Hausbos
△ Heuchelheim, 15. April. Mit Beginn beS Schuljahrs ist unsere Volksschule achtklässig geworden. Während 62 Schüler konfirmiert wurden, konnten rnnd 70 neu ausgenommen werden.
Lindenstruth, 14. April. Sein 3. Bundesfest >egeht der Sängerbund „Chattia" am 10. und 11. Juli in unserem Dors.
cf). Oppershofen, 15. April. Im Herbst finden hier verschiedene Gemeindewahlen statt. Es ist die Wahl eines Bürgermeisters und dreier Gemeinderatsmit- glieder vorzunehnien, sämtlich wegen ,Ablaut der Wahlperiode. Unser jetziger Bürgernleister Schmidt wird voraussichtlich wegen hohen Alters eine Wiederwahl nicht mehr annehmen. Er 'hat das Amt 27 Jahre lang betleibet; ein Beweis dafür, daß er sich allseitiger Beliebtheit erfreut. Ein Bürgermerster t'andidat ist bis jetzt noch nicht laufgestellt. Auch der Beigeordnete unserer Gemeinde, Weil, hat sein Amt schon etwa 16 Jahre inne.
(.) Nied er-Mörlen, 15. April. Unser neues Schulhaus, ein prächtiger zweistöckiger Bau, geht seiner Vollendung entgegen. Tie Bautosten »belaufen sich auf 60 000 Mk. Mit der Fertigstellung des Baues erfolgt die Errichtung der vierten Schulstelle. Seither mußten die drei Lehrer zusammen ri;ub 200 Schüler unterrichten.
sc. Bisses, 15. April. Heute früh brannten hier die Scheuern der Landwirte Wilhelm Müller und Johannes Wolff II. nieder. Tie Entstehung des Feuers ist unbekannt.;
Echte Decorii Ersatz.
Katie 51 n Rh
Gießener Strafkammer.
Gießen, 15. April.
Wegen intellektueller Urkundenfälschung
stand der 26 jährige Bauführer P N. aus M.-Gladbach unter Anklage. Tie Ebe des hier wohnhaften Angeklagten wurde wegen Ehebruchs mit seiner Haushälterin geschieden. Als letztere am 16. November v. I. ein totes Kind zur Welt brachte, meldete es der Angeklagte als von seiner geschiedenen Frau geboren, aus dem Standesamt an. Während er irüher angab, er habe sich an seiner geschiedenen Frau, die ihn noch ständig mit beleidigenden Briefen belästige, durch sein Verhalten rächen wollen, gab er bei der Verhandlung an, er habe verhüten wollen, daß seiner Haushälterin, die im Ehescheidungsprozeß den Ehebruch mit ihm unter Eid bestritt, und ihm selbst Unannehmlichkeiten entstehen. Der Angeklagte hat sein Verhalten mit 100 Mart Geldstrasc zu büßen.
Verleumderische Beleidigung
ist dem Beigeordneten A. H. von Schwalheim zur Last (jC* legt. Ter Oberamtsrichter Geh. Justizrat S. von Bad-Nauheun hat mit dem Landgerichtspräsidenten Strafantrag wegen Beleidigung gestellt, weil der Angeklagte in einer Wirtschaft zu Bad-Nauheim erzählt hat, der Oberamtsrichter habe nach einer Mitteilung des Untersuchungsrichters in der Untersuchungssache gegen den Bürgermeister Sckudt von Torheim wegen Untreue, Unterschlagung und Urkundenfälschung an den letzteren einen Brief geschrieben, daß demnächst der Staatsanwalt zu Schudt käme, um ihm die Akten abzunehmen. Ter Angeklagte gab an, et sei am
2. Trz. v. I. zu einer Metzelsuppe in einer Wirtschaft zu Bad-
Nauheim eingeladen gewesen. Es kam die Rede ans Bürgermeister Sch. und dessen Strafverfahren, wobei ein Anwesender behauptet habe, Sck. habe überhaupt leinen guten Freund mehr. Ter Angeklagte habe hieraus erwidert, daß dies doch der Fall sei, der Oberamtsrichter habe ihm ein gutes Zeugnis ausgestellt, er traue ihm keine Untreue und bergt, zu. Dieses Schreiben habe der Untersuchungsrichter vor der Vernelnnung vorgelesen und daun ein weiteres aufgesaltet, indem er bemerkt habe: „Jetzt kommt das Interessanteste!", und habe dann das srngliche Schreiben verlesen. Als der Oberamtsrichtcr Kenntnis von den Aeußernngen erhielt, wandte er sich an den Untersuchungsrichter und da dieser weder ein solches Schreiben verlesen hatte noch ein solches existierte, riet er bei der nächsten Vernehmung dem Angeklagten, sich mit dem Oberamtsrichter ins Benehmen zu setzen und die Acußerung zurückzunehmen. H. kam dieser Aufforderung nach: er erklärte vor Zeugen mündlich und schriftlich, die Sache beruhe auf &rj
Deutsches Reich.
