Ausgabe 
23.9.1910 Erstes Blatt
 
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_ _e ein Lager von Kanonenkugeln entdeckt. H Kngeln wurden bereits gehoben; etwa 100 sind noch zurückgeblieben.

das Ideal bezeichnet, aber dabei zur Bedingung mache, daß dieser von einem Fachmann geleitet werde. Es sei bedauerlich, daß sich die Gastwirte in unserer Stadt seither nicht um diese wichtige soziale Frage der Arbeitsvermittlung in ihrem Gewerbe ge­kümmert haben und für die soziale Hebung des Nachwuchses im Gastwirtegewerbe so wenig Interesse gezeigt hätten. Die Ab­machungen mit der Stadt seien ein Schlag ins Wasser. Richtiger würde es wohl gewesen sein, wenn der Gastwirteverein von Gießen und Umgegend die Führung übernommen hätte und in Gemein­schaft mit den beiden in Gießen bestehenden Kellnervereinen uncch- hängig von der Bürgermeisterei einen Arbeitsnachweis errichtet hätte. Die Kosten dafür hätten durch eine kleine Gebühr, die Stellensuchender und Prinzipal je zur Hälfte zu zahlen hätte, aufgebracht werden können. Ein dreigliedriger Ausschuß, zu dem jeder Verein ein Mitglied zu stellen hätte, wäre geeignet gewesen, das Bureau zu überwachen und dafür zu sorgen, daß bei der Besetzung der Stellen Recht und Gerechtigkeit geübt wird. Ohne Kosten sei ein Arbeitsnachweis nicht möglich, und wenn das Ab­kommen mit der Bürgermeisterei sich nicht bewährte, werde doch nichts weiter übrig bleiben, als den seitherigen Stellennachweis wieder einzurichten oder aber gemeinsam ohne amtliches Zudm eine Stellenvermittlung einzurichten.

** Ein hier s ich herum treibender Taglöh. n e r, namens Ludwig Göbel, der schon vielfach den Be­hörden zu schaffen gemacht hat, wurde wegen Drohungen verhaftet. Es stellte sich heraus, daß er geistesgestört ist. Der Mann soll dauernd in einer Irrenanstalt untergebracht werden.

**DieMaul-und Klauenseuche ist ausgebrochen in Masuchowken, Kreis Lochen, RegierungsbezirkAllen- ftein, bei Händlervieh, und in Welnau, Kreis Gnesen, Regierungsbezirk Bromberg, am 20. Sept. 1910.

W. Burg-Gemünden, 22. Sept. Heute rückten zum Schluß des Manövers gegen 12 Uhr mittags die Infanterie- Regimenter 80, 87 und 88 mit ihren Maschinengewehr-Ab­teilungen, zusammen etwa 5000 Mann, auf den Kamberg, wo eine Kriegs-Feldküche unter Leitung des Proviantamts- Inspektors Demmerich-Hanau das Mittagbrot bereitet hatte. ES entwickelte sich dann das bekannte Bild, welches jede Truppe in den letzten Stunden auf dem Manöoerfelde bietet. Gegen Abend wurden die Biwakseuer entzündet. Tausende der Bewohner der Gegend hatten sich eingefunden, uni sich das bunte Leben im Felde anzusehen.

X Bernshausen, 21. Sept. Bei der heutigen Gemeinderatswahl wurden gewählt: Mühlenbesitzer Heinrich Schäfer mit 32, Landwirt Johs. Fischer VII. mit 24 und Landwirt Hrch. Kreutzer II. mit 19 Stimmen. Die unterlegenen Kandidaten erhielten 18, bezw. 16 Stimmern

n. Schlitz, 22. Sept. Gutem Vernehmen nach findet die Hochzeit der Gräfin Anna von Görtz mit dem Marquis Mac Sniney of Mashanaglaß Ende November aus Schloß Hallenburg statt.

