Die heutige Nummer umfatzt 16 Seiten.
Politische Wochenschau.
Gießen, 24. S^ptt
Die Häupter der sozialdemokratischen Radikalen wissen es ganz genau, auf welchem Boden ihre Früchte am besten gedeihen: he säen nicht und sie ernten nicht, sie negieren nur, und die Erfolge häufen sich von selbst in ihren Scheunen. Der alte Bebel prägte den weisen Satz: „Die Ne- aierer haben schon immer viel mehr erreicht als die positiv Arbeitenden". An der Richtschnur dieser Sentenz würden zwar alle, dre int Lebenskämpfe es zu etwas bringen wollen, sich jämmerlich zum Abgrund tasten, aber aus dem Höhlenreich der Zukunstsstaatsmänner klingt der Grundsatz wirklich einleuchtend. Haben die Sozialdemokraten irgend etwas Positives geleistet, um die Wahlerfolge der letzten Wochen und Monate cm sich m reißen? Wo sind ihre Taten und Verdienste? Herr Bebel hat recht: wnm man ohne Arbeit alles erreichen kann, wäre es töricht, sich zu Plagen. Von welcher Art die auf dem Felde der Negation geernteten Früchte der Sozialdemokratie aber sind, lernte man freilich in Magdeburg kennen. Die alte Philosophie von Lübeck Dresden und Nürnberg blühte in neuem Glanze und siegte über die neuen Lehren der badischen und süddeutschen Modernisten. Die Budgetbewilliger wurden „aufs Schärfste" getadelt, und da ihr Wortführer erklärte, man könne nicht wissen, ob die jeweilige Lage später eine Bewilligung oder Verweigerung des Budgets erfordern werde, erdachte der Genosse Zubeil flugs einen neuen Gegenzug, und der Parteitag verkündete seinem Anträge entsprechend, daß bei einer etwa wiederholten Budgetbewilligung die Voraussetzungen für das Aus s chlu ß v e r f a h r en gegeben seien.
Die Partei, die ihr Fortbestehen und Wachsen zumeist auf leere Kundgebungen stellt und von der grundsätzlichen Unzufriedenheit lebt, schürte das Feuer wieder einmal um bloßer Phrasen willen. Ob .die Sozialdemokraten dem Staate ein Budget bewilligen oder nicht, kann dem Staate im Grunde gleichgültig sein, denn auf ihre Stimmen mehr oder weniger kommt es nicht an. Der Genosse Dr. Frank meinte, auch der sozialdemokratischen Partei bringe ein solcher Schritt weder Schaden noch Nutzen, und tu der Tat würde das rote Schwungrad dadurch schwerlich gehemmt werden, und die theoretischen Konsequenzen würden wohl kaum einem Proletarier den Kops zerbrechen. Die öffentlichen, zum Teil wieder sehr schroffen Auseinandersetzungen auch auf diesem Parteitage haben die süddeutschen Revisionisten nicht überzeugt, und der alte Pratiker Bebel hätte sich sagen können, daß gerade der offene Kampf, diese brutale „Vergewaltigung" der Modernisten die Gesamtpartei mehr schädigen muß als die stillschweigende Duldung erischen Ansichten. Der Magdeburger Parteitag wird er letzte sein, der sich mit dieser Budgetfrage be- t hat, und wenn vor zwei Jahren in Nürnberg »gierte unter der Führung des Abgeordneten Segitz mit einer offenen Entgegnung wider den Parteitagsbeschluß als Budgetbewilliger oas Feld behauptet haben, so werden heute die .in Magdeburg vergewaltigten Revisionisten ebensowenig geneigt sein, sich vor den radikalen Intelligenzen zu ducken. Derrn die etwaige Einleitung des Ausschlußverfahrens würde nach den bestehenden Parteisatzungen ihre großen Schwierigkeiten haben und neue Parteitagsbeschlüsse erfordern, womit die Streitfrage wiederum zur allgemeinen Aussprache gestellt würde.
