodubions- ipjten. Nach von dem Redner gemachten Erhebungen stellten sich tin vergangenen Jahre die Pcoduktionskosten der Milch bei 'Keinen Abmelkwictfchasten auf 17,2 bis 18 Pfg. für das Liter, bei Betrieben „mit Zulassen" auf 16i/o P,g., in remen Zuchtbetrieben auf 16 P g. ohne F-racht und ohne Berechnung des Futters, Streusirohs und des Düngers 3m Juli 1910 kamen die Pcoduk.ionskoften des Liter Milch auf 18,7 Pfg. Der Redner vertrat die Ansicht, daß eine Aenderimg m dec Viehhaltung eintreten mus,e. Voc allen gingen feien reine Abmeluvirtschasten wegen ihrer hohen Produktionskosten nur in der Nähe der Gcojsiiädte angüngia ^te vorteilhaftesten Betriebe seien die Wirtschaften ,mu Zulassen" und reine Zuchtwiclschaften. Hierdurch würde uor al.em eine Eiuschr^una b.r Milchprcbuttton erreicht penn der deutsche Sauer sei nicht allein MilchproduzeiU lunDecn auch Fle.schpr.d.z.nt. In d.r sich anjch.ießenben eingeheiiden Vefprecyung stellte dec Landwirt Weith-Nceder- ivuli|tai)t den Antrag, vom 1. Januar 1911 ab einen Auftcblaa der Milch von 16 auf 18 Pfg. für bas Liter vorzunehmen
Die parlamentarische tage in Oesterreich.
Wien, 14. Dtz. Das Abgeordnetenhaus lehnte mehrere Anträge der Tschechisch-Radikalen auf Absetzung der Vorlage betr. bie Reform der Geschäftsordnung von der Tagesordnung ab und begann die zweite Lesung dieser Vorlage. Der Ministerpräsident, von den Tschechisch-Radikalen mit Lärm und Abzugrufen empfangen, erklärte, die Regierung werde dafür eintreten, daß die Geschäftsordnungsreform auch im Herrenhause sobald wie möglich ertediat werde und rechtzeitig in Kraft trete. (Lebhaster Beifall und Händeklatschen.) Der Präsident rief mehrere tschechisch-radikale Abgeordnete, welche während der ganzen Rede des Miiristerpräsibenten lärmten, zur Ordnung.
Schließlich wurde die Vorlage mit Mehrheit angenommen.
Der Dudgetausschuß nahm in fortgesetzter Beratung ein dreimonatliches Budgetprovisorium an. Abgelehnt wurde der Antrag auf eine Auiecheermachtigung von 25 800 000 Kconeii zur Tilgung der allgemeinen Siaats- schuld, uiid angenommen die Eifeubahninveslitutiousanleche von 109 200 000 ML
Prag, 14. DeA. Wegen Nichterledigung des Budgets und der Steuervorlagen infolge der fortdauernden deutschen Obstruktion un Landtag schließt der Landes- voranschlag Bödmens 1911 mit einem Defizit von rund 50 Millione n Kronen ab, welches durch Erhöhung verschiedener Landesumlagen gedeckt werden soll.
