habe darin auch schon Fortschritte gemac&t Eine Luftflotte sei zu teuer: ober im Lande müsse eine gewisse Anzahl vorhanden sein, Bas müsse man eventuell durch Subventionen fördern. Die Flug- '«apparatc seien sehr unsicher; sie fliegen für Beobachtungen zu schnell und könnten in großen Höhen mit Sicherheit eine zweite Person nicht mitführen. Die Verwaltung verfolge selbstverständlich die Entwicklung und unterstütze auch dahingehende Versuche. — Dieses Programm wird aus dem Ausschuß heraus für richtig gehalten. Es wird gefragt, ob die Antriebsmaschinen für Flugapparate noch im Auslande bestellt werden müßten. Die Frage verdiene Aufmerksamkeit; auch die Unterseeboote habe man anfangs nicht ernst genommen. Oberst Wandel erwidert auf die Frage, die deutsche Industrie liefere den Luftschiffen ausgezeichnete Motoren; für die Flugapparate freilich sei unsere Technik noch nicht auf der Höhe.
Sodann verhandelte der Ausschuß über das Veierinär- osfizierskorps. Die Mehrkosten betragen eine halbe Million Mark. Die Stellung der Veterinäre gegenüber den Offizieren bleibt dieselbe, dem Schwadronschef bleibt, auch wenn der Veterinäroffizier älter ist, die Verantwortung. Der Korreferent hat Bedenken gegen die Umwandlung. Man solle alles mögliche bewilligen, aber die Veterinäre nicht zu Offizieren, sondern zu höheren Beamten machen.
Ein nationalliberales Mitglied spricht für die Umwandlung in ein Offizierkorps, weil man gar nicht mehr anders könne. Man habe niemals bei allen Anfragen im Reichstage irgend einen Widerspruch gefunden. Man habe das Gehalt kürzer gehalten, als es sonst ausgefallen wäre, weil man die Umwandlung vorgesehen habe. Damals sei ausdrücklichlich die Geringfügigkeit des Gehalts damit begründet worden, daß die Herren selbst mit geringeren Gehältern zufrieden sein sollten. Daß die Herren mehr Ansprüche jetzt stellten, sei richtig; er selbst habe einen Anttag, den Aeltesten Majorsbezüge zu geben, um die Herren wetter als die Zeugoffiziere zu bringen, denen sie in der Vorbildung weit überlegen seien. Aber man könne das ja ablehnen. Jedenfalls sei aber die Lage des Reichstages so, daß er nach seiner Ansicht gar nicht anders könne als der Umwandlung zuzustimmen.
Die Absttmmung über die Frage wird ausgesetzt bis zum Schluß des Militärhaushalts.
Donnerstag Fortsetzung.
Ans Stadt nnS Laad.
Gießen, 2. Februar 1910.
— Tageskalender für Mittwoch, 2. Februar. Stadt- t he ater: „Romeo und Julia". Anfang 7 Uhr.
Verein für Frauenstirnmrecht: Vortrag von Prozessor Mittermaier: „Tic Fran im Strafrecht, Strafvollziehungs- Prozeß und Strafvollzug-. Abends 8* */* Uhr im Hotel Scyütz.
*
— Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den von dem Grafen von Schlitz genannt von'Görtz auf die 2. evang. Pfarrstelle zu Schlitz präsentierten Pfarrvcrwalter Gust. Böckner daselbst für diese Stelle bestätigt.
• * Erledigte Lehrer st eklen. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bieber. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Ober-Schmitten. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nie de r- Seemen. Mtt ihr ist Organisten- und Borlesedienst verbunden. Dem Fürsten zu Stolberg-Roßla-Ortenberg stehl das Präsentationsrecht zu.
* * Prüfung 8 stat istik. In den 9 Jahren 1901 bis 1909 unterzogen sich 145 Kandidaten der evang. Theologie der Schlußprüfung tn Darmstadt, also durchschnittlich jährlich 16, sämtlich mit Erfolg. Der Staatsangehörigkeit nach waren Hessen 130, Nichthessen 15. Im Alter von unter 25 Jahreu standen 73 Kandidaten, über 25 Jahre alt waren 72.