Was ergibt sich als Lehre für die ni ch t dem Zukunftsstaate Nacheifernden? Der ganze Streit war wieder von der Art der allen Literatengezänke, wie sie bei der.Sozialdemokratie gang und gäbe sind, Rechthaberei, Demütigung und Unterdrückung Andersdenkender wurden sportsmäßig betrieben. Die Revisionisten und Budgetbewilliger sind nicht nur die schwächste Gruppe in der Partei, sondern auch die Getretenen und Geschlagenen, was nicht hindern wird, daß man sich beim Einfangen neuer Parteianhänger vereinigt und verträgt. Die sozialdemokratische Reinkultur vertreten die Bebel, Ledebour, Zubeil, die es sich mit den politischen Arbeiten möglichst leicht machen, am gegenwärtigen Staat zerstören, was sich zerstören läßt, ohne sich ein rechtes Bild darüber zu machen, wie sie es denn schließlich zuwege bringen wollen, die Menschheit dem Erdenglücke näher zu bringen. Ihre Hoffnung ist der Unverstand der Menge, dia nie verlöschende Unzufriedenheit, und was sie als ihre idealen Ziele bezeichnen, Freiheit, Duldsamkeit, Brüderlichkeit, das wird von ihnen täglich in den Staub gedrückt. „Kadavergehorsam" — nach dem Ausspruch des Mainzer Revisionisten Dr. David, der die Mehrheit der hessischen „Genossen" hinter sich hat — das ist die Losung, die der sozialdemokratische Partellag wiederum ausgegeben hat. Und jene Modernisten, die sich schüchtern gegen die Fesseln der Unfehlbaren auflehnen, bleiben doch immer im Banne der alten Illusionen, so daß auch mit ihnen das nationale Bürgertum keine Gemeinschaft haben kann. Möge es von praktischer Bedeutung für die Zukunft werden, wenn die „Freisinnige Zeitung" ihre Besprechung des Magdeburger Parteitages mit dem gesperrt gedruckten Satze schließt: „Auf keinen Fall wird sich der tiefe Gegensatz zwischen der gesamten Sozialdemokratie und den bürgerlichen Parteien mildern lassen."
Die Zeit heilt Wunden, so denken die Revisionisten, und indem sie nach der stürmischen Abendsitzung ihrer'
französisch-englische Auseinandersetzungen.
Die Wendung in der türkischen Anleihefrage spitzt sich immer mehr zu einer offenen Reibung zwischen den Fran-» zosen und den Engländern zu. Die Franzosen suchen da» bei natürlich auch wieder einmal Deutschland eins aus-, zuwischen:
London, 23. Sept. Das auswärtige Amt erklärt, daß seitens Sir Ernest Cassel's und der türkischen Nationalbank im Zusammenhang mll den in Pqris ae* führten Verhandlungen betreffend die Anleihe an die Türkei nichts unternommen werde außer mit voller Kenntnis und Billigung des Auswärtigen; Amts.
„Daily Graphic" verurteilt die Campagne wilder leumdung und die Einschüchterung, durch welche die französisches Zeitungen die Aufnahme der türkischen Anleihe in London zur verhindern suchten ; wenn die Franzosen die Anleihe nicht wollten, so sei das ihre Sache. Aber das sei kein Grund, der die Türken) verhindern könnte, die Anleihe anderwärts zu erhalten oder den England verhindern könnte, sie zu gewähren.
Paris, 23. Sept. Die französischen Blätter; setzen ihre Ausfälle gegen die türkische Regierung uny gegen Sir Ernest Cassel fort. Das „Journal des D6-, bats" schreibt:
„Das Konstantinopeler Kabinett hat vielleicht erwartet, daß? die Nachricht von dem Abschluß des Anlehens durch die ottomanische; Nationalbank bei den Pariser Finanzleuten eine wahre Bestürzung Hervorrufen, würde, und Sir Ernest Cassel glaubte, als Schstds-^ richter in die Verhandlungen eingreifen zu Kirnen. Beide haben sich stark geirrt. Vergeblich haben einige Berliner Zeitungen behauptet, daß die englische Regierung unter der Hand das) Unternehmen Sir Ernest Cassels begünstige. Diese kindischen Versuche, zwischen Frankreich und England Zwietracht zu säen^ haben den verdienten Erfolg gehabt. Es bleibt jetzt nur dey Berliner Markt übrig; dagegen haben wir nichts. Die deutschen Lieferungen werden dann mit deutschem Gelde bezahlh werden."