Aus Karlsruhe wird gemeldet: In der Sitzung des Budgetausschusfes der b a d i s ch e n K a m m e r IPrach sich die Regierung für die Einführung der bicrten Wagen- klasse nach preußischem Muster aus. Der Ausschuß nahm einen Antrag an, indem er der Negierung das Bedauern ausspncht über die Aushebung einiger beschleunigter Perfonenzuge.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 16. April 1910.
* Tageskalender. Militärkonzert aus der Liebigshöhe. Sonntag nachmittag 43/< Uhr Kolosseum: Täglich Vorstellung.
Kin e mat o g r a p h: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung.
Anlagenmusik am Sonntag vormittag IIV3 Uhr in der Süd-Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz" von Karl Maria von Weber: 2. Große Phantasie aus dem Musik- drama „Die Walküre" von Rich. Wagner: 3. Rhapsodie mit Benutzung ungarischer Nationalmelodien von Reindel: 4. Düppler Schanzen-Marsch von Piefke.
* * B a h n pe r s 0 ii a lie n. Der Großherzog hat den Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Friedr. Horn zu Essen zum Mitglied einer Eisenbahndirektion in der Hes- isch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft ernannt.
** Arbeiteraussperrung im Baugewerbe. Nachdem die in Gteßen beschäftigten organisierten Maurer und Bauhilfsarbeiter zu erkennen gegeben haben, daß die Beschlüsse ihres Verbandes für sie maßgebend sein fallen, beschlossen gestern abend die Bauunternehmer von Gießen und Umgegend, heute die organisierten Arbeiter auf ihren Bauten zu entlassen.
* * Kunstv ereiw Tie Ausstellung bleibt wegen Wechsels der Gemälde von heute an einige-Tage ge- ch l 0 s s e n.
•• Die elektrische Straßenbahn wurde gestern von 5300 Personen benutzt.
** Von einem Unfall wurde heute morgen Geh. Justizrat ?Dr. Gut fleisch betroffen. Er kam in der Schloßgasie zu Fall, erlitt blutende Verletzungen und eine Verstauchung der linken Hand, mußte in ein Haus getragen werden und sich in ärztliche Behandlung begeben.
" Laschendiebe bei der Arbeit. Gelegentlich des Kaiserbesuches hatten sich, wie stets bei derartigen Gelegen- heiten, auch Taschendiebe hier eingefunden, und sie machten gute Beute. Einem auswärtigen Pfarrer wurde Uhr mit Kette, einem Grubenverwalter von Siegen ebenfalls Uhr mit Kette, einem hiesigen Beamten und einem hiesigen Kaufmann gleichfalls die goldenen Uhren nebst Ketten im Gedränge aus den Westentaschen gestohlen. Der Wert dieser Gesamtbeute beläuft sich auf ca. 700 Mk. Weitere Fälle sind bis jetzt mcht angezeigt worden.
** Die Bür g erm eist erw a h l von Butzbach — dem neugewählten Bürgermeister Joutz wurde vom Friedberger Äreisausschuß. die Bestätigung versagt — beschäftigte heute vormittag den Pro vin z ia l au s sch u ß , jedoch wurde die Entscheidung ausgesetzt.
" 2 5 j ä h r t g e s D t e n II j u b i l ä u m. Ihr 2 5 j ähr ige 8 Jubiläum als Haushälterin des Rentners M. Rosenthal, Bleichstraße hier, feierte heute Frl. Karoline Kahn aus Münster. Die Jubtlarin gilt als ein Beispiel seltener Pflichttreue.