— ZurTeilnahme an derRekr-ntenbesichtigung traf heute der kommandierende General des 18. Armeekorps, General der Infanterie von Eichhorn hier ein und nahm im Hotel „Großherzog von Hessen" Wohnung. Die Rückreise erfolgt morgen.
— Der Delegiertentag der Kriegerkameradschaft „Hassia" wird am 14. Juni in Offenbach abgehalten. Die Vorbereitungen hierzu werden von den Vorständen der drei dortigen Kriegerveceine gemeinschaftlich getroffen.
* • Stadttheater. In der lustigen Novität des nächsten Sonntags, dem Schwank „Der dunkle Punkt" von Presber u. Kadelburg, sind die Herren Bakof, Norden, Gühne, Marx, Volck uud Gunolt, sowie die Damen Scholz, Gühne, Ney und Gloeden in Hauptrollen beschäftigt. Die Regie liegt in den Händen von Direktor Steingoetter, der das Werk nach dein Muster der Berliner Aufführungen in Szene setzt.
so angenehm gemacht hat, nicht auf saubere Art erworben ist. Glatt und munter wie ein klarer Bergbach läuft der Dialog, blitzend, glänzend, voll von Paradoxen und Geist- reicheleien, imnzer in Bewegung und Fluß. Darin liegt denn auch Shaws Stärke; er ist ein Meister der Rede, wie er ein Meister der Charakteristik ist. Scharf und ent- sckieden stehen sich ideale und reale Weltanschauung gegenüber und doch finden sich in den einzelnen Menschen wieder Idealismus und Realismus in wunderlicher Mischung, %. B. in dem Sohne des Pfarrers, mit dem Shaw sich noch eine kleine Privattomödie geleistet hat. Da zeigt der Dichter, wie weit eine Welt rammt, die nur von der Rücksicht auf das eigene Wohlergehen geleitet wird. Morsch und faul bis ins Mark seid iyr, und der neue, reine Mensch, der da unter euch wandelt, ist euch unverständlich und eine ganze Welt trennt euch von ihm.
*
, Die Aufführung selbst war ein künstlerischer Genuß, wre man ihn nur selten erlebt. Abgeklärt und reif bis in das kleinste, ohne Stockung und ohne Krümmen bauten die Frankfurter Künstler diese eigenartige Welt vor uns auf, und es ist schwer zu sagen, wer den größten Anteil an dieser Musterleistung hat, der geniale Regi.seur oder der feinfühlige Schauspieler, der sich ohne Zögern der allgemeinen Wirkung unterordnet. Thessa Klinkhammer spielte die Frau Warren mit einer Natürlichkeit, die uns einen klaren Ausschnitt aus jener seltsamen Welt gab, und wie sie den Ton traf zwischen Wahrheit und Luge, das war bewundernswert. Großartig analysierte sie ihr Emp- findnngsleben im zweiten Aufzug und großartig and) im letzten Aufzug, wo ihr das Vergebliche ihrer Bemühungen um die Tochter klar wird. Ihre Tochter Vivie wurde von Mary Urban mit prächtig eindringlicher Verinnerlichung gegeben. Man glaubt dieser Frau unbedingt, man sieht, hier ist der tüchtige, ungebrochene Mensch, der ,ich durchsetzen will und der sich auch durchsetzen kann. Sir George Ervsts, das „Vieh mit dem breiten Maul", wurde von Arthur Bauer mit all der feinen Kunst dargestellt, die wir an diesem bedeutenden Darsteller schon häufig bewundern konnten. Eine bis in die letzten kleinsten Fasern durch-
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60 junge Lehrer dieses Jahr von hier ab.
Am 18. Februar
findet die Entlassungsfeier statt,
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gearbeitete, glänzende Leistung. Die Gestalt, die Shaw mit seinem ganzen Geist reich, ja fast überreich ausgestattet hat, der Pfarrersohn, war bei Gg. Len g b ach in den besten Händen. Mit überlegener Leichtigkeit brachte er seine zahlreichen Geistesblitze unaufdringlich zur rechten Wirkung und zeigte so ein ausgezeichnetes Können. Der Pastor wurde von Max Reimann ebenfalls sehr schön dar- gestellt, und auch Arthur Hellmer bot in der etwas matt geratenen Gestalt Preads eine sehr vornehme Darstellung, wie denn die ganze Aufführung unmittelbar mustergültig zu nennen ist und auch nicht die kleinste Abrundung vermissen ließ.
