Ausgabe 
24.9.1910 Erstes Blatt
 
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angenommen, der National-

Der Antrag, der mit den Interessen der kleinen Unternehmer, namentlich der kleinen Bauhandwerker, begründet wurde, wird abgelebnt

k Inwurde aus Antrag der Sozialdemokraten folgende Bestimmung neu ausgenommen:

r Berussgenossenschast zu einer Zeit, für die sie

leistungspflichtig ist, die Fürsorge für den Verletzten nicht über­nommen und ha. für diese Zeit eine zuständige Kasse geleistet, so ist die Berufsgenossenschaft für diese Zeit an die Bestim­mungen der Kasse in bezug auf die Erwerbsfähigkeit des Ver­letzten gebunden.

Bei § 607 wird durch Annahme eines Antrags der So­zialdemokraten die Rente auch den unehelichen Krn- bern zugesprochen.

Weiterberatung: Samstag.

Deutsches Ueich.

!Der Kaiser und die Kaiserin sowie die Prin­zessin Viktoria Luise sind am Freitag um 7.30 Uhr von Wildpark nach Rominten abgereist. Vorher emp- sing der Kaiser den Reichskanzler von Bethmann-Holl- weg, welcher den Monarchen bis zur Fürstenftation des Bahnhofes Wildpark geleitete.

Aus Emden wird gemeldet: Am Freitag vormittag wurden im Hotelzimmer, das der der Spionage ver­dächtige Engländer Trench bewohnte, zwanzig Photographien und Karten von Kiel, Wilhelmshaven, den Nordseeinseln, den Forts von Borkum, des Emserwassers mit der Angabe, wie die Fahrwassertonnen liegen usw., ge­funden. Sie lagen in der Matratze des Bettes ansgebreitet und wurden bei der Reinigung des Zimmers entdeckt.

2luslanö.

3n Lissabon eröffnete der König die Session der Cortes; die Thronrede hebt die guten Beziehungen zu den anderen Viächten hervor und betont, daß das Kabinett fest entschlossen sei, das liberale Programm durchzuführen, indem es ein Gesetz zur Abstimmung bringen werde, durch welches die Stellung der religiösen Gemeinschaften ge­regelt werde.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 24. Sept. 1910.

Entlassung zur Reserve.

Der jedem ehemaligen Soldaten noch freudig in den Ohren klingende Refrain des alten SoldatenliedesParole heißt Heimat, Reserve hat Ruh!" erschallt heute wieder durch alle Garnisonen des Reichs und pflanzt sich fort bis ins entfernteste Gebirgstälchen. Der langersehnte Tag der ^Ent­lassung zur Reserve ist gekommen und stolz singt er:

So lebt denn wohl ihr Kameraden, Die ihr noch länger dienen müßt, Bis daß man auch von euch, kann sagen: Seht dort den stolzen Reservist!"

Der Zauber des Mllitärlebeus liegt hinter ihm und heim­wärts eilt der Reservemann. Die Kameraden geben ihm zur Bahnstation der Garnison das Geleite, die Musik des Regiments spieltMuß ich denn zum Städtlein hinaus", und davon eilt der Zug.Nach der Heimat möcht ich wieder" hatte er so ost gesungen. Jetzt hat er die Eisen­bahn wieder verlassen, er steigt die Höhe hinan und vor ihm liegt das liebe Heimatdorf.Was glänzt so steundlich in der Ferne, es ist mein teures Vaterhaus; idj war Soldat und war es gerne, doch jetzt ist meine Dienstzeit aus." So singend kommt er mit aufgerollten Achselklappen, den Reservestock und die Reserveflajche schwingend im Dörfchen an. Auch hier ist die Freude über das Wiedersehen groß Abends sammelt sich die Jugend im Wirtshaus um die Reservisten, und aus vollen Kehlen schallt der Gesang- Drum Brüder stoßt die Gläser an, es lebe der Reserve­mann". Die Reservisten erzählen von ihrem Militärleben, renommieren wohl audj ein wenig von ihren Heldentaten, aber man hört es heraus, sie sind stolz darauf, Soldat gewesen zu sein. Die jungen Burschen aber sehnen den Lag herber, der and), sie ins Soldatenleben führt, sie wollen es ja den alten gleichmachen und daun ebenfalls als Re- ervisten heimkehren. Die enllassene Reserve ist es, auf die das Vaterland in der Stunde der Gefahr baut. Mit Stolz schauen daher auch die Alten und Jungen auf den Reservemaun. Jetzt geht er hinaus ins Alltagsleben. Tie Schule der Mllitärzeit wird aber in ihm unvergessen bleiben und wird ihm das Pflichtgefi'rhl für Heimat und Vaterland, für Kaiser und Reich wachhalten. In diesem Sinne schließt auch das bekannte Reservelied:

