Ausgabe 
23.9.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

tjunüMSfeier nicht tnlnahm, im Prinzenbau einen Besuch I porationen der selbständigen Unternehmerschaft, für eine J1LeTK^n^Le\ftatler2J b.en Fürstlichkeiten wirksame und den Verhältnissen angemessen? V^rslchmung

Der Raiser in Sigmaringen.

itlb des ver-

Sigmaringen, 22. Sept. Aus Anlaß der heutigen Enthüllung des Denkmals des verstorbenen Fürsten Leopold fand gestern abend ein überaus zahlreich be­suchtes Bankett statt. Der Kaiser traf heute um 12 Uhr am Bahnhof ein, wo er vom Fürsten Wilhelm und dessen beiden Söhnen empfangen wurde, und begab sich dünn nach dem Denkmal. Bürgermeister Reiser hielt die Be-

, daß trotz der Verzögerung

______________... türkische und die französische Re« gierung zu einem befriedigende Abschlüsse gelangen.

re und den Verhältnissen angemessene Versicherung der Prrvatangestellten ausgesprochen haben, und es ist an* zunehmen, daß diese Kreise, wenn im bevorstehenden herbste die Gesetzesvorlage erscheint, dieselbe wohlwollende sStebi lung ernnehmen werden.

nach dem Denkmal. Bürgermeister Reiser h grüßungs an spräche. Er entwarf ein Lebenso storbenen Fürsten Leopold. Auf ein Zeichen des Kaisers fiel die Hülle unter Musik und Gesang des Sigmaringer Gesangvereins. Hierauf dankte Fürst Wilhelm dem Kaiser für sein Erscheinen. Nach Besichtigung des Denkmals durch den Kaiser und die Fürstlichkeiten stattete der Kaiser der Fürsttnmütter Leopold, die wegen Kränklichkeit an der Ent-

politische Tagesscharr.

Nationale Selbsthilfe.

Ein bemerkenswertes Beispiel nationaler Tatkraft und Opferwilligkeit berichten die Mitteilungen des Vereins für )as Deutschtum im Ausland aus dem kleinen Ort Zuck- mantel bei Teplitz in Böhmen., Dort verlangten bie,

Line Bildung vereinigter Staaten von Südamerika?

L a P az, 22. Sept. Aus Anlaß der Feier des hundert- lahrigen Bestehens der Republik Chile fand gestern ein Festmahl statt. Der Minister des Aeußern und der chilenische Gesandte hielten dabei Reden, in denen sie die Verbrüderung Süd­amerikas feierten.

Santiago de Chile, 122. Sept. Die Rede, in der gestern der argentinische Minister des Aeußern bei dem aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Unabhängigkeit Chiles m La Paz veranstalteten Festmahl die Verbrüderung* Ehrles, Argentiniens und Brasiliens feierte, gibt der Presse Anlaß zu Kommentaren, in denen der Glaube an eine baldige politische Union dieser drei Län* der vielfach Ausdruck findet.

Der Präsident von Argentinien trat nach Beendigung der zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Republik Chile ver­anstalteten Festlichkeiten heute die Rückreise nach Buenos Aires an: in den bei seiner Anwesenheit gehaltenen Reden wurde fest- gestellt, daß eine Union zwischen den beiden Ländern bestehe.

Paris, 22. Sept. Minister Pichon erhielt von Cle- m e n c e a u aus Rio de Janeiro ein Telegramm, in welchan derselbe mitteilt, daß er vom Senat in öffentlicher Sitzung emp­fangen und vom Präsidenten mit einer Frankreich in den wärm­sten Ausdrücken verherrlichenden Rede begrüßt worden sei. Er, Clemenceau habe, mit dem Wunsche erwidert, daß diese Kund­gebung den Beginn einer noch engeren französisch- brasilianischen Freundschaft bedeute. Minister Pichon dankte Clemenceau telegraphisch dafür, daß er für die Vermehrung des französischen, Einflusses in Brasilien und die Förderung der Freundschaft zwischen beiden Ländern gewirkt habe

London, 22. Sept. Die Meldung des Pariser Temps", daß eine Finanzgruppe mit Sir E r n e st C a s s e l an der Spitze einen Vertrag zur Unterbringung einer türkischen Anleihe in London und auf dem Kon-, tinent geschlossen habe, wird von derTimes" für un* richtig erklärt. Es sei wahrscheinlich- daß der türkische Finanzminister während seines jüngsten Besuches in Lon­don Versicherungen erhalten habe, daß der türftschen Regierung von der Nationalbank für die Türkei Unterstützung gewährt werden würde, falls die An* leiheverhandlungen in Paris scheiterten. Es wird aber für durchaus möglich gehalten, dieser Verhandlungen die türkis

Der Regent von Persien f.

