Sie Bauausführung soll an die englische Firma Paullings vergeben werden. Amerika wird euren groben Teil der Ingenieure stellen und die Hälfte des Materials, das int Auslande gekauft wird, liefern. Tas Abkommen stehl schließlich vor, daß andere Nationen einen kleinen Anteil an der Anleihe erhalten dürfen.
Koch eine Re-e der Herrn von vethmann Hollweg.
(::) Berlin, 21. Jan.
Noch einmal beschäftigten am heutigen Freitag die Aattowitzer Vorgänge die preußischen Landboten, inij noch einmal griff der Ministerpräsident mit einer längeren Rede ein. Ein Freisinniger, Herr Fischbeck, stand als erster auf der stattlichen Rednerliste. Mit der Halt'.'.ng der gemaßregelten Beamten in der Kattowitzer kommunalen Wahlschlacht war auch der Wortführer des Freisinns nicht einverstanden, ebensowenig aber mit dem Verfahren der Regierung. Eine ellenlange Philippika des Sozialdemokraten Liebknecht folgte.
-Dann kam Herr v. B eth mann-Hollweg. Wir geben aus seiner Rede das wichtigste wieder:
Ter Vorredner hat über meine Anwesenheit hier im Hause bei der Interpellation Bemerkungen gemacht. Ich möchte ihm für alle Zukunft die Mühe solcher Erörterungen ersparen. Ich lvill erklären, daß ich so ost vor diesem Hause erscheinen lverd:, tote cs die Verantwortung des mir obliegenden Amtes erfordert, die Politik der Regiermig persönlich vor ihm zu vertreten, und werde jebeümal,, wenn ich hier zur Tagesordnung das Wort nelMc, so viel sagen, wie ich für notwendig hatte, um diese Politik zu rechtfertigen. Auch der Vorredner hat auf den Erlaß des Fürsten Bismark vom Jahre 1882 hmgennesen. Auch unsere jetzige Politik geht grundsätzlich vom Inhalt dieses Erlasses aus, aber rch mückste alle die Herren, die sich uct dieser Gelegenheit auf den Fürsten Bismarck und seinen Erlaß bezogen haben, noch einmal daran erinnern, daß Fürst Bismarck o-er größte Real- volitiker gewesen ist, den wir jemals gehabt haben, und wenn einmal die Zeit Summen sollte — sie ist nicht da und wirb sjoffentlich niemals kommen wo die Beamten bei den Wahlen die Grundlagen unserer Staatsbersassung erschüttern, dann tverden dagegen alle Machtmittel des Staates in Anwendung gesetzt werden. (Lebhafter Beifall rechts.) Was die Versetzung im Interesse des Dienstes anlangt, jo habe ich bereits vorgestern ausgeführt, datz es absolut unmöglich ist, genaue Vorschriften darüber zu treffen, wenn das Interesse des Tienstes die Versetzung eines Beamten erfordert. Sie stehen selbst im praktischen Leben, ^ie tim hm und Sie verlangen es von den verschiedensten Parteien aus, nicht nur von der Rechten, sondern von der Mitte und von dec Linien auch, daß ein Beamter, der durch sein amtliches oder außeramtlichen Verhalten bewiesen hat, daß er sein Amt an dem bisherigen Orte, seine amtliche Tätigkeit ersprießlich nicht svrt- tührcii kann, der sich m Widerspruch gesetzt hat, sei es mit dem Publikum, für das er zu wirken hat, sei es mit den Beamten ober mit diesen.oder jenen Dingen, für die er zu wirken hat, so daß er nicht mehr ersprießlich wir'.en kann — da verlangen Sie auch, daß er von dem Orte versetzt wird. Beamten, die diese Vorbedingungen nicht erfüllen, werden nicht im-disziplinarischen Wege bestraft, sondern im Interesse des Tienstes an einen anderen Ort versetzt, für den sie besser passen. Wenn sie Wider,'prücke zeigen auf sozialem, persönlichem, ja vielleicht sogar auf politischem Gebiet, die die Folge haben, daß sie sich nun nicht mehr des zur ersprießlichen Wahrnehmung ihres Tienstes erforderlichen Vertrauens der Bevölkerung erfreuen, dann werden sic versetzt. Darüber lassen sich keine allgemeinen Regelt, a u f st e l l e n. (Sehr richtig! rechts.^ Ich kann nur wiederholen: der Regierung ist cs nicht darum zu tun, in ihren Beamten willenlose korrumpierte Sklaven zu haben, wie es der Abg. Liebknecht eben ausgesprochen hat. Wir wollen Männer haben, die aus innerer Ueberzeugung denc Staate dienen, und die sich dauernd dessen bewußt sind, daß das Amt, das sie bt> kleiden — mag es noch so untergeordnet sein doch ein Stück Staatsverfassung ist, deren Aufrechterhaltung Pflicht der Aet- amten ist.