Bedauerlich war es, daß das Haus nicht so gut besucht war, wie es zu erwarten gewesen wäre, aber dadurch wird das sehr anerkennenswerte Streben und das Verdienst unserer Bühnenleitung nicht gemindert, und hoffentlich werden wir noch häufiger mit solchen Gastspielen erfreut.
Karl JXeurattu
®. I. Sicrbaum f.
Wie uns ein Telegramm aus Dresden meldet, ist gefteui abend um 7 iLjr der Dichter Otto Julius Bicrbaum int Alter von 41 Jahren an einer Herz- lähmung gestorben.
Bierbaum war einer unserer fruchtbarsten Schriftsteller und seine „Chansons" wurden in starken Auflagen verbreitet. Mit dem Erlöschen des Ueberbrettls war auch er etwas in den Hintergrund getreten, erzielte aber neuerdings wieder mit seinem mehrbändigen Roman „Prinz Kuckuck" einen starken Erfolg^ Von seinen Werken sind in erster Linie zu nennen: Studentenbeichie (93), Freiersfahrten (95), Stilpe (97), Empfindsame Reise im Automobil (03), Zäpfei Kern (05), Der Musen krieg (08). Von seinen Gedichtsanrmlungen erlebte der Irrgarten der Liebe in fünf Jahren 36 Auflagen. Auch mehrere inzwischen wieder ein gegangene Zeitschriften hatte er begründet, so den „Pan", den „Bunten Vogel" und die „Insel".
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Die 17. Tagung des Vereins Deutscher Laryngo- .o g cn ftnocr am iu. um) 11. '.um in unesom Mtt.
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= Bad-Nauheim, 1. Febr. Am Sonntag veranstaltete der Eisenbahnverein Butzbach im Eisen bahnhotel (Haberl) hier die Feier des Geburtstags öc> Kaisers. Der Präsident, Gütervvrsteher Griebel, But- bach, sprach den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen seinen Dank aus. Bahnhofsvorsteher Hahn, Butzbach, wies mit kernigen Worten auf die Bedeutung des Tages hin und brachte am Schlüsse das mit Begeisterung aup genommene Hoch auf den Kaiser ans. Nach Absingen der Nationalhymne erfolgte die Verleihung von Ehrendiplomcu an acht Vereinsmitglieder für 25- bezw. 40 jährige Eisenbahndienstzeit. Dann begann der gemütliche Teil der Feier, bestehend aus wohlgelungenen humoristischen und musikalischen Vorträgen foiute Absingen von patriotischen Liedern. Das Vereinsmitglied Heßler widmete den larcn noch einige herzliche Worte und brachte ein dreifach Hoch auf sie aus.
L. J} rieb berg, 1. Fcbr. Am 15. Februar beginnt die zweite und letzte mündliche EntlassungsPrüfung bcS Lehrerseminars, diesmal die Klasse Id, an der 39 Seminaristen teilnehmen werden. Es gehen im ganzen gegen
«ter§ recht gut. Besonders erfreulich war es, daß so viele aus dem vorigen Jahre wieder einkchrten und andere an .Hospiz empfohlen hatten. Auch den Winter über fehlte c5 nicit an Gästen, zum Teil aus den Kolonien. Ueberhaupt kommt de Winterkur immer mehr in Aufnahme. Die wohltuende Stile zieht nicht wenige an.
** Da die Maul- und Klauenseuche in bcc Schweiz eine für den inländischen Viehbestand gefahrdrohende Ausdehnung erlangt hat, hat das hessische Ministerium die Einfuhr von Klauenvieh aus der Schweiz bis auf weiteres verboten.