Dem „Siecle" zufolge sei in berufenen Kreisen dasj Gerücht verbreitet, daß Str Ernest Cassel seinen Vertrag nunmehr der Deutschen Bank überlassen wolle, welche das Anleffen zu 4t/2 anstatt zu 4o/0 übernehmen würde:
Es wäre nicht erstaunlich, wenn die deutschen Finanz! euttt versuchten, shre Hand auf den türkischen Staatsschatz zu legato aber Frankreich und England könnten dann die Regierung voq Konstantinopel nicht mehr als die eines befreundeten und freien) Staates, sondern nur als eine Vasallin der Trippel-Allianc^ ansehen. Sie müßten der türkischen Regierung je- den finanziellen Bei stand verweigern, durch welchen ihre militärische Macht zu einer gefährlichen gesteigert werdet könnte.
politische Tagesschau.
Das Bankgewerbe im Kampfe gegen die Bucketshaps.
Unter dem verkehrsüblichen Ausdruck „Bu ck e t s h o v s"- werden bekanntlich sogenannte „Bankfirmen" verstanden^, welche kapitalschwache, mit Börsengeschäften nicht hinläng-, lich vertraute Personen zur Eingehung spekulativer Börsen«, geschäfte, insbesondere von Prämiengeschästen, anreizen und zwar verschiedentlich unter Anwendung von Mitteln dep Propaganda, welche nach den .Anschauungen des solidere
In dem Schreiben des Papstes heißt es u. a. wörtlich:
Vor zwei Tagen hat ein öffentlicher Beamter bei der Ausübung seines Amtes sich nicht damit begnügt, feierlich an dik Äcederkehr des Tages zu erinnern, an dem die geheiligten Rechte der päpstlichen Souveränität mit Füßen getreten wurden, son- dern er hat auch ferne stimme erhoben, um die Lehren des katholischen Glaubens, den Stellvertteter Christi auf Erden und der Kirche, selbst zu verhöhnen und zu schmähen^ ZnDem er tm Namen Roms spricht, das nach seinen feierlichen Erklärungen der gelehrte, friedliche Sitz des Papstes sein sollte, hat er direkt unsere geistige Jurisdiktion angegrif« sen und, indem er soweit ging, Akte unseres apostolischen Amtes der ostentlichen Verachtung preiszugeben und die Pettus und seinen Nachfolgern durch unseren Herren Jesus Christus übertragener Mission Mit gotteslästerlichen Gedanken und Wor- n.ru bestrerten, kwt er gewagt sich auch öffentlich gegen das göttliche Wesen der Kirche aufzulehnen, gegen die Wahrheit ihrer' Dogmen und gegen die Autorität ihrer Konzilien. Und da mit bem Hasse gegen.die Kirche natürlich noch ein entschiedeneren Haß leder Aeußerung christlicher Frömmigkeit sich verbindet, hat m?.nmchtiig^ügert, in boshaften Aeußerungen das religwse Gefühl des gläubigen Volkes zu beleidigen. Angesichts einer solchen Menge gottloser Behauptungen, die eben- o wohlfeil wie gotteslästerlich sind, können wir es nicht unten- lasten, laut und mit gerechtem Unwillen Protest zu erheben und» gleichzeitig durch Ihre Vermittelung, Herr Kardinal, die Aufmerk- amkeit unserer römischen Söhne auf die fottwährenden, immer, tatteren Beleidigungen zu lenken, die der katholischen Religion auch von Seiten der öffentlichen Autoritäten — sogar am Sitze des Papstes — zugefügt werden.
Wir flehen zu Gott, daß zur Ehre der ewigen Stadt dtesä unerträglichen Angriffe sich nicht erneuern. Als Beweis unseres besonderen Wohlwollens erteilen wir Ihnen, Herr Kardinal, unseren apoftolischen Segen."