Den langen Ausführungen des leitenden Ministers folgte noch eine lange Rede des Herrn Porsch — dann vernichtete das Haus aus eine weitere Beschäftigung mit der nun gründlich durchgehechelten Frage. Die Zentrums Interpellation wegen des Arbeitsnachweises der Zechen im Ruhrkohlenrevier kam trotz der vorgerückten Stunde noch an die Reihe, und sie gab Herrn Trimborn Gelegenheit, in fast epischer Breite diese schon int Reichstage ausgiebig behandelte Frage nochmals nach allen Richtungen hin zu erörtern. Was Herr Sydow darauf zu erwidern gedenkt, wird man erst am Samstag erfahren.
Die euMchen Wahlen.
London, 21. Jan. Tie heutigen Wahlergebnisse zeigen tote ebenso günstige Tendenz für die ll n i o n st a a te n, wie die gestrigen. In Schottland errangen die Unionisten heute einen ipierroarteten Sieg, da der Unionist Lord Tullibardine gewählt wurde. Sie gewinnen damit den dritten Sitz in Schottland. In Gafston Walder spielte sich bei der Niederlage des Liberalen Pcase eine außergewöhnliche Szene ab. Dieser mußte nämlich von Polizeibeamten nach seiner Wohnung geleitet werden, während der siegreiche Unionist auf einen Stuhl gesetzt und in feierlichem Zuge durch die Stadt getragen wurde. Die Wahl^ siege der Unionisten in den Grafschaften werden besonders der Abstimmung der Landbevölkerung zugcschrieben.
London, 22. Jan. Bis 12»/s Uhr waren gewühlt 184 Unionisten, 157 Liberale, 31 Mitglieder der Arbeiterpartei und 58 Nationalisten. Die Unionisten gewinnen 82, die Regierungspartei 10 Sitze.
Aus
Auch der Vorstano des h e f । i | c-.j e n Lehrerinnenvereins hat eine Vorstellung an die 2. Kammer gerichtet, in der um Neuregelung der Gehaltsverhält- nisse gebeten wird. Als hauptsächlichste Forderung ist daraus zu erwähnen, daß für bic Lehrerinnen ein Höchstgehalt von 80 Prozent des Höchstgehaltes der Lehrer verlangt wird. — Die 1. Bureaugehilfen der Großh. Kultucinspektionen bitten um Gleichstellung mit den Kreisamtsgehilfen, also Einreihung in die Gehaltstlasse 1800—3000 Ml.
DcMkches Resch.
Der Wahlprufungsausschuß erklärt die Wahl von Klehc (Naiionalliberal, 2. braunschwcigg'cher SHafyl» kreis) gegen 4 Stimmen für ungültig.
Ausland.
Aus Ealing in England wird uns berichtet, daß die Liberalen dort vor einigen Tagen einen Laden einrichteten, in welchem deutsches Schwarzbrot, Pferde- wurst und viele andere schreckliche Tinge ausgestellt wurden, die die armen Deutschen angcbliui essen, weil durch den Schutzzoll die Preise für Levensmittel so schrecklich in die Höhe getrieoen fein sollen. Die Leute wurden aus- gefordert, die Sachen zu probieren, um sich selbst zu über zeugen, daß sie für zivilisierte Engländer absolut ungenießbar seien. Ein unternehmungslustiger deutscher Bäcker stellte sich vor dem Laden au, und erklärte a.leu denen, bic das Brot versuchten, daß er in der Lage sei, ihnen solches regelmäßig -u liefern. Den meisten Eng.äuoern schmeckte das Sajwarzbrot aber so gut, da;' der Mann eine Menge Aufträge bekam und die schönste Aussicht Hal, ein großes Gejchafe damit zu machen.