-s. Leihgestern, 1. Febr. Der Kriegerverein „Hassia" feierte Kaisers Geburtstag am Samstag tn schönster Weise. Der große Saal im „Löwen" war voll besetzt. Nach herzlicher Begrüßung durch den Vorsitzenden Häuser feierte Kamerad Buß unseren Kaiser in längerer Nede und brachte das Kaiscrhoch aus. Kamerad Schäfer trug einen sehr schönen Prolog vor, und nun wechselten lebende Bilder, humoristische Vorträge und Theatcrstückchcn mit Musikvorträgen. Kamerad G. Heß machte sich besonder verdient um diesen Abend. Neben vielem anderen Schönen, das er uns bot, hatte er sich auch bemüht, mit 12 Mädchen (Tirolerinnen) zwei Reigen einzuüben, die sehr hübsch aus. geführt und viel bewtindert wurden. Allen, die durch ihre 'JJhtioirFung am Gelingen dieser Feier beitrugen, wurde ge-' dankt. Die von einer Abtetlung der Kapelle des Infanterie- Regiments 9ir. 116 bargebotenen Musikstücke wurden sehr beifällig aufgenommen. An die Festfeier schloß sich ein Ball an.
/. Garbenteich, 1. Febr. Der Kriegerverein feierte den Geburtstag des Kaisers am Samstag abend im Saale bei I. Lotz in schönster Weise durch einen F.u milienabend. Der Vorsitzende L. Keßler hielt eine Festansprache, die mit einem Hoch auf Sen Kaiser ausklang, worauf die Nationalhymne gesungen wurde. Vorstandsmitglied I. F. Dörniger fesselte seine Zuhörer burch i einen Vortrag über die Schreckens fahre von Na s poleon l. Der Vorsitzende L. Keßler brachte noch ein Hoch auf das Großherzogliche Haus aus. Mit patriotischen Gesängen und Unterhaltung aller Art blieb die Versammlung bis in die späte Nacht zusammen. — Der Gesang. Verein Frohsinn feiert nächsten Samstag abend feijil 33. Stiftungsfest, verbunden mit .Abendunterhaltung und i Tanz.
— Treis a. b. Lumda, 31. Jan. Der Turnverein \ Treis a. d. Lda. begeht am 16. und 17. Mai (2. und 3. Pflügst-1 feiertage) das Fest der Fahnenweihe. Die Lieferung! der Fahne ist der Firma Hisgen in Lich übertragen. Zidern Feste wird ein Juxplatz eingerichtet.
= Lich, 2. Febr. Am nächsten Sonntag abend wird! Herr Volt, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verbandes fix | Volksbildung, im „Holländischen Hof" einen für jedermann 1 zugänglichen Vortrag über „Zweck und Ziele bei Volksbildungsvereine" halten.
-- Schaden bach, 1. Febr. Am' Samstag abend hielt ! Lehrer Fink von Zell in nuferem Kriegerverein einen ’ Vortrag über; „Unseres Kaisers Lebens Nicht nur alle Mitglieder des Kriegervereins, sondern auch die meisten 1 erwachsenen Gemeindeglieder, sowie die Fortbildungsschüler 1 nahmen an dem Vorträge teil. Präsident Kirch stattete! dem Redner den Dank der Versammlung ab. Alsdann hielt der Ehrenpräsident Lehrer Volk noch eine längereI Ansprache über den Krieg von 1870/71 und brachte ein Hoch I auf nufere zwei Veteranen ans.
, Fc. Ober-Erlenbach, 1. Febr. Hier findet am 6. F? bruar btc Einweihung der Vctcranentafel statt zu der bi, Krreger-Vercinc des Bezirks Friedberg Deputationen entseiiden werden. Die Festrede hält^Pfarrer Kling-Ober-Erlenbach.
sc. Büdingen, 1. Fevr. Die Fortsetzung der Klein bal)n|trcde Hanau — H ü t ten ges ä ßbis Büdingen bf>L Id.aftigte m den letzten Wochen die Gemeinderatssitzim.gmr in den an der Strecke liegenden Gemeinden. Tie Stadt Büdingen, die cinui Beitrag von ca. 100 000 Mark zu den Kosten aufbnngeit soll, ist von der Strecke nicht sehr erbaut, die dorUgcu Gesckäftslenre befürchten eine Schädigung durch sie, da das Publikum dm ©täbtenl Hanau und Frank,urt nähergerückt werde. Dem Wernehmen nid" beabsichtigt der Staat nach Feritgslcllung der Bahnstrecke bis Büdingen, die Bahnlinie zn enuerben, um diese für die demnäckif hier garmfonierenben Eisenbahnregimenter zu Ucbimgen ,ut Ver . süssung zu hüben.