Teheran, 22. Sept. Der Regent ist heute ge*> st o r b e n.

Ttzch el Molk war im Juli des vergangenen Jahres für den minderjährigen Thronerben Achmed Mizza zum Re­genten eingesetzt worden, als der Schah Mohamed Ali während der Straßenkämpse in Teheran geflohen war. Die durch den Schah, der für ab gesetzt erklärt wurde, gefährdete Verfassung wurde durch Erlaß eines Wahlgesetzes und durch die Einberufung eines Parlamentes gefestigt. Gleichzeitig wurde ein verantwortliches Ministerium eingesetzt. Der r Regent hat keine äußerlich bemerkenswerte Rolle gespielt unb mußte zuletzt sehen, daß der alte Brand öfter wieder aufloderte. Erst vor einigen Wochen waren ja wieder heftige Kämpfe entbrannt, weil die Niederlegung der Waffen! nicht überall erfolgte und die einflußreichen Führer den Anordnungen des Ministeriums Widerstand entgegensetzten. So sind denn auch bis auf den heutigen $ag noch die russischen Truppen auf persischem Boden, die Gelegenheit erwartend, wo sie für das Zarenreich aus der persischen Unordnung Gewinn herausschlagen können.

eine Fahrt durch die Straßen der Stadt bis zum Rat­haus, wo ihm der Bürgermeister den Willkommens grüß der Stadt entbot. Der Kaiser dankte ihm durch Hände­druck und richtete einige Worte an ihn. Dann nahm er den Vorbeimarsch der Kriegervereine ab und begab sich zu Fuß ins Schloß, wo um 2 Uhr Galatafel in der portu­giesischen Galerie und im Ahnensaal 'stattfand.

Bei der Galatafel erhob fick Fürst Wilhelm von Hohenzollern zu einer Rede, in der er chem Kaiser seines Hauses und seinen tiefempfundenen Dank für die Teil­nahme an der heutigen Gedächtnisfeier zu Ehren des Fürsten Leopold darbrachte. Das Zollernvolk habe die Treue, die der Fürst ihm hielt, fteudig zurückgegeben. Daher seien die Zollern freudig und vertrauensvoll dorthin gefolgt, wohin ihre Fürsten sie geführt hätten und als Fürst An- t o n vor nunmehr 61 Jahren ein schönes Land an die Krone Preußens abgetreten habe, da batten sie gewußt, daß er Großes wolle und daß ihm kein Opfer zu groß sei, um die Einigkeit Deutschlands aus dem Reiche der Träume in die Wirklichkeit zu versetzen. Darauf fuhr der Fürst fort:

So sind die Zollern mit ihrem Fürstenhause auch ge­treue Untertanen Eurer Majestät geworden. Sie sind mit Recht stolz darauf, daß das Nest des preußischen Adlers, als er seinen stolzen Flug von Fels zum Meer gen Norden nahm, auf Zollerns steilen Felsen stand und freudig lassen sie sich heute von den Fittichen desselben Adlers beschirmen, wissend, daß unter ihrem Schutze Wohl­stand und Fortschritt sicher blühen und gedeihen. Dieses Bewußtsein, sowie die historische Zollerntreue sind Eurer Majestät heute aus sausenden jubelnden Herzen ent­gegengetragen worden. Die alte Zollern stad t, die jüngste Garnisonstadt Sigmaringen, diese alte, wettergraue Burg, sind stolz daraus, Eure Majestät wiederum in ihren Mauern beherbergen zu dürfen.

Der Fürst schloß mit einem Hoch aus den Kaiser.