Der f r a n z ö s i s ckt e S e n a t nahm den auf einer Berliner Konferenz beschlossenen Entwurf einer i n r e r a r i o - nalen Konvention über drahtlose Telegraphie an.
Der türkische K iegsminister Mahmud Schekket Pascha gab gestern zu Ehren des Generalobersten Frhrn. v. d. Goltz ein A b s ch i e d s e s s e n. Der Kriegsminister tSastete auf den deutschen Kaiser und auf die deutsche Armee unter dem Ausdruck des tiefsten Dankes für die Entsendung deutscher Offiziere nach der Türkei, insbesondere des allgemein verehrten Generals v. d. Goltz. Dieser erwiderte mit einem Trinkspruch aus den Sultan und die türkische Armee. Weiter sprachen Frhr. v. d. Goltz auf den Kriegsminister und Ghazi auf Frhrn. v. d. Goltz. Frhr. von der Goltz erhielt in seiner Adschiedsaudienz vom Sultan eine kostbare Tose mit Brillanten zur Erinnerung an die guten Dienste, die er geleistet.
Aus Belgrad wird gemeldet: Auf Antrag der Regierung erteilte der König dem Kriegsminister die Ermächtigung, den Prinzen Georg zum Truppendienst heranzuziehen. Der Prinz wird als Kompagnie-Che, dem 10. Infanterie-Regiment zugestellt.
2lits Stadt rrnd Larrd.
Gießen, 22. Januar 1910.
* * Tageskalender. S t a d t t h e a t e r: Sonntag, nach- mcktags 31/2 Uhr: Prez iosa; abends 7Vs Uhr: Moral. '
Kolosseum: Täglich Vorstellung.
Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung.
Kaiserpanorama: Täglich Vorstellung. (Programmwechsel).
O essen tliche Versammlung des fortschr.-pol. Bil- dungsvercins: Vortrag von Pfarrer Lic. Traub-Dortmund' Rcatnonare und fortfchättliche Staatsanfjafsung. Samstag abend 8Vs Uhr im Cafö Ebel.
Dritte Dante-Vorlesung von Frl. Maria Basser- in an n - Heidelberg. Samstag abend 6 Uhr im großen Hörfaal der Universität.
V o l k s k o n z e r t (Wohltätigkeitsfest) Soimtag nachmittag 5 Uhr in der neuen Aula.
Vorträge für Frauen uub Mädchen über die Pflege Verwundeter und Kranker Montags und Mittwochs von 4Vs bis 5Vi Uhr in der Stadtmädchcnschule. Beginn Montag, 24. Januar.
Anlagem u s i k am Sonntag vormittag UVa Uhr in der Sud-Anlage. Spielplan: 1. Große Phantasie aus der Oper /,^ec Prophet" v. G. Meyerbcer; 2. Ouvertüre zur Operette aAcr Zlgcunev-Baron" von Johann Strauß; 3. Schmeichelkätzchen, L>alonstÜck von R. Eilenberg; 4. Siegestrophäen, Marsch von Friedemann.
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* * Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Wirkt. Geheimrat Dc. Adolf Buchner zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme undzum Tragen der ihm ooin König von Prelißen verliehenen Noten Kreuz-Medaille. 1. Klasse erteilt.
~ ** Lehrerpersona lien, Uebertragen wurde dem Lchulamtsaspiranten Hch. Kilian aus Mainz die Lehrerstelle an der Gcmeindeschule zu Meiches.
* * 2lu s d e m M i l i t ä r w o ch e n b l a 11 Dem Oberleutnant der Res. Müller (Erbach) des Jns.-Leib.-Regts. Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117 wurde der Abschied bewilligt.
Tie L Staatsprüfung im Justiz- und V e r w a l t u n g s f a ch für das Jahr 1910 nimmt am Montag, 7. März, in Darmstadt ihren Anfang. Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind bis spätestens den 1. März 1910 an das Ministerium der Justiz durch Vermittlung des zuständigen Landgerichtspräsidenten zu richten.
