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rückt ostwärts vor. Dadurch wird eine Winddrehung nach Westen beivorgcnnen, die stärkere Abkühlung im ticiolgc hat, zlunat nbcr Westeurova kalte Nordwinde sich eingestellt haben
Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 17. April 1910: Vielfach geringer Regen, windig, kühl.
LusttchiffahN.
Sin Ballouunfall.
L a a r b r ü ck c n , 15. April. Der Ballon „Prinzeß Viktoria", der gestern morgen 91/« Uhr im hiesigen Volksgartcn ^ansgcsiicgeil war, kam hinter Marburg in eine Vertitalboe. 2er Ballon NTurde von der Doc ersaßt und von einer Höhe von ^00 Metern heruntergerissen, und stieß, obgleich! die Insassen, Lbcricutnant Klein vom 70. Infanterieregiment (Führer, sowie die Zerren Brauereidirektor Müller-Geislautern und Kaufmann K stock Saarbrücken, den ganzen Ballast bis aus 212 Sandsäcke ouswarfen, auf den Boden auf. Oberleutnant Klein und Brauereidirekror Müller lourixm heraüsgeschleudert. Kaufmann Kiroch wurde ixit dem Ballon wieder in die Vöfoc getrieben, spater gelang es ihm, zu landen, und der Ballon flog dann führerlos weiter. Sämtliche drei Herren find nicht verletzt.
Sine Spur von „Luna"?
Stockholm, 15 April. Die „Schwedische äronautische Gesellschaft", die sich lebhaft mit dem Schicksal des. verunglückten deutschen Ballons „Luna" beschäftigt, erhielt gestern von dem Förster in Peck ass ä r vi Finnland, einen Brun, wonach er einige Personen vor etlicher Zeit an einem flürmüchen Abend in einem Ballon gesehen habe, der sich in 20 Meter Höhe dem Lande näherte und bald über den großen Wäldern verschwand. Spater hätten einige Personen in den Wäldern, wo h o h c r S ch u e e lag, nach dem Ballon gesucht, aber nichts gesunden, xic aronau- tische Gesellschaft betrachtet die Nachricht als äußerst werlvoU.
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Berlin, 16. ‘Jlnril. In dem Befinden des Grafen O r i o l a ist eine V e r f ck; l i ist m c r u n g c i n g e t r c t c n. 4. et Graf erlitt gestern nachmittag einen Schlaganfall.
Bergzabern, 16. April. Heute nackt um 4 Uhr über die Südpsal z ein s ch w e r e s G e m i t t c r Hiebet.
Schweighofen wurde der 19 Jahre alte Bauerniohn Eugen Fischer aus freiem Felde vom Blitz erschlagen.
Paris, 16. April. Zu dem am 18. Mai beginnenden großen Flottenmanöver, das 11 Tage dauern oll, werden 12 Schlachtschiffe, 8 Panzerkreuzer, 24 Torpedobootszerstorer sowie mehrere Adteililngen Torpedoboote und Untericcbootc an der alge ri'chen Küste zusammengezogen. Allein für den Koluciwerbrauch sollen mehr als eine Million Franken auigewendet werden.
London, 16. April. Lord Roseberb richtete an bi? „Times" einen Brief, in dem es u. a. beißt, da» er bei der außerordentlichen Wicktigleit der lonititutionellen Arife, an Ne Führer der uniouiftischen Partei den dringenden '.'lpvell richte, die T a r i ffr a g e für den kommenden W a hl k ampl f al le n z u l a s s c n und einen offenen Kampf um das Ein- oder Zwei kammerspstem zu führen. _ . .
Tunis, 16. April. Z tv a n z i g Soldaten des atrl' kanischen Strasbataillons wurden wegen Meuterei zu Zuchthausstrafen von 1 bis 10 Jahren verurteilt.
Tokio, 16. April. 2er japanische Generalkonsul in Söul trat wegen 'Unstimmigkeiten, die zwischen ihm und dem Kabinett Katsura über die koreanische Politik
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Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.
