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16.4.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

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als die gestrige und mußte darum auch andere Stimmen- ergebnissc zeitigen: Graf Stolberg Hütte keinen ernstlichen Gegenkandidaten. Dazu kommt, daß der heiße Wahlkam : diesmal 2000 Stimmen mehr au die Urne gebracht hat. Und der Wahlkreis war nicht immer konservativ vertreten: 1875 und 1877 hatten die Freisinnigen das Mandat inne.

tragen.

Köln. Tie Zahl der hier und in -den Vororten ausge­sperrten Bcmhandwerker beträgt 3500.

Magdeburg. Von der Aussperrung sind etwa 2000 Personen betroffen

Nach einer Mitteilung des Arbeitgeb er bun des sur bay Baugewerbe im rheinisch-westfälischen Indu­striegebiet beträgt die Zahl der heute abend ausge­sperrten Bauhandwerker in Essen 5000, in Dortmund

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Roosevelt in Wien.

Wien, 15. April. Der Kaiser empfing heute nach­mittag Roosevelt in Privat-Audienz.

Roosevelt stattete dem Grafen Aehrenthal einen Besuch ab, der lh'^ Stunde währte. Bon dem Kaiser;

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~ Aur den Reichstagrausschüffen.

<O Berlin, 15. Avril.

Der KaliauSschuß führte heule die .Hauptbesprechiing zu Ende. Zn dein einstiveilen nur als mündlicher Vorschlag vor- heqenben neuesten Anträge des Zentrums, eine Zwangskontin- genlierung der Produktion und der Preise einzuiühren, äußerte sich der preußische pandelsmmisler Sydoiv entgegenkommend, da die Tendenz dieses Vorschlages mit der Regierungsvorlage parallel laute. Pau konservativer Seite wurde dem Grundgedanken dieses 3entrulnsant>ages zugeslininlt, desgleichen von den Sozialdemo­kraten. Auch die Natioualliberaleu erklärten, daß man tu ledern Halle etwas zustande bringen müsse. Es ivutbc dann ein von einem 'leiilriimsabgeordneten eiitivorlener und dou allen Parteien, mit Ausnabnte der Fortschrittlichen Volkspartei, unterzeichneter Antrag eingebracht, der, unter Zurückziehung des alten Zentrums­antrages, bestimmt:Kalisalze dürfen von Kalibergwerksbentzern nur nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Gesetzes abgesem werden/' Dieser 'Antrag, der lediglich das Feld ebnen soll und zum Ausdruck bringt, daß der Ausschuß eine gesetzliche Regelung tür notwendig erklärt, ohne sich einstweilen schon auf die Einzel­heiten bei dieser Regelung festzulegen, wurde, nachdem zu § 1 der Regierungsvorlage allseitig aui das Wort verzichtet würbe, gegen die 3 Stimmen der Fortschrittlichen Volkspartei angenommen. Um Dienstag findet eine vertrauliche interfraktionelle Besprechung der Parteien über die Kalisrage statt. Die nächste Sitzung i|t Mittwoch«

Ter W ahlprükungsauss chuß beschloß die U n g ü l t i fl- fett der Wahl des Ar g. Benning (Kons., Kalau-Luckau). Zur Wahl des Abg. Boltz (Natl., Saarbrücken) wurden wettere Er-

Der Ausstand im Baugewerbe.

Berlin, 16. April. Die Zahl der gestern int Reich ausge sperrten Bauarbeiter wird auf 150000 be­rechnet. Der Vorstand des Berliner Verbandes der Bauge­schäfte trat gestern vormittag zusammen. Beschlüsse wur­den nicht gefaßt. Tie Mehrzahl der Redner gaben der Hoffnung Ausdruck, daß eine Einigung zustande komme. Nach demBerl. Lokalanz." findet tn den nächsten Tagen eine Sitzung industrieller Unternehmerverbände in Berlin statt. Es soll über umfangreiche Unterstützungen des Bau­arbeitgeb er tums verhandelt werden.