**Volkskonzert(Wohltätig leitslonzert). Das morgen — Sonntag — in der neuen Aula stattsindendc Volks- konzert beginnt pünktlich um 5 Uhr; die Saalöffuung erfolgt um 4i/3 Uhr; Eintritt nur von der Ludwigstraße aus durch das Hauptportal dep Universität. — Ueber Frl. Meline M ü ller aus Wetzlar, die Rezitationen von Handel- Mazetli, I. Löwenbera, F. Hebbel, Th. Storm, E. von Wildenbruch, V. Blüthgen und Eberhard bringen wird, berichtet ein Offenbacher Blatt gekegcnBich eines vom dortigen Ausschuß für Bolksvorlesnngen veranstalteten Mär- chenabcnds: „. . . Dann erzählte Frl. Meline Müller-Wetzlar Märchen von den Brüdern Grimm: „Maricnkind" und „Frau Holle". Meisterhaft verstand es die junge Dame, ihre Zuhörer in den Geist des Märchens hineinzuführen, in jene köstliche Wunderwell, wo die Bäume tanzen und die Tiere reden, wo die Poesie das Szepter führt, die Poesie in ihrer höchsten Reinheit und Lieblichkeit." Und ein anderes Blatt sagt von ihr: „Fräulein Mmiue Müller hatte die Rezitation übernommen, deren sie sich mit seinstem künstlerischem Geschick entledigte; jeder einzelne Vortrag war, was Auswahl des Stoffes und Betonung anlangt, eine Perl e." — Die hiesigen mitwirkenden Kräfte sind dem nntsikliebenden Publicum unserer ötabt so vorteilhaft bekannt, daß es sich erübrigt, ein Wort über sie zu verlieren. Alles in allem, es wird den. Besuchern oes Konzertes ein einer künstlerischer Genuß geboten werden. Hoffen wir, daß die Veranstalter durch einen ausvertauften Saal in den Stand gesetzt werden, dem ins Auge gefaßten wohltätigen Zweck (Anschaffung von Schuhen oder Kleidern für arme Kinder) eine recht erkleckliche Summe zuzuweisen. (S. Inserat in der heutigen Nummer d. Bl.).
, Gießener Ko n z er t vere in. Ätan schreibt und: Fräulein Elijabclh Bokemeyer, deren MiNmrkimg bei dem Liederabend Susan S. Metcalfe gesichert ist, wird von berufener Seite iia-djgerul/im, jie sei eine dec ^erujeniien unb Besten, jeben# lalis eine höchst bcmcrtcuswcrte Hlauieripiciciin, von der sich für die Zukunft das Höchste erroarten läßt. Wilhelm Klane gesteht, oaß er Liszt's Ls-ckur-5lonzcrt noch nie von einer Tamc m gleich vortrcjiUcher Weise gehört habe, wie von Frl. Bokemeyer und Paul Hiller aus Köln fchkießt seinen Bericht mit den Worten: „Daß wir iKni ui heiler arah^enoen pianislischen etem bald ini Gürzenich roieDer begegnen wcroen, unterliegt ivvhl feinem Zweifel."
*♦ Ueber Marcel! Salzer, der am ALontag im Klub- Saal hier aujtreten wird, äußern sich Kritiker, „Württ. Ztg.": „Ein Abend bei Marcell Salzer ist das Herzerfrisckjendste, Ergötzlichste, Wundervollste, was man jich denken kann.", „Schwöb. Merkur": „Wer in diesen verdrießlichen Zeiten, die Menschen so zum Lachen zu bringen versteht, wie Marccll Salzer, der ist mehr wie ein Tausendkünstler, der ist ein Wohltäter der Menschheit!" „Köln. Ztg.": „Wer ihn hört, vergißt die Zeit." „Leipz. -i-agebl.": „Zu Marcell Salzer! das ist die Parole für alle, die sich nach des Großstadtlebens Hasten und Plagen und ost recht langweiligen Vergnügungen recht froh und ge|mtb lachen wollen. Lui Licht- und Freudebringer, ein lachender Philosoph ist unser Marcell Salzer."
•• 11c cftaucnuerctn für Krankenpflege.