Allgemeine Wetterlage seit gestern früh: ^as westliche Stcf- druckgebiet hat uns nur strichweise etwas Regen gebramt; am seiner Oslseile herrschte gestern meist heiteres warmes fetter; dagegen sind im Westen des Reiches (Aachen, Pietz) stärkere Regensalte vorgekommen. - Das Tiefdruckgebiet lagert setzt bei England und
vermischter.
.* Große Brände brachte der gestrige Tag. Auf dem Kehrwieder int Freihafen entstand um 11 .Uhr im ^achgeschotz eines Speichers Feuer, das jedenfalls auf eine Erplvtton zuruck- zuführen ist. Tas Feuer verbreitete sich ziemlich rasch^aus die unteren Stockwerke, doch konnte es mit Hilfe von vier "pritzcn- dampfern in einer Stunde gelöscht werden. Jede Gefahr ist beseitigt. 2 Arbeiter sind tot aufgefunden worden. — Zn Breidenbach (Unterfranken) setzten mit Zündhölzer spielende Kinder einen Bauernhof in Brand. Vier weitere Anwesen darunter, das Schulhaus, zehn Nebengebäude, 28 e>tud Großvieh, sowie viel kleines Vieh und Geflügel, fielen den Flammen zum Opfer.
* Zu dem Brand in Böhmenktrch, über den wir gestern ausführlich berichtet haben, wird uns noch gemeldet, da» insgesamt 71 Wohnhäuser und neun Nebengebäude dem Brand zum Opfer gefallen sind. (Wir hatten gestern 80 gemeldet.) Tie Ausdehnung des Feuers wurde ermöglicht durch den heftigen Sturm und Wassermangel, .'lußer dem Vieh konnte fast nichts gerettet werden. 2er schadenGebäuden wird aus zirka 270 000 Mark, der an Fahrnis aus loO OOO bis 200 000 Mk. gc'chützt. Unterstützung ist in großem Maßstabe geplant. Xie Staatsbahnen befördern Sendungen frachtfrei.
* lieber zwei Unfälle aus Torpedobooten wird uns amtlich aus Berlin gemeldet: Berlin, 15. .lpril An Bord des Torpedobootes „S 147" ist vorgestern nachmittag ein Tampsrohr gerissen, wodurch zwei Öeizer verletzt worden siiid. 2er Heizer Thielevon ihnen wurde schwer v e r l e tz t (Sine unmittelbare Lebensgefahr ist aber nicht vorhanden. Auf dem Torpedoboot „S 140" ist der Verdampfer geplatzt, wodurch der Heizer Leenier schwer und zwei rudere Heizer leicht verletzt morden sind. Bei diesen beiden llnsallen handelt es rd) um ein zufälliges Zusammentreffen von Ungluckssallen, die mit den zurzeit stattfindenden Uebungen tn feinem Zusammenhang stehen.
Kleine Tageschronik.
Zn Neuhäusel (Westerwald) begoß eine Bäckersfrau ihren etwas schwachsinnigen Mann mit Petroleum und schob ihn mit Hilse des Gesellen in den B a ck o s c n. Auf das Geschrei des Mannes kamen Leute hinzu und befreiten ihn. Die Täter wurden verhaftet.
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Gerichtssaal.
Nufsische M'ädchenh'ändler vor Gericht.
4 & q in bürg, 15. April.