In der Rede des Bürgermeisters Nathan hieß eH u. a. :
„So ifl das Rom, das mir die Ehre erweist, es heute repräsentieren. Aber ein anderes Rom, der Vertreter der Vergangenheit, schließt sich nicht weit von hier in eine M au er ein, die noch enger ist als die Belisars, und will die Gedanken unterdrücken in der Furcht, daß es wie die einbalsamierten Kadaver des alten Aegypten bei der Berührung mit der frischen Lust in Staub zerfalle. Bettachtet, Mitbürger, vas Rom, wie es ein Jahr vor dem Einmarsch unserer Truppen gewesen ist. Sankt Peter bereinigte in einen monumentalen Majestät die Vertreter des Dogmas zu einem Konzil: sie kamen, um zu bestätigen, daß der Papst, in birettec, Vertretung und Nachfolge Jesu wie Gottes Sohn selbst unbeschränkte Macht über die Menschen habe und seine Dekrete, mit Unfehlbarkeit ausgestattet, aller menschlichen Beurteilung entzogen seien. Vergleichet jene Tatsachen mit der heutigen Lage und ermesset, welchen Wea wtt zurückgelegt haben! Schaut das damalige Rom an 'toto dann das heutige, und sagt, ob wir nicht Ursache haben, diesen Tag zu feiern!"
Erstes Blatt »vv. Jahrgang Samstag «4.September»»10
NGietzener Anzeigers
B-rlog u. Expedition 51 Verantwortlich für den
S-M Seneral-Anzeiger für Gderheffen MW bis vormittags 9 Uhr. Rotatlonstznlck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindrulkerei s. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulitrafte 7 SebW^r1>-n __ _______________ r ’ a Anzeigenteil: H. Beck.
Gegner am nächsten Tage doch wieder, als sei nichts vorgefallen, bei den Verhandlungen erschienen, hegten sie im stillen wohl dieselben Gedanken wie vordem in Nürnberg, als sie ihrer Gegenmeinung noch zum Schlüsse offen Ausdruck verliehen hatten. Aber heute wirken die Neuwahlen für den Reichstag gar zu verführerisch. Und so sah man gestern tu der Magdeburger Versammlung das seltsame Schauspiel, daß alle die verfehmten Dogmenverächter ihre radikalen Züchtiger voll Herzlichkeit an die Bruderbrust drückten, Müller, Frank, Hildenbrand, Ulrich, all die großen Wortführer der Süddeutschen gegen den alleinseligmachenden „Kadavergehorsam", traten in theatralischem Zuge mit Oelzweigen nacheinander vor den Thron der Berliner Päpste und drückten ihre yerzi- liche Sympathie für die Kämpfer gegen die preußische Reaktion aus. Nur schade, daß die redegewallige Rosa Luxemburg mit ihrem Antrag, den polittschen Massenstreik ins Werk zu setzen, auch hier wieder das schöne Wld mit grellen Pinselstrichen befleckte, unt) die darauf folgende Aussprache bewies, welch tiefe Gegensätze im Grunde die Geister scheiden. Der rasende See, der nach Opfern schrie, wurde ^war mühsam wieder geglättet, aber in der Tiefe bleiben oie Drachen der Zwietracht:- „Die Rachgötter schaffen im stillen — Zeit ift's, die Unfälle zu beweinen, wenn sie — auf einem der nächsten Parteitage — nahen und wirklich erscheinen."
Vie Regentschaft in Persien.
'£ Loudon, 23. September.
Zu der Meldung von dem Tode des Regenten von Persien telegraphiert der Teheraner Vertreter der'„Times", daß, ttotzdem der Tod Vorauszusehen war, anscheinend keinerlei Vorkehrungen getroffen worden seien, um die Schwierigkeiten zu überwinden, die der Tod nach sich ziehen mußte.