Wie ui früheren Jahren wird auch dieses Jahr bet Alice- mutcnuerchi einen Vortragskursus für Fraucn und 'Mädchen übet die Pfke g c V erw u n d cler un d Kranker unciUgeltlicl) veianstallen. Tic Kurse werden für alle Teil- neluneiinnen von großem Nutzen sein; fic vernnUeln Kennt- msse und piaUijclje Fertigkeiten, durch die sich die Teil
Nehmerinnen, auch abgesehen von jedem Krieg und seiner Rot, im allläglichen bürgerlichen Leben, in der Familie oder sonstwie sich und ihren Nebenmenschen durch Rat und Bei- Uand nützlich erweisen können. Der Alicc-Frauenverein für Krankenpflege betrachtet es bekanntlich als seine vornehmste Aufgabe, Berufs-Krankenpflegerinnen auszubilden und anzu° stellen. Da die Anstelliings-, Gehalts- und Pcnsions- ocrhältnisse der Schwestern des Akice-Frauenvereins recht günstig sind und sich gegenwärtig ein Mangel an Schwestern bemerkbar macht, so ist hier Frauen und Mädchen eine passende Gelegenheit zur Erlangung einer Erwerbsstellung gegeben. Nähere Auskunft wird die Veremsoorsitzende Frau Geh. Jiistizrat Gebhardt gern erteilen.
** Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand muß noch einige Tage gesck,lo,sen b.ei^en, da die für die neue Ausstellung bestimmien Bilder noch unterwegs sind. Die zur Ausstellung gelangenden Kollektionen des Holländers Gerard Bergsma^Zouielande und von Georg Greve-Lindau-Tennenlohe waren noch diese Woche int Kunst- l'alon Schulte-Berlin ausgestellt, wo die Ausstellungsdauer dieser Bilder um 8 Tage verlängert wurde. Didurch wurde die Verzögerung der Eröffnung der hiesigen Ausstellung herbeigesührt.
** Die hiesigen Hassia-Vereine (ausschl. des Vetevanenvereins) feiern den Geburtstag des Kaisers ge- meinscha,tlich durch einen Kommers. Tie diesjährige Fei.r findet am 26. d. Mts. im Saale des Zelsenkeliers statt. Nach Beendigung des ofjiziellen Teils werven Mitglieder der einzelnen Vereine durch lebende Bilder, komische Vorträge uj‘n>. für weitere gemütliche Unterhaltung sorgen, so daß ein recht schöner Abend für jeden alten Soldaten, ber kameradschaftlich gesinnt ist und Liebe zu Kaiser und Reich hat, in sichere Aussicht gestellt werden kann. (Anzeige erscheint am Montag.)
** Das Frankfurter Intime Theater wird, wie man uns schreibt, heute int Kolost'eum zwei Novitäten zur Aufführung bringen, die das größte Interesse erwecken dürften. In erster Linie: „Nach dem Maskenball", ein Dialog in einem Auszug von A. Neihhardt, nach Reznizecks Bild: „Die G schämige", dann der französische Schwank: „Keusche Toinette". Ferner werden sich ein englisches Ballett und neue Vorträge von Hans Fredy, an denen sich solche von Fritzi Krantz, Mia Castati und Walther Renard anschließen.
* Münzendiebstahl. In einem Hause der Bahnhofstraße wurden in der Nachr vom 21. tunt 22. l. Mts. folgende Münzen gestohlen: Etit Fünfmarrstück in Gold mit dem Bildnis Kaiser Wilhelms I., ein Füiiiinamstück in Gold mit dem Bildnis des Königs Albert von Sachsen, ein Zehnmarkstück in Gold, ein Fünfmarlslück in Silber und ein Zweimarkstück in Silber mit dem Bildnis Kaiser Friedrichs und der Jahreszahl 1888, ein Jubimums Fünfmarlslück in Silber mu. dem Bildnis des Königs Friedrich 1. und Kaiser Wilhelms II., sowie ein Taler mit per Jahreszahl 1817. Um Anhaltung der Münzen und um Mitteilung bei der Kriminalpolizei wird im Jnterejse des Bestohlenen erfucht.
" Das Verzeichnis der Fern sprech stellen, das von der Firma Ernst Balser seit Jahren herauSgegeben wird, ist in einer neuen, bis zu diesem Nionat ergänzten Ausgabe erschienen. Das geschmackvoll und praktisch hetgestellte Verzeichnis ist sehr übersichtlich und wird allen Benutzern des Telephons eine angenehme Erleichterung verschaffen.