während der Landwirt Puth^Sergen einen Aufschlag voy 16 auf 19 Pfg befürwortete. Direktor Hirschel - Fried, berg schlug eine Entschließung vor, dem Vorstand zu übei> lassen, die Höhe des Aufschlags und den Termin, etwa Ende Januar 1911, zu bestimmen. Er meinte, daß bet Vorstand über die Höhe und die Zeit des Ausschlags am besten unterrichtet sei, wie auch zu Beginn dieses Jahres der Borstand nicht für eine Erhöhung der Milch in Frankfurt und Wiesbaden mit Recht zu haben gewesen. Die Verhalt, nisse lagen zurzeit sehr günstig, um aufzuschlagen, vor allem arbeiteten die Molkerei-Genossenschaften in Ober« Hessen, im Odenwald, in Kurhessen und in Nassau zieh bewußter wie früher und lieferten nicht unter Preis die Milch in die Großstädte. Nur die Genossenschaft Meder- Wöllstadt ließe sich einen geringen Pr».is (153/* P g für ba3 Liter) zahlen, gäbe aber ihren Lieferanten nur 13 Psg. 10 000 Liter gingen täglich von Niederwöllstadt nach Frankfurt a. M Die Molkerei-Genossenschaft Of.h.im liefere 4000 Liter nach Frankfurt, erhalte aber für das Liter 16Vs Pfg. Der Antrag Hirsche! wurde einstimmig ange. nommen. Betreffend den Vereinsbeitrag für 1911 würbe der Antrag des Landwirts Hcnsel^Dortelweil, daß der Bei. trag für 1911 zweimal erhoben werden soll, wenn der projektierte Milchausschlag glatt durchgesetz: roirb, angenommen. Wegen Verhandlungen über den Treber preis sind die „Vereinigen" mit dem .verband der vereinigte« Brauereien von Frankfurt und Umgegend" in Verhandlungen getreten. Der „Verband" habe diese Verhandlungen dilatorisch behandelt. Es habe den Anschein, daß die Brauereien den Treberpreis erhöhen wollten. Tie Versammlung war der Ansicht, unter allen Umständen de« alten Preis festzuhalten, sollte eine Erhöhung statt- finden, bann soll den Brauereien kein Treber abgenommen und andere Futtermittel als Ersatz benutzt werden. Das Frankfurter Brauhaus hatte nutgeteüt, daß im kommenden Jahre die Treberprei.se dieselben seien, wie seither. Ein Antrag der Ortsgruppe Bommersheün, die landwirlschaftliä-cn Vereinigungen niöchten dahin wirken, daß während der Erntezeit Lanowirte und deren Gchülfea möglichst nid)t zu militärischen Uebungen einberufen werden, wurde den Laudwirtschaftskammern Kasieh Wiesbaden und Darmstadt als Ma*«icü überwiesen.
Zur Automobilstage.
Mg. Köhler- Langsdorf schreibt uns:
Es war mir sehr lieb, daß Sie die Vorstellung deS Hessischen Automobilklubs zum Abdruck brachten. Nur bemerkt man auch in dieser Vorstellung wieder das Lehrhafte, daS den Herren „Studierten" gegenüber den gelernten Fuhrleuten so schlecht m Gesicht steht. I ch bitte nun alle Fuhrleute, in bie* s e n Blättern auch öffentlich Stellung z u n e h. men. Unter anderen sordere ich den Herrn Bürgermeister Keil z u Ettingshausen, einen sog. geborenen Fuhrman^ auf, hier öffentlich darzulegen, was beim Ueberholen Fuhrmanns, brauch war und ist. Dies Urteil gilt mir alles; das der am deren, der Herren Akademiker, nichts!
(ßcrid^tsjaaL
München, 14. Tez. Im Doriener Bierkrawakk- Prozeb wurde ein Augetlagier zu einem Jahr und 8 Monaten Geiängius, neun Angeklagten zu 3 bis 9 Monaten Ge'ängniL, drei Angeklagten zu 1 bis 6 Wochen Hast verurteilt. Zwei Angellagti wurden ireige'prochen.
Lin gehcimniboolles verbrechen.
Berlin, 14. Dos.
Einem noch völlig in Dunkel gehüllten. Verbrechen, wie es in !>eü Kriminalgeschichte Berlins feiten ütr&eidjnrt steht, ist, wie wir gestern schon kurz müteilten, die 68 Jahre alte Rentnerin Margarete Hoffmann in der Blumenthalstraße 1 -um Opfer gefallen. Die Frau, die dort feit fünfzehn Jahren wohnt, lebte für sich allein und litt ost an Versolgungstvahn. Sell dem 7. d. M. hatte man sie nicht mehr gesehen. Mittags wollten sie zwei Verwandte, die vorher schon zweimal vergeblich Einlaß begehn hatten, besuchen. Als ihnen wieder nicht geöffnet wurde, holten sie euiot Schutzmann. Man brach die Tür auf und fcurd Frau Hoffmann auf dem Gesicht in einer Blutlaä-e in ihrem Bette liegend lot auf,
Frau Hossmann war die Witwe eines Inspektors. Schon in jungen Jahren verlor sie ihren Mann durch den Tod. In ihren allen Tagen war sie etwas wunderlich. Sie galt für reich, zumal sie ich es Jahr eine größere Sommerreise machte. Außerhalb des vauses baue die lehr iandere unü eigene alle Dame jehr guten Verkehr.