X B a d - N a u h e i m, 1. Febr. Chefarzt am hiesigen M i l > - tärkurhaus war seither einer der hiesigen Badeärzte, Stabs > arzt der Reserve Dr. med. Schädel. DaS altgemeine Sparsamkeit^- I system, das auch von der Militärverwaltung befolgt wird, 1)01 j jur Folge, daß die Stelle jetzt von einem zur Disposition gc .1 stellten aktiven Mttitärarzt besetzt wird.
— Eine Kirmes auf dem Lande, das ist der Grundgedanke, den der Turnverein seinem diesjährigen Maskenball am nächsten Samstag abend zugrunde gelegt. Eine größere Anzahl entsprechender Aufführungen iit in Vorbereitung, Tänze, Umzüge usw., sogar ein Zug von Z II. Da der Ortsbürgermeister seinen Polizeidtener angewiesen hat, auf Fräcke und neumodische Kleider ein besonders wachsames Auge zu haben, empfiehlt es sich, in ländlichen Trachten ober in städtischen Sommerkleidern auf der Turnerkirmes zu erscheinen, damit man nicht unangenehm auffällt. — Als Nachfeier zu dem Ball ist für Samstag nachmittag ein Ausflug nach der Hardt vorgesehen.
** Freidenkervereinigung. Man schreibt uns: MaK kann täglich und aller Orten moderne Eltern darüber klagen Horen, daß besonders die biblische Gesänchte, wie sie unseren Kleinen und Kleinsten erzählt wird, häusliche Fragen auslöst, auf die unsere Eltern schwer zn antworten wissen. Hier klafft eine täglich sich erweiternde Kluft zwischen Schnllehre und dem vorwärtsdringenden Leben. Wie hier zn helfen ist, das will Dr. Biedenkapp zeigen. Versäume niemand seinne Vortrag über dies hentzutage brennende Problem, der morgen abend stattfindet.
•• DieFreiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hielt am Montag im Sauer'schen Saale ihre Jahres-Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß 1909 33 Uebuugen und Versammlungen stattfanden. Die Kolonne zählt zurzeit 38 Mitglieder, 10 Mitglieder befinden sich noch im Ausbilduugs-^ turfns. Diese fortwährende Neu- und Weiterausbildung. stellt große Zettopser an Kvlouuenarzt, Führer und Mannschaften. Hoffentlich finden sich immer mehr brauchbare und hauptsächlich auch im Mobilmack)uugsfall abkömmliche Männer bereit, an dem Sauitätskolonnenwesen aktiv sich zu beteiligen. Es wurde int Vorjahr Hilfe in Anspruch genommen resp. dazu gerufen: Von der Polizei in 16Fällen (int Vorjahr 20), von Aerzten in 31 (11), von Privaten in 152 (102), davon teilweise auf Verbandftellen in 88 (56), außerhalb derselben in 199, auf Wachen in 7 Fällen. Es betrafen 36 (36): Knocheitbrüche (Verstauchungen), 2 (6): Augenverletzungen, 209 (200): Verwundungen, 6 (9): größere Blutungen, Schlaganfälle, Ohnmächten, 40 (21): innere Erkrankungen, Krampf- und epileptische Fälle; zusammen 293 (272) Hilfeleistungen. Dabei wurden insgesamt 80 (48) Transporte ausgeführt, wovon 40 (20) auf innerlich Schwerkranke entfielen. Diese ersten Hilfen feilen und können nicht den Arzt ersetzen, sondern sie sollen hauptsächlich darin bestehen, daß der Hilfesuchende so rnsch und derart fachgemäß der ärztlichen Behandlung zugeführt wird, daß nicht noch weiterer Schaden entsteht. Es wird keine Hilfeleistung von Bezahlung abhängig gemacht, nur bei genügend Bemittelten wird Ersatz der aufgelegten Kosten beansprucht. Bei allen Fällen, wo die Hilfe der Sanitätskolonne beansprucht wird, sollten sich das Publikum oder die Polizeiorgane an die nächste Verbandftelle wenden, die durch ein Schild kenntlich gemacht ist. Da wird stets das Erforderliche veranlaßt ober