Nicht weniger als vier Personen werden als wahrscheinliche Nachfolger des Regenten genannt, Nasr et Mull, Sardar Assad, Ain El Dowleh und der gegenwärtige Premierminister. Von diesen ist der erstgenannte in Conttexeville, und es dürste zum mindesten sehr fraglich sein, ob er sich fe überreden lassen würde, die Regentschaft zu übernehmen. Die Ernennung Sardar Assads würde wahrscheinlich auf großen Widerstand stoßen. Uebriaens würde natürlichf eine besonders interessante Lage entstehen, wenn ein Bakhtiari zum Regenten>gemacht würde für den Kajar Schah. Ain El Dowleh soll gerade nach dem Süden geschickt werden, um dort den Aufstand zu unterdrücken, die Regierung ist gerade damit beschäftigt, ihn mit den nötigen Truppen und dem nötigen Geld für die Expedition auszurüsten, und da er in dem Ruf steht, die Niederwerfung von Aufständen besonders gut zu verstehen, so würde man ungern die Ausgabe jetzt ftn letzten Augenblick einem anderen Mann anvertrauen.
Obendrein scheint in Mazandaran wieder eine Revolution ausgebrochen zu sein, wo ein gewisser Arnir Mukar- rem zusammen mit Reschid es Sultan, angeblich im Namen des abgesetzten Schah, wieder Kämpfe begonnen haben.
Der verstorbene Regent stand in feinem 76. Lebensjahr. Sein letztes Erscheinen in der Oessentlichkeit war gelegentlich des Geburtstages des jungen Schah am zweiten September. Er sah damals schon sehr krank und schwach aus und machte auf die Mitglieder des diplomatischen Korps den Eindruck, oaß es mit ihm schnell zu Ende gehe. Nachher verschlechterte sich sein Zustand zusehends.
Der Korrespondent fügt hinzu, daß allgemein anerkannt werde, wie Azad el Mulk feine schwierige Steilung mit außerordentlichem Geschick ausgefüllt habe. Der verstorbene Staatsmann hatte eigentlich niemals ein wichtiges Amt in der persischen Regierung belleidet, er war unter der Regierungszeit des vorvorigen Schahs eine Zeit lang Groß-Siegelbewahrer und dann begleitete er jenen Herrscher gewöhnlich aus seinen europäischen Reisen. Nichtsdestoweniger übte er einen ganz ungewöhnlichen Einfluß aus und war allgemein geachtet, well seine Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit allgemein erkannt wurde. Weiter glaubt man, daß er verschiedentlich den 6eiben letzten Schahs anriet, dem Voll zu gestatten, ein Wort in der Verwaltung des Landes mitzusprechen, und daß er bis zu einem gewissen Grade so für das Entstehen des ersten persischen Parlaments mitverantwortlich war. In feinem Haufe war es, wo im Jahre 1908 die berühmte Beratung stattfand, kurz vor dem Bombardement des Parlamentsgebäudes durch die Truppen des Schah. Diese Beratung hatte den Zweck, einen letzten Einigungsversuch zwischen den beiden Parteien zustande zu bringen, well Azad el Mull wohl erkannte, was für eine Gefahr der Schah für sich selbst herausbeschwor, wenn er weiter darauf bestand, mit Gewalt vorzugehen.
Der nette Regent.
Teh eran, 23. Sept. Der Medschlis wählte Nasr el Mulk, der sich gegenwärtig in Europa aufhält, zum Regenten. ___________________________________________
Lin Protest des Papstes.
Rom, 23. Sept. Aus Anlaß der zum Gedächtnis des Jahrestages der E i n n a h m e v o n R o m am 20. September von dem Bürgermeister Nathan gehaltenen Rede richtete der Pap st an den Kardinalvikar ein Schreiben, in dem er feinem tiefen Bedauern und seiner Entrüstung Ausdruck gibt, gegen die Rede Protest erhebt und die Aufmerksamkeit der Katholiken von Rom und der ganzen Welt auf die fortgesetzten, sich immer mehr steigernden Beleidigungen der katholischen Religion auch seitens der öffentlichen Autoritäten, am Sitze des römischen Pontifikats lenkt.