Der Kaiser antwortete:

Als er die Nachricht von der Errichtung des Denkmals vernommen habe, sei er sofort entschlossen gewesen, zu kommen, weit er den Fürsten Zeit seines Lebens, von den Jahren der Kindheit an, hochgeschätzt habe. Fürst Leo­pold sei seinem Vater ein treuer Freund und ihm ein sicherer väterlicher Berater gewesen. Er wünsche als Hohenzoller das Fortblühen und Gedeihen des fürstlichen Hauses Hohen­zollern und rufe auf das Wohl desselben: Hurra, hurra, hurra.

Sigmaringen, 22. Sept. Der Kaiser ist heute abend 9 Uhr nach Wildpark ab gereist.

Wien, 22. Sept. Der h i e s i ge S t a d t r a t beschloß, den historischen Moment der Rede des deutschen Kai­sers im Rathause durch eine von Künstlerhand anzuferti- gende Plakette zu ewigem Gedächtnis sestzuhalten.

Pom tzanptausschuß für die staatliche Pensions­versicherung der Privatangestellten.

Der Hauptausschuß für die staatliche Pensionsver­sicherung der Privatangestellten hat, wie er uns schreibt, als Beilage feiner Korrespondenz ein Flugblatt er­scheinen lassen, das sich! an die selbständige Ge-j schäftswelt wendet und in welchem mit kurzer, aber treffender Begründung dargelegt wird, welchen Nutzen die Einführung einer ausreichenden Sicherung der Angestellten für die Prinzipalität, für das Geschäftsleben und auch für die Allgemeinheit haben würde. Es wird mit Recht darauf hingewiesen, daß eine Befestigung des Weges durch das Leben, das jetzt sehr unruhig und für viele Privat* angestellte durch trübe Aussichten verdunkelt ist, eine große Beruhigung herbeiführen würde und damit eine Steige­rung der Berufsfremde, der Arbeitsfreude und der Leistungsfähigkeit. Sehr wichtig erscheint ferner der Um­stand, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Nachwuchs der Mittelschichten sich mehr und mehr daran gewöhnt, die Beamtenlaufbahn in Staat und Gemeinde auszusuchen, und daß dadurch dem Handel und der In-» dustrie tüchtige Kräfte verloren gehen. Das Blühen un­serer wirtschaftlichen Entwickelung sei aber zum guten Teil auf den dauernden Zufluß vorzüglicher Hilfskräfte an­gewiesen. Die Sicherung der Privatangestellten würde viele, die sich jetzt noch aus Sorge vor dem Altwerden mit seiner Stellenlosigkeit und fruchtlosen Stellensuche mit mühsam beschafften Mitteln selbständig machen, von diesem Schritte abhalten. Eine Menge kleiner und oft ungesunder Gründungen würde unterbleiben und damit der Kvnkur- renzdruck gerade im Kleinhandel und Kleingewerbe Nach­lassen.

Die letzte Betriebszählung hat ja gezeigt, daß die Zahl der Selbständigen nur in der Gruppe Handel und Verkehr zugenommen hat, während sie in der Industrie und in der Landwirtschaft und sonst überall zurückgegangen ist: fast die ganze Vermehrung von beinahe 2O<>/o kommt aber aus Rechnung der Kleingeschäfte. Eine Stärkung der Kauf­kraft, die besonders wieder den kleinen Geschäftsleuten zugute kommen würde, müßte ferner darin liegen, daß viele Tausende vpn .altgewordenen Leuten, die sich jetzt mühsam durchschlagen, anderen Konkurrenz machen oder ganz zur Last liegen, bann noch Konsumenten sein würben, die sichere Einnahmen haben unb baher etwas ausgeben können. Noch burch einige anbere Hinweise wird vom Hauptausschuß bar getan, baß die Belastung von vier Pro­zent des Gehalts, bie bie Geschäftsinhaber treffen soll, eine Ausgabe sein würbe, bie, abgesehen von allen höheren Gesichtspunkten unb nur rein kaufmännisch betrachtet, eine gute Verzinsung erwarten läßt.