Im Verlaufe des gestrigen Abends sind über die Aus­sperrung int Baugewerbe noch die folgenden Meldungen eingetroffen: .

Posen. Von der Aussperrung werden tn der Stadt etwa 1200 Arbeiter betroffen, in der Provinz etwa 5000. Tie nicht ausgesperrten Bauhandwerker zahlen täglich 50 Pfg. an die Unterftützungskasse.

Chemnitz. «Hier wurden 1700 Maurer, 500 Zimmerer und 1300 Bauhilfsarbeiter ausgesperrt.

Breslau. Bon der Aussperrung werden hier und in der Umgegend etwa 6000 Arbeiter betroffen: die Zahl der Ausgesperrten in der Provinz ist noch nicht bekannt.

Leipzig. Nach den bisherigen Feststellungen sind hier etwa 8000 Arbeiter ausgesperrt.

Kiel. Im hiesigen Baugewerbe wurden heute etwa 2400 Arbeiter ausgesperrt. In der Provinz Schleswig- 5wlstem wird die Zahl der Ausgesperrten etwa 8000 be-

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politische Wochenschau.

Gießen, 16. April.

Die preußische Wahlrechtspolitik ist erst gestern, in der Sitzung des Herrenhauses, wieder interessant geworden. Tenn was sich am Dienstag im Abgeordnetenhaus abge­spielt hat, waren Wiederholungen, die außerdem durchaus nicht überraschend wirkten. Dort hat sich dieselbe arbeits­müde Stimmung, der gleiche Mangel an bestimmten Zielen gelteitd gemacht wie bei- der Finanzkrisis in der Zweiten hessischen Kammer. Tie politischen Parteien hatten vor ihren Mahlern das letzte Pulver verschossen, sie bedurften der Waffenruhe und der Hilfe einer Körperschaft, die nicht an den Wünschen bestimmter Wählerschichten ihren Rück­halt hat. Im preußischen Mgeordnetenhaus sind zwar am Dienstag bestimmte Beschlüsse gefaßt worden, aber trotz­dem hoffen die Konservativen offensichtlich, von der Re- gterung oder dem Herren Hause möge ihnen eine Erlösung nahen. Erst gestern hat dieKreuzzeitung" die Hoffnung ausgesprochen, die Reform möge überhaupt nicht zustande kommen, da ihr keineswegs etwa die Bedeutung innewohne wie den Reichsfinanzgesetzen, die unter allen Umständen hätten zustande gebracht werden müssen. Gestern hat nun der Kanzler wieder das Wort ergriffen, kühl und leiden­schaftslos, mit unausgesprochenen Vorbehalten und dchlo- matischer Zurückhaltung. Auch die Regierung ist des Trei­bens müde, auch ihr bangt es, die.volle und alleinige Ver­antwortung an dem Schicksal des Reformwerkes zu tragen, und sie mochte sich einstweilen eher von Abhängigkeiten tragen lassen als selbst das letzte Wort auszusprechen. In kluger Rede stellte der leitende Staatsmann das Herrenhaus vor die Entscheidung: die Regierung will, daß etwas zu­stande kommt, aber sie fordert, daß die Lücken in den Be­schlüssen des Abgeordnetenhauses ausgefüllt werden, und zwar in der Richtung einer Zweiterung der Bezirke, in denen die Trittelung erfolgt, und der Schaffung eines besseren Schemas der sogenanntenKulturträger". Herr v. Bethmann-Hollweg berührte dabei die Parteitendenzen die sich doch auch vorwiegend um diese Aenderungen ge­stritten haben mit keinem Wort, sondern >er gab sich den ernsten Anschein, als wolle er an der eigenen früheren Vorlage retten, was noch -zu retten sei. Ein Vorgehen, daL vielleicht belächelt werden darf, aber, wie die Dinge nun einmal liegen, eine wicht unsympathische Beharrlich­keit berrat. Ein Höhepunkt in der Rede war die Vorstel­lung der Schwierigkeiten, die in den allgemeinen politischen Verhältnissen eintreten müßten, MNn der Kessel wieder ein Loch behält und ausläuft. Wenn aber dieKrenzztg.. gestern schrieb, es stehe für sie noch nicht fest,ob nicht dem Reichskanzler ein Scheitern der ganzen Vorlage weniger unerwünscht sein würde, als die Entgegennahme der doch tvesentlich abgeänberten Vorlage (!) aus den Händen einer lediglich von Konservativen und Zentrum gebildeten Mehr­heit", so hat sie darüber auch durch die neuesten Erklä­rungen des Kanzlers noch keine Aufklärung bekommen. Der will offenbar beute sich noch nicht in die Karten blicken lassen und zunächst 'auch den Willen des andern Hauses wissen.