gelehnt oder zurückgezogen und § 584 unverändert Zu den folgenden Paragraphen liegen Anträge

liberalen vor, die sich auf die Berechnung des Jahresarbeits­verdienstes in gewissen Fällen beziehen. Angenommen wird da­von ent Antrag zu § 588, der sicher stellen will, daß auch bei Personen, die schon vor dem Unfall dauernd teilweise erwerbs­unfähig waren, mindestens das tatsächlich verdiente Entgelt zu Grunde gelegt wird.

Zu § 597 beantragt die fortschrittliche Volks­pa r r ej_ folgende Zusatzbestimmung:

Ist ein verletzter Betriebsunlernehmer, auf den nach § 569 die Versickferungspflicht erstreckt ist, bei keiner reichs- gesetzlichen Krankenkasse oder Ersatzkasse versichert, so hat die Eu^genossenschaft dem Verletzten, so lange er in den ersten Wochen nach dem Unfall erwerbsunfähig ist, eine Geld- ü 6 u n 9 gewähren, deren Höhe gleich drei Viertel t0C5 von der maßgebenden Ortskrankenkasse ge- wahrten Krankengeldes sein muß

Garrkierstcrudes als verwerflich KU bezeichnen sind; die so gewonnenen Kunden werden von diesen Geschäften durch eigennützige Raterteilung oder ungetreues Verhalten bei der Ausführung erteilter Aufträge und bei der Abrechnung geschädigt: ergeben sich trotz alledem aus der Geschäfts­verbindung doch noch Ansprüche für den Kunden, so weiß der Bucketshopinhaber sich ihrer Erfüllung nicht selten unter irgend welchen Vorwänden, häufig auch unter Berufung auf die Bestimmungen des Börsengesetzes zu entziehen Meist sind die Inhaber dieser Geschäfte, obwohl sie ihre Niederlassung am Sitze einer Effektenbörse haben, zu deren Besuche nicht zugelassen, so daß das Börsenehrengericht nicht gegen sie einschreiten kann.