Es ist bekannt, baß sich bereits eine große Reihe von I beachtenswerten Einzelstimmen, namentlich aber von Kor-

lung einzugreifen sucht, da vergeht er sich, indem er das Begriffsvermögen des Volkes verwirrt, an den lebendigen Interessen des Landes und des Reiches, und bie Regierung wird in Erfüllung ihrer unverrückbaren Pflicht solchen Bestrebungen, wo immer sie sich zeigen, mit unbeugsamer Energie entgegen* treten."

ßnt weiteren Verlaufe feiner Rede erklärte es der Statthalter als eine Versündigung an den jungen Gene­rationen, wenn sie an manchen Orten durch die Erziehung im Geiste einer politischen Ver* gangenheit, die sie nicht gekannt haben, mit Empfin- oungeu durchtränkt werden, unter denen einst ihre Groß­väter und Väter schmerzlich litten. Es sei entschieden eine Versündigung an der eigenen Heimat, wenn man da und dort die Wunden, die einst geschlagen wurden, anstatt sie hellen zu helfen, künstlich offen zu halten suche.

Wer die geschichtlichen Tatsachen negiert oder ihnen gar ent- gcgenarbeitet, der jagt einem unerreichbaren Phantom nach und bient nicht dem Wohle feines Vaterlandes, dessen Geschicke nun einmal durch unantastbare Verträge gestaltet worden sind. Nur wer den Blick nach vorwärts richtet, hat eine Zukunst. Lassen Sie uns alle, meine Herren, ob Eingeborene oder Eingewanderte, unter gegenseitiger Arbeit der besonderen Stammesart in gemein­samer Arbeit die Wohlfahrt des Landes und des Reiches fördern, in dem wir gleichzeitig aufteizende, die friedliche Entwicklung störende Bestrebungen ernst und sachlich zurückweisen. Stellen Sie, meine Herren Einheimischen, sich stets loyal auf den Boden der gegebenen nationalen Verhältnisse. Tenn auf diesem Baden allein kann sich bie Ausgleichung noch vorhandener Gegensätze nach und nach vollziehen, auf ihm allein gedeiht der gesunde Fortschritt und der innere Friede, auf ihm allein kann einst das von Ihnen ersehnte Endziel erreicht werden.

Schließlich wendete sich der Statthalter in bewegten Worten an die Beamten des Landes, denen er vor Augen hielt, sie möchten ihrer Pflicht eingedenk sein, sich in ihrer Dirftamkeit stets als wirkliche Angehörige ihrer neuen Hei­mat zu fühlen und auf deren in mancher Richtung verschie­den gelagerte Verhältnisse die gebührende Rücksicht nehmen.

Der Statthalter schloß mit einem begeistert aufgenom­menen Hoch auf den Kaiser.

Straßburg, 22. Sept. Bezüglich deselsaß-lothrin- gischen Verfassungsentwurfs stellt dieStraßburger Ppst" fest, daß der Entwurf in den nächsten Tagen an das Preußische Staatsministerium geht, und daß sich bis jetzt kein Anhalt dafür geboten hat, daß dort erhebliche Einwendungen gegen den Entwurf erhoben werden. Sobald durch die Entschließung des Staatsministettums die Stellung Preußens klargelegt ist, wird der Entwurf den einzelnen Bundesstaaten überwiesen In der Zwischenzeit dürfte Staatssekretär Delbrück noch mit Ver­tretern einzelner Reichstagsfraktionen, die bei den bisherigen Be­sprechungen nicht vertreten waren, Rücksprache nehmen.

Line Rede des Statthalters für Llsatz Lothringen.

Die in Elsaß-Lothringen noch so oft beklagten lieber- Hebungen und Ausschreitungen der französischen Elemente haben den Grafen Wedel zu einer längeren Rede veranlaßt, die vom Wvlffl scheu Bureau über das Reich weiterverbreitet wird. Sie atmet einen versöhnlichen Geist, leibet aber an einigen Unklarheiten, so bei bem Hinweis auf bas Endziel" der Einheimischen, und man gewinnt den Ein­druck, daß eine kräftigere Betonung des unbeirrbaren Willens der kaiserlichen Regierung noch besser wirken würde. Das amtliche Bureau schreibt:

In einer Rede, die der Statthalter in Elsaß-Lothringen Graf von Wedel, am Donnerstag in Lörchingen aus Anlaß der Eröffnungsfeier der Bezirkspflegeanstalt hielt, nahm Graf v. Wedel Anlaß, auf gewisse, in jüngster Zeit kräftiger in bie Erscheinung getretene Bestrebungen des Souvenir franoais Bezug zu nehmen. Der Statthalter äußerte den Wunsch, daß bie gemeinsame Arbeit Mer sich nicht nur auf das Gebiet der Volksfürsorge unb der Nächstenliebe beschränken, sondern daß sie sich auch immer mehr und fteudig auf bem großen Gebiete der Ge- famtintereffen des engeren und weiteren Vaterlandes be­tätigen möge.

Zu meinem lebhaften Bedauern fuhr Graf von Wedel fort sind im Laufe der letzten Zeit Mißverständnisse und G e - aensätze in die Erscheinung getreten, die schon an sich geeignet ind, den Frieden und bie ruhige Entwicklung bes Landes zu ge- ährben, deren Vertiefung aber unsehlbar schwere, Schäden für das­selbe nach sich ziehen müßte. Lassen Sie uns alle, meine Herren, in der ernsten und redlichen Arbeit für das Wohl des Landes und die Interessen des Reiches das Einigende suchen und finden. Tann wird das die einzelnen Bevölkerungsteile heute noch Trennende im Laufe der Jahre von selbst verschwinden. Kein ver­ständiger Mensch denkt daran, den Eingeborenen ihre berechtigte Eigenart zu rauben, sie in der Pflege ihrer Erinnerungen oder gar in der pietätvollen Ehrung der Toten zu hindern, vorausgesetzt indessen, daß dieser Kultus, wenn ich den Namen gebrauchen darf, sich in denjenigen Grenzen hält, die ihm burch den Ernst seines Charakters, ganz besonders aber auch durch biet Stellung bes Landes als Glied des Deutschen Reiches gezogen sind. Denn wo dieser Kultus sich äußerlich in agitatorischen und de­monstrativen Formen zu betätigen, wo er in die Speichen des Rades der geschichttlichen Entwick-

Rumänien und der Dreibund.

O Paris, 22. Sept.

Rumäniens Jnteressen-Gemeinschaft mit bem Dreibunbe unb ber Türkei wirb in einem überraschenb ruhigen und sachlichen Arttkel bes Bubapester Korresponbenten bes Temps" rückhaltslos zugestanben. Deutschlcmb wie Oester­reich unb auch Italien wollen, baß Rumänien ein fester Keil zwischen ben beiben Stücken ber slawischen Welt bleibe. Daher herrfchen Kwischen Berlin, Wien, Rom einer- und Bukarest anbererseits bie herzlichsten Beziehungen. Zwischen ber Türkei unb Rumänien ist bas Einvernehmen unzweifeb- hast; es entspricht ben Interessen beider Länber unb muß in ber gegenwärtigen Lage als Ergänzung eine Militär­abmachung haben. Dieses Einvernehmen wirb auch burch bie Schwächung Rußlanbs feit bem ostasiatischen Kriege ge- förbert. Zwischen 'Rumänien unb Bulgarien müsse eine Gespanntheit stets bestehen, schon beshalb, weil Bulgarien seine Ansprüche auf bie Dobrubscha recht lärmenb bekunde. Stets werbe Rumänien als entfett ebener Gegner bulgari­scher Ausbreitungs-Versuche in Mazebonien auftreten. Krie­gerische Absichten habe Rumänien auf feinen Fall. Die Wiebergewinnung bes russischen Bessarabiens unb des un­garischen Siebenbürgens bleibe im Bereiche bes Traumes. Die Bukarester Polittk ^ielt einfach barauf ab, jebem Durch­brechen bes Gleichgewrchts auf bem Balkan vorzubeugen, unb wenn btefe Durchbrechung ftattfinben sollte, denkt sie an Maßregeln, um wirksam Widerstand leisten zu können.

Die türkische Änieihesrage.

ZlE 160. Jahrgang Freitag Ä3. September 1810

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für die Redaktion 112, txJy MW Chefredakteur:A Goetz.

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