" Eine Schußprämie hat der Verband deutscher Brieftauben-Liebhaber-Vereine für das Abschießen und Fangen von Wanderfalken, Hühnerhabichten und Sperberweibchen ausgesetzt. 3500 Mark gelangen Anfang Dezember 1910 zur Verteilung, und zwar 2900 Mark nach dem Verhältnis der eingelieserten Fänge, während die weiteren 600 Mark als Sonderprämien an die höchst beteiligten Schützen verteilt werden. Wer an dieser Sonderprämie teilnehmen will, hat eine Bescheinigung des Vorgesetzten oder der Ortsbehörde beizufügen, daß die Raubvögel von ihm selbst erlegt sind. Für jedes Paar Wanderfalkenfänge wird von dem Betrage eine Prämie von 1 Mk. vorab gezahlt. Zur Erhebung eines Anspruches an diese Prämien müssen die „beiden Fänge" eines Raubvogels bis spätesten« Ende November dem Generalsekretär des Verbandes W. Tördelmann zil Hannover-Linden franko eingesandt werden. Tie Läufe sind bis kurz über dem ersten Gelenk abzuschiieiden, so daß ein kleiner Federkranz stehen bleibt. Nur die Fänge obengenannter Raubvögel können Berücksichtigung finden.
"Eine seltsame Naturerscheinung. Aus Dorf- Güll schreibt uns ein Leser: Unt 5 Uhr heute morgen genoß ich das Schauspiel einer wundervollen glänzenden Erscheinung. Am östlichen Himmel, etwa 45 Grad vom Horizonte, zeigte sich von Norden nach Süden gerichtet mit kleiner Neigung nach Osten ein etwa 2 m langer und 10 cm breiter Lichtstreifen mit einem nach Norden liegenden Kern. Im ersten Augeii- blick dachte ich an einen Kometen und rief es meiner Familie zii. Allein die Erscheinung wurde schwächer und schwächer, und bis meine Angehörigen am Fenster erschienen, war sie verblaßt. Zu bemerken ist, daß die Erscheimmg stille stand, ■ also nicht wohl ein Meteor gewesen sein konnte; arich war 1 der Teil des Himmels, wo sie stand, wolkenlos, so daß 1 ein glänzender Wolkenstreif ausgeschlossen ist. Ob die Er» " icheinung schon längere Zeit zu bemerken war, iveiß ich nicht. ! Sie fiel mir plötzlich in die 'Augen und war nach ungefähr Minute verblaßt. Es wäre interessant zu erfahren, ob . diese Erscheinung auch' noch von anderen bemerkt worden , ist, was sie ivar, und was uns unsere Himmelskundigen bar- : über mitzuteilen vermögen.
Saison-Eröffnung in vav-Nauheim.
W. Bad-Nauheim, 15. April.
Mit den Eröffnungsk'längen der unter Haus Win d e r- steins sicherer Leitung stehenden, vortrefflichen Kurkapelle, die in voller Stärke ihre Tätigkeit ausgenommen hat, begann heute die Saison. Aeußerst zahlreich sind aber auch schon die Kurgäste anwesend, die sich nicht an die Zeit binden, sondern sobald es die Verhältnisse nur gestatten, die Bäder aufzusuchen. Wenige Tage vor dem Saisonbeginn hatte der Großherzog unter Führung des Kurdirektors Freiherrn v. Starck und der Abteilungsvorstände des Bades eine eingehende fünfstündige kritische Besichtigung sämtlicher Kuranlagen und Neubauten Dorgenommen. Sämtliche Badehäuser sind geöffnet und alle Kurmittel, Trinkquellen, Inhalatorium, Gradierwerke, Zanderinstitut, sind im tadellosen Betrieb. Viel Neues ist'seit Jahresfrist entstanden. Im Park sind neue reizende Durchblicke geschaffen durch Entfernung alter Restbestände; die ehrwürdige Parkallee ist durch lange Rasendecke vom direkten Straßenverkehr abgetrennt und oadurch traulich alleeartiger gestaltet. Im neuen SOlu fiff aale find die akustischen Verhältnisse stark verbessert, indem ein Teil der Emporen durch Vorhänge völlig abgeschlossen werden kann: auch ist das Musikpodium bedeutend