Es scheint, als werde das Herrenhaus seiner wichttgen Aufgabe sich bewußt sein und an der Vorlage Aenderungen treffen, die der Auffassung der Regierung entgegenkommen. Dem Ausschuß, der sich jetzt an die Arbeit begeben soll, ist Gelegenheit geboten, dem deutschen Volke zu zeigen, daß es noch ausschlaggebende Kräfte gibt, die ohne Partei- voreingenommenhcit und ohne selbstsüchtige Absichten na­tional^ Notwendigkeiten erkennen. Werden jetzt die angebeuteten Aenderungen im Herrenhause durchgeführt, so werden die Mittelparteien im andern Hause die ihnen gebotene Hand nicht zurückweisen können. Wenn heute die parteiamtlicheNationalliberale Korrespondenz" meint, aus den gestrigen Verhandlungen seider Gesamteindruck ge­wonnen worden, daß die Aussichten auf eine auch für die nationalen Mittelparteien diskutable Fassung sich, wenn auch nicht wesentlich verstärkt, so doch einigermaßen ver­mehrt haben", so darf man daraus wohl schließen, daß Neigung vorhanden ist, die bisherige Kampfstimmung nicht das letzte Wort sprechen zu lassen. Möchten wir einer Schlichtung der Gegensätze entgegengehen'!

Daß oie letzten parlamentarischen Kämpfe an dem konservativen Körper nicht spurlos vorübergehen, das hat Herr v. Heydebrand an dem Ausgang der Reichstagsersatz­wahl in Oletzto-Lvck-Iohannisburg erfahren müssen. 10000 Wähler sind ins gegnerische Lager übergegangen und der alte konservative Sitz wurde den Händen der National­liberalen überliefert. Eine Ersatzwahl von außergewöhn­lichem Interesse. Tenn sie liefert nicht das betannte Bild von der Steuerverdrossenheit, die bisher vorwiegend der Sozialdemokratte zugute gekommen ist, sondern sie spiegelt eine Abrechnung wieder, die der konservativen Partei­leitung von ihren eignen Anhängern widerfahren ist. Aus der Rechten wie aus der Linken sind, wie wir mehrfach bargetan haben, Fehler gemacht .worden; im Wahlkreis des verschiedenen Grafen Stolberg klingt es bieSmaL den Konservativen wie eine Art Kundgebung in die Ohren. Ter nationalliberale Gutsbesitzer Kochan hat zugleich dem neuen Bauernbund einen Sieg erfochten. Man darf die Betrachtung nicht einseitig übertreiben. Tie Wahl im Jahre 1907 erfolgte unter anderen Verhältnissen und Bedingungen

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So haben allerlei günstige Umstände dem Sieg der National- 5000, in GelsenEtr chen 4000, tn Bochum -000 und liberalen vorgearteitet. Das Bild wird vervollständigt,|in Duisburg oOOO.