** D e r Z e n t r a l a u s s ch u ß des V o g e l s b er g c t Höhen-Elub teilt den Zweigvereincn in einem Rund- schreibeü über die g e rn e i n s a nt c n V c r a n st a 11 u n g e n oes Jahres 1910 folgendes mit: 1. Es läßt sich heute noch nicht feststellen, wann die Arbeiten am Bismarckturm beendigt sind. Wenn irgendwie möglich, soll die Einweihung des Bismarckrurms Samstag, 4. Juni erfolgen. 2. Sonntag, 14. Juni, Hauptversammlung in Grevenhain. 3. Sonn- । tag, 3. Juli, Hauptausflug auf den Hol erodskops. 4. Sonntag, 2. Oktober, Herbstausflug nach Alsfeld. Ferner enthält das Rundschreiben folgende Bitte: Endüch glauben w.r, da wir als Volksgenossen doch zusammenstehen wollen, Ihre Blicke auf die Not, die infolge des Borschußkafsen-KonkurseS in Ober-Mockstadt über viele Landsleute dortiger Gegeno hereingebrochen ist, lenken zu müssen. Gaben uinunt*cni-- gegen das Großh. Kreisamt Büdingen.
*:i: Futterplätze für Vögel. Tie seuhcrigc gelinde Witterung kam ganz besonders den gefieberten Sangern in Feld und Waid zn statten, fic fanoen noch immer ihren Tisch gedeckt. Ter über Nacht cingetretenc leichte Schneefall brachte ihnen aber eine große Enttäuschung, >er Hunger trieb fic am Morgen den Wohnstätten der Menschen zu. Gerade ber Nachwinter bringt un,erc kleinen Lieblinge in mancherlei Gefahren, tagtäglich werben viele dahingerasft. Es ist baher Pflicht der Menschen, Futter- )lätze einzurichten und sie hiurcichenb mit Futter ju ver- eh en. Eine ausgezeichnete .Anweisung hierzu gibt bic Vogelschutzschrift: „Futterplätze für V.gel im Winter". Das Büchlein ist bei 23. G. Teubner-Leipzig erschienen und kostet nur 20 Pfg.
x Wieseck, 21. Jan. Der Landwirt Kern machte feinem Leben durch Erhängen ein Ende. Der 61 Jahre alte Mann lebte in den besten Verhältnis,en, soll aber in letzter Zeit dem Trunk ergeben gewesen sein. Er war Veteran von 1870/71.
k. Watzenborn-Steinberg, 21. Jan. Hier haben in dieser Woche 2 Leute ihrem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht: der Werkmclsler Heinrich Hof in Watzenborn und der Sattler Anton Planz in Steinberg. Bei dem Erstgenannten führt man die unselige Tat auf die in letzter Zeit sich bei ihm bemerkbar machende Trunksucht zurück.
-n. Großen-Buseck, 21. Jan. Beim Baumfällen ist ein hiesiger Einwohner verunglückt. Ein stürzender Baum traf ihn fo unglücklich, daß er ein Bein brach. Aeczt- liche Hilfe war rasch zur Stelle.
-r. R e i s k i r ch e n, 21. Jan. Bei den Bahnhofserweiterungsarbeiten in Bensheim verunglückte der von hier stammende Arbeiter Lindenstruth schwer Das eine Bein ist ihm einmal, bas andere mehrfach gebrochen. Dec Schwerverletzte wurde in das dortige Krankenhaus oeo- bracht, während ber mit ihm verunglückte jedoch transportfähige Arbeiter Wagner ans Gießen in bic Gießener K.inik ausgenommen würbe.
ä Lich, 20. Jan. Wie mitgeteilt »vnrde, ist hier die Gründung eines VolkSbildungsocreius mit Llnschluv an den Nhein-Mainischcn Verband für Volksbildung und andere Beslrebungeii geplant. Einige Herren haben die Vorarbeiten dazu nun erledigt, und es ivird denrnächst in einer öffentlichen Versammlung Hauptlehcer ZVolk - Offenbach a. M., der Geschäftsführer des Nheln-Btainischen Vec-