8. Offenbach a. M., 22. Sept. In dem Anwesen des Fuhrunternehmers Christian Hufnagel geriet der 33jährige ledige Arbeiter Wilhelm Vorrath, der die laufende Maschine, entgegen der Vorschrift, nachölen wollte, in die Transmission, die ihn in die Maschine riß und ihm den Kopf völlig zerquetschte. Der Tod trat sofort ein. Die Gerichts­behörde stellte fest, daß der Verunglückte ein Opfer seiner eigenen Unvorsichtigkeit geworden ist.

w. Waldgirmes, 22. Sept. Unserem verdienten Bürgermeister Joh. Grg. Bernhardt, welcher seit dem Jahre 1880 an der Spitze unserer Gemeinde steht, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 23. Sept. 1910.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Tie erste Sitzung nach den Ferien hatte, wie zu er­warten war, eine ungewöhnlich reichhaltige Tagesordnung aufzuweisen. Gut die Hälfte der in der öffentlichen Sitzung zur Beratung stehenden Gegenstände betragen Bauge­such e und Stadtv. Winn hatte nicht unrecht mit ferner Bemerkung, daß eine Revision der Bauordnung schon um deswillen wünschenswert \ei, um nicht mit sowichtigen" Gegenständen, wie die Anfertigung hölzerner Gartenein- frredigungen, das Ministerium in Bewegung setzen zu müssen Der Win ter fa hrp la n der ' elektrischen E^llEnbahn gab dann Gelegenheit, alle möglichen elek- ttrfchen Bahnwünsche des langen und breiten zu erörtern. Lwht stunde lang sprach man über den 7i/2-Minuten- Nerrehr zum Schützenhaus, Abonnementskarten, die Halte-

LustschUahrt.

Zeppelin und das Kriegsmini st erium s*7^(von uns nicht veröffentlichte) Meldung, Ffd), der öw Militärverwaltung ernstlich daran denn, der hohen Kosten wegen kerne Zeppelins mehr rii ? t > ^r^n'c Anwendbarkeit im Kriegsfälle do chnur Zweifel- haft fct und sich dafür lieber den Flug Maschinen als den hulrfSTr m"ds?Nlgneteren Flugzeugen zuzuwenden, hat die Runde ^effe gemacht, mancherlei Beunruhigung hervorgerufen und Veranlassung gegeben, Luftschiffe und Flugmaschinen in füscher Beurteilung gegeneinander abzuwiegen.

v Aalt hierzu von zuständiger Seite die Mitteilung, daß die Nachricht aus Köln durchaus unzutreffend T,e Ber .ndnngen zwischen.dem MegSmi4r ta« m Hirnh -Ti M£lbOTLnar "e Oor ausrecht erhalten. No» o ftnb ausführliche Schreiben an ten

^wcmten"^,k.s^^oElschaft gegangen, die sich mit dem aittiae^Absckluk de« befaßten. Der end

gütige äoschlutz des Kaufes und die Unterzeichnung eines Vertrags Zeppeliw-Luftschiff dürfte unmittelbar vor der

Was nun das Flugzeug anlangt, so wird man es sich an lern lassen, in langsamem im blcfe Erfindung dem Heeres und Aufklärungs Ze" nutzbar zu machen, wie dies der augew- Hir^f im Flugmaschinenbau erlaubt. Es darf aber auch

Nicht verschwiegen werden, daß das g e r i n g e I n t e resse das cntgegenbrachte,' auf «lL Wchexentwtckeluvg nM. chm günstig nngewirkt hat. Mur

Wgewanderten tschechischen Arbeiter, die ihren Verdienst s stellen an der Milltorstraße und ähnliche Gegenstände, teils ausschließlich bei Deutschen finden, auf einmal, geleitet von ernst, teils humorvoll, bis schließlich ein Schlußantrag ^.nem tschechischen Lehrer des Nachbardorfes Pyhanken, I der, wie gewöhnlich, gestellt wurde, nachdem alle Redner eine öffentliche tschechische Schulein demrein gesprochen hatten der Sache ein vorläufiges Ende machte, deutschen Orte. Abgesttmmt soll erst in der nächsten Sitzung werden und

Die Deutschen bildeten kurz entschlossen aus den an- der Versuch eines in Straßenbahnsachen besonders eifrigen 'gesehensten Männern des Ortes einen Abwehrausschuß, der Stadtvaters, in einer Geschäftsordnungsbemerkung noch-, in kaum mehr als 14 Tagen alle Häuser kaufte, in denen mals die sachlichen Erörterungen zu beginnen, scheiterte die betreffenden tschechischen Störenfriede zur Miete wohn- an der Wachsamkett des Vorsitzenden, der ohne Schelle die ten, kündigten diesen die Wohnungen und nahmen nur Aussprache lenkt, da dieses Zeichen der Präsidialgewalt deutsche Mieter an. Das Geld zu diesen Hauskäufen brachte bei den würdigen Stadtvätern nicht sehr beliebt ist, wie der Ausschuß in Höhe von 113000 Kr. bis auf eine Beihilfe man in derselben Geschäftsordnungsdebatte erfuhr. Bei von .rund 1000 Kr., welche die Schutzvereine gaben, der Frage der Weiterführung dergrünen" Linre nach selbst auf. Wies eck geht es Gießen und Wieseck wie den beiden-