Dor dem hiesigen Landgericht hatte sich wegen be§ genannten Vergehens der Aiützeinnacher Israel Z i 11 i n g e r nut feiner Ehe- nau Rosa zu veranlworten. Tie Anzeige ging von einer errau -.aubenblnt aus, die von den Angeklagten als Kochm engagieil norden war, und zwar sollte sie die Angeklagten nach Montevideo begleiten. Tie Bekanntschaft hatte in Kaklowit; Itattge'iunben unö bie drei reisten zusammen nach Hamburg, wo die Emsch'ssung statt- finden sollte. In den Auswanderungshallen schöpfte grau -rauben- blut Verdacht, iveil sie von den Angeklagten unter Ausiicht gehalten wurde. Auch verschiedene Redensarten der Angetlagten erschienen ihr verdächtig. Fiau Zittinger hatte ihr einmal,gesagt, man könne in Montevideo viel Geld verdienen, ohne daß man zn arbeiten manche. Bei dem Kontrollbesuch emes Polizeibeamten m den Aus- wanderungshallen teilte Frau Taubenblut diesem ihren Verdacht nut, woraus daS Ehepaar verhaftet wurde. Bei ihrer Vernehmung erklärten sich die Angeklagten für völlig unschuldig. Ter Ehemann will m Montevideo eine gut gehende Mützenfabrik besitzen lind nur nach Eliropa gelonu.ien sein, um feine Militärdiensiverhaltnisse zu regeln. - Ein Polizeibeamter aus Katlowitz bekundete als Zeuge, daß Zittinger und ferne Frau in dem preußischen Winkel an der russischen Grenze als Mädchenhändler bekannt seien. Tie Anzeichen deuteten darauf bin, daß hier der Versuch vorliege, Frau -^uben- blut nach Argentinien zu verschleppen, -icr Gerichtshof verurteilte Me Angeklagten zn je 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus, 609 Mark Geldstrafe, 5 Jahren Ehrverlust und Polizeiausiicht.
Stuttgart, 15. April. Tie Straska m m er verkiindigte heute abend das Urteil gegen den Redakteur des ,-Limpli- -.ssimns", Hans Kaspar G u l b r a n f s o n , wegen Beleidigung des Bischofs Tr. v. Keppler ::nd der Geiftlichkcit der Ttoze'e Roteubuig. 2 er Angeklagte wurde,;,u zwei 'Mo n a t e n G e f a n g n t s imd giv Tragung der Kosten verurteilt. Ten Beleidigten wurde Publl- latioiis-Befugnis in drei württemberglschen Zeitungen und auger- oem in der „Kölnischen Zeitung" und der „Kreuz-Zennng zu- gesprochen. _________
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konstatieren, das; seine Laune am brillantesten war, wenn er bei „Geheimrats" aß. Bis dann der Tag kam, an dein er feine Wisibegierde nicht mehr zügeln konnte, und nun seinerseits die Rätin mit gemachter Feierlichkeit fragte: ......
„?lber nun, gnädige Frau, müssen Sie nur auch sagen, nie Sie es möglich machen, auch der einfachsten Speise einen so angenehmen, kräftigen Geschmack zu geben."
Tie Hausfrau klingelte nach dem Tienssinädchen: „Emma, bringen Sie doch mal meinen „Kochgehilfcn". — „Ah, das nennen Sie Ihren Kochgehilfen, das ist ja Liebigs Fleisch-Extrakt! Ich weiß wohl, das; man es um Verbessern der Speisen gebraucht, aber daß mau mit seiner Hilfe die Speisen so schmackhaft machen kann, wie ich das bei Ihnen erfahren habe, ist mir denn doch neu."
„Ja," lachte die Rätin, „Sic sehen, daß bas Kochen eigentlich gar keine so große Kiinst mehr ist, und es ist gar nicht einzusehen, weshalb es die von Ihnen so oft verlästerten „modernen" Frauen nicht auch könnten."
Tr. Leo erklärte sich vollkommen geschlagen. Eine Veränderung ging mit ihm vor. Seine näheren Bekannten wollten sogar elegische Stimmungen bei ihm bemerkt haben, führten das aber darauf zurück, daß er, wie sie es scher> -end nannten, in,ach Ablauf der Probezeit nicht mehr so oft an Geheimrats Fleisch-Extrakt Töpfen sitzen könne.