Der Zentralverband des Deutschen Dcknk- und Bankiergewerbes (E. V.) zu Berlin bittet uns, das .Publikum in dieser Sache aufzuklären. Das Vorgehen des Zentralverbandes gegen einen der berüchtigsten Ber­liner Bucketshops, die FirmaMerkur des am Donnerstag verhafteten Otto Sattler, hat diese Frage wieder auf» gerollt; der Zentralverband hat in diesem sowie in einer Reihe anderer Fälle den Geschädigten bei der zivil- und strafrechtlichen Verfolgung ihrer Ansprüche mit seinem bank­technischen und juristischen Rate erfolgreich zur Seite ge­standen. Der Verband beabsichtigt jedoch eine noch durchgreifendere Bekämpfung des hier ge­schilderten Hebels. Am letzten Donnerstag hat in Berlin ein vom Verbarrdsvvrstand eingesetzter, aus namhaften deut­schen Bankiers und Bankleitern bestehender Ausschuß in mehrstündiger, eingehender Beratung das vorliegende Ma­terial sowie die zur Abhilfe gemachten Vorschläge geprüft. Bei den Erörterungen, welche unter dem Vorsitze des Kom­merzienrats Albert Staeckel-Berlin stattfanden, waren die Teilnehmer der Konferenz sich darüber einig, daß das mitunter geradezu betrügerische Verhallen der in Betracht kommenden Geschäftsleute sich nicht immer aus jedem ein­zelnen Beschwerdefall nachweisen lassen wird, wohl aber dann, wenn es gelingt, eine Ueberficht über den gesamten Geschäftsbetrieb der betreffenden Firma zu erlangen. Es wurde deshalb für erforderlich erachtet, bei dem Zentral­verband des Deutschen Blank- und Bankiergewerbes eine Zentralste lle zu schaffen, welche das aus allen Teilen Deutschlands eingehende Beschwerdematerial zu sammeln, zu prüfen und das weitere zu veranlassen hat. Diese Zentralstelle, welche aus einer Keinen Anzahl kaufmänni­scher Mitglieder, sowie dem Syndikus des Zentralverbands gebildet sein wird, hat die Aufgabe, sich mit den staatlichen und kaufmännischen Behörden sowie mit den Organen der öffentlichen Meinung in ständiger Fühlung zu erhalten; sie soll im Rahmen ihrer Aufgabe auch Privatpersonen und deren Rechtsbeiständen nach Möglichkeit .Auskunft erteilen und namentlich Material entgegewnehnren. Alle für diese Zentralstelle bestimmten Mllteilungen sind unter der lieber» ichriftBucketshop-Angelegenheit" an den Syndikus des Zeutralverbarrdes des Deutschen Bank- und Bankiergewer­bes, Herrn Rechtsanwalt Otto Bernstein zu Berlin 9LW., Dovotheenstr. 3 II, zu richten.

Berlin, 23. Sept. DemLokalanzeiger" zufolge wurde heute nachmittag der ungarische Staatsangehörige Otto Satt­ler, Direktor des Bank-, Kommissions- und Finanzierungs- üiftitutsM erkür" wegen dringenden Verdachts wiederholten Betruges bei Böfiengeschästen verhaftet. Die .^vindeleien sollen mehr als eine Million Mark aus machen

Flugtechnik und KolonialpolitiL

In Frankreich will dieNallonale Luftliga'" die Fort­schritte der Flugtechnik für die Kolonien verwerten und sich mit dem Ministerium der Kolonien in Verbindung setzen, um alsbald in den afrikanischen und asiatischen Be­sitzungen Frankreichs, im Sudan, Kongo, Madagaskar, Co­chinchina, Tonking, Luftlinien einzurichten. In der dem Kolonialmmisterium überreichten Denkschrift wird fest- gestelll, daß die ungeheuren, ausgedehillen, kolonialen Ge­biete zurzeit noch jedes raschen Verkehrsmittels entbehren. Das fast völlige Fehlen von Eisenbahnen und fahrbaren Wegen verursacht es, daß die schnellsten Transporte in diesen wellen Regionen sich zurzell höchstens in einer Schnelligkeit von 46 Kilometer pro Stunde vollziehen.

Die Flugmaschine mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 Kilometer würde also sowohl für den direkten Ver­kehr zwischen den Städten wie für die Bedürfnisse der Post und des Mllllärs unberechenbare Dienste leisten. Der Flugapparat wlld die Entfernungen zwischen heute well voneinander getrennten Gegenden auf wenige Stunden ver­kürzen, und dadurch werden sich nicht nur die Beziehungen zwischen den Städten einer Kolonie selbst völlig verwan­deln, sondern auch die Beziehungen, ganzer Kolonien zu der Metropole. Auf diese Weise würden sich, binnen we­nigen Jahren z. B. die Gebiete Tschad, die heute so schwer zugänglich sind, binnen vier oder fünf kleinen Tagereisen mit der algerischen Küste in Verbindung bringen lassen. .DieNationale Lustliga" hält es daher für ihre Aufgabe, sofort die Linien zu studieren, auf denen sich in sehr naher Zukunft die kolonialen Flugapparate bewegen können. Ohne Zweifel ist es möglich, mit Hilfe der flugtechnischen Fortschritte in fernen und wellen Kolonialgebieten die Ueberwachung zu verschärfen und auch in entlegenen Ge­genden die Gewalt des Mutterlandes sichtbar und über­raschend zu zeigen.