,* nigskindern, sie können zusammen nicht kommen. Zwar

Ein Erlaß des preußischen Eisenbahumiuisters bildet bei ihnen das Wasser keinen Hinderungsgrund, sondern

Der Eisenbahnminister.in Berlin hat, wie uns mit- etwas, was unserer modernen Technik viel mehr Kopf- »eteilt wird, den Eisenbahndirekttonen einen Erlaß zugehen Zerbrechen macht, nämlich das Geld. Wieseck will 20 000 lassen, in dem er daraus hinweist, daß die Klagen über die Mark geben, Gießen aber 75 000 Mk. haben, also warten ungünsttge Beeinflussung des Landschaftsbildes in schönen I wrr noch ein bischen, bis wir elektrisch nach Wieseck fahren. Gegenden durch hohe Eisenbahndämme, deren- sogenannte Kliniksvertrag über die Verpflegung schungen kahl gehalten sind, berechtigt sind. Die Direk- er kranken Stadtarmen ist vom liebenswürdigen Fiskus tionen sollen in Zukunft in erhöhtem Maße der Beseitigung gekündigt worden, weil die Stadt keine Wünsche wegen dieses Uebelstandes ihre Aufmerksamkeit zuwenden, wobei der Abänderung des Verttags geäußert hat. Die Stadt zu berücksichttgen ist, daß sich eine geeignete Bepflanzung I behauptet nämlich, die 10 000 Mk., die eben bezahlt Wer­der Böschungen der Dämme meist ohne kostspielige Maß- den, seien genug, der Staat möchte aber mehr haben und nahmen erreichen läßt. Hierbei gehen selbstverständlich die !^ll es großmütig der Stadt überlassen, die zu leistenden Rücksichten auf die Betriebssicherheit vor, die in der Forde- Mehrausgaben nicht allein zu bezahlen, sondern auch fest- rung auf möglichste Trockenhaltung des Bahnkörpers, aus Zusetzen. Das Mrnrsterium die Universität ist, wie aus- Erhaltung der Uebersichtlichkeit der Strecke und aus Siche- druckttch seftgestellt sei, an dem ganzen unliebsamen Handel rung der Geleise und Telegraphenlinien gegen Baumbruch beteiligt war von dem Erfolg seiner Bemühungen Kur Geltung kommen. )° überzeugt, daß es dieser Taube aus dem Dache zülieb au:

Der Minister bringt auch die Beachtung der Erlasse I den Spatz in der Hand verzichtete, nämlich auf die 100 000 in Erinnerung, die früher bereits im Interesse der Bienen-1 Mark Beitrag, die die Stadt zur Ohren- und Hautklinik zuckt, der Obstbaumpflege und zum Schutze der heimischen Iwollte. Damit ist der Bau dieser notwendigen In- .Vogelwelt über die Bepflanz-unq der Böschungen gegeben I siitute abermals in die Ferne gerückt, was besonders sm tourt)en. Interesse der Kranken, aber auch in dem der Universität

* sehr zu bedauern ist. Ein besonderer Ausschuß wird sich

Zum Inkrafttreten des Viehseuchengesetzes mit der Frage der Unterbringung der kranken Stadtarmen

wird uns geschrieben- Auch nach der Verabsckieduna be!alfe? haben wenn sich der Staat nicht inzwischen MU-MMWUWKMM WMZZWM MZMME Preußische Landtag wird deshalb sich mit einigen Bestim-I ! >3

mungen des Viehseuchengesetzes im Winter erst befassen ** .

üiüssen und bestehende preußische Gesetze einer Revision . r. Erledigte Stellen : Die Stelle eines Mi- nnterriet)en, um die Voraussetzungen des Viehseuchengesetzes I 5.1',;e ? lreviso r s. Eine kath. Schulstelle zu zu erfüllen. Erst später kann das Viehseuchengesetz in Kraft I - u. bte Funktionen eines Oberlehrers,

gesetzt werden. sowie der Organistendienst verbunden werden können.