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Wir haben noch einer Gerichtsverhandlung zu gedenken, )ie im weiten Reiche großes Aufsehen gemacht hat: Die Enthüllungen über den bekannten Verfasser exotischer Steife» romane, Karl May. In hunderttausenden seiner phan tasttschen Bücher hat der sonderbare Schriftsteller den litera­rischen Markt beherrscht und besonders die Bewunderung der Jugend gewonnen. Ob die Schriften einen verderb­lichen oder harmlosen Einfluß auf die Jugend ausiwen, darüber darf man streiten; wir glauben, daß sie je nach >en Anlagen jugendlicher Leser mehr oder minder mit Vorsicht auszunehmen sind. Mit künstlerischen Zielen haben Karl Mays Romane jedenfalls nichts zu chaffen. Bedenklich darin erscheinen aber die etwas auf- dringlichen Bekenntnisse für katholischen Kult, in Staffen, )ie eben mit konfessionellen Tendenzen nichts zu tun haben dürften. Hier hat May sich das größte Mißtrauen zuge­zogen, zumal er die Auffassung nährte, als seien seine Zrodnkte einer ausschweifenden Phantasie wirkliche persön­liche Erlebnisse, als sei er selbst der Heid gewagtester Abenteuer. Der Schleier zog sich immer dichter zusammen, als vor einigen Jahren festgestellt wurde, Karl May habe die Reisen, deren er sich rühmt, nie gemacht, und gleich­zeitig mit seinen Reiseerlebnissen auch Bücher sittlich nicht einwandfreien Inhalts hera-usgegeben. In diesen Tagen hat ein politischer Schriftsteller, dem Mat) anscheinend ent­gegengetreten ist, dieKarl May"-Frage von neuem auf­geworfen, indem er dem fruchtbaren Schriftsteller nicpt mir die alten Vorwürfe wieder vorhielt, sondern auch em Bild seiner Vergangenheit entrollte, das beinahe etwas noch nicht Tagewesenes bedeuten wurde. Wir haben über die Schöffengerichtsverhandlung in Charlottenburg aus- mhrlich berichtet. Herr Lebius trat für seine

starken Ausdrücke: geborener Verbrecher und Dieb

den Beweis der Wahrheit an, der in der Tat alle Welt interessieren müßt-'. Umso unverständlicher aber war das Verhalten des Verhandlungsleiters. Und das ist ein Haupt­grund, der uns zu einer Besprechung der Sache veran­laßt. Das Gericht hat eine Freisprechung des Angeklagten Lebius eintreten lassen, ohne überhaupt in eine Beweis­aufnahme eingetreten zu fein. Die vom Angeklagten vor­gebrachten schweren Beschuldigungen Mays wurden vom Gericht als wahr angenommen, obgleich dieser erklärte, zwar vorbestraft zu sein, aber niemals eine derartige Ver­gangenheit gehabt zu haben. Trotz des höchst seltsamen und verdächtigen Benehmens Mays hätte unbedingt au weitere Aufklärung gedrängt werden müssen. So aber ist dem Angeklagten Lebius die Wahrung berechtigter Inter­essen zugebilligt worden mit der einfachen Annahme, als seien all die Berichte über Mays Vergangenheit als wahr erwiesen. Tie angeführten Vergehungen in Mays Lebens­lauf sollen Jahrzehnte zurückliegen: Heute ist May 68 Jahre alt. Wie sich auch die ltterarische Krittk zu ihm stellen mag: jedenfalls würde er auch als literarischer Schädling Anspruch auf Schutz der Gerichte haben. Niemand dar heute ungestraft einen wegen Diebstahls Vorbesttaften als Verbrecher bezeichnen, und es konnte für Lebius höchstens strafschärfend wirken, wenn die angeführten Straffalle so weit zurückliegen. Die Charlottenburger Freisprechung aber hat nicht nur die im Interesse der weiten Oesfentlichkeit ge­legene völlige Klarstellung versäumt, sondern auch rem juristisch Anlaß zu den trübften Bettachtungen gegeben. Wir glauben, daß das unhaltbare Urteil noch vielfach der Kritik begegnen wird, wenn sich auch die Presse bisher nur vorwiegend mit der literarischen Seite des Falles

Aenderungen in der ruisichcn Wehrordnung.