Auskunft erteilt, auf welche rascheste Weise die Hilfe erfolgen kann. Bei Transporten soll frühzeitige Bestellung erfolgen. Die Kolonne besitzt jetzt zwei fahrbare Tragen, einen Desinfektionsbehälter (nur für eigene Geräte und Ausrüstungen), 9 Tragen mit Gurten, für drei Güterwagen die Ausrüstung eigenen Systems zum Verwundeten- und Krankentransport, Uniformen und Ausrüstungen für 40 Mann, jedoch nur teilweise vollständig, Rettungskasten, Verbandtournister, Verbandmittel, Werkzeuge, Jmprovisations- und Uebungsmaterial usw. Das Inventar ist mit 3835 Mk. gegen Feuerschaden versichert. Das Rechnungsergebnis für 1909 schloß mit 1622,25 Mk. ab und der Voranschlag für 1910 wurde auf 1500 Mk. festgesetzt. Als nächstes Arbeitsgebiet hat sich die Kolonnenleitung neben der Vervollständigung der Ausrüstung' die Bildung von Nachbarabteilungen zum Ziele genommen. Zu diesem Zweck werden bald Hebungen und Versammlungen außerhalb Gießen abgehalten werden, um die nötigen aktiven und unterstützenden Mitglieder zu werben. Hoffentlich liegt die Zeit nicht mehr fern, wo in unserer induftriereichen Gegend ein regelrechter Uufallmelbedienst mit ständiger Rettungswache, Auto-Krankentransportwagen usw. eingerichtet wird, wie man es in anderen Gegenden schon längst hat. Rascheste, sachgemäße, erste Hilfe und Zuführung der ärztlichen Hilfe muß dabei die Hauptaufgabe fein.
** Eleonoren Hospiz in Bad Nauheim. Bei bei am 26. Januar abgchattcucu Versammlung der Gcsüpchafter konnte das sinanziellc Ergebnis des abgclaitienen Jahres als rech' befriedigend sestgesteltt werden. Tas Geiettsckaftslapital wurde durch Beitritt neuer Gesellschafter auf 83 000 Mark erhöht. Im Lause des Jahres konnte das anstoßende Zwitlingshaus erworben und in den Betrieb einbezogen werden. Es stehen nun 100 Betten zur Verfügung. Ter Besuch war angesichts des ungünstigen Som
Ikta lfteßen Buge, da genügt« ® Igel O, Itfil tiß die ( toStänb rznianM «en, baf Herr iarfratif äeckige? a weiter chr feil evrden.
T ie 2 I 'jnirat, i j ecken ca L Ehre i aMN tiStuöet jitiier. 6) teilten D M-acher Äack, unter Eh wöge: Ä l^niut nid awglifc - | einen | cm „Tdd I pröfi fei | ichm eine pare Ä I Nerüei l ifet tdii l&tage bi l MM W ■ gar iti^f ! reiKHmen. |%7M, , iWlligle ’ Wit al rier lebe Ä Wir I ihm m - fc emnse totn, ani 2 den Ä ^gegentre einen Eh M Lelei « Aeidi nai die (V zum
-- Lardenbach, 1. Feor. Die Krieg ervereiW L a r d e u b a ch und KI e i n - E i ch e u feierten am Sonnraj abend int Diehl'fchen Saale den Geburtstag des Kaisers Lehrer Schmidt hatte ein Programm entworfen, das jeden Zuhörer befriedigte. Einige Schüler und Schüler'nncn leiteten die Feierlichkeit durch Vorträge von Prologen ein. Nachdem der Chor: „Dem Kaiser tönt mein Lied" per klungen war, trugen sechs Heinere Knaben, mit Fähnchen und Schärpen in den deutschen Landesfarbeit geschmückt, einen längeren Dialog sehr schön vor. Das durch die Schülec aufgeführte Festspiel: „Schmückung der Kaiserbüste" war ergreifend und das jich anschließende lebende Bild entzückt? alle Zuschauer. Pfarrer Weinberger hielt sodann einen beifällig aufgenontmeiten Vortrag über Lardenbachs An sänge und Vergangenheit, soweit diese sich aus den vor handelten Urkunden nachweisen ließen. Hierin schilderte er auch besonders die Zustände aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Den Schluß bildete das iu allen Stücken vorzügM gelungene Festspiel der Kinder.