.....Und mache später, wenn ich. kann. Die Hebung als Landwehrmann/"

3um Friedberger Bombenattentat.

Gestern vormittag fand eine längere Vernehmung des Werner durch Oberstaatsanwalt Lang in Gegenwart des Gerichtschemikers Dr. Popp, Frankfurt a. M., statt, in der es sich darum ge- -andelt haben lull, Dr. Popp Anhaltspunkte für die Nachprüfung eurer bereits abgegebenen Begutachtung zu geben. Dem Ver­nehmen nach sollen die Fragen des Sachverständigen an Werner und dessen Antworten neue Dtomente über die Art und Weise der Herstellung der Bomben gegeben haben. Bisher konnte die Voruntersuchung noch nicht beantragt werden, weil durch das Amtsgerrcht Zweibrücken wegen der Ausführung des Diebstahls n ?er Pulverfabrik St. Ingbert noch Erhebungen vorzunehmen rnd. Werner ift immer noch sehr gedrückter Stimmung, er ant­wortet auf alle an ihn gerichtete Fragen, hat aber das Bestreben, ovrel als möglich von der Schuld von sich abzuwälzen. Er chiebt die Urheberschaft für die Idee und die Art der Ausführung der Verbrechen auf Winzch. Es steht fest, daß besonders die Friedberger Tat emgehend zwischen Wingeß und ihm vorbereitet U>orden war, doch versichert er ausdrücklich, daß der Gedanke und die Idee zur Ausführung der beiden Attentate von Wingeß herruhrt. ' ~ ö D

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, ." Ta6 eskalender.: G ieß euer Festf aal: Täglich abends 81/* Uhr: Vorstellung der Budapester Orpheum-Geselljchast.

Klnematograph: Neuer Spielplan.

Biograph: Neuer Spielplan.

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** Lah nkanalv erein. Nachdem das Protokoll der Verhandlungen der Vertreter der preußischen und hessischen Regierung, die s. Zt. in Sachen des Lahnkauals in Gegenwart )er dazu eingeladenen Interessenten im Regierungsgebäude in Gießen stattfanden, vorliegt, wird der Lahnkanalverein eine Mitglieder zu einer Hauptversammlung nach Limburg einladen, um Bericht zu erstatten.

" Das Museum des Oberhess. Geschichts­vereins und die W. Gail-Stistung wurde kürzlich wieder mehrfach von angesehenen auswärtigen Fachgelehrten besichtigt; ihr Urteil über unsere Sammlungen war eine un­eingeschränkte Anerkennung. In der Tat ist im Museum eine Fülle schöner und oft seltener Altertümer vereinigt, die gerade von Einheimischen vielfach noch nicht gewürdigt wird. Reu

Die Reichsversicherungrordnung.

:: Berlin, 23. Sept.

Der Reichsversicherungsausschuß lehnte in seiner heutigen Sitzung gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Rechten den § 582 ab, der eine Befristung der Zahlung kleiner Unfall- renten (der sogenamtten Schnapsrenten: Renten von Vs der Vollrente und darunter) vorsieht. Damit will) auch § 583 hinfällig.