vergrößert. Die im vorigen Jahre versuchsweise eingeführten Samstagskonzerte im Musiksaale, welche sich so großer Beliebtheit bei allen musikalischen Feinschmeckern erfreuten, sind zur ständigen Einrichtung erhoben: es werden abwechselnd Sinfonien der Kurlapelle und Künstler-Konzerte gegeben; mit einer Anzahl erster Künstler sind bereits Abkommen getroffen worden. Tas Theater unter Direktor Steingötter wird am 15. Mai eröffnet und brinat in Drama und Oper, Lustspiel und Operette vom Neuen oas Neueste, vom Besten das Beste. Ten Glanzpunkt aller Neuschöpfungen bildet zweifellos die n e u e K 0 l 0 n n a d e, welche am 1. Mai dem Verkehr übergeben wird. Sie enthält einen Croquet- unb 7 prachtvolle Tennisplätze, zu denen breite Terrassen herabführen. Dieser Teil, mit Reftaurations- und Cafe-Betrieb, großen (Garderoben und Dusche-Raum, nur dein Sport und seinen Verehrern Vorbehalten, wird zweifellos einen starken Anziehungspunkt der eleganten und internationalen Welt bilden. Getrennt hiervon und nur durch den gemeinsamen inneren Wirtschaftsbetrieb verbunden, i t das unter derselben bewährten Leitung des Kurhauspächters Hofl. Moder befindliche allgemeine große Kolonnaden-Eafe mit zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Für Ausstellung s z we ck e sind außerdem in der Kolonnade mehrere Räume mit Oberlicht vorhanden. Auf dem alten .Salinenviertel regt sich auch die Bautätigkeit und moderne
Ajfische
Vor de»> 6Wl 2 redens de.'DM M'-Mut aus, bic iben -»ar, >"'d M gleite». ~ie 5?e.ram bie frei reisten zusanii sickn sollte- J".den bb.l Verdacht, weil sie * Auch vechlM verdächlch. «MU in Tlontcvibeo viel ( brnudje. Lei dem Ko ^anderuncHallen le mit, woraus das Ehe altättcn sich die Am will in Äontevidco 1 nad) Europa getomi regeln. - Ein Poli- dav Zitliuqer und y russischen Erenze als beutete« daraus hin, blut nach Argentinu bie Angeklagten zu Mdslrase, ö Iahrci
Stuttgart. beute abent) das ll Siiljinii»', Pau- Äschofs £r. v. Rep.pl' 2er Angeklagte muri zur Tragung der Kost kattons-Aeirlgnis in d dem m der .K'osich gestochen.
Villen für Rentner und einzelne Familien entstehen, und bte Bahnhofsneubauten werden in diesem Sommer noch in Angriff genommen. Es ist nichts versäumt, um dem Weltbad seine Großmachtstellung zu sichern:, und die Bade- tadt ist auch für jedermann, Reisende und Touristen, eine Sehenswürdigkeit.
Ein Mitarbeiter schreibt uns noch zum Saisonbeginn: Die Natur ist soweit vor wie selten um diese Jahreszeit. Ueberall schon frisches Grün und würziger Blumen- inift! An den Schöpfer unseres Kurparkes, der unstreitig zu den schönsten und größten derartigen Anlagen in Deutschland gehört, werden die Kurgäste und Spaziergänger erinnert durch eine Ehrung, die die Großh. Kurverwaltung in den letzten Tagen dem verstorbenen Heinrich Siesmayer aus Vilbel, Ehrenbürger der Stadt Bad- Nauheim, erwiesen hat. Inmitten des Kurparkes, am Kreuzungsweg, der vom Kastanienrondell zur Parkallee Ührt, ist ein mächtiger Fe 1 sbl 0 ck mit der folgenden Inschrift aufgestellt worden: „Gewidmet dem Andenken des Schöpfers dieses Parkes, Heinrich Siesmayer 1857". Tie Fertigstellung sämtlicher Badehäuser machte im Interesse der Uebersicht eine vollständig neue Benennung derselben notwendig. Die Badehäuser heißen jetzt der Reihe nach: Badehaus 1 (früher V), 2 (früher X Nord), 3 (früher IX Nord), 4 (früher VIII Nord), 5 (früher VIII Süd), 6 (früher IX Süd), 7 (früher X Süd), 8 (früher VI) und 9 (früher IV).