Am Mittwoch voriger Woche hörte gegen ein Uhr nachmittags der Ingenieur Werner, der unter Frau Hoffmann wohnt, üt deren Behausung einen dumpfen Fall und gleich baraich Hilferufe. Er ging zur Pförtnersfrau Mieska, die im Erdgeschoß wohnt, teilte ihr seine Wahrnehmung mit, begab sich mit ihr zu Frau Hoffmann hinauf und klopfte bei dieser an. Eine Stimme antwortete,^daß nicht geöffnet werde, man Hörle noch wiederholt TritteinderWohnung. Frau Mieska holte einen Schutzmann von der Straße, erzählte ihm, was sie gehört hatte, und ging mit ihm wieder hinauf. Auch jetzt wurde gesagt, daß nicht geöffnet werde. Frau Mieska wollte nun der alten Dame, deren Siünme sie zu neme^men glaubte, zuredem um sie zum Oessnen der Wohnung zu veranlassen. Sie sagte ihr. Ito habe etwas in ihrer Wohnung liegen lassen, das sie gerit haben möchte, wurde aber kurz ab gewiesen. Hetzt verlangte bai Schutzmann Einlaß, weil er glaubte, daß Frau Hoffmann erkrankt sei, und droh Le, daß er den Hauswirt holen werde. Auch das nützte nichis. Der Bcamie erhielt zur Antwort, daß der Hauswirt nichts in der Wohnung zu suchen habe. Er holle letzt einen Schlosser und ließ die Vordertür öffnen. Während dies geschah, horte man, daß die Tür, die nach dem hinteren Ausgang fuhrt, verschlossen wurde. Naäidcm man auch dies« geöffnet halte, fand man den Au s gan g an der Hinteri tr epve offen. Jetzt nahmen der ^ämtzmann und die anderen 2eute an, daß die wunderliche alte Frau die Hintertreppe hinunter* gegangen fei und sich entfernt habe. Die Veranlassung dazu! konnte man sich zwar nicht erklären, aber man suchte sie eben m der Wunderlichkeit der Dame.
Äm Laufe des Nachmittags wurde Frau MieSka -n dem gegenüberliegenden ScylävMrmeistec an den Fernsprecher gerufen, Eine Stimme, die sie für eine männliche hielt, teilte ihr mit, Frau Hofsmann sei fassungslos zu dem Anrufer gekommen und müsse bei ihm bleiben, bis sie wieder gesund sei. Auf die Frage der Frau, wer denn dort sei, antwortete die Stimme: „DaS gebt Sie nichts an!" Seit die,er Zett hat die Pförtners trau von der alten Dame nichts mehr gehört. Frau Mieska bei richtete dem Hauswirt, was vorgefallen war, und man nahm an, daß sich Frau Hoffmann in ein Sanatorium begeben habe. Dabei, ließ man es bewenden, und
man kümmerte sich nicht mehr nm die Angelegenheit,
bis gestern nachmittag gegen 1 Uhr zwei Kousinen der Fnm Hoffmann, Tochter eines höheren Zollbeamten aus Sagan, kamen, um ihre Verwandte zu besuchen. Ein Schutzmann ließ wieder offnen Als man sich rum die Wohnung genauer anjabk fand man, daß im Berliner Zimmer ein antiker Nähtisch u mi A_e wo cf en und daß aus dem Verlikow im Vorderzimmer eine Schublade herausgenommen war. Sonst war alles in Ordnung. Zufällig faßte Frau Mieska in das Bell der alten Dame, das sauber -urecht gemocht und zugcdeckt war. Jrtztz fand sie
.. _ - die Leiche unter der Decke, •
blCc.ouf«H ^tte, aber mit dem Gesicht nach unten, fn einekf Stoben Menge getonncnes. Blut lag. Die Lobe war rillig ü-.