Petersburg, 15. April. Heute abend wurde in geschlossener Sitzung der Reichsduma das Rekruten­kontingent entsprechend dem vorjährigen in Höhe von 456 635 Mann angenommen. Der Gehilfe des Kriegs­ministers erklärte, die Regierung beabsichtige .auf dem Wege der Gesetzgebung Veränderungen in der Wehr ordnung durchzuführen. Ins Auge gefaßt sei unter anderem die Abschaffung der zweiten Klasse der Frev- willigen nach Absolvierung des Offiziersexamens die übrige erster Klasse auf zwei Jahre, und zwar so, daß die Frei­willigen nach Absolvierung des Offizierexaniens die übrige Zeit als Offiziere abdienen können. Ferner ist bereits eure Gesetzesvorlage über eine neue L a n d sturm o r d n u n g eingebracht. Das Ministerium beabsichtigt, wie der Ge­hilfe des Ministers mitteilte, die Zahl der in der Armee verbleibenden ausgedienten Unteroffiziere zu erhöhen und zwar bereits vom nächsten Jahre ab.

Eine von der exttemen Rechten eingebro hte Ent­schließung, wonach die Juden zum Militärdienst nicht zugelassen werden, wurde gegen die Nationalisten und die extreme Rechte abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag des Landesverteidigungsausschusses angenommen, demzufolge Ausländer im Ämourgebiet und in Transbaikalien zu Liefe­rungen für die Krone und zu Kriegsarbeiten nur in Aus­nahmefällen nach dorn Ministerrat erteilter Zustimmung zu- gelassen werden sollen.

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. . 5000 geschätzt.

Düsseldorf. Die Zahl der ausgesperrten Bau Hand­werker beträgt rund 2000.

(Erfurt Abends 6 Uhr wurden hier sämtliche orgam- 'ierte Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter ausgesperrt; von der Aussperrung sind 1800 bis 2000 Mann betroffen.

Hannover. Abends hat der Lokalverband Hannover des nordwestdeutschen Arbeitgeberverbandes sämtliche orga» nisierten Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter, etwa 4000 Mann, ausgesperrt Auch die übrigen 39 Lokalverbände )ieses Arbeitgeberverbandes haben die gleichen Maßnahmen getroffen; es kommen etwa 12 000 Arbeiter in Be­tracht. Tie jetzt nicht organisierten Arbeiter werden gleich­falls ausgesperrt, sollen aber nach acht Tagen wieder ein-

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Nr. 88 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 16. April 1010

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Sonntags. - BcUagen: * a A ▲▲ UI Abhole- u. Zweigstellen

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fe» General-Anzeiger für Oberhessen MW für che Tagesiuunmer «otattonrdnick und Verlag der Vrühl'schen Univ.'Vuch- und Steinbruderei K. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: zchulftrahe 7- Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. 3

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Der Ausschuß kür die U r h e b e r s ch u tz i r a g e (AussührungS- qeietz zilr rcoibierten Berner llebereinfiinft) lehnte zu § 22 das Prinzip der Zivangslizenz mit 6 gegen 6 Stimmen ab. Aber aus der Auswrache ergab sich die Aussicht auf Aenderung der Be­stimmung in zweiter Lesung. *

Der Arbeitskammerausschuß beschloß die Zu­lassung derArbeitersekretäre. Dagegen stimmten nut' die Nationalliberalen und die Reichspartei. Der Vertreter der Reflierung erklärte, daß für den Fall der Aufrechterhaltung dieses Beschlusses das Zustandekommen des Arbeitskammergesetzes in Frage gestellt sei. Ferner wurde gleichfalls nach einem Anträge des Zentrumsabgeordneten Dr. Will auch die Oesfentlichkeit der Verhandlungen beschlosien.

Richter, »ffefioren und Referendare in Preußen.

Wad) den neuesten amtlichen Feststellungen gibt es in Preußen z. Zt. 4817 Richter, 2806 Assessoren und 7694 Referendare. Auf die Jahre 19001908 verteilen sich

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die Zahlen wie folgt:

Assessoren 1756

Referendare 4609

Jahr 1900

Richter 3937

1901

3997

1820

4954

1902

4056

1979

5319

1903

4137

20h5

5718

1904

4245

2209

6154

1905

4399

2198

6524

1906

4547

2272

7003

1907

4647

2479

7182

1908

4730

2613

7528