Tr. Leo mar lvedcr ein Vorzug sunggesellc mit e nergung gegen W gung, nämlich bi tonnten, und btt einen guten Tisch durch leine - ich Haushälterin leitet ein hoffni wcttlustigste Engli Weren Heirat h ein io verhör 'd Töchtern bt jener Männerart r ^ntd) den 'Dlagc-n a ’We allerdings, i es den Mich, daß eine fcaUj
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Wurde Roosevelt an der Tür des kaiserlichen Arbeitszimmers erwartet und mit herzlichem Händedruck willkommen geheißen. Der Kaiser und Roosevelt biteben m angelegentlichem Gespräch länger als eine ljalbe stunde bejammert Roosevelt begab sich nach der Audienz beim S?ar|er in bie Kaisergruft, wo er an den Särgen der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolph Kränze niederlegte. Abends gab der Minister des Aeußern, Frei her rvon Aehren- thal, ein Essen zu Ehren von Roosevelt, dem u. a der amerikanische Botschafter mit s^mer Gemähten, Ministerpräsident Freiherr von Bienerth mit Gemahlin und Knegs- minifter von Schönaich beiwohnten.
man vermutet Brandstiftung. .
x Nidda, 15. April. Heute nachmittag sand in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums (Tarnen ^und Herren) von hier und auswärts die Eröffnung der Tuberku-i 10 s e - A u s st e 11 u n g in den Räumen der Gelverbeschule statt. Regierungsrat Tietz von Tamistadt hob die Wichtigkeit der Angelegenheit hervor tinb verbreitete sich über, >ie Tuberkulose als eine Krankheit, die sich nicht vererbe, andern von Mensch zu Mensch übertragen werde. Ein besonderer Teil seiner Ausführungen galt dem Alkohol- mißbrauch. Ter Mkohol sei ein Förderer der Tuberkulose nicht bloß, sondern auch der Verbrechen, der Sonn- tagsentheiligung und des Vermögensrückgangs. An Bil- >ern war die Zerstörung menschlicher Organe durch den Alkohol deutlich gemacht. Bürgermeister Roth dankte dem Vortragenden. Die Ausstellung wird auch von verschiedenen Schulen besucht werden.
L. Friedberg, 15. April. Unsere Sanitäts- Kolonne wird nächsten Sonntag einen Uebungsmarsch in der Richtung nach Fraqkfurt machen und unterwegs nut der von Frankfurt kommenden, ebenfalls auf einer Uebungs- tour begriffenen Frankfurter Sanitäts-Hauptkolonne vom Roten Kreuz zusammentresfen. Beide Vereine werden dann im Saale der drei .Schwerter hier eine Zusammenkunft haben.
-m. Friedberg, 15. April. Ein farbenreiches Bild bietet sich z. Zt. dem Naturfreund, wenn er den Blick von der Höhe des Chausseehauses bei Friedberg nackt Süden wendet. Ein bunter Blütengürtel, umgibt die Burg, gekrönt von den mit dem dunklen Grün des Efeus umwobenen alten Festungsmauern. Im Hintergrund schließt das Schloß nebst der alten Kirche, sowie nach Süden die altehrwürdige Stadtkirche, das Bild stimmungsvoll ab. Wenn man noch das gegenüber dem Burgberg sich erhebende Eisenpiadukt, sowie nach Westen die blauen Berge des Taunus, nebst dem zur Rechten au das Gebirge sich anlehnenden Bad-Nauheim mit betrachtet, so bietet sich dem Beschauer ein Bild, wie es schöner nicht gedacht wer den kann.
-ch. N i e d e r - W e i s e l, 15. April. Hier plant man den Bau zweier neuer Straßen; sie sollen nach Oppershofen und Hausen führen. - Zwecks Erbauung, einer Wasserleitung soll die Gemeinde den Ankauf eines in der Gemarkung Espa liegenden Quellengebietes beabsichtigen. In nuferer Gemarkung ist das nötige Wasser leider nicht zu finden. — Zur Pfarrl>ausangelegenheit wurde be- schlosseu, kein neues zu bauen, sorrdem das alte Pfarrhaus wieder herzu ft eilen.