-- - ---- " Militärzüge. Außer 9 Leerzügen, die von Gießen

Hcicb« |au® äber die Ohmtalbahn gestern ins Manövergelände

Aus Karlsruhe w«d gemeldet:'Auch am D°nnersck'b^1°^^urden, um die heimkehrenden Truppen wieder in tag sanden im Großh. Schloß zahlreiche Empfänge statt I, Garnisonen zu schaffen, passierten folgende Militärzüge Am Nachmittag besuchte das Großherzogspaar verschiedene ^gsuber die Station Gießen. FrankfurtMarburg (Re- Ausstellungen. Mit der AüMhrung vonFidelio" im 'ervisten) 8 Uhr 40 vormittags, MarburgKöln a. Rh. Hvftheater finden die Jubitäumsfeierlichkeiten ihren Ab^ (Reservisten) 8 Uhr 50 vormittags und MarburgKöln (Re- schluß. Die fürstlichen Gäste haben bis auf die luxem- servisten) 3 Uhr 50 nachmittag. Der erste Zug kam aus burgischen Herrschafteu Karlsruhe wieder verlassen. Rorddeutschland, während die Züge aus Köln von Marburg Wie Oberbürgermeister Cuno, der jetzt im weiter geführt wurden. Die Züge mit Truppen aus Ober^ Reichstag den Wahlkreis Hagew-Schwelm vertritt, derHag. Hessen fuhren wie folgt durch Gießen: Burq-Gemünden ir-se- bBIt Reichstagswahlen Mainz 8 Uhr 57 abends, Ehringshausen-Frankfurt a. M.

'* ÄZÄS L*.?' ?» »»

Reichstagsmandats nicht ermögliche. " ain8 H Zell-Ronirod- Gießen

Auf dem s>ortsckrittliclien SR eti r f s h n r t, i J V Ut,r 3b' Burg-GemündenFrankfurt a. M. 12 Uhr 15, tag des Verbandes Nordhausen wurde eine Ent- 3^°RomrodMainz und Gießen 12 Uhr 55, Burg- schlreßung gefaßt, die es in Rürtsicht auf die politische GemündenHomburg und Mainz 1 Uhr 12 und Alsfeld

samtlage für dringend wünschenswert erklärt, daß für die ^"obach 1 Uhr 48.

kommenden Wahlen die Bekämpfung der liberalen Parteien L ** Stempelfreiheitfür Abheb ungen vonDevo- untereinander unterbleibt und möglichst in allen WaÜlkreisen 11 tre..n 5 a. b eJL Der preußische Finanzminister hat im Ein- des Bezirks eine einheitliche Front des gesamten Liberalis- oerstandnE mit denr Reichsschatzamt, demBank-Archiv" zuiolqe, mus hergestellt wird. Für den Reichstagswahlkreis Nord- ^"^k"^iche Auslegung gegeben; darnach sind

kandidieren. durch Zuschreibungen und Abschreibungen durch die Bank der je-

Wie verlautet, beschloß der G e j a m t v e r b a n d deut- wellige Stand des Kontos in einer für beide Teile rechtsverbind- '^O^^^allindustrieller in seiner Ausschußsitzung, 'Weise jederzeit zu übersehen ist; 2. über das Guthaben nur ab 8. Oktober sechzig Prozent der Arbeiterschaft, etwa 420000 der Barabhebung oder der Ueberschreibung auf ein

Mann, auszusperreu. Die Maßregel will die Metall- ^"oeres Konto desselben Kunden bei der Bank verfügt werden

. Ätai iiÄÄ KJ'öM' »X1"fcÄT müldl ©thnmpQnlhUpn? nameutücher Msttmmung wweisenf daß bei jeder Abhebung die Vorlegung des Depositen. »9Li/1 Liebesgabe im Betrage Von s'uchetz verlangt wird, und daß der Verkehr bei Banken nur dann

22604 Mt der Gemeinde Hunrngen im Elsaß Moe- lr°n ist, wenn es sich um Depositenkonten handelt, bei welchen Scheck- wendet. Als Ort dec nächsten Hauptversammlung wurde Abhebungen ausgeschlossen sind.

Frankfurt a. M. gewählt. 77 V ers a mm lu ng der M it g lied er des D e ut scheu

l n e r b u n d e s, Ortsgruppe Gießen. Am Mittwoch abend Ausland. Mitglieder des Deutschen Kellnerbundes

Aus Wien wird gemeldet: Der gemeinsame Miniftm- s^^n^f^^Zopfeld. versammelt, um einen Bericht ihres Vor­rat hat die Einberufuna der Io? ^^dleEmrrchtung eines paritätischen

19 9rr>£>eT re 3atlonen für Arbeitsnachweises für das Gastwittsaewerbe entaeaenrii-

Oktober bchchttiffen. Der böhmische Landtag nehmen. Dieser berichtete, daß auf Veranlassung des Gaümi/t^ ^^^ber einberufen. v er eins für Gießen und Umgegend Verhandlungen stattglchnden