Nach § 584 wlld die Unfallrente nach dem Jahresarbeits- , verdienst berechnet, den der^Verletzte während des letzten Jahres im Betriebe bezogen hat. Soweit er 1500 Mk. übersteigt, wird er nur mit einem Drittel angerechnet. Anträge auf Herauf­setzung des Betrages für die volle Anrechnung, die mit der Verminderung des Geldwertes begründet wurden, wurden ab­

aufgenommen sind wertvolle römische Funde aus Eber­stadt; ferner Waffen, Fayence, Porzellane, ein Brokätvorhang mit dem Großh. Wappen, und als eine intereffante Erinnerung, eine Trompete, die vor dem Zuge der Studenten geblasen wurde, als sie 1846 den Auszug nach Staufenberg unter­nahmen. Zu erwähnen ist noch eine wesentliche Bereicherung der Münzensammlung durch den Erwerb einer Privat- sammlung.

** Reservisten von der Marine in ihren schmucken Uniformen passierten gestern nacht unseren Bahn­hof. Es waren Mannschaften von der Matrosen- und Werft- division. Sie hatten 900 Mann stark von Wilhelmshaven aus die Reise in die Heimat angetreten, die allerdings für die meisten nicht bis hierher ging. Die Leute mußten hier in Gießen einige Stunden der Nacht zubringen und reiften mit den Frühzügen auf den oberhessischen Linien weiter.

** Der Turnverein veranstaltet morgen in seiner Turnhalle sein alljährliches Ab turn en, zu dem umfassende Vorbereitungen getroffen sind. Das Einzel-Wetturnen findet am Vornuttag statt, während am Nachmittag Schauturnen und Konzert ist. Bei der für den Abend vorgesehenen Preis­verteilung werden ebenfalls neben Konzert turnerische Auf­führungen und Vorträge des Sängerchors geboten, woran sich ein Tanz reiht. Tie in letzter Zeit stark gewachsene Damen- Abteilung, sowie die Fechtriege beteiligen sich ebenfalls mit einigen Vorführungen an dem turnerischen Teil des Tages.

** Die Aepfelerute ist in unserer Gegend jetzt im vollen Gange. Der Segen, den die Besitzer von Obst­baumstücken eincmten, Ü6 er trifft bei w-ellem die bisherigen Schätzungen. Die nächsten Wochenmärtte auf Oswalds- garten werden uns nicht nur große qualitätsreiche, sondern auch billige Vorräte von Aepsel bringen.

Kraf tf a hrzeugführer. Dem Monteur Jean Peines von der Firma Friedr. Linker, Ludwigstraße 16, wurde die Ermächtigung zur Ausbildung von Kraftfahrzeug­führern vom Kreisamt erteilt.

** Reblausherd. Bei bcr kolonnenweisen Unter­suchung der Weinberge in der Gemarkung Wimpfen wurde am 19. d. Mts. in Gewann Hedringsberg eine Reblaus­verseuchung sestg-stellt, deren Ursprung bis jetzt noch nicht er­mittelt werden konnte.

Die Maul- und Klauenseuche ist auSge- brochen in Schwalibogowko, Kreis Wrefchen, Re­gierungsbezirk Posen; Königsaue, Kreis Aschersleben, Re- gierungsbezirk Koeslin, am 21. Sept.

- Eine merkwürdige Geschichte. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde eine Blitzableiteranlage am Schlachthausbau, die ursprünglich an Schlossermeister Ho hm ei er vergeben war. an einen Anderen vergeben, weil H. für die Dachdeckerarbeit nachträglich eine weitere Forde­rung gestellt habe. Wie uns Schlossermeister Hohmeier mit­teilt, sei diese Arbeit in der Arbeitsausschreibung nicht ange­führt gewesen. Außerdem habe er (Hohmeier) den Blitz­ableiter schon vor einiger Zeit angebracht. Das Baugesuch Schön, von dem in dem gestrigen Sitzungsberichte die Rede ist, rührt von Schreinermeister E. Schön her.