Und die Moral von der Gcschicht' trtstallistert sich in einem Frack mit weißer Binde und dito >pandschuhen — die hatte Tr. Leo nämlich an, als er um Fräulein Käthe Kandlers Hand anhielt. . . ,
Von da ab sah man aber in allen Geschärten, die sich der „Ernährung" der Einwohner von X. widmen, das Schild prangen: „Liebigs Fleisch-Ertratt, hier zu haben." £-b'' oc-3 guten Beispieles wird cs nämlich nunmehr von allen Hausfrauen in £. benutzt, und in töchrerrcichcn Familien soll es geradezu als Mittel zur Züchtung von Ehemännern angesehen werden.
finbinig, er bedauere die Verleumdung und erklärte itd) bereit., 00 Mark Buße zu zahlen, die dem Kinderhospital zu Bad-Nauherm maute kommen sollten. Er- verprlicktete sich, den Jnlsatt des ' --'Nleicks den 3eager„ die in der Wirtschaft waren, mitzuterlen. v;‘ieu Verpflichtungen kam der Angeklagte nicht nach und bc l"cuntete später, seine Angaben seien wahr und er wolle den Beil Clr, bdfür erbringen. Tas Hauptversahrm wurde vor der Stras- n mmer eröffnet und der Angeklagte blieb baba, es sei an i'oldeö Schreiben vom Untersuchungsrichter verlesen worden. Bei lVr Verhandlung sckivachte er die Sache ab; er will sick nickt u.-hr auf alles entsinnen können, er sei auch sehr aufgeregt ge- ivefen Nackrdem einige Zeügen gehört waren, sah der Angeklagte sein nUreckt ein : er bat den Beleidigten um Verzeihung, indem er erklärte, er fei zu der lleberzeugung gekommen, ferne Annaben seien unwahr. Es wurde ihm Gelegenheit gegeben, außerhalb des Sitzungssaals sich mit dem "Beleidigten und dessen Vor- ,i setzten ins Benehmen zu setzen. Es kam zu einer Verständigung, i aü der Angeklagte neben Tragung sämtlicher Kosten, je 100 Mark nir das Kinderhospital „Elisabethstift" und an den Fonds des Vereins zum Schuh der entlassenen Gefangenen bezahlt, die "leußerung unter dem Ausdruck des Bedauerns als unwahr mrück- nimmt und Abbitte leistet. Wenn nach Ablauf von 4 Wochen die Bedingungen sämtlich erfüllt sind, so soll, falls das vfUstiz- minifterium seine Zustimmung gibt, die Sache ohne Urteil erledigt werden E e
Ein Pfand, das als Diebstahl aufgefaßt
wurde, hat sick der Wagner K. S. HL von Erchelsdorf ver- -chafst. Er hatte an einen Landwirt mit fchlechter Vermögenslage eine Forderung, weshalb ihm geraten wurde, si choin Pfand zu verschaffen. Er begab sich auf das Feld und nahm eine Egge und einen Pflug, die dem Landwirt gehörten, mit. Aus Anzeige folgte eine Haussuchung bei ihm, bei der trotz Leugnens die machen gefunden wurden. Tas Schösiengericht nahm an, dem Angeklagten habe ülc rechtswidrige Absicht gefehlt, da er fick nur ein Pfand habe verschaffen wollen und sprach ihn tret. Infolge Berufung der (vtaatsanwaltschait gelangte die Strafkammer zur.Verurteilung des Angeklagten zu 3 Tagen Gefängnis, da er von der Rechtswidrig- leit seiner Handlung überzeugt gewesen fei.
(oder gerade deswegen» ein vorzüglicher Gesellschafter war, o lernte man sich bald kennen. _ .
Sie glauben also, Herr Toktor," fragte ^-raulein Käthe, des Rats Aeltestc, „daß die Kochkunst bei den modernen Frauen kein Interesse mehr fände. Es ist ja eigentlich schrecklich ungalant von Ihnen, uns armen Frauen so jedes Verständnis sür die Kochkunst abzusprechen, aber cuie ehrliche- Ueberzeugung ist ja immer zu schätzen — auch wenn sic auf unrichtigen Voransfctzungen beruht."