R. B. Darmstadt, 15. April. Selbstmord beginn der Arbeiter Jak. Schmiedel aus HcmSbach a. d. B., der sich auf das Schienengeleise der Main-Neckarbahn legte und überfahren ließ. Die Beweggründe der Tat sind unbekannt.
X. Hanau, 15. April. Aus der Braunkohlenzeche der Gewerkschaft Gustav bei Tettingen war die Fimra Reifenrath aus Niederlahnstein mit Ocnt Älbräumen der Erdmassen über dem Kohlenlager beauftragt, was unter Verwendung einer Baggermaschine vor sich geht. Auf dieser verlöteten nun Baggermeister Eichstädt aus Kochi und Ma- sckstnist Reisert aus Großwelzheim eine Büchse Kar b i d, als eine Explosion erfolgte und Eichstädt lebensgefährlich unb Reifert minder schwer verletzt wurden.
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Der Kaiferbefud? in Eichen.
* Gietzen, 16. April.
lieber die Frühstückstafel im Offizierskasino wird uns noch mitgeteilt, daß der Kaiser vor Disch eine Reche von Meldungen entgegennahm, wobei er den Kompagnre- chef ter Leibtompagnie, Hauptmann Stephan, und Oberstabsarzt Tr. Plagge, der die 'Feldzüge in Chma und Südwestafrika mitgemacht hat, besonders auszeichnete. Bei der Tafel, an der außer den bereits gestern genannten Herren noch der kommandierende General von Eichhorn, der Divisionskommandeur Generalleutnant von Strantz, der Trigadekommandeur Generalmajor von Francois und der Kommandeur des Marburger Jägerbataillons, Major Friedrich Wilhelm Prinz zur Lippe teilnahmen, wurden keine Ansprachen gehalten. Vor dem Verlassen des Speisesaales unterhielt sich der Kaiser längere Zeit allein mit Pros. Dr. Bierm er, worauf sich der Monarch mit dem Offizierkorps photographieren ließ. Fräulein von Müller überreichte dann im Beisein des Fräulein von Lindequist und des Fräulein Hoos dem Kaiser einen Blumenstrauß. Im Vestibül des Kaisers empfing der Kaiser drei Vertreter des hiesigen S. C., die ihm einen Blumenstrauß. Im Vestibül des Kasinos empfing dankte den Herren für diese Aufmerksamkeit in herzlichen Worten unb' äußerte in scherzhafter Weise zu ihnen, sie möchten ja nicht solche Sachen machen wie der Bonner S. C. lieb erlaubt war der Kaiser überaus lebhaft und sehr guter Laune. Das geschmackvoll in weiß und gold gehaltene, kürzlich neuhergerichtete Kasino fand wiederum seine besondere Anerkennung. Es sei noch mitgeteilt, daß «sich um den guten Verlauf der Küchenangelegenheiten noch her Küchenchef Hermann Schmall, ein geborener Gießener, sehr verdient gemacht hat.
Außer der (bereits gestern mitgeteilten) Ordens- auszeichnung des Regimentskommandeurs Oberst von Müller wurden noch verliehen: dem Hauptmann Schröder der Rote Adlerorden 4. Klasse und dem Regimentsadjutanten Oberleutnant Jebens der Kronenvrden vierter Klasse.
Nach 4i/i. Uhr verabschiedete sich der Kaiser von dem Offizierkorchs und trat die Rückfahrt an. Sie führte durch die Landgrafenstraße, Ost-Anlage, Süd-Anlage unb Frankfurter Straße. Tie Soldaten des Regiments bildeten innerhalb der Stadt Spalier. Längs des ganzen Weges wurden dem Kaiser lebljaftige Huldigungen des zahlreichen Publikums dargebracht. Die Ankunft in Homburg v. d. Höhe erfolgte bereits um 6 Uhr. Die Absicht, bei der siirstlichen Familie in Braunfels den Tee einzunehmen, gab der Kaiser der vorgerückten Zeit halber auf. Der Besuch in Braunfels wird wohl an einem der nächsten Tage erfolgen.
Dem Oberbürgermeister Meenm gegenüber sprach der Kais er seine besondere Freude über den ihm von der Bürgerschaft bereiteten schönen Empfang und die hübsche Schmückung der Stadt aus. Er beauftragte ihn, der Bürgerschaft hierfür seinen T a n k zu übermitteln.
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