Leihgestern, 24. Sept. Morgen Sonntag hält der TurnvereinFrisch Auf" hier sein Abturnen, ver­bunden mit einem Wetturnen der Zöglinasriege, ab. Dazu sind auch einige auswärtige Vereine eingeladen. An das Turnen schließt sich ein Tanz an.

Peiskirchen, 23. Sept. Bei der heutigen Obstver­steigerung wurden für Zwetschen hohe Preise erzielt. Aepfel wurden für die diesjährige Ernte im Durchschnitt gut bezahlt. Heute wurde die Ouellsassung für die Wamerlc11ung in Angriff genommen.

r. Burkhardsfelden, 22. Sept. Der Landwirt Friedrich Döring wollte gestern in der Scheuer von dem Drefchwagen auf das Scheuergerüst steigen, glitt dabei aus und fiel so un glück lick), daß er einen Schädelbruch und mehrere Rrppenbrüche davontrug. Der Verunglückte wurde nach Anlegung eines Notverbandes nach Gießen in die Klinik verbracht. Die Aerzte geben nur geringe Hoffnung, den Mann, bjer Vater von 5 Kindern rst, am Lebert zu erhalten.

x Treis a. d. Lda., 22. September. Beim Obsi­tz i e b st a h l endlich erwischt wurde vor einigen Tagen von einem Obstbaumbesitzer ein hiesiger hoch betagter Ein­wohner, der schon seit Jahrzehnten im Verdacht steht, die alljährlich hier vorgekommenen Qbstdiebstähle ausgeführt zu haben. Da er selber Obstzüchter ist, konnte er den Verkauf des gestohlenen Obstes unauffällig bewerkstelligen. Verschiedenen Obstbesitzem sind in diesem Jahre wieder kleinere vollbehangene Baume total geplündert worden, ohne daß die Täter abgefaßt werden konnten.

= Alsfeld, 23. Sept. Das hiesige K r e i s a m t hat folgendes A u s s ch r e i b e n erlassen : Rach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes lehnt die französische Regierung neuerdings die Entlassung von Fremdenlegionären, solange sie dienstfähig sind, grundsätzlich ab. Sonach sind künftig alle Gesuche dieser Art aussichtslos. Bei dieser Sach­lage erscheint es dringend erwünscht, mit allen Mitteln dem Eintritte von jugendlichen Reichsangehörigen in die sranzösi- che Fremdenlegion entgegenzuwirken. Wir empfehlen Ihnen deshalb, die Lehrer zu veranlassen, die Schuljugend und na­mentlich auch die Fortbildungsschüler über das wahre Wesen dieser Einrichtung in möglichst weitgehendem Maße zu belehren und unter Hinweis auf die unabsehbaren Folgen für das ganze spätere Leben vor dem Eintritte auf das eindringlichste zu warnen. Diese Besprechungen werden am besten in der Volksschule an die Betrachtung der franzö- schen Kolonie Algier, in der Fortbildungsschule an die Be­lehrung über die Militärdienstpflicht angeschloffen

g.- Hungen, 23. Sept. Wie im vorigen Jahr be­reitete auch heute nachmittag die Prinzessin Hermann zu ^olms-Braunfels, die den Sommer über im hiesigen Schloß wohnt, den Schulkindern sämtlicher Klassen eine große Freude, indem sie sie mit ihren Lehrern zu sich in die Parkanlagen kommen ließ und jedes Kind mit einer Bretzel und einigen finnigen Gaben be­schenkte. Die Kleinen vergnügten sich dann im Park noch längere Zeit bei frohem Spiel.

= j8übingen, 23. Sept. Der Fürstlich Mnburg und Budingtsche Baumeister Karl Tamm, der feit 1891 am fürstlichen Bauamt tätig ist und es seit 1895 selbständig leitete, ist gestern gestorben.

B a d - R a u h e i m, 23. Sept. Bis zum 22. Sept, sind 32038 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 3149 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 22. September 414666 abgegeben.

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