O gnädiges Fräulein wollen mir das Gegenteil beweisen.' Darauf bin ich doch begierig. Uebrigens bitte ich, bemerken zu dürfen, daß meine bisherigen Erfahrungen mich zu meiner Ueberzeugung gebracht haben. Ihre persönliche Fertigkeit im Kochen crlaubic ich mir damit nicht zu kritisieren."
Nnn mischte sich Frau Geheimrat Kandier, die bis dahin eine stille Zuhörerin des Gesprächs gewesen war em.
Nun, Herr Doktor, ich mache Ihnen einen akzeptablen Vorschlag. Nach dem, was Sie da vorhin sagten, habe ich es mir in den Ko-pf gesetzt, die Reputation meiner Mik- schwestern zu retten, deshalb" -- die Rätin erhob ihre Stimme zu einer komisch-ernsten Feierlichkeit — „lade ich Sie ein, uns zur Tinerzeit das Vergnügen Ihrer Gegenwart zu machen, wann es Ihnen nur immer beliebt, ohne vorherige Anmeldung, also ganz a l’improviste. Bitte, bereiten Sie sich nicht auf luwllische Genüsse vor, sondern aus eine einfache, aber schmackhafte Hausmannskost, denn auch ich habe eine Ueberzeugung, nämlich die, dar; man mit einsachcn Hilfsmitteln stets schmackhafte Speisen bereiten kann. Sie werden sicherlich, auch auf die Gefahr hin, ungalant zu fern, der Wahrheit die Ehre und mrr eine obiektivc Kritik meiner Kochkunst geben."
Ter Doktor akzeptierte lachend, und schon im Laufe der nächsten Tage hib er sich unangemeldet zu Gasta
Uebergehen wir die einzelnen Phasen seiner Verwandlung vom Saulus zum Paulus und begnügen uns damit,
Der GhestifLer.
Bon tz, Kasparet. .
(Nachdruck verboten?
Tr. Leo war Junggeselle. Tas ist an und für sich weder ein Vorzug, .noch ein Nachteil. Tr. ^eo war aber Junggeselle mit erschnerenden Umständen, denn seine uv- nciguna gegen das Heiraten entsprang emer Ueberzeu- n u n q, nämlich der, daß tue modernen Frauen nicht kochen tonnten, und da er nun einmal die kleine schwache, für einen guten Tisch hatte, so zog er vor, seinen HauZtand diirch seine — wie er sagte — von ihm „dressierte alle Haushälterin leiten zu lassen. Tr. Leo war a^o mit einem Wort ein hoffn n ngslofer Junggeselle, und selbst der wettlustigste Engländer hätte aus die Möglichkeit seiner späteren Heirat leinen .Pfennig gesetzt. Unnütz zu sagen, daß ein so verhärteter Junggeselle von den mit heiratsfähigen Töchtern belafteien Müttern als typischer Vertreter jener Männerart verschrien war, bei denen die Liebe nur durch den Magen gehen soll. Wer deii Toktor naher kannte, wußte, allerdings, daß er kein so krasser „Materialist wai, al- es den Anschein hatte, nur hielt er es eben damit, das; eine Frau, die sich für den Kochtopf interessiere, auch sonst vorzügliche Eharasiereigcnschaften befaße. x,e HW lunst wai iun Steckenpferd, und wer im Gespräch das Vhcma aus diesen Gegenstand brachte, konnte lange Tiraden von ihm hören über den Niedergang der Kochkunst im allgemeinen und derjenigen seiner Umgebung im besonderen.
Eine dieser Reden, in der sich Tr. Lev besonders belehrend gebärdete, hielt er auch heute wieder auf dem kleinen Familien-Tce bei Geheimrat Kandler. Ter Herr Rat war erst vor kurzem aus der Hauptstadt nach dem Städtchen gezogen, wo Tr. Leo seine medizinische Praxis ausübte und da! unser Doktor trotz seiner Ehescindlichleit
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