Die Blatter melden aus Warschau: Mehrere So- tz^n denen zufolge mit dem ersten Oktober d. I. in Gußeii im Aialrevolutionare überfielen im Flecken Flow m>ci < /tadttschen Arbeitsnachweis ein Stellenvermitt-

Kemerndeämter und erschossen einen D^ r fv oN- ^^^Efen ins Leben trete, daß die bezüq-

h .ä ; *ä s,L; >; I terto*ÄSe? ist r

*tlte erklört, daß die Kellnerveremigungen ihp? ststb^ 6etnebenen etcllennadweife am 1. Oktober Äfa würden ^beit geschehe kostenlos für Arbeit,,eber und Arbeitnehmer, doch ist vereinbart, daß Spesen für Telegramme vergütet werden müßten. Aus der Mitte crfIärt# daß man .seither in Gießen ür^- btt Stellenvermittlung durch die beiden hier bestehenden soweit es sich um Kellner, die in Gießen ansässig sind handelt, eigentlich nicht zu klagen batte Dielei' '

unb ^urck^d^i^?/"s durch die Ortsgruppe des Bundes überhamü m , ?ohnkellnerverem für seine Mitglieder Das

ba§ gewerbsmäßige Stellenvermitteln für das Gastwrrtsgewerbe regele und am 1. Oktober d. Js in Kckaü nackwäs^'W ^sgelegt werden, daß es ben Stellen! nachweis der Ortsgruppe des Bundes, wie er seither betrieben sei, hindere, tomn dies auch von anderer Seite so darqesteltt Man habe nut Recht dem Ausbeutertum gewisser l^tellen- vermcktter in den großen Städten durch das betreffende 0>eseU leget ^.ors.^^kn wollen, aber es hieße doch das Kind dem Bade ausschutten, wenn das Gesetz so ausgelegt werden sollte b°^i?en ^deltnehmern errichteter kostenloser Arbeüs' nachweis nicht, mehr wirken dürfe. Die Abmachung Ä die Vorschriften des

ätoar betl varckatMen ArbLftLu,achio^s. für te&erc Bezirke M

(Serid?tsfaaL

Lei vzig, 22. Sept. Tas Reichsgericht verwarf die Revision des Mechanikers Oskar Lange, der vom Land­gericht Stuttgart am 1. SDiän wegen Beleidigung und ver- '"shker Nötigung des Grafen Zeppelin zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden war; Lange hatte behauptet, Zeppelin habe seine Erfilidung g e st o h l e n.

Reichsgerichtsbrief.

(Nachdruck verboten.) I. S. Leipzig, September 1910. ' Tie Benutzung von fremden Seltersflaschen

führte den Selterswasserfabrikanten Hermann Mesker vor die Strafkammer des Landgerichts Bielefeld. Der An­geklagte füllte feine Brauselimonade in Glasflaschen, in die der Name des Herforder Selterswasserfabttkanten Carl Lucas eingegossen war. Diese Flaschen brachte er tellweise mit, teil­weise auch ohne seine Firmenettketten zum Verkauf. Die Sttaf- ^wer nahm an, daß der Angellagte den Schein erwecken wollte, als stände ferne Ware mit dem Namen des andern in besonderem Verhältnisse. Daß er versucht habe, einen Irrtum über den Jn- halt der Brauselimonade zu erregen, stellte allerdings keine Ver> letzung des § 14 des Warenzeichengesetzes dar; jedoch liege eine strafbare V er letzung des Namcnsschutzes vor. Er hat, wie dw Straftammer weiter ausführt, widerrechtlich die Ware mit dem Rainen eines anderen versehen, um dadurch auch die Ab­nehmer irre zu führen. Ob die Flaschen teilweise auch seine Firma trugen sei gleichgültig, benn der Angeklagte habe sich sagen müssen, daß die aufaeklebten Frmenzettel sich vielfach lösten, besonders durch das Kuhlen der Flaschen im Wasser oder durch

Die Straftammer erkannte deshalb auf eine (^elbftrafc tonn 150 Mark. In der gegen dieses Urteil ein» gelegten Revision erklatte der Angeklagte, daß die Verwendung der fremden Flaschen nur aus Versehen geschehen sei und weder über das Versehen noch über die Wissentlichkeit des Versehens huireichendc Feststttlungen getroffen seien. Der 5. Strafsenat kannte ledoch nach dem, Anträge des Reichsanwalts auf Ver- werfung der Revision.